Gabriel X. Emil

Aus Sagradien
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Gabriel X. Emil Johann von Sagradien (Gabriel Emilio, *1772; †1849, eigentlich Emil Johann Gabriel Anton Maria Ignatius vom Heiligen Licht von Vienne) war König von Sagradien (1813-1849) aus dem Herrscher-Haus Vienne. Er gelangte 1813 nach der Ermordung seines Neffen Gabriel IX. auf den Thron und herrschte bis zu seinem eigenen Tod 1849. Als Herzog von Alconía hatte er bereits von 1797 bis 1805 als Regent für seinen Neffen geherrscht. Er ist damit einer der am längsten regierenden Monarchen in der Geschichte Sagradiens und prägte das "Emilianische Zeitalter".

Jugend[bearbeiten]

Don Emilio Joán Gabriel António María Ignácio de la Santa Luce de Viena i Borbón, Duca d'Alconía i Liez, wurde 1769 als zweitältester Sohn des sagradischen Kronprinzen Louis-Gabriel und dessen zweiter Frau Marie Isabelle, genannt Maribelle, von Frankreich geboren. Er war damit ein Enkel König Philipp IX. Ludwigs, der seit 1757 regierte. Nach dem Tod Philipp Ludwigs 1792 wurde Emil Johanns Vater Gabriel VIII. sagradischer König, der ältere Sohn Philipp Maria wurde nun Thronfolger.

Im Jahr 1793 heiratete der als Herzog von Alconía bekannte Emil Johann Gabriel Prinzessin Johanna von Mikolinien, eine Tochter Karls XI., der ein Jahr später den mikolinischen Thron bestieg. Johanna gebar ihm mehrere Töchter und vier Söhne, von denen folgende die ersten beiden Lebensjahre überlebten:

Regentschaft und Exil[bearbeiten]

1797 starb König Gabriel VIII.. Nachdem der ältere Sohn Philipp Maria, Prinz von Sarmay bereits 1795 gestorben war, wurde nun dessen siebenjähriger Sohn Luis Gabriel als Gabriel IX. zum König erhoben. Für diesen übernahm Herzog Emil Johann Gabriel, Herzog von Alkonien, als nächster männlicher Verwandter und Präsumptiverbe die Regentschaft.

Unter der Regentschaft des Herzogs von Alconía versuchte Sagradien die 1795 verlorenen Gebiete im Nordosten des Landes von Frankreich zurückzuerobern und nahm an den Koalitionskriegen teil. Nachdem die Rückeorberung im Koalitionskrieg von 1799 gescheitert war, gerieten der Regent und sein Leitender Minister, León António de Vequia (seit 1798), unter immer größeren Druck liberaler Kräfte, die eine Reformierung des absoluten Regierungssystems forderten. Aus Furcht vor einem Übergreifen der revolutionären Ideen auf Sagradien verschärfte er die innere Zensur. Um die Gebiete im Nordosten wieder zu erlangen, trat Emil Johann 1805 im Dritten Koalitionskrieg dem neuen Bündnis gegen den französischen Kaiser Napoléon I. bei und führte einen neuerlichen Krieg gegen Frankreich, das Sagradien in die Kontinentalsperre gegen England zwingen wollte. Schnell geriet er auf die Verliererstraße. Nach der Schlacht von Menar im September 1805 musste der Herzog von Alconía mit Frankreich den Vertrag von Challón schließen und auf Druck Napoléons hin die Regentschaft niederlegen. Er wurde in der Folge als faktischer Gefangener im französischen Château de Chambord unter Kontrolle Napoléons gehalten.

In der Folge betrieben Marie Luise von Parma als Regentin und der seit 1808 selbst regierende Gabriel IX. eine pro-französische Politik und standen in enger Abhängigkeit von Napoléon, die im Land zu Unmut und vermehrt auch zu Widerstandsversuchen führten. In seiner Abwesenheit wurde daher des öfteren über die Möglichkeit einer Rückkehr des Herzogs nach Sagradien spekuliert, um selbst wieder die Regentschaft zu übernehmen. Besonders die erstarkende patriotische Bewegung im Land erhoffte sich davon eine Abkehr von der als Belastung und Schande empfundenen Abhängigkeit von Frankreich und eine Hinwendung zur antifranzösischen Allianz.

Rückkehr und Thronbesteigung[bearbeiten]

Im Dezember 1812 kam es zu einem Attentat auf das Leben König Gabriels IX., in deren Folge der junge König starb. Es folgte die so genannte Winterkrise 1812/13, in der Napoléon vergeblich versuchte, mit militärischem Druck die Witwe des Königs, Julie Bonaparte, Stieftochter Napoléons, als regierende Königin zu etablieren. Die von liberalen Patrioten dominierten Cortes von Diegue erhoben stattdessen den Herzog von Alkonien zum neuen König, der sich jedoch noch immer in französischer Gefangenschaft befand. Don Miquel de Vuelta, ein Cousin des Herzogs, übernahm nun den Oberbefehl über ein Heer sagradischer Exilanten und konnte zusammen mit Wellington und dem mikolinischen General Joann Osvalt Cresq in der Schlacht bei Colón einen entscheidenden Sieg gegen Napoléon feiern, der zur Flucht Julie Bonapartes aus Sagradien und zur Freilassung Emil Johann Gabriels führte. Im Vertrag von Chambord einigten sich der Herzog von Alkonien und Napoléon auf Konditionen eines Friedens, der Sagradien von allen Tributverpflichtungen und von den Besatzungstruppen befreite.

Herzog Emil Johann kehrte nach Sagradien zurück, bestieg als Gabriel X. den Thron und betrieb in der Folge eine strikte Neutralitätspolitik. Damit geriet er aber im europäischen Konzert der Mächte ins Abseits, wo sich eine Koalition gegen Napoléon versammelt hatte. Die Versuche Gabriels X., sich der antifranzösischen Koalition anzuschließen, kamen zu spät. Auf dem Wiener Kongress erhielt Gabriel zwar Cereza und Cripón von Großbritannien, Cuentez von Mikolinien sowie Nordostsagradien von Frankreich zurück. Sagradien verlor aber den Großteil Golens an das Königreich Mikolinien, lediglich der kleinere Ostteil blieb in sagradischer Hand.

Novemberrevolution[bearbeiten]

Im Innern machte sich Gabriel X. schnell daran, das Ancien Régime zu restaurieren, und wehrte sich gegen die Forderungen der entstehenden liberalen Bewegung in Sagradien. Er lehnte es ab, die von den Cortes von Diegue 1812 erarbeitete liberale Verfassung anzuerkennen, löste die Cortes auf und setzte auch den Code Civil außer Kraft. Stattdessen wurde wieder zum alten landständischen Regierungssystem zurückgekehrt, das sich an keine konstitutionellen Prinzipien gebunden fühlte. Die folgenden vier Jahre werden daher als "Cuartênio Absoluta" bezeichnet. Die von den Cortes immer wieder gemachten Vorstöße zu einer konstitutionellen Charta wurden von Emil Johann abgelehnt und gleichzeitig zeigten sich Zeichen von Altersschwäche, die den König immer wieder bei der Ausführugn seiner Amtsgeschäfte störten und ihn gleichzeitig unfähig machten, die Notwendigkeiten der politischen Realität zu erkennen.

Dabei geriet er nach den Misserfolgen auf dem Wiener Kongress zunehmend unter heftigen inneren Druck, da die liberale Nationalbewegung die Rückeroberung Golens forderte. Ende Oktober 1817 begann schließlich unter liberalen Offizieren und Adligen ein Aufstand gegen den König, der großen Anklang im Bürgertum fand und als Novemberrevolution in die sagradische Geschichte einging. Aus dem militärischen Aufstand drohte im November 1817 ein Bürgerkrieg zu werden.

Der König wurde schließlich von seinem liberal gesinnten Vetter Miquel Franicsco, Herzog von Vuelta, dem Kriegshelden von 1812/13 gedrängt, einen liberalen Siebenerrat (Septimat) als Mit-Regierung einzusetzen, der als Stellvertretung der Cortes fungieren und Verhandlungen mit der Junta aufnehmen sollte. Ende November schließlich einigten sich die Parteien auf einen Ausgleich. Von meuternden Offizieren dazu gedrängt, dem Ausgleich zuzustimmen, erkannte Gabriel Emil Johann den Septimat als Mitregierung an und erließ eine liberale Verfassung auf Grundlage des Verfassungsentwurfs von 1812, die so genannte Novemberverfassung. Sagradien wurde damit eine konstitutionelle Monarchie.

Golenkriege[bearbeiten]

Den Aufstand in Sagradien und die folgenden als "Semanas Liberales" bezeichneten Wochen nutzte der mikolinische König Karl XI. und führte unter dem Vorwand der Wiederherstellung der alten Ordnung ein neues Heer nach Ostgolen. Eigentliches Ziel war jedoch nicht der Sturz der liberalen Regierung, sondern die Einverleibung der gesamten golischen Gebiete ins Königreich Mikolinien. Sagradien rüstete in der Folge zur Rückeroberung Golens. Im ersten Golenkrieg 1819-1821 gelang es Sagradien, Ostgolen zu sichern und die mikolinischen Truppen zu vetreiben.

1824 nutzte Sagradien wiederum einen Bauernaufstand in Westgolen dazu, die Regelungen des Wiener Kongresses zu wiederrufen und den an Mikolinien verlorenen Westteil Golens zurückzuerobern. Der zweite Golenkrieg 1824/25 endete jedoch in einer sagradischen Niederlage, die den Status Quo Ante wiederherstellte. Im Friede von Diegue 1829 wurden die sagro-mikolinischen Kriege endgültig für beendet erklärt und beide Seiten akzeptierten die Grenzen von 1815.

Innere Auseinandersetzungen[bearbeiten]

Die Regierungszeit Gabriels X. war geprägt von ständigen Auseinandersetzungen zwischen Konservativen und liberalen Konstitutionalisten um die Macht im Staat. Die außenpolitischen Niederlagen setzten Gabriel X. im Innern unter zunehmenden Druck. Um seine Stellung zu sichern, löste er sich endgültig von seinen liberalen Beratern und berief 1825 den Konservativen Bernardo Graf Dirán zum Leitenden Minister. Dieser beschnitt die zuvor gewährten Freiheiten wieder stark und versuchte, die autoritäre Stellung des Königs zu sichern. Als Vorwand galt die Ermordung des Thronfolgers Philipp Albert, Fürst von Sarmay im Jahr 1829.

In den 1840er Jahren verstärkten sich schließlich die reaktionären Tendenzen des Königs zusehends. 1842 ernannte er den Konservativen Fernando Conte de Lesta zu seinem Kronkanzler und ersten Minister, der ihm fortan bis 1848 dienen sollte und für die liberale Opposition zum Inbegriff der monarchischen Reaktion wurde. Dieser nutzte ein erfolgloses Attentat auf den König im Herbst 1842 dazu, die Pressefreiheit einzuschränken und gegen den Willen des Parlaments Verordnungen zu erlassen. Mehrmals kam es zu Attentasversuchen auf König und Kronkanzler, die allesamt zu weiteren Gesetzesverschärfungen führten, die Vierziger Jahre in Sagradien werden daher auch als „Decada del Terror“ bezeichnet.

Die Jahre 1846/1847 wurden von einer Wirtschaftskrise in Sagradien geprägt, die das soziale Elend rapide verstärkte und zahlreiche Bauern und Arbeiter um ihre (nicht nur wirtschaftliche) Existenz brachte. Immer lauter wurde der Ruf der Opposition nach Reformen. Die französische Februarrevolution und die folgenden Unruhen in ganz Europa führten auch in Sagradien zu einem Klima des Protests und gewaltsamen Umsturzes. Im April kam es in Semest und anderen Großstädten zu gewaltsamen Aufständen gegen die Staatsgewalt, gegen die der Graf von Lesta hart vorging. Nach dem Ausbruch der Aprilrevolte 1848 musste der König im Mai ein liberales Ministerium einsetzen, ehe er wieder nach Sagradien zurückkehren konnte. In den Folgemonaten hatte der König mit der Niederschlagung eines regionalistischen Aufstandes in Tulis zu kämpfen, wo die „Asumarische Republik“ ausgerufen worden war. Im Laufe des Sommers erhielt der König die Oberhand zurück und ging bald zu einer Obstruktionspolitik gegenüber den liberal dominierten Ständen über.

1849 starb der König im hohen Alter von 77 Jahren. Ihm folgte sein liberaler gesinnter Sohn Lucien I. als König nach, der die "Emilianische Restauration" beendete und eine "Liberale Ära" in der sagradischen Geschichte einleitete.