Haus Santori: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Haus Santori''' (sagr. ''Casa Sántori'' oder tulin. ''Casa Sàntori'') ist ein aus dem Umland von [[Tulis]] stammendes europäisches Adelsgeschlecht. Die Santori herrschten seit dem 14. Jahrhundert über das [[Comitat Tulis]] und angefangen mit König [[Jakob III.]] 1457 bis 1563 und in den Linien ''Santori-Valier'' und ''Santori-Nadal'' bis 1746 als [[König von Sagradien|sagradische Monarchen]]. Von 1543/47 bis 1746 stellten die Santori die [[König von Cuentez|Könige von Cuentez]] sowie von 1521 bis 1580 die Könige von Portugal. In Südmicolinien herrschten Linien des Hauses Santori von 1490 bis 1745 über die [[Servettinische Lande|Servettinischen Lande]]. Zudem gehörten zeitweise Gebiete in Flandern, Südtirol und Norditalien sowie in Übersee zum santorischen Imperium.
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[[Bild:WappenHausSantori.jpg|thumb|200px]]
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Das '''Haus Santori''' (sagr. ''Casa Sántori'') ist ein ursprünglich aus [[Perin]] stammendes europäisches Adelsgeschlecht. Die Herren von Sántori herrschten seit dem 14. Jahrhundert neben ihren kleineren Stammgebieten im südlichen [[Perin]] über das [[Comitat Tulis]] und eroberten im [[Sechzigjähriger Krieg|Sechzigjährigen Krieg 1383-1443]] große Gebiete an der mikolinischen [[Blaues Meer|Blaumeerküste]], in [[Perin]], in der [[Eskada]] ([[Fürstentum Valier]]) und in [[Golen]] ([[Herzogtum Golen]], [[Fürstentum Sancristo]]).
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Durch geschickte Heiratspolitik stiegen die Sántori im 15. Jahrhundert zum Königshaus auf und stellten von 1457 bis 1757 die [[König von Sagradien|sagradischen Monarchen]], von 1521 bis 1580 die Könige von Portugal sowie von 1594 bis 1765 die [[Fürstentum Cuentez|Fürsten von Cuentez]]. In Südmikolinien regierten Linien des Hauses Santori von 1482 bis 1710 als Herren der [[Saloanischen Lande]]. Zudem gehörten umfangreiche Gebiete in Übersee zum Santori-Imperium.
 
   
 
   
=== Ursprung und Aufstieg zur Audakenwürde ===
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=== Ursprünge ===
Die Familie der Santori stammte ursprünglich aus dem Provinzadel im Umland von [[Tulis]]. Ihr Stammsitz war wohl die perinische Burg [[Santo Rei]], die ihnen den Namen gab. Erster nachgewiesener Namensträger der Familie war Corrado de Santori, der im späten 11. Jahrhundert als Herr von Brâix (''Sêinior de Brâix''), einer kleinen Herrschaft am Tule-Lauf Erwähnung findet und in Kontakt mit dem Senat von Tulis kam. Erstes belegtes Mitglied im Senat der Stadt aus dem Haus der Santori ist ein Jofré de Santori, der zwischen 1150 und 1165 in den Senat aufstieg und als Sohn eines gewissen Mafré de Santori benannt wird. Da dieser nicht als Herr von Brâix bezeichnet wird, stammt er wohl entweder aus einem Nebenzweig der Familie oder die Herrschaft war bis dahin bereits verloren gegangen.  
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Die Familie der Santori stammte ursprünglich aus dem sagradischen Adel. Ihr Stammsitz war wohl die perinische Burg ''Santo Rei'', die ihnen den Namen gab. Erster nachgewiesener Namensträger der Familie war [[Corrado de Sántori]], der im späten 11. Jahrhundert als Herr von Brâix (''Sêinior de Brâix'') Erwähnung findet, einer kleinen Herrschaft im nördlichen [[Fornat]]. Einer seiner Nachkommen Jofré de Sántori, Sohn eines Mafré de Sántori, trat als Heerführer des sagradischen Königs [[Gabriel Juvans]] bei der Belagerung von [[Tulis]] in Erscheinung. Da Jofré nicht als Herr von Brâix bezeichnet wird, stammt er wohl entweder aus einem Nebenzweig der Familie oder die Herrschaft war bis dahin bereits verloren gegangen.
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Als eigentlicher Stammvater der Familie gilt der als ''Sêinior de Sántori'' bekannte [[Don Piero]] (ca. 1150-1200), der mal als Adoptivsohn und mal als Schwiegersohn Jofré de Santoris bezeichnet wird und mit einer gewissen Maria, wahrscheinlich einer Tochter Jofrés verheiratet war. Angeblich gab dieser Don Piero von sich an, der uneheliche Sohn des sagradischen Königs [[Gabriel Juvans]] zu sein. Auch wenn die Verbindung der Santori zum König nachgewiesen ist, so ist es dennoch möglich, dass die Abstammung von König selbst eine spätere Fiktion der Santori war, um das Haus auf eine königliche Abstammung zurückführen zu können. In der Folge erreichten Mitglieder der Familie als Nachkommen Don Pieros wiederholt Ämter im Domkapitel der Stadt Tulis sowie höhere Priesterämter in Tulis und in [[San Vicente del Fornat]] und konnten ein gutes Netzwerk im tulinesischen Adel flechten. Das Hauptgebiet der Sántori blieb jedoch der Süden Perins, wo die Familie über mehrere Burgen verfügte.
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Einer der Nachkommen Pieros, [[Erresi de Sántori (Erzbischof)|Erresi de Sántori]], erreichte 1279 das Erzbischofsamt von Tulis und legte einen der finanziellen und sozialen Grundsteine für die Macht der Santori. Besonders seine Strategie, die Familie im Adel des Comitats zu etablieren und Heiratsverbindungen zum Grafengeschlecht der [[Callas]] zu knüpfen, sollte sich auszahlen. Aber auch militärisch gelangen den Santori Erfolge. Erresis Neffe [[Danadier de Santori]] wurde Visconte von Escarpe und eroberte größere Gebiete in Perin, die er der Hausmacht der Santori im Süden Perins und im Gebiet nördlich von Tulis hinzufügen konnte.
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=== Aufstieg zur Audakenwürde ===
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Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den [[Graf von Perin|Grafen von Perin]], den [[Markgraf von Golen|Markgrafen von Golen]] und den [[Conte von Tulis|Contes von Tulis]] um die Vorherrschaft im nördlichen Blaumeergebiet, die das gesamte 13. und frühe 14. Jahrhundert durchzogen, sowie die inneren Machtkämpfe zwischen den Adelshäusern [[Cornell]] und [[Machiês]] bildeten den Boden für den Aufstieg der Santori zur Herrschaft in Tulis. Hinzu kamen Auseinandersetzungen zwischen dem alten tulinesischen Senatsadel (''Nobiltá del Senàu'') und den aufstrebenden Neuadligen und bürgerlichen Handelseliten, die mit ihrem Reichtum eine wichtige Rolle in der Machtstellung des Comitats spielten und sich die Repräsentation in den Ständen erkämpft hatten. Die Herren von Santori erreichten schließlich, durch geschickte Bündnisse mit diesen aufstrebenden Schichten, eine zentrale Rolle im Machtgeflecht der sich mitten im sozialen Umbruch befindlichen Führungselite der Republik einzunehmen.
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Da die Santori selbst mit ihren Besitzungen in ständigen Konflikten mit den [[Graf von Perin|Grafen von Perin]] standen, verbündeten sie sich schließlich mit den tulinesischen Contes aus dem Haus [[Callas]] im Krieg gegen Perin. Nach dessen Aussterben Ende des 12. Jahrhunderts übernahmen die Sántori einen Teil der Callas-Partei im tulinesischen Adel. Erresis Neffe und Protegé [[Arcélio de Sántori]] wurde 1309 als Ehemann von [[Carlina de Callas]] als erstes Familienmitglied zum [[Conte von Tulis]] gewählt. Seine Wahl verdankte er neben seinen familiären Beziehungen dem Geld seines greisen Großonkels sowie den eingebrachten Ländereien, die nun nach dem Willen des Stadtadels in die Oberhoheit des Comitats übergehen sollten. Arcélio hatte die Audakenwürde bis zu seinem Tod 1324 inne. Es gelang ihm, die Politik enger Heiratsverbindungen mit den angesehendsten tulinesischen Familien fortzuführen. Außerdem verteidigte er die Stadt 1323, kurz vor seinem Tod, erfolgreich gegen einen Angriff des Grafen von Perin und errang damit ein sehr großes Ansehen im tulinesischen Volk und den Ehrentitel eines ''Defensor Civitatis''.  
  
Als eigentlicher Stammvater der Familie gilt der als ''Sêinior de Santori'' bekannte [[Don Piero]] (ca. 1170-1220), der mal als Adoptivsohn und mal als Schwiegersohn Jofré de Santoris bezeichnet wird und mit einer gewissen Maria, wahrscheinlich einer Tochter Jofrés verheiratet war. Angeblich gab dieser Don Pietro von sich an, der uneheliche Sohn des sagradischen Königs [[Gabriel Juvans]] zu sein. Es ist jedoch möglich, dass dies eine spätere Fiktion der Santori war, um das Haus auf eine königliche Abstammung zurückführen zu können. In der Folge erreichten Mitglieder der Familie als Nachkommen Don Pieros wiederholt Ämter im Domkapitel und höhere Priesterämter und konnten ein gutes Netzwerk in der Stadt und im umliegenden Adel flechten. Einer der Nachkommen Pieros, [[Maximilián de Santori]], erreichte 1290 das Erzbischofsamt von Tulis und legte einen der finanziellen und sozialen Grundsteine für die Macht der Santori. Sein Neffe [[Alêsi de Santori]] wurde Visconte von Escarpe und eroberte größere Gebiete in Perin, die er der Hausmacht der Santori in Perin und im Gebiet um Tulis hinzufügen konnte.
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[[Bild:AzzoneVisconti.jpg|thumb|200px|[[António de Sántori]], [[Conte von Tulis]] (1390-1416)]]
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Nachdem sich sein minderjähriger Sohn David gegen die [[Machiês]] vergeblich um das Amt des Audakgrafen bemüht hatte, kam es 1342 zur erfolgreichen Einnahme der Stadt durch Truppen des Grafen von Perin, der sich mithilfe der [[Machiês]] selbst zum ''Sêinior de Tùles'' machte. Die Brüder [[Arcélio de Sántori der Jüngere]], Graf von Barreste, und [[Floren de Sántori]] nahmen in der Folge die Stadt ein und vertrieben die perinischen Truppen. [[Floren de Sántori]] wurde daraufhin Regent der Stadt, heiratete die Tochter des amtierenden Conte [[Arcélio Cornell]] und erhielt nach dessen Tod 1346 selbst die Audakenwürde. In der Folge sicherte er sich die Herrschaft im Comitat auch gegen Putsch- und Mordversuche und errang in seinen 24 Amtsjahren eine große Machtstellung, die ihm auch die Nachfolge seiner Söhne im Audakenamt sicherte. Nach seinem Tod wurde sein jüngerer Sohn [[Iacinto de Sántori]] per Akklamation durch die pro-santorische Adelspartei zum Nachfolger bestimmt.
  
Maximilians Großneffe und Protegé [[Arcélio de Santori]] wurde schließlich 1329 als erstes Familienmitglied zum [[Conte von Tulis|Stadtgrafen]] (Conte Audáciu) von Tulis gewählt. Seine Wahl verdankte er vor allem dem Geld seines greisen Großonkels sowie den eingebrachten Ländereien, die nun nach dem Willen des Stadtadels in die Oberhoheit des Comitats übergehen sollte. Arcélio hatte die Audakenwürde bis zu seinem Tod 1345 inne. Es gelang ihm, enge Heiratsverbindungen mit den angesehendsten tulinesischen Familien zu knüpfen. Außerdem verteidigte er die Stadt 1344, kurz vor seinem Tod, erfolgreich gegen einen Angriff des Fürsten von Perin und errang damit ein sehr großes Ansehen im tulinesischen Volk und den Ehrentitel eines ''Pater Patriae''. Nachdem sich sein Sohn David 1360 vergeblich um das Amt des Stadtgrafen bemüht hatte, kam es 1362 zur erfolgreichen Einnahme der Stadt durch Truppen des Fürsten von Perin, der sich mithilfe der [[Machiês]] und [[Callas]] selbst zum ''Sêinior de Tules'' machte, woraufhin die Brüder [[Arcélio de Santori der Jüngere]], Graf von Barreste, und [[Julio de Santori]] die Stadt einnahmen. Julio heiratete daraufhin die Tochter des amtierenden Conte [[Arcélio Cornell]] und erhielt nach dessen Tod 1366 selbst die Audakenwürde. In der Folge sicherte er sich die Herrschaft in der Stadt auch gegen Putsch- und Mordversuche und errang in seinen 24 Amtsjahren eine große Machtstellung, die sein Sohn [[António de Santori]] seit 1390 noch ausbauen konnte. Antónios Wahl war auf großen Druck hin geschehen und wurde von den Gegnern der Santori in der Stadt um die Familien [[Machiês]] und [[Callas]] angefochten. António musste für kurze Zeit die Stadt verlassen, doch gelang es den verbündeten Machiês und Callas nicht, sich auf einen Nachfolger zu einigen. Nach mehreren Tagen kehrte António von Sagradien aus mit einem angeworbenen Heer in die Stadt zurück und trat seine Herrschaft als Conte an.
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Dagegegen musste sich dessen Neffe [[António de Sántori]] das Amt erneut erkämpfen. Nachdem Iacinto ohne Sohn gestorben war, drängte die anti-santorische Partei auf eine formelle Wahl des neuen Conte. Die Entscheidung zugunsten António de Sántoris geschah daraufhin auf großen Druck der prosantorischen Partei und wurde von den Gegnern der Sántori in der Stadt um die Familien [[Machiês]] und [[Cornell]] angefochten. António musste für kurze Zeit die Stadt verlassen, doch gelang es den verfeindeten Machiês und Cornell nicht, sich einmütig auf einen Nachfolger zu einigen. Nach mehreren Wochen kehrte António von Sagradien aus mit einem angeworbenen Heer in die Stadt zurück und trat seine Herrschaft als Conte an.
  
 
=== Bündnis mit dem Haus Vesaey und Königtum ===
 
=== Bündnis mit dem Haus Vesaey und Königtum ===
Unter Antónios autoritärer Herrschaft, in der er stadtinterne Rivalen weitgehend ausschaltete, geriet das bis dahin republikanische Tulis faktisch unter die monarchische Herrschaft der Santori-Dynastie. In der Folge suchte António, die Verbindungen der Familie zum sagradischen Adel zu intensivieren. Bereits 1370 war Antónios Onkel [[Arcélio de Santori der Jüngere]] durch Heirat zum Grafen von Barreste aufgestiegen, Antónios Schwester María Sara heiratete später den Grafen von Tesqué und wurde zur Mutter des späteren [[Herzog von Scantia|Herzogs von Scantia]]. António de Sántori griff in der Folge in den sagradischen [[Bürgerkrieg der zwei Herzöge]] auf Seite [[Michael I.|Miguel de Vesaeys]] ein, der ihm seine Tochter Isabella zur Frau gab. António wurde zum [[Fürst von Valier|Fürsten von Valier]] erhoben und in den sagradischen Hochadel aufgenommen. Mit ihm beginnt der rasante Aufstieg der Santori im europäischen Konzert. Die Ehe besiegelte ein neues Bündnis zwischen Tulis und der sagradischen Krone, die im Kampf gegen Micolinien unbedingt auf die finanzielle Unterstützung der weitgehend unabhängigen und reichen Hafenstadt angewiesen war. In Tulis hatte man seit Langem Angst vor einer micolinischen Eroberung und erhoffte sich, durch das neue Bündnis den aufstrebenden Staat im Westen eindämmen zu können. Antónios ältester Sohn [[David de Santori]], 1413 erstmals zum Conte akklamiert, heiratete in erster Ehe Lara von Nonthí, nach deren Tod dann in Erneuerung des santorisch-vesaeyischen Bündnisses [[Isabella von Vesaey]], die einzige erbberechtigte Tochter König [[Michael II.|Miguels II.]] aus dessen Ehe mit María von Sollar. Nach dem Tod König Miguels II. fiel die Königskrone an Davids Sohn [[Jakob III.|Santiago]] aus der Ehe mit Isabela, der 1457 als König Jakob III. den sagradischen Thron bestieg. Damit wurde die königliche Linie der Santori gegründet.
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Unter Antónios autoritärer Herrschaft, in der er innenpolitische Rivalen weitgehend ausschaltete, geriet das so lange quasi-republikanisch regierte Tulis faktisch unter die monarchische Herrschaft der Santori-Dynastie. In der Folge suchte António die Verbindungen der Familie zum sagradischen Adel zu intensivieren. Bereits Antónios Großonkel [[Arcélio de Santori der Jüngere]] war durch Heirat zum Grafen von Barreste aufgestiegen, Antónios Schwester María Lara heiratete später den [[Graf von Tesqué|Grafen von Tesqué]], Antónios eigene Mutter Johanna von Nonthí war eine Tochter des Grafen von Nonthí, der in zweiter Ehe mit einer Schwester des Herzogs [[Michael I.|Miquel de Vesaey]], dem späteren König von Sagradien, verheiratet war, und sein Onkel [[Iacinto de Sántori]] hatte eine Tochter des golischen Markgrafen aus dem [[Haus Alagua]] geheiratet.
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[[Bild:SigismondoMalatesta.jpg|thumb|200px|[[David de Sántori]], [[Fürst von Valier]] (1416-1468)]]
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António de Sántori griff in der Folge in den sagradischen [[Bürgerkrieg der zwei Herzöge]] auf Seite [[Michael I.|Miquel de Vesaeys]] ein, der ihm seine jüngste Schwester Isabella zur Frau gab. António wurde zum [[Fürst von Valier|Fürsten von Valier]] erhoben, mit der [[Grafschaft Perin]] belehnt und in den sagradischen Hochadel aufgenommen. Mit António beginnt der rasante Aufstieg der Santori im europäischen Konzert. Die Ehe besiegelte ein neues Bündnis zwischen Tulis und der sagradischen Krone, die im Kampf gegen Mikolinien unbedingt auf die finanzielle Unterstützung der weitgehend unabhängigen und reichen Hafenstadt angewiesen war. In Tulis hatte man seit Langem Angst vor einer mikolinischen Eroberung und erhoffte sich, durch das neue Bündnis den aufstrebenden Staat im Westen eindämmen zu können. Vor allem in der seit längerem anhaltenden Auseinandersetzung mit [[Ludwig von Golen]] konnten die Santori nun profitieren. Im Namen des sagradischen Königs eroberten tulinesische Truppen große Teile Golens gegen den rebellierenden Markgrafen und brachten damit eines der wichtigsten Kronländer unter Kontrolle.
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Die Expansionspolitik Antónios führte zwischenzeitig zu einer Schwächung der Santori in Tulis, das in Antónios Abwesenheit durch dessen Bruder [[Kardinalerzbischof Júlio de Sántori]] regiert wurde. Nach Antónios Tod 1416 verhinderte Júlio die Akklamation seines 16-jährigen Neffen [[David de Sántori]] zum Nachfolger seines Vaters und setzte stattdessen seinen eigenen unehelichen Sohn [[Piero Símplice|Piero den "Einfältigen"]] durch. De facto regierte der Kardinalerzbischof. Dessen unpopuläre Herrschaft führte 1421/22 schließlich zum Aufstand von Volk und Senat und zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen um die Vorherrschaft in der Stadt. [[Piero Simplice]] wurde ermordet und der Kardinal musste aus der Stadt fliehen. Nachdem das aus dem Bürgertum stammende Vierergremium der Cuatro Terribles in der Folge den Senat entmachtet und eine Schreckensherrschaft errichtet hatte, belagerte David de Sántori die Stadt 1423 mit sagradischer Hilfe und nahm sie ein. Das Volk feierte ihn als Befreier und akklamierte ihn zum neuen Conte, wodurch die Herrschaft der Santori restauriert werden konnte.
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[[David de Sántori]] heiratete in erster Ehe [[Lara von Nonthí]], nach deren Tod dann in Erneuerung des santorisch-vesaeyischen Bündnisses [[Isabella von Vesaey]], die einzige erbberechtigte Tochter König [[Philipp V.|Philipps V.]] aus dessen Ehe mit María von Sollar. Nach dem Tod König Philipps V. fiel die Königskrone an Davids Sohn [[Philipp VI.|Philipp]] aus der Ehe mit Isabel, der 1457 als König Philipp VI. den sagradischen Thron bestieg. Damit wurde die königlich-sagradische Linie der Santori gegründet.
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=== Das Jahrhundert der Santori: Von Philipp VI. bis David I. ===
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[[Bild:Wappen1700SG.jpg|thumb|170px|Wappen des [[Königreich Sagradien|Königreichs Sagradien]] nach der Union mit dem [[Comitat Tulis]]]]
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David de Sántori herrschte bis zu seinem Tod 1468 als Conte von Tulis und Regent von Sagradien, nach seinem Tod wurde sein ältester Sohn [[Joán Prudente]] in Tulis zum Conte erhoben. Mit dem Tod Joan Prudentes 1475 versuchte der tulinesische Adel unter Führung von [[Carles Zavarri]], die Sántori zu entmachten und das Aufgehen des Comitats im Königreich Sagradien zu verhindern. Zavarri nahm Joáns 13-jährige Tochter [[María de Sántori]] gefangen, heiratete sie und ließ sich selbst zum Conte wählen. Es folgte mit dem ersten Lilienkrieg die gewaltsame Einnahme von Tulis durch Philipp VI., der Zavarri und seine Gefolgsleute hinrichten ließ und die Audakenwürde selbst übernahm.
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Das Heiratsbündnis David de Sántoris mit dem [[Haus Salua]] führte nach dem Aussterben der Saloaner in der legitimen Linie 1470 zu [[Saloanische Kriege|mehreren Kriegen zwischen Sagradien und Mikolinien]] um das Erbe der Saloaner in Südmikolinien, aus denen die Sántori schließlich siegreich hervorgehen konnten. [[Peter von Sagradien]], ein Sohn Davids und Bruder Philipps VI., konnte 1482 schließlich als erster Sántori die Herzogschaft in den Saloanischen Landen übernehmen, nachdem bereits seine Schwester [[Isabel de Sántori]] als Regentin in Macedi geherrscht hatte. Mit der Übernahme des saloanischen Erbes wurden die Sántori und das von ihnen regierte Sagradien de facto zu einer europäischen Großmacht, die jedoch noch durch innere Instabilitäten gekennzeichnet war.
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Als Philipp VII. 1502 kinderlos an den Folgen eines Reitunfalls starb, folgte eine blutige Auseinandersetzung innerhalb des Hauses Sántori um die Herrschaft in Sagradien und in Tulis, die später als [[Lilienkrieg]] bezeichnet wurde. In der blutigen Auseinandersetzung standen sich [[Peter von Sagradien]] auf der einen Seite und seine Nichte [[Catarina de Sántori]] und ihr Mann [[Filipe de las Marcas]] auf der anderen Seite gegenüber. Während Katharina und Filipe Tulis halten konnten, erhob sich Peter zum König von Sagradien, konnte schließlich aber auch Tulis einnehmen und seine Herrschaft konsolidieren.
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[[Bild:FedericoGonzaga1.jpg|thumb|200px|[[David I.]], [[König von Sagradien]] 1509-1543 und von Portugal 1521-1543]]
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[[Bild:Europa1560.jpg|thumb|300px|Europa in der Mitte des 16. Jahrhunderts]]
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Peter gelang es durch geschickte Heiratspolitik auch, enge Verbindungen zum portugiesischen Königshaus aufzubauen. Insbesonders seine Ehe mit Beatrix von Portugal, einer Enkelin König Eduards I., erwies sich als folgenreich und bereitete die Thronfolge der Sántori in Portugal vor, die mit dem erbenlosen Tod Manuels I. 1521 eintrat.
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Peters und Beatrix' ältester Sohn [[David I.]] stieg schließlich zum bedeutendsten Sántori-Herrscher überhaupt auf. Als Nachfolger Peters war er in Personalunion König von Sagradien (inklusive Golen und Westligrien), Conte von Tulis und damit Regent der alten Comitatsgebiete in Sagradien (La Cordí, Tulinês, Perin), in Villagua sowie an der mikolinischen Küste (Südkont, Plato/Lukien) sowie Herr der Saloanischen Lande inklusive Salua und Feiroa, zudem als König von Portugal Herr über das Festland und das gesamte Überseereich. Unter seiner Herrschaft agierten die Sántori als europäische Großmacht mit Weltmachtambitionen. David gilt als wichtigster Monarch Sagradiens in der frühen Neuzeit und prägte den Beginn der [[Gran'Etá]] in Sagradien.
  
=== Das Jahrhundert der Santori: Von Jakob III. bis David I. ===
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=== Erneute Spaltung des Hauses ===
Für den minderjährigen Jakob III. herrschte bis 1468 als Regent sein Vater David, der nun [[Herzog von Óstino]] wurde. Jakob heiratete Yolande von Frankreich, eine Tochter des französischen Königs, sein Sohn Santiago wurde als [[Jakob IV.]] 1491 König. Nach seinem Tod 1502 folgte statt seines minderjährigen Sohnes [[David I.|David]] zunächst Jakobs Bruder [[Peter I.|Peter (I.)]]. Peters Tante [[Isabela de Santori]] hatte bereits durch ihre Heirat mit [[Philipp von Saséia]], dem Erben der [[Servettinische Lande|Servettinischen Besitztümer]] des [[Haus Salua|Hauses Salua]] in Südmicolinien den Grundstein für die bis 1745 andauernde Herrschaft der Santori im [[Herzogtum Servette]] gelegt. Für ihre minderjährige Tochter [[Antonia von Servette]] herrschte Isabela 1490-1501 als Regentin von Servette, durch die Hochzeit Antonias mit Peter I. kamen die Besitztümer schließlich endgültig zu den Ländereien der Santori.  
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[[Bild:CatalinaMicaela8.jpg|200px|thumb|[[Johanna I.]], [[Königin von Sagradien]] 1543-1580]]
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Nach dem Tod seines einzigen Sohnes [[Don Andrés Piero]] 1534 und nachdem aus seiner zweiten Ehe mit Margarete von Valois ebenfalls kein männlicher Erbe hervorgegangen war, sah David eine Teilung seines Weltreichs unter seiner Tochter [[Johanna I.|Johanna]] mit ihrem Mann [[Philipp von Valier]], und seinem Bruder [[Johann III. von Portugal|Johann dem Frommen]] vor. Johanna und Philipp erhielten Sagradien und die Besitzungen im Blaumeerraum und in Mikolinien, Johann der Fromme sollte über Portugal und sein Kolonialreich herrschen. Beide Linien - die sagradische und die portugiesische - sollten jedoch durch Heiratsverbindungen im Haus verbunden bleiben.  
  
Nachdem Peter I. 1509 zugunsten seines Neffen [[David I.]] abgedankt hatte, machte dieser die Santori schließlich zur europäischen Großmacht, indem er in Kriegen und durch geschickte Heiratspolitik Gebiete in Flandern, Süddeutschland und Norditalien für die Santori gewann. 1521 bestieg er zudem – durch seine Heirat mit Luísa von Portugal legitimiert, den portugiesischen Thron und schuf damit ein Weltreich. Bereits 1518 hatte David in einem Konkordat mit dem Papst erreicht, dass der Heilige Stuhl die Santori als legitime Nachkommen König [[Gabriel I. Juvans]]' anerkannte und diesen heilig sprach. David gilt als wichtigster Monarch Sagradiens in der frühen Neuzeit und prägte den Beginn des [[Sêcolo d'Oro]] in Sagradien.
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Der Tod König [[Sebastian I.|Sebastians]] 1578 und das Ableben seines Großonkels [[Heinrich von Portugal]]s 1580 führten schließlich zum Aussterben der portugiesichen Santori-Linie und zum [[Portugiesischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]] gegen das habsburgische Spanien Philipps II., das von Mikolinien unterstützt wurde. Nachdem Sagradien zunächst [[António von Crato]], einen außerehelichen Sohn König [[David I.|Davids I.]] unterstützt hatte, musste es 1583 die Nachfolge Philipps von Spanien anerkennen. Portugal ging damit nach neun Jahrzehnten für die Santori endgültig verloren.
  
=== Miguelitisches und Josephitisches Königtum ===
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=== Cuentesische Linie ===
Nach dem Tod seines einzigen Sohnes [[Don Andrés Pietro]] 1534 und nachdem seine zweite Ehe mit Margarete von Valois ebenfalls kinderlos geblieben war, sah David eine Teilung seines Weltreichs unter seiner Tochter [[Johanna I.]] und seinem Vetter [[Joseph I. von Cuentez|José de Óstino]] vor. Weil beide die Teilung nicht anerkannten, kam es nach Davids Tod 1543 zum Erbfolgekrieg zwischen den [[Migueliten]], den Anhängern Johannas und ihres Ehemanns [[Michael III.|Miguel de Valier]], aus einer Nebenlinie der Santori, und den [[Josephiten]], den Anhängern der Santori-Óstino-Partei. Am Ende des so genannten "[[Lilienkrieg]]s" wurden Johanna und Michael zwar als Königin und König in Sagradien anerkannt, José von Óstino wurde aber König von Portugal und erhielt in Personalunion als [[König von Cuentez]] die restituierte Grafschaft Tulis, sein Königtum trat damit die Nachfolge der Tulinesischen Republik an.
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König [[David I.|Davids]] jüngste Tochter [[Eleonore von Cuentez|Leonor]] wurde 1578 durch Heirat mit [[Karl I. von Cuentez]] aus dem [[Haus Exeveste]] [[Fürst von Cuentez|Fürstin von Cuentez]] und nach dessen Tod 1582 für ihre minderjährige Tochter [[Maria Renata von Cuentez|Maria Renata]] Fürstregentin. Maria Renata heiratete schließlich ihren Vetter [[Karl II. von Cuentez|Karl Maria von Sagradien]], einen Sohn [[Johanna I.|Johannas von Sagradien]]. Karl und sein Sohn [[Maximilian I. von Cuentez]] begründeten schließlich die fürstlich-cuentesische Nebenlinie des Hauses Santori, die aber trotz nomineller Souveränität faktisch in enger Abhängigkeit vom sagradischen Königtum blieb und durch enge Heiratsverbindungen mit dem Haus Sagradien verbunden blieb.
  
Damit saß in Sagradien nun die Miguelitische Linie, in Tulis und Lissabon die Josefitische Linie auf dem Thron, die aber 1580 mit dem Tod des Kardinalkönigs Heinrich I. von Portugal ausstarb, sodass sich der spanische König Philipp II. der portugiesischen Krone bemächtigte. In Tulis bestieg nach dem Tod Heinrichs mit Unterstützung der Stände dessen Nichte [[Eleonore I. von Cuentez|Leonor]] den Thron, die zusammen mit ihrem Sohn [[Karl I. von Cuentez|Karl von Asterre]] regierte, womit die Karlitische Linie des Hauses Santori den Thron gelangte. Dieser folgte 1699 mit [[Manuel I. von Cuentez]] die Manuelitische Dynastie der Grafen von Nadal. In Sagradien herrschten die Könige aus der Miguelitischen Linie bis zum [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkrieg]], als eine Adelskoalition sich gegen König [[Danadier II.]] richtete. Dessen Bruder und Nachfolger [[Peter II.]] wurde am [[Aufstand vom 23. Mai 1721|23. Mai 1721]] ermordet.
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=== Macedensische Linie ===
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Seit 1669 wurden die Saloanischen Lande als [[Großherzogtum Macedi]] durch eine Seitenlinie der sagradischen Santori regiert, die auf [[Ludwig Philipp von Macedi|Ludwig Philipp]], einen Bruder [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] zurückging. Auf diesen folgte 1685 sein Sohn [[Karl V. Philipp von Macedi|Karl V. Philipp]], der aber ohne männlichen Erben blieb. Mit dem Tod von Großherzog Karl Philipp im Jahr 1701 starb damit die saloanische Linie des Hauses in männlicher Linie aus und es kam zum erneuten [[Zweiter Asumarischer Krieg|Krieg]] mit Mikolinien, das sich die Lande im [[Frieden von Cresq 1711]] sichern konnte. Großherzogin [[Maria von Macedi]], die einzige Tochter Karl Philipps, dankte zugunsten ihrer Tante [[Alexandra von Macedi]] ab, die die Herrschaft wiederum an ihren Schwager [[Claudius I. von Mikolinien]] abtrat. Die Saloanischen Lande fielen damit nach knapp zweihundertjähriger Santori-Herrschaft wieder an Mikolinien zurück.
  
 
=== Das Ende der Santori als Königshaus ===
 
=== Das Ende der Santori als Königshaus ===
Nach dem Sturz Peters II. und dem zweijährigen Intermezzo der so genannten "[[Erste Sagradische Republik|Ersten Republik]]" in Sagradien kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Peters Schwester [[Maria I. Louise]] und ihrem Ehemann [[Johann III.]], dem König von Cuentez aus der Manuelitischen Linie Santori-Nadal einerseits und [[Don Filipe Carles]], dem Bruder Danadiers II. und Peters II., andererseits. Nachdem die Stände die [[Codices Magna]] erlassen und Maria und Johann gemeinsam einen Eid auf diese geleistet hatten, erhoben die Stände das Paar zum Königspaar, womit die Königswürden von Cuentez und Sagradien wieder unter dem Haus Santori zusammenfielen. Da beide aber wiederum keinen männlichen Nachfolger hinterließen, starb das Königshaus Santori nach Johanns Tod 1744 in männlicher Linie aus und es kam zum [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]] zwischen den Anhängern [[Maria II. Franziska|Maria Franziskas]], der Tochter Johanns und Marias, und ihrem Mann [[Anton II. Ramírez]] einerseits sowie den Anhängern [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Bourbons]] andererseits - seineszeichens Herzog von Vienne und Mantua und einzig verbliebener Enkel König [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]], der sich schließlich durchsetzen konnte und das [[Haus Vienne]] als sagradisch-cuentesische Königsdynastie begründete.
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[[Bild:Wappen1750.jpg|thumb|170px|Wappen des [[Königreich Sagradien|Königreichs Sagradien]] nach der Union mit dem [[Fürstentum Cuentez]]]]  
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[[Bild:Santori-Stammbaum.png|thumb|350px]]
  
Bereits kurz zuvor war mit dem Tod [[Karl Ferdinand von Servette|Karl Ferdinands von Servette]] auch die Servettinische Nebenlinie der Santori, die im Großherzogtum Servette herrschte, im Mannesstamm ausgestorben. Das Großherzogtum Servette ging daraufhin an Micolinien. Lediglich die sesinische Herzogenlinie der Santori bestand noch in Person des 1722 posthum geborenen [[David Jâcque de Santori|David Jakob]] weiter, der nach dem Tod Johanns III. 1744 vergeblich den Thron für sich beansprucht hatte. Als er 1779 starb, erlosch auch diese Linie im Mannesstamm, seine einzige überlebende Tochter Maria Ludovica heiratete [[Karl Johann von Vienne]], den [[Herzog von Viena]] und [[Herzog von Viça|Viça]] und Bruder [[Gabriel IX.|Gabriels IX.]] und [[Joseph Ludwig I.|Joseph Ludwigs I.]], dessen Sohn [[Emil I. Johann]] schließlich bei seiner Thronbesteigung die beiden Linien wiedervereinigte. Als Gegenprätendent blieb lediglich Karl Philipp von Wittelsbach übrig, ein Großneffe David Jakobs, dessen Nachfahren sich ohne Erfolg als sesinische Thronprätendenten ansahen.
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Der sagradische Bürgerkrieg, der 1713 als Aufstand gegen das absolutistisch gesinnte Regime [[Danadier II.|Danadiers II.]] begann, spaltete das Haus Santori in zwei Fronten, da sich mit [[Joseph-August von Sessin]] und [[Maximilian II. von Cuentez]] gleich zwei hohe Adlige aus den bedeutendsten Seitenlinien des Hauses zumindest zeitweise am Krieg gegen den König beteiligten. Nach dem Sturz Danadiers II. stieg zunächst der Herzog von Sessin, nach dessen Ermordung 1721 dann Maximilians Sohn [[Johann Franz von Cuentez]] zum Führer der ständischen Res Publica auf, die sich gegen die Thronansprüche von Danadiers Bruder [[Philipp Karl von Viça|Philipp Karl von Santori, Herzog von Viça]] durchsetzen konnte.
  
Das von der sesinisch-herzöglichen Linie abstammende Haus der Grafen von Belverde ist heute die einzige noch existierende legitime Linie der Santori. Daneben existieren jedoch noch einige illegitime Nebenlinien, die älteste und bekannteste ist die der noch heute souverän regierenden [[Fürst von San Cristo|Fürsten von San Cristo]], die seit dem späten 15. Jahrhundert im Fürstentum herrscht. Die heute in San Cristo regierende Linie ist jedoch nach strengen genealogischen Kriterien nicht identisch mit der ursprünglichen Bastard Linie Santori-San Cristo, da zwei Mitglieder des Hauses aus anderen Häusern stammen und adoptiert wurden. Der heute regierende [[Karl IV. Johann Viktor]] ist in männlicher Folge ein Nachkomme des in Golen ansässigen Grafenhauses Gerval (daher auch die Bezeichnung ''Santori-Gerval'').
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Nach siebenjähriger ''Prinzregentschaft'' [[Johann III.|Johanns]] wurde mit der Erhebung [[Maria I.|Marias I.]] zur Königin im Jahr 1730 die Santori-Monarchie wieder restauriert. Nach dem Tod Marias 1748 folgte mit ihrem Sohn [[David II.]], genannt ''der Kindkönig'', ein Minderjähriger auf den Thron, für den seine Tante [[Cristina de Sántori]] die Regentschaft übernahm. David war der letzte männliche Santori auf dem Thron, nach seinem frühen Tod 1753 im Alter von acht Jahren wurde seine ältere Schwester [[Maria II. Franziska]] neue Königin. Auseinandersetzungen Marias mit ihrem Vetter [[David Alexander von Sessin]] endeten 1755 mit dessen Tod und dem Aussterben der sesinischen Linie des Hauses, mit der zugleich die letzte große Nebenlinie des Hauses Santori ausstarb. Die Herrschaft Marias II. blieb unglücklich und sie musste 1757 zugunsten ihres Großvetters [[Philipp IX. Ludwig]] aus dem [[Haus Vienne]] abdanken. Damit endete nach 300 Jahren die Herrschaft der Santori-Dynastie auf dem sagradischen Thron. Als Urenkel des Santori-Königs [[Gabriel VII.]] erhob der Vienne-König Philipp IX. den Status als Generalerbe der Santori-Monarchie, die er gegen Widerstände vor allem im tulinesischen [[Comitat]] auch durchsetzen konnte.  
  
=== Wichtige Linien des Hauses Santori ===
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Das von der sessinisch-herzöglichen Linie abstammende Haus der Grafen von Belverde ist heute die einzige noch existierende legitime Linie der Santori. Daneben existieren jedoch noch einige illegitime Nebenlinien, die älteste und bekannteste ist die der noch heute souverän regierenden [[Fürst von Sancristo|Fürsten von Sancristo]], die seit dem späten 15. Jahrhundert im Fürstentum herrscht. Die heute in Sancristo regierende Linie ist jedoch nach strengen genealogischen Kriterien nicht identisch mit der ursprünglichen Bastard Linie Santori-Sancristo, da zwei Mitglieder des Hauses aus anderen Häusern stammen und adoptiert wurden. Der heute regierende [[Karl IV. Johann Viktor]] ist in männlicher Folge ein Nachkomme des in Golen ansässigen Grafenhauses Gerval (daher auch die Bezeichnung ''Santori-Gerval'').
* Ältere Linie der Santori (bis 12. Jahrhundert)
 
* Jüngere Linie der Santori (seit dem 12. Jahrhundert), begründet durch [[Pietro Santori]], bis 1499
 
** Königlich-Jakobitische Linie des Hauses Santori, begründet durch [[Jakob III.]], ältester Sohn [[David de Santori]]s aus der zweiten Ehe mit [[Isabela de Vesaey]] (1449-1578), regierend 1457-1562 als Könige von Sagradien sowie 1521-1543 als Könige von Portugal
 
*** Josefitische Linie Santori-Óstino (1480-1580), begründet durch [[Joseph I. von Cuentez|Joseph von Óstino]], älterer Sohn Jakobs III. aus zweiter Ehe mit Leonor d'Avis, regierend 1543-1580 als Könige von Cuentez-Tulis und Portugal 
 
*** Karlitische Linie Santori-Asterre (1482-1699), begründet durch Karl von Asterre, jüngerer Sohn Jakobs III. aus zweiter Ehe mit Leonor d'Avis, regierend 1580-1699 als Könige von Cuentez-Tulis
 
**** Nebenlinie Santori-Allécapo (bis 1687)
 
**** Manuelitische Linie Santori-Nadal (1602-1746), begründet durch David de Nadal, jüngerer Sohn [[Karl II. von Cuentez|Karls II. von Cuentez-Tulis]], regierend 1699-1746 als Könige von Cuentez-Tulis sowie 1723-1746 als Könige von Sagradien
 
** Miguelitische Linie Santori-Valier, begründet durch [[Miguel de Valier]], jüngerer Sohn [[David de Santori]]s aus der zweiten Ehe mit [[Isabela de Vesaey]] (1455-1735), regierend als Könige von Sagradien 1543-1735
 
*** Nebenlinie Santori-Valier-Esqués (1540-1653), Grafen von Esqués und Herzöge von Viça
 
*** Nebenlinie Santori-Sesin (seit 1550), Herzöge von Sesin (1779/90), von dieser Linie stammen die ''sesinischen Prätendenten'' ab, zur Zeit Karl von Bourbon-Sizilien
 
**** Linie Santori-Belverde (seit 1600), Grafen von Belverde (bis heute)
 
*** Nebenlinie Santori-Valier-Tesqué (bis 1615-1699), Grafen von Tesqué
 
*** Nebenlinie Santori-Valier-Servette (Jüngeres Haus Servette, 1669-1745), regierend als Herzöge und Großherzöge von Servette bis 1745
 
*** Philippitische Prätendenten-Linie, begründet durch [[Don Filipe Carles]], jüngerer Bruder [[Danadier II.|Danadiers II.]], bis 1740
 
** Illegitime Linie Santori-San Cristo, in weiblicher Linie fortgeführt als Santori-La Franca und später Santori-Gerval, bis heute regierend als Fürsten von San Cristo
 
  
 
[[Kategorie: Sagradisches Adelsgeschlecht]]
 
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[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]

Aktuelle Version vom 26. Januar 2026, 09:56 Uhr

WappenHausSantori.jpg

Das Haus Santori (sagr. Casa Sántori) ist ein ursprünglich aus Perin stammendes europäisches Adelsgeschlecht. Die Herren von Sántori herrschten seit dem 14. Jahrhundert neben ihren kleineren Stammgebieten im südlichen Perin über das Comitat Tulis und eroberten im Sechzigjährigen Krieg 1383-1443 große Gebiete an der mikolinischen Blaumeerküste, in Perin, in der Eskada (Fürstentum Valier) und in Golen (Herzogtum Golen, Fürstentum Sancristo).

Durch geschickte Heiratspolitik stiegen die Sántori im 15. Jahrhundert zum Königshaus auf und stellten von 1457 bis 1757 die sagradischen Monarchen, von 1521 bis 1580 die Könige von Portugal sowie von 1594 bis 1765 die Fürsten von Cuentez. In Südmikolinien regierten Linien des Hauses Santori von 1482 bis 1710 als Herren der Saloanischen Lande. Zudem gehörten umfangreiche Gebiete in Übersee zum Santori-Imperium.

Ursprünge[bearbeiten]

Die Familie der Santori stammte ursprünglich aus dem sagradischen Adel. Ihr Stammsitz war wohl die perinische Burg Santo Rei, die ihnen den Namen gab. Erster nachgewiesener Namensträger der Familie war Corrado de Sántori, der im späten 11. Jahrhundert als Herr von Brâix (Sêinior de Brâix) Erwähnung findet, einer kleinen Herrschaft im nördlichen Fornat. Einer seiner Nachkommen Jofré de Sántori, Sohn eines Mafré de Sántori, trat als Heerführer des sagradischen Königs Gabriel Juvans bei der Belagerung von Tulis in Erscheinung. Da Jofré nicht als Herr von Brâix bezeichnet wird, stammt er wohl entweder aus einem Nebenzweig der Familie oder die Herrschaft war bis dahin bereits verloren gegangen.

Als eigentlicher Stammvater der Familie gilt der als Sêinior de Sántori bekannte Don Piero (ca. 1150-1200), der mal als Adoptivsohn und mal als Schwiegersohn Jofré de Santoris bezeichnet wird und mit einer gewissen Maria, wahrscheinlich einer Tochter Jofrés verheiratet war. Angeblich gab dieser Don Piero von sich an, der uneheliche Sohn des sagradischen Königs Gabriel Juvans zu sein. Auch wenn die Verbindung der Santori zum König nachgewiesen ist, so ist es dennoch möglich, dass die Abstammung von König selbst eine spätere Fiktion der Santori war, um das Haus auf eine königliche Abstammung zurückführen zu können. In der Folge erreichten Mitglieder der Familie als Nachkommen Don Pieros wiederholt Ämter im Domkapitel der Stadt Tulis sowie höhere Priesterämter in Tulis und in San Vicente del Fornat und konnten ein gutes Netzwerk im tulinesischen Adel flechten. Das Hauptgebiet der Sántori blieb jedoch der Süden Perins, wo die Familie über mehrere Burgen verfügte.

Einer der Nachkommen Pieros, Erresi de Sántori, erreichte 1279 das Erzbischofsamt von Tulis und legte einen der finanziellen und sozialen Grundsteine für die Macht der Santori. Besonders seine Strategie, die Familie im Adel des Comitats zu etablieren und Heiratsverbindungen zum Grafengeschlecht der Callas zu knüpfen, sollte sich auszahlen. Aber auch militärisch gelangen den Santori Erfolge. Erresis Neffe Danadier de Santori wurde Visconte von Escarpe und eroberte größere Gebiete in Perin, die er der Hausmacht der Santori im Süden Perins und im Gebiet nördlich von Tulis hinzufügen konnte.

Aufstieg zur Audakenwürde[bearbeiten]

Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Grafen von Perin, den Markgrafen von Golen und den Contes von Tulis um die Vorherrschaft im nördlichen Blaumeergebiet, die das gesamte 13. und frühe 14. Jahrhundert durchzogen, sowie die inneren Machtkämpfe zwischen den Adelshäusern Cornell und Machiês bildeten den Boden für den Aufstieg der Santori zur Herrschaft in Tulis. Hinzu kamen Auseinandersetzungen zwischen dem alten tulinesischen Senatsadel (Nobiltá del Senàu) und den aufstrebenden Neuadligen und bürgerlichen Handelseliten, die mit ihrem Reichtum eine wichtige Rolle in der Machtstellung des Comitats spielten und sich die Repräsentation in den Ständen erkämpft hatten. Die Herren von Santori erreichten schließlich, durch geschickte Bündnisse mit diesen aufstrebenden Schichten, eine zentrale Rolle im Machtgeflecht der sich mitten im sozialen Umbruch befindlichen Führungselite der Republik einzunehmen.

Da die Santori selbst mit ihren Besitzungen in ständigen Konflikten mit den Grafen von Perin standen, verbündeten sie sich schließlich mit den tulinesischen Contes aus dem Haus Callas im Krieg gegen Perin. Nach dessen Aussterben Ende des 12. Jahrhunderts übernahmen die Sántori einen Teil der Callas-Partei im tulinesischen Adel. Erresis Neffe und Protegé Arcélio de Sántori wurde 1309 als Ehemann von Carlina de Callas als erstes Familienmitglied zum Conte von Tulis gewählt. Seine Wahl verdankte er neben seinen familiären Beziehungen dem Geld seines greisen Großonkels sowie den eingebrachten Ländereien, die nun nach dem Willen des Stadtadels in die Oberhoheit des Comitats übergehen sollten. Arcélio hatte die Audakenwürde bis zu seinem Tod 1324 inne. Es gelang ihm, die Politik enger Heiratsverbindungen mit den angesehendsten tulinesischen Familien fortzuführen. Außerdem verteidigte er die Stadt 1323, kurz vor seinem Tod, erfolgreich gegen einen Angriff des Grafen von Perin und errang damit ein sehr großes Ansehen im tulinesischen Volk und den Ehrentitel eines Defensor Civitatis.

Nachdem sich sein minderjähriger Sohn David gegen die Machiês vergeblich um das Amt des Audakgrafen bemüht hatte, kam es 1342 zur erfolgreichen Einnahme der Stadt durch Truppen des Grafen von Perin, der sich mithilfe der Machiês selbst zum Sêinior de Tùles machte. Die Brüder Arcélio de Sántori der Jüngere, Graf von Barreste, und Floren de Sántori nahmen in der Folge die Stadt ein und vertrieben die perinischen Truppen. Floren de Sántori wurde daraufhin Regent der Stadt, heiratete die Tochter des amtierenden Conte Arcélio Cornell und erhielt nach dessen Tod 1346 selbst die Audakenwürde. In der Folge sicherte er sich die Herrschaft im Comitat auch gegen Putsch- und Mordversuche und errang in seinen 24 Amtsjahren eine große Machtstellung, die ihm auch die Nachfolge seiner Söhne im Audakenamt sicherte. Nach seinem Tod wurde sein jüngerer Sohn Iacinto de Sántori per Akklamation durch die pro-santorische Adelspartei zum Nachfolger bestimmt.

Dagegegen musste sich dessen Neffe António de Sántori das Amt erneut erkämpfen. Nachdem Iacinto ohne Sohn gestorben war, drängte die anti-santorische Partei auf eine formelle Wahl des neuen Conte. Die Entscheidung zugunsten António de Sántoris geschah daraufhin auf großen Druck der prosantorischen Partei und wurde von den Gegnern der Sántori in der Stadt um die Familien Machiês und Cornell angefochten. António musste für kurze Zeit die Stadt verlassen, doch gelang es den verfeindeten Machiês und Cornell nicht, sich einmütig auf einen Nachfolger zu einigen. Nach mehreren Wochen kehrte António von Sagradien aus mit einem angeworbenen Heer in die Stadt zurück und trat seine Herrschaft als Conte an.

Bündnis mit dem Haus Vesaey und Königtum[bearbeiten]

Unter Antónios autoritärer Herrschaft, in der er innenpolitische Rivalen weitgehend ausschaltete, geriet das so lange quasi-republikanisch regierte Tulis faktisch unter die monarchische Herrschaft der Santori-Dynastie. In der Folge suchte António die Verbindungen der Familie zum sagradischen Adel zu intensivieren. Bereits Antónios Großonkel Arcélio de Santori der Jüngere war durch Heirat zum Grafen von Barreste aufgestiegen, Antónios Schwester María Lara heiratete später den Grafen von Tesqué, Antónios eigene Mutter Johanna von Nonthí war eine Tochter des Grafen von Nonthí, der in zweiter Ehe mit einer Schwester des Herzogs Miquel de Vesaey, dem späteren König von Sagradien, verheiratet war, und sein Onkel Iacinto de Sántori hatte eine Tochter des golischen Markgrafen aus dem Haus Alagua geheiratet.

António de Sántori griff in der Folge in den sagradischen Bürgerkrieg der zwei Herzöge auf Seite Miquel de Vesaeys ein, der ihm seine jüngste Schwester Isabella zur Frau gab. António wurde zum Fürsten von Valier erhoben, mit der Grafschaft Perin belehnt und in den sagradischen Hochadel aufgenommen. Mit António beginnt der rasante Aufstieg der Santori im europäischen Konzert. Die Ehe besiegelte ein neues Bündnis zwischen Tulis und der sagradischen Krone, die im Kampf gegen Mikolinien unbedingt auf die finanzielle Unterstützung der weitgehend unabhängigen und reichen Hafenstadt angewiesen war. In Tulis hatte man seit Langem Angst vor einer mikolinischen Eroberung und erhoffte sich, durch das neue Bündnis den aufstrebenden Staat im Westen eindämmen zu können. Vor allem in der seit längerem anhaltenden Auseinandersetzung mit Ludwig von Golen konnten die Santori nun profitieren. Im Namen des sagradischen Königs eroberten tulinesische Truppen große Teile Golens gegen den rebellierenden Markgrafen und brachten damit eines der wichtigsten Kronländer unter Kontrolle.

Die Expansionspolitik Antónios führte zwischenzeitig zu einer Schwächung der Santori in Tulis, das in Antónios Abwesenheit durch dessen Bruder Kardinalerzbischof Júlio de Sántori regiert wurde. Nach Antónios Tod 1416 verhinderte Júlio die Akklamation seines 16-jährigen Neffen David de Sántori zum Nachfolger seines Vaters und setzte stattdessen seinen eigenen unehelichen Sohn Piero den "Einfältigen" durch. De facto regierte der Kardinalerzbischof. Dessen unpopuläre Herrschaft führte 1421/22 schließlich zum Aufstand von Volk und Senat und zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen um die Vorherrschaft in der Stadt. Piero Simplice wurde ermordet und der Kardinal musste aus der Stadt fliehen. Nachdem das aus dem Bürgertum stammende Vierergremium der Cuatro Terribles in der Folge den Senat entmachtet und eine Schreckensherrschaft errichtet hatte, belagerte David de Sántori die Stadt 1423 mit sagradischer Hilfe und nahm sie ein. Das Volk feierte ihn als Befreier und akklamierte ihn zum neuen Conte, wodurch die Herrschaft der Santori restauriert werden konnte.

David de Sántori heiratete in erster Ehe Lara von Nonthí, nach deren Tod dann in Erneuerung des santorisch-vesaeyischen Bündnisses Isabella von Vesaey, die einzige erbberechtigte Tochter König Philipps V. aus dessen Ehe mit María von Sollar. Nach dem Tod König Philipps V. fiel die Königskrone an Davids Sohn Philipp aus der Ehe mit Isabel, der 1457 als König Philipp VI. den sagradischen Thron bestieg. Damit wurde die königlich-sagradische Linie der Santori gegründet.

Das Jahrhundert der Santori: Von Philipp VI. bis David I.[bearbeiten]

Wappen des Königreichs Sagradien nach der Union mit dem Comitat Tulis

David de Sántori herrschte bis zu seinem Tod 1468 als Conte von Tulis und Regent von Sagradien, nach seinem Tod wurde sein ältester Sohn Joán Prudente in Tulis zum Conte erhoben. Mit dem Tod Joan Prudentes 1475 versuchte der tulinesische Adel unter Führung von Carles Zavarri, die Sántori zu entmachten und das Aufgehen des Comitats im Königreich Sagradien zu verhindern. Zavarri nahm Joáns 13-jährige Tochter María de Sántori gefangen, heiratete sie und ließ sich selbst zum Conte wählen. Es folgte mit dem ersten Lilienkrieg die gewaltsame Einnahme von Tulis durch Philipp VI., der Zavarri und seine Gefolgsleute hinrichten ließ und die Audakenwürde selbst übernahm.

Das Heiratsbündnis David de Sántoris mit dem Haus Salua führte nach dem Aussterben der Saloaner in der legitimen Linie 1470 zu mehreren Kriegen zwischen Sagradien und Mikolinien um das Erbe der Saloaner in Südmikolinien, aus denen die Sántori schließlich siegreich hervorgehen konnten. Peter von Sagradien, ein Sohn Davids und Bruder Philipps VI., konnte 1482 schließlich als erster Sántori die Herzogschaft in den Saloanischen Landen übernehmen, nachdem bereits seine Schwester Isabel de Sántori als Regentin in Macedi geherrscht hatte. Mit der Übernahme des saloanischen Erbes wurden die Sántori und das von ihnen regierte Sagradien de facto zu einer europäischen Großmacht, die jedoch noch durch innere Instabilitäten gekennzeichnet war.

Als Philipp VII. 1502 kinderlos an den Folgen eines Reitunfalls starb, folgte eine blutige Auseinandersetzung innerhalb des Hauses Sántori um die Herrschaft in Sagradien und in Tulis, die später als Lilienkrieg bezeichnet wurde. In der blutigen Auseinandersetzung standen sich Peter von Sagradien auf der einen Seite und seine Nichte Catarina de Sántori und ihr Mann Filipe de las Marcas auf der anderen Seite gegenüber. Während Katharina und Filipe Tulis halten konnten, erhob sich Peter zum König von Sagradien, konnte schließlich aber auch Tulis einnehmen und seine Herrschaft konsolidieren.

David I., König von Sagradien 1509-1543 und von Portugal 1521-1543
Europa in der Mitte des 16. Jahrhunderts

Peter gelang es durch geschickte Heiratspolitik auch, enge Verbindungen zum portugiesischen Königshaus aufzubauen. Insbesonders seine Ehe mit Beatrix von Portugal, einer Enkelin König Eduards I., erwies sich als folgenreich und bereitete die Thronfolge der Sántori in Portugal vor, die mit dem erbenlosen Tod Manuels I. 1521 eintrat.

Peters und Beatrix' ältester Sohn David I. stieg schließlich zum bedeutendsten Sántori-Herrscher überhaupt auf. Als Nachfolger Peters war er in Personalunion König von Sagradien (inklusive Golen und Westligrien), Conte von Tulis und damit Regent der alten Comitatsgebiete in Sagradien (La Cordí, Tulinês, Perin), in Villagua sowie an der mikolinischen Küste (Südkont, Plato/Lukien) sowie Herr der Saloanischen Lande inklusive Salua und Feiroa, zudem als König von Portugal Herr über das Festland und das gesamte Überseereich. Unter seiner Herrschaft agierten die Sántori als europäische Großmacht mit Weltmachtambitionen. David gilt als wichtigster Monarch Sagradiens in der frühen Neuzeit und prägte den Beginn der Gran'Etá in Sagradien.

Erneute Spaltung des Hauses[bearbeiten]

Nach dem Tod seines einzigen Sohnes Don Andrés Piero 1534 und nachdem aus seiner zweiten Ehe mit Margarete von Valois ebenfalls kein männlicher Erbe hervorgegangen war, sah David eine Teilung seines Weltreichs unter seiner Tochter Johanna mit ihrem Mann Philipp von Valier, und seinem Bruder Johann dem Frommen vor. Johanna und Philipp erhielten Sagradien und die Besitzungen im Blaumeerraum und in Mikolinien, Johann der Fromme sollte über Portugal und sein Kolonialreich herrschen. Beide Linien - die sagradische und die portugiesische - sollten jedoch durch Heiratsverbindungen im Haus verbunden bleiben.

Der Tod König Sebastians 1578 und das Ableben seines Großonkels Heinrich von Portugals 1580 führten schließlich zum Aussterben der portugiesichen Santori-Linie und zum Erbfolgekrieg gegen das habsburgische Spanien Philipps II., das von Mikolinien unterstützt wurde. Nachdem Sagradien zunächst António von Crato, einen außerehelichen Sohn König Davids I. unterstützt hatte, musste es 1583 die Nachfolge Philipps von Spanien anerkennen. Portugal ging damit nach neun Jahrzehnten für die Santori endgültig verloren.

Cuentesische Linie[bearbeiten]

König Davids jüngste Tochter Leonor wurde 1578 durch Heirat mit Karl I. von Cuentez aus dem Haus Exeveste Fürstin von Cuentez und nach dessen Tod 1582 für ihre minderjährige Tochter Maria Renata Fürstregentin. Maria Renata heiratete schließlich ihren Vetter Karl Maria von Sagradien, einen Sohn Johannas von Sagradien. Karl und sein Sohn Maximilian I. von Cuentez begründeten schließlich die fürstlich-cuentesische Nebenlinie des Hauses Santori, die aber trotz nomineller Souveränität faktisch in enger Abhängigkeit vom sagradischen Königtum blieb und durch enge Heiratsverbindungen mit dem Haus Sagradien verbunden blieb.

Macedensische Linie[bearbeiten]

Seit 1669 wurden die Saloanischen Lande als Großherzogtum Macedi durch eine Seitenlinie der sagradischen Santori regiert, die auf Ludwig Philipp, einen Bruder Gabriels VII. zurückging. Auf diesen folgte 1685 sein Sohn Karl V. Philipp, der aber ohne männlichen Erben blieb. Mit dem Tod von Großherzog Karl Philipp im Jahr 1701 starb damit die saloanische Linie des Hauses in männlicher Linie aus und es kam zum erneuten Krieg mit Mikolinien, das sich die Lande im Frieden von Cresq 1711 sichern konnte. Großherzogin Maria von Macedi, die einzige Tochter Karl Philipps, dankte zugunsten ihrer Tante Alexandra von Macedi ab, die die Herrschaft wiederum an ihren Schwager Claudius I. von Mikolinien abtrat. Die Saloanischen Lande fielen damit nach knapp zweihundertjähriger Santori-Herrschaft wieder an Mikolinien zurück.

Das Ende der Santori als Königshaus[bearbeiten]

Wappen des Königreichs Sagradien nach der Union mit dem Fürstentum Cuentez
Santori-Stammbaum.png

Der sagradische Bürgerkrieg, der 1713 als Aufstand gegen das absolutistisch gesinnte Regime Danadiers II. begann, spaltete das Haus Santori in zwei Fronten, da sich mit Joseph-August von Sessin und Maximilian II. von Cuentez gleich zwei hohe Adlige aus den bedeutendsten Seitenlinien des Hauses zumindest zeitweise am Krieg gegen den König beteiligten. Nach dem Sturz Danadiers II. stieg zunächst der Herzog von Sessin, nach dessen Ermordung 1721 dann Maximilians Sohn Johann Franz von Cuentez zum Führer der ständischen Res Publica auf, die sich gegen die Thronansprüche von Danadiers Bruder Philipp Karl von Santori, Herzog von Viça durchsetzen konnte.

Nach siebenjähriger Prinzregentschaft Johanns wurde mit der Erhebung Marias I. zur Königin im Jahr 1730 die Santori-Monarchie wieder restauriert. Nach dem Tod Marias 1748 folgte mit ihrem Sohn David II., genannt der Kindkönig, ein Minderjähriger auf den Thron, für den seine Tante Cristina de Sántori die Regentschaft übernahm. David war der letzte männliche Santori auf dem Thron, nach seinem frühen Tod 1753 im Alter von acht Jahren wurde seine ältere Schwester Maria II. Franziska neue Königin. Auseinandersetzungen Marias mit ihrem Vetter David Alexander von Sessin endeten 1755 mit dessen Tod und dem Aussterben der sesinischen Linie des Hauses, mit der zugleich die letzte große Nebenlinie des Hauses Santori ausstarb. Die Herrschaft Marias II. blieb unglücklich und sie musste 1757 zugunsten ihres Großvetters Philipp IX. Ludwig aus dem Haus Vienne abdanken. Damit endete nach 300 Jahren die Herrschaft der Santori-Dynastie auf dem sagradischen Thron. Als Urenkel des Santori-Königs Gabriel VII. erhob der Vienne-König Philipp IX. den Status als Generalerbe der Santori-Monarchie, die er gegen Widerstände vor allem im tulinesischen Comitat auch durchsetzen konnte.

Das von der sessinisch-herzöglichen Linie abstammende Haus der Grafen von Belverde ist heute die einzige noch existierende legitime Linie der Santori. Daneben existieren jedoch noch einige illegitime Nebenlinien, die älteste und bekannteste ist die der noch heute souverän regierenden Fürsten von Sancristo, die seit dem späten 15. Jahrhundert im Fürstentum herrscht. Die heute in Sancristo regierende Linie ist jedoch nach strengen genealogischen Kriterien nicht identisch mit der ursprünglichen Bastard Linie Santori-Sancristo, da zwei Mitglieder des Hauses aus anderen Häusern stammen und adoptiert wurden. Der heute regierende Karl IV. Johann Viktor ist in männlicher Folge ein Nachkomme des in Golen ansässigen Grafenhauses Gerval (daher auch die Bezeichnung Santori-Gerval).