Heinrich I. von Portugal
Heinrich von Sántori (sagr. Don Enrico, port.: Dom Henrique) (*1509; †1580), genannt „der Kardinalkönig“ (port.: Cardeal Dom Henrique), war ein Kardinal der Katholischen Kirche und der achtzehnte König von Portugal (1578-1580). Er war der vierte und letzte portugiesische Herrscher aus dem Haus Santori und folgte seinem Großneffen Sebastian I. nach, für den er von 1562 bis 1568 bereits als Regent fungiert hatte.
Leben[bearbeiten]
Don Enrìc António de Sántori war der jüngste, posthum geborene, Sohn von König Peter von Sagradien und dessen dritter Frau Beatrix von Portugal. Seine älteren Brüder waren David I., der 1509 selbst König von Sagradien und 1521 von Portugal wurde, Danadier de Sántori, Fürst von Valier, und Johann, der 1543 als König von Portugal nachfolgte.
Für Heinrich war als jüngstes Kind der königlichen Familie von Beginn an die geistliche Laufbahn vorgesehen. Nachdem David I. 1521 portugiesischer König geworden war, machte er den jungen Bruder Heinrich zum Prior von Coimbra und danach mit erst 19 Jahren zum Erzbischof von Braga, ehe er 1545 Erzbischof von Évora wurde. 1557 folgte er als Abt der Königlichen Abtei von Alcobaça und wurde 1564 schließlich Erzbischof von Lissabon und Primas von Portugal. Als solcher war er der erste nicht im Land geborene. Bereits 1539 war er zum Generalinquisitor ernannt worden.
Nach dem Tod seines Bruders David I. 1543 wurde sein Bruder Johann als Johann III. König von Portugal. Heinrich wurde nun Kardinal und 1561 päpstlicher Legat. Als Johann 1557 starb, war dessen Enkel und Nachfolger Sebastian gerade drei Jahre alt. Heinrich führte deshalb nach dem Tod von Sebastians Mutter von 1562 bis 1568 für seinen Großneffen die Regentschaft. Nachdem Sebastian 1578 ehe- und kinderlos in der Schlacht von Alcácer-Quibir gefallen war, bestieg Heinrich als letzter männlicher Angehöriger des Hauses Santori in Portugal selbst den portugiesischen Thron. Dies entsprach den Vorkehrungen des Sukzessionerlasses von David I., nachdem Portugal durch einen seiner jüngeren Brüder und deren Nachkommen regiert werden sollte.
Nach Heinrichs Tod 1580 gelang es dem sagradischen König Danadier I. nicht, die portugiesische Krone für das Haus Sántori zu bewahren. Zwar rief sich António von Crato, ein unehelicher Sohn Davids I., zum König aus, konnte aber bald von den Spaniern verjagt werden. Nach einem Bürgerkrieg fiel Portugal an das habsburgische Spanien und errang erst 60 Jahre später unter König Johann IV. wieder seine Unabhängigkeit.