Geschichte Mikoliniens: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Geschichte Micolinien'''
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'''Geschichte [[Mikolinien]]s'''
  
=== Micolinien in der Antike ===
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=== Mikolinien in der Antike ===
Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die [[Consadiner]] und [[Litier]] und gewann damit die Kontrolle über die gesamten [[Konsetten]] einschlißlich der südlichen [[Muren]]. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche [[Provincia Litia]] mit der Hauptstadt [[Monte Sinicia|Mons Sinicia]] am [[Blaues Meer|Mare Quintisicum]] und dem Legionslager bei [[Cania]]. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende [[Pontier]] und [[Faläer]] kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der micolinischen Halbinsel, die als [[Provinca Micolina]] dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der [[Micoläer]] ab. Lediglich das Gebiet der keltischen [[Sorier]] sowie der [[Faläer]], [[Vellier]] und [[Oskonier]] im [[Hochland von Perucía|alberischen Hochland]] konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz [[Micolina Superior]] mit der Hauptstadt [[Léias|Legantium]] und eine südlichere [[Micolina Inferior]] mit der Hauptstadt [[Tinagua|Tinacanum]] aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden micolinischen Provinzen sowie der Provinz [[Litia]] die Diözese Micolina und teilte Micolinien wiederum in die Provinzen [[Ligria Ulterior]], [[Micolina Legantiensis]], [[Caeliria]] und [[Lucia]] auf.  
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Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die [[Tiskier]] und [[Litier]] und gewann damit die Kontrolle über die gesamten [[Konsetten]] einschließlich der südlichen [[Muren]]. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche Provinz [[Haescia et Litica]] mit der Hauptstadt [[Villagua|Aquae]] am [[Blaues Meer|Mare Quintisicum]] und dem Legionslager bei [[Cania]]. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende [[Pontier]] und [[Faläer]] kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der mikolinischen Halbinsel, die als [[Provincia Micolina]] dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der [[Mikoläer]] ab. Lediglich das Gebiet der keltischen [[Sorier]], [[Oskanier]] sowie der [[Faläer]] und [[Vellier]] im [[Hochland von Perucía|alberischen Hochland]] konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz [[Micolina Superior]] mit der Hauptstadt [[Nanthés|Nantium]] und eine südlichere [[Micolina Inferior]] mit der Hauptstadt [[Tinagua|Tinacanum]] aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden mikolinischen Provinzen sowie der Provinz [[Haescia et Litica]] die Diözese Micolina und teilte Mikolinien wiederum in die Provinzen [[Ligria Ulterior]], [[Micolina Legantiensis]], [[Caeliria]] und [[Lucia]] auf.
  
=== Micolinien im frühen Mittelalter ===
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=== Mikolinien im frühen Mittelalter ===
Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Micolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der [[Skanten]] im gesamten Norden der [[Konsettenhalbinsel]], das der [[Herkanden]] in Süd- und Mittelmicolinien sowie das der [[Golen]] im Osten mit Teilen [[Conte]]s und [[Litien]]s etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche [[Pirania]], [[Colia]], [[Fanata]], [[Lucia]] und [[Conte]] ([[Herkandische Pentarchie]]). Um 600 einte der Colenfürst [[Antros]] die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im [[Eral]]-[[Luenda]]-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger [[Sylius]] eroberte Teile Lukiens. Aus diesem Reich entstand das Reich der Micoliner. [[Franzerich der Große]] (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und als erster eigentlicher micolinischer König gilt, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Micoliniens inklusive der Inseln [[Sáloa]] und [[Feiroa]] und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die [[Voraneiy]] tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger [[Loris I.]] und [[Lorrivik I.]] unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in Nordmicolinien ins Reich einzugliedern.  
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Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Mikolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der [[Skanten]] im gesamten Norden der [[Konsettenhalbinsel]] und das der [[Herkanden]] in Süd- und Mittelmikolinien etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche [[Pirania]], [[Colia]], [[Fanata]], [[Lucia]] und [[Conte]] ([[Herkandische Pentarchie]]). Um 600 einte der Colenfürst [[Antros]] die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im [[Eral]]-[[Luenda]]-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger [[Sylius]] eroberte Teile Lukiens. Dieses südliche Reich, später als [[Königreich Tresterre]] bekannt, kann als Keimzelle des späteren Königsreichs Mikolinien angesehen werden. Der Herkandenfürst [[Franzerich der Große]] (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und sich als ''Rex Trium Terrarum et Micolinarum'' bezeichnete, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Mikoliniens inklusive der Inseln [[Sáloa]] und [[Feiroa]] und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die [[Voraneiy]] tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger [[Loris I.]] und [[Lorrivik I.]] unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in Nordmikolinien ins Reich einzugliedern.  
  
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen [[Perutinger]] auf die Nordküste Micoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem micolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in Nordmicolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter [[Franzerich II.]] und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das micolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem [[Königreich Golen|Golenreich]]. Nach dem Tod König [[Michael I. von Micolinien|Michaels I.]] 804 wurde das Reich im [[Vertrag von Nanthés]] unter seinen drei Söhnen [[Franzerich III. der Kurze|Franzrich]] (Norden), [[Loris II.|Loris]] (Westen) und [[Michael II.|Michael]] (Süden) aufgeteilt, die sich alle Könige von Micolinien nannten und sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen. In Kont machte sich der Fürst [[Berrent I.|Berrent]] selbst zum König und begründete das Geschlecht der [[Berrentiden]]. Die Teilreiche [[Montana]], [[Piranía]] und [[Tresterre]] wurden 899 unter [[Korrent III.]] wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten und sich weiterhin als gesamtmicolinische Könige ansahen. Nach dem Aussterben der [[Syliden]]-Dynastie im wiedervereinigten "[[Drei-Micolinien]]" 909 beanspruchte [[Berrent III.]] von Kont die Herrschaft über ganz Micolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen [[Loris IV.|Loris von Lonéa]] zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Drei-Micolinien und Kont, die 989 mit dem Tod [[Berrent IV.|Berrents IV. von Kont]] endeteten. Da er erbenlos gestorben war, wurde Kont wieder ins wiedervereinigte Micolinerreich eingegliedert.  
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Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen [[Perutinger]] auf die Nordküste Mikoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem mikolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in Nordmikolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter [[Franzerich II.]] und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das mikolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem [[Königreich Golen|Golenreich]].  
  
=== Micolinien zwischen Ludhige dem Großen und der Temp de Sang ===
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=== Reichsteilung im 9. und 10. Jahrhundert ===  
[[Ludig I. der Große]] (998-1049) konsolidierte die königliche Macht und föderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger [[Achim I.]] starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge [[Johann I. von Micolinien|Johanns I.]], eines Neffen Ludigs wurde von großen Teilen der micolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der [[Haus Salua|Saloaner]] und der [[Älteres Haus Albero|Alberaner]] wiederum gegenseitig bekriegten und mit [[Charl von Álbero]] und [[Distriqs von Salua]] jeweils einen Gegenkönig wählten. In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Micolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberanischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der [[Schlacht von Tinágua]]. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der [[Schlacht bei Saséia]] die Saloaner besiegen. Im [[Heiliger Friede 1078|Heiligen Frieden]] wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1079 folgte ihm sein Sohn [[Johann II. von Micolinien|Johann II.]] nach, der 1078 die Saloanerprinzessin Margareta geheiratet hatte und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der micolinischen Krone verhinderte im [[Erster Peruzinische Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112]] einen Erfolg Johanns II. Johanns Enkel [[Michael III. von Micolinien|Michael III.]] wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Mutter.
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Nach dem Tod König [[Geroin von Mikolinien|Geroins]] 804 wurde das Reich im [[Vertrag von Nanthés]] unter seinen drei Söhnen [[Franzerich III. der Kurze|Franzrich]] (Norden), [[Loris II.|Loris]] (Westen) und [[Wigold von Mikolinien|Wigold]] (Süden) aufgeteilt, die sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen.  
  
Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165]] gegen die sagradischen Könige [[Jakob I. der Kühne|Jakob den Kühnen]] und [[Gabriel Juvans]] konnte Micolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der micolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als "Zeit des Blutes" ([[Temp de Sang]]) oder auch als "[[Micolinischer Bürgerkrieg]]" in die Geschichte ein.  
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In Kont machte sich der lokale Fürst [[Berrent I.|Berrent]] selbst zum König und begründete das unabhängige [[Königreich Kont]]. Das Berrentidenreich konnte sich in der Folge als dominante Macht im Blauen Meer etablieren und zeitweise auch [[Cuentez]] und die [[Asumarische Mark]] in Westsagradien unterwerfen.
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Die Teilreiche [[Montanien]], [[Piranien]] und [[Tresterre]] wurden 899 unter [[Korrent III.]] wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten. Nach dem Aussterben der [[Syliden]]-Dynastie im wiedervereinigten "[[Drei-Mikolinien]]" 909 beanspruchte [[Berrent III.]] von Kont die Herrschaft über ganz Mikolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen [[Loris IV.|Loris von Lonea]] zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Lorriden und Berrentiden, die 989 mit dem Tod [[Berrent IV.|Berrents IV. von Kont]] endeteten.
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=== Mikolinien zwischen Ludiga dem Großen und der Temp de Sang ===
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[[Ludiga der Große]] (998-1049) unterwarf 1002 den kontischen König [[Muno von Tinagua]] und integrierte das ehemalige Berrentidenreich in sein neues Großreich. Dort konsolidierte er die königliche Macht und förderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger [[Achim I.]] starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge des minderjährigen [[Johann I. von Mikolinien|Johann I.]], eines Neffen Ludigas, wurde von großen Teilen der mikolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der [[Haus Salua|Saloaner]] und der [[Älteres Haus Albero|Alberaner]] wiederum gegenseitig bekriegten und mit [[Charl von Álbero]] und [[Distriqs von Salua]] jeweils einen Gegenkönig wählten.
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In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Mikolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberensischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der [[Schlacht von Tinágua]]. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der [[Schlacht bei Saséia]] die Saloaner besiegen. Im [[Heiliger Friede 1078|Heiligen Frieden]] wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1085 folgte ihm sein Sohn [[Johann II. von Mikolinien|Johann II.]] nach, der die Saloanerprinzessin Margareta heiratete und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der mikolinischen Krone verhinderte im [[Erster Peruzinische Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112]] einen Erfolg Johanns II. Johanns Sohn [[Johann III. von Mikolinien|Johann III.]] wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Großmutter.
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Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit den benachbarten Mächten [[Sagradien]] und [[Peruzien]] überschattet. Letzteres war seit 1102 Teil eines Großreichs der [[Lusoniden]], die neben der peruzinischen Krone über weite Besitztümer in Sagradien verfügten. Im [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165]] gegen die sagradischen Könige [[Heinrich von Sacâu]] und [[Gabriel Juvans]] konnte Mikolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen.
  
 
=== Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua ===
 
=== Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua ===
Nachdem sich Herzog [[Karl I. von Micolinien|Karl von Salua]] als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch [[Loris VI.]], den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der [[Schlacht von Bovil]] 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen [[Mark I.]] von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren.
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Die Niederlagen der mikolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Johann III. wurde 1167 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als "Zeit des Blutes" ([[Temp de Sang]]) oder auch als "[[Mikolinischer Bürgerkrieg]]" in die Geschichte ein.
Nachdem [[Ernest de Conte]] 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Micoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst [[Karl II. von Micolinien|Karl II. von Salua]] 1214 die innermicolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Micolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmicolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die [[Grafschaft Lukien]] Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Micolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten. 
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Nachdem sich Herzog [[Karl I. von Mikolinien|Karl von Salua]] als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch [[Loris VI.]], den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der [[Schlacht von Bovil]] 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen [[Mark I.]] von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren.
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Nachdem Herzog [[Ernest de Conte]] 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Mikoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst [[Karl II. von Mikolinien|Karl II. von Salua]] 1214 die innermikolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Mikolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmikolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die [[Grafschaft Lukien]] Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Mikolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten. 
  
Innersagradische Machtkämpfe zwischen [[Lusoniden]] und [[Dianniden]] führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs [[Martin II. von Perucía|Martin des Zänkers]] aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in [[Perucía]] zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn [[Martin Posthumus]] regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des micolinischen Königs [[Richard I. von Micolinien|Richard I.]] stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Richards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]], in dem Richard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers [[Renart von Soria]] unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 gegen den sagradischen Bewerber [[Philipp der Schweigsame|Philipp von Redanior]] verlor.  
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Innersagradische Machtkämpfe zwischen [[Lusoniden]] und [[Dianniden]] führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs [[Martin II. von Perucía|Martin des Zänkers]] aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in [[Perucía]] zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn [[Martin Posthumus]] regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des mikolinischen Königs [[Ruchard I. von Mikolinien|Ruchard I.]] stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Ruchards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]], in dem Ruchard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers [[Renart von Soria]] unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 gegen den sagradischen Bewerber [[Philipp der Schweigsame|Philipp von Redanior]] verlor.  
  
In der Folge kam es mit südmicolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen Peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft ([[Peruzinische Kriege]]). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in Südmicolinien die Könige aus dem [[Haus Salua]] kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. [[Karl III. von Micolinien]] zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein. Nach den neuerlich erfolglosen Rebellionen der peruzinischen Stände gegen Sagradien ging die micolinische Krone dazu über, eine Diplomatie der Annäherung mit dem [[Herzog von Scantia]], [[Joán de Gerón]], abtrünniger Bruder der sagradischen Könige [[Martin IV. Felix]], [[Robert von Sagradien|Robert I.]] und [[Jakob II.]], die zu engen Heiratsverbindungen zwischen dem Haus Salua und dem geronesischen Zweig des sagradischen Königshaus [[Haus Redanior|Redanior]].
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In der Folge kam es mit südmikolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft ([[Peruzinische Kriege]]). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in Südmikolinien die Könige aus dem [[Haus Salua]] kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. [[Karl III. von Mikolinien]] zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein.
  
 
=== Union von Alagua ===
 
=== Union von Alagua ===
1313 kam es zum überraschenden Tod [[Roderich I. von Micolinien|Roderichs I.]], der nach dem Tod seines einzigen Sohnes im gleichen Jahr, ohne männlichen Nachfolger starb. Damit drohte eine erneute Situation wie bereits 1167 und eine neuerliche "Temp de Sang". Entsprechend kam es in der Folge zu einem Thronstreit zwischen Roderichs Vetter [[Anton von Servette]] und dem unehelichen Sohn des Königs, [[Heinrich von Kont]]. Um einen neuerlichen Bürgerkrieg zu verhindern, einigten sich die micolinischen Stände auf ein Schiedsspruchverfahren, in dem sich die Adligen auf den Schwiegersohn des verstorbenen Königs, [[Sergi I. der Weise|Sergi von Gerón]], einigten. Sergi de Gerón zog schließlich zusammen mit Jakob II. von Sagradien über die Konsetten nach Micolinien und fiel über Kont in Micolinien ein. Bei Lonéa stellte er Heinrich im Sommer 1320 und besiegte ihn. In der Schlacht kam Heinrich von Kont ums Leben und Serge I. bestieg in Lonéa den micolinischen Thron. Den Ständen und seinem Widersacher Anton von Servette machte er zuvor große Zugeständnisse.
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Zum Ende des 13. Jahrhunderts verfolgten zahlreiche Akteure in Mikolinien die Vision einer gesamtmikolinischen Union aus mikolinischer und peruzinischer Krone. Treibende Kraft wurde bald König [[Roduich I. von Mikolinien|Roduichs I.]] Schwester [[Margarete von Mikolinien]], die seit 1301 Königin von Peruzien war und seit 1308 als Regentin für ihren minderjährigen Neffen [[Philipp von Mikolinien]] fungierte.
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Nach Philipps frühem Tod 1310 geriet Mikolinien in eine Nachfolgekrise. Während Margarete die Thronfolge ihrer minderjährigen Nichte [[Karoline I. von Mikolinien|Karoline]] sichern wollte, erhob ihr illegitimer Halbbruder [[Heinrich von Kont]] eigene Ansprüche. Nach einem dreijährigen Interregnum konnte sich Margarete schließlich durchsetzen. Die neue Königin [[Karoline I. von Mikolinien]] stand bis 1315 unter Margaretes Regentschaft und heiratete dann ihren Sohn, der als [[Martin VI.]] die mikolinische mit der peruzinischen Krone vereinte.
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Als fünf Jahre später [[Julen von Tesqué]] erbenlos starb, fiel Martin auch die sagradische Krone zu. Er führte die in der [[Union von Alagua]] vereinte Triplemonarchie zu einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte.
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=== Revolution und Sechzigjähriger Krieg ===
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Die unter [[Martin der Gute|Martin dem Guten]] auf einen komplizierten Ausgleich zwischen den verschiedenen Reichsteilen und die Berücksichtigung lokaler Privilegien und Traditionen basierende Herrschaft im Doppelreich geriet bereits in den späten Jahren seines Nachfolgers [[Martin VII.|Martin dem Jüngeren]] in eine Krise, die nach der Thronbesteigung [[Johann IV.|Johanns des Hochmütigen]] 1378 endgültig aus den Fugen geriet, da dieser auf die Stände im mikolinischen Landesteil wenig Rücksicht nahm und sich Zeit seiner Herrschaft nie südwestlich des Konsettengebirges aufhielt. Die rigide Herrschaft seines Statthalters [[Johann von Tesqué (Statthalter)|Johann von Tesqué]] führte seit 1383 schließlich zu einem Aufstand des mikolinischen Hochadels gegen den König unter der Führung von [[Karl V. von Mikolinien|Charl de Interea]], dem [[Herzog von Lonéa]], der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl, ein Nachkomme des letzten Saluaner-Königs in illegitimer Linie, ließ König Johann schließlich im Jahr 1386 in der [[Nantheser Konvention]] offiziell absetzen und sich selbst als Karl V. zum König erheben.  
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Im folgenden [[Mikolinischer Revolutionskrieg|Krieg]], in der mikolinischen Geschichtsschreibung als "Revolutionskrieg" oder "Unabhängigkeitskrieg" bezeichnet, besiegten die mikolinischen Heere Karls von Interea die Truppen Johanns in mehreren Schlachten (u.a. bei [[Mel Ladí]] und [[Salazia]] 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des [[Haus Interea|Hauses Interea]] und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden [[Haus Álbero]]. Johann musste schließlich 1390 im [[Vertrag von Álbero]] offiziell auf die mikolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer inklusive [[Perucía]] zu verzichten.  
 
   
 
   
Als fünf Jahre später Jakob II. von Sagradien erbenlos starb, fiel Sergi auch die sagradische Krone zu, jedoch musste er diese gegen den Usurpator Danadier von Scola verteidigen, der mit Hilfe einer antimicolinischen Adelsfraktion in Sagradien die Krone an sich gerissen hatte. Serge setzte seinen Schwager Martin de Interea aus einer illegitimen Linie des Hauses Saloa als Vizekönig ein und zog nach Sagradien, um die sagradische Krone gegen Danadier de Scola zu behaupten. In der Zwischenzeit musste Martin de Interea mehrere Adels-Aufstände im Süden Micoliniens niederschlagen. Schließlich vereinte Serge als erster Herrscher die sagradische und die micolinische Königskrone in seiner Hand. 1352 ernannte Serge seinen Sohn zum Mitkönig in beiden Reichsteilen. Serge I. führte die Doppelmonarchie einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Sein Sohn Serge II. (1354-1378) konsolidierte die Doppelmonarchie.  
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Nach dem Tod Karls V. im Jahr 1391 missachtete sein Nachfolger [[Karl VI.]] die Bestimmungen des Vertrags von Álbero und griff aktiv in die innersagradische Auseinandersetzung um die Nachfolge des kinderlosen Johann zwischen [[Joseph von Óstino]] und [[Michael I.|Michael von Vesaey]] ein. Im [[Vertrag von Nanthés]] verbündete er sich mit [[Joseph von Óstino]], mit dem er auch eine Heiratsallianz geschlossen hatte. Ziel war es, freie Hand für die geplante Inbesitznahme [[Perucía]]s zu erhalten. Dort verbündete sich in der [[Alberenser Union]] eine der konkurrierenden Adelsparteien mit Mikolinien und bot Karl die verwaiste Krone an, woraufhin er in Perucía einfiel. Nachdem Miquel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael I. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erkannte Karl die Nachfolge Miquels nicht an und proklamierte sich selbst zum König von Perucía, womit er den Verzicht von 1390 de facto widerrief. Der Thronstreit beiderseits der Konsetten entwickelte sich auf diesem Weg zum sogenannten [[Sechzigjähriger Krieg|Sechzigjährigen Krieg]] zwischen Mikolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die [[Tulinesische Republik]], zeitweise auch das [[Haus Salua]] (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]] und [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] auf mikolinischer Seite kämpften.
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Bis 1420 konnte Mikolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor [[Gerón]]. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Michaels I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 übernahm [[Don António]] den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Mikolinien in den Schlachten von Gerón, [[Sancristo]] und [[Alágua]] schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den [[Herzog von Salua|Herzögen von Salua]] im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die mikolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit [[Tulis]] 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der mikolinischen Niederlage in [[Cania]] 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Salua und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.
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Im [[Frieden von Tesqué]] 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Mikoliniens festgeschrieben. [[Philipp V.]], Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als mikolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf Perucía verzichten und die so genannte [[Medéo-Linie]] wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb [[Golen]] bei Sagradien, während die gesamte westliche Küste des [[Ligrisches Meer|Ligischen Meeres]] an Mikolinien fiel. Damit hatte das Königreich Mikolinien seine bis dahin größte Ausdehnung erreicht.
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=== Saloanische Kriege ===
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Der [[Frieden von Tesqué]] bildete die Basis, auf der die mikolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Mit dem Friede war die nationale Einigung, die nach der Temp des Sang im frühen 13. Jahrhundert begonnen hatte, weitestgehend abgeschlossen und die Basis für ein gesichertes und einflussreiches mikolinisches Königtum war gelegt. Dem Machtanspruch der Interea-Könige stand aber mit dem [[Herzog von Salua]] noch ein mächtiger Vasall entgegen, der als [[Herzog von Macedi]] sowie [[Fürst von Marbore]] den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der mikolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in [[Lukien]] und [[Piranía|Südpiranien]] wie die [[Grafschaft Drouvel]] und die [[Grafschaft Carata]] als Pfandschaften in die Hand Saluas über. Für die mikolinischen Könige galt es daher nun, die nach Souveränität strebenden Saloaner-Herzöge unter die eigene Lehnshoheit zu zwingen und ihre Macht zu brechen.
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Nachdem 1470 mit dem Tod Herzog [[Philipp I. von Salua|Philipps I. von Salua]] die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, war die Gelegenheit für König [[Heinrich I. von Mikolinien]] gekommen, die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren.  Die saloanischen Stände aber sprachen dem König dieses Recht ab und wählten mit [[Filip von Saséia]] einen illegitimen Halbbruder Philipps I. zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König [[Philipp VI.]] unterstützt. Es kam zum [[Erster Saloanischer Krieg|Ersten Saloanischen Krieg]] zwischen Mikolinien und Sagradien, den Mikolinien nach der [[Schlacht von Tinágua]] 1473 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die saloanisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde.
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Nach dem Tod Filips 1479 kam es erneut zum Krieg zwischen Sagradien und Mikolinien ([[Zweiter Saloanischer Krieg]]). Dem mikolinischen König [[Michael I. von Mikolinien|Michael I.]] gelang es 1481, Macedi einzunehmen, die Regentin [[Isabel de Sántori]] zu vertreiben und die minderjährige Herzogin [[Antonia von Salua]], einzige Tochter Filip de Saséias, gefangen zu nehmen und mit dem mikolinischen Thronfolger [[Michael II. von Mikolinien|Michael, Prinz von Perucía]] zu verheiraten. Für rund ein Jahr herrschte ein mikolinischer Regentschaftsrat in [[Macedi]]. Allerdings gelang es sagradischen Truppen im Jahr 1482, die Lande wieder unter ihre Kontrolle zu bringen und die Herrschaft der Sántori zu restaurieren. Michel I. musste sich aus den Saloanischen Landen zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in [[Lukien]] und [[Piranien]] halten. Zudem wurde die Ehe Antonias mit Prinz Michael annulliert.
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Die Sántori regierten nun über Sagradien, Cuentez, die Westligre, die Saloanischen Lande und die tulinesischen Besitzungen an der mikolinischen Blaumeerküste. Nachdem der Sántori-Herzog [[Peter I.]] von Salua 1502 den sagradischen Thron bestiegen hatte, versuchte Mikolinien im  [[Dritter Saloanischer Krieg|Dritten Saloanischen Krieg]] vergeblich, die neue Vormachtstellung Sagradiens anzufechten. Die Saloanischen Kriege endeten 1506 endgültig im [[Frieden von Sáloa]], in dem [[Achim II. von Mikolinien|Aquim II.]] dem sagradischen König [[Peter I.]] die Herrschaft über die [[Saloanische Lande|Saloanischen Lande]] sowie über die [[Markgrafschaft Golen]], die [[Südkont]], die [[Westligre]] sowie [[Lukien]] (Grafschaft Plato) bestätigen musste und lediglich kleinere Gebiete im Westen Lukiens und in Piranien zurück erhielt.
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=== Uleistenbewegung ===
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Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in Südmikolinien war die Position Mikoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt und die aggressive Außenpolitik Mikoliniens gegenüber dem östlichen Nachbarn weitestgehend gescheitert. Während Sagradien unter dem Santori-König [[David I.]] zur europäischen Großmacht aufstieg, bemühten sich die mikolinischen Könige [[Achim II. von Mikolinien|Aquim II.]] (1501-1542) und [[Karl VII. von Mikolinien|Karl VII.]] (1542-1571) um die innere Konsolidierung des Königtums, mussten teilweise aber schwere innere Konflikte meistern.
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Schon die Könige des späteren 15. Jahrhunderts hatten von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der Eigenständigkeit der peruzinischen Stände betrieben. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Um 1540 kam der englische Calvinist [[Francis Howle]] (Franziskus Uleus) ins nordmikolinische [[Erín]], wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Perucía ausstrahlte. In seinem Erfolg verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Unter den Königen Karl VII. und [[Karl VIII. von Mikolinien|Karl VIII.]] (1571-1578) wurden diese „[[Uleisten]]“ verfolgt und unterdrückt, die nordmikolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 im [[Erster Uleistenkrieg|Ersten Uleistenkrieg]] belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein [[Zweiter Uleistenkrieg]] 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Nachfolger wurde [[Albert I. von Mikolinien|Albert I.]] (1578-1624) aus der Nebenlinie [[Interea-Conte]]. Er erließ 1584 das [[Edikt von Plato]], in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Mikolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „[[Reformats]]“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist.
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=== Restitutionskriege ===
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Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Mikolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer mit dem Dauerrivalen und zur Großmacht aufgestiegenen Sagradien konzentrieren. Bereits 1589 war es [[Albert I. von Mikolinien|König Albert]] gelungen, die Besitztümer des Hauses [[Exeveste]] in Mikolinien nach dem Tod von [[Karl I. von Cuentez]] einzuziehen. Der [[Ligrischer Krieg|Ligrische Krieg]] von 1620-24 um die Herrschaft über Westligrien endete jedoch in einer klaren Niederlage Mikoliniens und der verbündeten Engländer. Nach dem gescheiterten Kriegsabenteuer versuchte Mikolinien zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Heiratsweg eine machtpolitische Stärkung gegenüber Sagradien zu erhalten und übte eine gewisse Zeit Einfluss auf die sagradische Hofpolitik aus, ohne damit aber territoriale Gewinne erzielen zu können. Nachdem [[Katharina von Mikolinien]], Schwester des mikolinischen Herrschers [[Karl IX. von Mikolinien|Karl IX.]] (1624-1670) und Mutter des sagradischen Königs [[Gabriel VII.]] 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des [[Erster Asumarischer Krieg|Ersten Asumarischen Kriegs]] um den Besitz Golens, der Saloanischen Lande und die Vorherrschaft im Blauen Meer sowie die Nachfolge Karls IX., der ohne Erben war. Der Krieg endete 1669 mit dem [[Frieden von Villagua]], in dem Mikolinien auf die Lehnsherrschaft über die Saloanischen Besitztümer verzichten musste, aber die personelle Trennung der sagradischen Krone vom macedensischen Großherzogtum erreichte. Zudem musste Sagradien die Nachfolge [[Johann IV. von Mikolinien|Johanns von Álbero]], eines Neffen Karls IX., anerkennen. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die Dynastie [[Interea]] auf dem mikolinischen Thron.
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Auch wenn Mikolinien in der langen Regierungszeit Karls IX., sein hauptsächliches Ziel, die Vertreibung Sagradiens von der eigenen Halbinsel, nicht durchsetzen konnte, so kehrte der Friede von Villagua doch die machtpolitischen Vorzeichen im sagradisch-mikolinischen Verhältnis um und leitete längerfristig den Abstieg der Großmacht Sagradien und den allmählichen Aufstieg der konsolidierten mikolinischen Krone ein. Eine Nachfolgekrise im [[Großherzogtum Macedi]] nach dem Tod [[Karl V. Philipp von Macedi|Großherzog Karls V. von Macedi]] 1703 nutzte König [[Claudius I. von Mikolinien]], genannt "Claudius Magnus", zu einem neuerlichen Versuch, den Süden der Halbinsel zu erobern. Im [[Zweiter Asumarischer Krieg|Zweiten Asumarischen Krieg]] gelang Mikolinien schließlich der langersehnte Erfolg über Sagradien. Mit dem [[Frieden von Cresq 1711]] und der Union von 1711 kehrten die [[Saloanischen Lande]] wieder ins mikolinische Königreich zurück.
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In der Folge rang Claudius mit Frankreich um den entscheidenden Einfluss auf das destabilisierte Sagradien und suchte von den inneren Wirren in Sagradien territoriale Vorteile herauszuschlagen. Er unterstützte im [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkrieg]] die aufständische Adelskoalition. Im [[Dritter Asumarischer Krieg|erneuten Krieg 1718-1720]] eroberte Mikolinien, vom geschwächten Sagradien große Teile [[Südkont]]s und Lukiens.
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=== Napoleonische und Golische Kriege ===
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Während der Napoleonischen Kriege ging Mikolinien im Bündnis mit Großbritannien auf klaren Konfrontationskurs zu Frankreich und schloss sich der anti-napoleonischen Allianz an. Der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem im Jahr 1805 führte schließlich zum erneuten Krieg zwischen Mikolinien und Sagradien. Den mikolinischen Truppen gelang es dabei in den Folgejahren, mit Hilfe Großbritanniens alle französisch-sagradischen Invasionsversuche abzuwehren und im Gegenzug die angestrebte Reunion der mikolinischen Halbinsel erfolgreich abzuschließen. Der Inbesitznahme [[Westligrien]]s, [[Tinagua]]s sowie [[Plato]]s folgte die erfolgreiche Besetzung [[Cuentez]]' sowie [[Golen]]s. Zugleich unterstützte der mikolinische König [[Karl XI. von Mikolinien|Karl XI.]] seit 1808 aktiv die antinapoleonische Bewegung innerhalb des mit Frankreich verbündeten Sagradien. Im [[Winterkrieg 1812/1813]] konnten die Heere Mikoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Freiheitskämpfer die Franzosen besiegen. Schließlich erreichte Mikolinien auf dem Wiener Kongress die Bestätigung des Besitzes aller eroberten Gebiete. Lediglich [[Cuentez]] und der noch nicht in Besitz genommene Ostteil [[Golen]]s sollten bei Sagradien verbleiben.
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Kurze Zeit später nutzte Karl XI. einen liberalen Aufstand gegen den König in Sagradien ([[Novemberrevolution 1817]]), um unter dem Vorwand der Restauration auch im Ostteil Golens einzumarschieren. Sagradien konnte die mikolinischen Truppen im [[Golenkrieg 1819-1821]] abschütteln, scheiterte aber im [[Golenkrieg 1824/25|Folgekrieg von 1824/25]] mit dem Versuch, das gesamte golische Gebiet wieder zurückzuerobern. Nach zwei wechselvollen Kriegen musste Sagradien seinen Anspruch aufgeben, sodass Mikolinien im [[Frieden von Diegue]] 1829 die dauerhafte Angliederung des allergrößten Teils der golischen Gebiete an das mikolinische Königreich durchsetzen konnte. Lediglich [[Ambristal und Celiso]] sowie [[Guillard]] blieben sagradisch, [[Sancristo]] blieb souveränes Fürstentum.
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=== Industrialisierung und Demokratisierung ===
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Anders als im Nachbarland [[Sagradien]] brachen in Mikolinien im europäischen Revolutionsjahr 1848 keine nennenswerten Unruhen aus, doch setzte auch hier allmählich eine liberale Bewegung zugunsten einer weiteren Demokratisierung des Landes ein. Königin [[Luise I. von Mikolinien|Luise I.]], seit 1852 als   Nachfolgerin ihrer Großeltern [[Karoline I. von Mikolinien]] und [[Michael IV. von Mikolinien|Michael IV.]] Königin, erließ schließlich 1856 eine vergleichsweise [[Mikolinische Verfassung von 1856|liberale Verfassung]], die die traditionelle Ständeversammlung durch ein Zweikammerparlament ersetzte, von der aber nur die Zweite Kammer per Zensuswahl demokratisch legitimiert wurde.
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Mit der durch die liberale Partei durchgesetzten [[Mikolinische Verfassungsreform 1879|Verfassungsreform des Jahres 1879]] wurde die Stellung der Kammern gegenüber der Exekutive und die der Zweiten gegenüber der Ersten Kammer gestärkt, auch wenn der König noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein eine relativ einflussreiche Stellung behielt. Nach 57 Regierungsjahren starb Luise im Jahr 1909. Ihr Tod führte zu einer Nachfolgekrise, da ihr Enkel [[Henrique Joann Prinz von Perucía]] nach dem Tod seines Vaters überraschend auf die Thronfolge verzichtete. Schließlich bestimmte das mikolinische Parlament einen Enkel Luises Johann Friedrich von Battenberg, Sohn ihrer Tochter Maria Federica und des Hessenprinzen Karl Alexander von Battenberg, zum Nachfolger, der schließlich als [[Johann V. von Mikolinien|Johann V.]] den Thron bestieg und die Dynastie [[Albero-Poléi-Battenberg]] begründete. 
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Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1890-1897) und [[Fernand Esquill]] (1902-1907) wurde gegen den Willen der konservativen Rechten eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisieren sollten. Dazu gehörte die Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts im Jahr 1906. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlerfolg der [[Partit Socialiste|Sozialisten]] beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden, sich aber gegen die Beteiligung am parlamentarischen Regierungssystem aussprachen. Nachdem Mikolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale [[Marc Visconte]] bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, das durch Staatsliberale, Konservative, Radikaldemokraten und auch einen Teil der Sozialisten unterstützt wurde.
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=== Ära der Nationalen Koalition ===
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Der breite Konsens der Kriegskoalition hielt nach Kriegsende den zunehmenden sozialen Problemen des Landes nicht stand. Der Versuch der Sozialisten im Jahr 1919, durch Generalstreiks politische und soziale Reformen und die Einführung einer sozialistischen Republik durchzusetzen, scheiterte bereits nach wenigen Tagen an der inneren Zerstrittenheit der politischen Arbeiterbewegung, die sich wenig später in einen [[PSL|sozialistischen]] und einen die [[PCM|kommunistischen Flügel]] spaltete.
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Die erfolglose Erhebung der systemfeindlichen Sozialisten schweißte ihre Gegner im bürgerlichen Lager zusammen, die sich zu einem breiten antimarxistischen Bündnis zusammenfanden. Die gleichzeitigen separatistischen Bestrebungen in [[Golen]] verstärkten die Tendenzen der bürgerlich-nationalen Parteien in Servette zur Abschottung gegenüber Sozialisten und Separatisten.
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Der Versuch des Radikaldemokraten [[Francis Clesqerel]] im Jahr 1925, Sozialisten und Liberale hinter einer Reformregierung zu vereinen, scheiterte bereits nach kurzer Zeit, da sich König [[Karl XII. von Mikolinien|Karl XII.]], ein erklärter Gegner der marxistischen Linken, weigerte, ein "rotes" Kabinett zu ernennen.
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Mit der erneuten Amtsübernahme des Staatsministeriums durch den Liberalen [[Osvalt Camur]] im Jahr 1926 begann die Ära der [[Nationale Koalition|Nationalen Koalition]], einer auf Dauer angelegten Zusammenarbeit der früheren Hauptkonkurrenten, der rechtsliberalen [[PdEL|Staatspartei]] und der katholisch-konservativen [[PDM|Rechtspartei]]. Bei der [[Mikolinische Parlamentswahl 1929|Mikolinischen Parlamentswahl 1929]] bildeten die Kräfte der Nationalen Koalition ein Wahlkartell, das [[Cartel National]], gegen die Parteien der Linken und konnten einen deutlichen Sieg davon tragen. In der Folge wurde [[Pier Ulisse]] zum Staatsminister ernannt.
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Ulisses Kartellregierung stand unter dem Motto der Abwehr von Marxismus und Bolschewismus, des nationalen Zusammenhalts gegen die Tendenzen des Separatismus und Regionalismus und des Erhalts der mikolinischen Krone gegen republikanische Strömungen. Um dies umzusetzen, nutzte die Regierung auch autoritäre Maßnahmen und erließ mehrere Gesetze zum Schutz von Staat und Monarchie, die sich vor allem gegen Sozialisten, Kommunisten und golische Nationalisten richteten und zu zahlreichen Verhaftungen und Verurteilungen politischer Gegner führten. Zudem konnte sich Ulisse durch mehrere Ermächtigungsgesetze verschiedene zeitlich und sachlich begrenzte Gesetzgebungsvollmachten sichern.
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Die Nationale Koalition wurde zu einem dauerhaften Bündnis verfestigt, das die folgenden Parlamentswahlen bis einschließlich 1945 allesamt für sich entscheiden konnte, in dem konsequent Wahlbündnisse gegen linke Bewerber geschlossen wurden. Nachdem im Zuge der Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre die populistische Bauernpartei [[LNPP]] einige Erfolge hatte feiern können, wurde sie kurzerhand in die Nationale Koalition eingebunden. Dasselbe geschah zeitweise auch mit der wichtigsten Oppositionspartei [[PSL]], die sich 1934 über die Haltung zur Regierung spaltete. Leitmotto der Nationalen Koalition wurde "König, Volk, einiges Vaterland", das zugleich als entschiedene Ablehnung jeder separatistischer Bewegungen zu verstehen war. Daneben zeichnete sich die Koalition durch einen ausgeprägten Antikommunismus aus, der 1939 schließlich im Verbot der [[PCM|Kommunistischen Partei Mikoliniens]] gipfelte.
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=== Golenkonflikt 1934-1948 ===
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Prägend für die Zeit Ulisses wurden die politischen Krisen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in [[Golen]]. Dort hatte sich eine starke separatistische Bewegung gebildet, die in der [[Front Libretait Gools]] (FLG) einen paramilitärischen Arm ausbildete und das Regionalstatut von 1922, das den golischen Provinzen begrenzte Autonomie zusicherte, nicht anerkannte.
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Die Servettiner Zentralregierung unter Pier Ulisse ging gegen die Unabhängigkeitsbewegung mit harter Hand vor. Beim sogenannten Schwarzen Samstag 1934 kam es zu schweren Gefechten zwischen golischen Kämpfern und staatlicher Polizei, woraufhin der Kriegszustand über Golen verhängt wurde. Damit begann der Golenaufstand, der zunehmend zum Bürgerkrieg zwischen staatlichen Einheiten und separatistischen Aufständischen eskalierte.
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Über das harte Vorgehen der mikolinischen Nationalregierung in Golen kam es schließlich auch zu einer schweren außenpolitischen Krise mit dem Nachbarn [[Sagradien]], das zunehmend Flüchtlinge aufnahm. Die 1936 ins Amt gewählte linke [[Volksfront]]-Regierung in [[Semest]] weigerte sich, golische Flüchtlinge an Mikolinien aufzuliefern, sodass ihr von mikolinischer Seite vorgeworfen wurde, Terroristen Unterschlupf zu gewähren. In der folgenden [[Golenkrise 1936]] besetzten schließlich mit der Begründung, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, mikolinische Truppen das sagradische [[Val d’Ambrís]] sowie Teile der Provinz [[Escada]]. Statt eines unmittelbaren Kriegs bemühte sich die geschwächte Regierung in Semest jedoch um eine Verständigung. Nachdem der mikolinische Außenminister [[Charl Marrel]] ein internationales Moratorium erwirken konnte, musste sich Mikolinien wieder aus Sagradien zurückziehen.
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Die zunehmend eskalierende Lage in Golen wurde 1937 mit einem Waffenstillstand vorerst befriedet, nachdem die golischen Kämpfer zunehmend geschwächt worden waren. Die Regierung in [[Servette]] erkannte die provisorische Regierung Golens unter Führung von [[Filip Cŏrpas]] als Verhandlungspartner an und sicherte begrenzte Autonomie zu, sofern es gelänge, die Sicherheit für die Bevölkerung zu garantieren. Der Ausnahmezustand wurde daraufhin aufgehoben, doch verweigerte ein radikaler Teil der Unabhängigkeitsbewegung Cŏrpas die Gefolgschaft, sodass der Bürgerkrieg mit regelmäßigen Terroranschlägen der FLG de facto anhielt.
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=== Piel-Ferrer-Plan 1945 === 
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Im Zweiten Weltkrieg blieb Mikolinien bis zum Ende der Kampfhandlungen neutral. Staatsminister [[Pier Ulisse]] starb 1942 nach dreizehn Jahren im Amt des Regierungschefs an einem Herzinfarkt und wurde durch seinen bisherigen Stellvertreter [[Noribert Ferrer]] ersetzt, der die Nationale Koalition fortsetzte. Bei der [[Mikolinische Parlamentswahl 1945|Parlamentswahl 1945]] konnte sich das Nationalkartell erstmals keine absolute Mehrheit in der mikolinischen Abgeordnetenkammer sichern. Dazu kamen Desintegrationstendenzen in der Koalition. Die Regierung Ferrer blieb zwar im Amt, sah sich in der Folge aber gezwungen, Kompromisse mit der Opposition zu suchen. Vor allem eine Annäherung an die Sozialisten und die [[LNPP]] wurde nun anvisiert. Zugleich wurde die [[PCM|Kommunistische Partei]] – auch auf internationalen Druck hin – wieder zugelassen. 1946 erließ die Regierung schließlich ein neues Autonomiestatut für Golen, das die Selbstverwaltungsrechte deutlich ausweitete.
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Eingeleitet wurde die Annäherung zwischen Regierung und Opposition in Servette im Juni 1945 mit dem sogenannten [[Piel-Ferrer-Plan]], einer in einem Gespräch zwischen Sozialistenführer [[Antoni Piel]] und Regierungschef [[Noribert Ferrer]] getroffenen Übereinkunft, die das anhaltende Golenproblem dauerhaft lösen sollte. Zentraler Inhalt des Übereinkommens war die schrittweise Föderalisierung Mikoliniens. Im Dezember 1945 stimmte das mikolinische Parlament schließlich für die Ausweitung der provinzialen Rechte, wonach die Provinzen nun eigene Parlamente und Regierungen erhalten sollten. Der damit eingeleitete Föderalisierungsprozess sollte nicht nur den separatistischen Strömungen in Golen das Wasser abgraben, sondern auch regionalistischen bzw. antizentralistischen Tendenzen im [[Perucia|peruzinischen Norden]] oder in den links geprägten Industrierevieren des Westens.
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=== Maikrise 1948 ===
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Im Frühjahr 1948 kam es schließlich zu einer erneuten schweren Krise, als mehrere [[Golen|golische]] Separatisten getötet wurden. Nach Zusammenstößen mit der mikolinischen Streitmacht riefen Anhänger eines freien Golens schließlich erneut zum Aufstand auf und die Gewalt begann von neuem. Ferrer reagierte mit harter Hand und suchte die Aufstände niederzuschlagen. Die Autonomie wurde wieder aufgehoben und das Kriegsrecht über die Region verhängt. Der Föderalisierungsprozess war damit ernsthaft in Gefahr. Binnen kurzer Zeit weitete sich der Aufstand daher auf andere Regionen des Landes aus, nicht nur in Golen, sondern auch in in [[Perucia]] und [[Litien]] drohten nun bürgerkriegsähnliche Zustände. Vor diesem Hintergrund kippte die Stimmung auch in den südlichen und mittleren Regionen deutlich gegen die Regierung. In [[Servette]] und anderen Großstädten versammelten sich Bürger, die ein Ende der Gewalt und einen Rücktritt der Regierung Ferrer forderten. Bald folgten Forderungen, der König solle abdanken und das Land schnell in eine Bundesrepublik umgewandelt werden. Zum Symbol des stark pazifistisch geprägten Volksaufstandes wurde die Narzisse, sodass schnell von der [[Narzissenbewegung]] gesprochen wurde. Sozialisten und Kommunisten stellten sich an die Spitze der Bewegung und riefen zum Generalstreik auf, aber auch führende Kirchenvertreter und Liberale zeigten ihre Sympathien.
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Als sich nach wenigen Tagen auch hohe Militärs weigerten, weiter Gewalt anzuwenden und für eine Verhandlungslösung plädierten, trat die [[Regierung Noribert Ferrer]] geschlossen zurück. König [[Karl XII. von Mikolinien|Karl XII.]] sah sich gezwungen, den Führer der Sozialisten, [[Antoni Piel]] zum Regierungschef zu ernennen, der u.a. einen kommunistischen Minister und einige Parteilose, aber auch Vertreter der bisherigen Regierungsparteien, ernannte und unmittelbare Waffenstillstandsverhandlungen in Golen einleitete. Piel kündigte an, die geplante Föderalisierung Mikoliniens schnell umzusetzen und Golen damit umfassende Autonomierechte zukommen zu lassen.
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Dennoch gingen die Proteste weiter und richteten sich nun vor allem gegen den König, der schließlich am 4. Juni öffentlich zugunsten seines Sohnes [[Karl XIII. von Mikolinien|Karl XIII.]] abdankte. Piel weigerte sich in dieser Situation, entgegen den Forderungen eigener Parteianhänger, die Republik zu proklamieren und gab damit dem jungen König die Gelegenheit, sich öffentlich zu erklären. Dieser stellte sich, nach einigem Zögern, in einer vielbeachteten Rede vollständig hinter das Programm der Regierung und kündigte an, jede neue Verfassung anzuerkennen, die das mikolinische Volk sich durch seine frei gewählten Vertreter geben werde. Damit gelang es ihm, die Monarchie zu retten. Die Aufstände flachten rasch ab und die Krise war noch im Juni weitgehend ausgestanden.
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=== Parlamentswahlen 1948 und Staatsreform ===
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Bei den mikolinischen Kommunalwahlen im Juni 1948 wurden die Parteien der bisherigen Nationalen Koalition vernichtend geschlagen. Stärkste Kraft wurden landesweit die [[PSL|Sozialisten]] [[Antoni Piel]]s, gefolgt von [[PCM|Kommunisten]] und den zersplitterten bürgerlichen Parteien. Noch im Dezember 1948 verabschiedete das Parlament eine umfassende Staats- und Verfassungsreform, die Mikolinien offiziell in einen Bundesstaat umwandelte. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde darin weitgehende kulturelle Autonomie garantiert. Der König behielt zwar offiziell zahlreiche Vollmachten, wurde in einigen Bereichen aber doch ausdrücklich an die Zustimmung des Parlaments gebunden.
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Nach neuerlichen Verhandlungen zwischen den politischen Parteien wurde Anfang 1949 eine neue Übergangsregierung unter dem parteilosen [[Francis Ernest Crest]] gebildet, die bis zur regulären [[Mikolinische Parlamentswahl 1949|Parlamentswahl 1949]] im Amt blieb. Bei den Wahlen ging überraschend nicht die [[PSL|Sozialisten]], sondern die christdemokratische [[CDM]], im Wesentlichen eine Nachfolgeorganisation der aufgelösten [[PDM|Rechtspartei]], als stärkste Partei hervor. Der Wahlsieger [[Armand Mikael Carpol]] führte daraufhin eine Konsensregierung der Zentrumsdemokraten mit der [[PSL|Sozialsitischen Partei]] und der agrarisch-liberalen [[PNL]] an.
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Die neue Regierung hielt an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Mikolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Mikolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Mikoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der mikolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell. Die Spannungen zwischen Sagradien und Mikolinien wurden erst im Jahr 1955 durch die [[Golenverträge|Verträge von Alágua und Pexace]] beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Mikolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der [[Sagradische Sprache|sagradisch-]], [[Eskadische Sprache|eskadisch-]] und [[Asumarische Sprache|azumarisch]]-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Mikolinien im [[Abkommen von Plato|Folgeabkommen von Plato]] (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf [[Cuentez]] fallen.
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=== Mikolinien auf dem Weg in die europäische Gemeinschaft ===
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Seit 1959 wurde das Land von einer Mitte-Links-Regierung aus [[PSL|Sozialisten]] und [[PNL|Agrariern]] unter [[Luvis Blum-Sael]] regiert. Das Bündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus [[Mikolinische Parlamentswahl 1965|vorgezogenen Parlamentswahlen]] ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter [[Mikael Mari Salt]] ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Zentrumsdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit [[Charl Henrique Valdés]] erstmals seit 1929 wieder ein Liberaler vorstand. Aus [[Mikolinische Parlamentswahl 1968|vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968]] gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der [[CDM]]-Vorsitzende [[Joann Christén]] zusammen mit der [[PDL]].  
  
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In den 1960er Jahren wurden schließlich auch weitreichende außenpolitische Entscheidungen getroffen. Nachdem Mikolinien schon 1960 zu den Gründernationen der EFTA gehört hatten, wuchs das Interesse an einem Beitrag zu den Europäischen Gemeinschaften weiter an. Hintergrund waren die sich intensivierenden Beziehungen zum Nachbarland [[Sagradien]], das bereits Mitglied der EWG war, sowie die Handelsbeziehungen zum Vereinigten Königreich, das in den 1960er Jahren eine Aufnahme anstrebte. Während sich die [[PCM|Kommunisten]] und die agrarische [[PNL]] klar gegen eine Aufnahme positionierten, führten die [[CDM|Zentrumsdemokraten]] die Riege der Befürworter an. Bei [[PSL|Sozialisten]] und [[PDL|Liberalen]] gab es jeweils eine beitrittskritische Minderheit, während die jeweiligen Parteiführungen aber einen pro-europäischen Kurs verfolgten.
  
Revolution und Fünfzigjähriger Krieg
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Nachdem Mikolinien 1967 einen ersten Beitrittsantrag gestellt hatte, kam es seit 1969 zu Verhandlungen zwischen Mikolinien, Irland, Dänemark, Norwegen und Großbritannien sowie der EWG über eine Aufnahme der fünf Länder, die im mikolinischen Fall 1972 erfolgreich endeten. In einer Volksabstimmung im Oktober 1972 sprach sich eine klare Mehrheit der Mikolinier für den Beitritt des Landes zur EWG aus, der zum 1. Januar 1973 vollzogen wurde.
Unter Gabriel I. dem Schönen, der eine sehr sagrophile Herrschaft ausübte, sich kaum in Micolinien aufhielt und seine sagradischen Vertrauten mit wichtigen micolinischen Ämtern betraute, kam es zum Aufstand micolinischer Adliger gegen den König unter der Führung von Charl de Interea, dem Herzog von Lonéa, der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl ließ sich schließlich 1386 als Karl V. selbst zum micolinischen König erheben und besiegte Gabriel in mehreren Schlachten (u.a. bei Mel Ladí und Salazia 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des Hauses Interea und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden Haus Álbero. Gabriel I. musste schließlich 1390 im Vertrag von Álbero offiziell auf die micolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer zu verzichten. Als Grenze wurde die alte Reichsgrenze zwischen Montana und Perucía festgelegt.
 
1395 starb König Gabriel IV. von Sagradien und blieb ohne männlichen Erben. Karl VI. unterstützte im Vertrag von Nanthés José de Óstino als sagradischen Thronanwärter und nutzte die folgenden Kämpfe zwischen den beiden sagradischen Thronprätendenten Joseph von Óstino und Miguel de Vesaey, um im Namen seines Verbündeten Joseph von Óstino große Teile Perucías einzunehmen. Nachdem Miguel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael III. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erhob Karl VI. als Schwager Josés und Schwiegervater dessen Sohnes Johann selbst Anspruch auf den sagradischen Thron und widerrief damit seinen Thronverzicht von 1390. Dies führte zum Ausbruch des Fünfzigjährigen Krieges (1396-1443) zwischen Micolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die Tulinesische Republik, zeitweise auch das Haus Salóa-Servette (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser Óstino und Esqués auf micolinischer Seite kämpften.
 
Bis 1420 konnte Micolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor Gerón. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Miguels I. in der Schlacht von Valés 1421 übernahm Don António den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Micolinien in den Schlachten von Gerón, San Cristo und Alágua schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den Herzögen von Servette im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die micolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit Tulis 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der micolinischen Niederlage in Cania 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Servette und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.
 
Im Frieden von Tesqué 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Micoliniens festgeschrieben. Michael II., Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als micolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf ganz Nordmicolinien und Perucía verzichten und die so genannte Medéo-Linie wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb Golen bei Sagradien, während die gesamte westliche Neumeerküste an Micolinien fiel. Damit war Micolinien wieder in etwa in seinen Grenzen konstituiert, die Ludighe der Große erobert hatte. Der Frieden von Tesqué bildete auch die Basis, auf der die micolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Seinem Machtanspruch stand aber zunächst mit dem Herzog von Servette ein mächtiger Vasall entgegen, der als Herzog von Sáloa sowie Fürst von Saséia und Marbore den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der micolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in Lukien und Südpiranien wie die Grafschaften Drouvel und Carata als Pfandschaften in die Hand Servettes über.  
 
  
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Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten [[Joán Caval]]s hin kam es 1972 zudem zur Gründung des [[Blaumeerrat]]es (''Consile Asumaresq'', ''Cosellu Azumarês'') als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten [[Sagradien]], [[Mikolinien]] und dem [[Fürstentum Sancristo]].
  
Servettische Kriege und Verlust der Servetter Lande
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=== Entwicklung seit den 1970er Jahren ===
Nachdem 1477 mit dem Tod Antons von Servette die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, versuchte König Heinrich I. die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren, jedoch erwählten die servettischen Stände mit Filip von Saséia den illegitimen Sohn Antons zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König Jakob I. unterstützt. Es kam zum Krieg, den Micolinien nach der Schlacht von Tinágua 1479 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die servettisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde. Nach dem Tod Filips 1490 kam es erneut zum Krieg. Sagradien unterstützte die minderjährige Antonia, Tochter Filips mit der Santori-Prinzessin Isabella, als legitime Nachfolgerin, während Heinrich II. erneut das Lehen einziehen wollte.
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Auf Drängen der [[PDL|Liberalen]] leitete die Regierung Christén in den 1970er Jahren eine Reihe gesellschaftspolitischer Reformen ein. Dazu zählte eine Neuordnung des Scheidungsrechts, eine Legalisierung der Abtreibung sowie die Abschaffung der Todesstrafe.  
1494 konnte Micolinien die sagradischen Truppen bei Jocaleia zurückdrängen und Golen besetzen, 1496 wurde Servette eingenommen, die minderjährige Antonia festgehalten und ihre Mutter Isabella als Regentin abgesetzt. Daraufhin landeten sagradische Heere bei Macedi und besiegten die Heere Heinrichs in zwei wichtigen Feldschlachten in Sant Filip und Cosqol. Heinrich II. musste sich aus Servette zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in Lukien und Piranien halten. Nachdem es 1501 zur Hochzeit zwischen Antonia und dem sagradischen Präsumptiverben Pietro gekommen war, starb Antonia 1505 ohne männlichen Erben. In kleineren Kämpfen konnte sich Pietro jedoch als Herzog etablieren. Die Reinkorporationspolitik Micoliniens war damit endgültig gescheitert. Zudem war es 1499 nicht gelungen, die Besatzungstruppen in Golen zu halten und die Markgrafschaft zu übernehmen. Stattdessen wurde Micolinien auch hier von Pietro zurückgedrängt.
 
Die Kriege zwischen Sagradien und Micolinien um Servette und Golen endeten 1506 im Frieden von Sáloa, in dem Aquim II. dem sagradischen König Pietro (seit 1502 König) die Herrschaft über die Servettischen Lande sowie über die Markgrafschaft Golen bestätigen musste und lediglich die Pfandschaften in Lukien und Piranien zurück erhielt.
 
Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in Südmicolinien war die Position Micoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt. Neue Hauptstadt wurde Nanthés, das Herrschaftszentrum verlagerte sich nun nach Piranien und Lonea.
 
Im sagradischen Erbfolgekrieg unterstützte Aquims Nachfolger Karl VII. den sagradischen Thronprätendenten Miguel de Valier und griff 1544 aufseiten der Migueliten in den Krieg gegen die Allianz aus Habsburgern und Santori ein - mit dem Ziel, eine Einbeziehung der Servettischen Lande ins sagradische Königreich zu verhindern und die Macht über diese Vasallengebiete wiederzuerobern. Im Friede von Servette 1547 verblieb das Herzogtum in sagradischer Hand und wurde in den kommenden Jahrhunderten zur Sekundogenitur zunächst der Valier, sodann der sagradischen Bourbonen. Jedoch gelang es Micolinien im Frieden von Servette schließlich, mit dem cuentesisch-tulinesischen Königreich einen Pufferstaat am Blaumeer zu installieren, der die Machtstellung Sagradiens mit einzuschränken half.
 
  
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Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur [[UPD]]. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist [[Guillemes Oreste]] bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter [[Martin Bertrand]] (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger [[Stefan Casagre]] weichen.
  
Von der Uleistenbewegung zu den Napoleonischen Kriegen
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Nach dem Bruch der Koalition 1987 bildete [[Antoni Sagrand]] (PSL) eine linke Übergangsregierung, die als Minderheitsregierung der Sozialisten von der Unterstützung der Kommunisten abhängig war und 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, [[DL]] und UPD unter [[Noribert Pasquale]] (CDM) abgelöst wurde.
Um 1540 kam der englische Calvinist Francis Howle (Francis Uleus) ins nordmicolinische Erín, wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Nordmicolinien ausstrahlte. Unter den Königen Karl VII. und Karl VIII. wurden diese „Uleisten“ verfolgt und unterdrückt, die nordmicolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein zweiter Uleisten-Krieg 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Der Protestantenfreund Albert I. aus der Nebenlinie Interea-Conte wurde neuer König. Er erließ 1584 das Edikt von Plato, in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Micolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „Reformats“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist.
 
Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Micolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer konzentrieren. Der Angriff auf die tulinesischen Besitzungen in Micolinien, Südkont und Plato, führte 1616 zum Micolinisch-Cuentesischen Krieg, der hauptsächlich auf See geführt wurde und erst 1621 im Frieden von Tinagua niedergelegt wurde. Er endete weitgehend mit einer Niederlage für Micolinien.
 
Durch geschickte Heiratspolitik gelang es Micolinien in der Regierungszeit des sagradischen Königs Gabriel VI. Einfluss auf dessen Politik zu erhalten. Nachdem Katharina von Micolinien, die Mutter des sagradischen Thronfolgers Gabriel VII. 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des Golischen Erbfolgekriegs, nachdem Micolinien nach dem Aussterben des golischen Markgrafengeschlechts die Mark Golen für sich eingefordert hatte. Der Krieg endete 1669 mit einer Niederlage für Micolinien, das im Frieden von Villagua auf Golen verzichten musste. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die inteburgische Dynastie. Neuer König wurde Karls Enkel Johann IV., der Herzog von Álbero, der das Haus Álbero auf den Thron brachte.
 
1736 wurden im Vertrag von Monte Sinicia zahlreiche Grenzkonflikte zwischen Micolinien und dem mit Cuentez vereinigten Sagradien niedergelegt. Nach dem Erlöschen des Hauses Valier-Servette im Jahr 1760 gelang es dem micolinischen König Heinrich III. nicht, gegen eine übermächtig erscheinende sagradisch-französisch-spanische Bourbonenallianz die Kontrolle über den Süden wieder zu erlangen. Stattdessen wurden die Servettischen Lande wieder sagradische Sekundogenitur und erst 1805 nach dem Tod des Großherzogs Charl Fernand wieder von Micolinien besetzt. Nach dem Beginn der Napoleonischen Kriege und der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem unter Julien Bonaparte, musste auch Micolinien sich der französischen Angriffe erwehren. Gemeinsam mit Portugal und Großbritannien gelang es dem Land, die Franzosen fernzuhalten. Seit 1808 unterstützte der micolinische König Karl XI. aktiv den sagradischen Widerstand gegen die napoleonische Fremdherrschaft. Im Gegenzug musste der Bourbonenkönig Joseph Ludwig der Eingliederung Servettes in das micolinische Königreich zustimmen. Damit war die micolinische Halbinsel zum ersten mal seit dem dem 16. Jahrhundert wieder unter einer unabhängigen micolinischen Herrschaft vereint. 1813 konnten die Heere Micoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Bourbonen Julien Bonaparte vertreiben. Nachdem der Bourbone Joseph Ludwig II. auf den sagradischen Thron zurückgekehrt war und der Wiener Kongress die Wiedereingliederung Servettes in das micolinische Königreich bestätigt hatte, nutzte Karl XI. einen Aufstand gegen den König in Sagradien, um im Jahr 1817 im Ostteil Golens einzumarschieren. Nachdem Karl die Heere Joseph Ludwigs geschlagen hatte, musste dieser abdanken. Neuer sagradischer König wurde mit Miguel de Borbón-Vuelta der Schwiegersohn Karls, der im Vertrag von Vèrisa die Abtretung Westgolens an Micolinien zusichern musste.  
 
  
Micolinien zwischen Beginn und Ende der Demokratie
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Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat [[Carlo Masane]] eine Große Koalition mit den Sozialisten. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist [[Bernard Sandres]] Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den mikolinischen Grünen, unter deren Ägide Mikolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten [[Albert Nobel]], der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen [[Acciò Marc Nabert]] (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel.
Die Versuche Sagradiens, Westgolen in zwei Kriegen zurückuerobern, scheiterten beide, sodass Micolinien, nachdem es zwischenzeitig ganz Golen beherrscht hatte, die dauerhafte Teilung der Region im Frieden von Diegue 1829 durchsetzen konnte. Michael IV. verlegte im Jahr 1839 den Königshof und Regierungssitz wieder von Nanthés nach Servette. In der Folge der revolutionären Unruhen im April 1848 erhielt Micolinien eine liberale Verfassung. Mit der Verfassungsreform des Jahres 1879 wurde das Regierungssystem weitgehend parlamentarisiert und die Verantwortlichkeit des Kabinetts gegenüber den beiden Kammern des Nationalparlaments festgeschrieben. Nach 43 Regierungsjahren starb Michael IV. im Jahr 1882. Da er ohne männlichen Erben blieb, sollte mit Karl von Albero-Poléi sein Schwiegersohn auf den Thron kommen, der aber selbst schwer erkrankt auf den Thron verzichtete. Das micolinische Parlament bestimmte daraufhin den hessischen Prinzen Johann von Battenberg, den Schwiegersohn Karl von Poléis und Mann einer Enkelin Michaels IV. als Johann V. zum neuen König von Micolinien, der die Dynastie Albero-Poléi-Battenberg auf dem micolinischen Thron begründete. Johann, der mithilfe seiner Frau Francise von Albero-Poléi schnell Micolinisch lernte und trotz seiner ausländischen Herkunft im Volk sehr beliebt wurde, hielt sich weitestgehend aus der Tagespolitik zurück.  
 
Unter den liberalen Staatsministern Luvis Renard (1888-1894) und Fernand Esquill (1904-1907) wurde eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisierten. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlsieg der Sozialisten beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden. Nachdem Micolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale Marc Visconte bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, dem sowohl Konservative als auch Sozialisten angehörten. Nach dem Krieg geriet das Land in eine schwere Krise, in der es den demokratischen Parteien nicht mehr gelang, Lösungen für die sozialen Probleme des Landes zu finden. Nach landesweiten bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen linken und rechten Kampfverbänden sowie dem Wahlsieg der faschistischen Micolinischen Nationalpartei von Pier Ulisse ernannte König Karl XII. den ultrakonservativen General Osvalt Camur zum Staatsminister, der ein autoritäres Regime installierte und im Oktober 1922 eine ständestaatliche  Verfassung erließ, welche die parlamentarische Demokratie abschaffte (Nove Regimen).  
 
  
Faschistische Juni-Bewegung und Ulisse-Regime
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Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL, die bis 2010 amtierte und daraufhin von einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter Einschluss der [[Liste Vert|Grünen Liste]] unter dem Sozialisten [[Joann Clement]] abgelöst wurde.
Dennoch gelang es Camur nicht, die Probleme des Landes in den Griff zu bekommen und den Quasi-Bürgerkrieg zu beenden. Besonders die faschistische paramilitärische Schwarze Garde (Guarda Negre) gewann mit ihrem gewaltsamen Terror immer mehr Macht im Land. Im Juni 1924 startete Ulisses „Juni-Bewegung“ einen Marsch auf Servette nach dem Vorbild Mussolinis, der ihm die Regierungsgewalt sichern sollte. König Karl XII. gab schließlich nach und entließ Camur, um unmittelbar darauf Ulisse zum Staatsminister zu ernennen. Binnen kürzester Zeit modifizierte er die ständestaatliche Camur-Verfassung so, dass sie Ulisses PNM die alleinige Staatsmacht sicherte. Als neues entscheidendes Verfassungsorgan wurde der Nationale Generalrat installiert, der faktisch die Rechte des Königs und des Staatsrats übernahm und bündelte. Die Bürgerrechte wurden suspendiert, die oppositionellen Parteien ausgeschaltet, die PNM zur alles beherrschenden Staatspartei gemacht.
 
Nach separatistischen Aufständen in beiden Teilen Golens im Jahr 1935, die ein eigenständiges und wiedervereinigtes Golen anstrebten und von Ulisse blutig niedergeschlagen wurden, nutzte der Diktator die Schwäche der sagradischen Übergangsregierung Dini, um auf sagradisches Staatsgebiet vorzudringen. Unter dem Vorwand, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, besetzten micolinische Truppen die sagradischen Provinzen Golen und Val d’Ambrís sowie Teile der Provinz Escada. Nachdem der micolinische Außenminister Marrel ein internationales Moratorium erwirken konnte, das die sagradische Provinz (Ost-)Golen für ein Jahr unter micolinische Verwaltung stellte, erfolgte 1936 eine manipulierte Volksabstimmung, die eine vermeintliche Mehrheit für ein vereintes Golen unter micolinischer Oberhoheit erbrachte. Unter der Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker annektierte Micolinien im Mai 1936 die Provinz Ostgolen. Der Völkerbund zeigte sich durch die Abessinien-Episode handlungsunfähig, Sagradien durch innere Auseinandersetzungen zwischen linker Volksfrontregierung und rechten Gruppierungen zu geschwächt, um einen Krieg zu riskieren. Außerdem bestanden auf Seite der sagradischen Rechten durchaus Sympathien für das Vorgehen Ulisses, dem man glaubte, das Golenproblem aufdrücken zu können und ein ethnisch einheitliches Sagradien schaffen zu können.
 
In einem Geheimvertrag zwischen dem seit 1938 regierenden sagradischen Diktator Manuel Álamo und dem micolinischen Regierungschef Ulisse erkannte Sagradien de facto die Annexion Golens durch Micolinien an, erwirkte aber die Garantie für die golischsprachigen Gebiete in den Provinzen Val d’Ambrís und Escada, aus denen die micolinischen Truppen endgültig abzogen. Außerdem wurde es sagradisch-sprachigen Golen erlaubt, nach Sagradien zurückkehren zu dürfen, was die meisten auch taten.
 
Das Juni-Regime betrieb im ganzen Land eine systematische Micolinisierungspolitik, die die gewaltsame Unterdrückung der zahlreichen Regionalsprachen wie des Golischen, des Peruzinischen und des Litischen umfasste.
 
  
Die Narzissenrevolution und die Redemokratisierung des Landes
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[[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]]
Im Zweiten Weltkrieg blieb Micolinien trotz seiner ideologischen Nähe zu den Achsenmächten neutral. Dennoch führte der Sieg der Alliierten zu einer Destabilisierung des Juni-Regimes. Nach dem überraschenden Tod Ulisses im Mai 1947, mit dem das Regime seine unumstrittene Führungsfigur verloren hatte, zeigte die PNM-Führung zunehmend Auflösungserscheinungen, da Ulisses Nachfolger Noribert Ferrer es nicht vermochte, die Partei geschlossen hinter sich zu bringen. Im April 1948 kam es zum Aufstand der linksoppositionellen Narzissenbewegung (Moviment Narcisse), die so genannte Narzissen-revolution, die binnen kürzester Zeit die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich bringen konnte. Nachdem der Generalrat es nicht schaffen konnte, die Aufstände zu stoppen und das Militär den Kampf gegen die Aufständischen verweigert hatte, entließ König Karl XII. den Staatsrat Ferrer und dankte zugunsten seines Sohnes Karl XIII. ab. Dieser entmachtete umgehend den Generalrat und setzte die Verfassung aus. Stattdessen ernannte er den Sozialistenführer Antoni Piël, einen der Führer der Narzissenbewegung, zum neuen Staatsminister. Er berief ein nationales Kabinett aus Kommunisten, Sozialisten und Christdemokraten. Eine der ersten Amtshandlungen war das Verbot der PNM, die Verhaftung ihrer führenden Köpfe sowie die Reinstallation der Bürgerrechte.
 
Im Juni 1948 kam es zu den ersten freien Wahlen seit 1922, bei denen die Christdemokraten überraschend eine Mehrheit vor Sozialisten, Kommunisten und Liberalen erreichten. Der parteilose Ernest Crést bildete eine Dreiparteienregierung aus CDM, PSL un3d PDL, die nach Austritt der Sozialisten im Jahr 1949 von einem christdemokratisch-liberalen Staatsrat unter Mikael Carpol (CDM) abgelöst wurde. Eine neue liberale Verfassung, die im Wesentlichen an die von 1879 anknüpfte, wurde in einer Volksabstimmung im Dezember 1948 angenommen. Um die nach dem Zusammenbruch des Juni-Regimes wieder aufflammenden Separationsbestrebungen in Golen, aber auch die Regionalbewegungen in Perucía und Litien auffangen und die Integrität des Landes sicherstellen zu können, sah die neue Verfassung die Umwandlung Micoliniens von einem Einheitsstaat in einen Bundesstaat unter parlamentarisch-monarchischer Regierung vor. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde weitgehende kulturelle Autonomie garantiert.
 
Die neue Regierung liberalisierte das Land wirtschaftlich, hielt aber an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Micolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Micolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Micoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der micolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell, da Sagradien die Provinz Golen, also den Ostteil der neuen Region Golen, nach wie vor als besetzten Teil seines Staatsgebiets betrachtete, auch wenn man keine aktive Wiedereroberungspolitik betrieb. Die Spannungen der Jahre 1948 und 1949 wurden erst im Jahr 1955 durch die Verträge von Alágua und Pexace zwischen Micolinien, Sagradien und der golischen Regionalregierung beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Micolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der sagradisch-, eskadisch- und azumarisch-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Micolinien im Folgeabkommen von Plato (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf Cuentez fallen. Das 1943 von micolinischen Truppen besetzte Allécapo wurde daraufhin geräumt.
 
Zwischen 1952 und 1956 regierten die Christdemokraten alleine. Im Jahr 1960 gehörte Micolinien zu den Gründerstaaten der Europäischen Freihandelszone EFTA. Seit 1959 wurde das Land von einer Volksfrontregierung der Sozialisten unter Tolerierung der Kommunisten unter PSL-Führer Luvis Blum-Sael regiert. Das Linksbündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter Mikael Mari Salt ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit Charl Henrique Valdés erstmals seit der Redemokratisierung des Landes wieder ein Liberaler vorstand.
 
Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende Joann Christén zusammen mit der PDL. Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten Joán Cavals hin kam es 1972 zur Gründung des Blaumeerrates (Consile Asumaresq, Côsíliu Azumarês) als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten Sagradien, Micolinien und San Cristo. Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur UPD. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist Guillemes Oreste bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter Martin Bertrand (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger Stefan Casagre weichen. 1987 bildete Antoni Sagrand (PSL) eine Links-Regierung mit den Kommunisten, die 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, DL und UPD unter Noribert Pasquale (CDM) abgelöst wurde.
 
Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat Carlo Masane eine Große Koalition mit den Sozialisten, welche den Beitritt Micoliniens zur Europäischen Union betrieb, der 1995 vollzogen wurde. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist Bernard Sandres Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den micolinischen Grünen, unter deren Ägide Micolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten Albert Nobel, der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen Acciò Marc Nabert (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel.
 
Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL. 2008 gab er die Führung des CDM an Finanzministerin Piera Miquel ab.
 

Aktuelle Version vom 10. Januar 2026, 21:53 Uhr

Geschichte Mikoliniens

Mikolinien in der Antike[bearbeiten]

Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die Tiskier und Litier und gewann damit die Kontrolle über die gesamten Konsetten einschließlich der südlichen Muren. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche Provinz Haescia et Litica mit der Hauptstadt Aquae am Mare Quintisicum und dem Legionslager bei Cania. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende Pontier und Faläer kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der mikolinischen Halbinsel, die als Provincia Micolina dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der Mikoläer ab. Lediglich das Gebiet der keltischen Sorier, Oskanier sowie der Faläer und Vellier im alberischen Hochland konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz Micolina Superior mit der Hauptstadt Nantium und eine südlichere Micolina Inferior mit der Hauptstadt Tinacanum aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden mikolinischen Provinzen sowie der Provinz Haescia et Litica die Diözese Micolina und teilte Mikolinien wiederum in die Provinzen Ligria Ulterior, Micolina Legantiensis, Caeliria und Lucia auf.

Mikolinien im frühen Mittelalter[bearbeiten]

Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Mikolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der Skanten im gesamten Norden der Konsettenhalbinsel und das der Herkanden in Süd- und Mittelmikolinien etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche Pirania, Colia, Fanata, Lucia und Conte (Herkandische Pentarchie). Um 600 einte der Colenfürst Antros die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im Eral-Luenda-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger Sylius eroberte Teile Lukiens. Dieses südliche Reich, später als Königreich Tresterre bekannt, kann als Keimzelle des späteren Königsreichs Mikolinien angesehen werden. Der Herkandenfürst Franzerich der Große (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und sich als Rex Trium Terrarum et Micolinarum bezeichnete, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Mikoliniens inklusive der Inseln Sáloa und Feiroa und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die Voraneiy tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger Loris I. und Lorrivik I. unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in Nordmikolinien ins Reich einzugliedern.

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen Perutinger auf die Nordküste Mikoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem mikolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in Nordmikolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter Franzerich II. und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das mikolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem Golenreich.

Reichsteilung im 9. und 10. Jahrhundert[bearbeiten]

Nach dem Tod König Geroins 804 wurde das Reich im Vertrag von Nanthés unter seinen drei Söhnen Franzrich (Norden), Loris (Westen) und Wigold (Süden) aufgeteilt, die sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen.

In Kont machte sich der lokale Fürst Berrent selbst zum König und begründete das unabhängige Königreich Kont. Das Berrentidenreich konnte sich in der Folge als dominante Macht im Blauen Meer etablieren und zeitweise auch Cuentez und die Asumarische Mark in Westsagradien unterwerfen.

Die Teilreiche Montanien, Piranien und Tresterre wurden 899 unter Korrent III. wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten. Nach dem Aussterben der Syliden-Dynastie im wiedervereinigten "Drei-Mikolinien" 909 beanspruchte Berrent III. von Kont die Herrschaft über ganz Mikolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen Loris von Lonea zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Lorriden und Berrentiden, die 989 mit dem Tod Berrents IV. von Kont endeteten.

Mikolinien zwischen Ludiga dem Großen und der Temp de Sang[bearbeiten]

Ludiga der Große (998-1049) unterwarf 1002 den kontischen König Muno von Tinagua und integrierte das ehemalige Berrentidenreich in sein neues Großreich. Dort konsolidierte er die königliche Macht und förderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger Achim I. starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge des minderjährigen Johann I., eines Neffen Ludigas, wurde von großen Teilen der mikolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der Saloaner und der Alberaner wiederum gegenseitig bekriegten und mit Charl von Álbero und Distriqs von Salua jeweils einen Gegenkönig wählten.

In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Mikolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberensischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der Schlacht von Tinágua. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der Schlacht bei Saséia die Saloaner besiegen. Im Heiligen Frieden wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1085 folgte ihm sein Sohn Johann II. nach, der die Saloanerprinzessin Margareta heiratete und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der mikolinischen Krone verhinderte im Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112 einen Erfolg Johanns II. Johanns Sohn Johann III. wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Großmutter.

Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit den benachbarten Mächten Sagradien und Peruzien überschattet. Letzteres war seit 1102 Teil eines Großreichs der Lusoniden, die neben der peruzinischen Krone über weite Besitztümer in Sagradien verfügten. Im Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165 gegen die sagradischen Könige Heinrich von Sacâu und Gabriel Juvans konnte Mikolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen.

Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua[bearbeiten]

Die Niederlagen der mikolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Johann III. wurde 1167 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als "Zeit des Blutes" (Temp de Sang) oder auch als "Mikolinischer Bürgerkrieg" in die Geschichte ein.

Nachdem sich Herzog Karl von Salua als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch Loris VI., den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der Schlacht von Bovil 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen Mark I. von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren.

Nachdem Herzog Ernest de Conte 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Mikoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst Karl II. von Salua 1214 die innermikolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Mikolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmikolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die Grafschaft Lukien Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Mikolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten.

Innersagradische Machtkämpfe zwischen Lusoniden und Dianniden führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs Martin des Zänkers aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in Perucía zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn Martin Posthumus regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des mikolinischen Königs Ruchard I. stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Ruchards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten Erbfolgekrieg, in dem Ruchard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers Renart von Soria unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der Schlacht von Porinéi 1255 gegen den sagradischen Bewerber Philipp von Redanior verlor.

In der Folge kam es mit südmikolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft (Peruzinische Kriege). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in Südmikolinien die Könige aus dem Haus Salua kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. Karl III. von Mikolinien zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein.

Union von Alagua[bearbeiten]

Zum Ende des 13. Jahrhunderts verfolgten zahlreiche Akteure in Mikolinien die Vision einer gesamtmikolinischen Union aus mikolinischer und peruzinischer Krone. Treibende Kraft wurde bald König Roduichs I. Schwester Margarete von Mikolinien, die seit 1301 Königin von Peruzien war und seit 1308 als Regentin für ihren minderjährigen Neffen Philipp von Mikolinien fungierte.

Nach Philipps frühem Tod 1310 geriet Mikolinien in eine Nachfolgekrise. Während Margarete die Thronfolge ihrer minderjährigen Nichte Karoline sichern wollte, erhob ihr illegitimer Halbbruder Heinrich von Kont eigene Ansprüche. Nach einem dreijährigen Interregnum konnte sich Margarete schließlich durchsetzen. Die neue Königin Karoline I. von Mikolinien stand bis 1315 unter Margaretes Regentschaft und heiratete dann ihren Sohn, der als Martin VI. die mikolinische mit der peruzinischen Krone vereinte.

Als fünf Jahre später Julen von Tesqué erbenlos starb, fiel Martin auch die sagradische Krone zu. Er führte die in der Union von Alagua vereinte Triplemonarchie zu einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte.

Revolution und Sechzigjähriger Krieg[bearbeiten]

Die unter Martin dem Guten auf einen komplizierten Ausgleich zwischen den verschiedenen Reichsteilen und die Berücksichtigung lokaler Privilegien und Traditionen basierende Herrschaft im Doppelreich geriet bereits in den späten Jahren seines Nachfolgers Martin dem Jüngeren in eine Krise, die nach der Thronbesteigung Johanns des Hochmütigen 1378 endgültig aus den Fugen geriet, da dieser auf die Stände im mikolinischen Landesteil wenig Rücksicht nahm und sich Zeit seiner Herrschaft nie südwestlich des Konsettengebirges aufhielt. Die rigide Herrschaft seines Statthalters Johann von Tesqué führte seit 1383 schließlich zu einem Aufstand des mikolinischen Hochadels gegen den König unter der Führung von Charl de Interea, dem Herzog von Lonéa, der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl, ein Nachkomme des letzten Saluaner-Königs in illegitimer Linie, ließ König Johann schließlich im Jahr 1386 in der Nantheser Konvention offiziell absetzen und sich selbst als Karl V. zum König erheben.

Im folgenden Krieg, in der mikolinischen Geschichtsschreibung als "Revolutionskrieg" oder "Unabhängigkeitskrieg" bezeichnet, besiegten die mikolinischen Heere Karls von Interea die Truppen Johanns in mehreren Schlachten (u.a. bei Mel Ladí und Salazia 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des Hauses Interea und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden Haus Álbero. Johann musste schließlich 1390 im Vertrag von Álbero offiziell auf die mikolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer inklusive Perucía zu verzichten.

Nach dem Tod Karls V. im Jahr 1391 missachtete sein Nachfolger Karl VI. die Bestimmungen des Vertrags von Álbero und griff aktiv in die innersagradische Auseinandersetzung um die Nachfolge des kinderlosen Johann zwischen Joseph von Óstino und Michael von Vesaey ein. Im Vertrag von Nanthés verbündete er sich mit Joseph von Óstino, mit dem er auch eine Heiratsallianz geschlossen hatte. Ziel war es, freie Hand für die geplante Inbesitznahme Perucías zu erhalten. Dort verbündete sich in der Alberenser Union eine der konkurrierenden Adelsparteien mit Mikolinien und bot Karl die verwaiste Krone an, woraufhin er in Perucía einfiel. Nachdem Miquel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael I. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erkannte Karl die Nachfolge Miquels nicht an und proklamierte sich selbst zum König von Perucía, womit er den Verzicht von 1390 de facto widerrief. Der Thronstreit beiderseits der Konsetten entwickelte sich auf diesem Weg zum sogenannten Sechzigjährigen Krieg zwischen Mikolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die Tulinesische Republik, zeitweise auch das Haus Salua (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser Óstino und Esqués auf mikolinischer Seite kämpften.

Bis 1420 konnte Mikolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor Gerón. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Michaels I. von Sagradien in der Schlacht von Porto Valés 1421 übernahm Don António den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Mikolinien in den Schlachten von Gerón, Sancristo und Alágua schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den Herzögen von Salua im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die mikolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit Tulis 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der mikolinischen Niederlage in Cania 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Salua und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.

Im Frieden von Tesqué 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Mikoliniens festgeschrieben. Philipp V., Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als mikolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf Perucía verzichten und die so genannte Medéo-Linie wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb Golen bei Sagradien, während die gesamte westliche Küste des Ligischen Meeres an Mikolinien fiel. Damit hatte das Königreich Mikolinien seine bis dahin größte Ausdehnung erreicht.

Saloanische Kriege[bearbeiten]

Der Frieden von Tesqué bildete die Basis, auf der die mikolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Mit dem Friede war die nationale Einigung, die nach der Temp des Sang im frühen 13. Jahrhundert begonnen hatte, weitestgehend abgeschlossen und die Basis für ein gesichertes und einflussreiches mikolinisches Königtum war gelegt. Dem Machtanspruch der Interea-Könige stand aber mit dem Herzog von Salua noch ein mächtiger Vasall entgegen, der als Herzog von Macedi sowie Fürst von Marbore den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der mikolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in Lukien und Südpiranien wie die Grafschaft Drouvel und die Grafschaft Carata als Pfandschaften in die Hand Saluas über. Für die mikolinischen Könige galt es daher nun, die nach Souveränität strebenden Saloaner-Herzöge unter die eigene Lehnshoheit zu zwingen und ihre Macht zu brechen.

Nachdem 1470 mit dem Tod Herzog Philipps I. von Salua die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, war die Gelegenheit für König Heinrich I. von Mikolinien gekommen, die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren. Die saloanischen Stände aber sprachen dem König dieses Recht ab und wählten mit Filip von Saséia einen illegitimen Halbbruder Philipps I. zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König Philipp VI. unterstützt. Es kam zum Ersten Saloanischen Krieg zwischen Mikolinien und Sagradien, den Mikolinien nach der Schlacht von Tinágua 1473 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die saloanisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde.

Nach dem Tod Filips 1479 kam es erneut zum Krieg zwischen Sagradien und Mikolinien (Zweiter Saloanischer Krieg). Dem mikolinischen König Michael I. gelang es 1481, Macedi einzunehmen, die Regentin Isabel de Sántori zu vertreiben und die minderjährige Herzogin Antonia von Salua, einzige Tochter Filip de Saséias, gefangen zu nehmen und mit dem mikolinischen Thronfolger Michael, Prinz von Perucía zu verheiraten. Für rund ein Jahr herrschte ein mikolinischer Regentschaftsrat in Macedi. Allerdings gelang es sagradischen Truppen im Jahr 1482, die Lande wieder unter ihre Kontrolle zu bringen und die Herrschaft der Sántori zu restaurieren. Michel I. musste sich aus den Saloanischen Landen zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in Lukien und Piranien halten. Zudem wurde die Ehe Antonias mit Prinz Michael annulliert.

Die Sántori regierten nun über Sagradien, Cuentez, die Westligre, die Saloanischen Lande und die tulinesischen Besitzungen an der mikolinischen Blaumeerküste. Nachdem der Sántori-Herzog Peter I. von Salua 1502 den sagradischen Thron bestiegen hatte, versuchte Mikolinien im Dritten Saloanischen Krieg vergeblich, die neue Vormachtstellung Sagradiens anzufechten. Die Saloanischen Kriege endeten 1506 endgültig im Frieden von Sáloa, in dem Aquim II. dem sagradischen König Peter I. die Herrschaft über die Saloanischen Lande sowie über die Markgrafschaft Golen, die Südkont, die Westligre sowie Lukien (Grafschaft Plato) bestätigen musste und lediglich kleinere Gebiete im Westen Lukiens und in Piranien zurück erhielt.

Uleistenbewegung[bearbeiten]

Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in Südmikolinien war die Position Mikoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt und die aggressive Außenpolitik Mikoliniens gegenüber dem östlichen Nachbarn weitestgehend gescheitert. Während Sagradien unter dem Santori-König David I. zur europäischen Großmacht aufstieg, bemühten sich die mikolinischen Könige Aquim II. (1501-1542) und Karl VII. (1542-1571) um die innere Konsolidierung des Königtums, mussten teilweise aber schwere innere Konflikte meistern.

Schon die Könige des späteren 15. Jahrhunderts hatten von Nanthés aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der Eigenständigkeit der peruzinischen Stände betrieben. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Um 1540 kam der englische Calvinist Francis Howle (Franziskus Uleus) ins nordmikolinische Erín, wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Perucía ausstrahlte. In seinem Erfolg verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Unter den Königen Karl VII. und Karl VIII. (1571-1578) wurden diese „Uleisten“ verfolgt und unterdrückt, die nordmikolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 im Ersten Uleistenkrieg belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein Zweiter Uleistenkrieg 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Nachfolger wurde Albert I. (1578-1624) aus der Nebenlinie Interea-Conte. Er erließ 1584 das Edikt von Plato, in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Mikolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „Reformats“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist.

Restitutionskriege[bearbeiten]

Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Mikolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer mit dem Dauerrivalen und zur Großmacht aufgestiegenen Sagradien konzentrieren. Bereits 1589 war es König Albert gelungen, die Besitztümer des Hauses Exeveste in Mikolinien nach dem Tod von Karl I. von Cuentez einzuziehen. Der Ligrische Krieg von 1620-24 um die Herrschaft über Westligrien endete jedoch in einer klaren Niederlage Mikoliniens und der verbündeten Engländer. Nach dem gescheiterten Kriegsabenteuer versuchte Mikolinien zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Heiratsweg eine machtpolitische Stärkung gegenüber Sagradien zu erhalten und übte eine gewisse Zeit Einfluss auf die sagradische Hofpolitik aus, ohne damit aber territoriale Gewinne erzielen zu können. Nachdem Katharina von Mikolinien, Schwester des mikolinischen Herrschers Karl IX. (1624-1670) und Mutter des sagradischen Königs Gabriel VII. 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des Ersten Asumarischen Kriegs um den Besitz Golens, der Saloanischen Lande und die Vorherrschaft im Blauen Meer sowie die Nachfolge Karls IX., der ohne Erben war. Der Krieg endete 1669 mit dem Frieden von Villagua, in dem Mikolinien auf die Lehnsherrschaft über die Saloanischen Besitztümer verzichten musste, aber die personelle Trennung der sagradischen Krone vom macedensischen Großherzogtum erreichte. Zudem musste Sagradien die Nachfolge Johanns von Álbero, eines Neffen Karls IX., anerkennen. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die Dynastie Interea auf dem mikolinischen Thron.

Auch wenn Mikolinien in der langen Regierungszeit Karls IX., sein hauptsächliches Ziel, die Vertreibung Sagradiens von der eigenen Halbinsel, nicht durchsetzen konnte, so kehrte der Friede von Villagua doch die machtpolitischen Vorzeichen im sagradisch-mikolinischen Verhältnis um und leitete längerfristig den Abstieg der Großmacht Sagradien und den allmählichen Aufstieg der konsolidierten mikolinischen Krone ein. Eine Nachfolgekrise im Großherzogtum Macedi nach dem Tod Großherzog Karls V. von Macedi 1703 nutzte König Claudius I. von Mikolinien, genannt "Claudius Magnus", zu einem neuerlichen Versuch, den Süden der Halbinsel zu erobern. Im Zweiten Asumarischen Krieg gelang Mikolinien schließlich der langersehnte Erfolg über Sagradien. Mit dem Frieden von Cresq 1711 und der Union von 1711 kehrten die Saloanischen Lande wieder ins mikolinische Königreich zurück.

In der Folge rang Claudius mit Frankreich um den entscheidenden Einfluss auf das destabilisierte Sagradien und suchte von den inneren Wirren in Sagradien territoriale Vorteile herauszuschlagen. Er unterstützte im Sagradischen Bürgerkrieg die aufständische Adelskoalition. Im erneuten Krieg 1718-1720 eroberte Mikolinien, vom geschwächten Sagradien große Teile Südkonts und Lukiens.

Napoleonische und Golische Kriege[bearbeiten]

Während der Napoleonischen Kriege ging Mikolinien im Bündnis mit Großbritannien auf klaren Konfrontationskurs zu Frankreich und schloss sich der anti-napoleonischen Allianz an. Der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem im Jahr 1805 führte schließlich zum erneuten Krieg zwischen Mikolinien und Sagradien. Den mikolinischen Truppen gelang es dabei in den Folgejahren, mit Hilfe Großbritanniens alle französisch-sagradischen Invasionsversuche abzuwehren und im Gegenzug die angestrebte Reunion der mikolinischen Halbinsel erfolgreich abzuschließen. Der Inbesitznahme Westligriens, Tinaguas sowie Platos folgte die erfolgreiche Besetzung Cuentez' sowie Golens. Zugleich unterstützte der mikolinische König Karl XI. seit 1808 aktiv die antinapoleonische Bewegung innerhalb des mit Frankreich verbündeten Sagradien. Im Winterkrieg 1812/1813 konnten die Heere Mikoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Freiheitskämpfer die Franzosen besiegen. Schließlich erreichte Mikolinien auf dem Wiener Kongress die Bestätigung des Besitzes aller eroberten Gebiete. Lediglich Cuentez und der noch nicht in Besitz genommene Ostteil Golens sollten bei Sagradien verbleiben.

Kurze Zeit später nutzte Karl XI. einen liberalen Aufstand gegen den König in Sagradien (Novemberrevolution 1817), um unter dem Vorwand der Restauration auch im Ostteil Golens einzumarschieren. Sagradien konnte die mikolinischen Truppen im Golenkrieg 1819-1821 abschütteln, scheiterte aber im Folgekrieg von 1824/25 mit dem Versuch, das gesamte golische Gebiet wieder zurückzuerobern. Nach zwei wechselvollen Kriegen musste Sagradien seinen Anspruch aufgeben, sodass Mikolinien im Frieden von Diegue 1829 die dauerhafte Angliederung des allergrößten Teils der golischen Gebiete an das mikolinische Königreich durchsetzen konnte. Lediglich Ambristal und Celiso sowie Guillard blieben sagradisch, Sancristo blieb souveränes Fürstentum.

Industrialisierung und Demokratisierung[bearbeiten]

Anders als im Nachbarland Sagradien brachen in Mikolinien im europäischen Revolutionsjahr 1848 keine nennenswerten Unruhen aus, doch setzte auch hier allmählich eine liberale Bewegung zugunsten einer weiteren Demokratisierung des Landes ein. Königin Luise I., seit 1852 als Nachfolgerin ihrer Großeltern Karoline I. von Mikolinien und Michael IV. Königin, erließ schließlich 1856 eine vergleichsweise liberale Verfassung, die die traditionelle Ständeversammlung durch ein Zweikammerparlament ersetzte, von der aber nur die Zweite Kammer per Zensuswahl demokratisch legitimiert wurde.

Mit der durch die liberale Partei durchgesetzten Verfassungsreform des Jahres 1879 wurde die Stellung der Kammern gegenüber der Exekutive und die der Zweiten gegenüber der Ersten Kammer gestärkt, auch wenn der König noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein eine relativ einflussreiche Stellung behielt. Nach 57 Regierungsjahren starb Luise im Jahr 1909. Ihr Tod führte zu einer Nachfolgekrise, da ihr Enkel Henrique Joann Prinz von Perucía nach dem Tod seines Vaters überraschend auf die Thronfolge verzichtete. Schließlich bestimmte das mikolinische Parlament einen Enkel Luises Johann Friedrich von Battenberg, Sohn ihrer Tochter Maria Federica und des Hessenprinzen Karl Alexander von Battenberg, zum Nachfolger, der schließlich als Johann V. den Thron bestieg und die Dynastie Albero-Poléi-Battenberg begründete.

Unter den liberalen Staatsministern Luvis Renard (1890-1897) und Fernand Esquill (1902-1907) wurde gegen den Willen der konservativen Rechten eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisieren sollten. Dazu gehörte die Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts im Jahr 1906. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlerfolg der Sozialisten beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden, sich aber gegen die Beteiligung am parlamentarischen Regierungssystem aussprachen. Nachdem Mikolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale Marc Visconte bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, das durch Staatsliberale, Konservative, Radikaldemokraten und auch einen Teil der Sozialisten unterstützt wurde.

Ära der Nationalen Koalition[bearbeiten]

Der breite Konsens der Kriegskoalition hielt nach Kriegsende den zunehmenden sozialen Problemen des Landes nicht stand. Der Versuch der Sozialisten im Jahr 1919, durch Generalstreiks politische und soziale Reformen und die Einführung einer sozialistischen Republik durchzusetzen, scheiterte bereits nach wenigen Tagen an der inneren Zerstrittenheit der politischen Arbeiterbewegung, die sich wenig später in einen sozialistischen und einen die kommunistischen Flügel spaltete.

Die erfolglose Erhebung der systemfeindlichen Sozialisten schweißte ihre Gegner im bürgerlichen Lager zusammen, die sich zu einem breiten antimarxistischen Bündnis zusammenfanden. Die gleichzeitigen separatistischen Bestrebungen in Golen verstärkten die Tendenzen der bürgerlich-nationalen Parteien in Servette zur Abschottung gegenüber Sozialisten und Separatisten.

Der Versuch des Radikaldemokraten Francis Clesqerel im Jahr 1925, Sozialisten und Liberale hinter einer Reformregierung zu vereinen, scheiterte bereits nach kurzer Zeit, da sich König Karl XII., ein erklärter Gegner der marxistischen Linken, weigerte, ein "rotes" Kabinett zu ernennen.

Mit der erneuten Amtsübernahme des Staatsministeriums durch den Liberalen Osvalt Camur im Jahr 1926 begann die Ära der Nationalen Koalition, einer auf Dauer angelegten Zusammenarbeit der früheren Hauptkonkurrenten, der rechtsliberalen Staatspartei und der katholisch-konservativen Rechtspartei. Bei der Mikolinischen Parlamentswahl 1929 bildeten die Kräfte der Nationalen Koalition ein Wahlkartell, das Cartel National, gegen die Parteien der Linken und konnten einen deutlichen Sieg davon tragen. In der Folge wurde Pier Ulisse zum Staatsminister ernannt.

Ulisses Kartellregierung stand unter dem Motto der Abwehr von Marxismus und Bolschewismus, des nationalen Zusammenhalts gegen die Tendenzen des Separatismus und Regionalismus und des Erhalts der mikolinischen Krone gegen republikanische Strömungen. Um dies umzusetzen, nutzte die Regierung auch autoritäre Maßnahmen und erließ mehrere Gesetze zum Schutz von Staat und Monarchie, die sich vor allem gegen Sozialisten, Kommunisten und golische Nationalisten richteten und zu zahlreichen Verhaftungen und Verurteilungen politischer Gegner führten. Zudem konnte sich Ulisse durch mehrere Ermächtigungsgesetze verschiedene zeitlich und sachlich begrenzte Gesetzgebungsvollmachten sichern.

Die Nationale Koalition wurde zu einem dauerhaften Bündnis verfestigt, das die folgenden Parlamentswahlen bis einschließlich 1945 allesamt für sich entscheiden konnte, in dem konsequent Wahlbündnisse gegen linke Bewerber geschlossen wurden. Nachdem im Zuge der Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre die populistische Bauernpartei LNPP einige Erfolge hatte feiern können, wurde sie kurzerhand in die Nationale Koalition eingebunden. Dasselbe geschah zeitweise auch mit der wichtigsten Oppositionspartei PSL, die sich 1934 über die Haltung zur Regierung spaltete. Leitmotto der Nationalen Koalition wurde "König, Volk, einiges Vaterland", das zugleich als entschiedene Ablehnung jeder separatistischer Bewegungen zu verstehen war. Daneben zeichnete sich die Koalition durch einen ausgeprägten Antikommunismus aus, der 1939 schließlich im Verbot der Kommunistischen Partei Mikoliniens gipfelte.

Golenkonflikt 1934-1948[bearbeiten]

Prägend für die Zeit Ulisses wurden die politischen Krisen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in Golen. Dort hatte sich eine starke separatistische Bewegung gebildet, die in der Front Libretait Gools (FLG) einen paramilitärischen Arm ausbildete und das Regionalstatut von 1922, das den golischen Provinzen begrenzte Autonomie zusicherte, nicht anerkannte.

Die Servettiner Zentralregierung unter Pier Ulisse ging gegen die Unabhängigkeitsbewegung mit harter Hand vor. Beim sogenannten Schwarzen Samstag 1934 kam es zu schweren Gefechten zwischen golischen Kämpfern und staatlicher Polizei, woraufhin der Kriegszustand über Golen verhängt wurde. Damit begann der Golenaufstand, der zunehmend zum Bürgerkrieg zwischen staatlichen Einheiten und separatistischen Aufständischen eskalierte.

Über das harte Vorgehen der mikolinischen Nationalregierung in Golen kam es schließlich auch zu einer schweren außenpolitischen Krise mit dem Nachbarn Sagradien, das zunehmend Flüchtlinge aufnahm. Die 1936 ins Amt gewählte linke Volksfront-Regierung in Semest weigerte sich, golische Flüchtlinge an Mikolinien aufzuliefern, sodass ihr von mikolinischer Seite vorgeworfen wurde, Terroristen Unterschlupf zu gewähren. In der folgenden Golenkrise 1936 besetzten schließlich mit der Begründung, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, mikolinische Truppen das sagradische Val d’Ambrís sowie Teile der Provinz Escada. Statt eines unmittelbaren Kriegs bemühte sich die geschwächte Regierung in Semest jedoch um eine Verständigung. Nachdem der mikolinische Außenminister Charl Marrel ein internationales Moratorium erwirken konnte, musste sich Mikolinien wieder aus Sagradien zurückziehen.

Die zunehmend eskalierende Lage in Golen wurde 1937 mit einem Waffenstillstand vorerst befriedet, nachdem die golischen Kämpfer zunehmend geschwächt worden waren. Die Regierung in Servette erkannte die provisorische Regierung Golens unter Führung von Filip Cŏrpas als Verhandlungspartner an und sicherte begrenzte Autonomie zu, sofern es gelänge, die Sicherheit für die Bevölkerung zu garantieren. Der Ausnahmezustand wurde daraufhin aufgehoben, doch verweigerte ein radikaler Teil der Unabhängigkeitsbewegung Cŏrpas die Gefolgschaft, sodass der Bürgerkrieg mit regelmäßigen Terroranschlägen der FLG de facto anhielt.

Piel-Ferrer-Plan 1945[bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg blieb Mikolinien bis zum Ende der Kampfhandlungen neutral. Staatsminister Pier Ulisse starb 1942 nach dreizehn Jahren im Amt des Regierungschefs an einem Herzinfarkt und wurde durch seinen bisherigen Stellvertreter Noribert Ferrer ersetzt, der die Nationale Koalition fortsetzte. Bei der Parlamentswahl 1945 konnte sich das Nationalkartell erstmals keine absolute Mehrheit in der mikolinischen Abgeordnetenkammer sichern. Dazu kamen Desintegrationstendenzen in der Koalition. Die Regierung Ferrer blieb zwar im Amt, sah sich in der Folge aber gezwungen, Kompromisse mit der Opposition zu suchen. Vor allem eine Annäherung an die Sozialisten und die LNPP wurde nun anvisiert. Zugleich wurde die Kommunistische Partei – auch auf internationalen Druck hin – wieder zugelassen. 1946 erließ die Regierung schließlich ein neues Autonomiestatut für Golen, das die Selbstverwaltungsrechte deutlich ausweitete.

Eingeleitet wurde die Annäherung zwischen Regierung und Opposition in Servette im Juni 1945 mit dem sogenannten Piel-Ferrer-Plan, einer in einem Gespräch zwischen Sozialistenführer Antoni Piel und Regierungschef Noribert Ferrer getroffenen Übereinkunft, die das anhaltende Golenproblem dauerhaft lösen sollte. Zentraler Inhalt des Übereinkommens war die schrittweise Föderalisierung Mikoliniens. Im Dezember 1945 stimmte das mikolinische Parlament schließlich für die Ausweitung der provinzialen Rechte, wonach die Provinzen nun eigene Parlamente und Regierungen erhalten sollten. Der damit eingeleitete Föderalisierungsprozess sollte nicht nur den separatistischen Strömungen in Golen das Wasser abgraben, sondern auch regionalistischen bzw. antizentralistischen Tendenzen im peruzinischen Norden oder in den links geprägten Industrierevieren des Westens.

Maikrise 1948[bearbeiten]

Im Frühjahr 1948 kam es schließlich zu einer erneuten schweren Krise, als mehrere golische Separatisten getötet wurden. Nach Zusammenstößen mit der mikolinischen Streitmacht riefen Anhänger eines freien Golens schließlich erneut zum Aufstand auf und die Gewalt begann von neuem. Ferrer reagierte mit harter Hand und suchte die Aufstände niederzuschlagen. Die Autonomie wurde wieder aufgehoben und das Kriegsrecht über die Region verhängt. Der Föderalisierungsprozess war damit ernsthaft in Gefahr. Binnen kurzer Zeit weitete sich der Aufstand daher auf andere Regionen des Landes aus, nicht nur in Golen, sondern auch in in Perucia und Litien drohten nun bürgerkriegsähnliche Zustände. Vor diesem Hintergrund kippte die Stimmung auch in den südlichen und mittleren Regionen deutlich gegen die Regierung. In Servette und anderen Großstädten versammelten sich Bürger, die ein Ende der Gewalt und einen Rücktritt der Regierung Ferrer forderten. Bald folgten Forderungen, der König solle abdanken und das Land schnell in eine Bundesrepublik umgewandelt werden. Zum Symbol des stark pazifistisch geprägten Volksaufstandes wurde die Narzisse, sodass schnell von der Narzissenbewegung gesprochen wurde. Sozialisten und Kommunisten stellten sich an die Spitze der Bewegung und riefen zum Generalstreik auf, aber auch führende Kirchenvertreter und Liberale zeigten ihre Sympathien.

Als sich nach wenigen Tagen auch hohe Militärs weigerten, weiter Gewalt anzuwenden und für eine Verhandlungslösung plädierten, trat die Regierung Noribert Ferrer geschlossen zurück. König Karl XII. sah sich gezwungen, den Führer der Sozialisten, Antoni Piel zum Regierungschef zu ernennen, der u.a. einen kommunistischen Minister und einige Parteilose, aber auch Vertreter der bisherigen Regierungsparteien, ernannte und unmittelbare Waffenstillstandsverhandlungen in Golen einleitete. Piel kündigte an, die geplante Föderalisierung Mikoliniens schnell umzusetzen und Golen damit umfassende Autonomierechte zukommen zu lassen.

Dennoch gingen die Proteste weiter und richteten sich nun vor allem gegen den König, der schließlich am 4. Juni öffentlich zugunsten seines Sohnes Karl XIII. abdankte. Piel weigerte sich in dieser Situation, entgegen den Forderungen eigener Parteianhänger, die Republik zu proklamieren und gab damit dem jungen König die Gelegenheit, sich öffentlich zu erklären. Dieser stellte sich, nach einigem Zögern, in einer vielbeachteten Rede vollständig hinter das Programm der Regierung und kündigte an, jede neue Verfassung anzuerkennen, die das mikolinische Volk sich durch seine frei gewählten Vertreter geben werde. Damit gelang es ihm, die Monarchie zu retten. Die Aufstände flachten rasch ab und die Krise war noch im Juni weitgehend ausgestanden.

Parlamentswahlen 1948 und Staatsreform[bearbeiten]

Bei den mikolinischen Kommunalwahlen im Juni 1948 wurden die Parteien der bisherigen Nationalen Koalition vernichtend geschlagen. Stärkste Kraft wurden landesweit die Sozialisten Antoni Piels, gefolgt von Kommunisten und den zersplitterten bürgerlichen Parteien. Noch im Dezember 1948 verabschiedete das Parlament eine umfassende Staats- und Verfassungsreform, die Mikolinien offiziell in einen Bundesstaat umwandelte. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde darin weitgehende kulturelle Autonomie garantiert. Der König behielt zwar offiziell zahlreiche Vollmachten, wurde in einigen Bereichen aber doch ausdrücklich an die Zustimmung des Parlaments gebunden.

Nach neuerlichen Verhandlungen zwischen den politischen Parteien wurde Anfang 1949 eine neue Übergangsregierung unter dem parteilosen Francis Ernest Crest gebildet, die bis zur regulären Parlamentswahl 1949 im Amt blieb. Bei den Wahlen ging überraschend nicht die Sozialisten, sondern die christdemokratische CDM, im Wesentlichen eine Nachfolgeorganisation der aufgelösten Rechtspartei, als stärkste Partei hervor. Der Wahlsieger Armand Mikael Carpol führte daraufhin eine Konsensregierung der Zentrumsdemokraten mit der Sozialsitischen Partei und der agrarisch-liberalen PNL an.

Die neue Regierung hielt an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Mikolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Mikolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Mikoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der mikolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell. Die Spannungen zwischen Sagradien und Mikolinien wurden erst im Jahr 1955 durch die Verträge von Alágua und Pexace beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Mikolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der sagradisch-, eskadisch- und azumarisch-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Mikolinien im Folgeabkommen von Plato (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf Cuentez fallen.

Mikolinien auf dem Weg in die europäische Gemeinschaft[bearbeiten]

Seit 1959 wurde das Land von einer Mitte-Links-Regierung aus Sozialisten und Agrariern unter Luvis Blum-Sael regiert. Das Bündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter Mikael Mari Salt ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Zentrumsdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit Charl Henrique Valdés erstmals seit 1929 wieder ein Liberaler vorstand. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende Joann Christén zusammen mit der PDL.

In den 1960er Jahren wurden schließlich auch weitreichende außenpolitische Entscheidungen getroffen. Nachdem Mikolinien schon 1960 zu den Gründernationen der EFTA gehört hatten, wuchs das Interesse an einem Beitrag zu den Europäischen Gemeinschaften weiter an. Hintergrund waren die sich intensivierenden Beziehungen zum Nachbarland Sagradien, das bereits Mitglied der EWG war, sowie die Handelsbeziehungen zum Vereinigten Königreich, das in den 1960er Jahren eine Aufnahme anstrebte. Während sich die Kommunisten und die agrarische PNL klar gegen eine Aufnahme positionierten, führten die Zentrumsdemokraten die Riege der Befürworter an. Bei Sozialisten und Liberalen gab es jeweils eine beitrittskritische Minderheit, während die jeweiligen Parteiführungen aber einen pro-europäischen Kurs verfolgten.

Nachdem Mikolinien 1967 einen ersten Beitrittsantrag gestellt hatte, kam es seit 1969 zu Verhandlungen zwischen Mikolinien, Irland, Dänemark, Norwegen und Großbritannien sowie der EWG über eine Aufnahme der fünf Länder, die im mikolinischen Fall 1972 erfolgreich endeten. In einer Volksabstimmung im Oktober 1972 sprach sich eine klare Mehrheit der Mikolinier für den Beitritt des Landes zur EWG aus, der zum 1. Januar 1973 vollzogen wurde.

Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten Joán Cavals hin kam es 1972 zudem zur Gründung des Blaumeerrates (Consile Asumaresq, Cosellu Azumarês) als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten Sagradien, Mikolinien und dem Fürstentum Sancristo.

Entwicklung seit den 1970er Jahren[bearbeiten]

Auf Drängen der Liberalen leitete die Regierung Christén in den 1970er Jahren eine Reihe gesellschaftspolitischer Reformen ein. Dazu zählte eine Neuordnung des Scheidungsrechts, eine Legalisierung der Abtreibung sowie die Abschaffung der Todesstrafe.

Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur UPD. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist Guillemes Oreste bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter Martin Bertrand (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger Stefan Casagre weichen.

Nach dem Bruch der Koalition 1987 bildete Antoni Sagrand (PSL) eine linke Übergangsregierung, die als Minderheitsregierung der Sozialisten von der Unterstützung der Kommunisten abhängig war und 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, DL und UPD unter Noribert Pasquale (CDM) abgelöst wurde.

Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat Carlo Masane eine Große Koalition mit den Sozialisten. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist Bernard Sandres Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den mikolinischen Grünen, unter deren Ägide Mikolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten Albert Nobel, der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen Acciò Marc Nabert (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel.

Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL, die bis 2010 amtierte und daraufhin von einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter Einschluss der Grünen Liste unter dem Sozialisten Joann Clement abgelöst wurde.