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Oberhalb der Provinzen wurden 1968 21 Regionen als Gebietskörperschaften mit begrenzten Selbstverwaltungskompetenzen geschaffen. Die Inselregionen [[Cuentez]] und [[Islas d'Aziz]] sowie die Grenzregionen [[Ambristal und Celiso]] und [[Westbretagne]] mit ethnisch-kulturellen Minderheiten besitzen jeweils ein Autonomiestatut mit weitergehenden Selbstverwaltungsrechten. Jede der Regionen verfügt über eine regionale Legislative, die in den meisten Regionen als ''Regionalrat'' (''Cosellu Regional'') bezeichnet wird. Der Regionalrat wählt als Exekutivausschuss einen ''Regierngsrat'' (''Cosellu de Governo''). Dessen Präsident (''Presidente-Coseller'') vetritt die Region nach außen hin und gibt die Richtlinien für die Politik der ''Beigeordneten Räte'' (''Coselleres Ajuntœs'') vor
 
Oberhalb der Provinzen wurden 1968 21 Regionen als Gebietskörperschaften mit begrenzten Selbstverwaltungskompetenzen geschaffen. Die Inselregionen [[Cuentez]] und [[Islas d'Aziz]] sowie die Grenzregionen [[Ambristal und Celiso]] und [[Westbretagne]] mit ethnisch-kulturellen Minderheiten besitzen jeweils ein Autonomiestatut mit weitergehenden Selbstverwaltungsrechten. Jede der Regionen verfügt über eine regionale Legislative, die in den meisten Regionen als ''Regionalrat'' (''Cosellu Regional'') bezeichnet wird. Der Regionalrat wählt als Exekutivausschuss einen ''Regierngsrat'' (''Cosellu de Governo''). Dessen Präsident (''Presidente-Coseller'') vetritt die Region nach außen hin und gibt die Richtlinien für die Politik der ''Beigeordneten Räte'' (''Coselleres Ajuntœs'') vor
  
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Version vom 20:25, 24. Nov 2015

Sagradien (amtlich República Sagradêsa, deutsch Sagradische Republik, Kurzform sagr. Sagradia) ist ein Staat im Westen Europas mit Überseegebieten auf verschiedenen Kontinenten. Zum Staatsgebiet gehören neben dem Territorium auf der Konsettenhalbinsel mit der Insel Cuentez die Inseln von Aziz im Atlantischen Ozean sowie mehrere autonome Überseegebiete in Ostasien (Madresa), in der Karibik (Sant-Elisêu, Sabina i Sélena), im Indischen Ozean (Cenâu) sowie im Pazifik (Nestor- und Cifainseln).

Sagradien ist Mitglied der Europäischen Union, des Euro-Raums, der OECD, der G8 und der G20 sowie Gründungsmitglied der NATO und der Vereinten Nationen. Das Land gehört zu den größten Volkswirtschaften der Erde und zählt laut Human Development Index zu den sehr hoch entwickelten Staaten.

Hauptstadt der Sagradischen Republik ist Semest (sagr. Semesta).

Geographie

Landschaft

Sagradien liegt auf der Konsettenhalbinsel (Península Ságrica), die westlich über den bretonischen Isthmus (Istmo Bretón) an Frankreich anschließt. Im Westen grenzt Sagradien an Mikolinien und Sancristo sowie das Blaue (Mar Azûr) und das Ligrische Meer (Mar Ligrês), im Osten an Frankreich und das Kantabrische Meer (Mar Cantábrico). Im Norden hat Sagradien Anteil am Keltischen Meer (Mar Céltico), im Süden an der Straße von Benarra (Estreito de Benarra) und dem Atlantischen Ozean (Océano Atlántico).

Im Norden Sagradiens erstreckt sich um die Sascaya, Ligre und die Cripón das Nordsagradische Tiefland (Plana Septentrional), im Westen große Teile des Konsettenhochgebirges mit dem Monte Serasc (3430m) als höchsten Gipfel. Östlich davon schließen sich das Lojandinische Gebirge, das Hochland von Cabeza (Montes de Cabeza, höchster Gipfel: Monte Arriaga mit 1880m Höhe) und die Serra d'Amoria an, südlich der Gebirgskette die Mesa Mêdia genannte Hochebene, die Eskada, das Mittelsagradische Becken (Bassí Central) und die sagradischen Mittelgebirge, die das Land diagonal von Nordosten nach Südwesten durchziehen. Dazu gehören u.a. die Serra d'Oller, die Serra de Sarmay, die Serra de Perín und die Serra de Corar. Im Osten der sagradischen Halbinsel erstreckt sich das Vezanische (Plana Vezana oder Plana Oriental), im Südosten das Alkonische Tiefland (Plana Alconêsa oder Plana Meridional).

Der längste Fluss Sagradiens ist der Pin, der im Westen Sagradiens in den Hochkonsetten entspringt und nach Süden verläuft, wo er im Pin-Delta in den Atlantik mündet. Größter Zufluss des Pin ist der Liêno in Zentralsagradien, der in der Cabeza entspringt und im Bassí Central südwestlich von Semest in den Pin mündet. Weitere große Flüsse sind der Ligre, der im Norden Sagradiens von der Serra d'Amôria aus nach Westen fließt und bei Ligre North ins Ligrische Meer mündet, die Veza, die im Osten Sagradiens von der Cabeza aus ins Kantabrische Meer fließt sowie der Fluss Sieza, der in der Serra de Sarmay entspringt und südöstlich von Duerez in den Golf von Sartsate mündet.

Klima

Im Norden ozeanisch, in den mittleren Gebieten gemäßigt, im Süden, Südosten und am Blauen Meer mediterran, auf den Inseln von Aziz subtropisch.

Bevölkerung

Einwohner und Besiedlung

Sagradien ist mit knapp 62 Millionen Einwohnern hinter Deutschland, Frankreich und Großbritannien der nach Bevölkerung viertgrößte Mitgliedsstaat der Europäischen Union. Mit 314.932 km² (inkl. den Inseln von Aziz) besitzt das Land zudem die sechstgrößte Fläche aller Staaten in der Europäischen Union (nach Frankreich, Spanien, Schweden, Deutschland und Finnland).

Die vier größten Städte Sagradiens sind Semest, Ostino, Artir und Tulis. Die größte Bevölkerungsdichte ist in der so genannten mittelsagradischen Raute zwischen den Metropolregionen, Ostino, Tulis und Artir-Bordez zu finden. Traditionell schwach besiedelt sich die Peripherien, besonders der alkonische Süden sowie der ceundalisch-amorische Nordosten und die Gebirgsregionen der Konsetten, der Mesa und der Cabeza.

Die 10 größten Städte in Sagradien

siehe Liste der Städte in Sagradien

Die 5 größten Metropolregionen in Sagradien

Sprachen

Amtssprache der Sagradischen Republik ist Sagradisch. Daneben sind als regionale Amtssprachen zugelassen:

Die Eskadische Sprache sowie die verschiedenen Varietäten des Alkonischen und des Blaumeerromanischen besitzen in der Terminologie des sagradischen Rechts den Status von Kultursprachen und stehen unter besonderem Schutz, gelten jedoch (mit Ausnahme des Cuentezischen) nicht als Amtssprachen. Sie wurden von einigen Regionalräten als Regionalsprachen anerkannt und werden teilweise durch die entsprechenden Regionen gefördert. Daneben existieren verschiedene anerkannte Minderheitensprachen wie das das Mikolinische bzw. Litische und das Französische in den jeweiligen Grenzgebieten. Außerdem werden in kleineren Gebieten der Provinzen Escada (vor allem um die Stadt Guillard) und Mesa-Pescano golische Dialekte gesprochen, heute jedoch nur noch von kleineren Minderheiten.

Besonderen rechtlichen Schutz als Minderheitensprachen besitzen auch die Jüdisch-Sagradische Sprache (sagresco), Romani sowie die Sagradische Gebärdensprache.

Religion

Sagradien ist mehrheitlich katholisch. Zwischen 70 und 75 Prozent der sagradischen Bevölkerung gehören heute eigenem Bekunden nach dem katholischen Glauben an, jedoch ist die Zahl der aktiven Katholiken weitaus geringer. Dennoch ist der Katholizismus mit Abstand die wichtigste Religion des Landes. Mit über 3 Million Muslimen (zwischen 5 und 6 Prozent der Bevölkerung), die weitaus meisten davon Immigranten, ist der Islam die wichtigste der kleineren Religionen des Landes, gefolgt von etwa 500.000 Protestanten, vornehmlich calvinistischer Ausrichtung, und etwa 200.000 Juden. Zwischen 20 und 25 Prozent der Sagradier bezeichnen sich heute als konfessionslos.

Als Dachverband der Jüdischen Gemeinden in Sagradien besteht der Congreso de Comunitáes Judías de Sagradia (CCJS), größte Interessenvertretung der Muslime ist die Confederación Islámica de Sagradia (CONFIS).

Wichtigste Einrichtungen der katholischen Kirche in Sagradien sind die sagradische Bischofskonferenz Conferência Episcopal Sagradêsa und das Zentralkomitee der sagradischen Katholiken. Als katholischer Nationalheiliger gilt der Heilige Dianus (San Dián, auch Santián genannt).

Politik

Staatssymbole

Die sagradische Nationalflagge besteht aus drei vertikalen Streifen in den Farben Blau-Weiß-Blau und wird auch als "Bicolor" bezeichnet.

Das kleine Staatswappen Sagradiens zeigt eine goldene Armillarsphäre als Symbol der sagradischen Seefahrtstradition und des Kolonialreichs. Auf der Armillarsphäre in der Mitte des Wappens befindet sich ein Schild mit einem weißen Kreuz auf blauem Grund, umrahmt von einem dunkelblauen Bord mit vierzehn goldenen Emblemen und ebensovielen goldenen Punkten. Umgeben wird das Schild von je einer blau-weiß-blauen Fahne auf beiden Seiten, gekrönt zudem von zwei Flügelfiguren, die insgesamt vier rautenförmig angeordnete Lilien sowie einen goldenen Schild mit den Initialien R und S über sich tragen.

Das große Staatswappen unterscheidet sich vom kleinen darin, dass die Armillarsphäre zusätzlich rechts und links von je einem Olivenzweig umrankt wird, die von zwei grauen Bändern mit den Schriftzügen Libertas und Egalitas, dem Motto der Republik, verziert sind.

Als Nationalsymbol der Sagradischen Republik gilt die Sagradia Republica. Die allegorische Darstellung geht auf die "Sagradia" als Personifikation Sagradiens zurück und wird seit Ausrufung der Republik 1893 mit den republikanischen Insignien Lorbeerkranz und phrygischer Mütze dargestellt.

Politisches System

Sagradien ist gemäß der Verfassung von 1949 eine dezentralisiert-unitarische parlamentarische Republik.

Die höchsten Staatsämter sind der Präsident der Republik, der Präsident des Senats, der Präsident der Abgeordnetenkammer, der Präsident des Ministerrats (Ministerpräsident) und der Präsident des Verfassungsgerichtshofs.

Exekutive

Staatsoberhaupt ist der Präsident der Republik (Presidente de la República), der in direkter Volkswahl für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt wird und einmal wiederwählbar ist. Er repräsentiert den Staat völkerrechtlich und besitzt den Oberbefehl über die Streitkräfte. Zudem gehört zu seinen wichtigsten Aufgaben die Bestellung der Regierung. Diese wird vom Ministerrat (Cosellu de Ministrœs) unter Vorsitz eines Ministerpräsidenten (Presidente del Cosellu) ausgeübt und bedarf des Vertrauens der Abgeordnetenkammer. Ähnlich wie die skandinavischen Länder folgt auch Sagradien dem Modell des negativen Parlamentarismus, d.h. die Abhängigkeit der Regierung vom Parlament äußert sich dergestalt, dass die Regierung keine Mehrheit für sich im Parlament nachweisen muss (etwa durch Wahl oder Investiturabstimmung), sondern lediglich darauf angewiesen ist, keine Mehrheit im Parlament gegen sich zu haben, was die Möglichkeit relativ stabiler Minderheitsregierungen und wechselnder Mehrheiten zulässt.

Legislative

Die Legislative wird von der Nationalversammlung (Asamblêa Nacional) verkörpert, welche aus zwei Kammern, dem Senat (Senàu) und der Abgeordnetenkammer (Câmara de Deputadœs), besteht. Der Senat setzt sich aus 180 Mitgliedern zusammen, die mehrheitlich indirekt von den Vertretungen der Provinzen, Regionen und Überseegebieten des Landes gewählt werden. Weitere acht Senatoren werden direkt durch den Präsidenten der Republik ernannt. Die Legislaturperiode des Senats beträgt sechs Jahre, die Hälfte der Sitze wird alle drei Jahre erneuert. Da jede Provinz automatisch zwei Senatoren entsendet, sind die einwohnerschwachen Provinzen im Senat überrepräsentiert.

Die Abgeordnetenkammer, von deren Vertrauen allein der Ministerrat abhängig ist, gilt als die weitaus stärkere der beiden Kammern. Ihre 511 gesetzlichen Mitglieder werden für eine Amtszeit von vier Jahren nach dem allgemeinen Verhältniswahlrecht gewählt. Es besteht seit 1962 eine Sperrklausel von drei Prozent, die auf nationaler Ebene zur Anwendung kommt. Seit den Kammerwahlen 1970 kommt ein Verhältniswahlsystem mit Unterverteilung auf Mehrpersonenwahlkreise zur Anwendung. 412 Sitze werden durch Direktmandate in den Mehrpersonenwahlkreisen verteilt, die mit den Provinzen identisch sind, die restlichen Sitze werden als Kompensationssitze über nationale Listen verteilt. Die proportionale Sitzverteilung richtet sich also nach dem nationalen Ergebnis, Überhangmandate werden nicht berücksichtigt. Zudem besteht die Möglichkeit, mithilfe einer Präferenzstimme einen Einzelkandidaten einer gewählten Liste auf einen höheren Listenplatz zu wählen. Bei der Mandatszuteilung kommt das Hare-Niemeyer-Verfahren zur Anwendung.

Die beiden Kammern Sagradiens zeichnen sich durch eine asymmetrische Machtverteilung aus. Die Abgeordnetenkammer als die größere der beiden Kammern ist auch die einflussreichere. Von ihr allein ist die Regierung abhängig und sie kann Senatsentscheidungen überstimmen. Dieser ist in seiner Zusammensetzung zwar inkongruent mit der Abgeordnetenkammer und stellt damit einen potenziellen eigenen Machtfaktor dar, zeichnet sich aber durch in kleineren Abständen und nach verschiedenen Vefahren gewählte Mitglieder aus.

Gerichtsbarkeit

Als höchste Instanzen der Gerichtsbarkeit fungieren der Verfassungsgerichtshof (Corte Costitucional), der gleichermaßen für die Normenkontrolle, Verfassungbeschwerden, Organstreitigkeiten und Parteiverbote zuständig ist, die Corte Suprema de Casaciones als oberste Instanz der Zivil- und Strafgerichtsbarkeit sowie die Corte Suprema Administrativa als Verwaltungsgerichtshof. Die 14 Mitglieder des Verfassungsgerichts werden vom Präsidenten der Republik für eine Amtszeit von zehn Jahren ernannt. Dabei werden jeweils vier Mitglieder von den beiden Kammern der Nationalversammlung und weitere vier Mitglieder vom Ministerrat vorgeschlagen und zwei Mitglieder vom Präsidenten der Republik in eigener Verantwortung ernannt.

Als unabhängige Einrichtung zur Finanzkontrolle besteht die Sagradische Rechnungskammer (Câmara de las Contas).

Typologische Einordnung

Nach Duverger kann das Regierungssystem Sagradiens als semi-präsidentiell bezeichnet werden. Dies liegt daran, dass der Präsident direkt gewählt wird und die Regierung ernennen und entlassen sowie das Parlament jederzeit auflösen kann. In der Praxis wird von diesen Rechten allerdings wenig Gebrauch gemacht, sodass Sagradien von vielen als in der Praxis parlamentarische Demokratie angesehen wird. Im Normalfall ernennt der Präsident der Republik denjenigen Kandidaten zum Ministerpräsidenten, der nach Verhandlungen zwischen den Parteien glaubhaft machen kann, von einer Mehrheit im Parlament getragen oder toleriert zu werden. Außerdem hat ein Präsident bisher noch niemals in der Nachkriegszeit eine Regierung eigenmächtig entlassen oder eine Abgeordnetenkammer gegen deren Willen aufgelöst. Lediglich in Gesetzgebungsfragen spielt der Präsident regelmäßig eine Rolle, indem er seiner Meinung nach verfassungsrechtlich bedenkliche Gesetze zur Prüfung ans Verfassungsgericht überweisen kann. Außerdem nimmt der Präsident in Krisensituationen eine vergleichsweise starke Rolle ein, wenn keine klaren parlamentarischen Mehrheiten vorliegen und er als Vermittler zwischen den Parteien und Parlamentsfraktionen agieren muss.

Politische Parteien

Das sagradisches Parteiensystem hat sich in seinen Grundzügen in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ausgebildet und bereits in den 1920er Jahren in fünf Strömungen ausdifferenziert. Geprägt wurde dieses System durch eine sozioökonomische Konfliktlinie, die linke Arbeiterparteien von den Parteien des bürgerlichen Lagers unterschied, sowie durch eine kulturell-religiöse Linie, die säkulare und konfessionelle Parteien trennte.

Die marxistische Linke wurde durch die 1887 entstandene Sozialistische Partei (PS) repräsentiert, aus der 1947 die heutige ASUL hervorging. Vom PS spaltete sich 1917 ein linker Flügel ab, aus dem 1920 schließlich die Sagradische Kommunistische Partei (PCS) entstand. Das säkular-bürgerliche Lager hatte sich bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert in eine radikale und eine liberale Strömung ausdifferenziert. Daneben bestand mit der 1905 unter dem Namen Acción Popular begründeten Volksunion eine katholische Massenpartei, die das katholisch-konservative Lager anführte und als Vorgängerin der heutigen christdemokratischen Volkspartei (PPC) angesehen werden kann.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte dieses System zwar einige Umstrukturierungen, die Grundzüge blieben jedoch bestehen. Mit den Sozialisten und den Christdemokraten existierten zwei große Integrationsparteien, die im Gegensatz zur Zeit vor 1940 auch zu gemeinsamen Koalitionen bereit waren und beide jeweils über ihre Kernwählerschaften hinaus ausstrahlten. Dagegen konnten die Radikalen und Liberalen, seit den 1950er Jahren organisiert im Partíu Radical-Democrático (PRD) und in der Unión Democrática (UDS) zwar nicht an frühere Erfolge anknüpfen, blieben aber wichtige Koalitionspartner der beiden großen Parteien. Die Kommunistische Partei wurde im Zuge des Kalten Kriegs zunächst als Antisystempartei an den Rand gedrängt, näherte sich seit den 1960er Jahren aber mit einem eurokommunistischen Kurs der demokratischen Linken an und unterstützte 1970-1979 mehrere sozialistische Regierungen.

Nach Einführung der Dreiprozenthürde 1958 blieb dieses Fünfparteiensystem relativ stabil, auch wenn seit Ende der Sechziger Jahre die Polarisierung zwischen einem linken Block aus Sozialisten, Kommunisten und zeitweise Radikaldemokraten und einem rechten Block aus Christ- und Liberaldemokraten zunahm. Nur bei der Parlamentswahl 1967 gelang es mit der populistischen MFP einer weiteren Partei, ins Parlament einzuziehen, doch gelang es dieser Partei nicht, sich dauerhaft zu etablieren.

Erst durch das Auftreten einer neuen kulturellen Konfliktlinie zwischen libertären und autoritären Einstellungen kam im Laufe der Siebziger Jahre Bewegung ins Parteiensystem. Zwar gelang es Sozialisten und Radikaldemokraten bis Mitte der 1980er Jahre noch, die anwachsende Gruppe postmaterialistischer Wähler an sich zu binden, doch zog 1986 schließlich mit den sagradischen Grünen eine neue Partei ins Parlament ein, die dezidiert libertär-ökologische Themen und Positionen vertrat und sich in den 1990er Jahren dauerhaft im Parlament etablieren konnte. Mit einiger Verzögerung folgte mit dem Erfolg der rechtspopulistischen PSP seit 1994 eine Partei, die den entgegengesetzten Pol auf der kulturellen Konfliktachse besetzt und seither dauerhaft im Parlament vertreten ist. Nach Übergangsphasen wurden diese neuen Parteien der libertären Linken und der populistischen Rechten ins etablierte Blocksystem integriert, das nach zwischenzeitigen Auflösungserscheinungen Mitte der 1980er Jahre wieder gefestigt wurde.

In der Abgeordnetenkammer vertretene Parteien und Parteienbündnisse

Linke:

Mitte-Links:

Mitte-Rechts:

Rechte:

Interessenverbände

In Sagradien gibt es keine zentrale Arbeitnehmervertretung, sondern verschiedene Gewerkschaftsbünde als Dachverbände einzelner politisch ausgerichteter Einzelgewerkschaften. Die traditionell einflussreichsten und noch heute größten Gewerkschaftsbünde sind die Confederación Sagradêsa de Sindicadœs Lavoradores (CSSL), die Comunitá General del Lavoro (CGL) sowie die Confederación Sagradêsa de Lavoradores Cristianœs (CSLC).

Der größte Gewerkschaftsbund ist die CSSL, die 1944 mit dem Ziel gegründet wurde, eine nationale Einheitsgewerkschaft mit sozialistischen, kommunistischen und christdemokratischen Mitgliedern ins Leben zu rufen. Die Dominanz der sozialistischen Mitglieder, die zuvor der Confederación General del Lavoro angehört hatten, führte jedoch 1955 zur Abspaltung der Kommunisten, die sich unter dem Namen Comunitá General del Lavoro selbständig machten, sowie der katholischen Gewerkschafter, die seit 1948 die CSLC bildeten.

Seither steht die etwas größere CSSL der Sozialistischen Partei bzw. seit 1957 der sozialdemokratischen ASUL nahe. Heute agiert die CSSL aber weitgehend unabhängig von der Sozialistischen Allianz und beteiligte sich im Jahr 2004/2005 auch an Demonstrationen gegen die Sozialpolitik der sozialistisch geführten Regierung De la Costa. Die CSSL ist mit etwa 1,5 Millionen Mitgliedern der größte Gewerkschaftsbund Sagradiens.

An zweiter Stelle folgt die kommunistisch orientierte CGL mit etwas mehr als einer Million Mitgliedern, die der Kommunistischen Partei Sagradiens sowie seit 2008 dem Linksbündnis SDU nahesteht.

Die katholische CSLC steht traditionell der christdemokratischen Volkspartei (PPC) nahe und arbeitet eng mit dem christlich-sozialen Arbeitnehmerflügel in der Volkspartei zusammen. Die CSLC ist heute mit etwa 800.000 Mitgliedern der drittstärkste Gewerkschaftsbund Sagradiens.

Von geringerer Bedeutung sind die anarchosyndikalistische Confederación Nacional de Lavoradores (CNL) sowie die 1998 gegründete rechtsgerichtete Unión Nacional del Lavoro (UNL), welche dem rechtspopulistischen Partíu Social Popular nahesteht. Außerdem besteht seit 1997 die unabhängige Unión Nacional de Sindicatōes Independientes (UNSI).

Als Dachverband der sagradischen Industrieverbände besteht die Confederación Sagradêsa de Organisaciones Empresariales (COSEM).

Bildungssystem

Sagradien besitzt ein fünfstuftiges Bildungssystem. Bis zum Alter von 15 Jahren lernen die sagradischen Schülerinnen und Schüler gemeinsam, zunächst ab dem Alter von zwei Jahren in einer vierjährigen Vorschule (Escola Maternal), danach bis zum Alter von elf Jahren in einer fünfjährigen Grundschule (Escola Primâria) mit den Fächern Sprache, Kultur, Mathematik und Natur. An die Elementarschule schließt sich eine vierjährige Mittelschule (Escola Mêdia oder Coletxu) mit zahlreichen Möglichkeiten der individuellen Leistungsförderung an. Erst danach wird entschieden, welchen individuellen Abschluss die Schülerinnen und Schüler anstreben. Die allgemeine Hochschulreife kann auf dem vierjährigen Licêu erworben werden, die nach einem Kurssystem eine individuelle Profilbildung ermöglicht und auf eine akademische Ausbildung an den Universitäten vorbereiten soll. Eher technische Begabungen werden auf dem Istituto Técnico gefördert, das nach ebenfalls vier Jahren bei einem erfolgreichen Abschluss u.a. zu einem Studium an einer Technischen Universität befähigt. Einer Berufsausbildung entspricht der Besuch des zweijährigen Istituto Profesional, in dem eng mit Betrieben zusammengearbeitet wird und das einen fließenden Übergang ins Berufsleben in einem Betrieb garantieren soll.

Sagradien verfügt über ein ausgeprägtes Netz von Universitäten (Universitaes) und Hochschulen (Escolas Superiores). Zu den renommiertesten Hochschulen des Landes gehören die Hauptstadtuniversitäten Luis Cavaller, l'Esperança und Gabriel VII ("la Gabri“). Die ältesten und noch heute zu den angesehensten Universitäten des Landes gehörenden Einrichtungen sind die altehrwürdige Celusanto-Universität in Tulis, liebevoll auch „la Sêiniora“ genannt, sowie die Celiano-Nacoma-Universität in Duerez. Als bekannte Elitehochschulen gelten zudem die Privathochschule in Corbón, die Zentralschule der Societá de Investigación Superior (SIS) in Videça sowie die Hochschule für Wirtschaftswissenschaften Escola Superior d'Economía ESEC in Semest. Die wichtigsten katholischen Hochschulen des Landes befinden sich in Martinez (Istituto Teologico de Martinez), Meném (Universitá Pontificia de Meném) und Semest (Katholisches Hochschulinstitut ICES).

Administrative Gliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Sagradiens

Die Sagradische Republik ist heute ein dezentralisierter Einheitsstaat. Sie ist auf der oberen Ebene in Regionen (Regiones), von denen vier als Autonome Regionen (Regiones Autónomas) besonderen Autonomiestatus besitzen, und in Überseegebiete (Territóriœs d'Ultramar) gegliedert.

Unterhalb der Ebene der Regionen ist Sagradien in 55 Provinzen unterteilt. Das heutige System von Provinzen wurde im Jahr 1859 eingeführt und nach Übergang zur Republik im Jahr 1891 beibehalten. An der Spitze jeder Provinz steht seither ein Gouverneur als Regierungsbeamter, der von der Zentralregierung in Semest (heute in Abstimmung mit den Regionalregierungen) ernannt wird. Dem Gouverneur steht ein direkt gewählter Provinzrat sowie eine diesem entsandte Deputation zur Seite.

Oberhalb der Provinzen wurden 1968 21 Regionen als Gebietskörperschaften mit begrenzten Selbstverwaltungskompetenzen geschaffen. Die Inselregionen Cuentez und Islas d'Aziz sowie die Grenzregionen Ambristal und Celiso und Westbretagne mit ethnisch-kulturellen Minderheiten besitzen jeweils ein Autonomiestatut mit weitergehenden Selbstverwaltungsrechten. Jede der Regionen verfügt über eine regionale Legislative, die in den meisten Regionen als Regionalrat (Cosellu Regional) bezeichnet wird. Der Regionalrat wählt als Exekutivausschuss einen Regierngsrat (Cosellu de Governo). Dessen Präsident (Presidente-Coseller) vetritt die Region nach außen hin und gibt die Richtlinien für die Politik der Beigeordneten Räte (Coselleres Ajuntœs) vor

Staat NUTS 1 NUTS 2 NUTS 3 LAU 1 LAU 2
Sagradien SG Großregionen (Grandes Regiones) 7 Regionen (Regiones) 21 Provinzen (Provinças) 55 Merías (Merías) 172 Kommunen (Comunas)

Sagradische Regionen und Provinzen

Die Gemeinden (Comunas) als kleinste Verwaltungseinheiten werden durch direkt gewählte Gemeinde- oder Stadträte (Cosellus Municipales und Cosellus Comunales) und ebenfalls direkt gewählte Bürgermeister (Prefeito) repräsentiert. Zwischen den Kommunen und den Provinzen bestehen als Kommunalverbände die kommunalen Gemeinschaften. Die größten elf Städte des Landes wie Semest, Ostino, Artir oder Tulis sind als Comunitaes Urbanas als kommunale Gemeinschaften besonderer Art organisiert. Die früher mit eigenen Kompetenzen ausgestatteten Verwaltungsbezirke (Merías) haben heute nur noch administrative Funktionen.

Überseegebiete

Daneben gehören zur Sagradischen Republik auch fünf Überseeterritorien (territóriœs d'ultramar). Das sind Sant-Elisêu und Sabina und Sélena in der Karibik, Madresa in Ostasien, Cenâu im Indischen Ozean sowie die Nestor- und Cifainseln im Pazifik. Diese ehemaligen Kolonien wurden nie in die völlige Unabhängigkeit entlassen, aber auch nicht in das sagradische Verwaltungssystem mit Provinzen und Regionen integriert. Stattdessen verfügen sie über die volle innere Autonomie, werden in der Außen- und Sicherheitspolitik aber von der Sagradischen Regierung vertreten. Ihre Bürger besitzen zwar die sagradische Staatsbürgerschaft und das volle Wahlrecht, dennoch gehören die Gebiete offiziell nicht zur Europäischen Union. Das flächenmäßig größte sagradische Überseegebiet ist Cenâu im Indischen Oezan, die meisten Einwohner leben im Stadtstaat Madresa.

Militär

Die sagradische Armee ist eine Berufsarmee. Oberbefehlshaber ist der Präsident der Republik. Die Armee gliedert sich in vier Teilstreitkräfte: das sagradische Heer (Exército Sagradês, kurz ES), die Marine (Marina Armada de la República Sagradêsa, kurz MARS), die Luftwaffe (Forças Aeronáuticas, FA) und der Gendarmería Nacional. Insgesamt dienen rund 170.000 Männer und Frauen in den Streitkräften, dazu kommen rund 100.000 Gendarme und 30.000 zivile Mitarbeiter.

Ränge im Heer

Oficiales Generales:

  • General (****)
  • Teniente-General (***)
  • General de División (**)
  • General de Brigada (*)

Oficiales Superiores:

  • Colonel
  • Teniente-Colonel
  • Comandante

Oficiales Particulares:

  • Capitán
  • Teniente
  • Suteniente
  • Aspirante

Sû-Oficiales:

  • Premer Sergente-Mayor
  • Sergente-Mayor
  • Premer Sergente
  • Sergente

Polizei

In Sagradien sind die Polizeiaufgaben auf drei Behörden aufgeteilt: Es existieren die beiden zivilen Polizeibehörden Policía Nacional (Nationalpolizei) auf nationaler Ebene, die dem Innenministerium untersteht, und die Gemeindepolizei Policía Municipal, die die Polizeiaufgaben in Städten übernimmt und der jeweiligen Stadtverwaltung untersteht. Die beiden Polizeibehörden werden ergänzt durch die Gendarmería Nacional, die dem Verteidigungsministerium untersteht und nach Weisung des Innenministeriums Polizeidienst versieht. Daneben verfügt das sagradische Finanzministerium über die Guarda de Finanças (Finanzwacht), eine Finanz- und Zollpolizei, die auch Grenzschutzaufgaben übernimmt.

Geheimdienste

In Sagradien existieren mehrere Geheimdienste für verschiedene Aufgaben: Der Inlandsgeheimdienst Securitá d'Estàu (SE), Nacholger der Policía Interior de la Securitá (PIS), der Auslandsgeheimdienst Dirección de la Securitá Informacional (DSI) sowie der militärische Geheimdienst Servicio de la Defêsa Informacional (SEDI).

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Sagradiens, Geschichte der Sagradischen Republik

Die Konsettenhalbinsel wurde bereits im 14. Jahrhundert v. Chr. von ersten sagrischen Stämmen besiedelt. Ab dem 6. Jahrhundert erfolgte eine zunehmende Besiedlung des Norden und Nordosten durch keltische Stämme und Ausbildung der sagrokeltischen Kultur. Unter römischer Herrschaft entstanden die Provinzen Sagradia Geroniensis, Sagradia Belacionensis und Sisinia. Nach dem Einfall germanischer Stämme seit dem 5. Jahrhundert n. Chr. im Zuge der Völkerwanderung und dem Ende der römischen Herrschaft bildeten sich auf sagradischem Boden die Königreiche der Skanten, Golen und Alkonen. Letzteres Herrschaftsgebiet wurde zu Beginn des 8. Jahrhunderts durch die muslimischen Numerer erobert, deren Herrschaft in Südsagradien erst mit dem Fall von Malesc im Jahr 999 gänzlich beendet wurde (Numererkriege).

Nach umfangreichen Eroberungen erklärte sich 921 der skantische König Martin der Eroberer zum gesamtsagradischen König und wurde im Vertrag von Vesaey (923) durch die Könige von Sarmay und Liez-Corar anerkannt (Gründung des Königreiches Sagradien). Sein Sohn Philipp der Große (930-969) besiegte die anderen sagradischen Könige endgültig und begründete die Königsmacht, die sich aber gegen einfallende Perutinger und im 11. und 12. Jahrhundert gegen starke Vasallenreiche, vor allem das der skantischen Lusoniden, verteidigen musste (Lusonidenkriege). Gleichzeitig entstand aus der azumarischen Mark des Skantenreichs die unabhängige Tulinesische Republik (auch Comtàid genannt).

Gabriel I. Juvans (1165-1198) vereinte Sagradien 1165 mit dem Königreich Golen, Martin IV. Felix 1275 mit der Peruzinischen Krone. 1321 wurde der mikolinische König Serge I. der Große auch sagradischer König und vereinte die beiden Reiche in Personalunion Union von Alágua. Nach der so genannten Mikolinischen Revolution 1386 folgten nach dem Tod Gabriels IV. 1395 Thronstreitigkeiten, die in den Fünfzigjährigen Krieg zwischen Sagradien und Mikolinien mündete, der erst 1447 im Frieden von Tesqué beendet werden konnte und in der Teilung der Doppelmonarchie resultierte.

Seit Jakob III. (1457-1491) herrschte in Sagradien die tulinesische Dynastie der Santori, welche Sagradien mit dem tulinesischen Comtàid vereinte. Nach neuerlichen Kriegen mit Mikolinien um Golen und Servette (Servettensische Kriege stieg Sagradien unter David I. (1509-1543), seit 1521 auch König von Portugal, zum Weltreich auf, gründete ein Kolonialreich und erlebte eine kulturelle Blüte (La Gran'Etá). Nach dem Tod Davids I. wurden die Kronen Portugals und Sagradiens wieder getrennt. Unter Davids Tochter Johanna I. (1543-1575) wurde 1566 im Edikt von Viça begrenzte Religionsfreiheit gewährt. Gabriel V. (1591-1640) und der leitende Minister Joán María de Belavís führten die Kolonialpolitik Sagradiens erfolgreich fort und konsolidierten die Macht des Königtums, ehe im 17. Jahrhundert der kontinuierliche machtpolitische Abstieg Sagradiens im europäischen Mächtekonzert begann.

Dem unentschiedenen Asumarischen Krieg gegen Mikolinien 1657-1669 folgte eine deutliche Niederlage Sagradiens im Spanischen Erbfolgekrieg, der die Großmachtstellung endgültig erschütterte. Die zunehmenden Spannungen zwischen dem absolutistischen Machtanspruch des Königtums und dem Mitregierungswillen der Stände führte 1713 zum Bürgerkrieg zwischen König Danadier II. und der oppositionellen Adelskoalition, der 1721 mit einem Volksaufstand in Semest, dem Sturm auf den Plazarenya und der Aussetzung der Monarchie in ein zweijähriges republikanisches Intermezzo mündete, ehe 1723 die Herrschaft der Santori unter Maria I. und ihrem Ehemann Johann III. restauriert werden konnte (Santorische Restauration).

Der Erbfolgekrieg 1756-1760 führte zur Herrschaft des Hauses Vienne in Sagradien, die nur 1812/13 durch die napoleonische Fremdherrschaft unterbrochen wurde. Dem Befreiungskrieg von 1812/1813 folgte die Restauration der Vienne-Dynastie. Nach der Novemberrevolution 1817 der liberalen Konstitutionalisten gegen die restaurative Politik des zurückgekehrten Joseph Ludwig II., erließ dieser eine liberale Verfassung, die aber durch Emil I. Johann 1832 wieder ausgesetzt wurde. In zwei Golenkriegen (1819-1829) verlor Sagradien den größten Teil Golens an Mikolinien. Auf die Aprilrevolution 1848, die die Abdankung Emil Johanns zur Folge hatte, folgte unter König Lukian I. (1849-1871) die Regierung des liberalen Jacquel de Montevil (1855-1857 und 1861-1873), der Sagradien im Sagrofranzösischen Krieg (1860/61) außenpolitisch stärkte und innenpolitisch reformierte. Der Ära des Montevilismus folgte 1871 das Königtum Philipps III., der außenpolitisch eine expansive Kolonialpolitik, innenpolitisch eine autoritär-antiparlamentarische Herrschaft und eine Revision der freiheitlichen Verfassung von 1870 anstrebte. Dies gipfelte 1891 in der Januarrevolution, die zur Abdankung Philipps und zur Ausrufung der Zweiten Republik führte.

Die Zweite Sagradische Republik wurde langezeit durch den Gegensatz von linken Laizisten und rechten Klerikalen geprägt. Im Ersten Weltkrieg blieb Sagradien neutral. Nach einer turbulenten Anfangsphase mit monarchistischen Putschversuchen und Radikalisierungstendenzen auf beiden Seiten folgte seit 1910 eine nachhaltige Stabilisierung der Republik. Erst in Folge Weltwirtschaftskrise 1929/30 geriet auch die sagradische Republik in eine anhaltende Krisenphase mit großen ökonomischen Problemen, Massenarbeitslosigkeit und zunehmender politischer Gewalt. Dazu kamen Verfassungskämpfe um eine Stärkung von Präsident und Exekutive sowie Auseinandersetzungen um soziale und wirtschaftliche Reformen. Die Bedrohung der faschistischen Rechten kam in zwei großen Putschversuchen 1934 und 1938 zum Ausdruck. Dagegen verbündeten sich 1935 die Linksparteien zum Volksfrontbündnis, das nach seinem Wahlsieg 1935 die Absetzung von Präsident Gaitán Alemà Sobrantes durch das Parlament erzwang. Sein sozialistischer Nachfolger Santiago Laval fiel 1938 der politischen Gewalt der Faschisten zum Opfer und wurde im Amt ermordet.

Unter dem konservativen Ministerpräsidenten Manuel Álamo Igualde verfolgte Sagradien im Zweiten Weltkrieg eine strikte Neutralität, nahm im Angesicht der empfundenen Kriegsbedrohung aber im Inneren zunehmend autoritäre Züge an. Mit dem Ermächtigungsgesetz vom Juni 1940 und den folgenden Augustgesetzen beschränlkte Álamos Regierung der Comunión Nacional sogar in Teilen die Bürgerrechte suspendiert und bekämpfte die Opposition. Der Eintritt Sagradiens auf alliierter Seite in den Zweiten Weltkrieg erfolgte trotzdem im Jahr 1942 mit der Kriegserklärung an Deutschland, was zu heftigen Auseinandersetzungen im Norden des Landes führte. Unter Sergio Rafael Dini wurde eine neue Regierung der nationalen Einheit gebildet. Ende 1944 konnten die letzten deutschen Truppen von sagradischem Boden vertrieben werden.

Den ersten Nachkriegswahlen 1945 folgte die Ausarbeitung einer neuen demokratisch-parlamentarischen Verfassung, die die Dritte Sagradische Republik begründete. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Sagradien unter der politischen Dominanz der erfolgreichen Christdemokraten unter Paulo Luciaro (Ministerpräsident 1949-1960) zu den Gründernationen der Europäischen Gemeinschaft und der NATO. In den Sechziger Jahren wurde das bis dahin zentralistisch geführte Land als eines der ersten in Europa langsam dezentralisiert und die Kolonien in den folgenden Jahren in die Unabhängigkeit entlassen. Auf mehrere sozialistisch geführte Kabinette unter Joán Caval (1970-79) folgte 1979 eine Mitte-Rechts-Regieurng unter dem Christdemokraten Sandro de la Nada, die 1981 durch eine kurzlebige Große Koalition abgelöst wurde.

Die konservative Regierung von Emilio Moya (1982-1990) führte zahlreiche umstrittene politische Reformen durch, die Sagradien politisch-ökonomisch modernisieren und liberalisieren sollten. Die kurzlebige Mitte-Links-Regierung unter Donado Ricardes (1990-1992) wurde 1992 durch eine christdemokratisch geführte Regierung unter Josep Otero abgelöst, die Sagradien in die europäische Gemeinschaftswährung führte. Otero wurde Anfang 1999 von dem Sozialisten Ramón Julio De la Costa abgelöst, der erstmals eine rot-grüne Regierungskoalition anführte, die im Jahr 2002 bestätigt wurde. 1999 bzw. 2002 führte Sagradien die europäische Gemeinschaftswährung Euro als Zahlungsmittel ein. An dem von den USA-geführten Irak-Krieg des Jahres 2003 beteiligte sich Sagradien im Gegensatz zum 1999 geführten Kosovo-Krieg sowie der 2001 gestarteten Operation Enduring Freedom gegen die Taliban in Afghanistan nicht.

Die Parlamentswahlen 2006 wurden von der Mitte-Rechts-Opposition unter Führung von Miquel Ánibal Luisanto gewonnen, der von 2006 bis 2013 als Chef einer konservativ-liberalen Minderheitsregierung amtierte, die erstmals auf die Unterstützung durch die rechtspopulistische PSP Joán de la Pênias angewiesen war. Nach zwei Amtszeiten unterlag Luisantos Mitte-Rechts-Koalition bei der Parlamentswahl 2013 gegen die vereinigte Linke unter Mercé Serrat Cabarell, die als erste Frau ins Amt des sagradischen Ministerpräsidenten aufrückte. Sie regierte seither mithilfe einer Minderheitsregierung aus Sozialdemokraten, Grünen und Radikalen.

Wirtschaft

Allgemeines

Sagradien ist ein Industrieland mit einer Volkswirtschaft, die traditionell von staatlichen Einflüssen mitgeprägt ist und früher als staatlich gelenkte Volkswirtschaft funktionierte. Im Laufe der Achtziger und v.a. der Neunziger Jahre kam es jedoch zu einer Reihe von Liberalisierungen, Deregulierungen und Marktöffnungen.

Mit einem Bruttoinlandsprodukt von ca. 2,4 Billionen US-Dollar (IWF-Angaben für das Jahr 2009) ist Sagradien die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt und nach Deutschland und Frankreich die drittgrößte Volkswirtschaft Europas. Sagradien gehört daher zu den so genannten G8-Staaten. Mit 73,9 Prozent wird der größte Teil am nationalen BIP vom Dienstleistungssektor erwirtschaftet, 1,4 Prozent des BIP entfallen auf den Agrarsektor, 24,7 Prozent auf die Industrie.

Sagradien besitzt kaum natürliche Rohstoffe außer Eisenerz in Mittelbordez, einige Erdgasvorkommen in der ligrischen Ebene und Erdöl im Keltischen Meer.

Zu den wichtigsten Industrien zählen der Maschinen-, Flugzeug-, Schiff- und Automobilbau (Zeda), die Chemie- (Chemex, Petrosa-SPC) und Pharmaindustrie (Cesari) sowie die Nahrungsmittelindustrie (Varasón, Sant’Espíritu).

Die Landwirtschaft ist nach wie vor ein nicht zu vernachlässigender Sektor der sagradischen Wirtschaft. So gehört Sagradien zu den wichtigsten Weinexporteuren der Welt. Doch ist die Bedeutung der Landwirtschaft auf dem Rückgang.

Eine wachsende Bedeutung hat der Dienstleistungssektor. Besonders der Banken- und Versicherungssektor (Banca de Sarmay, Caixa Sagreste, Asunción) aber auch Telekommunikationsdienstleistungen (Télecom de Sagradia, Alverde Télecom) nehmen eine zentrale Stellung ein.

Energiewirtschaft

Sagradien ist von Energieimporten abhängig. In den Jahren rot-grüner Regierung zwischen 1999 und 2006 wurde aber die Förderung und Nutzung regenerativer Energien stark ausgebaut. Außerdem wurde im Jahr 1999 der schrittweise Ausstieg aus der Atomenergie bis 2012 beschlossen.

Die konservativ-liberale Nachfolgeregierung erließ umfangreiche Laufzeitverlängerungen für Atommeiler, hielt gleichzeitig aber am Ziel des weiteren Ausbaus regenerativer Energien fest. Ziel sollte der Ausstieg aus Kohle und Erdgas sein. Dennoch wurden die ersten beiden der acht verbliebenen Atomkraftanlagen mit zusammen fünf Reaktorblöcken bereits in den Jahren 2006 und 2008 aus Sicherheitsgründen abgeschaltet.

Die seit 2013 amtierende Mitte-Links-Regierung nahm Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke per Gesetz wieder zurück und beschloss, den energiepolitischen Umbau hin zu Erneuerbaren Energien voranzutreiben. Ein durch das Umweltministerium in Auftrag gegebener Bericht legte dabei das ehrgeizige Ziel vor, bis Mitte des 21. Jahrhunderts komplett unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden.

Tourismus

Sagradien ist mit ca. 35 Millionen Übernachtungsgästen pro Jahr das am sechstmeisten besuchte Reiseland der Welt und auf Platz 4 im EU-Raum hinter Frankreich, Spanien und Italien und noch vor Großbritannien und Deutschland.

Eine bedeutende Stellung nimmt der Sommertourismus ein. Bekannte sagradische Baderegionen sind die Inseln von Aziz, Cuentez sowie die mediterranen Festlandküsten am Blauen Meer, die südlichen Küsten Alkoniens und der Regionen Liez-Corar und Sur-Pinial. Auch die Küsten der Westbretagne und der angrenzenden Cripón sind beliebte Urlaubsziele.

Der Städtetourismus in Sagradien lebt vor allem von der Anziehungskraft der Hauptstadt Semest, der als Kunst- und Kulturmetropole bekannten Stadt Tulis sowie der alkonischen Hochburgen Artir und Duerez. Zudem ist die Erzbischofsstadt Martinez ein beliebter katholischer Wallfahrtsort.

Interessante Ziele sind auch die römischen Ruinen von Pecium (heute Péçano) auf Cuentez, von Aequia im heutigen Corar sowie von Siliae (heutiges Porto Sâstre de Siliaco) am Golfo del Sol bei Malesc.

Währung

Denar (bis 31.12.2001)

Die offizielle Währung Sagradiens war bis zum 31. Dezember 2001 der Sagradische Denar (Denar Sagradês, ISO-4127-Code: SGD), der von der sagradischen Zentralbank Banca de Sagradia herausgegeben wurde. Der Name Denar leitet sich vom römischen Denarius ab. Der Denar Sagradês (Abkürzung DS, D.; Plural Ds.) war in 100 Centimœs (Cts.; c.) eingeteilt.

Sagradische Centimœs-Münzen:

  • 10-Centimœs-Münze
  • 20-Centimœs-Münze
  • 50-Centimœs-Münze

Sagradische Denar-Münzen:

  • 1-Denar-Münze
  • 2-Denar-Münze
  • 5-Denar-Münze: Allegorie der Sagradia Republica

Sagradische Denar-Scheine:

Euro (seit 1.1.2002)

Am 1. Januar 2002 wurde der Sagradische Denar vom Euro abgelöst. Der Umrechnungskurs betrug 1 EUR = 4,34889 SGD / 1 SGD = 0,22994 EUR. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Denar neben der Mikolinischen Libra auch gesetzliches Zahlungsmittel im Fürstentum Sancristo.

Sagradische Euro-Münzen:

Arbeitslosigkeit

Mit einer offiziellen Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent (Stand: Juli 2015) gehört Sagradien zu den EU-Staaten mit einer vergleichsweise geringen Arbeitslosigkeit (EU-Durchschnitt: 9,5 Prozent). Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei rund 15 Prozent (Stand: Juli 2015; EU-Durchschnitt: 20,4 Prozent).

Infrastruktur

Straßenverkehr

Sagradien verfügt über ein dichtes Autobahnnetz. Wichtige Autobahnen (Autovías) sind:

Schienenverkehr

Größter und wichtigster Anbieter im Schienenverkehr ist die sagradische Staatsbahn RNFS Ferrovías de Sagradia (RNFS), die im Personenverkehr unter der Marke tren auftritt.

In Sagradien existieren vier Linien des Hochgeschwindigkeitszugs Altavel:

Daneben verkehren Schnellzüge auf den Linien VeloCity von Ligre North über Gerón und Laquines nach Portofín bzw. Ostino und VeloNort von Gerón über die sagradisch-mikolinische Grenze bei Naval bis nach Albero.

Luftverkehr

Die wichtigsten Flughäfen Sagradiens sind die Hauptstadtflughäfen Semesta-Avez und Semesta-Novil, der Flughafen Tules-Sacâu, der Flughafen Artir und der Flughafen Duerez. Für den Tourismus sind zudem die Flughäfen von Diegue-Cuentez sowie von Santiago d'Aziz wichtig. Der Hauptstadtflughafen Semesta-Avez ist nach Heathrow, Charles-de-Gaulle, Frankfurt und Schiphol der Flughafen mit dem fünftgrößten Verkehrsaufkommen Europas.

Größte und wichtigste Luftfahrtgesellschaft des Landes ist Sagradêsa, die zu den größten Fluglinien Europas gehört.

Kultur

Gesetzliche Feiertage

  • Novànu (Neujahrstag, 1. Januar)
  • Divernes Santo (Karfreitag)
  • Dilunes de Pâscua (Ostermontag)
  • Día del Lavoro (Tag der Arbeit, 1. Mai)
  • Ascención de Nostre Seinior (Christi Himmelfahrt)
  • Dilunes de Pentecosta (Pfingsmontag)
  • Día de la República ("5°jun", Nationalfeiertag, 5. Juni)
  • Festa de Santián (Dianustag, 14. August)
  • Asunción de Santa María (Mariä Himmelfahrt, 15. August)
  • Tòus-Santœs (Allerheiligen, 1. November)
  • Nadal (Weihnachtstag, 25. Dezember)
  • Festa de Sant'Estefán (Stefanstag, 26. Dezember)

Medien

Print

Die wichtigsten sagradischen Printmedien sind die überregionalen Tageszeitungen:

Außerdem die beiden auflagenstarken Boulevard-Zeitungen:

Regionalzeitungen mit großer Auflagenstärke sind:

Die wichtigsten Sportzeitungen und Sportmagazine sind:

Die wichtigsten Nachrichtenmagazine und Wochenzeitungen in Sagradien:

Als Parteizeitungen erscheinen:

Fernsehen

Die sagradische Fernsehlandschaft wird einerseits dominiert von den öffentlich-rechtlichen Sendern der Televisión Sagradêsa:

  • TS1 (Vollprogramm, ältere Zielgruppen)
  • TS2 (Vollprogramm, jüngere Zielgruppen)
  • TS3 (regionale und Kulturprogramme)
  • TSN (Nachrichtensender)
  • TS zero (jüngeres Publikum, internationale Serien, Musik, Pop-Kultur)
  • TS you (Kinder- und Jugendsender)
  • regionale Sender

Andererseits wird das Privatfernsehen wesentlich von den Programmen der Sendergruppen Avante Nueve und Televisión Semesta (TVS) geprägt:

Avante Nueve (zum Saccín-Konzern gehörig):

Televisión Semesta (zur Aseregui-Gruppe gehörig):

Red6 Televisiones:

Télecom Sagradia Media:

TelePartnerConsortium (u.a. unter Beteiligung der Alverde-Télecom):

Viacom:

Sport

Der mit Abstand wichtigste Publikums- und Breitensport in Sagradien ist der Fußball. Die beiden wichtigsten sagradischen Vereine Juvantêsa SC und FC Bosa gehören zu den erfolgreichsten Fußballklubs Europas. Weitere international bekannte Vereine sind der FC Semesta, Mesarque SC, FC Duerez und FC Nonthí. Die Sagradische Fußballnationalmannschaft konnte bisher zwei Europameistertitel gewinnen, 1976 in Mikolinien und 2008 im eigenen Land. Außerdem wurde die „Azûr“ im eigenen Land Vizeweltmeister 1958 sowie WM-Dritter in Frankreich 1998, ehe sie bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika als achte Nation überhaupt Weltmeister werden konnte. Zu den bekanntesten Fußballern des Landes gehören Sebastian Santesa, Carles Notero, Daniel Pessué sowie aktuell José María Del Piey.

Die wichtigsten Mannschaftssportarten neben Fußball sind Basketball, Handball, Feldhockey und Rugby.

Der Radsport erfreut sich sowohl als Breitensport als auch als Professionalsport großer Beliebtheit. Die Sagradien-Rundfahrt Circuit de Sagradia sowie die mikolinisch-sagradische Volta Azumaría gehören zu den traditionell wichtigsten Radsportereignissen Europas. Bekannte sagradische Radprofis sind Joaquín Arrantzabal, José García Verrano und Ariel Rei. Der erfolgreichste sagradische Radprofi ist Dián Arguesuari, der in den Jahren 1976, 1977 und 1980 die Tour de France und insgesamt viermal den Circuit gewinnen konnte. Das sagradische Team Aguaral (1992-2006) gehörte in den Neunziger Jahren zu den erfolgreichsten Radsport-Teams im Profi-Bereich und brachte 1998 mit dem Franzosen Jacques Pirès den Gesamtsieger der Tour de France hervor. An der Tour 2009 nahmen mit dem Team Telavel und dem Team Enercel zwei sagradische ProTour-Teams teil.

Wichtigster Individualsport Sagradiens ist der Tennissport. Vor allem bei den Herren konnten hier einige Spieler aus Sagradien in der Vergangenheit große Erfolge vorweisen. Zu den bekanntesten und erfolgreichsten sagradischen Tennisprofis gehören Aliureto Elabal, Andrés d'Ángelis, Sergi Raquel, Selle Ibarra, Amentino Torrez, Luis Clemente sowie aktuell besonders Fernando Nabarro.

Der aktuell mit Abstand beliebteste Motorsport in Sagradien ist die Formel 1 mit den sagradischen Fahrern Luis Chamot und Rafael Martínez Narbón. Letzterer gewann im Jahr 2009 den Weltmeistertitel sowie den Konstrukteurstitel mit dem sagradischen Rennstall Zeda F1 Racing. Alljährlich findet auf dem Circuit Jocelín Nadal in Joanaz de l’Arriva der Grand Prix von Sagradien statt.

Auch der vor allem in den Konsetten betriebene Wintersport erfreut sich in Sagradien großer Beliebtheit.

Die Olympischen Sommerspiele des Jahres 1952 fanden in Sagradiens Hauptstadt Semest statt, die Winterspiele in Tesqué.

Küche

Warme Küche

Die eine sagradische Nationalküche gibt es nicht. Stattdessen gibt es verschiedene Regionalküchen mit eigenen Spezialitäten. Die im Ausland oft als Nationalgericht angesehene Crepaiola – die sagradische Variante der Tortilla bzw. des Omelettes - in ihren verschiedenen Ausprägungen stammt ursprünglich aus dem Blaumeerraum und hat sich erst im 19. und 20. Jahrhundert im ganzen Land verbreitet. Die traditionelle Crepaiola Tulinêsa wird nur mit Olivenöl, Tomaten und Gewürzen zubereitet. Die im Ausland beliebte Crepaiola als Fungœs mit Champignons, Speck und Kräutern wurde erst später entwickelt. Weitere beliebte Zubereitungsarten sind die Crepaiola Maresca mit Meeresfrüchten sowie die Crepaiola de Patatas mit Kartoffeln.

Die sagradische Küche ist daneben von Fischspeisen und Gemüsepfannen, aber auch von verschiedenen Fleisch- und Geflügelgerichten geprägt. Eine traditionelle Kombination aus dem alkonischen Süden ist die Monteça, eine mit mediterranen Kräutern zubereitete Puten- oder Geflügel- und Gemüsepfanne, die im Gegensatz zur valencianischen Paella nicht Reis, sondern sagradische Reisnudeln (riselas) enthält.

Weine und Spirituosen

Daneben ist Sagradien für seine Wein- und Spirituosenkultur bekannt. Besonders im alkonischen Süden, in den Blaumeerregionen, aber auch weiter nördlich gibt es bedeutende Weinbaugebiete. Wichtige, international bekannte Weinbaugebiete sind die Cordêsa (südöstlich von Tulis), das Weinbaugebiet der Viaza (südlich von Duerez), das Bragatal (Valbraga) in Sur-Pinial, das Sagonte, das Guarrí (mit dem Belverde-Wein) sowie das Ambristal.

Bekannt sind auch der hochprozentige südsagradische Birnenlikör Nacêu, der bretonische und amorische Cidre, der aus der Croël stammende Weinbrand Carasol, der ligrische Kräuterlikör Arixesc oder die als Albetes bezeichneten südsagradischen Anisliköre. Bitterliköre werden in Sagradien als Amêr bezeichnet, bekann ist die Marke Frantxa-Amêr.

Musik

Sagradien hat eine lange Musiktradition. Die traditionelle sagradische Folklore prägt noch heute die sagradische Musik.Der Rhythmus des traditionellen sagradischen Volkstanzes, der Torça, ist stilbildendes Element der gleichnamigen Musikrichtung, die ihre Ursprünge im alkonischen und azumarischen Süden und Südwesten Sagradiens hat. Die gewöhnliche Instrumentierung ist Gesang, Gitarre und gelegentlich Akkordeon, teilweise auch der in der nordsagradischen Musik verbreitete Dudelsack (la Gaita). Mit der Torça verwandt ist der melancholisch-balladeske Cançón de l’âma (etwa „Seelengesang“).

Bedeutende sagradische Komponisten der klassischen Musik sind v.a. Bernardo Bevente und Carles Iriela (beide 17. Jahrhundert, Barock), Manuel Clemente Tozí (18./19. Jahrhundert, Frühromantik), Dián Santoro (19. Jahrhundert, Romantik), Carles Aretzu (19. Jahrhundert, Oper, Romantik), Sebastián Ibarra (19./20. Jahrhundert) und Névito Melu Torris (20. Jahrhundert, Neue Musik).

Die im 20. Jahrhundert weltberühmte Opernsängerin Sellesi Corell (1908-1980) gilt noch immer als eine der bedeutendsten Sopranistinnen der Welt. Popularität ersang sich daneben der 1950 geborene Tenor Julién Santêul. Aktuell erfolgreich ist auch der Tenor Joán Narcís (*1974).