Johann III. von Portugal
Johann III. (port. Dom João III, sagr. Joán de Sántori), genannt „der Fromme“ (O Piedoso oder O Pio, le Píu) (* 6. Juni 1502 in Macedi; † 11. Juni 1557 in Lissabon) war der sechzehnte König von Portugal (1543-1557) und der zweite aus dem Haus Santori. Bereits zuvor hatte er als Statthalter seines Bruders David I. in Lissabon über das portugiesische Weltreich geherrscht.
Herkunft und Zeit als Prinz[bearbeiten]
Johann von Santori wurde 1502 als dritter Sohn des Prinzen Peter von Sagradien, Herzog von Salua, geboren, der nur kurze Zeit danach die Herrschaft als König von Sagradien antrat. Seine Mutter war die portugiesische Prinzessin Beatrix von Avis-Viseu, eine Tochter Ferdinands von Viseu. Johann war damit väterlicherseits ein Urenkel des sagradischen Königs Philipp V. aus dem Haus Vesaey, Enkel von David de Sántori und Vetter von Philipp VII., mütterlicherseits war er ein Enkel des portugiesischen Königs Eduard I. und Neffe Manuels I.
Nur kurze Zeit nach seiner Geburt wurde Johann zusammen mit seinen Brüdern David und Danadier in den Wirren der sagradischen Thronfolgeauseinandersetzung an den Hof seines Onkels Manuel I. in Lissabon gebracht, wo Johann schließlich einen Großteil seines Lebens verbringen sollte. Dort wurde er zusammen mit den Söhnen Manuels I. und seiner Frau Maria von Sagradien, Königin von Portugal, von katholischen Mönchen erzogen, die ihn zu einem tiefgläubigen Mann machten. In Portugal war der junge Prinz als Infante João bekannt.
Als Johanns Onkel Manuel I. im Jahr 1521 ohne männlichen Erben verstarb, fiel die Herrschaft über Portugal gemäß dem Testament des Königs an David von Sagradien, der damit als erster Sántori-Monarch die beiden Kronen von Sagradien und Portugal vereinte. Der 18-jährige Johann kämpfte an der Seite seines Bruders und wurde schließlich dessen Statthalter und Vizekönig in Portugal. Nach dem Tod seines Neffen Andrés Piero im Jahr 1534 wurde Johann als möglicher Thronfolger Davids angesehen. Zwar stand Dom João hinter Davids Tochter Johanna und seinem Neffen Philipp von Valier, dem Sohn seines Bruders Danadier von Valier nur an dritter Stelle der Thronfolge. Er galt aber als Favorit der portugiesischen Stände, die ihn als Einheimischen und als Garanten für ein unabhängiges Königtum ansahen.
Nachdem die portugiesischen Stände wiederholt auf eine männliche Nachfolgeregelung in Lissabon gedrängt hatten, legte David I. schließlich im Erbteilungsplan aus dem Jahr 1540 fest, dass ihm Johann auf dem portugiesischen Thron und Johanna und Philipp von Valier in den übrigen Reichsteilen nachfolgen sollten. Als David I. 1543 starb, bestieg Johann den Thron in Lissabon als König von Portugal.
Herrschaft[bearbeiten]
Johann III. ging als der König in die portugiesische Geschichte ein, der die Inquisition ins Land holte. Bereits Manuel I. hatte 1496, dem Beispiel der Katholischen Könige in Spanien folgend, die Juden aus Portugal vertrieben, gleichzeitig aber erlaubt, dass Juden, die zum christlichen Glauben übertraten, bleiben durften. Vermutlich hingen viele dieser „Neuen Christen“ (Cristãos-Novos), die ja nicht freiwillig zum katholischen Glauben übergetreten waren, insgeheim aber weiterhin ihrer alten Religion an. Johann III. beauftragte deshalb die Inquisition mit der Untersuchung der Glaubenspraktiken der „Neuen Christen“. In den nächsten 200 Jahren wurden in Portugal 1454 Personen von der Inquisition zum Tode verurteilt. Johann III. erlaubte zudem auch den Jesuiten, sich im Lande niederzulassen.
Ähnlich wie sein Bruder in Tulis etablierte auch Johann den Hof in Lissabon als Hort von Humanismus, Philosophie und Künste. Er betätigte sich als Patron bekannter Schriftsteller wie Gil Vicente, Garcia de Resende, Sá de Miranda, Bernardim Ribeiro, Fernão Mendes Pinto, João de Barros and Luís de Camões. Zudem unterstützte er den Mathematiker Pedro Nunes und den Arzt Garcia de Orte. 1547 gründete Johann in Coimbra eine Hochschule für freie Künste, an der es aber 1551 zum Streit über die angeblich protestantische Ausrichtung ausländischer Professoren kam, sodass die Schule 1555 von Jesuiten übernommen wurde.
Außenpolitisch suchte Johann zunächst als Statthalter und später als König, die infolge des Erbfolgekriegs von 1521-24 gespannten Beziehungen zu Spanien zu verbessern. Er heiratete 1525 Katharina von Österreich, eine Schwester Kaiser Karls V., und gab 1543 dessen Sohn Philipp II. seine eigene Tochter Maria Manuela zur Frau. In Europa stärkte Johann die Beziehungen zum Kirchenstaat und intensivierte die Handelsbeziehungen mit England, dem Baltikum sowie Flandern. Außerhalb Europas konzentrierte sich Johann III. in der Nachfolge seines Bruders auf den Erwerb von überseeischen Kolonien. Der König vergab große Landgebiete in Brasilien als Lehen (donatárias) und förderte so den Aufbau des Landes. 1549 wurde Salvador da Bahia als Hauptstadt Brasiliens errichtet. Unter Johann III. wurden Aden, Diu, Celebes, Maskat und Sur erobert. Er verzichtete auf die Philippinen und sicherte dafür die Molukken. 1557 wurde Macao, die erste portugiesische Handelssiedlung im Kaiserreich China, gegründet. Für seine Rolle bei der Kolonisierung Südamerikas erhielt Johann auch den portugiesischen Beinamen "o Colonizador".
Familie[bearbeiten]
Am 15. Februar 1525 heiratete Johann in Lissabon Katharina von Österreich (* 14. Januar 1507; † 12. Januar 1578), Tochter von Philipp dem Schönen und Johanna der Wahnsinnigen von Kastilien. Sie war eine Schwester des spanischen Königs und römisch-deutschen Kaisers Karl V.
Mit Katharina hatte er folgende Kinder:
- Alfons (* 1526; † 1526)
- Maria Manuela (* 15. Oktober 1527; † 12. Juli 1545), durch Heirat Königin von Spanien ∞ 1543 Philipp II., König von Spanien
- Isabella (* 1529; † 1529)
- Beatriz (* 1530; † 1530)
- Emanuel (* 1531; † 1537)
- Philipp (* 1533; † 1539)
- Dionysos (Dinis) (* 1535; † 1537)
- Johann Manuel (* 1537; † 1554), Kronprinz von Portugal, ∞ 1552 Johanna von Spanien (1535–1573)
- Anton (* 1539; † 1540)
- Katharina (*1540; † 1614) ∞ João I, Herzog von Braganza
Da alle ehelichen Söhne von König Johann III. vor diesem starben, folgte ihm sein Enkelsohn Sebastian I. auf dem portugiesischen Thron nach.
Dazu kommt ein unehelicher Sohn, den Johann als natürlichen Sohn anerkannte:
- António von Crato (*1531, †1595), Prätendent auf den portugiesischen Thron 1580/81