Saloanische Kriege

Aus Sagradien
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Als Saloanische Kriege wird eine Serie bewaffneter Konflikte zwischen dem Königreich Sagradien unter der Dynastie der Santori und Mikolinien unter den Interea-Königen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bezeichnet, die hauptsächlich auf der mikolinischen Halbinsel ausgetragen wurden. Darin ging es um den Besitz und den Status der so genannten Saloanischen Lande nach dem Tod des Herzogs Philipp I. von Salua im Jahr 1470.

Beendet wurden die Kriege 1506 im Frieden von Salua, mit dem die Lande engültig in den Besitz der sagradischen Könige übergingen. Der Erfolg der sagradischen Santori gegen Mikolinien begründete die bis Mitte des 18. Jahrhunderts andauernde Herrschaft der Sagradier im Süden der mikolinischen Halbinsel und trug erheblich zum Aufstieg der Santori zu einer der mächtigsten Dynastien Europas bei.

Vorgeschichte[bearbeiten]

Nach dem Sechzigjährigen Krieg um die Kronen von Sagradien, Mikolinien und Peruzien und dem Frieden von Tesqué 1443 standen sich mit Sagradien und Mikolinien zwei Königreiche gegenüber, die um die innere Konsolidierung und die äußere Vormachtstellung stritten. Die Überführung der beiden Halbinselteile unter einer gemeinsamen Herrschaft blieb auf beiden Seiten das Ziel. Spätestens nach der Übernahme der sagradischen Krone durch König Philipp VI. aus der tulinesischen Familie der Santori besaß Sagradien-Tulis eine Vormachtstellung im Blaumeerraum und suchte überdies seinen Einfluss auf Mikolinien auszudehnen.

Während die Herrschaft der Santori in Sagradien einigermaßen gefestigt war, waren die Macht- und Loyalitätsverhältnisse auf der mikolinischen Halbinsel weniger klar. Bereits im Sechzigjährigen Krieg hatte der Herzog von Salua Karl IV. eine Sonderrolle gespielt und zeitweise selbst Anspruch auf den gesamtmikolinischen Königsthron erhoben. Aus dem Krieg ging Salua unter Herzog Anton II. schließlich gestärkt hervor und bildete nach dem Friede von Tesqué 1443 eine de facto unabhängige Macht im Süden der Halbinsel. Wichtige Machtquelle war die finanzielle und wirtschaftliche Stärke des Reichs. Besonders in der Endphase des Sechzigjährigen Krieges hatten die Herzöge von Salua als potente Geldgeber des mikolinischen Königs auftreten können und brachten über den Weg der Pfandschaft den gesamten Süden des Königreichs inklusive mehrerer Herrschaften in Lukien und Südpiranien unter ihre Kontrolle. Die Lehnsabhängigkeit vom mikolinischen König bestand seither nur noch formal, der als Saloanische Lande bezeichnete Herrschaftskomplex der "Saloanischen Lande" bildete ein eigenständiges Reich, doch blieb es das erklärte Ziel des mikolinischen Königtums, seine Vorherrschaft über Salua zu behaupten.

Erster Saloanischer Krieg (1471-1473)[bearbeiten]

Eine solche Gelegenheit sah der mikolinische König Heinrich I. nach dem Tod des mächtigen Herzogs Philipp I. von Salua im Jahr 1470. Da der Herzog ohne legitime männliche Nachkommen gestorben war, bestand Heinrich I. auf seiner Oberherrschaft und suchte das Herzogtum als vakantes Lehen wieder einzuziehen. Die Saloanischen Stände dagegen bestanden auf ihre Unabhängigkeit und unterstützten den unehelichen Sohn Antons II. und Halbbruder Philipps I., Philipp von Saseia. Es kam darüber zum Nachfolgekrieg und zum Einmarsch mikolinischer Truppen, gegen die sich Filip mit dem sagradischen Santori-König Philipp VI. verbündete. Der sagradische Monarch erhoffte sich dadurch, seinen Einfluss auf der mikolinischen Halbinsel dauerhaft zu sichern, wozu auch Eheallianzen anvisiert wurden. Mit sagradischer Hilfe konnte sich Philipp von Saséia schließlich durchsetzen. Bei Tinágua siegte 1473 das vereinigte Heer der Saloaner und Sagradier gegen Mikolinien und erreichte die Anerkennung der Herrschaft Philipps im Vertrag von Sant Lucas 1475. Philipp von Saseia heiratete danach Philipps VI. Schwester Isabel de Sántori und intensivierte das sagro-Saloanische Bündnis.

Zweiter Saloanischer Krieg (1479-1485)[bearbeiten]

In der Folge regierte Philipp von Saseia als das de facto von Mikolinien unabhängige Herrschaftskonglomerat im Süden der Halbinsel. Die Beziehungen zu Sagradien blieben dabei unklar. Zwar war er machtpolitisch von diesen abhängig, konnte sich aber einige Autonomie von Tulis sichern. Das saloanisch-santorische Bündnis blieb aber stark genug, um die Versuche Mikoliniens abzuwehren, den Vertrag von 1475 zu revidieren. Doch Philipps Tod 1479 schwächte die Allianz gegen Mikolinien empfindlich, da Philipp nur eine minderjährige Tochter, Antonia von Salua als Erbin hinterließ. Diese stand zunächst unter der Regentschaft ihrer Stiefmutter Isabel de Sántori. Der mikolinische König Heinrich II. hoffte nun auf Widerstände unter den Adligen der Lande gegen die sagradische Regentin und zog mit einem Heer nach Süden. Es gelangen ihm einige schnelle Erfolge, ehe er 1481 Macedi einnehmen, die minderjährige Herzogin Antonia gefangen nehmen und einen mikolinischen Regentschaftsrat einsetzen konnte. In Abwesenheit wurde Antonia mit dem mikolinischen Thronfolger Michael, Prinz von Peruzien verheiratet, womit die Eingliederung Saluas ins mikolinische Reich vorbereitet werden sollte.

Erneut wurde der sagradische König Philipp VI. zur Hilfe gerufen, der ein Heer unter Führung seines Bruders Peter von Sagradien nach Südmikolinien entsandte. Die Sántori gingen erneut erfolgreich aus dem Krieg hervor und konnten die Herzogin befreien. Die Ehe zwischen Antonia und Michael wurde annulliert und die junge Herzogin mit Peter von Sagradien, dem jüngeren Bruder König Philipps VI. von Sagradien, verheiratet. Dieser regierte fortan das Herzogtum, zunächst als Ehemann von Antonia, nach deren Tod 1485 als Regent für den minderjährigen Sohn Baltasar. Ein erneuter Versuch Mikoliniens, die dynastische Nachfolge für einen Einfall zu nutzen, scheiterte bereits in den Anfängen.

Dritter Saloanischer Krieg (1503-1506)[bearbeiten]

1499 starb der junge Herzog Baltasar von Salua und sein Vater Peter von Sagradien übernahm auch offiziell die Alleinherrschaft als Herzog. Die Saloanischen Stände stimmten der Rechtsübertragung an die sagradische Dynastie nur unter großen Zugeständnissen zu, welche die Macht des einheimischen Adels deutlich vermehrten.

Als Herzog Peter 1502 den sagradischen Thron an sich riss und das Herzogtum damit an Sagradien fiel, nutzte Mikolinien innere Unruhen in Sagradien im Zuge der Lilienkriege, um im Dritten Saloanischen Krieg einen letzlich vergeblichen Versuch zu unternehmen, die Lande zu erobern. Wiederum zogen die Saloanischen Stände die Herrschaft der ferneren Santori einer Eingliederung ins mikolinische Königreich vor, zumal Peters Kriege in Sagradien die Möglichkeit boten, in Abwesenheit die heimischen Verhältnisse selbst zu kontrollieren. Zudem gelang es prosagradischen Aufständischen in Golen, die ungeliebte mikolinische Herrschaft zu vertreiben, woraufhin Golen wieder sagradisch wurde.

Im Frieden von Salua wurden die Saloanischen Kriege 1506 endgültig beendet. Die Saloanischen Lande, namentlich das Herzogtum Salua, das Herzogtum Macedi, das Fürstentum Marbore sowie die Grafschaft Feiroa fielen geschlossen an das Haus Santori, wohingegen die Pfandschaften im lukischen Raum und in Südpiranien wie die Grafschaften Drouvel oder Carata wieder an die mikolinische Krone zurückfielen. Diese Teilung entsprach in etwa den realen Machtverhältnissen des Jahres 1509.

Ergebnis und Folge[bearbeiten]

Mit dem Frieden von Salua hatte sich Sagradien endgültig durchgesetzt und setzte sich damit im Süden der mikolinischen Halbinsel fest. Die Herrschaft trug erheblich zum Aufstieg der sagradischen Santori-Monarchie zu einer der führenden Mächte Europas auf. Das Königreich Mikolinien musste dagegen seine Ansprüche auf die gesamte mikolinische Halbinsel zunächst hintanstellen und konnte dieses Ziel in den nächsten beiden Jahrhunderten nicht durchsetzen.