Sechzigjähriger Krieg: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Fünfzigjähriger Krieg''' ist die Bezeichnung für eine Reihe von Kriegen im [[Sagradien|sagradisch]]-[[Micolinien|micolinischen]] Konflikt, der nach dem Ende der [[Union von Alágua]] 1386/90 aufflammte. Traditionell werden der Beginn des Kriegs mit dem Einfall [[Karl VI. von Micolinien]] 1396 in [[Perucía]] und sein Ende mit dem [[Friede von Tesqué|Friedensvertrag von Tesqué]] 1443 angesetzt. Jedoch können bereits der so genannte [[Micolinischer Revolutionskrieg|Micolinische Revolutionskrieg]] (''Guerra de la Revolutió'') von 1386-1390 sowie der sagradische [[Krieg der zwei Herzöge|Bürgerkrieg der zwei Herzöge]] (''Guerra de Ducas'') von 1392-1396 als erste Phasen des Fünfzigjährigen Kriegs angesehen werden, dessen Kampfhandlungen weitestgehend bereits 1439 endeten.
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| align="center" style="background:#EEEEEE" colspan="8" |<span style="font-size:120%">'''Sechzigjähriger Krieg'''</span><br><span style="font-size:105%">''Guerra de Sesentànus'' ([[Sagradisch|sagradisch]])</span><br><span style="font-size:105%">''Guerra de Seixent-Ans'' ([[Mikolinisch|mikolinisch]])</span>
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[[Bild:Wappen-Dianuskreuz.png|13px]] [[Königreich Sagradien]] <small>([[Haus Vesaey]])</small><br>
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[[Bild:WappenComitatTulis.png|15px]] [[Comitat Tulis]] <small>([[Haus Sántori]])</small><br>
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[[Bild:WappenSalua.jpg|15px]] [[Saloanische Lande]] <small>([[Haus Salua]])</small><br>
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Im einzelnen umfasst der Fünfzigjährige Krieg folgende Phasen der Auseinandersetzung:
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'''Sechzigjähriger Krieg''' (''Guerra de Sesentànus'') ist die Bezeichnung für eine Reihe von Kriegen im [[Sagradien|sagradisch]]-[[Mikolinien|mikolinischen]] Konflikt, der in der Regierungszeit von König [[Johann IV.|Johann dem Hochmütigen]] begann und zum Ende der [[Union von Alagua]] führte. In [[Sagradien]] und [[Peruzien]] konzentrierte sich der Konflikt auf einen Erbfolgestreit um die Nachfolge des [[Haus Redanior|Königshauses der Redanior]] und entwickelte sich zu einem offenen Bürgerkrieg. In [[Peruzien]] war der Krieg zudem Teil der längeren Phase der [[Peruzinische Kriege|Unabhängigkeitskriege]] nach dem Ende der [[Lusoniden]]herrschaft. Damit verbunden waren innermikolinische Kämpfe zwischen König und Fürsten sowie Auseinandersetzungen zwischen der [[Tulinesischen Republik]] mit dem Königreich Mikolinien und anderen regionalen Mächten um die Vorherrschaft im Blaumeerraum.
* [[Micolinischer Revolutionskrieg]] (1386-1390)
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* [[Krieg der zwei Herzöge]] (1392-1396)
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Als Beginn des Sechzigjährigen Kriegs gilt traditionell die Erhebung der mikolinischen Stände gegen den Statthalter König [[Johann IV.|Johanns des Hochmütigen]], [[Johann von Tesqué (Statthalter)|Johann von Tesqué]], seit 1383, die 1386 zur Absetzung Johanns durch die in der [[Konvention von Nanthés]] vereinten mikolinischen Stände führte. Im Anschluss an die Absetzung Johanns wurde [[Karl von Interea]] zum [[König von Mikolinien]] erhoben, der bis 1390 die Unabhängigkeit Mikoliniens sichern konnte. Sein Sohn [[Karl VI. von Mikolinien]] eroberte schließlich auch die verwaiste peruzinische Krone. Hinzu kamen außerdem Auseinandersetzungen innerhalb des mikolinischen Königreichs, innerhalb Peruziens sowie in Golen, in die auch die tulinesische [[Comitat]]srepublik verwickelt war. Als Abschluss dieser Kämpfe gilt der [[Frieden von Tesqué]] im Jahr 1443, der die komplexen Kampfhandlungen zu einem Abschluss führte.
* Sagradisch-Micolinischer Krieg um Perucía, Golen und Scantia (1396-1423, 1427-1443)
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* Erster Tulinesisch-Micolinischer Krieg (1398-1418)
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Im einzelnen umfasst der Sechzigjährige Krieg folgende Phasen der Auseinandersetzung:
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* [[Mikolinischer Unabhängigkeitskrieg]] (1383-1390)
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* [[Krieg der zwei Herzöge]] in [[Sagradien]] (1392-1396) zwischen [[Martin von Ostino|Ostinenses]] und [[Michael von Vesaey|Vesaeyales]]
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* [[Peruzien|Peruzinischer]] Bürgerkrieg zwischen der pro-mikolinischen [[Alberenser Union]] und ihren Gegnern
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* Sagradisch-Mikolinischer Krieg um [[Peruzien]], [[Golen]] und [[Skanten]] (1402-1410, 1418-1443)
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* Erster Tulinesisch-Mikolinischer Krieg (1398-1418)
 
* [[Tulinesischer Bürgerkrieg]] (1416-1423)
 
* [[Tulinesischer Bürgerkrieg]] (1416-1423)
* Zweiter Tulinesisch-Micolinischer Krieg (1424-1440)
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* Zweiter Tulinesisch-Mikolinischer Krieg (1424-1440)
* [[Servettinisch-Loneischer Krieg]] (1420-1429)
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* [[Saloanisch-Lonensischer Krieg]] (1420-1429)
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=== Hintergrund ===
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Nach dem Tod des sagradischen Königs [[Julen I.]] und seinem Sieg über [[Heinrich von Viça]] 1321 hatte König [[Martin der Gute|Martin VI./I.]] aus dem [[Haus Redanior]], seit 1313/15 als Nachfolger seines Bruders [[Philipp I. von Mikolinien|Philipp]] als [[König von Peruzien]] und [[König von Mikolinien]], die drei Königreiche von Sagradien (inklusive [[Golen]]), [[Peruzien]] und [[Mikolinien]] in der [[Union von Alágua]] in Personalunion vereint. Doch bereits sein Sohn [[Martin VII./II.]] plante 1368 eine [[Erbteilungsplan Martins VII.|Erbteilung]] unter seinen Söhnen, die aber nicht zustande kam. Unter [[Johann IV.. der Hochmütige|Johann dem Hochmütigen]] geriet das Unionsreich schließlich in eine anhaltende Krise.
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=== Mikolinischer Unabhängigkeitskrieg ===
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Die unpopuläre Herrschaft der sagradischen Statthalter [[Stefan von Noyar]] und [[Johann von Tesqué (Statthalter)|Johann von Tesqué]] in Mikolinien und Peruzien führte zu Beginn der 1380er Jahre zu einer Reihe lokaler Aufstände und Erhebungen, die 1383 zu offenen Kriegshandlungen führten. Bis 1385 schlossen sich immer mehr mikolinische Adlige der Erhebung an. In der [[Konvention von Nanthés]] von 1386 wurde Johann als mikolinischer König abgesetzt. Kurz darauf wählten die Stände ihren Anführer [[Karl von Interea]], einen illegitimen Nachkommen der mikolinischen [[Haus Salua|Salua]]-Könige, als [[Karl V. von Mikolinien|Karl V.]] zum König. Diesem gelang es schließlich bis 1390 die Unabhängigkeit der mikolinischen Reichsteile von Sagradien zu behaupten.
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Die mikolinischen Stände beriefen sich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, in der sie dem [[Erbteilungsplan Martins VII.]] zugestimmt hatten, der die Trennung der sagradischen von der mikolinischen und peruzinischen Krone unter Martins Nachfolgern vorgesehen hatte, jedoch nie wirksam geworden war. In der [[Konvention von Albero]] bekannten sich die peruzinischen Stände zu Johann, ließen sich ihre Treue aber durch weitgehende Privilegien und Zusicherungen abkaufen. Dazu gehörte das Recht, einen eigenen König zu erwählen, sollte Johann bis zu seinem Tod kinderlos bleiben.
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=== Krieg der zwei Herzöge und Thronfolgekrieg in Sagradien ===
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Damit war aber die Auseinandersetzung noch nicht beendet. Stattdessen führte die Erbenlosigkeit Johanns dazu, dass der Konflikt weiterschwelte. Noch zu Lebzeiten Johanns begannen in Sagradien bürgerkriegsartige Nachfolgekämpfe zwischen den Häusern [[Haus Vesaey|Vesaey]] und [[Haus Ostino|Ostino]] unter den beiden Herzögen [[Martin von Ostino]] und [[Michael von Vesaey]], die beide von [[Martin der Gute|Martin dem Guten]] abstammten. Die Ernennung Michael von Vesaey zum Generalgouverneur des Reichs 1392 führte zum Bündnis zwischen [[Martin von Ostino]] und dem mikolinischen König [[Karl VI.]], seit 1391 Nachfolger Karls V. als König von Mikolinien.
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König Johann geriet 1394 in ostinensische Gefangenschaft und musste Martin von Ostino als Regenten und Erben des Reichs anerkennen. Im Folgejahr starb Johann als Gefangener des Regenten, doch gingen die Kämpfe weiter. Martin von Ostino ließ sich als [[Martin VIII.]] zum König erheben, verlor den Kampf aber im Folgejahr gegen [[Michael von Vesaey]] und floh nach Mikolinien. In der Abwesenheit ließ sich Michael 1397 zum König krönen. 
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=== Bürgerkrieg in Peruzien ===
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In Peruzien kristallisierten sich nach dem Tod Johanns V. 1395 mehrere Adelsparteien heraus, die sich zwar auf die Behauptung des ständischen Wahlrechts, nicht aber auf einen Nachfolgekandidaten einigen konnten. Es folgte daher ein dreijähriges Interregnum, in dem mehrere widerstreitende Adelsparteien um die Vorherrschaft kämpften.
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Von einem Teil der Stände als "[[Prinz von Peruzien]]" anerkannt, entschloss sich [[Karl VI. von Mikolinien]] 1396 zu einer Intervention in Peruzien. Bis 1398 konnte er sich so weit durchsetzen, dass ihn die [[Alberenser Union]] als rechtmäßigen König von Peruzien anerkannte. Die in der [[Union von Olisa]] verbündete widerstreitende Adelspartei erkannte dies nicht an und rief [[Michael von Vesaey]] zur Hilfe, der aber nur ein kleines Heer zur Unterstützung entsandte. Karl gelang es in der Folge, seine Herrschaft in Peruzien zu konsolidieren, er musste aber immer wieder mit Aufständen kämpfen.
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=== Mikolinische Intervention in Sagradien ===
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1402 überschritt ein mikolinisch-sagradisches Heer unter [[Martin von Ostino]] die Konsetten, um Martins Herrschaft in Sagradien zurückzuerobern. Im Gegenzug hatte Martin Karl als König von Peruzien anerkannt und trat [[Golen]] an ihn ab. In der Folge gelang es den mikolinischen Truppen, Golen und große Teile Sagradiens unter ihre Kontrolle zu bringen. Das Vordringen in Golen rief die  [[Tulinesische Republik|Comitat-Republik Tulis]] auf den Plan, die um ihre Interessen im Blaumeerraum fürchtete und mit Michael von Vesaey verbündet war. [[António de Sántori]] war als [[Fürst von Valier]] seit 1398 sagradischer Lehnsträger und erhoffte sich zudem, [[Ludwig von Alagua]] als Herzog von Golen ablösen zu können.
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1405 gelang es Martin von Ostino, das Herrschaftszentrum in [[Sarmay]] unter seine Kontrolle zu bringen. Die Mehrheit der Adligen verweigerte ihm aber die Anerkennung als König und fürchtete eine mikolinische Fremdherrschaft. Derweil führte ein neuerlicher Aufstand in Peruzien dazu, dass Karl VI. Teile seines Heeres abziehen musste. In der [[Schlacht auf den loxandischen Feldern]] wurde Martin 1408 vernichtend geschlagen und wich nach Peruzien zurück, wo er 1410 starb. Seit 1408 ruhte der Krieg.
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=== Tulinesischer Bürgerkrieg und Blaumeerkämpfe ===
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Der Tod [[António de Sántori]]s löste 1416 Unruhen in Tulis aus, wo sein Bruder Kardinalerzbischof [[Júlio de Sántori]] die Macht an sich riss. Seine unpopuläre Herrschaft führte 1422 zur Rebellion des Stadtadels. Faktisch zerfielen die tulinesischen Heere in drei Parteien, die wahlweise Kardinal Júlio, seinem Neffen [[David de Sántori]] oder den neuen Machthabern in Tulis ihre Loyalität schworen. Dies nutzte Mikolinien und machte sich die tulinesischen Herrschaftsgebiete an der mikolinischen Blaumeerküste um die Städte [[Plato]] und [[Tinagua]] zu eigen.
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David verbündete sich mit Michaels Nachfolger [[Philipp V.]] von Sagradien und nahm Tulis 1423 mit einem gemeinsamen Heer ein. In der Folge lenkten die Santori die schlagkräftige tulinesische Blaumeerflotte gegen Mikolinien und konnte 1425 Tinagua und 1427 Plato zurückerobern. Gleichzeitig eroberte David de Sántori große Teile Golens und wurde im Gegenzug von Philipp zum [[Herzog von Golen]] bestimmt.
  
=== Anlass ===
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=== Lonensisch-Saloanischer Krieg ===
Nach dem Tod des sagradischen Königs [[Jakob II.]] und seinem Sieg über [[Danadier I. von Scola|Danadier von Scola]] 1321 hatte König [[Sergius I. der Große|Serge I.]] aus dem [[Haus Redanior]], seit 1313/15 als Nachfolger seines Bruders [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] als [[König von Perucía]] und [[König von Micolinien]], die drei Königreiche von Sagradien (inklusive [[Golen]]), Perucía und Micolinien in der [[Union von Alágua]] in Personalunion vereint. Die Herrschaft seines Enkels [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriel dem Schönen]] hatte 1386 jedoch zur Rebellion der micolinischen Stände unter der Führung von [[Karl V. von Micolinien|Karl von Interea]], einem illegitimen Nachkommen der micolinischen [[Haus Salua|Salua]]-Könige, geführt, der sich als Karl V. zum micolinischen König machte und seine Herrschaft im Micolinischen Unabhängigkeitskrieg von 1386-1390 sicherte. Die micolinischen Stände beriefen sich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, in der sie dem [[Erbteilungsplan Sergis II.]] zugestimmt hatten, der die Trennung der sagradischen von der micolinischen und peruzinischen Krone unter Sergis Nachfolgern vorgesehen hatte, jedoch nie wirksam geworden war. Im [[Vertrag von Albero]] musste Gabriel IV. 1390 seine Ansprüche auf die micolinische Krone fallen lassen, behielt aber Perucía und Golen, während Karl VI. wiederum auf alle Ansprüche in Sagradien verzichtete.  
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Die Kriege in Peruzien, Golen und Sagradien hatten innerhalb des mikolinischen Königreichs zu Spannungen geführt. Die auf das frühere Königsgeschlecht der Saloaner zurückgehenden [[Herzog von Salua|Herzöge von Salua]] hatten die Herrschaft der [[Interea]]-Könige seit 1386 nur zögerlich unterstützt und sich ihre militärische Hilfe gegen Sagradien immer wieder teuer erkaufen lassen.
  
Die Erbenlosigkeit Gabriels führte aber dazu, dass der Vertrag lediglich eine Zwischenstation in der Auseinandersetzung blieb. Noch zu Lebzeiten Gabriels begannen in Sagradien bürgerkriegsartige Nachfolgekämpfe zwischen den Häusern [[Haus Vesaey|Vesaey]] und [[Haus Ostino|Ostino]] um das Königtum. In Perucía kristallisierten sich mehrere Adelsparteien heraus, die sich zwar auf die Behauptung des ständischen Wahlrechts, nicht aber auf einen Nachfolgekandidaten einigen konnten. Nach dem Tod Gabriels 1395 kam es in Sagradien schließlich zur Fortführung des Kriegs zwischen seinen möglichen Nachfolgern [[Michael I.|Michael von Vesaey]] und [[Joseph von Óstino]], in dem der Ostinenser sich mit [[Karl VI. von Micolinien]], seit 1391 Nachfolger Karls V. als König von Micolinien, verbündete und zunächst siegte, ehe Michael von Vesaey aber 1396 die Oberhand gewann und seinen Kontrahenten zur Abdankung zwang.  
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Herzog [[Karl IV. von Salua]] wechselte schließlich 1418 die Seiten und schloss ein Bündnis mit [[Michael von Vesaey]]. Er verheiratete seinen Neffen und Erben [[Anton II. von Salua]] mit Michaels Tochter [[Maria von Vesaey]] und begann 1420 einen Krieg um das Herzogtum Lonea, das von [[Johann von Lonea]], einem Onkel Karls VI. gehalten wurde. Im Verlauf des Kriegs erklärte sich Karl von Salua 1425 zum legitimen König von Mikolinien, konnte seine Ansprüche aber nicht durchsetzen. Als er 1427 starb, befand sich sein Neffe [[Anton II. von Salua|Anton]] in lonensischer Gefangenschaft, sodass seine Schwester [[Margarete von Salua]] die Herrschaft übernahm. Sie erreichte schließlich die Freilassung Antons und schloss 1429 Frieden mit Lonea, der den Bürgekrieg der Saloaner und Lonenser schließlich beendete.
  
Zeitgleich nahm ein Teil des peruzinischen Adels Verhandlungen mit Karl VI. auf und bot ihm ohne Mehrheit der Stände das Königtum an, was dieser wiederum 1396 zur Intervention in Perucía nutzte und damit den Krieg mit Sagradien auslöste. Karl und die promicolinische Ständepartei beriefen sich dabei auf die Konvention von Marbore. Nach dem Tod Josephs von Óstino 1398 erklärte Karl zunächst dessen 13-jährigen Sohn [[Johann das Kind]] zum sagradischen König, erhob nach dessen Tod 1402 aber kurze Zeit selbst Anspruch auf die sagradische Krone, womit er den Vertrag von 1390 in allen Teilen, aber auch die Konvention von Marbore, auf die er sich bis dahin berufen hatte, für ungültig und sich selbst zum legitimen Erben des Reichs Sergis I. erklärte.
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=== Weiterer Kriegsverlauf in Sagradien ===
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Nach der Niederlage [[Martin von Ostino]]s 1408 und seinem Tod 1410 war der Krieg in Sagradien weitgehend zum Erliegen gekommen. Seit 1415 bezeichnete sich aber [[Karl VI.]] selbst als rechtmäßiger ''König auf beiden Seiten der Konsettten'' und verfolgte das Ziel einer Wiederrichtung der [[Union von Alagua]] unter seiner Führung. 1418 begann er eine neuerliche Intervention in Sagradien und konnte rasch vordringen.  
  
=== Parteien ===
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Die gescheiterte mikolinische Belagerung Geróns 1420 hielt sein Vordringen aber auf. [[Michael von Vesaey]] fiel 1421 in der [[Schlacht von Porto Valés]] und wurde von seinem Sohn [[Philipp V.]] beerbt. Dessen jüngerer Bruder [[António de Vesaey]] siegte 1422 und 1423 bei [[Sancristo]] und [[Alágua]].  
Auf sagradischer Seite kämpften zeitweise die [[Tulinesische Republik|Comitat-Republik Tulis]] sowie das im Krieg um [[Lonéa]] befindliche [[Haus Salua-Servette]] in Micolinien, mit dem micolinischen König waren u.a. die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]], [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] und [[Haus Alagua|Golen-Alagua]] verbündet, ehe nach einem Seitenwechsel in der Endphase auch der [[Herzog von Servette]] als potenter Geldgeber Karls VI. eine Schlüsselrolle spielte. Während es für Karl VI. um die Eroberung Perucías und Golens und zeitweise auch den Gewinn der sagradischen Krone ging, versuchte Sagradien unter Michael I. und [[Michael II.]] seine Besitzungen im Norden der micolinischen Halbinsel zu halten. Die Tulinesische Republik der [[Sántori]]-Contes sah in einer neuerlichen sagradisch-micolinischen Union unter Karl VI. eine Gefahr für die eigene Unabhängigkeit und kämpfte um seine Vorherrschaft im [[Blaues Meer|Blaumeer]], seine Kolonien in Ostmicolinien sowie beanspruchte Gebiete in Golen. Für die nur zeitweise und auch nur indirekt gegen Karl VI. kämpfenden [[Haus Salua-Servette|Servettenser]] ging es vor allem um eine Stärkung der eigenen Hausmacht in Südmicolinien und die Unabhängigkeit von der Krone, während die Anmeldung eigener Ansprüche auf die micolinische Krone vor allem taktischer Natur war.
 
  
=== Kriegsverlauf ===
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=== Sagradische Offensive und Kriegsende ===
Die Anfangsphase des Kriegs zwischen Sagradien und Micolinien brachte Erfolge für Micolinien, das sich in der [[Alberenser Union]] 1409 die Unterstützung der peruzinischen Stände sichern und anschließend bis nach [[Gerón]] vordringen konnte, die Belagerung der Stadt aber 1420 aufgeben musste. Zu dieser Zeit fand der Krieg hauptsächlich im Gebiet rechts der Konsetten statt mit micolinischen und tulinesischen Truppen auf sagradischem Gebiet, wobei die Gewinne [[António de Sántori]]s, als [[Fürst von Valier]] sagradischer Lehnsträger, gegen den mit Micolinien verbündeten Markgrafen [[Ludwig von Golen]] zwar offiziell im Namen der sagradischen Krone stattfanden, de facto aber die Macht der Sántori vermehrte.
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Während Karl VI. in der Folge mit Gefechten gegen Tulis und das rebellierende Haus Salua beschäftigt war, nahm Sagradien unter Philipp V. die Kämpfe im Jahr 1427 wieder auf und rüstete zur Gegenoffensive. In der [[Schlacht von Cania]] erlitt Mikolinien eine empfindliche Niederlage und verlor in der Folge große Gebiete [[Kont]]s an Sagradien. Die Rebellion Konts gegen Sagradien im Jahr 1431 beendete schließlich die sagradische Offensive.  
  
Die gescheiterte Belagerung Geróns 1420 führte zu einer Wende im Krieg. Obwohl Michael I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 fiel, siegte sein Sohn [[Don António]] 1422 und 1423 bei [[San Cristo]] und [[Alágua]], ehe die Kämpfe vorübergehend eingestellt wurden. Während Karl VI. in der Folge mit Gefechten gegen Tulis und das rebellierende Haus Servette beschäftigt war, nahm Sagradien unter Michael II. die Kämpfe im Jahr 1427 wieder auf und rüstete zur Gegenoffensive. In der [[Schlacht von Cania]] erlitt Micolinien eine empfindliche Niederlage und verlor in der Folge große Gebiete [[Conte]]s an Sagradien. Die Rebellion Contes gegen Sagradien im Jahr 1431 beendete schließlich die sagradische Offensive.
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Kleinere Gefechte brachten in der Folge keine neuen Entwicklungen, ehe die Kämpfe 1439 weitgehend eingestellt wurden. 1440 schloss Mikolinien einen Separatfrieden mit Tulis, das seine Stützpunkte in Mikolinien behielt, ehe der Krieg im Frieden von Tesqué von 1443 endgültig beendet wurde.
Kleinere Gefechte brachten in der Folge keine neuen Entwicklungen, ehe die Kämpfe 1439 weitgehend eingestellt wurden. 1440 schloss Micolinien einen Separatfrieden mit Tulis, das seine Stützpunkte in Micolinien behielt, ehe der Krieg im Frieden von Tesqué von 1443 endgültig beendet wurde.
 
  
 
=== Folgen ===
 
=== Folgen ===
Mit dem [[Frieden von Tesqué]] endete die von 1321 bis 1386 bestehende und danach von verschiedenen Seiten angestrebte sagradisch-micolinische Union endgültig und die seit dem 11. Jahrhundert andauernden Kämpfe um Perucía wurden aufgegeben. Der Friedensvertrag berief sich inhaltlich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, bestätigte aber de facto lediglich den im Krieg entstandenen Status Quo. Mit dem Verzicht Sagradiens auf Perucía und dem Micoliniens auf Golens sowie die Festschreibung der so genannten "[[Medeo-Linie]]" als Grenze beider Staaten wurde die bis 1815 und mit leichten Veränderungen in Bezug auf Golen bis ins 20. Jahrhundert hinein gültige Grenze zwischen beiden Staaten festgelegt. Der Friedensvertrag von Tesqué kann darüber hinaus als Gründungsstunde des modernen micolinischen Nationalstaates gelten, da das neue Königreich erstmals überhaupt seit dem Frühmittelalter neben Süd- und Mittelmicolinien auch den peruzinischen Norden umfasste, der heute als integraler Bestandteil Micoliniens angesehen wird. In Micolinien konnte sich in der Folge das Königtum des [[Haus Interea|Hauses Interea]] stabilisieren, dessen Herrschaft in Nebenlinien bis heute andauert.
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Mit dem [[Frieden von Tesqué]] endete die von 1321 bis 1386 bestehende und danach von verschiedenen Seiten angestrebte sagradisch-mikolinische [[Union von Alagua]] endgültig und die seit dem 11. Jahrhundert andauernden Kämpfe um [[Peruzien]] wurden aufgegeben. Der Friedensvertrag berief sich inhaltlich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, bestätigte aber de facto lediglich den im Krieg entstandenen Status Quo.  
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Mit dem Verzicht Sagradiens auf [[Peruzien]] und dem Mikoliniens auf [[Golen]] sowie die Festschreibung der so genannten "[[Medeo-Linie]]" als Grenze beider Staaten wurde die bis 1815 und mit leichten Veränderungen in Bezug auf Golen bis ins 20. Jahrhundert hinein gültige Grenze zwischen beiden Staaten festgelegt. Der Friedensvertrag von Tesqué kann darüber hinaus als Gründungsstunde des modernen mikolinischen Nationalstaates gelten, da das neue Königreich erstmals überhaupt seit dem Frühmittelalter neben Süd- und Mittelmikolinien auch den peruzinischen Norden umfasste, der heute als integraler Bestandteil Mikoliniens angesehen wird. In Mikolinien konnte sich in der Folge das Königtum des [[Haus Interea|Hauses Interea]] stabilisieren, dessen Herrschaft in Nebenlinien bis heute andauert.
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Aus peruzinischer Sicht endeten die seit dem 13. Jahrhundert andauernden [[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]] um die Unabhängigkeit des Königreichs im Norden der mikolinischen Halbinsel mit einer Niederlage für die Vertreter eines unabhängigen Königtums. Von peruzinischen Nationalisten wird der Friedensvertrag von Tesqué daher als vorerst endgültiges Ende der nationalen Unabhängigkeit Peruziens verstanden.
  
Der Frieden mit Micolinien bildete die Grundlage für den Aufstieg Sagradiens zur europäischen Großmacht und zur Weltmacht im 16. Jahrhundert (so genanntes [[Goldenes Jahrhundert]]). Die Servettensischen Herzöge konnten sich im Süden de facto als unabhängige Macht etablieren, deren Besitztümer am Ende des Jahrhunderts an die sagradischen [[Haus Santori|Santori]]-Könige fiel. Die Tulinesische Adelsrepublik ging nach Eroberungen, Bürgerkämpfen, Verlusten und neuerlichen Siegen schließlich als de facto unabhängige Monarchie der Santori hervor, die als Fürst-Grafen von Valier, Tulis, Golen, Conte und Plato zum eigenen Machtfaktor aufgestiegen waren. Durch das Ehebündnis zwischen den Sántori und den [[Haus Vesaey]] gelangte das kurzlebige Konglomerat schließlich 1457 zum Königreich Sagradien der [[Sántori]]-Könige und bildete neben Servette eine wesentliche Stütze der frühneuzeitlichen Santori-Monarchie.
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Aus sagradischer Sicht bildete der Frieden mit Mikolinien die Grundlage für den Aufstieg Sagradiens und der [[Sántori]]-Dynastie zur europäischen Großmacht und zur Weltmacht im 16. Jahrhundert (so genanntes [[Goldenes Jahrhundert]]). Die salonischen Herzöge konnten sich im Süden der Halbinsel de facto als unabhängige Macht etablieren, deren Besitztümer am Ende des Jahrhunderts an die sagradischen [[Haus Santori|Santori]]-Könige fielen. Aus der [[Comitat Tulis|Tulinesischen Adelsrepublik]] war nach Eroberungen, Bürgerkämpfen, Verlusten und neuerlichen Siegen schließlich ein monarchisch geführter Staatsverband unter Führung der [[Sántori]] geworden, die als Fürst-Grafen von Valier, Tulis, Golen, Conte und Plato zum vorherrschenden Machtfaktor im Blauen Meer aufgestiegen waren.  
  
Der Frieden zwischen Sagradien und Micolinien hielt jedoch nicht einmal ein halbes Jahrhundert. Mit dem Ende der Servettiner Dynastie im Süden kam es seit 1477 zu neuerlichen Kriegen zwischen Sagradien und Micolinien um das Erbe der saluanischen Herzöge in Südmicolinien, in denen sich schließlich die sagradischen Santori durchsetzen konnten ([[Servettinische Kriege]]).
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Der Frieden zwischen Sagradien und Mikolinien hielt jedoch nicht einmal ein halbes Jahrhundert. Mit dem Ende der Saloaner Dynastie im Süden kam es seit 1477 zu neuerlichen Kriegen zwischen Sagradien und Mikolinien um das Erbe der saluanischen Herzöge in Südmikolinien, in denen sich schließlich die sagradischen Santori durchsetzen konnten ([[Saloanische Kriege]]).
  
 
=== Einschätzung ===
 
=== Einschätzung ===
Die micolinische Nationalgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts sah den Fünfzigjährigen Krieg mehrheitlich als Fortsetzung des Befreiungskriegs gegen Sagradien und als micolinischen Einigungskrieg. Dagegen wurde der Krieg in Sagradien als erfolgreicher Abwehrkrieg der micolinischen Expansionsbestrebungen angesehen. Die neuere Forschung betont den machtpolitischen Charakter des Erbfolge- und Bürgerkriegs und bezeichnet die Auseinandersetzungen als Beispiel eines Staatsbildungskriegs, aus dem schließlich nicht nur die moderne micolinisch-peruzinische Monarchie, sondern auch der sagradische Santori-Staat der frühen Neuzeit in Grundzügen hervorgegangen ist.
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Die mikolinische Nationalgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts sah den Sechzigjährigen Krieg mehrheitlich als Fortsetzung des Befreiungskriegs gegen Sagradien und als mikolinischen Einigungskrieg. Von peruzinischen Nationalisten wurde er daher auch als Ende der eigenen Selbständigkeit gesehen. Dagegen wurde der Krieg in Sagradien als erfolgreicher Abwehrkrieg der mikolinischen Expansionsbestrebungen und als Wurzel der eigenen Weltmachtbestrebungen angesehen.  
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Demgegenüber betont die neuere Forschung den machtpolitischen Charakter des Erbfolge- und Bürgerkriegs und bezeichnet die Auseinandersetzungen als Beispiel eines Staatsbildungskriegs, aus dem schließlich nicht nur die moderne mikolinisch-peruzinische Monarchie, sondern auch der sagradische Santori-Staat der frühen Neuzeit in Grundzügen hervorgegangen ist.
  
 
[[Kategorie: Krieg in Sagradien]]
 
[[Kategorie: Krieg in Sagradien]]
[[Kategorie: Krieg in Micolinien]]
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[[Kategorie: Krieg in Mikolinien]]
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[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]

Aktuelle Version vom 9. Januar 2026, 17:26 Uhr

Sechzigjähriger Krieg
Guerra de Sesentànus (sagradisch)
Guerra de Seixent-Ans (mikolinisch)
1383–1443
Kriegsparteien

Wappen-Dianuskreuz.png Königreich Sagradien (Haus Vesaey)
WappenComitatTulis.png Comitat Tulis (Haus Sántori)
WappenSalua.jpg Saloanische Lande (Haus Salua)

Wappen-MC-klein.png Königreich Mikolinien (Haus Interea)
Wappen-Peruzien-klein.png Königreich Peruzien (Alberenser Union)
Wappen-Golen-klein.png Herzogtum Golen (Haus Alagua)
Wappen-Ostino.png Haus Ostino
WappenFsmCuentez-klein.png Fürstentum Cuentez (Haus Exeveste)

Sagradia1443.png

Sechzigjähriger Krieg (Guerra de Sesentànus) ist die Bezeichnung für eine Reihe von Kriegen im sagradisch-mikolinischen Konflikt, der in der Regierungszeit von König Johann dem Hochmütigen begann und zum Ende der Union von Alagua führte. In Sagradien und Peruzien konzentrierte sich der Konflikt auf einen Erbfolgestreit um die Nachfolge des Königshauses der Redanior und entwickelte sich zu einem offenen Bürgerkrieg. In Peruzien war der Krieg zudem Teil der längeren Phase der Unabhängigkeitskriege nach dem Ende der Lusonidenherrschaft. Damit verbunden waren innermikolinische Kämpfe zwischen König und Fürsten sowie Auseinandersetzungen zwischen der Tulinesischen Republik mit dem Königreich Mikolinien und anderen regionalen Mächten um die Vorherrschaft im Blaumeerraum.

Als Beginn des Sechzigjährigen Kriegs gilt traditionell die Erhebung der mikolinischen Stände gegen den Statthalter König Johanns des Hochmütigen, Johann von Tesqué, seit 1383, die 1386 zur Absetzung Johanns durch die in der Konvention von Nanthés vereinten mikolinischen Stände führte. Im Anschluss an die Absetzung Johanns wurde Karl von Interea zum König von Mikolinien erhoben, der bis 1390 die Unabhängigkeit Mikoliniens sichern konnte. Sein Sohn Karl VI. von Mikolinien eroberte schließlich auch die verwaiste peruzinische Krone. Hinzu kamen außerdem Auseinandersetzungen innerhalb des mikolinischen Königreichs, innerhalb Peruziens sowie in Golen, in die auch die tulinesische Comitatsrepublik verwickelt war. Als Abschluss dieser Kämpfe gilt der Frieden von Tesqué im Jahr 1443, der die komplexen Kampfhandlungen zu einem Abschluss führte.

Im einzelnen umfasst der Sechzigjährige Krieg folgende Phasen der Auseinandersetzung:

Hintergrund[bearbeiten]

Nach dem Tod des sagradischen Königs Julen I. und seinem Sieg über Heinrich von Viça 1321 hatte König Martin VI./I. aus dem Haus Redanior, seit 1313/15 als Nachfolger seines Bruders Philipp als König von Peruzien und König von Mikolinien, die drei Königreiche von Sagradien (inklusive Golen), Peruzien und Mikolinien in der Union von Alágua in Personalunion vereint. Doch bereits sein Sohn Martin VII./II. plante 1368 eine Erbteilung unter seinen Söhnen, die aber nicht zustande kam. Unter Johann dem Hochmütigen geriet das Unionsreich schließlich in eine anhaltende Krise.

Mikolinischer Unabhängigkeitskrieg[bearbeiten]

Die unpopuläre Herrschaft der sagradischen Statthalter Stefan von Noyar und Johann von Tesqué in Mikolinien und Peruzien führte zu Beginn der 1380er Jahre zu einer Reihe lokaler Aufstände und Erhebungen, die 1383 zu offenen Kriegshandlungen führten. Bis 1385 schlossen sich immer mehr mikolinische Adlige der Erhebung an. In der Konvention von Nanthés von 1386 wurde Johann als mikolinischer König abgesetzt. Kurz darauf wählten die Stände ihren Anführer Karl von Interea, einen illegitimen Nachkommen der mikolinischen Salua-Könige, als Karl V. zum König. Diesem gelang es schließlich bis 1390 die Unabhängigkeit der mikolinischen Reichsteile von Sagradien zu behaupten.

Die mikolinischen Stände beriefen sich auf die Konvention von Marbore von 1368, in der sie dem Erbteilungsplan Martins VII. zugestimmt hatten, der die Trennung der sagradischen von der mikolinischen und peruzinischen Krone unter Martins Nachfolgern vorgesehen hatte, jedoch nie wirksam geworden war. In der Konvention von Albero bekannten sich die peruzinischen Stände zu Johann, ließen sich ihre Treue aber durch weitgehende Privilegien und Zusicherungen abkaufen. Dazu gehörte das Recht, einen eigenen König zu erwählen, sollte Johann bis zu seinem Tod kinderlos bleiben.

Krieg der zwei Herzöge und Thronfolgekrieg in Sagradien[bearbeiten]

Damit war aber die Auseinandersetzung noch nicht beendet. Stattdessen führte die Erbenlosigkeit Johanns dazu, dass der Konflikt weiterschwelte. Noch zu Lebzeiten Johanns begannen in Sagradien bürgerkriegsartige Nachfolgekämpfe zwischen den Häusern Vesaey und Ostino unter den beiden Herzögen Martin von Ostino und Michael von Vesaey, die beide von Martin dem Guten abstammten. Die Ernennung Michael von Vesaey zum Generalgouverneur des Reichs 1392 führte zum Bündnis zwischen Martin von Ostino und dem mikolinischen König Karl VI., seit 1391 Nachfolger Karls V. als König von Mikolinien.

König Johann geriet 1394 in ostinensische Gefangenschaft und musste Martin von Ostino als Regenten und Erben des Reichs anerkennen. Im Folgejahr starb Johann als Gefangener des Regenten, doch gingen die Kämpfe weiter. Martin von Ostino ließ sich als Martin VIII. zum König erheben, verlor den Kampf aber im Folgejahr gegen Michael von Vesaey und floh nach Mikolinien. In der Abwesenheit ließ sich Michael 1397 zum König krönen.

Bürgerkrieg in Peruzien[bearbeiten]

In Peruzien kristallisierten sich nach dem Tod Johanns V. 1395 mehrere Adelsparteien heraus, die sich zwar auf die Behauptung des ständischen Wahlrechts, nicht aber auf einen Nachfolgekandidaten einigen konnten. Es folgte daher ein dreijähriges Interregnum, in dem mehrere widerstreitende Adelsparteien um die Vorherrschaft kämpften.

Von einem Teil der Stände als "Prinz von Peruzien" anerkannt, entschloss sich Karl VI. von Mikolinien 1396 zu einer Intervention in Peruzien. Bis 1398 konnte er sich so weit durchsetzen, dass ihn die Alberenser Union als rechtmäßigen König von Peruzien anerkannte. Die in der Union von Olisa verbündete widerstreitende Adelspartei erkannte dies nicht an und rief Michael von Vesaey zur Hilfe, der aber nur ein kleines Heer zur Unterstützung entsandte. Karl gelang es in der Folge, seine Herrschaft in Peruzien zu konsolidieren, er musste aber immer wieder mit Aufständen kämpfen.

Mikolinische Intervention in Sagradien[bearbeiten]

1402 überschritt ein mikolinisch-sagradisches Heer unter Martin von Ostino die Konsetten, um Martins Herrschaft in Sagradien zurückzuerobern. Im Gegenzug hatte Martin Karl als König von Peruzien anerkannt und trat Golen an ihn ab. In der Folge gelang es den mikolinischen Truppen, Golen und große Teile Sagradiens unter ihre Kontrolle zu bringen. Das Vordringen in Golen rief die Comitat-Republik Tulis auf den Plan, die um ihre Interessen im Blaumeerraum fürchtete und mit Michael von Vesaey verbündet war. António de Sántori war als Fürst von Valier seit 1398 sagradischer Lehnsträger und erhoffte sich zudem, Ludwig von Alagua als Herzog von Golen ablösen zu können.

1405 gelang es Martin von Ostino, das Herrschaftszentrum in Sarmay unter seine Kontrolle zu bringen. Die Mehrheit der Adligen verweigerte ihm aber die Anerkennung als König und fürchtete eine mikolinische Fremdherrschaft. Derweil führte ein neuerlicher Aufstand in Peruzien dazu, dass Karl VI. Teile seines Heeres abziehen musste. In der Schlacht auf den loxandischen Feldern wurde Martin 1408 vernichtend geschlagen und wich nach Peruzien zurück, wo er 1410 starb. Seit 1408 ruhte der Krieg.

Tulinesischer Bürgerkrieg und Blaumeerkämpfe[bearbeiten]

Der Tod António de Sántoris löste 1416 Unruhen in Tulis aus, wo sein Bruder Kardinalerzbischof Júlio de Sántori die Macht an sich riss. Seine unpopuläre Herrschaft führte 1422 zur Rebellion des Stadtadels. Faktisch zerfielen die tulinesischen Heere in drei Parteien, die wahlweise Kardinal Júlio, seinem Neffen David de Sántori oder den neuen Machthabern in Tulis ihre Loyalität schworen. Dies nutzte Mikolinien und machte sich die tulinesischen Herrschaftsgebiete an der mikolinischen Blaumeerküste um die Städte Plato und Tinagua zu eigen.

David verbündete sich mit Michaels Nachfolger Philipp V. von Sagradien und nahm Tulis 1423 mit einem gemeinsamen Heer ein. In der Folge lenkten die Santori die schlagkräftige tulinesische Blaumeerflotte gegen Mikolinien und konnte 1425 Tinagua und 1427 Plato zurückerobern. Gleichzeitig eroberte David de Sántori große Teile Golens und wurde im Gegenzug von Philipp zum Herzog von Golen bestimmt.

Lonensisch-Saloanischer Krieg[bearbeiten]

Die Kriege in Peruzien, Golen und Sagradien hatten innerhalb des mikolinischen Königreichs zu Spannungen geführt. Die auf das frühere Königsgeschlecht der Saloaner zurückgehenden Herzöge von Salua hatten die Herrschaft der Interea-Könige seit 1386 nur zögerlich unterstützt und sich ihre militärische Hilfe gegen Sagradien immer wieder teuer erkaufen lassen.

Herzog Karl IV. von Salua wechselte schließlich 1418 die Seiten und schloss ein Bündnis mit Michael von Vesaey. Er verheiratete seinen Neffen und Erben Anton II. von Salua mit Michaels Tochter Maria von Vesaey und begann 1420 einen Krieg um das Herzogtum Lonea, das von Johann von Lonea, einem Onkel Karls VI. gehalten wurde. Im Verlauf des Kriegs erklärte sich Karl von Salua 1425 zum legitimen König von Mikolinien, konnte seine Ansprüche aber nicht durchsetzen. Als er 1427 starb, befand sich sein Neffe Anton in lonensischer Gefangenschaft, sodass seine Schwester Margarete von Salua die Herrschaft übernahm. Sie erreichte schließlich die Freilassung Antons und schloss 1429 Frieden mit Lonea, der den Bürgekrieg der Saloaner und Lonenser schließlich beendete.

Weiterer Kriegsverlauf in Sagradien[bearbeiten]

Nach der Niederlage Martin von Ostinos 1408 und seinem Tod 1410 war der Krieg in Sagradien weitgehend zum Erliegen gekommen. Seit 1415 bezeichnete sich aber Karl VI. selbst als rechtmäßiger König auf beiden Seiten der Konsettten und verfolgte das Ziel einer Wiederrichtung der Union von Alagua unter seiner Führung. 1418 begann er eine neuerliche Intervention in Sagradien und konnte rasch vordringen.

Die gescheiterte mikolinische Belagerung Geróns 1420 hielt sein Vordringen aber auf. Michael von Vesaey fiel 1421 in der Schlacht von Porto Valés und wurde von seinem Sohn Philipp V. beerbt. Dessen jüngerer Bruder António de Vesaey siegte 1422 und 1423 bei Sancristo und Alágua.

Sagradische Offensive und Kriegsende[bearbeiten]

Während Karl VI. in der Folge mit Gefechten gegen Tulis und das rebellierende Haus Salua beschäftigt war, nahm Sagradien unter Philipp V. die Kämpfe im Jahr 1427 wieder auf und rüstete zur Gegenoffensive. In der Schlacht von Cania erlitt Mikolinien eine empfindliche Niederlage und verlor in der Folge große Gebiete Konts an Sagradien. Die Rebellion Konts gegen Sagradien im Jahr 1431 beendete schließlich die sagradische Offensive.

Kleinere Gefechte brachten in der Folge keine neuen Entwicklungen, ehe die Kämpfe 1439 weitgehend eingestellt wurden. 1440 schloss Mikolinien einen Separatfrieden mit Tulis, das seine Stützpunkte in Mikolinien behielt, ehe der Krieg im Frieden von Tesqué von 1443 endgültig beendet wurde.

Folgen[bearbeiten]

Mit dem Frieden von Tesqué endete die von 1321 bis 1386 bestehende und danach von verschiedenen Seiten angestrebte sagradisch-mikolinische Union von Alagua endgültig und die seit dem 11. Jahrhundert andauernden Kämpfe um Peruzien wurden aufgegeben. Der Friedensvertrag berief sich inhaltlich auf die Konvention von Marbore von 1368, bestätigte aber de facto lediglich den im Krieg entstandenen Status Quo.

Mit dem Verzicht Sagradiens auf Peruzien und dem Mikoliniens auf Golen sowie die Festschreibung der so genannten "Medeo-Linie" als Grenze beider Staaten wurde die bis 1815 und mit leichten Veränderungen in Bezug auf Golen bis ins 20. Jahrhundert hinein gültige Grenze zwischen beiden Staaten festgelegt. Der Friedensvertrag von Tesqué kann darüber hinaus als Gründungsstunde des modernen mikolinischen Nationalstaates gelten, da das neue Königreich erstmals überhaupt seit dem Frühmittelalter neben Süd- und Mittelmikolinien auch den peruzinischen Norden umfasste, der heute als integraler Bestandteil Mikoliniens angesehen wird. In Mikolinien konnte sich in der Folge das Königtum des Hauses Interea stabilisieren, dessen Herrschaft in Nebenlinien bis heute andauert.

Aus peruzinischer Sicht endeten die seit dem 13. Jahrhundert andauernden Peruzinischen Kriege um die Unabhängigkeit des Königreichs im Norden der mikolinischen Halbinsel mit einer Niederlage für die Vertreter eines unabhängigen Königtums. Von peruzinischen Nationalisten wird der Friedensvertrag von Tesqué daher als vorerst endgültiges Ende der nationalen Unabhängigkeit Peruziens verstanden.

Aus sagradischer Sicht bildete der Frieden mit Mikolinien die Grundlage für den Aufstieg Sagradiens und der Sántori-Dynastie zur europäischen Großmacht und zur Weltmacht im 16. Jahrhundert (so genanntes Goldenes Jahrhundert). Die salonischen Herzöge konnten sich im Süden der Halbinsel de facto als unabhängige Macht etablieren, deren Besitztümer am Ende des Jahrhunderts an die sagradischen Santori-Könige fielen. Aus der Tulinesischen Adelsrepublik war nach Eroberungen, Bürgerkämpfen, Verlusten und neuerlichen Siegen schließlich ein monarchisch geführter Staatsverband unter Führung der Sántori geworden, die als Fürst-Grafen von Valier, Tulis, Golen, Conte und Plato zum vorherrschenden Machtfaktor im Blauen Meer aufgestiegen waren.

Der Frieden zwischen Sagradien und Mikolinien hielt jedoch nicht einmal ein halbes Jahrhundert. Mit dem Ende der Saloaner Dynastie im Süden kam es seit 1477 zu neuerlichen Kriegen zwischen Sagradien und Mikolinien um das Erbe der saluanischen Herzöge in Südmikolinien, in denen sich schließlich die sagradischen Santori durchsetzen konnten (Saloanische Kriege).

Einschätzung[bearbeiten]

Die mikolinische Nationalgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts sah den Sechzigjährigen Krieg mehrheitlich als Fortsetzung des Befreiungskriegs gegen Sagradien und als mikolinischen Einigungskrieg. Von peruzinischen Nationalisten wurde er daher auch als Ende der eigenen Selbständigkeit gesehen. Dagegen wurde der Krieg in Sagradien als erfolgreicher Abwehrkrieg der mikolinischen Expansionsbestrebungen und als Wurzel der eigenen Weltmachtbestrebungen angesehen.

Demgegenüber betont die neuere Forschung den machtpolitischen Charakter des Erbfolge- und Bürgerkriegs und bezeichnet die Auseinandersetzungen als Beispiel eines Staatsbildungskriegs, aus dem schließlich nicht nur die moderne mikolinisch-peruzinische Monarchie, sondern auch der sagradische Santori-Staat der frühen Neuzeit in Grundzügen hervorgegangen ist.