Vereinigte Linkspartei: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 15:41, 24. Jan 2023
| Partíu Cojunto de Sinistra Vereinigte Linkspartei | ||
| Generalsekretärin | Antónia Mas | |
| Vizegeneralsekretär | Selle Frei-Marián | |
| Gründung | 1920 (als SSIC) | |
| Jugendorganisation | Jovenes Comunistas i de la Sinistra | |
| Zeitung | l'Humanitá | |
| Ausrichtung | Dem.Sozialismus Marxismus Antikapitalismus Euroskeptizismus | |
| Position | Links | |
| International | ||
| Europapartei | Europäische Linke | |
| EP-Fraktion | Vereinte Europäische Linke/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL) | |
| Farbe | rot | |
Der Partíu Cojunto de Sinistra (kurz PCS, deutsch Vereinigte Linkspartei) ist eine sozialistische Partei in Sagradien und die älteste Partei des Landes. Sie wurde 1920 unter dem Namen Sección Sagradêsa de l'Internacional Comunista (SSIC) gegründet und trug zwischen 1921 und 1992 den Namen Partíu Comunista Sagradês (Sagradische Kommunistische Partei).
1940 verboten, wurde die Partei im Untergrund fortgeführt und 1943 wiedergegründet. Ihre größten Erfolge bei Wahlen konnte sie in der unmittelbaren Nachkriegszeit unter Generalsekretär Santiago Catarela feiern, verlor in den 1950er und 1960er Jahren aber im Zuge des Ost-West-Konflikts an Zuspruch. Seit den 1970er Jahren öffnete sich die Partei unter dem langjährigen Generalsekretär Dián Aliureto Chabonet einem eurokommunistischen Kurs und stützte mehrere Jahre lang eine sozialistische Minderheitsregierung unter Joán Caval.
In der Umbruchsituation der Jahre 1989-91 mit dem Ende des real existierenden Sozialismus in Osteuropa brach die Partei endgültig mit langjährigen leninistischen Prinzipien. Im Zuge ihrer Trennung vom Kommunismus als Leitideologie benannte sich die Partei im Jahr 1992 in Vereinigte Linkspartei um, das Kürzel "PCS" blieb dabei bestehen. Unter der Führung von António Fiali und Oscar Ricardo Escova verfolgte die Partei einen reformsozialistischen Kurs und trat bei Wahlen als Führungskraft im linken Wahlbündnis Unitá de la Sinistra an. Seit 2006 ist die Partei integraler Bestandteil der linken Sammlungspartei Sinistra Democrática Unida (SDU).
Inhaltsverzeichnis
- 1 Geschichte
- 1.1 Ursprünge und Gründung
- 1.2 Die Kommunisten in den Zwanziger und frühen Dreißiger Jahren
- 1.3 Volksfrontjahre
- 1.4 Verbot, Widerstand und Regierungsbeteiligung im Zweiten Weltkrieg
- 1.5 Unmittelbare Nachkriegsjahre und Demokratische Koalition
- 1.6 Im Zeichen des Kalten Kriegs: Die KPS in den Fünfziger und Sechziger Jahren
- 1.7 Die Siebziger: Regierungsbündnisse und Eurokommunismus
- 1.8 Krise der Achtziger Jahre
- 1.9 Wende von Noyar und Gründung des Wahlbündnisses Unitá
- 1.10 Programm von Ligre North und Zusammenarbeit in der Regierungsmehrheit
- 1.11 Sinistra Democrática Unida
- 2 Programm
- 3 Aktuelle Strömungen
- 4 Internationale Verbindungen und Vorfeldorganisationen
- 5 Wahlergebnisse
- 6 Führungspersönlichkeiten
Geschichte
Ursprünge und Gründung
Die sagradische Arbeiterbewegung, die sich seit dem späten 19. Jahrhundert vor allem im Partíu Socialista organisierte, war wesentlich in einen reformistischen und einen revolutionären Flügel gespalten, aus dessen Tradition heraus auch der Partíu Comunista entstand. Die KPS ging 1920 als sagradische Sektion der Dritten Internationale (Komintern) aus Teilen der 1917 von der sagradischen Sozialistischen Partei abgespalteten Authentischen Sozialistischen Partei (PSA) hervor. Diese hatte sich besonders im Protest gegen die im August 1917 erfolgte Beteiligung sozialistischer Minister an der Regierung Calbane sowie aus einer unterschiedlichen Beurteilung der bolschewistischen Bewegung in Russland von der reformistischen Mehrheit des PS getrennt. 1920 trat der PSI zusammen mit einer linken Minderheit des Rest-PS um Julen Cresca der Dritten Internationale (Komintern) bei, woraufhin sich der reformistische Flügel abspaltete und wie im Falle der Demokratischen Marxisten Daniel Moscús in den PS zurückkehrte oder wie im Falle des Partíu Marxista Integralista von Gabriel Acosta fortan eigenständig operierte. Zum 1. Januar 1920 kam es zur Fusion des Partíu Socialista – Sección de la Internacional Comunista (PS-SIC) von Julen Cresca und der Rest-PSI unter Lorenzo Sabal zur Sección Sagradêsa de la Internacional Comunista (SSIC), die sich seit 1921 Partíu Comunista Sagradês nannte.
Unter Sabals Führung umfasste die PCS Sabals Nascença Revolucionária, die Comunistas Internacionalistas (CI) von Julen Cresca sowie die linksradikalen rätekommunistischen Lavoradores Socialistas (LS) von María Natxaret. Alle diese Strömungen begrüßten mehr oder weniger stark die Ereignisse der Russischen Oktoberrevolution und versuchten die Revolution auch im eigenen Land herbeizuführen. Dennoch kam es in der Partei schnell zu Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen Gruppen mit ihren je eigenen Vorstellungen, in denen Sabals Anhänger bald die Oberhand gewannen und zahlreiche als Opportunisten diffamierte Gegner ausschließen konnte, darunter den gesamten Räteflügel.
Die Kommunisten in den Zwanziger und frühen Dreißiger Jahren
Obwohl die Kommunisten das parlamentarische System ablehnten, beteiligten sie sich bereits kurz nach ihrer Gründung an Wahlen. Bei den Parlamentswahlen 1921 konnten die Kommunisten 30 Sitze in der Abgeordnetenkammer gewinnen, 1925 33 und 1926 bereits 50. In den Zwanziger Jahren stieg die Partei zur Massenpartei auf und erreichte ihr vorerst bestes Ergebnis nach der Weltwirtschaftskrise bei den Parlamentswahlen 1932 mit knapp 15 Prozent der Stimmen. Zu Hochburgen der Kommunisten wurden bald der industrialisierte Norden Ceundalias um Portofín, die Hafenstadt Ligre North, die Industriegebiete in Bordez und Sarmay sowie die sagradischen Großstädte Semest, Óstino, Tulis und Artir.
Während die Sozialistische Partei in den Zwanziger Jahren selbst zu einer Stütze der parlamentarischen Demokratie wurde und sich sogar direkt an Koalitionsregierungen mit liberalen Kräften beteiligten, bekämpften die Kommunisten die Republik als kapitalistisches Herrschaftssystem. Nachdem Lorenzo Sabal zunächst eine eigenständige Politik innerhalb der Komintern geführt hatte, gerieten die sagradischen Kommunisten nach 1924 immer stärker unter den Einfluss des Stalinismus. Politische Gegner wurden aus der Partei gedrängt und der Ton gegenüber den Sozialisten unter Joán Bertón zunehmend verschärft, deren Kurs bald als „Sozialfaschismus“ diffamiert wurde. Obwohl beide Arbeiterparteien zwischen 1925 und 1930 gemeinsam in der Opposition gestanden hatte, kam es zu keiner substantiellen Zusammenarbeit, sondern mitunter zu erbittert geführten Auseinandersetzungen.
Seit 1929/1930 versuchte die Partei, die sozialen Missstände infolge der Weltwirtschaftskrise zum gewaltsamen Widerstand gegen die als kapitalistisch und imperialistisch empfundene Republik zu nutzen. Auf kommunistischer Seite wurde zunächst zwischen der bürgerlichen Republik und ihren zunehmend erfolgreichen faschistischen Gegnern nicht unterschieden. Beide wurden als Inbegriffe des rechten Nationalismus gesehen. Dabei kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den faschistischen Aktionstruppen (Trōpas Accionistas) und den KP-nahen Rotgardisten (Guardas Rôixas). Bei den Dezemberwahlen 1932 erhielten die Kommunisten 85 Mandate in der Abgeordnetenkammer und stiegen damit stark in der Wählergunst auf, doch erreichte auch die antidemokratische Rechte weit über 50 Mandate im Parlament.
Die zunehmende Bedrohung der Demokratie durch rechtsautoritäre und klerikalfaschistische Bündnisse führten in der Folge KPS und PS näher zueinander und ließen den Kampf der Kommunisten gegen den Parlamentarismus in den Hintergrund gegenüber dem Abwehrkampf gegen den drohendne Faschismus treten. Wendepunkt in der Politik der Kommunistischen Partei war die Ermordnung des KP-Chefs Lorenzo Sabal im September und die folgende rechte Demonstrationsbewegung des 1. November 1934, die erstmals deutlich die Gefahr eines Sturzes der Republik von rechts an die Wand malte. Die folgenden kommunistischen Aufstände in Artir, Óstino und anderen Industriestädten wurden gewaltsam niedergeschlagen. Gleichzeitig erreichten Nachrichten von deutschen Kommunisten das Land, die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten gemeinsam mit Sozialdemokraten und linksbürgerlichen Kräften in Konzentrationslagern interniert wurden.
Volksfrontjahre
In der Folge setzte sich innerhalb der PCS-Führung mit der Wahl Narcís Coloms zum neuen Generalsekretär eine neue Denkweise durch, die versuchte, die Republik nicht mehr zu bekämpfen, sondern von innen heraus umzugestalten und gleichzeitig die Machtergreifung der Faschisten zu verhindern. Als Hauptgegner wurden nun nicht mehr die Sozialisten und Liberalen, sondern die Faschisten angesehen, die zum Umsturz ansetzten. Dagegen schlossen sich die Kräfte der Linken nun in einem republikanischen Schutzbündnis zusammen. Nach dem Vorbild der französischen Kommunisten trat die KPS bei den Parlamentswahlen im April 1936 unter Coloms Führung als Teil der linken Volksfront aus Sozialisten, Kommunisten und Radikalen an und erreichte mehr als 14 Prozent der Stimmen und 82 Sitze in der Abgeordnetenkammer. Gemeinsam gewannen die Volksfrontparteien eine absolute Mehrheit der Sitze in beiden Parlamentskammern und setzten schließlich den als Bündnispartner der Faschisten angesehenen Staatspräsidenten Gaitán Alemà Sobrantes ab. Zum Nachfolger wählten die Linksparteien den Generalsekretär des Partíu Socialista Santiago Laval. Dem ersten Volksfrontkabinett unter José António Saviola gehörten zwar keine Kommunisten an, die Partei hatte aber die parlamentarische Unterstützung zugesagt. Der Volksfrontkurs wurde im August 1935 auch durch den Weltkongress der Komintern gestützt.
Die Volksfrontregierung leitete in Sagradien zahlreiche soziale Reformen ein und stärkte die Gewerkschaftsbewegung, konnte die Republik letztlich aber nicht vor einem weiteren Auseinanderdriften, einer zunehmenden Radikalisierung der Rechten und einer ständigen bürgerkriegsähnlichen Atmosphäre bewahren. In Konkurrenz zur Linksregierung sammelte sich die Rechte in zahlreichen Bewegungen neu, wobei es auch zur vereinzelten Zusammenarbeit der faschistischen Divisionisten von León Francês mit der katholischen Unión Popular von Manuel Sants kam.
Anders als die Regierungspartner unterstützten die Kommunisten mit zahlreichen Freiwilligen die Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg, konnte aber keine offizielle Unterstützung der Republikaner durch das sagradische Militär bewirken. Die Ermordung der KP-Politikerin Mercé Restruç durch Divisionisten und zunehmende Spannungen im Volksfrontbündnis führten 1937 zum vorläufigen Ende der Zusammenarbeit. Die KPS erklärte die Volksfront für gescheitert, Verhandlungen zu einer Neuauflage kamen zu keinem Ergebnis mehr. In der Folgezeit kehrte die Kommunistische Partei wieder auf einen Konfrontationskurs zu den parlamentarischen Regierungen zurück.
Verbot, Widerstand und Regierungsbeteiligung im Zweiten Weltkrieg
Nach der Ermordnung Santiago Lavals im Februar 1938 und dem Sieg der Rechten bei der Parlamentswahl 1939 geriet die Kommunistische Partei zunehmend in die Defensive. Nachdem es unmittelbar nach der Wahl bereits Maßnahmen gegen die Partei und ihre Presseorgane gekommen war, wurde die KPS nach Beginn des Zweiten Weltkriegs und Bekanntwerden des Hitler-Stalin-Pakts verboten, ihre Parlamentsmandate wurden aberkannt. In der Folge versuchte die Partei ohne ihren nach Moskau geflohenen Generalsekretär Santiago Catarela im Untergrund weiterzubestehen.
Nach dem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion und dem Eintritt Sagradiens in den Zweiten Weltkrieg im Dezember 1941 kämpften zahlreiche Kommunisten auf sagradischer Seite und beteiligten in den besetzten Gebieten Nordsagradiens wesentlich an der Organisation des antifaschistischen Widerstands. Dort spielten Kommunisten wie Carles Salas und Santo Cortez an der Seite von Sozialisten und Linkskatholiken eine führende Rolle. Die Batallones Rôisas wurden landesweit berüchtigt und brachten den Kommunisten zusätzliche Sympathien ein.
Mit dem Ende des Kriegs wurde die Sagradische Kommunistische Partei wieder legalisiert. Santiago Catarela kehrte daraufhin nach Sagradien zurück. Im Januar 1945 wurden erstmals überhaupt kommunistische Minister in die Regierung Dini aufgenommen.
Unmittelbare Nachkriegsjahre und Demokratische Koalition
Durch ihre Beteiligung am Widerstand und ihren Einsatz im Krieg konnte die KPS deutlich an Popularität im Land gewinnen und wurden bei den Wahlen zur Nationalversammlung 1945 mit 20,9 Prozent der Stimmen drittstärkste Kraft hinter den Sozialisten und den Christdemokraten und deutlich vor den liberalen Parteien MRL und Partíu Radical. Gemeinsam mit Volkspartei, PS und Radikalen bildeten die Kommunisten eine breite Demokratische Koalition, die für eine neue parlamentarische Verfassung und eine politische Kultur des Konsenses eintrat. Bis 1946 gehörten die Kommunisten allen provisorischen Regierungen der so genannten Demokratischen Koalition an, in der die Kommunisten Carles Salas und Aliureto Nacesta Ministerposten übernahmen.
Zu dieser Zeit entwickelte sich in Sagradien eine ausgeprägte kommunistische Gegenkultur und die Ansätze eines kommunistischen Arbeitermilieus aus der Zweiten Republik verfestigten sich. Die KPS konnte die Unterstützung zahlreicher einflussreicher Intellektueller gewinnen. Gemeinsam mit den Sozialisten bauten Kommunisten nun auch die neue Einheitsgewerkschaft CSSL auf, welche die Interessen aller Arbeiter vertreten sollte. Im Gegensatz zur äußeren Rechten, die an den Rand gedrängt und von jeder Regierungsbeteiligung ausgeschlossen wurde, standen die Kommunisten in engem Kontakt zu den Parteien der Mitte und wurden in die wichtigsten Entscheidungen der unmittelbaren Nachkriegszeit und die politischen und sonstigen Aufbauarbeiten voll eingebunden.
Im Zeichen des Kalten Kriegs: Die KPS in den Fünfziger und Sechziger Jahren
Die Phase der kommunistischen Mitarbeit innerhalb der Demokratischen Koalition endete im Frühjahr 1947 mit dem Beginn des Kalten Krieges, den Auseinandersetzungen um den Marshall-Plan und dem Ausschluss der KPS aus der Regierung Ilpa. Unter dem starken Einfluss von Carles Salas, der 1949 auch zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei gewählt wurde, sprach sich die Kommunistische Partei gegen die Bindung Sagradiens an die Vereinigten Staaten aus und verhielten sich loyal zur stalinistischen KPdSU. Gleichzeitig distanzierten sich die früheren Koalitionspartner von der KPS und entwickelten zunehmend einen antikommunistischen Konsens.
In den 1950er Jahren blieb die KPS auf einem starr stalinistischen Kurs und kritisierte auch die Niederschlagung der Ungarischen Revolution 1956 durch sowjetische Truppen nicht, was ihr großen Schaden bereitete und in der Wählergunst absinken ließ.
Eine Gruppe von KP-Dissidenten, welche die Ereignisse in Ungarn scharf verurteilten, wurden ausgeschlossen und gehörten daraufhin zu den Gründern des Partíu Socialista Sagradês (PSS). Bei den Kammerwahlen 1958 verloren die Kommunisten sechs Prozentpunkte und fielen auf 11 Prozent der Stimmen ab. Das Projekt der linken Einheitsgewerkschaft scheiterte schließlich auch. 1949 verließen die Kommunisten die sozialistisch dominierte CSSL und gründeten die neue CGL als kommunistische Gewerkschaft.
Unter Generalsekretär Santo Cortez begann in der Folge unter dem Einfluss jüngerer Politiker in der Partei eine sachte Distanzierung von der KPdSU, die der Partei Probleme und Auseinandersetzungen sowie zahlreiche Ausschlüsse von Stalinisten und Maoisten brachte. Die KPS blieb auch in den Sechziger Jahren eine kommunistische Kaderpartei mit zentralistischer Führung, doch stärkten die Wahlniederlagen von 1963 (10 Prozent) und 1967 (8,2 Prozent) die reformistischen Kräfte in der Partei, die zunehmend das polyzentristische Konzept der italienischen Kommunisten befürworteten und eine stärkere Loslösung von Moskau befürworteten.
Die Siebziger: Regierungsbündnisse und Eurokommunismus
Der 1966 zum Generalsekretär des PCS gewählte Dián Aliureto Chabonet sah, dass der streng auf Moskau gerichtete Kurs der Partei nicht länger aufrecht erhalten bleiben konnte, wollte die Partei ihren Einfluss nicht ganz verlieren. Die Studentenproteste von 1968, der führende KP-Funktionäre ihr revolutionäres Potenzial absprachen und in der die KP nur eine geringe Rolle spielte, sowie die Niederschlagung des Prager Frühlings führten dazu, dass sich Chabonet zunehmend von der Sowjet-KP distanzierte.
Nach dem Vorbild der KP Italiens deutete Chabonet bereits 1969 die allmähliche Lösung von Moskau im Sinne des Polyzentrismus an. Die zeitweise Zusammenarbeit der konservativen Regierung Favale mit der populistischen und vielen als neofaschistisch erscheinenden Volksbruderschaftsbewegung António Álvaro Blanxards weckte zudem Erinnerungen an die Spätphase der Zweiten Republik und stärkten das Bewusstsein in der KPS für die Errungenschaften der parlamentarischen Demokratie.
Vor den Parlamentswahlen 1970 plädierte Chabonet für einen demokratischen Wechsel und schloss ein neues Linksbündnis nicht aus. Bereits im Vorfeld der Wahlen kam es zu Kontakten zwischen Chabonet und dem sozialistischen Strategen Stefano Nacoma, die sich über ein mögliches Linksbündnis nach den Wahlen verständigten. Nach einem Kantersieg der sagradischen Sozialisten unter ihrem charismatischen Spitzenkandidaten Joán Caval, die erstmals mehr als 40 Prozent der Stimmen errangen und deutlich stärkste Kraft wurden, kam es zum Pakt zwischen Sozialisten und Kommunisten. Fortan unterstützte die KPS eine sozialistische Minderheitsregierung, die mithilfe der Kommunisten zahlreiche soziale und gesellschaftliche Reformen durchsetzte. Der neue Kurs der kontruktiven parlamentarischen Arbeit blieb zwar parteiintern umstritten, brachte der KPS aber einen starken Bedeutungsgewinn ein und machte sie wieder zu einem politischen Machtfaktor. Die neue Rolle als Mehrheitsbeschaffer wurde vom Elektorat begrüßt und brachte der Partei wieder steigende Wahlergebnisse. Mit 12,4 Prozent der Stimmen bei der Wahl 1974 bauten die Kommunisten ihren Einfluss aus und etablierten sich als Partner der Sozialisten. Diese Zusammenarbeit endete erst 1976 mit den zunehmenden Spannungen zwischen Linken und Rechten im Land im Zuge mehrerer terroristischer Anschläge.
Als die Kommunistischen Parteien Italiens, Spaniens und zeitweise auch Frankreichs seit Mitte der Siebziger Jahre das Konzept des Eurokommunismus prägten, gehörte die KPS unter Dián Aliureto Chabonet zu den Befürwortern der neuen Linie. Von der Diktatur des Proletariats als Ziel nahm die Partei Abstand und akzeptierte die parlamentarische Demokratie, vermied aber einen generellen Bruch mit Moskau und der orthodoxen Fraktion in der Partei.
Krise der Achtziger Jahre
Auch nach dem neuerlichen Gang in die Opposition 1976 blieben die Reformer in der Partei tonangebend und erreichten bei den Regionalwahlen 1977 die Bildung mehrerer linker Bündnisregierungen. Das Scheitern einer Neuauflage des sozialistisch-kommunistischen Bündnisses im selben Jahr sowie die folgende Bildung einer Großen Koalition führten aber zu einem neuerlichen Konfrontationskurs der Partei gegenüber den Sozialisten. Die Kommunalwahlen 1980 und die folgende Regionalwahlen 1981 brachten den Kommunisten in einigen Schlüsselstädten herbe Niederlagen ein und führten zu einer neuerlichen Diskussion um die richtige Strategie und um das Verhältnis zur KPdSU. Auf dem Parteitag im Herbst 1981 legte Chabonet schließlich nach 25 Jahren sein Amt als Generalsekretär der Partei nieder. Er hinterließ eine zwischen Reformern und Orthodoxen gespaltene Partei.
Chabonets Nachfolger Lorenzo Beregas führte die Partei in den Achtziger Jahren durch eine anhaltende Krise. Abnehmender Zuspruch bei Wahlen, sinkende Mitgliederzahlen und zunehmende Konkurrenz aus dem linksalternativen und grünen Lager schwächten die Partei nachhaltig. Zudem blieben die Spannungen zwischen Eurocomunistas und Moscovistas erhalten. Keine der beiden Richtungen aber versprach ein zukunftsfähiges Konzept: während die Orthodoxen an den alten Lehren festhielten und den Eurokommunismus allenfalls zeitweise als elektorale Strategie akzeptierten, bestand bei den Eurokommunisten die Gefahr einer Anpassung an die sozialdemokratische Linke. Zwar bemühte sich die Partei, neue Themen wie Ökologie und Feminismus zu integrieren, dies führte aber zu einer ansteigenden Entfremdung mit dem proletarischen Kern der Wählerschaft.
Wende von Noyar und Gründung des Wahlbündnisses Unitá
Die Reformprozesse in der Sowjetunion unter Michail Gorbatschow und die sich anbahnenden Reformprozesse in Mitteleuropa bestärkten schließlich die Reformisten in der Partei, den eurokommunistischen Kurs fortzusetzen und in die innerparteiliche Offensive zu gehen, um die Lähmung der Partei zu überwinden.
Im Vorfeld des Parteitags der KP im März 1989 sammelten sich in der Partei die Reformkräfte mit dem Ziel einer inhaltlichen und personellen Neuausrichtung. Zum führenden Protagonisten der reformkommunistischen Gegenbewegung wurde der sagradisch-argentinische Gewerkschafter António Fiali, seit 1985 stellvertretender Generalsekretär der kommunistischen Gewerkschaft CGL, der das Ziel hatte, mit dem orthodoxen Kommunismus zu brechen, die Partei für einen reformierten Kommunismus und neue postmaterialistische Themen zu öffnen und eine Allianz der Kommunisten mit der alternativen Linken zu begründen. Mit dem Umbruch in Osteuropa im Rücken gelang es den Reformadores auf dem Wahlparteitag der Kommunisten im März 1989 in Noyar zwar nicht, ihren Leitantrag gegen das bisherige Partei-Establishment durchzusetzen. Darin waren u.a. eine tiefgreifende Parteireform, der Bruch mit den Prinzipien des demokratischen Zentralismus und des orthoxen Kommunismus sowie die damit verbundene Pluralisierung der Partei enthalten. Fiali erreichte aber einen Kompromissantrag mit der Parteiführung, die eine Öffnung der Partei hin zu pluralistischen Strukturen und Zielen versprach. Fiali wurde erstmals ins Politbüro der Partei berufen und erhielt den Posten eines Wahlbeauftragten und Parteikoordinators. De facto bildete er damit zusammen mit dem zentristischen Beregas eine Art Doppelspitze, in der Fiali zunehmen den Ton angab. In der Folge schmiedete er eine Allianz mit dem unorthodoxen radikal-kommunistischen Flügel aus einzelnen Trotzkisten, Maoisten und anderen Dissidenten gegen die zentristisch-orthodoxe Allianz, die in der Parteiführung dominierte. Gleichzeitig suchte er Kontakt zu anderen kommunistischen und nicht-kommunistischen Linksparteien mit dem Ziel eines Wahlbündnisses.
Auf dem Parteikongress in Artir im Februar 1990 setzte die Gruppe um Fiali ein umfangreiches Reformprogramm durch. Die Partei gab sich noch auf dem selben Parteikongress einen neuen Namen, ein neues Parteiensymbol und strich alle Bezüge zum Kommunismus aus dem Parteiprogramm. Stattdessen definierte sie den demokratischen Sozialismus als Leitvorstellung. Eine orthodoxe Minderheit verließ daraufhin die Partei und gründete den Partíu Comunista d'Unificación Proletária (PCUP) in Konkurrenz zur ihrer Meinung nach sozialdemokratisierten PCS.
Bei der folgenden Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1990 trat die PCS als Führungskraft im neuen Linksbündnis Unitá de la Sinistra (Unitá-PCS) an. Dem gehörten neben der PCS die Reste der linksalternativen Democrâcia Crítica, die in Aziz aus dem Partíu Comunista d'Aziz abgespaltene rot-grüne Sinistra Democrática Alternativa (SDA), der cuentezische Partidu d'Acciò Socialista de Cüentiz (PASC) sowie der linkssozialistische Partíu Socialista Sagradês (PSS) an. Bei der Wahl erhielt das Unitá-Bündnis 5,6 Prozent der Stimmen. Nach der Wahl wurde António Fiali zum Fraktionssprecher gewählt.
Auf dem Wahlparteitag der Kommunisten in Duerez im Dezember 1991 erklärte Beregas, der seinen Einfluss in der Partei zunehmend schwinden sah, seinen Rücktritt vom Parteitamt. Fiali konnte sich in einer Kampfabstimmung gegen den vom orthodoxen Flügel favorisierten Marcelo Carregas durchsetzen und wurde zum neuen Generalsekretär der Partei gewählt. In den Folgejahren versuchte Fiali, seine angestrebte Parteireform durchzusetzen, musste aber immer wieder Rücksichten auf die noch immer starken Traditionalisten in der Partei nehmen. Fiali zeigte sich mit den geschlossenen Kompromissen zunehmend unzufrieden. Auch die Dominanz der KPS im linken Wahlbündnis führte nun verstärkt zu Problemen mit den Bündnispartnern, die auf ihre Unabhängigkeit pochten.
Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1994 trat die PCS erneut im Bündnis Unitá an, fiel aber auf magere 4,2 Prozent der Stimmen zurück, was das schlechteste Ergebnis der Partei in der gesamten Nachkriegszeit darstellte. Der Negativtrend ging weiter, in der Folge verlor die PCS auf nationaler Ebene empfindlich an Einfluss und schnitt bei den Kommunalwahlen 1996 mit einem historischen Negativergebnis denkbar schlecht ab. Sie verlor die meisten ihrer Hochburgen und die Mehrzahl ihrer kommunalen Mandate. Von der Auflösung des kommunistischen Milieus profitierten vielerorts ausgerechnet die neue rechtspopulistische PSP von Joán De la Pênia, der die Unterschichten für seine Politik der Ausgrenzung und Polarisierung gewinnen konnte. Fiali erklärte daraufhin vor dem Parteikongress in Ligre North 1997 seinen Rückzug aus der engeren Parteiführung, um sich zukünftig auf seine Aufgaben im Parlament zu konzentrieren. De facto blieb er damit Aushängeschild und öffentlicher Parteiführer des Linksbündnisses.
Programm von Ligre North und Zusammenarbeit in der Regierungsmehrheit
Auf dem Parteikongress in Ligre North wurde 1997 der Parteizentrist Oscar Ricardo Escova zum neuen Generalsekretär gewählt.
Nach dem historischen Tiefpunkt der Partei bei den Kommunalwahlen 1996 und weiteren Zerfallserscheinungen im Unitá-Bündnis musste die Partei ihre Strategie überdenken. Selbst die Traditionalisten in der Partei mussten nun erkennen, dass die Partei eine strategische und programmatische Neuausrichtung brauchte. Auf dem Parteitag in Ligre North im Jahr 1997 nahm die Partei ein neues reform-orientiertes Parteiprogramm an, das als Brücke zu den neuen sozialen Bewegungen dienen sollte. Neben den klassischen Themen wurden nun auch Fragen der Emanzipation, der Friedenserhaltung und des Umweltschutzes angesprochen.
Für die Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998 präsentierte Escova schließlich António Fiali als Spitzenkandidaten eines erneuerten Unitá-Bündnisses, das nun auch ein nationales Sekretariat erhalten sollte und im Pacto de la Sinistra per l'Unitá stärker institutionalisiert wurde als zuvor. Fiali und Escova bildeten de facto in den folgenden Jahren ein Doppelgespann an der Partei- und Fraktionsspitze. Während Escova die Führung der KP und die Parteiorganisation übernahm, war Fiali für die Koordinierung des Bündnisses und mit der Außendarstellung zuständig. Zudem übernahm Fiali die Führung der Unitá-Gruppe in der Abgeordnetenkammer, die mit einem Wahlergebnis von mehr als 5 Prozent wieder angewachsen war. In den folgenden acht Jahren unterstützten die Linken mit ihren Bündnispartnern die rot-grüne Minderheitsregierung De la Costa, die das Ziel hatte, das Land nach acht Jahren konservativer Vorherrschaft zu reformieren und zu modernisieren.
Als Teil der Regierungsmehrheit kam es des öfteren zu Spannungen in der Partei um den Grad der Kooperation mit der Regierung De la Costa. Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002 fiel die Unitá-PCS auf 4,5 Prozent der Stimmen zurück. Es kam zu Diskussionen um die Erneuerung der Zusammenarbeit mit der rot-grünen Regierung, die schließlich im Jahr 2004 zum faktischen Bruch des Wahlbündnisses führte, als ein Teil der Unitá-Fraktion der Regierung ihre Unterstützung aufkündigte.
Bei der Europawahl 2004 erreichte die Unitá-Liste nur 3,4 Prozent der Wähler und damit weniger als der Partíu Republicano Socialista von Paulo Satyres, der sich als neue Konkurrenzpartei auf der Linken konstituierte. Bei den Regionalwahlen 2005 trat die Linkspartei in einigen Regionen alleine, in anderen als Teil eines neuen Linksbündnisses namens Democráticoes de la Sinistra Sagradêsa (DSS) an, das u.a. Dissidenten der sozialdemokratischen ASUL umfasste und von Fiali unterstützt wurde.
Sinistra Democrática Unida
Angesichts der neuen Konkurrenzsituation im linken Lager bemühte sich die Linkspartei intensiv darum, das Unitá-Bündnis zu erneuern und eine Zersplitterung zu verhindern. Schließlich kandidierte die PCS bei der Parlamentswahl 2006 in einem neuen Bündnis mit Paulo Satyres und anderen Dissidenten der regierenden ASUL. Die Sinistra Democrática Unida führte einen regierungskritischen Wahlkampf und konnte schließlich mit Fiali und Satyres an der Spitze 5,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.
Die Regionalwahlen 2009 und 2010 brachten dem Linksbündnis große Erfolge ein, das im Herbst 2010 in zehn von zwanzig Regionen mitregierte. Bei den Europawahlen 2009 zog das Bündnis mit vier Abgeordneten ins Europaparlament ein, darunter auch PCS-Chef Escova. Dieser gab auf dem Jubiläumskongress im Jahr 2010 sein Amt als Generalsekretär an seine bisherige Stellvertreterin Antónia Mas ab, die in der 90-jährigen Geschichte des PCS die erste Frau an der Parteispitze ist. Zum Stellvertreter Mas' wählten die Delegierten den jungen stellvertretenden Fraktionssprecher Nícola Mersenburg-López, der als einer der Vordenker der SDU und der antikapitalistischen Bündnisstrategie sowie als großer Hoffnungsträger der KPS gilt.
In der Opposition zur neuen Mitte-Rechts-Regierung Miquel Ánibal Luisantos intensivierte die Linkspartei zunehmend die Zusammenarbeit mit der außerparlamentarischen Linken und den Alterglobalisierungs- und Antikapitalismusbewegungen. Das Bündnis aus PCS und DSS wurde auf diesem Weg zur Keimzelle einer neuen vereinigten Linken, die sich im Vorfeld der vorgezogenen Kammerwahlen 2009 um die beiden Parteien bildete und auch von Trotzkisten und außerparlamentarischen Bewegungen unterstützt wurde. Mit der gemeinsamen linken Liste der Sinistra Democrática Unida (SDU) feierten die Linken schließlich bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2009 mit 7,2 Prozent der Stimmen einen großen Sieg und wurden viertstärkste Kraft im Parlament. Überraschend verzichtete der noch als Spitzenkandidat angetretene Fiali nach diesem Erfolg auf die erneute Führung der Fraktion und wurde zum Vizepräsidenten der Abgeordnetenkammer gewählt. Die SDU erhielt in der Folge ein gemeinsames institutionelles Gerüst und sollte als dauerhaftes Parteienbündnis bestehen bleiben.
Programm
In ihrem aktuellen Parteiprogramm bekennt sich die Vereinigte Linkspartei zum Ziel einer demokratisch-sozialistischen Gesellschaft ohne Klassengegensätze, in der sich alle Individuen der Gesellschaft frei und ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen entsprechend entfalten und in Frieden und Harmonie mit Natur und Umwelt leben können. Den Weg dahin sieht die PCS in einer "revolutionären Transformation" (trasformación revolucionária) der Gesellschaft, in der die kapitalistischen Strukturen überwunden, die "Emanzipation der Gesellschaft" erreicht und eine vollständige "demokratische Selbststeuerung" (autogestión democrática) der Bürger durchgesetzt wird. Die Partei versteht sich zudem als sozialistische, ökologische und emanzipatorische Partei und kämpft für die Gleichheit aller Menschen und aller sexueller Identitäten.
Aktuelle Strömungen
Aktuell existieren in der Partei verschiedene konkurrierende Strömungen, die zu drei Großgruppen zusammengefasst werden können:
Reformadores und Trasformadores
Die aus der eurokommunistischen Tradition stammenden Reformadores übernahmen 1989/90 die Führung und stellten bis 1993 mit António Fiali den Generalsekretär der Partei. Die seither verfolgte Strategie der unterschiedlichen Linksbündnisse ging stets auf die Reformisten zurück. Ideologische Vordenker der Reformisten sind die weitgehend intellektuell geschulten Trasformadores, die für einen modernen Sozialismus stehen, der Demokratie und Bürgerrechte betont und libertäre Elemente in sich aufnimmt. Der von diesen Erneuerern erdachte Sozialismus des 21. Jahrhunderts soll sich stark vom klassisch marxistisch-leninistischen Konzept unterscheiden. Politikstrategisch steht diese Gruppe Allianzen mit der linken Mitte nicht ablehnend gegenüber, ist mit der Frage aber weitaus weniger beschäftigt, als die pragmatisch orientierten Reformer, die sich zwar auf den Eurokommunismus berufen, ideologischen Fragen aber eher fern stehen und stattdessen Wege nach einem Machtgewinn der Linken, möglicherweise auch in Bündnissen mit den Sozialisten suchen. Diese Gruppe stützte seit 1997 den neuen Kurs der Doppelspitze aus António Fiali und Oscar Ricardo Escova und hat sich danach wesentlich für eine Öffnung der Partei und einen zielstrebigen, aber mit Rücksicht auf die anderen Gruppen behutsamen Wandel ausgesprochen. Sie befürwortet die Strategie der Linksbündnisse, ist aber gegenüber Bündnissen mit Trotzkisten und anderen linksradikalen Bewegungen kritisch eingestellt. In der praktischen Politik hat sich diese Gruppe stark sozialdemokratischen und keynesianischen Politikkonzepten angenähert.
Marxistas und Tradicionalistas
Das traditionalistisch-marxistische Lager betont stets die ideologische Authentizität und die marxistische Tradition der Partei. Es unterteilt sich jedoch nochmals in verschiedene Unterströmungen: Die Ortodoxas halten an einem orthodoxen marxistisch-leninistischen Konzept fest und verfechten weitgehend die reine Lehre des Kommunismus. Sie wurde nach den Erfahrungen der Neunziger Jahre nachhaltig geschwächt und stellt heute nur noch eine kleinere Minderheit in der Partei dar, die kaum über Einfluss verfügt. Neben den orthodoxen Kommunisten gehören auch diverse trotzkistische und sonstige marxistische und kommunistische Minderheiten zur Partei. Einflussreicher als Orthodoxe und Trotzkisten sind die moderaten Traditionalisten und Marxisten, die sich einer Zusammenarbeit mit den Sozialisten nicht unter allen Umständen verweigern, ansonsten aber zu keinen allzu großen Zugeständnissen bereit sind. Diese beiden Strömungen besaßen bis Mitte der Neunziger Jahre die Mehrheit in der Partei, wurden danach aber geschwächt und aufgerieben. Heute stellen sie eine Minderheit dar, die aber - vor allem die moderaten - für die Durchsetzung von Entscheidungen gebraucht wird.
Movimientalistas (Bewegungslinke)
Diese eher junge und in sich heterogene Strömung nahm innerhalb der Partei lange Zeit eine Außenseiterrolle ein, wurde in jüngerer Zeit aber zunehmend einflussreich. Die Movimentalisten stammen zu großen Teilen aus der jüngeren Generation und aus den kommunistischen Jugendorganisationen sowie aus gesellschaftlichen Bewegungen wie der Antiglobalisierungs-, Umwelt- und Frauenrechtsbewegung. Diese weitgehend undogmatischen Linken sehen die Rolle der Partei als Speerspitze einer breiten außerparlamentarisch verankerten Bewegung gegen Kapitalismus, neoliberale Globalisierung und Faschismus an und bemüht sich in diesem Rahmen auch aktiv um Bündnisse der Linkspartei mit anderen linken Bewegungen und Parteien. Zu den Movimientalisten können auch kleinere Minderheitengruppen wie Ökosozialisten, emanzipatorische Linke (die u.a. für ein bedingungsloses Grundeinkommen eintreten) und Altermondialisten gezählt werden, von denen viele, wenn auch bei weitem nicht alle, einer Zusammenarbeit mit den Sozialisten ablehnend oder kritisch gegenüberstehen. Mit dem politischen Aufstieg Nícola Mersenburg-López, der als diesen Strömungen nahestehend gilt und als Bindeglied zwischen Reformern (v.a. Erneuerern) und Bewegungskommunisten angesehen werden kann, haben die Bewegungskommunisten stark an Einfluss in der Partei gewonnen und ein Stück weit ihre Außenseiterstellung überwunden.
Internationale Verbindungen und Vorfeldorganisationen
Die Vereinigte Linkspartei war 2004 Gründungsmitglied der Europäischen Linken. Die Abgeordneten der Partei im Europäischen Parlament gehörten bis zu deren Spaltung 1989 der Kommunistischen Fraktion an und gehörte danach zur reformkommunistische GUE-Fraktion unter Führung der italienischen und spanischen Kommunisten. Seit 1995 gehören die sagradischen PCS-Abgeordneten der Fraktion „Vereinigte Europäische Linke – Nordische Grüne Linke“ (GUE/NGL) an.
Die Partei verfügt traditionell über sehr enge Verbindungen zur kommunistisch dominierten Gewerkschaft Comunitá General del Lavoro (CGL). Die kommunistische Jugendorganisation trägt den Namen Jovenes Comunistas Sagradés (JCS), der der kommunistische Studentenbund Liga Comunista de Estudiantes (LCE) nahesteht. Die politische Stiftung Istituto Lorenzo Sabal steht der Partei ebenso nahe wie das traditionsreiche Blatt l'Humanitá, das sich mehrheitlich im Parteibesitz befindet.
Wahlergebnisse
Ergebnisse bei nationalen Parlamentswahlen
| Wahljahr | Liste | Stimmanteil | Sitze / gesamt | Spitzenkandidat | ||
| 1921 | PCS | 22 / 499 | ||||
| 1925 | PCS | 25 / 499 | Lorenzo Sabal | |||
| 1929 | PCS | 32 / 521 | Lorenzo Sabal | |||
| 1932 | PCS | 45 / 529 | Lorenzo Sabal | |||
| 1936 | PCS | 60 / 529 | Narcís Colom | |||
| 1938 | PCS | 57 / 529 | Narcís Colom | |||
| 1945 | PCS | 20,1 % | 92 / 449 | Santiago Catarela | ||
| 1949 | PCS | 16,2 % | 84 / 511 | Santiago Catarela | ||
| 1953 | PCS | 14,2 % | 73 / 511 | Carles Salas | ||
| 1954 | PCS | 12,5 % | 65 / 511 | Carles Salas | ||
| 1958 | PCS | 11,2 % | 57 / 511 | Carles Salas | ||
| 1962 | PCS | 10,5 % | 57 / 511 | Santo Cortez | ||
| 1963 | PCS | 9,8 % | 52 / 511 | Santo Cortez | ||
| 1967 | PCS | 9,2 % | 48 / 511 | Dián Aliureto Chabonet | ||
| 1970 | PCS | 9,8 % | 55 / 511 | Dián Aliureto Chabonet | ||
| 1974 | PCS | 12,4 % | 66 / 511 | Dián Aliureto Chabonet | ||
| 1976 | PCS | 11,0 % | 59 / 511 | Dián Aliureto Chabonet | ||
| 1978 | PCS | 11,0 % | 59 / 511 | Dián Aliureto Chabonet | ||
| 1982 | PCS | 8,5 % | 46 / 511 | Lorenzo Beregas | ||
| 1986 | PCS | 7,2 % | 39 / 511 | Lorenzo Beregas | ||
| 1990 | Unitá | 5,6 % | 30 / 511 | Lorenzo Beregas | ||
| 1994 | Unitá | 4,2 % | 22 / 511 | António Fiali | ||
| 1998 | Unitá | 5,6 % | 29 / 511 | António Fiali | ||
| 2002 | Unitá | 4,5 % | 23 / 511 | António Fiali | ||
| 2006 | SDU | 7,3 % | 38 / 511 | António Fiali | ||
| 2009 | SDU | 9,0 % | 48 / 511 | António Fiali | ||
| 2013 | SDU | 6,9 % | 37 / 511 | Paulo Satyres Blanco | ||
| 2017 | SDU | 10,6 % | 56 / 511 | Nícola Mersenburg-López | ||
| 2019 | SDU | 8,3 % | 44 / 511 | Nícola Mersenburg-López |
Führungspersönlichkeiten
Generalsekretäre
- 1920-1922: kollektives Sekretariat
- 1922-1934: Lorenzo Sabal (†)
- 1934-1940: Narcís Colom (†)
- 1940-1949: Santiago Catarela
- 1949-1959: Carles Salas
- 1959-1966: Santo Cortez
- 1966-1981: Dián Aliureto Chabonet
- 1981-1991: Lorenzo Beregas
- 1991-1997: António Fiali
- 1997-2010: Oscar Ricardo Escova
- seit 2010: Antónia Mas
Spitzenkandidaten der Unitá-PCS 1990-2002
- 1990: Lorenzo Beregas
- 1994: António Fiali
- 1998: António Fiali
- 2002: António Fiali
Spitzenkandidaten der SDU seit 2006
- 2006: António Fiali
- 2009: António Fiali
- 2013: Paulo Satyres
- 2017: Nícola Mersenburg-López