Partíu Popular de Convergência
| Partíu Popular de Convergência | ||
| Parteivorsitzender | Manuel Ramœs Iliega | |
| Generalsekretär | Dián Zurruzabal | |
| Stellvertretende Parteivorsitzende | Francisca Mendes del Ponte Daniel Ambrôsio Clemente Arzano | |
| Gründung | 1945 | |
| Jugendorganisation | PPC Jovén | |
| Zeitung | Il Pôblu | |
| Think Tank | Istituto Paulo Luciaro | |
| Ausrichtung | Christdemokratie Konservatismus Liberaler Konservatismus | |
| Position | Mitte-Rechts | |
| International | Christlich-Demokratische Internationale Internationale Demokratische Union | |
| Europapartei | Europäische Volkspartei (EVP) | |
| EP-Fraktion | Europäische Volkspartei (EVP) | |
| Farbe | dunkelblau | |
Die sagradische Volkspartei (sagradisch Partíu Popular de Convergência, Abk. PPC, dt. Volkspartei der Zusammenkunft) ist eine christdemokratische und konservative Partei in Sagradien und neben der sozialdemokratischen ASUL eine der beiden großen Parteien des Landes. Sie stellt derzeit mit Daniela Rosenthal-Valdés die sagradische Staatspräsidentin und mit Manuel Ramœs Iliega den Regierungschef des Landes. Bekannte Persönlichkeiten der Partei waren zudem Paulo Luciaro, Emilio Moya, Josep Carles Otero und Miquel Ánibal Luisanto.
Die PPC war neben der italienischen Democrazia Cristiana, der deutschen CDU und den französischen Volksrepublikanern eine der bedeutenden christdemokratischen Parteigründungen der Nachkriegszeit. Gegründet 1945 als katholisch verwurzelte, aber überkonfessionell ausgerichtete bürgerliche Sammlungspartei, vesteht sich die PPC heute als moderne Volkspartei der rechten Mitte, mit einem liberalen, konservativen und christdemokratischen Ursprung. Die PPC ist Gründungsmitglied der Europäischen Volkspartei (EVP) und der Christdemokratischen Internationale (CDI) sowie der Internationalen Demokratischen Union (IDU) vornehmlich konservativer Parteien.
Parteivorsitzender der PPC ist seit 8. März 2014 der frühere Generalsekretär Manuel Ramœs Iliega, der in diesem Amt auf den langjährigen Parteichef und Ministerpräsidenten Miquel Ánibal Luisanto folgte. Generalsekretärin ist Sellesi Cambres Madriaga.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Parteiprofil
- 2 Parteigeschichte
- 2.1 Gründungsjahre (1945-1949)
- 2.2 Die PPC unter der Führung Paulo Luciaros (1948-1959)
- 2.3 Diadochenkämpfe und Große Koalition (1959-1964)
- 2.4 Die Ära Favale in Opposition und Regierung (1964-1970)
- 2.5 Die Oppositionszeit der Siebziger (1970-1979)
- 2.6 Rückkehr in die Regierung und Große Koalition (1978-1982)
- 2.7 Die Ära Moya (1982-1991)
- 2.8 Die Ära Otero (1991-2000)
- 2.9 Kurssuche unter Roberto Vidéas (2000-2002)
- 2.10 Die Ära Luisanto (seit 2002-2014)
- 2.11 Zurück in der Opposition (seit 2014)
- 3 Wahlergebnisse
- 4 Parteipersönlichkeiten
- 5 Vereinigungen und Vorfeldorganisationen
Parteiprofil
Die sagradische Volkspartei ist die größte und erfolgreichste Partei des Mitte-Rechts-Lagers in Sagradien und vertritt liberalkonservative sowie christdemokratische Positionen. Sie versteht sich selbst als Reformpartei des Zentrums, die der humanistisch-abendländischen Wertetradition, den Zielen einer liberalen Gesellschaft, einer freien und zugleich sozialen Marktwirtschaftsordnung und dem Prinzip gesellschaftlicher Solidarität verpflichtet ist. Sie setzt sich zudem für die Bewahrung der Schöpfung und eine Vertiefung der europäischen Integration ein. Obwohl historisch vor allem von katholischen Politikern begründet, sieht sich die PPC selbst heute als säkulare Partei mit katholischen, konservativen, sozialreformerischen und liberal-republikanischen Wurzeln. Als parteiinterne Integrationsfaktoren fungierten über Jahrzehnte hinweg die einhellige Ablehnung von Kommunismus und Sozialismus sowie das Eintreten für eine freiheitliche Wirtschaftsordnung, für die nationale Integrität Sagradiens und die westlich-europäische Orientierung des Landes im transatlantischen Bündnis und in der Europäischen Gemeinschaft. Europapolitisches Ziel ist dabei eine "vertiefte Union der europäischen Nationen".
Faktionen
Als Sammlungspartei der rechten Mitte besteht die Volkspartei aus mehreren konkurrierenden Strömungen und Faktionen:
- Liberal-Conservadores (liberalkonservativ, konservativ, auch Luisantistas genannt): Der derzeit dominierende Courant repräsentiert eine liberalkonservative Politik, die in Wirtschaftsfragen zu liberalen, sicherheitspolitisch aber eher zu konservativen Positionen tendiert. Europapolitisch bekennen sich die Liberalkonservativen zum gemeinsamen europäischen Projekt und verhalten sich pragmatisch, sind aber grundsätzlich skeptisch gegenüber weiteren Kompetenzverlagerungen nach Brüssel. Ein EU-Beitritt der Türkei wird geschlossen abgelehnt. Wichtige Vertreter des Flügels sind neben Miquel Ánibal Luisanto auch Martina Guivares und Névito Ramos Illega.
- Democrâcia Popular (christdemokratisch, christlich-sozial, zentristisch): Der klassische linke Parteiflügel des PPC gilt als Arbeitnehmerflügel. Er ist eng mit der katholischen Gewerkschaft CSLC verbunden. Er beruft sich regelmäßig auf die katholische Soziallehre und ist ausdrücklich nicht laizistisch. Der Arbeitnehmerflügel der Volkspartei stellt die traditionell einflussreichste Minderheit in der Partei dar und sieht seine historischen Vorbilder v.a. in Fernando De la Roya und Paulo Luciaro. Wichtigster Vertreter in den Achtziger und Neunziger Jahren war Umberto Salas, der im Jahr 2002 die Wahl zum Parteivorsitzenden gegen Miquel Ánibal Luisanto verlor. Eine der heute einflussreichsten Politikerinnen der Democrácia Popular ist die frühere Präsidentin der Region Lojandía Francisca Mendes del Ponte, die zu den wenigen evangelischen Mitgliedern der Partei gehört.
- Democrâcia Social (nationalkonservativ, souveränistisch): Nationalkonservativer Flügel. Führende Vertreter sind Laura Fabil und Domênco Laravil. Die Democrâcia Social ist ausgesprochen wertkonservativ und tritt für den Erhalt des Wohlfahrtsstaates ein. Sie ist nationalistisch und EU-skeptisch gesinnt. Die Europäische Integration soll bei der Souveränität der Nationalstaaten haltmachen. Zudem tritt die DS für eine rigide Zuwanderungspolitik ein und verfolgt bisweilen populistische Strategien.
- Unión Conservador (rechtskonservativ): Der traditionelle rechtskonservative Flügel der Partei. Er steht ähnlich wie die DS für eine an der katholischen Kirche orientierte wertkonservative Politik. Er ging bei der Gründung der Partei besonders aus ehemaligen Mitgliedern der UNP, aber auch des rechten PCC-Flügels hervor. Mittlerweile arbeitet die Union eng mit der DS zusammen. Die weitaus größte Gruppe von Unionsvertretern ist auch mit der Confederación Agrar verbunden. Bedeutende Vertreter waren in der Vergangenheit Santiago Oller und António Lamanto Marcos.
- Republicanœs (sozialliberal, zentristisch, auch Alvarezistas genannt): Liberaler Flügel der Partei. Führer war lange Zeit der frühere Umweltminister Denísio Álvarez. Dieser tritt für progressive, sozialliberale Gesellschaftsreformen ein und bemüht sich darum, die Partei in modernen großstädtischen Milieus zu stärken. Im Wertediskurs beruft er sich auf einen laizistischen Republikanismus und steht damit den wertkonservativen, katholischen Strömungen entgegen. Enge Verbindungen bestehen auch zum linken Flügel der UDS um Benita Hubner. Die Republicanoes treten für eine vorsichtige Öffnung der Volkspartei auch zu Gruppen der linken Mitte wie den Grünen und Sozialliberalen ein, u.a. um die Koalitionsoptionen der Partei über das Mitte-Rechts-Lager zu mehren.
- Fôro Liberal (libertär, klassisch-liberal): Das Liberale Forum innerhalb der Volkspartei gehört zu den wirtschaftsliberalen Strömungen innerhalb der Partei. Eine große Zahl von Mitgliedern stammt aus der UDS, deren ehemaliger Vizeparteichef Luca Bremante eine führende Rolle im FL spielt. Ebenso wie der Álvarez-Flügel unterstützt das FL eine liberale und progressive Gesellschaftspolitik sowie einen republikanischen Laizismus, tritt in Wirtschaftsfragen aber weitaus libertärer auf und lehnt wohlfahrtsstaatliche Eingriffe weitgehend ab. Daneben werden grün-konservative Positionen aus industrie- und energiepolitischen Gründen weitgehend abgelehnt.
- Democráticōes per l’Europa (europafreundlich, zentristisch): Die Europademokraten sind ein Zusammenschluss mehrerer europafreundlicher Abgeordneter und EU-Parlamentarier, der sich auch einfachen Parteimitgliedern geöffnet hat. Ein Großteil der DplE ist 2007 zusammen mit Traiano Atániez zur UDC abgewandert. Die verbliebenen Mitglieder sind seither in die Minderheit geraten. Dennoch kämpfen sie für eine europafreundliche Volkspartei und stehen damit im Widerstreit mit den Nationalkonservativen und anderen EU-Kritikern. Als wichtigster Vertreter gelten derzeit Máximo Ulieta und Oscar Rolando Huerón.
- Ecología Popular (ökologisch-konservativ, ökologisch-zentristisch): Die EcoPo wurde 2006 als Zusammenschluss ökologisch denkender Abgeordneter der Volkspartei gegründet. Sie ist eng mit dem Álvarez-Flügel verbunden, umfasst aber auch wertkonservative Mitglieder, die für einen grün-konservativen Kurs einstehen. Das Netzwerk umfasst auch wenige ehemalige Grünen- und PDE-Mitglieder. Führer ist der ehemalige Umweltstaatssekretär Mário Pelegrín, der in der Partei aber eher eine Außenseiterposition einnimmt.
- Reformistas (rechtssozialdemokratisch, sozialliberal): Eine relativ junge sozialdemokratisch und sozialliberal orientierte Strömung. Angeführt werden die Reformistas von ehemaligen Sozialisten wie António Delvequio, Staatssekretär und später Minister unter Miquel Ánibal Luisanto, die größtenteils dem rechten Flügel der ASUL angehört hatten und sich nach der Wahlniederlage der Sozialisten 2008 und der folgenden Wahl der Linken Mercé Serrat Cabarell von der Partei abgewandt haben oder schon zuvor von Miquel Luisanto ins rechte Lager gelockt wurden. Die Reformisten stehen für eine sozial orientierte Reformpolitik der Mitte und arbeiten daher auch eng mit den Republikanern von Denísio Álvarez zusammen, ohne aber deren längere Volkspartei-Sozialisation zu teilen. Als wirtschafts- und sozialpolitisches Leitbild der Reformisten gilt das Konzept der sozial orientierten Marktwirtschaft, als Inspirationsquelle kann das Konzpet des „Dritten Wegs“ des englischen Soziologen Anthony Giddens angesehen werden.
Parteigeschichte
Gründungsjahre (1945-1949)
Ins Leben gerufen wurde die Partei im Januar 1945 mit dem Anspruch, eine überkonfessionelle bürgerliche Sammlungspartei darzustellen. Unmittelbarer Ursprung der Partei die so genannte Convergência-Bewegung, die sich im Zweiten Weltkrieg innerhalb des katholischen Lagers gebildet hatte und die als christliche und demokratische Sammlungsbewegung verstanden werden kann. Der wesentliche Kern der Partei bestand aus katholischen Politikern wie Ariel Fernando De la Roya, Amentino Xavier-Castrell, Paulo Manuel Luciaro, Nino Cabal oder Benito Mello, die in der Zweiten Republik teilweise der katholisch-liberalen PDP oder aber der katholisch-konservativen Volksunion (UP) angehört hatten. De la Roya und Cabal gehörte dem christlichen Widerstand gegen die deutschen Besatzer im Nordosten Sagradiens an.
Die PPC sollte eine bürgerlich-konservative und soziale Integrationspartei mit christlich-abendländischem Gedankengut sein, die ehemals konfessionelle Bindung durch die Öffnung für liberale Ideen ersetzt werden. Die PPC verstand sich als Sammlungsbewegung und versuchte, die progressiven Ansätze im katholischen Lager der Vorkriegszeit weiterzuführen und die in der Vergangenheit mehrheitlich demokratiekritischen bis -feindlichen praktizierenden Katholiken der Volksunion ins demokratische Lager zu integrieren. Gleichzeitig sollte die Spaltung in eine klerikale und eine säkulare Rechte überwunden werden, was freilich erst mit dem Zerfall der rechtsliberalen MPD in den frühen Fünfziger Jahren erreicht werden sollte.
Die Volkspartei der Zusammenkunft übernahm die organisatorischen, personellen und finanziellen Ressourcen der aufgelösten Volksunion, deren letzter Parteiführer Amentino Xavier-Castrell erster Parteivorsitzender wurde. Im Vergleich zu anderen Parteien der bürgerlichen Rechten war die PPC durch eine aktivere Parteibasis und eine stärkere lokale Parteistruktur geprägt. Dies stellte sich schnell als Vorteil heraus, da es der PCC deutlich besser als den anderen entstehenden Parteien der bürgerlichen Mitte und Rechten gelang, Wahlkämpfe zu führen und Wähler zu mobilisieren. Bei der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1945 wurde die Partei mit 24 Prozent der Stimmen zweite Kraft hinter den Sozialisten und bildete danach die so genannte Demokratische Koalition mit dem Partíu Radical, der Sozialistischen Partei und den sagradischen Kommunisten, welche die erste Provisorische Regierung unter Sergio Rafael Dini stützte. Parteigründer Ariel De la Roya wurde zum Präsidenten der Nationalversammlung gewählt, Paulo Luciaro und Mário Elabal vertraten die Partei in der provisorischen Regierung. Die 1946 verabschiedete Verfassung der Dritten Republik wurde maßgeblich von Politikern der Volkspartei geprägt. Nachdem Paulo Luciaro 1946 selbst die Führung der provisorischen Regierung übernommen hatte, gewannen die Christdemokraten bei der ersten Parlamentswahl 1946 die relative Mehrheit der Mandate im Senat und stellten mit einem Stimmenanteil von 25 Prozent die nur knapp zweitgrößte Fraktion in der Abgeordnetenkammer.
In wirtschaftspolitischer Hinsicht vertrat die PPC gemäß der katholischen Soziallehre zunächst eine kapitalismuskritische Haltung und verfügte sogar über einen christlich-sozialistischen Flügel um Nino Cabal und Luciano Minorel. Angesichts der Spannungen des ausbrechenden Kalten Kriegs und nach dem endgültigen Ausschluss der Kommunisten aus der Demokratischen Koalition 1947 setzte sich auch in der PPC ein dezidiert antikommunistischer Kurs durch, der vor allem dem rechten Parteiflügel zugute kam. Unter dem Einfluss von Paulo Luciaro, der nach der Wahl De la Royas zum Senatspräsidenten 1946 zunehmend als Führer der Partei auftrat und ihre Politik maßgeblich steuerte, versuchte sich die Partei zunehmend auch dem liberalen und nationalkonservativen Bürgertum zu öffnen. Der linke sozialistische Flügel geriet in die Minderheit und fand mit seinen Ideen kaum noch Gehör. 1949 traten Nino Cabal und Luciano Minorel als bekannteste Vertreter des linkskatholischen Flügels aus der Partei aus und gründeten wenig später das Movimiento Socialista Cristiano, das sich der Linken anschloss. Stattdessen wurde die PPC zum Gravitationszentrum einer neuen antikommunistischen Mitte-Rechts-Allianz aus Konservativen, Liberalen und Sozialdemokraten, die sich der Demokratischen Volksfront aus Sozialisten und Kommunisten entgegenstellte.
Die PPC unter der Führung Paulo Luciaros (1948-1959)
1948 wurde PPC-Parteisekretär Paulo Luciaro Ministerpräsident und setzte die Große Koalition mit der ASUL fort. Mit Luciaro als Kandidaten für das Amt des Regierungschefs konnte sich die Volkspartei bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1949 mit 32,4 % der Stimmen deutlich als stärkste Kraft im Parlament behaupten. Luciaro führte die Koalition unter Einschluss der Radikalen Partei fort, die gemeinsam mit deutlicher Mehrheit eine umfassende Verfassungsreform durchsetzten.
Obwohl Ariel de la Roya bis 1955 Parteipräsident blieb, galt Luciaro als De-facto-Parteiführer und prägte die Politik des Landes entscheidend. Unter Luciaro wurde die PPC zur Regierungspartei schlechthin und wesentlich auf die Funktion ausgerichtet, den konservativen Kern der Regierung zu organisieren. Die PPC der Anfangsjahre setzte auf eine gemäßigt-gelenkte, auf das Solidaritätsprinzip setzende Marktwirtschaft, vertrat innen- und gesellschaftspolitisch eindeutig konservative Positionen und brachte die Partei wie das Land außenpolitisch auf einen klaren Westkurs. Dazu gehörte auch eine zunehmend deutliche antikommunistische Abgrenzungspolitik von der Kommunistischen Partei.
Europapolitik vertrat Luciaro zusammen mit dem sozialistischen Außenminister Santo de l'Ilpa einen stark integrationsfreundlichen Kurs. Prägende Wirtschaftspolitiker der PPC waren u.a. Luis Enrico de Piacón, sowie bald auch Carles Angel Favale, der seit 1954 das Finanzministerium leitete. Das Grundsatzprogramm der PPC aus dem Jahr 1954 war konservativ und dezidiert antimarxistisch geprägt und betonte die Werte Familie, Bildung, Heim, persönliches Eigentum, eine soziale Grundsicherung und die europäische Aussöhnung in enger wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Zudem sollte eine europäische Aussöhnung angestrebt werden. Damit war nicht nur den linkskatholischen Sozialisierungsbestrebungen, sondern auch allzu nationalistischen Standortbestimmungen eine Absage erteilt. Besonders die Gegnerschaft zur linken Volksfront, die grundsätzliche Betonung des Eigentums sowie das Festhalten an den traditionellen Werten bildeten nun auch programmatisch das einigende Band der Partei, die sich damit als christlich-konservative Partei darstellte.
Unter Luciaros Führung entwickelte sich die Partei zur dominanten Kraft im sagradischen Parteiensystem und zur mit großem Abstand stärksten Kraft im Parlament. Höhepunkt war die vorgezogene Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954, bei der die PPC 42 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Nach dem Bruch der Großen Koalition 1953 führte Luciaro bis zu seinem Rücktritt 1959 eine konservativ-liberale Koalition, die sich als ausgesprochen antimarxistisch und marktfreundlich verstand.
Diadochenkämpfe und Große Koalition (1959-1964)
Mit zunehmenden gesundheitlichen Problemen Luciaros zum Ende der Fünfziger Jahre hin begann eine parteiinterne Debatte um die Nachfolge des Premierministers und Parteichefs. Besonders Finanzminister Carles Angel Favale entwickelte sich zum aussichtsreichen Kandidaten, da es ihm gelang, den konservativen Flügel hinter sich zu bringen. Gegen Favale gab es jedoch auch große Vorbehalte, nicht zuletzt wegen seiner häufig mangelnden Kompromissbereitschaft. Favale besaß aber große Sympathien in der Parlamentsfraktion der PPC und schaffte es darüber hinaus 1959, seinen bisherigen Staatssekretär Martín Nêu Regríguez an die Spitze der Exekutivjunta wählen zu lassen. Bald galt Favale als potenzieller Nachfolger Luciaros, der Favale aber als gefährlichen Kontrahenten wahrnahm und eher seinen Kabinettschef Dián Jocéntilo Sánchez zum Nachfolger aufzubauen suchte.
Schließlich musste Luciaro 1959 auf Druck der eigenen Partei hin vom Premierministeramt zurücktreten, nachdem er aus gesundheitlichen Gründen mehrmals bereits die Amtsgeschäfte hatte ruhen lassen. Als Nachfolger nominierte das Exekutivkomitee der Partei den konservativen Finanzminister Carles Angel Favale und entschied sich damit gegen Luciaros Wunschnachfolger Dián Jocéntilo Sánchez. Luciaro blieb aber Parteivorsitzender und gehörte auch weiterhin zu den mächtigsten Persönlichkeiten in der Partei. Als solcher protegierte er weiterhin Sánchez, der Finanzminister wurde. Zudem rückte Martín Ánibal Costa als Fraktionssprecher in eine einflussreiche Position. Dem neuen Triumvirat der Partei (Sánchez-Favale-Costa) gelang es nicht, die persönlichen Gegensätze auszuräumen. Zudem belasteten die Spannungen zwischen Luciaro und Favale die Partei.
Die ständigen Querelen in der Führung, die schlechte Performance im Koalitionsspiel mit den Liberalen und das mangelnde Charisma des Spitzenkandidaten Favale führten bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962 schließlich zu empfindlichen Einbußen für die PPC, die von 40 auf 35 Prozent der Stimmen abrutschte und damit überraschend die Koalitionsmehrheit einbüßte. Das als Niederlage empfundene Ergebnis führte schließlich schneller als erwartet zur Entmachtung Favales, der einer zukünftigen Koalition mit den Sozialisten im Weg zu stehen schien. Statt Favale nominierte die Parteiführung Ánibal Costa zum Kandidaten für das Premierministeramt und drängte auf die Bildung einer Großen Koalition mit der Sozialistischen Allianz, die bei den Wahlen an Stimmen gewonnen hatte und sich für eine Koalition zur Verfügung stellte.
Die Große Koalition hielt jedoch keine zwei Jahre. Zu prinzipiellen weltanschaulichen Unterschieden der Partner, Differenzen in Sachfragen und persönlichen Antipathien vieler beteiligter Politiker trug auch die andauernde Zerstrittenheit der PPC-Führung zu ihrem Bruch bei. Nach dem Tod Paulo Luciaros 1963 wurde sein Stellvertreter Carles María Ortega neuer Parteivorsitzender. Als die Koalition im Herbst 1963 zerbrach, fehlte der PPC ganz im Gegenteil zu den aufstrebenden Sozialisten unter António Santiago eine klare Führung und ein klares Machtzentrum. Die vorgezogenen Kammerwahlen im Dezember 1963 endeten für die PPC mit ihrem zerstrittenen Spitzentrio Costa-Ortega-Favale und mit Costa als Spitzenkandidaten in einem Debakel. Die Partei verlor gegenüber der Wahl ein Jahr zuvor noch einmal fünf Prozentpunkte und landete nur bei 34,1 Prozent der Stimmen. Damit schnitt sie erstmals schlechter ab als die sozialdemokratische ASUL und hatte keine Chance auf eine Regierungsmehrheit. Ortega versuchte zwar, eine Neuauflage der Großen Koalition - diesmal als Juniorpartner durchzusetzen, die Sozialisten setzten aber lieber auf eine sozialistisch-liberale Mitte-Links-Allianz mit Radikal- und Unionsdemokraten.
Die Ära Favale in Opposition und Regierung (1964-1970)
Der erstmalige Gang in die Opposition kam für die PPC einem Kulturschock gleich und stürzte die Partei noch tiefer in ihre Krise. Parteichef Ortega, durch das Scheitern seiner Großen-Koalitions-Strategie nachhaltig geschädigt, gab die Führung auf und erklärte stattdessen seine Kandidatur um das Amt des Präsidenten der Republik. Nach der Rekordniederlage stand auch für den Spitzenkandidaten Costa die Parteikarriere vor dem Ende. Im Kampf um die Führung der Partei setzte sich schließlich Carles Angel Favale durch, der als einziger der drei Kontrahenten der vergangenen Jahre zurückgeblieben war. Die Parteikrise führte zu einer umfassenden Umgestaltung der Partei. Diesesmal ging Favale daran, sich die Macht nachhaltig in den Parteigremien zu sichern und reformierte die komplizierte Führungsstruktur, die sich nach dem Rücktritt Luciaros und dem Fehlen einer unumstrittenen Führungsfigur als untauglich erwiesen hatte. Die vielen verschiedenen Ausschüsse des Parteivorstands wurden abgeschafft und lediglich der Exekutivausschuss als wesentliches Gremium beibehalten. An seiner Spitze sollte aber künftig kein starker Präsident mehr stehen. Stattdessen führte der Parteivorsitzende den Vorsitz, unterstützt vom neu geschaffenen Posten des Generalsekretärs, der vom Parteichef nominiert werden sollte. Erster Generalsekretär wurde auf Vorschlag Favales Joán Aliureto Perón.
Carles María Ortega schied mit seiner Wahl zum Präsidenten der Republik im Sommer 1964 ganz aus der Parteiführung aus und Luciano González wurde neuer Vorsitzender der Parlamentsfraktion, ehe Favale dieses Amt schließlich ebenfalls übernahm und nun alle wichtigen Schlüsselpositionen in der Partei kontrollierte. Als Oppositionsführer gegen die neue Sozialistisch-Liberale Koalition bereitete er sich auf die Spitzenkandidatur 1967 vor. Unter Favales Führung rückte die Partei ein Stück weiter nach Rechts und verleibte sich 1965 die von der UDS abgespalteten Freiheitsdemokraten (FDL) ein. Der unter Ortega noch gefahrene Kurs der Verständigung mit den Sozialisten wurde durch einen harten Oppositionskurs ersetzt. Die Sozialisten wurden als "Stalinisten" diffamiert und in die Ecke der Kommunisten gerückt, die verbalen Attacken gegen die Regierung Santiago bzw. die Regierung Del Pérez nahmen unangenehme Ausmaße an und trugen zur starken Polarisierung der politischen Landschaft bei. Gleichzeitig bemühte sich Favale aber, Kontakte zum wirtschaftsliberalen Flügel der Unionsdemokraten zu halten, die innerhalb der Koalition in immer größere Isolation gerieten und im Jahr 1967 schließlich den vorzeitigen Bruch der Koalition herbeiführten.
Bei den folgenden Kammerwahlen meldete sich die PPC eindrucksvoll zurück und erreichte mit Favale als Spitzenkandidaten ein Plus von über sechs Prozentpunkten auf nunmehr fast 37 Prozent der Stimmen. Auch wenn die angestrebte Mehrheit mit den Unionsdemokraten verfehlt wurde, war die PPC klar stärkste Partei und damit wieder in einer Schlüsselposition. Favale erhielt von Präsident Ortega den Auftrag zur Regierungsbildung und bildete die von ihm erwünschte Rechtskoalition mit der UDS, die sich zunächst auf die PRD stützen wollte, nach deren Abfallen aber schließlich 1968 kurz vor dem Scheitern stand und nur durch die parlamentarische Unterstützung der rechten PFP António Álvaro Blanxards gerettet werden konnte. Vor allem diese punktuelle Zusammenarbeit der Regierung Favale mit der Rechtsaußenopposition führte zu einem zunehmenden Ansehensverlust der Konservativen in der sich im Wandel befindenden Gesellschaft. Favales konservative Politik und sein bisweilen autoritäres Auftreten machten ihn zum Feindbild der 68er Bewegung, die die Rechtskoalition als faschistisch und Favale als Autokraten ablehnte. Dazu kam ein äußerst hartes Vorgehen der konservativen Regierung gegen die aufrührerischen Studenten. Es zeigte sich, dass Favales konservativ-autoritäres Konzept und die vor allem den konservativen Katholizismus repräsentierende Partei nicht willens und nicht fähig war, eine Versöhnung mit der jungen Generation zu erreichen. Stattdessen katalysierte die Politik der PPC und die Haltung ihrer Führungsfiguren gegenüber den "Anarchisten" den Protest gegen Staat und Gesellschaft.
Die ohne Mehrheit regierende Koalition war schließlich im Winter 1969/70 am Ende und Favales Ministerpräsidentschaft gescheitert. Präsident Ortega beauftragte den UDS-Chef und Vizepremier Carles Méndez mit der Bildung eines neuen Kabinetts, das die PRD einschließen sollte und sich damit auf eine Mehrheit im Parlament stützen sollte. Favale stimmte angesichts schlechter Wahlprognosen bei sofortigen Neuwahlen schließlich zu und trat dem Kabinett als Minister ohne Geschäftsbereich bei, das unter Führung von Méndez aus dessen UDS, der PPC und den liberalkonservativen Republikanern sowie dem PRD bestand und im Parlament eine - wenn auch fragile - Mehrheit besaß, die sie jedoch nach einem Linksschwenk der Radikaldemokraten bereits nach wenigen Monaten wieder einbüßte. Aus vorgezogenen Neuwahlen im Herbst 1970 gingen die Sozialisten unter ihrem charismatischen Spitzenkandidaten Joán Caval als klarer Sieger hervor und überschritten erstmals die 40-Prozent-Marke. Die Volkspartei unter Favale fiel wieder auf unter 35 Prozent zurück und landete damit abgeschlagen auf dem zweiten Rang ohne jede Aussicht auf eine Regierungsbeteiligung. Die Niederlage drängte die PPC damit zurück in die Opposition und führte zum Rückzug Favales vom Parteivorsitz.
Die Oppositionszeit der Siebziger (1970-1979)
Zum neuen Parteivorsitzenden der Volkspartei wurde auf dem Parteitag in Nalcaz im Februar 1972 Fraktionschef Márcio Ellévez Perón gewählt, der bisher stets in der zweiten Reihe der Politik gestanden hatte und als Kompromisskandidat der Parteiflügel galt. Ellévez stand für eine pro-europäische Außenpolitik und eine liberale Wirtschaftspolitik, die auf die Kräfte des Marktes zur Überwindung der wirtschaftlichen Probleme des Landes setzte. In der Innenpolitik versuchte Ellévez moderate Kurskorrekturen durchzubringen, die den konservativen mit dem liberalen Parteiflügel versöhnen sollten. Die Aufgabe Ellévez’ wurde es daher, die Reformpolitik der Kabinett Caval I zu bekämpfen und bürgerliche Alternativen aufzuzeigen.
In der Opposition zur Regierung Caval kam es innerhalb der PPC zu einem Generationenwechsel. Die alten Flügel um Ánibal Costa, Carles Favale und Luciano González verloren zunehmend an Einfluss, während neue Gesichter nachdrängten wie der Regionalpräsident von Liez-Corar Sandro de la Nada, Vertreter des christdemokratisch-liberalen Flügels, Francisco Casano, Führer des christlich-sozialen Arbeitnehmerflügels, oder der ehemalige Wohnungsbauminister Emilio Moya, der als Vertreter des rechten wirtschaftsnahen Flügels wahrgenommen wurde.
In der Opposition agierte die Partei zunächst glücklos, artikulierte weiterhin antikommunistische Vorbehalte und attackierte die mit den Kommunisten zusammenarbeitende Minderheitsregierung der ASUL scharf. Deren Gesellschafts- und Wirtschaftsreformen lehnte die PPC gleichermaßen ab. Jedoch bahnte sich innerhalb der Partei und damit fernab der parlamentarischen Oppositionsstrategie eine moderate programmatische Erneuerung an. Das neue Parteiprogramm aus dem Jahr 1973 zeichnete diese Erneuerung bereits in ihren Grundzügen. Zwar blieb die Volkspartei auch danach eine konservative christdemokratische Partei, versuchte jedoch stärker auch wieder in den liberalen Mittelschichten zu punkten, die in raschem Tempo anwuchsen. Das Programm definierte die Partei als „Partei der christlichen und solidarischen Mitte“, basierend auf den Werten der katholischen Soziallehre und dem Primat der eigenverantwortlichen Person. Es wurde allgemein als Sieg der Reformbewegung innerhalb der Partei angesehen, welche die Partei wieder in die Mitte rücken wollte. Dies stand in Kontrast zur harten Oppositionspolitik der Jahre 1970-1974, die größtenteils als antisozialistisch-bürgerlicher Gegenkurs zur Politik der regierenden Linken formuliert worden und dem konservativen Duktus der Sechziger Jahre verhaftet geblieben war.
Zu einem Umdenken auch in der strategischen Führung der Partei kam es erst nach der herben Niederlage der bürgerlichen Parteien bei den Kammerwahlen 1974, bei denen die Sozialisten sich als stärkste Kraft behaupten konnten, die PPC unter ihrem Spitzenkandidaten Ellévez Perón mit einem Ergebnis von 34 Prozent deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb und das Ziel der Wiedererlangung der Macht in Semest klar verpassten. Die Niederlage bewegte die Reformkräfte in der Partei angeführt vom Parteilinken Umberto Salas und dem eher liberal orientierten Sandro de la Nada zum Handeln. Auf dem Parteitag 1975 kam es zum so genannten Putsch von Joanaz mit der erfolgreichen Kampfkandidatur Sandro de la Nadas gegen den glücklosen Parteivorsitzenden Márcio Ellévez Perón. Nada setzte sich durch und wurde neuer Parteichef und Oppositionsführer.
Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten, ersetzte der junge Reformer spätestens nach den vorgezogenen Parlamentswahlen 1976, bei der sich die Volkspartei nur leicht verbessern konnte, den bisherigen Konfrontationskurs und die Obstruktionspolitik seines Vorgängers durch eine konstruktive Oppositionsarbeit, die darauf aus war, die konfliktgeladene, seit Frühjahr 1977 amtierende sozialistisch-liberale Zusammenarbeit durch Annäherung zu sprengen und sich als vernünftige Alternative anzubieten. Dafür standen auch Politiker wie Umberto Salas, der 1977 Generalsekretär wurde, oder Joán Huartín, der neue Geschäftsführer der Kammerfraktion. Gleichzeitig kam es aber auch zu einem Erstarken des wirtschaftsliberalen Parteiflügels, der sich in Abkehr von der keynesianischen Politik der Regierung Caval für ein neoliberales Wirtschaftssystem aussprach. Herausragende Protagonisten dieser Strömung waren Finanzexperte Alfonso Guivares, der Fraktionsvize Joán Emilio Moya sowie Vizeparteichef Marcelo Iudeta, der den mächtigen Semestiner Regionalverband anführte. Hintergrund war ein Bündnis zwischen Nada und den Wirtschaftsliberalen, das auf eine geschlossene Oppositionsfront hinauslaufen sollte.
Rückkehr in die Regierung und Große Koalition (1978-1982)
Aus der vorgezogenen Parlamentswahl 1978 ging die PPC mit Sandro de la Nada als Premierkandidat und dem ehemaligen Finanzminister Alfonso María Guivares als Wirtschaftsexperten als Sieger hervor. Energisch wirkte Nada auf die Bildung einer Regierung der rechten Mitte hin und sicherte sich für eine Minderheitsregierung aus PPC und UDS die parlamentarische Unterstützung der Radikaldemokratischen Partei.
Sandro De la Nada wurde neuer Ministerpräsident, Guivares Finanz- und der erfahrene Diplomat Luis Martínez Außenminister, während das Wirtschaftsministerium vom UDS-Vorsitzenden Lorenzo Estrubal besetzt wurde. Die neue Regierung suchte vor allem in der Wirtschafts- und Finanzpolitik neue Akzente zu setzen. Steuersenkungen sollten einher gehen mit einer rigiden Haushaltspolitik zum Abbau der exorbitant hohen Staatsschulden. Gegen die Inflation setzte die Regierung das Ziel der Geldwertstabilität. Zentrale Probleme der Regierung blieben aber die schwache konjunkturelle Lage und die steigende Arbeitslosigkeit, die auch zu einem weiteren Anstieg der Sozialausgaben und der Staatsverschuldung führte.
Dazu kam eine zunehmend gesellschaftliche Opposition von Seiten der neuen sozialen Bewegungen. Vor allem die atomfreundliche Energiepolitik sowie die dezidiert westlich-orientierte Außen- und Sicherheitspolitik der Regierung führten zu Konfrontationen mit den kritischen Massen der Anti-Atomkraft- und der erstarkenden Friedensbewegung im Land.
Seit 1981 nahmen auch die Spannungen innerhalb der Regierungskoalition zu, wobei die Spannungslinie zwischen Vertretern einer ausgleichenden Sozialpolitik und denen einer wirtschaftsliberalen Umorientierung mitten durch die Volkspartei verlief, aber auch den Koalitionspartner UDS irritierte.
Mitte 1981 hatte die Regierung faktisch ihre parlamentarische Mehrheit für ein umfangreiches Reformprogramm verloren, nachdem die oppositionelle PRD ihre Unterstützung endgültig aufgekündigt hatte. Da sowohl Volkspartei als auch die oppositionellen Sozialisten vorgezogene Neuwahlen scheuten, kam es zu Verhandlungen zwischen den beiden großen Parteien des Landes, die sich zunächst auf ein Notprogramm zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage einigten und anschließend in Verhandlungen zur Bildung einer gemeinsamen Koalitionsregierung eintraten.
Im Juli 1981 einigten sich PPC und ASUL schließlich auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung, in der Nada Ministerpräsident blieb, Joán Caval Außenminister, Donado Ricardes Finanzminister und Andrés Colón Arbeitsminister wurde. Die "Regierung der nationalen Solidarität" einigte sich sofort auf ein umfangreiches Konjunkturpaket bei gleichzeitigen Einschnitten in öffentliche Subventionsprogramme und brachte ein umfangreiches Abkommen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften zum Abschluss, um das sich die Mitte-Rechts-Regierung zuvor vergeblich bemüht hatte.
Trotz gewisser Erfolge litt die Große Koalition von Beginn an unter atmosphären Spannungen, aber auch unter konkreten politischen Gegensätzen vor allem zwischen dem wirtschaftlichen Reformflügel der Konservativen und dem sozialbewegten linken ASUL-Flügel. Hinzu kam ein zunehmender Autoritätsverlust Sandro de la Nadas in seiner eigenen Partei, in der es immer weniger gelang, die widerstreitenden Parteiflügel zusammenzuhalten und die Kritik vor allem der Parteirechten an der Regierungspolitik einzuhegen.
Inmitten eines Haushaltsstreits zwischen den Koalitionspartnern im Sommer 1982 beschloss der Parteivorstand der PPC unter dem Druck des mächtigen Fraktionsvorsitzenden Emilio Moya schließlich, eine wirtschaftspolitische Wende herbeizuführen. Die Partei trat für einen wirtschaftlichen Sanierungskurs durch umfangreiche Steuererleichterungen und eine angepeilte Erhöhung der Kaufkraft ein. In diesem Sinn sah auch das von der PPC gegen den sozialistischen Finanzminister Donado Ricardes ins Feld geführte Haushaltskonzept für das Jahr 1983 Steuererleichterungen bei gleichzeitigen Einsparungen in den Sozialleistungen vor. Die Forderungen der Konservativen veranlassten die Sozialisten daraufhin, die Regierungskoalition wenige Monate vor dem Ende der Legislaturperiode für beendet zu erklären und aus der Regierung Nada auszutreten.
Sandro de la Nada regierte fortan mit einem Rumpfkabinett weiter und suchte eine neue Mehrheit für das Ende der Legislaturperiode zu schmieden. Indem er seinen Widersacher Emilio Moya zum Finanzminister ernannte, suchte er seine Konkurrenten in der Partei in die Kabinettsdisziplin einzubinden, konnte seinen weiteren Machtverfall aber nicht mehr aufhalten. Nachdem Nada eine Vertrauensabstimmung im Parlament klar verloren hatte, stellte Moya im Parteivorstand der Konservativen die innerparteiliche Vertrauensfrage gegen den Parteichef, der daraufhin von seinem Amt als Parteivorsitzender zurücktrat und auf die Spitzenkandidatur bei der kommenden Parlamentswahl im Oktober verzichtete. Moya wurde schließlich zum Kandidaten der Konservativen und zum amtierenden Parteichef ernannt. Nada blieb damit Regierungschef auf Abruf.
Die Ära Moya (1982-1991)
Mit Joán Emilio Moya als Spitzenkandidat und einem klaren Programm der wirtschafts- und finanzpolitischen Wende siegten die Konservativen bei den Neuwahlen im Oktober 1982 knapp gegen die oppositionellen Sozialisten. Erstmals seit den Wahlen 1958 hatte nun die konservativ-liberale Wunschkoalition wieder eine eigene Mehrheit. Moya wurde als Nachfolger Nadas zum Ministerpräsidenten berufen und bildete seine Regierung zusammen mit der UDS, die sich sofort daran machte, ein radikales Privatisierungs- und Liberalisierungsprogramm umusetzen sowie die Steuern drastisch zu senken. Der Sieg der Rechten wurde allgemein als „Cânviu Conservador“ bezeichnet und beendete endgültig die Ära sozialistisch beeinflusster Politik in Sagradien seit den frühen 1960er Jahren. Bis Ende der 1990er Jahre sollten nun ihrerseits die Christdemokraten und Liberalen das politische Geschehen im Land dominieren.
Die Regierung startete mit einem äußerst unpopulären Reformprogramm, das zu zahlreichen Protesten der Opposition führte, die eine Entmantelung des sagradischen Wohlfahrtsstaates fürchteten. Die Europawahlen 1984 endeten mit 20 Prozent für die Volkspartei in einem Debakel für die Konservativen und auch die Regionalwahlen 1985 brachten einen Sieg für die sozialistische Opposition, die in Sesín, Sarmay, Comtàid-Perín, Oller, Ceundalia, Bordez, Alta-Scantia und Alconía PPC-geführte Regierungen ablösen konnte.
Pünktlich zum Wahljahr 1986 jedoch gelang es der Regierung, den Trend umzukehren. Die Reformmaßnahmen begannen Früchte zu tragen, die Wirtschaftsdaten zeigten seit 1985 wieder steil nach oben und die Krise schien pünktlich zur Parlamentswahl 1986 überwunden. Hinzu kam eine sozialistische Opposition, die nach dem Unfalltod Joán Cavals Ende 1984 weithin zerstritten wirkte und mit einem radikalen Linksprogramm zahlreiche Wähler der Mitte verschreckte. Die Parlamentswahl 1986 endete schließlich in einem furiosen Sieg der Volkspartei, die ihre Mehrheit mit den Liberalen verteidigte und die Sozialisten klar hinter sich ließ. Moya konnte weitere vier Jahre weiterregieren und stand auf dem Zenit seiner Macht.
In der zweiten Periode der Regierung Moya wurde das Reformthema deutlich zurückgefahren. Moya musste zunehmend Rücksicht auf den linken Parteiflügel nehmen, der unter dem Erfolg der Wirtschaftsliberalen in der Partei immer schwächer wurde. Hinzu kamen politische Affären, die größte darunter die Guivares-Affäre 1989, die nicht nur zum Rücktritt von Präsident Alfonso Guivares führte, sondern auch zu einem Vertrauensverlust in die Arbeit der Mitte-Rechts-Regierung führte, zumal Guivares als energischer Verfechter der wirtschaftspolitischen Wende angesehen worden war.
Die Parlamentswahl 1990 endete schließlich in einem Verlust der Mitte-Rechts-Mehrheit im Parlament, brachte aber keinen klaren Sieger. Emilio Moya gelang es in dieser Situation nicht, die oppositionellen Radikaldemokraten zu einem neuerlichen Bündnis zu bewegen. Stattdessen sicherte sich der Sozialist Donado Ricardes eine wenn auch fragile parlamentarische Mehrheit. Erstmals seit 1979 mussten die Christdemokraten in die Opposition gehen.
Die Ära Otero (1991-2000)
Unmittelbar nach dem Verlust der Regierungsmacht mehrten sich Vorwürfe an Parteichef Emilio Moya und andere Mitglieder der Parteiführung, selbst in die Guivares-Affäre verwickelt zu sein. Auf öffentlichen wie parteiinternen Druck hin musste Moya schließlich 1991 auf die Führung von Partei und Opposition verzichten. Zu seinem Nachfolger wurde auf dem Parteikongress in Vierna der frühere Finanzminister Josep Carles Otero gewählt, der als Vertreter der europafreundlichen Parteimitte galt und auch vom linken Parteiflügel der Christdemokraten unterstützt wurde.
Nach einer anhaltenden Krise der Mitte-Links-Koalition und inmitten eines Parteispendenskandals der regierenden Sozialisten gelang es Otero im Herbst 1992 eine neue parlamentarische Mehrheit unter seiner Führung zu organisieren. Die von ihm gebildete Minderheitsregierung aus Christdemokraten und Liberalen wurde im Parlament durch die Radikaldemokraten unterstützt, die zuvor zur Regierungskoalition Donado Ricardes' gehört hatten. Nach nur zwei Jahren kehrten die Christdemokraten damit in die Regierungsverantwortung zurück.
Oteros auf einen Ausgleich zwischen den Parteiflügeln gerichtete moderate Reformpolitik wurde auch von unabhängigen Medien gelobt. Die Privatisierungen der Moya-Regierung, die auch der Sozialist Ricardes fortgeführt hatte, wurden erfolgreich abgeschlossen. Zudem brachte Otero seine Partei auf eine klare europafreundliche Linie. Gegen parteiinterne Widerstände des rechten Flügels wurden die Maastricht-Verträge ebenso durchgesetzt wie die Einführung des Euro. Auf dem internationalen Parkett genoss Otero deswegen bald große Anerkennung.
Die Durchsetzung des Vertrags von Maastricht durch die Volkspartei-geführte Regierung Otero führte 1992 zur Abspaltung des souveränistischen Flügels von der Partei. Bereits seit Ende der Achtziger war ein Teil des rechten Parteiflügels auf Oppositionskurs zur europafreundlichen Politik der Konservativen gegangen. Führer dieser Bewegung war der PPC-Senator Oscar Aguersuari, einstmals Innen-Staatssekretär unter Emilio Moya, der die Partei 1992 verließ und den Partíu Republicano de la Libertá (PRL) gründete, der in der Folge aber keine durchschlagenden Wahlerfolge verbuchen konnte und seit Ende der Neunziger ohne Aguersuari einen rechtsextremen Kurs einschlug.
Bei den Wahlen 1994 trat Oteros Mitte-Rechts-Bündnis schließlich gegen den rot-grünen Block unter Führung des Semestiner Bürgermeisters António Grande Illega an und konnte schließlich einen großen Wahlerfolg feiern. Dank des Misserfolgs der verbündeten Radikaldemokraten, die an der 3-Prozent-Hürde scheiterten, erreichte die PPC/UDS-Regierung eine eigene parlamentarische Mehrheit.
Die zweite Regierung Otero nach den Wahlen 1994 schaffte es aber nicht mehr, die Reformpolitik der ersten Jahre fortzuführen. Stattdessen kam es nun vermehrt zu Konflikten innerhalb der Regierungskoalition. Forderungen aus den Reihen der UDS und dem wirtschaftsnahen Partei-Flügel nach deutlichen Steuererleichterungen und einer Reform der Gesundheitspolitik stießen auf den erbitterten Widerstand der christlich-sozialen Faktion in der Partei. Zudem stieg die Arbeitslosigkeit enorm an und erreichte 1997 einen Höhepunkt, während die Staatsverschuldung weiter zunahm. Außerdem stieg in großen Teilen der Bevölkerung die Unzufriedenheit über die konservative Gesellschaftspolitik der bürgerlichen Regierung.
Die rapide abnehmende Zustimmung zur Regierung Otero führte 1997 zu einer Niederlage der Volkspartei bei den Senatswahlen, wo die PPC von den Sozialisten überholt wurde und die Regierung daraufhin ihre Mehrheit an die linke Opposition verlor. Diese ging danach zu einer Blockadehaltung gegen die Regierungspolitik im Senat über. Dennoch schaffte es die Partei bei den Regionalwahlen 1997, eine Niederlage zu vermeiden. In den bisher sozialistisch regierten Regionen Bordez und Óstino schaffte man es sogar, die Sozialisten aus dem Amt zu drängen. Der Erfolg und sich stabilisierende Umfrageergebnisse auf nationaler Ebene täuschten aber über die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierungspolitik hinweg. Bei den Kammerwahlen 1998 folgte eine klare Niederlage der Mitte-Rechts-Koalition gegen Rot-Grün unter der Führung des jungen charismatischen Premierkandidaten Julio de la Costa von der Asul, der es schaffte, unzufriedene Wähler der Mitte für die sozialistisch-ökologische Koalition zu gewinnen. Sowohl Volkspartei als auch UDS verloren deutlich an Wählerstimmen, wovon auch die Rechtspopulisten unter Joán De la Pênia profitierten.
Kurssuche unter Roberto Vidéas (2000-2002)
Die Niederlage führte zum sofortigen Rücktritt Oteros als Parteichef der PPC. Nachfolger wurde Roberto Vidéas, der bereits zuvor als Kronprinz Oteros gegolten hatte. Der Wechsel an der Parteispitze bedeutete aber keinen echten Machtwechsel innerhalb der Partei. Stattdessen rückte Otero wieder an die Spitze der Kammerfraktion und die Vertreter der moderat-zentristischen Politik Oteros behielten auch mit Parteichef Vidéas die Macht in der Partei. Dennoch fiel es die Konservativen nach acht Jahren in der Regierung und der klaren Prägung durch Otero schwer, den Wechsel in die Opposition zu vollziehen. Während die liberale Gesellschaftspolitik der rot-grünen Regierung deutlich abgelehnt und energisch bekämpft wurde, verzichtete Vidéas in anderen Bereichen, vornehmlich der Verfassungspolitik, auf eine Fundamentalopposition und handelte mit der Regierung einen Kompromiss zur Reform von Senat und Regionen aus. Eine dringtend notwendige inhaltliche Reform der Partei – besonders auf dem Feld der Familien- und Gesellschaftspolitik - blieb unter diesen Umständen aus. Außerdem verpasste es die neue Parteiführung, mit dem Phänomen De la Pênia und seinem zunehmenden Erfolg in rechten Kreisen klar zu kommen und dessen Höhenflug aufzuhalten. Der Versuch Vidéas', durch Tabuisierung de la Pênias, diesen als Persona non grata zu diffamieren und auf diesem Weg klein zu halten, scheiterte deutlich, zumal prominente Persönlichkeiten der Konservativen mit bestimmten Ideen der Rechten sympathisierten und für eine inhaltliche Annäherung eintraten.
In der Opposition wurden die parteiinternen Machtkämpfe alter Tage neu entfacht. Der Wahlerfolg des bisweilen populistisch auftretenden Regionalpräsidenten von Bordez, Miquel Ánibal Luisanto, bei den Regionalwahlen 2001 führten zu einer deutlichen Stärkung des Parteivizes und seiner Anhänger. Auf der anderen Seite konnte Videás in der Opposition keine großen Siege verbuchen. Weder die Europawahlen 1999, noch die Senats- und Kommunalwahlen 2000 führten zu einem Stimmungsumschwung hin zur konservativen Opposition. Auch bei den Regionalwahlen 2001 konnte sich die Linke behaupten. Außerdem ließen die anhaltenden Erfolge der äußeren Rechten das Problem einer eventuellen Zusammenarbeit akut werden, zumal Luisanto als Shootingstar der Partei keinen Hehl daraus machte, über derartige Bündnisse nachzudenken, und damit der Parteiführung große Schwierigkeiten bereitete. Vidéas versuchte erst zu spät, eine Neuausrichtung durchzusetzen. Seine Versuche, die Positionen der Partei in der Gesellschaftspolitik zu modernisieren und sich dadurch ein liberaleres Profil zu geben, wurden von der Partei nicht mitgetragen und vom Parteitag mehrheitlich abgelehnt. Dagegen wurde dem Parteichef auf dem Feld der Wirtschafts- und Sozialpolitik vorgeworfen, kein Konzept zu besitzen, das eine Alternative zur gemäßigten Reformpolitik der Linken darstellte.
Die Kammerwahlen 2002 brachten das erschreckende Ergebnis einer anhaltend zerstrittenen PPC und einer an den Rand der Bedeutungslosigkeit gedrängten UDS. Die rot-grüne Koalition De la Costas wurde trotz Erfolgen für die politischen Ränder im Amt bestätigt. Die PPC verlor unter der Führung von Roberto Vidéas nochmals mehr als 2 Prozentpunkte gegenüber 1998 und landete bei dem schlechtesten Kammerwahlergebnis seit 1970.
Die Ära Luisanto (seit 2002-2014)
Nach der erschütternden Niederlage bei den Kammerwahlen kam es zu einem Wechsel an der Parteispitze. Mit Parteichef Roberto Videas Braga und Fraktionschef Josep Otero, die sich beide aus der aktiven Politik zurückzogen, gaben die beiden bis dahin dominierenden Personen die Führung der Partei ab, was einen offenen Kampf der konkurrierenden Parteiflügel um die Macht in der Partei auslöste. Bei der Wahl des neuen Parteivorsitzenden setzte sich Miquel Ánibal Luisanto gegen den von der bisherigen Führung favorisierten Oscar Rolando Huerón und gegen den Vertreter des linken Flügels Umberto Salas durch. Alle drei hatten in den Neunziger Jahren der Regierung Otero angehört, repräsentierten aber unterschiedliche Strömungen in der Partei. Nachdem im ersten Wahlgang auf dem Parteitag in Portofín im Dezember 2002 Ánibal Luisanto mit ca. 37 Prozent der Stimmen vor Salas (34) und Huerón (29) gelegen hatte, verzichtete Huerón schließlich zugunsten Luisantos, der mit den Stimmen der Mitte und der Rechten in der Partei und einem Anteil von 65 Prozent klar zum neuen Parteivorsitzenden gewählt wurde.
Unter Luisanto setzte die Partei gegenüber der Regierung De la Costa auf eine deutlich konfrontativere Oppositionspolitik und nahm eine spürbare neoliberale Wende. Nach einem halben Jahr harter Richtungskämpfe setzte sich der Kurs Luisantos gegen die vom linken Flügel organisierte innerparteiliche Opposition durch und verabschiedete auf dem Parteitag in Nocolônies im Oktober 2003 ein von wirtschaftsliberalen Forderungen nach Arbeitsmarktreformen und Deregulierung geprägtes Manifest durch.
Trotz parteiinterner Diskussionen um die wirtschaftsliberale Ausrichtung befand sich die Partei unter Luisanto auf dem Wiederaufstieg, profitierte von der allgemeinen Unzufriedenheit mit der zweiten rot-grünen Regierung De la Costas und feierte bei Senatswahlen 2003, Kommunal- und Europawahlen 2004, bei den Regionalwahlen 2004, 2005 und 2006 sowie den Senatswahlen 2006 deutliche Siege. Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006 konnte die Volkspartei schließlich einen Sieg über die bisher regierenden Sozialisten feiern. Parteichef Luisanto wurde von Präsident António Grande Illega zum Ministerpräsidenten ernannt und bildete eine Minderheitskoalition aus Volkspartei und UDS, die im Parlament von der rechtspopulistischen PSP toleriert wurde. Nachdem die heterogene Mitte-Rechts-Koalition 2009 ihre Mehrheit verloren hatte, ging der PPC unter Luisanto auch bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im Herbst 2009 als klarer Sieger hervor und erneuerte das Regierungsbündnis mit der liberalen UDS unter Tolerierung des PSP, ohne auf die Unterstützung durch das Zentrumsbündnis angewiesen zu sein.
Nachdem die erste Legislaturperiode der Regierung Luisanto vor allem unter innenpolitischen Zeichen gestanden hatte und von heftig polarisierendem Streit um den Einfluss der Rechtspopulisten auf die Ausländer- und Sicherheitspolitik geprägt war, dominierte in der zweiten Periode seit 2009 die Außen- und Wirtschaftspolitik vor dem Hintergrund der Finanz-, Wirtschafts- und europäischen Währungs- und Staatsschuldenkrise. Dabei profilierte sich Luisanto anfangs als energischer "Retter" sagradischer Banken und gab damit frühere wirtschaftsliberale Positionen punktuell auf, ehe er sich seit 2010 einem Spar- und Austeritätskonzept in Anlehnung an die Politik Angela Merkels anlehnte. Dabei kam es vor allem in der Frage des europäischen Rettungsschirms EMS und der Finanzhilfen für überschuldete Staaten der Eurozone zu wiederholten harten Auseinandersetzungen innerhalb des Mitte-Rechts-Bündnisses, die die Regierungsarbeit schwer belasteten.
Zurück in der Opposition (seit 2014)
Wiederholte Kurskorrekturen auf Seiten der PPC, widersprüchliche Aussagen zur Zukunft von Euro und europäischer Union und Unstimmigkeiten innerhalb des eigenen Lagers brachten auch Luisanto seit 2011 vermehrt in die Kritik, der unter Druck des rechten Regierungsflügels, schlechter Umfragewerte sowie öffentlicher Kritik an seinem Kurs im Vorfeld der Parlamentswahl 2013 wieder stärker auf einen populistisch inspirierten Wahlkampf setzte, indem er nun auch teilweise euro- und europakritische Töne anschlug. Im Ergebnis half dies nicht, die Niederlage der Mitte-Rechts-Parteien und der PPC bei der Wahl im November 2013 zu verhindern, bei der die sozialistisch angeführte Links-Opposition um ASUL-Spitzenkandidatin Mercé Serrat Cabarell einen Sieg davon trug. Luisanto wurde daraufhin im Dezember 2013 nach sieben Jahren im Amt des Premierministers durch Serrat Cabarell abgelöst.
Nach der Niederlage ließ Parteichef Luisanto zunächst seine Zukunft offen. Entgegen Spekulationen von Seiten der Presse wurde der für Frühjahr 2014 geplante Parteitag nicht vorgezogen. Erst im Dezember erklärte Luisanto, nicht mehr länger für das Amt des Parteivorsitzenden zur Verfügung zu stehen und sich nach dem Parteitag im März aus der ersten Reihe der Politik zurückzuziehen. De facto übernahm nun Fraktionschef Manuel Ramœs Iliega die Funktion des Oppositionsführers und gab wenig später auch seine Kandidatur um den Parteivorsitz bekannt, ebenso wie die frühere Arbeitsministerin Francisca Mendes del Ponte.
Währenddessen war in der Partei ein interner Streit um die politische Ausrichtung in der Opposition entbrannt, nachdem eine Gruppe prominenter Vertreter des liberalen Parteiflügels um Francisca Mendes del Ponte, Sellesi Cambres Madriaga und Corrado Ticino eine Modernisierung der Partei und eine liberalere Ausrichtung forderten. Der unter Luisanto eingeschlagene Weg der Erneuerung der Partei müsse konsequent fortgesetzt werden. Konkret wurde gefordert, das von der Mitte-Links-Regierung anvisierte Projekt einer gesetzlichen Frauenquote für Vorstandsposten in der freien Wirtschaft zu unterstützen. Außerdem müsse die Partei ihre Haltung gegenüber Homosexuellen und Minderheiten überdenken. Vor allem aber sollte die Partei ihre sechsjährige Zusammenarbeit mit der rechten PSP kritisch aufarbeiten und sich von deren Forderungen stärker distanzieren als zuvor. Mit einem solchen Kurs könne die PPC ihre schwache Stellung in Großstädten verbessern. Dagegen verteidigten Vertreter der Parteirechten, allen voran der frühere Innenminister Clemente Arzano, den bisherigen Kurs der Partei und warfen der Gruppe um Mendes und Cambres Madriaga vor, den Kurs der Linken zu übernehmen, statt christdemokratische Zukunftspolitik zu betreiben.
Auf dem Parteitag der Volkspartei in Nalcaz vom 7. bis 9. März 2014 kam es schließlich zur Wahl eines neuen Vorsitzenden. Mit Francisca Mendes del Ponte und Clemente Arzano traten dabei auch die führenden Vertreter der jüngsten Auseinandersetzungen um den Kurs der Partei ihren Hut in den Ring. Kurz vor dem Parteitag verzichtete jedoch Mendes del Ponte zugunsten des jüngeren Manuel Ramœs Iliega, der eine Erneuerung der Partei einleiten solle. Ramœs Iliega konnte sich schließlich gegen Arzano durchsetzen. Arzano und Mendes del Ponte wurden Stellvertretende Vorsitzende. Als Generalsekretärin wurde Sellesi Cambres Madriaga nominiert. Damit konnte der Streit um den Parteikurs vorerst beigelegt werden, indem der neue Vorsitzende eine Arbeitsgruppe unter der Führung der Vizepräsidentin der Abgeordnetenkammer Daniela Rosenthal-Valdés einsetzte, um programmatische Vorschläge zu unterbreiten.
Die Diskussionen um den Kurs der Partei begleiteten den PPC auch in der europäischen Flüchtlingskrise der Jahre 2015/2016, in der die Konservativen zwischen einem Kurs der Abschottung und Forderungen nach einem pragmatischen Liberalismus schwankten. Letztlich setzte sich aber ein Kurs durch, der auf eine schärfere Kontrolle der Grenzen und eine deutliche Verschärfung der Asylpolitik abzielte.
Wahlergebnisse
Ergebnisse bei nationalen Parlamentswahlen
| Wahljahr | - | Wahlliste | Stimmanteil | Sitze / gesamt | Spitzenkandidat | |
| 1945 | PPC | 27,9 % | 126 / 449 | Amentino Xavier-Castrell | ||
| 1949 | PPC | 32,4 % | 167 / 511 | Paulo Luciaro | ||
| 1953 | PPC | 36,9 % | 189 / 511 | Paulo Luciaro | ||
| 1954 | PPC | 42,0 % | 216 / 511 | Paulo Luciaro | ||
| 1958 | PPC | 40,1 % | 206 / 511 | Paulo Luciaro | ||
| 1962 | PPC | 35,2 % | 191 / 511 | Carles Angel Favale | ||
| 1963 | PPC | 34,1 % | 184 / 511 | Martín Ánibal Costa | ||
| 1967 | PPC/PR | 36,3 % | 190 / 511 | Carles Angel Favale | ||
| 1970 | PPC/PR | 34,9 % | 194 / 511 | Carles Angel Favale | ||
| 1974 | PPC/PR | 34,0 % | 181 / 511 | Márcio Ellévez Perón | ||
| 1976 | PPC | 34,5 % | 181 / 511 | Sandro de la Nada | ||
| 1978 | PPC | 37,1 % | 197 / 511 | Sandro de la Nada | ||
| 1982 | PPC | 34,4 % | 187 / 511 | Joán Emilio Moya | ||
| 1986 | PPC | 37,9 % | 201 / 511 | Joán Emilio Moya | ||
| 1990 | PPC | 34,9 % | 185 / 511 | Joán Emilio Moya | ||
| 1994 | PPC | 38,9 % | 210 / 511 | Josep Carles Otero | ||
| 1998 | PPC | 34,2 % | 178 / 511 | Josep Carles Otero | ||
| 2002 | PPC | 32,4 % | 169 / 511 | Roberto Vidéas Braga | ||
| 2006 | PPC | 36,0 % | 187 / 511 | Miquel Ánibal Luisanto | ||
| 2009 | PPC | 35,6 % | 190 / 511 | Miquel Ánibal Luisanto | ||
| 2013 | PPC | 28,0 % | 151 / 511 | Miquel Ánibal Luisanto | ||
| 2017 | PPC | 24,7 % | 130 / 511 | Manuel Ramœs Iliega |
Parteipersönlichkeiten
Staatspräsidenten
- Fernando de la Roya, 1955-1965
- Carles María Ortega, 1965-1970
- Alfonso Guivares, 1985-1989
- Oscar Santián de Montoy, 1990-2000
- Roberto Vidéas Braga, 2010-2015
- Daniela Rosenthal-Valdés, seit 2015
Ministerpräsidenten
- Paulo Luciaro, 1948-1950, 1950-1959
- Carles Angel Favale, 1959-1962, 1967-1970
- Martín Ánibal Costa, 1962-1964
- Sandro de la Nada, 1979-1982
- Joán Emilio Moya, 1982-1990
- Josep Carles Otero, 1992-1999
- Miquel Ánibal Luisanto, 2006-2013
- Manuel Ramœs Iliega, seit 2018
Parteivorsitzende
- 1945-1947: Amentino Xavier-Castrell
- 1947-1955: Fernando De la Roya
- 1955-1963: Paulo Luciaro
- 1963-1964: Carles María Ortega
- 1964-1972: Carles Angel Favale
- 1972-1975: Márcio Ellévez Perón
- 1975-1982: Sandro De la Nada
- 1982-1991: Joán Emilio Moya
- 1991-2000: Josep Carles Otero
- 2000-2002: Roberto Vidéas Braga
- 2002-2014: Miquel Ánibal Luisanto
- seit 2014: Manuel Ramœs Iliega
Sekretäre des Exekutivkomitees
- 1945-1948: Paulo Luciaro
- 1948-1952: Benito Mello
- 1952-1959: Ánibal Demartín
- 1959-1960: Martín Nêu Regríguez
- 1960-1962: Carles Toquero
- 1962-1964: Francisco Oller
Generalsekretäre
- 1964-1969: Joán Aliureto Perón
- 1969-1970: Oscar Garrizo
- 1970-1975: Santiago Lamenta
- 1975-1979: Oscar Santián de Montoy
- 1979-1982: Umberto Salas
- 1982-1985: Daniel Ruis Costa
- 1985-1987: Umberto Gomes
- 1987-1991: Alberto Forlán
- 1991-1992: Oscar Rolando Huerón
- 1992-1993: Santiago Oller
- 1993-1998: Carles de Piacón
- 1998-2002: Máximo Ulieta
- 2002-2006: Daniela Rosenthal-Valdés
- 2006-2008: Oscar Toledo Meçares
- 2008-2011: Manuel Ramœs Iliega
- 2011-2014: Ana Iriarte Blanco
- 2014-2018: Sellesi Cambres Madriaga
- seit 2018: Dián Zurruzabal
Stellvertretende Parteivorsitzende
- 1952-1954: Oscar Manuel Corrado
- 1952-1958: Luis Enrico de Piacón
- 1954-1961: José Ivan Soler
- 1958-1964: Carles María Ortega
- 1961-1972: Luciano González
- 1961-1972: Francisco Carreras
- 1972-1975: Francisco Oller
- 1972-1982: Francisco Casano
- 1972-1975: Sandro de la Nada
- 1975-1979: Marcelo Iudeta
- 1975-1979: Alfonso María Guivares
- 1979-1981: Dián Aliureto Demirtas
- 1979-1982: Gustavo Galler
- 1982-1991: Piero Montxerent
- 1982-1991: Joán Aliureto Perón
- 1985-1989: Oscar Santián de Montoy
- 1987-1991: Josep Carles Otero
- 1989-1998: António Lamanto Marques
- 1991-1998: Pietra Domello
- 1991-2000: Umberto Salas
- 1998-2002: Francisca Calbán
- 1998-2004: Oscar Rolando Huerón
- 2000-2002: Miquel Ánibal Luisanto
- 2000-2011: Denísio Álvarez
- 2004-2012: Máximo Ulieta (†)
- 2002-2014: Martina Guivares Biguer
- seit 2011: Francisca Mendes del Ponte
- seit 2014: Daniel Ambrôsio
- seit 2014: Clemente Arzano
Fraktionssprecher in der Abgeordnetenkammer
- 1950-1955: Santiago Miquel Ramírez
- 1955-1959: Martín Ánibal Costa
- 1959-1964: Carles María Ortega
- 1964-1967: Luciano González
- 1967-1976: Márcio Ellévez Perón
- 1976-1979: Sandro de la Nada
- 1979-1982: Joán Emilio Moya
- 1982-1989: Josep Carles Otero
- 1989-1992: Umberto Gomes
- 1992-1994: Roberto Vidéas Braga
- 1994-1998: Romano Estrubal
- 1998-2002: Roberto Vidéas Braga
- 2002-2012: Máximo Ulieta (†)
- 2012-2018: Manuel Ramœs Iliega
- seit 2018: Daniel Montxerent
Parlamentarische Sekretäre in der Abgeordnetenkammer
- 1948-1950: Carles María Ortega
- 1974-1979: Joán Huartín
- 1979-1982: Josep Carles Otero
- 1987-1992: Deán José Domingues
- 1998-2002: Daniela Rosenthal-Valdés
- 2002-2006: Fernando Montalbán
- 2006-2009: Clemente Arzano
- 2009-2018: Daniel Montxerent
- seit 2018: Mercé Cospedal
Internationale Verbindungen
Als christdemokratische und konservative Partei ist der PPC sowohl Mitglied in der Christdemokratischen Internationale CDI als auch der Internationalen Demokratischen Union (IDU). Auf europäischer Ebene ist die Partei Mitglied der Europäischen Volkspartei und ist mit ihren Europa-Abgeordneten in der EVP-Fraktion vertreten.
Vereinigungen und Vorfeldorganisationen
Als Jugendorganisation der Partei fungiert die 1947 gegründete Junge PPC (PPCJ). Die Partei kooperiert auf Hochschulebene eng mti der nominell unabhängigen Federación d'Estudiantes Cristianœs (FEC). Als parteiinterne Interessenvertretung der Frauen fungiert die Federación de Mulleres Populares (FMP). Weitere wichtige Vereinigungen sind die Unternehmerunion (Unión d'Empresariales), der Landbund (Convergência Paesana) und der Sozial- und Arbeiterbund (Convergência Social - Unión Popular de Lavoradores) (CS/UPL).
Der Partei steht zudem der christliche Gewerkschaftsbund Confederación Sagradêsa de Lavoradores Cristianœs (CSLC) nahe.




