Geschichte Mikoliniens: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen
Zeile 107: Zeile 107:
  
 
=== Parlamentswahlen 1948 und Verfassungsrevision ===  
 
=== Parlamentswahlen 1948 und Verfassungsrevision ===  
Bei den mikolinischen Kommunalwahlen im Juni 1948 wurden die Parteien der bisherigen Nationalen Koalition vernichtend geschlagen. Stärkste Kraft wurden landesweit die [[PSL|Sozialisten]] [[Antoni Piel]]s, gefolgt von [[PCM|Kommunisten]] und den zersplitterten bürgerlichen Parteien.  
+
Bei den mikolinischen Kommunalwahlen im Juni 1948 wurden die Parteien der bisherigen Nationalen Koalition vernichtend geschlagen. Stärkste Kraft wurden landesweit die [[PSL|Sozialisten]] [[Antoni Piel]]s, gefolgt von [[PCM|Kommunisten]] und den zersplitterten bürgerlichen Parteien. Noch im Dezember 1948 verabschiedete das Parlament eine umfassende Verfassungsrevision, die Mikolinien offiziell in einen Bundesstaat umwandelte und nach Volksabstimmung am 30. Dezember 1948 in Kraft trat. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde darin weitgehende kulturelle Autonomie garantiert. Der König behielt zwar offiziell zahlreiche Vollmachten, wurde in einigen Bereichen aber doch ausdrücklich an die Zustimmung des Parlaments gebunden.
  
Unter dem parteilosen [[Francis Ernest Crest]] wurde daraufhin eine Konsensregierung gebildet, die im Parlament von den [[PSL|Sozialisten]] sowie von den zwei Parteien unterstützt wurde, die aus der Konkursmasse der geschlagenen Nationalen Koalition hervorgingen: den [[CDM|Christdemokraten]] und den [[PDL|Liberalen]]. Noch im Dezember 1948 verabschiedete das neue Parlament eine umfassende Verfassungsrevision, die Mikolinien offiziell in einen Bundesstaat umwandelte und nach Volksabstimmung am 30. Dezember 1948 in Kraft trat. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde darin weitgehende kulturelle Autonomie garantiert. Der König behielt zwar offiziell zahlreiche Vollmachten, wurde in einigen Bereichen aber doch ausdrücklich an die Zustimmung des Parlaments gebunden.
+
Nach neuerlichen Verhandlungen zwischen den politischen Parteien wurde Anfang 1949 eine neue Übergangsregierung unter dem parteilosen [[Francis Ernest Crest]] gebildet, die bis zur regulären [[Mikolinische Parlamentswahl 1949|Parlamentswahl 1949]] im Amt blieb. Bei den Wahlen ging überraschend nicht die [[PSL|Sozialisten]], sondern die christdemokratische [[CDM]], im Wesentlichen eine Nachfolgeorganisation der aufgelösten [[PDM|Rechtspartei]], als stärkste Partei hervor. Der Wahlsieger [[Armand Mikael Carpol]] führte daraufhin eine Konsensregierung der Zentrumsdemokraten mit der [[PSL|Sozialsitischen Partei]] und der agrarisch-liberalen [[PNL]] an.
 
 
Aus der regulären [[Mikolinische Parlamentswahl 1949|Parlamentswahl 1949]] ging überraschend nicht die [[PSL|Sozialisten]], sondern die christdemokratische [[CDM]], im Wesentlichen eine Nachfolgeorganisation der aufgelösten [[PDM|Rechtspartei]], als stärkste Partei hervor. Der Wahlsieger [[Armand Mikael Carpol]] führte daraufhin eine Konsensregierung der Zentrumsdemokraten mit der [[PSL|Sozialsitischen Partei]] und der agrarisch-liberalen [[PNL]] an.
 
  
 
Die neue Regierung hielt an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Mikolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Mikolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Mikoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der mikolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell. Die Spannungen zwischen Sagradien und Mikolinien wurden erst im Jahr 1955 durch die [[Golenverträge|Verträge von Alágua und Pexace]] beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Mikolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der [[Sagradische Sprache|sagradisch-]], [[Eskadische Sprache|eskadisch-]] und [[Asumarische Sprache|azumarisch]]-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Mikolinien im [[Abkommen von Plato|Folgeabkommen von Plato]] (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf [[Cuentez]] fallen.
 
Die neue Regierung hielt an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Mikolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Mikolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Mikoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der mikolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell. Die Spannungen zwischen Sagradien und Mikolinien wurden erst im Jahr 1955 durch die [[Golenverträge|Verträge von Alágua und Pexace]] beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Mikolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der [[Sagradische Sprache|sagradisch-]], [[Eskadische Sprache|eskadisch-]] und [[Asumarische Sprache|azumarisch]]-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Mikolinien im [[Abkommen von Plato|Folgeabkommen von Plato]] (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf [[Cuentez]] fallen.

Version vom 21:31, 26. Jul 2024

Geschichte Mikoliniens

Mikolinien in der Antike

Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die Tiskier und Litier und gewann damit die Kontrolle über die gesamten Konsetten einschließlich der südlichen Muren. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche Provinz Haescia et Litica mit der Hauptstadt Aquae am Mare Quintisicum und dem Legionslager bei Cania. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende Pontier und Faläer kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der mikolinischen Halbinsel, die als Provincia Micolina dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der Mikoläer ab. Lediglich das Gebiet der keltischen Sorier, Oskanier sowie der Faläer und Vellier im alberischen Hochland konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz Micolina Superior mit der Hauptstadt Nantium und eine südlichere Micolina Inferior mit der Hauptstadt Tinacanum aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden mikolinischen Provinzen sowie der Provinz Haescia et Litica die Diözese Micolina und teilte Mikolinien wiederum in die Provinzen Ligria Ulterior, Micolina Legantiensis, Caeliria und Lucia auf.

Mikolinien im frühen Mittelalter

Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Mikolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der Skanten im gesamten Norden der Konsettenhalbinsel und das der Herkanden in Süd- und Mittelmikolinien etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche Pirania, Colia, Fanata, Lucia und Conte (Herkandische Pentarchie). Um 600 einte der Colenfürst Antros die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im Eral-Luenda-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger Sylius eroberte Teile Lukiens. Dieses südliche Reich, später als Königreich Tresterre bekannt, kann als Keimzelle des späteren Königsreichs Mikolinien angesehen werden. Der Herkandenfürst Franzerich der Große (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und sich als Rex Trium Terrarum et Micolinarum bezeichnete, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Mikoliniens inklusive der Inseln Sáloa und Feiroa und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die Voraneiy tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger Loris I. und Lorrivik I. unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in Nordmikolinien ins Reich einzugliedern.

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen Perutinger auf die Nordküste Mikoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem mikolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in Nordmikolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter Franzerich II. und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das mikolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem Golenreich. Nach dem Tod König Michaels I. 804 wurde das Reich im Vertrag von Nanthés unter seinen drei Söhnen Franzrich (Norden), Loris (Westen) und Michael (Süden) aufgeteilt, die sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen. In Kont machte sich der lokale Fürst Berrent selbst zum König und begründete das Geschlecht der Berrentiden. Die Teilreiche Montanien, Piranien und Tresterre wurden 899 unter Korrent III. wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten und sich weiterhin als gesamtmikolinische Könige ansahen. Nach dem Aussterben der Syliden-Dynastie im wiedervereinigten "Drei-Mikolinien" 909 beanspruchte Berrent III. von Kont die Herrschaft über ganz Mikolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen Loris von Lonea zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Lorriden und Berrentiden, die 989 mit dem Tod Berrents IV. von Kont endeteten. Da er erbenlos gestorben war, wurde Kont wieder ins wiedervereinigte Micolinerreich eingegliedert.

Mikolinien zwischen Ludiga dem Großen und der Temp de Sang

Ludiga der Große (998-1049) konsolidierte die königliche Macht und föderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger Achim I. starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge Johanns I., eines Neffen Ludigas, wurde von großen Teilen der mikolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der Saloaner und der Alberaner wiederum gegenseitig bekriegten und mit Charl von Álbero und Distriqs von Salua jeweils einen Gegenkönig wählten. In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Mikolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberanischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der Schlacht von Tinágua. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der Schlacht bei Saséia die Saloaner besiegen. Im Heiligen Frieden wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1085 folgte ihm sein Sohn Johann II. nach, der die Saloanerprinzessin Margareta heiratete und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der mikolinischen Krone verhinderte im Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112 einen Erfolg Johanns II. Johanns Sohn Michael III. wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Großmutter.

Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165 gegen die sagradischen Könige Jakob den Kühnen und Gabriel Juvans konnte Mikolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der mikolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als "Zeit des Blutes" (Temp de Sang) oder auch als "Mikolinischer Bürgerkrieg" in die Geschichte ein.

Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua

Nachdem sich Herzog Karl von Salua als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch Loris VI., den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der Schlacht von Bovil 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen Mark I. von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren. Nachdem Ernest de Conte 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Mikoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst Karl II. von Salua 1214 die innermikolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Mikolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmikolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die Grafschaft Lukien Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Mikolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten.

Innersagradische Machtkämpfe zwischen Lusoniden und Dianniden führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs Martin des Zänkers aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in Perucía zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn Martin Posthumus regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des mikolinischen Königs Richard I. stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Richards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten Erbfolgekrieg, in dem Richard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers Renart von Soria unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der Schlacht von Porinéi 1255 gegen den sagradischen Bewerber Philipp von Redanior verlor.

In der Folge kam es mit südmikolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen Peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft (Peruzinische Kriege). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in SüdMikolinien die Könige aus dem Haus Salua kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. Karl III. von Mikolinien zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein. Nach den neuerlich erfolglosen Rebellionen der peruzinischen Stände gegen Sagradien ging die mikolinische Krone dazu über, eine Diplomatie der Annäherung mit dem Herzog von Scantia, Joán de Gerón, abtrünniger Bruder der sagradischen Könige Martin IV. Felix, Robert I. und Jakob III., die zu engen Heiratsverbindungen zwischen dem Haus Salua und dem geronesischen Zweig des sagradischen Königshaus Redanior.

Union von Alagua

Treibende Kraft der Allianz wurde bald König Roduichs I. Schwester Margarete von Mikolinien, die schließlich auch die Hochzeit zwischen ihrem ältesten Sohn Philipp von Redanior und Roduichs ältester Tochter Carolina arrangierte. Nach den Bestimmungen der Konvention von Santéi folgte diese als Königin Karoline I. von Mikolinien ihrem Vater auf dem Thron nach und herrschte zusammen mit ihrem Ehemann, der damit als Philipp I. der ersten mikolinische König aus dem Haus Redanior wurde. Als dieser jedoch nach Karolines Tod 1313 alleine regieren wollte, kam es zum Aufstand Heinrichs von Kont, eines illegitimen Sohnes Karls IV., der Philipp besiegen und töten konnte, von den Ständen aber nicht als König anerkannt wurde. Es folgte ein zweijähriges Interregnum, währenddessen Margarete die Regentschaft ausübte. Um einen neuerlichen Bürgerkrieg zwischen den Thronprätendenten, allen voran Heinrich von Kont und Anton von Salua, zu verhindern, einigten sich die mikolinischen Stände auf ein Schiedsspruchverfahren, in dem sich die Adligen auf den jüngeren Sohn Margaretes und Bruder Philipps I., Martin von Gerón, als König einigten, für den Margarete nachdrücklich geworben hatte. Da Heinrich von Kont den Spruch jedoch nicht anerkannte, kam es zur Schlacht bei Lonéa zwischen Martin und Heinrich, in der sich der Geronese durchsetzen konnte und anschließend als Martin I. den mikolinischen Thron bestieg, nachdem er im Akt von Marrel den mikolinischen Ständen und insbesondere dem Haus Salua umfangreiche Privilegien zugesichert hatte.

Als fünf Jahre später Jakob III. von Sagradien erbenlos starb, fiel Martin auch die sagradische Krone zu, jedoch musste er diese gegen Heinrich von Viça verteidigen, der mit Hilfe einer antimikolinischen Adelsfraktion in Sagradien die Krone an sich gerissen hatte. Martin setzte seinen Schwager Martin de Interea aus einer illegitimen Linie des Hauses Salua als Vizekönig ein und zog nach Sagradien, um die sagradische Krone gegen Enrico de Viça zu behaupten. In der Zwischenzeit musste Martin de Interea mehrere Adels-Aufstände im Süden Mikoliniens niederschlagen. Schließlich vereinte Martin I., genannt der Gute, als erster Herrscher die sagradische und die mikolinische Königskrone in seiner Hand. Er führte die Doppelmonarchie einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Sein Sohn Martin II. (1354-1378) konsolidierte die Doppelmonarchie.

Revolution und Sechzigjähriger Krieg

Die unter Martin dem Guten auf einen komplizierten Ausgleich zwischen den verschiedenen Reichsteilen und die Berücksichtigung lokaler Privilegien und Traditionen basierende Herrschaft im Doppelreich geriet bereits in den späten Jahren seines Nachfolgers Martin dem Jüngeren in eine Krise, die nach der Thronbesteigung Jakobs I. des Hochmütigen 1378 endgültig aus den Fugen geriet, da dieser auf die Stände im mikolinischen Landesteil wenig Rücksicht nahm und sich Zeit seiner Herrschaft nie südwestlich des Konsettengebirges aufhielt. Die rigide Herrschaft seines Statthalters Johann von Tesqué führte seit 1383 schließlich zu einem Aufstand des mikolinischen Hochadels gegen den König unter der Führung von Charl de Interea, dem Herzog von Lonéa, der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl, ein Nachkomme des letzten Saluaner-Königs in illegitimer Linie, ließ König Jakob schließlich im Jahr 1386 in der Nantheser Konvention offiziell absetzen und sich selbst als Karl V. zum König erheben.

Im folgenden Krieg, in der mikolinischen Geschichtsschreibung als "Revolutionskrieg" oder "Unabhängigkeitskrieg" bezeichnet, besiegten die mikolinischen Heere Karls von Interea die Truppen Jakobs in mehreren Schlachten (u.a. bei Mel Ladí und Salazia 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des Hauses Interea und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden Haus Álbero. Jakob musste schließlich 1390 im Vertrag von Álbero offiziell auf die mikolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer inklusive Perucía zu verzichten.

Nach dem Tod Karls V. im Jahr 1391 missachtete sein Nachfolger Karl VI. die Bestimmungen des Vertrags von Álbero und griff aktiv in die innersagradische Auseinandersetzung um die Nachfolge des kinderlosen Jakob zwischen Joseph von Óstino und Michael von Vesaey ein. Im Vertrag von Nanthés verbündete er sich mit Joseph von Óstino, mit dem er auch eine Heiratsallianz geschlossen hatte. Ziel war es, freie Hand für die geplante Inbesitznahme Perucías zu erhalten. Dort verbündete sich in der Alberenser Union eine der konkurrierenden Adelsparteien mit Mikolinien und bot Karl die verwaiste Krone an, woraufhin er in Perucía einfiel. Nachdem Miquel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael I. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erkannte Karl die Nachfolge Miquels nicht an und proklamierte sich selbst zum König von Perucía, womit er den Verzicht von 1390 de facto widerrief. Der Thronstreit beiderseits der Konsetten entwickelte sich auf diesem Weg zum sogenannten Sechzigjährigen Krieg zwischen Mikolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die Tulinesische Republik, zeitweise auch das Haus Salua (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser Óstino und Esqués auf mikolinischer Seite kämpften.

Bis 1420 konnte Mikolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor Gerón. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Michaels I. von Sagradien in der Schlacht von Porto Valés 1421 übernahm Don António den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Mikolinien in den Schlachten von Gerón, Sancristo und Alágua schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den Herzögen von Salua im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die mikolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit Tulis 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der mikolinischen Niederlage in Cania 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Salua und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.

Im Frieden von Tesqué 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Mikoliniens festgeschrieben. Philipp V., Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als mikolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf Perucía verzichten und die so genannte Medéo-Linie wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb Golen bei Sagradien, während die gesamte westliche Küste des Ligischen Meeres an Mikolinien fiel. Damit hatte das Königreich Mikolinien seine bis dahin größte Ausdehnung erreicht.

Saloanische Kriege

Der Frieden von Tesqué bildete die Basis, auf der die mikolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Mit dem Friede war die nationale Einigung, die nach der Temp des Sang im frühen 13. Jahrhundert begonnen hatte, weitestgehend abgeschlossen und die Basis für ein gesichertes und einflussreiches mikolinisches Königtum war gelegt. Dem Machtanspruch der Interea-Könige stand aber mit dem Herzog von Salua noch ein mächtiger Vasall entgegen, der als Herzog von Macedi sowie Fürst von Marbore den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der mikolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in Lukien und Südpiranien wie die Grafschaft Drouvel und die Grafschaft Carata als Pfandschaften in die Hand Saluas über. Für die mikolinischen Könige galt es daher nun, die nach Souveränität strebenden Saloaner-Herzöge unter die eigene Lehnshoheit zu zwingen und ihre Macht zu brechen.

Nachdem 1470 mit dem Tod Herzog Philipps I. von Salua die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, war die Gelegenheit für König Heinrich I. von Mikolinien gekommen, die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren. Die saloanischen Stände aber sprachen dem König dieses Recht ab und wählten mit Filip von Saséia einen illegitimen Halbbruder Philipps I. zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König Philipp VI. unterstützt. Es kam zum Ersten Saloanischen Krieg zwischen Mikolinien und Sagradien, den Mikolinien nach der Schlacht von Tinágua 1473 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die saloanisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde.

Nach dem Tod Filips 1479 kam es erneut zum Krieg zwischen Sagradien und Mikolinien (Zweiter Saloanischer Krieg). Dem mikolinischen König Michael I. gelang es 1481, Macedi einzunehmen, die Regentin Isabel de Sántori zu vertreiben und die minderjährige Herzogin Antonia von Salua, einzige Tochter Filip de Saséias, gefangen zu nehmen und mit dem mikolinischen Thronfolger Michael, Prinz von Perucía zu verheiraten. Für rund ein Jahr herrschte ein mikolinischer Regentschaftsrat in Macedi. Allerdings gelang es sagradischen Truppen im Jahr 1482, die Lande wieder unter ihre Kontrolle zu bringen und die Herrschaft der Sántori zu restaurieren. Michel I. musste sich aus den Saloanischen Landen zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in Lukien und Piranien halten. Zudem wurde die Ehe Antonias mit Prinz Michael annulliert.

Die Sántori regierten nun über Sagradien, Cuentez, die Westligre, die Saloanischen Lande und die tulinesischen Besitzungen an der mikolinischen Blaumeerküste. Nachdem der Sántori-Herzog Peter I. von Salua 1502 den sagradischen Thron bestiegen hatte, versuchte Mikolinien im Dritten Saloanischen Krieg vergeblich, die neue Vormachtstellung Sagradiens anzufechten. Die Saloanischen Kriege endeten 1506 endgültig im Frieden von Sáloa, in dem Aquim II. dem sagradischen König Peter I. die Herrschaft über die Saloanischen Lande sowie über die Markgrafschaft Golen, die Südkont, die Westligre sowie Lukien (Grafschaft Plato) bestätigen musste und lediglich kleinere Gebiete im Westen Lukiens und in Piranien zurück erhielt.

Uleistenbewegung

Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in Südmikolinien war die Position Mikoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt und die aggressive Außenpolitik Mikoliniens gegenüber dem östlichen Nachbarn weitestgehend gescheitert. Während Sagradien unter dem Santori-König David I. zur europäischen Großmacht aufstieg, bemühten sich die mikolinischen Könige Aquim II. (1501-1542) und Karl VII. (1542-1571) um die innere Konsolidierung des Königtums, mussten teilweise aber schwere innere Konflikte meistern.

Schon die Könige des späteren 15. Jahrhunderts hatten von Nanthés aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der Eigenständigkeit der peruzinischen Stände betrieben. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Um 1540 kam der englische Calvinist Francis Howle (Franziskus Uleus) ins nordmikolinische Erín, wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Perucía ausstrahlte. In seinem Erfolg verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Unter den Königen Karl VII. und Karl VIII. (1571-1578) wurden diese „Uleisten“ verfolgt und unterdrückt, die nordmikolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 im Ersten Uleistenkrieg belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein Zweiter Uleistenkrieg 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Nachfolger wurde Albert I. (1578-1624) aus der Nebenlinie Interea-Conte. Er erließ 1584 das Edikt von Plato, in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Mikolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „Reformats“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist.

Restitutionskriege

Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Mikolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer mit dem Dauerrivalen und zur Großmacht aufgestiegenen Sagradien konzentrieren. Der Ligrische Krieg von 1620-24 um die Herrschaft über Westligrien endete jedoch in einer klaren Niederlage Mikoliniens und der verbündeten Engländer. Nach dem gescheiterten Kriegsabenteuer versuchte Mikolinien zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Heiratsweg eine machtpolitische Stärkung gegenüber Sagradien zu erhalten und übte eine gewisse Zeit Einfluss auf die sagradische Hofpolitik aus, ohne damit aber territoriale Gewinne erzielen zu können. Nachdem Katharina von Mikolinien, Schwester des mikolinischen Herrschers Karl IX. (1624-1670) und Mutter des sagradischen Königs Gabriel VII. 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des Ersten Asumarischen Kriegs um den Besitz Golens, der Saloanischen Lande und die Vorherrschaft im Blauen Meer sowie die Nachfolge Karls IX., der ohne Erben war. Der Krieg endete 1669 mit dem Frieden von Villagua, in dem Mikolinien auf die Lehnsherrschaft über die Saloanischen Besitztümer verzichten musste, aber die personelle Trennung der sagradischen Krone vom macedensischen Großherzogtum erreichte. Zudem musste Sagradien die Nachfolge Johanns von Álbero, eines Neffen Karls IX., anerkennen. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die Dynastie Interea auf dem mikolinischen Thron.

Auch wenn Mikolinien in der langen Regierungszeit Karls IX., sein hauptsächliches Ziel, die Vertreibung Sagradiens von der eigenen Halbinsel, nicht durchsetzen konnte, so kehrte der Friede von Villagua doch die machtpolitischen Vorzeichen im sagradisch-mikolinischen Verhältnis um und leitete längerfristig den Abstieg der Großmacht Sagradien und den allmählichen Aufstieg der konsolidierten mikolinischen Krone ein. Eine Nachfolgekrise im Großherzogtum Macedi nach dem Tod Großherzog Karls V. von Macedi 1701 nutzte König Georg I. von Mikolinien 1703 zu einem neuerlichen Versuch, den Süden der Halbinsel zu erobern. Im Zweiten Asumarischen Krieg 1703-1710 gelang Mikolinien schließlich der langersehnte Erfolg über Sagradien. Mit dem Frieden von Cresq 1711 und der Union von 1711 kehrten die Saloanischen Lande wieder ins mikolinische Königreich zurück.

In der Folge rangen die Könige Georg II. (1714-1719) und Karl X. von Mikolinien (1719-1760) mit Frankreich um den entscheidenden Einfluss auf das destabilisierte Sagradien und suchte von den inneren Wirren in Sagradien territoriale Vorteile herauszuschlagen. Georg II. unterstützte im Sagradischen Bürgerkrieg die aufständische Adelskoalition. Im erneuten Krieg 1718-1720 sicherte sich Mikolinien vom geschwächten Sagradien große Teile Südkonts, besetzte Teile Lukiens und setzte in der Folge die favorisierte Maria I. auf dem sagradischen Thron gegen den von Frankreich unterstützten Philipp Karl von Viça durch.

Napoleonische und Golische Kriege

Während der Napoleonischen Kriege ging Mikolinien im Bündnis mit Großbritannien auf klaren Konfrontationskurs zu Frankreich und schloss sich der anti-napoleonischen Allianz an. Der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem im Jahr 1805 führte schließlich zum erneuten Krieg zwischen Mikolinien und Sagradien. Den mikolinischen Truppen gelang es dabei in den Folgejahren, mit Hilfe Großbritanniens alle französisch-sagradischen Invasionsversuche abzuwehren und im Gegenzug die angestrebte Reunion der mikolinischen Halbinsel erfolgreich abzuschließen. Der Inbesitznahme Westligriens, Tinaguas sowie Platos folgte die erfolgreiche Besetzung Cuentez' sowie Golens. Zugleich unterstützte der mikolinische König Karl XI. seit 1808 aktiv die antinapoleonische Bewegung innerhalb des mit Frankreich verbündeten Sagradien. Im Winterkrieg 1812/1813 konnten die Heere Mikoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Freiheitskämpfer die Franzosen besiegen. Schließlich erreichte Mikolinien auf dem Wiener Kongress die Bestätigung des Besitzes aller eroberten Gebiete. Lediglich Cuentez und der noch nicht in Besitz genommene Ostteil Golens sollten bei Sagradien verbleiben.

Kurze Zeit später nutzte Karl XI. einen liberalen Aufstand gegen den König in Sagradien (Novemberrevolution 1817), um unter dem Vorwand der Restauration auch im Ostteil Golens einzumarschieren. Der sagradische König Gabriel X. musste im Vertrag von Verisa schließlich nochmals die Abtretung Westgolens an Mikolinien bestätigen, widerrief den Vertrag aber 1819 und versuchte in zwei Golenkriegen, das gesamte golische Gebiet sowie die zu Beginn des Jahrhunderts verloren gegangenen Gebiete in Mikolinien für die sagradische Krone zurückzuerobern. Nach zwei wechselvollen Kriegen musste Sagradien seinen Anspruch aufgeben, sodass Mikolinien im Frieden von Diegue 1829 die dauerhafte Angliederung des allergrößten Teils der golischen Gebiete an das mikolinische Königreich durchsetzen konnte. Lediglich Ambristal und Celiso sowie Guillard blieben sagradisch, Sancristo blieb souveränes Fürstentum.


Industrialisierung und Demokratisierung

Anders als im Nachbarland Sagradien brachen in Mikolinien im europäischen Revolutionsjahr 1848 keine nennenswerten Unruhen aus, doch setzte auch hier allmählich eine liberale Bewegung zugunsten einer weiteren Demokratisierung des Landes ein. Königin Luise I., seit 1852 als Nachfolgerin ihrer Großeltern Karoline I. von Mikolinien und Michael IV. Königin, erließ schließlich 1856 eine vergleichsweise liberale Verfassung, die die traditionelle Ständeversammlung durch ein Zweikammerparlament ersetzte, von der aber nur die Zweite Kammer per Zensuswahl demokratisch legitimiert wurde.

Mit der durch die liberale Partei durchgesetzten Verfassungsreform des Jahres 1879 wurde die Stellung der Kammern gegenüber der Exekutive und die der Zweiten gegenüber der Ersten Kammer gestärkt, auch wenn der König noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein eine relativ einflussreiche Stellung behielt. Nach 57 Regierungsjahren starb Luise im Jahr 1909. Ihr Tod führte zu einer Nachfolgekrise, da ihr Enkel Henrique Joann Prinz von Perucía nach dem Tod seines Vaters überraschend auf die Thronfolge verzichtete. Schließlich bestimmte das mikolinische Parlament einen Enkel Luises Johann Friedrich von Battenberg, Sohn ihrer Tochter Maria Federica und des Hessenprinzen Karl Alexander von Battenberg, zum Nachfolger, der schließlich als Johann V. den Thron bestieg und die Dynastie Albero-Poléi-Battenberg begründete.

Unter den liberalen Staatsministern Luvis Renard (1890-1897) und Fernand Esquill (1902-1907) wurde gegen den Willen der konservativen Rechten eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisieren sollten. Dazu gehörte die Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts im Jahr 1906. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlerfolg der Sozialisten beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden, sich aber gegen die Beteiligung am parlamentarischen Regierungssystem aussprachen. Nachdem Mikolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale Marc Visconte bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, das durch Staatsliberale, Konservative, Radikaldemokraten und auch einen Teil der Sozialisten unterstützt wurde.

Ära der Nationalen Koalition

Der breite Konsens der Kriegskoalition hielt nach Kriegsende den zunehmenden sozialen Problemen des Landes nicht stand. Der Versuch der Sozialisten im Jahr 1919, durch Generalstreiks politische und soziale Reformen und die Einführugn einer sozialistischen Republik durchzusetzen, scheiterte bereits nach wenigen Tagen an der inneren Zerstrittenheit der politischen Arbeiterbewegung, die sich wenig später in einen sozialistischen und einen die kommunistischen Flügel spaltete.

Die erfolglose Erhebung der systemfeindlichen Sozialisten schweißte ihre Gegner im bürgerlichen Lager zusammen, die sich zu einem breiten antimarxistischen Bündnis zusammenfanden. Die gleichzeitigen separatistischen Bestrebungen in Golen verstärkten die Tendenzen der bürgerlich-nationalen Parteien in Servette zur Abschottung gegenüber Sozialisten und Separatisten.

Der Versuch des Radikaldemokraten Francis Clesqerel im Jahr 1925, Sozialisten und Liberale hinter einer Reformregierung zu vereinen, scheiterte bereits nach kurzer Zeit, da sich König Karl XII., ein erklärter Gegner der marxistischen Linken, weigerte, ein "rotes" Kabinett zu ernennen.

Mit der erneuten Amtsübernahme des Staatsministeriums durch den Liberalen Osvalt Camur begann die Ära der Nationalen Koalition, einer auf Dauer angelegten Zusammenarbeit der früheren Hauptkonkurrenten, der rechtsliberalen Staatspartei und der katholisch-konservativen Rechtspartei. Bei der Mikolinischen Parlamentswahl 1929 bildeten die Kräfte der Nationalen Koalition ein Wahlkartell gegen die Parteien der Linken und konnten einen deutlichen Sieg davon tragen. In der Folge wurde Pier Ulisse zum Staatsminister ernannt.

Ulisses Regierung der Nationalen Koalition stand unter dem Motto der Abwehr von Marxismus und Bolschewismus, des nationalen Zusammenhalts gegen die Tendenzen des Separatismus und Regionalismus und des Erhalts der mikolinischen Krone gegen republikanische Strömungen. Um dies umzusetzen, nutzte die Regierung auch autoritäre Maßnahmen und erließ mehrere Gesetze zum Schutz von Staat und Monarchie, die sich vor allem gegen Sozialisten, Kommunisten und golische Nationalisten richteten und zu zahlreichen Verhaftungen und Verurteilungen politischer Gegner führten.

Die Nationale Koalition wurde zu einem dauerhaften Bündnis verfestigt, das die folgenden Parlamentswahlen bis einschließlich 1945 allesamt für sich entscheiden konnte, in dem konsequent Wahlbündnisse gegen linke Bewerber geschlossen wurden. Nachdem im Zuge der Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre die populistische Bauernpartei LNPP einige Erfolge hatte feiern können, wurde sie kurzerhand in die Nationale Koalition eingebunden. Dasselbe geschah zeitweise auch mit der wichtigsten Oppositionspartei PSL, die 1934 in die Regierung aufgenommen wurde, was zu einer Parteispaltung führte. Leitmotto der Nationalen Koalition wurde "König, Volk, einiges Vaterland", das zugleich als entschiedene Ablehnung jeder separatistischer Bewegungen zu verstehen war. Daneben zeichnete sich die Koalition durch einen ausgeprägten Antikommunismus aus, der 1939 schließlich im Verbot der Kommunistischen Partei Mikoliniens gipfelte.

Golenkonflikt 1934-1948

Prägend für die Zeit Ulisses wurden die politischen Krisen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in Golen. Dort hatte sich eine starke separatistische Bewegung gebildet, die in der Front Libretait Gools (FLG) einen paramilitärischen Arm ausbildete und das Regionalstatut von 1922, das den golischen Provinzen begrenzte Autonomie zusicherte, nicht anerkannte.

Die Servettiner Zentralregierung unter Pier Ulisse ging gegen die Unabhängigkeitsbewegung mit harter Hand vor. Beim sogenannten Schwarzen Samstag 1934 kam es zu schweren Gefechten zwischen golischen Kämpfern und staatlicher Polizei, woraufhin der Kriegszustand über Golen verhängt wurde. Damit begann der Golenaufstand, der zunehmend zum Bürgerkrieg zwischen staatlichen Einheiten und separatistischen Aufständischen eskalierte.

Über das harte Vorgehen der mikolinischen Nationalregierung in Golen kam es schließlich auch zu einer schweren außenpolitischen Krise mit dem Nachbarn Sagradien, das zunehmend Flüchtlinge aufnahm. Die 1936 ins Amt gewählte linke Volksfront-Regierung in Semest weigerte sich, golische Flüchtlinge an Mikolinien aufzuliefern, sodass ihr von mikolinischer Seite vorgeworfen wurde, Terroristen Unterschlupf zu gewähren. In der folgenden Golenkrise 1936 besetzten schließlich mit der Begründung, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, mikolinische Truppen das sagradische Val d’Ambrís sowie Teile der Provinz Escada. Statt eines unmittelbaren Kriegs bemühte sich die geschwächte Regierung in Semest jedoch um eine Verständigung. Nachdem der mikolinische Außenminister Charl Marrel ein internationales Moratorium erwirken konnte, musste sich Mikolinien wieder aus Sagradien zurückziehen.

Die zunehmend eskalierende Lage in Golen wurde 1937 mit einem Waffenstillstand vorerst befriedet, nachdem die golischen Kämpfer zunehmend geschwächt worden waren. Die Regierung in Servette erkannte die provisorische Regierung Golens unter Führung von Filip Cŏrpas als Verhandlungspartner an und sicherte begrenzte Autonomie zu, sofern es gelänge, die Sicherheit für die Bevölkerung zu garantieren. Der Ausnahmezustand wurde daraufhin aufgehoben, doch verweigerte ein radikaler Teil der Unabhängigkeitsbewegung Cŏrpas die Gefolgschaft, sodass der Bürgerkrieg mit regelmäßigen Terroranschlägen der FLG de facto anhielt.

Piel-Ferrer-Plan 1945

Im Zweiten Weltkrieg blieb Mikolinien bis zum Ende der Kampfhandlungen neutral. Staatsminister Pier Ulisse starb 1942 nach dreizehn Jahren im Amt des Regierungschefs an einem Herzinfarkt und wurde durch seinen bisherigen Stellvertreter Noribert Ferrer ersetzt, der die Nationale Koalition fortsetzte. Bei der Parlamentswahl 1945 verlor die Koalition erstmals überhaupt ihre Mehrheit in der mikolinischen Abgeordnetenkammer zugunsten der oppositionellen Sozialisten, Kommunisten und Agrarier. Die Regierung Ferrer blieb zwar im Amt, sah sich in der Folge aber gezwungen, Kompromisse mit der Opposition zu suchen. Vor allem eine Annäherung an die Sozialisten und die LNPP wurde nun anvisiert. Zugleich wurde die Kommunistische Partei – auch auf internationalen Druck hin – wieder zugelassen. 1946 erließ die Regierung schließlich ein neues Autonomiestatut für Golen, das die Selbstverwaltungsrechte deutlich ausweitete.

Eingeleitet wurde die Annäherung zwischen Regierung und Opposition in Servette im Juni 1945 mit dem sogenannten Piel-Ferrer-Plan, einer in einem heimlichen Gespräch zwischen Sozialistenführer Antoni Piel und Regierungschef Noribert Ferrer getroffenen Übereinkunft, die das anhaltende Golenproblem dauerhaft lösen sollte. Zentraler Inhalt des Übereinkommens war die schrittweise Föderalisierung Mikoliniens. Im Dezember 1945 stimmte das mikolinische Parlament schließlich für die Ausweitung der provinzialen Rechte, wonach die Provinzen nun eigene Parlamente und Regierungen erhalten sollten. Der damit eingeleitete Föderalisierungsprozess sollte nicht nur den separatistischen Strömungen in Golen das Wasser abgraben, sondern auch regionalistischen bzw. antizentralistischen Tendenzen im peruzinischen Norden oder in den links geprägten Industrierevieren des Westens.

Maikrise 1948

Im Frühjahr 1948 kam es schließlich zu einer erneuten schweren Krise, als mehrere golische Separatisten getötet wurden. Nach Zusammenstößen mit der mikolinischen Streitmacht riefen Anhänger eines freien Golens schließlich erneut zum Aufstand auf und die Gewalt begann von neuem. Ferrer reagierte mit harter Hand und suchte die Aufstände niederzuschlagen. Die Autonomie wurde wieder aufgehoben und das Kriegsrecht über die Region verhängt. Der Föderalisierungsprozess war damit ernsthaft in Gefahr. Binnen kurzer Zeit weitete sich der Aufstand daher auf andere Regionen des Landes aus, nicht nur in Golen, sondern auch in in Perucia und Litien drohten nun bürgerkriegsähnliche Zustände. Vor diesem Hintergrund kippte die Stimmung auch in den südlichen und mittleren Regionen deutlich gegen die Regierung. In Servette und anderen Großstädten versammelten sich Bürger, die ein Ende der Gewalt und einen Rücktritt der Regierung Ferrer forderten. Bald folgten Forderungen, der König solle abdanken und das Land schnell in eine Bundesrepublik umgewandelt werden. Zum Symbol des stark pazifistisch geprägten Volksaufstandes wurde die Narzisse, sodass schnell von der Narzissenbewegung gesprochen wurde. Sozialisten und Kommunisten stellten sich an die Spitze der Bewegung und riefen zum Generalstreik auf, aber auch führende Kirchenvertreter und Liberale zeigten ihre Sympathien.

Als sich nach wenigen Tagen auch hohe Militärs weigerten, weiter Gewalt anzuwenden und für eine Verhandlungslösung plädierten, trat die Regierung Noribert Ferrer geschlossen zurück. König Karl XII. sah sich gezwungen, den Führer der Sozialisten, Antoni Piel zum Regierungschef zu ernennen, der u.a. einen kommunistischen Minister und einige Parteilose, aber auch Vertreter der bisherigen Regierungsparteien, ernannte und unmittelbare Waffenstillstandsverhandlungen in Golen einleitete. Piel kündigte an, die geplante Föderalisierung Mikoliniens schnell umzusetzen und Golen damit umfassende Autonomierechte zukommen zu lassen.

Dennoch gingen die Proteste weiter und richteten sich nun vor allem gegen den König, der schließlich am 4. Juni öffentlich zugunsten seines Sohnes Karl XIII. abdankte. Piel weigerte sich in dieser Situation, entgegen den Forderungen eigener Parteianhänger, die Republik zu proklamieren und gab damit dem jungen König die Gelegenheit, sich öffentlich zu erklären. Dieser stellte sich, nach einigem Zögern, in einer vielbeachteten Rede vollständig hinter das Programm der Regierung und kündigte an, jede neue Verfassung anzuerkennen, die das mikolinische Volk sich durch seine frei gewählten Vertreter geben werde. Damit gelang es ihm, die Monarchie zu retten. Die Aufstände flachten rasch ab und die Krise war noch im Juni weitgehend ausgestanden.

Parlamentswahlen 1948 und Verfassungsrevision

Bei den mikolinischen Kommunalwahlen im Juni 1948 wurden die Parteien der bisherigen Nationalen Koalition vernichtend geschlagen. Stärkste Kraft wurden landesweit die Sozialisten Antoni Piels, gefolgt von Kommunisten und den zersplitterten bürgerlichen Parteien. Noch im Dezember 1948 verabschiedete das Parlament eine umfassende Verfassungsrevision, die Mikolinien offiziell in einen Bundesstaat umwandelte und nach Volksabstimmung am 30. Dezember 1948 in Kraft trat. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde darin weitgehende kulturelle Autonomie garantiert. Der König behielt zwar offiziell zahlreiche Vollmachten, wurde in einigen Bereichen aber doch ausdrücklich an die Zustimmung des Parlaments gebunden.

Nach neuerlichen Verhandlungen zwischen den politischen Parteien wurde Anfang 1949 eine neue Übergangsregierung unter dem parteilosen Francis Ernest Crest gebildet, die bis zur regulären Parlamentswahl 1949 im Amt blieb. Bei den Wahlen ging überraschend nicht die Sozialisten, sondern die christdemokratische CDM, im Wesentlichen eine Nachfolgeorganisation der aufgelösten Rechtspartei, als stärkste Partei hervor. Der Wahlsieger Armand Mikael Carpol führte daraufhin eine Konsensregierung der Zentrumsdemokraten mit der Sozialsitischen Partei und der agrarisch-liberalen PNL an.

Die neue Regierung hielt an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Mikolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Mikolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Mikoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der mikolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell. Die Spannungen zwischen Sagradien und Mikolinien wurden erst im Jahr 1955 durch die Verträge von Alágua und Pexace beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Mikolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der sagradisch-, eskadisch- und azumarisch-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Mikolinien im Folgeabkommen von Plato (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf Cuentez fallen.

Mikolinien auf dem Weg in die europäische Gemeinschaft

Im Jahr 1960 gehörte Mikolinien zu den Gründerstaaten der Europäischen Freihandelszone EFTA. Seit 1959 wurde das Land von einer Mitte-Links-Regierung PSL-Führer Luvis Blum-Sael regiert. Das Linksbündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter Mikael Mari Salt ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit Charl Henrique Valdés erstmals seit der Redemokratisierung des Landes wieder ein Liberaler vorstand. In der Folge einigten sich die drei Regierungsparteien unter anderem auf einen außenpolitischen Richtungswechsel zugunsten einer Annäherung an die westeuropäische Gemeinschaft.

Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende Joann Christén zusammen mit der PDL. Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten Joán Cavals hin kam es 1972 zur Gründung des Blaumeerrates (Consile Asumaresq, Cosellu Azumarês) als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten Sagradien, Mikolinien und dem Fürstentum Sancristo. Nur ein Jahr später trat Mikolinien zusammen mit Großbritannien, Irland und Dänemark der Europäischen Gemeinschaft bei und schied damit aus der EFTA aus.

Entwicklung seit den 1970er Jahren

Auf Drängen der Liberalen leitete die Regierung Christén in den 1970er Jahren eine Reihe gesellschaftspolitischer Reformen ein. Dazu zählte eine Neuordnung des Scheidungsrechts, eine Legalisierung der Abtreibung sowie die Abschaffung der Todesstrafe.

Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur UPD. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist Guillemes Oreste bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter Martin Bertrand (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger Stefan Casagre weichen.

Nach dem Bruch der Koalition 1987 bildete Antoni Sagrand (PSL) eine linke Übergangsregierung, die als Minderheitsregierung der Sozialisten von der Unterstützung der Kommunisten abhängig war und 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, DL und UPD unter Noribert Pasquale (CDM) abgelöst wurde.

Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat Carlo Masane eine Große Koalition mit den Sozialisten. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist Bernard Sandres Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den mikolinischen Grünen, unter deren Ägide Mikolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten Albert Nobel, der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen Acciò Marc Nabert (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel.

Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL, die bis 2010 amtierte und daraufhin von einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter Einschluss der Grünen Liste unter dem Sozialisten Joann Clement abgelöst wurde.