António von Crato

Aus Sagradien
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Antonio von Crato (* 1531 in Lissabon; † 26. August 1595 in Paris) war ein Mitglied des europäischen Königshauses Sántori und als außerehelicher Sohn König Johanns III. Prätendent auf den portugiesischen Thron. Antonio rief sich nach dem Tod König Heinrichs I. 1580 selbst zum König von Portugal aus. Seinen Thronanspruch konnte er aber gegen die in Spanien regierenden Habsburger nicht durchsetzen.

Herkunft und politische Ambitionen[bearbeiten]

Antonio von Crato wurde 1531 als außerehelicher Sohn des portugiesischen Königs Johann III. von Portugal in Lissabon geboren. Seine Mutter war eine gewisse „Violanta“ Gomez, genannt „La Pelicana“, die portugiesische Jüdin gewesen und als Nonne gestorben sein soll.

Aufgrund seiner außerehelichen Abkunft hätte er im Normalfall keine Thronansprüche geltend machen können. So wählte er zunächst auch eine geistliche Laufbahn und wurde schließlich Großprior von Crato des Malteserordens. Er unterhielt enge Verbindungen mit seinem Neffen König Sebastian I. von Portugal, der ihn 1571 zum Gouverneur von Tanger machte. Vor 1578 ist über ihn wenig bekannt. In diesem Jahr begleitete er König Sebastian auf dem Feldzug nach Marokko, wo er bei dem Desaster der Schlacht von Alcácer-Quibir in Gefangenschaft geriet, aber gegen ein Lösegeld wieder freikam.

Nachdem Sebastian auf dem Feldzug gestorben war, wurde zunächst dessen Großonkel Heinrich I. König von Portugal. Nach dessen Tod 1580 kam es schließlich zum Erbfolgekonflikt zwischen der sagradischen Linie des Hauses Sántori und den spanischen Habsburgern, die beide enge dynastische Verbindungen zum portugiesischen Haus Sántori geltend machen konnten. Eine Erbfolge des sagradischen Königs Danadier I., eines Nachkommen König Davids I. war in Portugal unpopulär, weil dieser als Freund des Protestantismus galt. Um eine protestantische Thronfolge zu verhindern, hatte Heinrich zudem testamentarisch den spanischen König Philipp II. aus dem Hause Habsburg eingesetzt, der als Sohn von Isabel de Sántori ein Neffe Davids I., Johanns III. und Heinrichs I. war.

Die Personalunion mit Spanien war in Portugal allerdings ebenfalls alles andere als populär. Antonio nutzte diese politische Unzufriedenheit und erklärte sich am 24. Juli 1580 zum portugiesischen König. Insbesondere der niedere Klerus, Handwerker und Arbeiter unterstützten ihn. Antonio konnte sich dabei auf ein illustres Vorbild in der portugiesischen Geschichte berufen: 1383 war die erste portugiesische Dynastie, das Haus Burgund, ausgestorben. Auch damals machte Kastilien, Vorgängerstaat Spaniens, Erbansprüche auf den portugiesischen Thron geltend. Johann von Avis, ein nichtehelicher Abkömmling der Burgunderkönige, konnte Kastilien in der Schlacht von Aljubarrota 1385 schlagen, wurde zum König ausgerufen und gründete die Dynastie Avis.

Antonio scheiterte allerdings im Gegensatz zu seinem Vorbild. Philipp II. sandte eine Armee unter dem Kommando von Fernando Álvarez de Toledo, des dritten Herzogs von Alba, der die Truppen Antónios in Alcántara schon am 25. August 1580 besiegte, noch ehe das sagradische Heer eintreffen konnte. Antonio musste ins sagradische Exil fliehen, wobei er die portugiesischen Kronjuwelen mitnahm. Nur die Azoren bleiben bis 1583 außerhalb des Machtbereichs Philipps II. und standen weiterhin zu Antonio, mussten dann aber ebenfalls aufgegeben werden.

1589 versuchte Antonio erneut, diesmal unter anderem mit Hilfe des englischen Freibeuters Sir Francis Drake, die portugiesische Krone zu erlangen. Ihre Flotte gelangte an die portugiesische Küste, aber der von Antonio erwartete Aufstand zu seinen Gunsten und gegen König Philipp II. blieb aus. Das Abenteuer endete als kostspieliger Fehlschlag. Der Thronprätendent verbrachte den Rest seines Lebens im französischen Exil ohne seinen Anspruch je aufzugegeben.

António von Crato starb im Jahr 1595 verarmt in Paris, wo seine Herzurne sich früher in der Klosterkirche des Couvent de l'Ave Maria befand. Letzteres wurde im Verlauf der französischen Revolution im Jahr 1790 aufgehoben.

Familie[bearbeiten]

Antonio war mit einer Anna Barbosa liiert – wegen seines religiösen Status durfte er nicht heiraten. Aus dieser Verbindung entstammten 10 Kinder:

  • Filipa de Portugal (1560-?), Nonne im Kloster von Lorvão
  • Luísa de Portugal (1562-?), Nonne in Tordesillas
  • Afonso de Portugal (1566-?)
  • Manuel von Portugal (* 1568; † 22. Juni 1638), der 1597 Emilia von Oranien-Nassau (* April 1569; † 6. März 1629) heiratete. Sie war eine Tochter des Fürsten Wilhelm I. von Oranien-Nassau (* 1533; † 1584) und der Prinzessin Anna von Sachsen (* 1544; † 1577).
  • Cristóvão de Portugal (* April 1573; † 3. Juni 1638)
  • Pedro de Portugal (1575-?)
  • Dinis de Portugal (1576-?), Zisterzienser
  • Violante de Portugal (1577-d.1602)
  • Antónia de Portugal (1578-d.1602)
  • João de Portugal (1579-?), als Kind gestorben

Nachspiel[bearbeiten]

Erst 1640 endete die Herrschaft der spanischen Habsburger in Portugal, als ein Aufstand König Philipp III. von Portugal (= Philipp IV. von Spanien) stürzte und Johann IV. aus dem Haus Braganza den Thron übernahm. Auch diesmal erhielten die Nachkommen von Antonio keine Chance.