Piero Símplice

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen

Piero de Sántori (*1395, †1422), genannt Piero Símplice ("der Einfältige"), war ein tulinesischer Adliger aus dem Haus Santori. Er herrschte nominell von 1417 bis zu seiner Ermordung als Conte von Tulis, stand de facto aber unter der Kontrolle seines Vaters Júlio de Sántori. Seine kurze Regierungszeit war von Machtkämpfen und Intrigen geprägt und führte schließlich zu einem kurzen Bürgerkrieg und zur Herrschaft der Cuatro Terribles.

Leben und Tod[bearbeiten]

Piero de Sántori wurde 1395 als illegitimer Sohn von Júlio de Sántori, dem Kardinalerzbischof von Tulis, und einer tulinesischen Adligen namens Margué de Vial geboren. Er war damit ein Enkel von Francès de Sántori und Neffe von António de Sántori, der seit 1390 als Conte von Tulis herrschte.

Nach dem Eintritt der Tulinensischen Republik in den Sechzigjährigen Krieg fungierte Pieros Vater, der Erzbischof Júlio, in Abwesenheit seines Bruders als Statthalter in Tulis und als de facto-Herrscher der tulinensischen Kernlande. Die von Korruption und Vetternwirtschaft geprägte Regierung Júlios war in der Stadt sehr unpopulär. Dennoch gelang es Júlio nach dem Tod seines Bruders António im Jahr 1416 die Macht in den Händen zu halten. Im Bündnis mit mehreren ansässigen Familien verhinderte er die Erhebung seines 16-jährigen Neffen David de Sántori zum Nachfolger Antónios. Stattdessen arrangierte er 1417 die Wahl seines Sohnes Piero zum Conte.

Piero galt seit seiner Erhebung als Strohmann seines Vaters, der die Fäden in seiner Hand behielt. Ob Pieros Beiname "Símplice" tatsächlich auf eine geistige Behinderung schließen lässt, wie lange Zeit geglaubt wurde, ist bis heute ungeklärt. Aus der Ehe mit der María Delaurente gingen keine Kinder hervor.

Während seiner fünfjährigen Regierungszeit musste Piero mehrere Anschläge auf sein Leben überstehen. 1422 kam es schließlich zur Rebellion des tulinesischen Stadtadels gegen die Herrschaft der Sántori, bei der Piero getötet wurde. Júlio musste aus der Stadt fliehen und wurde anschließend von einer Rückkehr in die Stadt abgehalten. Auf Pieros Regierung folgte eine Schreckensherrschaft eines bürgerlichen Vierergremiums, ehe sein Vetter David de Sántori schließlich 1422 die Audakenwürde übernehmen und die Sántori-Herrschaft wiederherstellen konnte.