Radicales: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Demokratie und Freiheit - die Radikalen''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] '''Democrâcia i Libertá - ils Radicales''', kurz '''RAD''' oder '''d/l''') ist eine sozialliberale politische Partei in Sagradien. Die Partei enstand 1955 unter dem Namen '''Movimiento de Radical-Democráticoes''' (MRD, ''Bewegung der Radikaldemokraten'') durch linksgerichtete Abweichler der [[UDR|Demokratisch-Radikalen Union]] und Mitglieder der [[Unión Cívica Radical|Radikalen Bürgerunion]], die das Ziel hatten, die 1949/50 gespaltene [[Partido Radical|Radikale Partei]] wiederzugründen. Nachdem die UCR als linke Nachfolgeorganisation des Partido Radical zerfallen war und sich 1957 schließlich ganz auflöste, schlossen sich die meisten ihrer Mitglieder der Radikaldemokratischen Bewegung (MRD) an, woraufhin die Partei ihren späteren langjährigen Namen '''Partido Radical-Democrático''' (kurz '''PRD''', deutsch ''Radikal-Demokratische Partei'') annahm. Die PRD war seither mit Unterbrechungen 1970-1976 sowie 1994-1998 in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] vertreten. Nach dem Scheitern 1994 reformierte sich die Partei umfassend und gründete sich unter ihrem heutigen Namen neu.
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Die '''Radicales''' (kurz '''RAD''', deutsch ''Radikale'', formell '''Partíu Radical-Democrático''', Abk. '''PRD''') sind eine linksliberale politische Partei in [[Sagradien]]. Die Partei wurde 1958 durch linksgerichtete Mitglieder des [[Partíu Republicano Radical]] (PRR) gegründet, die eine Beteiligung der traditionsreichen Partei am rechtsliberalen Wahlbündnis [[Unión Democrática]] ablehnten. Mit dem endgültigen Aufgehen der PRR in der neuen Partei [[UDS]] im Jahr 1961 beanspruchte der PRD offiziell die Nachfolge des historischen Partíu Radical.
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Als traditionell linksbürgerliche, soziallliberale Partei öffnete sich die PRD als eine der ersten sagradischen Parteien in den 1970er Jahren postmaterialistischen Orientierungen und neuen Themen wie Umweltschutz, Frauenrechte oder der Förderung alternativer Lebensformen. In sozioökonomischen Fragen tritt sie als zentristische, sozialliberale Partei in Erscheinung und setzt sich sowohl für Unternehmertum und Eigenverantwortung als auch für soziale Sicherung und Solidarität ein.
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Die PRD war seit ihrer Gründung mit zwei kurzen Unterbrechungen (1970-1974 sowie 1994-1998) stets in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] vertreten. Dort sieht sie sich traditionell in einer vermittelnden Rolle zwischen den zwei Blöcken der Linken und der Rechten und hat sowohl mit den sagradischen [[ASUL|Sozialisten]] als auch mit [[PPC|Konservativen]] kooperiert. Im Jahr 1970, von 1976 bis 1979, von 1990 bis 1992 sowie zuletzt von 2013 bis 2018 beteiligte sich die Partei mit eigenen Ministern an nationalen Regierungen. Seit 1995 tritt die Partei nur noch als ''Radicales'' auf.
  
 
== Geschichte der Partei ==
 
== Geschichte der Partei ==
 
=== Ursprung und Gründung ===
 
=== Ursprung und Gründung ===
Die Wurzeln der PRD liegen in der [[Partido Radical|Radikal-Republikanischen Partei]] der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Sagradischen Republik]], die nach ihrem Verbot 1943 wiedergegründet wurde. Die neue Radikale Partei zerfiel jedoch 1949 in einen rechten Flügel, der die [[Unión Democrática Radical]] (UDR) gründete, und einen linken Flügel, der 1950 in der [[Unión Cívica Radical]] aufging. Nach zwischenzeitlichen Wiedervereinigungsversuchen schloss sich die UDR der rechtsliberalen [[Demokratischen Union]] an, während die UCR infolge des schwachen Abschneides bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954]] erodierte und in mehrere Gruppen zerfiel.  
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Die Wurzeln der PRD liegen in der [[Partíu Radical|Radikal-Republikanischen Partei]] der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Sagradischen Republik]], die bis in die 1920er hinein zu den größten und erfolgreichsten Parteien im sagradischen Parlament gehörte und unter anderem zwei sagradische [[Staatspräsident]]en und mehrere Ministerpräsidenten stellte. Als Partei der bürgerlichen Linken gehörte die PRR 1935-1938 zur linken [[Volksfront]] mit Sozialisten und Kommunisten, stützte davor und danach aber auch mehrere Mitte-Rechts-Regierungen.  
  
Nach dem Eintritt der UDR in die [[Bürgerblock]]-[[Kabinett Luciaro V|Regierung Luciaro]] im Frühjahr 1955 verließ eine Gruppe oppositioneller Mitglieder die UDR-Fraktion und gründete die ''Bewegung der Radikaldemokraten'' (Movimiento de Radical-Democráticoes, MRD) mit dem Ziel, die Radikale Partei wiederzubegründen. Darin liegt die eigentliche Geburtsstunde der neuen Radikaldemokratischen Partei. Vor den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer|Kammerwahlen 1958]] stießen zur MRD die Reste der 1957 aufgelösten [[UCR]]. Dies waren vor allem jene Kräfte, die das liberale Profil der Radikalen betonten und die Gründung der sozialdemokratischen [[ASUL]] ablehnten. Aus gleichem Grund schlossen sich auch ehemalige Mitglieder der [[PSD|Sozialdemokratischen Partei]] (PSD) dem MRD an, von denen viele aus der Radikalen Partei der Zweiten Republik stammten. Bei der Kammerwahl 1958 trat die Partei unter dem Namen ''Movimiento de Radical-Democráticoes/Partido Radical-Democrático'' (MRD/PRD) an und erhielt 2,4 Prozent der Stimmen. Kurz danach nahm das MRD den Namen ''Partido Radical-Democrático'' mit dem Kürzel ''PRD'' an.
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Nachdem die Partei sich anlässlich der [[Parlamentswahl 1954]] mehrheitlich für eine Teilnahme am Mitte-Rechts-Wahlbündnis [[Unión Democrática]] ausgesprochen hatte, spaltete sich eine Minderheit ab und beteiligte sich am Konkurrenzbündnis [[Unión Cívica Radical]] (UCR), das sich der linken Mitte zuordnete. Wenige Monate nach der Wahl begründeten die Dissidenten des PRR mit weiteren Mitstreitern das ''Movimiento de Radical-Democráticoes'' (MRD), das als eigenständige Partei in Konkurrenz zum PRR registriert wurde. Bei der [[Parlamentswahl 1958]] trat das MRD erstmals eigenständig in Konkurrenz zur UD/PRR an und zog mit 21 Abgeordneten in die Kammer ein. Kurz nach der Wahl erfolgte die Umbenennung in ''Partíu Radical-Democrático''. Damit war der Anspruch verbunden, das Erbe der alten Radikalen Partei zu beanspruchen, die 1961 schließlich endgültig in der Partei [[UDS]] aufging und damit von der Bildfläche verschwand.  
  
 
=== Regierungsbeteiligungen der Sechziger Jahre ===
 
=== Regierungsbeteiligungen der Sechziger Jahre ===
In der Opposition zu den Mitte-Rechts-Regierungen [[Kabinett Luciaro VI|Luciaro]] und [[Kabinett Favale I|Favale]] sowie zur [[Große Koalition|Großen Koalition]] unter [[Martín Ánibal Costa]] steigerte sich der Stimmenanteil der PRD auf 4,2 Prozent bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Wahl 1962]] und 5,1 Prozent [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963|im Jahr 1963]]. Danach wurde die Partei Koalitionspartner der sagradischen [[ASUL|Sozialisten]] sowie der liberalen [[UDS]] in den Kabinetten [[Kabinett Santiago|Santiago]] und [[Kabinett Del Pérez I|Del Pérez]], wo die PRD mit [[António Berral]] und [[Luciano Quélez]] zwei Minister stellte.
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In der Opposition zu den Mitte-Rechts-Regierungen [[Kabinett Luciaro VI|Luciaro]] und [[Kabinett Favale I|Favale]] sowie zur [[Kabinett Costa|Großen Koalition]] unter [[Martín Ánibal Costa]] steigerte sich der Stimmenanteil der PRD bis zur [[Parlamentswahl 1963]] auf 6,3 Prozent. 1963 bis 1967 gehörte die Partei den Regierungen [[Kabinett Santiago|Santiago]] und [[Kabinett Del Pérez I|Del Pérez]] an und stellte mit [[António Berral]], [[Luciano Quélez]] und [[Clemente Orrai]] drei Minister.
  
Nach dem Bruch der Koalition durch die UDS kam es zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Neuwahlen im März 1967]], bei denen der PRD auf 3,5 Prozent der Stimmen abrutschte. Danach tolerierte die Partei zwei Jahre lang eine konservativ-liberale Minderheitsregierung unter [[Carles Angel Favale]], ehe sie der Regierung im Herbst 1969 zum zweiten Mal in zwei Jahren die Unterstützung aufkündigte. Im danach gebildeten [[Kabinett Méndez]] übernahm die PRD einen Ministerposten für Institutionelle Reformen und beteiligte sich damit erstmas an einer Mitte-Rechts-Regierung. Die Phase der Mitte-Rechts-Orientierung brachte die Partei in große innere Widersprüche und führte zu erheblichen Problemen. Die revoltierenden Studenten der 68er Bewegung nahmen die Radikal-Demokratische Partei, eigentlich mit dem Image einer Intellektuellenpartei ausgestattet, mehrheitlich als konservative Kraft wahr und warfen ihr Kollaboration mit der Rechten vor. Dagegen versuchte eine innerparteiliche Strömung eine im wahren Sinne radikaldemokratische Erneuerung und bemühte sich, der Partei ein stärker linkes, radikal-libertäres Profil zu verleihen.  
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Nach dem Bruch der Koalition durch die UDS kam es zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Neuwahlen im März 1967]], bei denen der PRD auf 3,5 Prozent der Stimmen abrutschte. Danach tolerierte die Partei zwei Jahre lang eine konservativ-liberale Minderheitsregierung unter [[Carles Angel Favale]], ehe sie der Regierung im Herbst 1969 zum zweiten Mal in zwei Jahren die Unterstützung aufkündigte. Im danach gebildeten [[Kabinett Méndez-León]] übernahm die PRD einen Ministerposten für Institutionelle Reformen und beteiligte sich damit erstmals direkt an einer Mitte-Rechts-Regierung. Die Phase der Mitte-Rechts-Orientierung brachte die Partei in große innere Widersprüche und führte zu erheblichen Problemen. Die revoltierenden Studenten der 68er Bewegung nahmen die Radikal-Demokratische Partei, eigentlich mit dem Image einer Intellektuellenpartei ausgestattet, mehrheitlich als konservative Kraft wahr und warfen ihr Kollaboration mit der Rechten vor. Dagegen versuchte eine innerparteiliche Strömung eine im wahren Sinne radikaldemokratische Erneuerung und bemühte sich, der Partei ein stärker linkes, radikal-libertäres Profil zu verleihen.  
  
Nachdem diese Strömung 1969 noch vergeblich nach der Macht in der Partei gegriffen hatte, übernahm mit [[David Aliguieri]] ein Vertreter der Linken im Frühsommer 1970 die Führung der Partei, die damit einen gewaltigen Linksrutsch erlitt. Im August 1970 verließ die Partei die Regierung, unterstützte die Sozialisten bei deren Wunsch nach raschen Neuwahlen und erzwang damit die vorzeitige Auflösung der Abgeordnetenkammer. Ziel war die Bildung einer Reformregierung der Linken mit den sagradischen Sozialisten unter deren jungem Parteichef [[Joán Caval]], dessen "Aufruf für den Wechsel" die PRD unterstützte. Heftige Befürworter dieser Wende war die parteinahe [[Juventú Radical-Democrática]] (JRD), die von der Studentenrevolte beeinflusst starke Linkspositionen einnahmen und in den Folgejahren sogar ein marxistisch inspiriertes Programm annahm.
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Nachdem diese Strömung 1969 noch vergeblich nach der Macht in der Partei gegriffen hatte, übernahm mit [[David Aligueri]] ein Vertreter der Linken im Frühsommer 1970 die Führung der Partei, die damit deutlich nach links rückte. Unter Aligueris Führung kündigten die Radikaldemokraten die Koalition auf und erzwang damit die vorzeitige Auflösung der Abgeordnetenkammer. Ziel war die Bildung einer Reformregierung der Linken mit den sagradischen Sozialisten unter deren jungem Parteichef [[Joán Caval]], dessen "Aufruf für den Wechsel" die PRD unterstützte. Heftige Befürworter dieser Wende war die parteinahe [[Juventú Radical-Democrática]] (JRD), die von der Studentenrevolte beeinflusst starke Linkspositionen einnahm und in den Folgejahren sogar ein marxistisch inspiriertes Programm annahm.
  
 
=== Krise und progressive Neuorientieruntg in den Siebzigern ===
 
=== Krise und progressive Neuorientieruntg in den Siebzigern ===
Der Versuch der 180°-Wendung misslang jedoch. Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970]] erreichten Cavals Sozialisten fast 41 Prozent der Stimmen und erzielten gemeinsam mit den Kommunisten eine linke Mehrheit in der Kammer, während die Radikaldemokraten unter ihrem Vorsitzenden [[David Aliguieri]] mit einem Stimmenanteil von 2,8 Prozent der Stimmen erstmals unter die Dreiprozent-Hürde rutschten und damit in der neuen Kammer nicht mehr vertreten waren. In den Folgejahren kämpfte die Partei ums Überleben. Die von Aliguieri eingeleitete Wende blieb innerparteilich umstritten, setzte sich auf dem Parteikongress 1972 aber durch.  
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Der Versuch der 180°-Wendung misslang jedoch. Bei der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970]] erreichten Cavals Sozialisten fast 41 Prozent der Stimmen und erzielten gemeinsam mit den Kommunisten eine linke Mehrheit in der Kammer, während die Radikaldemokraten mit [[David Aligueri]] als Spitzenkandidaten mit einem Stimmenanteil von 2,2 Prozent der Stimmen erstmals unter die Dreiprozent-Hürde rutschten und damit in der neuen Kammer nicht mehr vertreten waren.  
  
Der Versuch, mit einem dezidiert linken Programm bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1974]] die Rückkehr ins Parlament zu erreichen, schlug fehl. Stattdessen rutschte die Partei nochmals ab auf nun 1,9 Prozent. Die erneute Niederlage brachte ein Umdenken. Zwar blieben die Radikaldemokraten ihrer linken Öffnung treu, doch betonte die Partei in den Folgejahren vermehrt neue, postmaterialistische Themen und positionierte sich als progressive linkslibertäre Reformpartei.  
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Anfang der siebziger Jahre kämpfte die Partei ums Überleben und öffnete sich vermehrt neuen, postmaterialistischen Themen wie Umweltschutz und Feminismus und versuchte sich auf diese Weise als progressive linkslibertäre Reformpartei zu positionieren. Der Kurs brachte zwar nur bescheidende Stimmenzuwächse, sicherte der Partei aber das politische Überleben. Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1974|Parlamentswahl 1974]] schafften die Radikaldemokraten mit einem Anti-Establishment-Ansatz und der Vision einer neuen politischen Ordnung jenseits der politischen Lagerdynamik das Comeback und den Wiedereinzug ins Parlament. Maßgebliche Repräsentanten dieses neuen Kurses waren neben [[David Aligueri]] der Autor [[Henrico Benassín]], die Frauen- und Umweltrechtlerin [[Ana-Lorel Cabral]] sowie die Außenpolitikerin [[Carolina Levi-Sánchez]].  
  
Bei den Wahlen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1976|1976]] schafften die Radikaldemokraten mit einem Anti-Establishment-Ansatz und der Vision einer neuen politischen Ordnung jenseits der politischen Lagerdynamik das Comeback und den Wiedereinzug ins Parlament. Dort verweigerte die Partei zwar eine Regierungsbeteiligung, gehörte aber zu den parlamentarischen Unterstützern der [[Kabinett Caval IV|Regierung Caval]].
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Bei der vorgezogenen [[Parlamentswahl 1976]] trat der PRD erstmals mit [[Henrico Benassín]] als Spitzenkandidaten an, der sich in den folgenden Jahren zu einem der populärsten Politiker des Landes entwickeln und die Partei fast zwei Jahrzehnte lang prägen sollte. Nach einer Übergangsphase, in der die Partei zwar keine Minister, aber sehr wohl mehrere Staatssekretäre der [[Kabinett Caval III|Regierung Caval]] stellte, trat sie 1976 schließlich auch offiziell der [[Kabinett Caval IV|Regierung Caval]] bei. Mit [[Carolina Levi-Sánchez]] stellte sie bis 1979 die erste weibliche [[Außenminister]]in des Landes, Parteichef [[Henrico Benassín]] fungierte als [[Vizepremierminister]] und [[Erziehungsminister]].
  
 
=== Achtziger und frühe Neunziger Jahre: Erfolge und Absturz ===
 
=== Achtziger und frühe Neunziger Jahre: Erfolge und Absturz ===
Bei den folgenden Wahlen konnten sich die Radikaldemokraten auf niedrigem Niveau stabilisieren. Mittlerweile war jedoch mit den grün-alterantiven Bewegungen eine neue ernstzunehmende Konkurrenz im linkslibertären Lager entstanden, in denen sich auch viele genuin Radikale engagierten. Während bei den [[Regionalwahlen 1985]] die Listen der [[Verdes Celarcoes|Regenbogen-Grünen]] zahlreiche Erfolge feiern konnten, schafften die Listen der PRD lediglich in der Region Lojandía den Sprung über die Dreiprozenthürde. Damit geriet das libertäre Projekt der PRD zunehmend in eine Krise.
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[[Bild:CorradoAugias.jpg|thumb|200px|[[Henrico Benassín]]]]
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Die [[Parlamentswahl 1978]] führte zu einer neuen politischen Pattsituation, in der den Radikaldemokraten die Rolle des Königsmachers zufiel. Nachdem die Sozialisten aus der Wahl deutlich geschwächt hervorgegangen waren, entschied sich die Partei, eine konservativ-liberale Minderheitsregierung unter Führung des Wahlsiegers [[Sandro de la Nada]] zu dulden, kündigte die Unterstützung aber schon 1981 wieder auf.  
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Nachdem sich [[Henrico Benassín]] Anfang 1981 vorübergehend aus der ersten Reihe zurückgezogen hatte, fungierte mit [[Ana-Lorel Cabral]] erstmals eine Frau als politische Sprecherin. Zur [[Parlamentswahl 1982]] kehrte Benassín aber wieder zurück und konnte die Partei zu einem relativen Erfolg führen. Dennoch verlor die Partei ihre Funktion des Züngleins an der Waage. In den folgenden acht Jahren befand sich die Partei in Opposition zu einer konservativ-liberalen Mehrheitskoalition unter [[Emilio Moya]].
  
In der Folge öffneten sich die Radikaldemokraten auch wieder Regierungsbeteiligung, mäßigten ihr Programm und suchten die sozialliberale Nische auszufüllen, die die [[ASUL]] unter ihrem Spitzenkandidaten [[Andrés Colón]] zeitweise aufgegeben hatte. Die Hinwendung der ASUL zu einem neuen Wirtschaftskurs und die Öffnung gegenüber den Liberalen führten 1986 schließlich zur Bildung einer gemeinsamen sozial-liberalen Koalitionsregierung aus [[ASUL]], [[UDS]] und [[PRD]] unter [[Donado Ricardes]], in der die Radikaldemokratische Partei erstmals seit 1970 wieder drei Minister stellte.
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Zwar erhielt die Partei im Laufe der achtziger Jahre neue Konkurrenz durch die sagradischen [[Grüne]]n, sie konnte sich aber als "konstruktive Opposition" zur Regierung Moya profilieren. Bei der [[Parlamentswahl 1986]] feierten die Radikalen Demokraten mit Benassín als Spitzenkandidaten und einem Stimmenanteil von acht Prozent das bis dahin beste Wahlergebnis in der Parteigeschichte.  
  
Nach der Niederlage der Mitte-Links-Parteien bei der [[Parlamentswahl 1990]] geriet die PRD in eine erneute Krise. Parteiinterne Skandale erschütterten das Anti-Establishment-Image der Partei endgültig, das bereits in der Regierungszeit gelitten hatte. Die erstarkte Konkurrenz seitens der [[Verdes|sagradischen Grünen]] brachte die Partei in zusätzliche Nöte. Dazu kamen parteiinterne Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern einer Linksstrategie und den ''Transversalisten'' und ''Zentristen'', die eine unabhängige Positionierung der Partei jenseits oder in der politischen Mitte suchten. Als Höhepunkt der Probleme muss die [[Parlamentswahl 1994]] gesehen werden, bei der die PRD erstmals seit 1976 wieder den Einzug in die [[Abgeordnetenkammer]] verfehlte.
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Vor der [[Parlamentswahl 1990]] sprach sich die Radikaldemokratische Partei unter ihrem neuen Spitzenkandidaten [[Oscar Marín del Bosch]] für einen Regierungswechsel zugunsten der [[ASUL]] unter [[Donado Ricardes]] aus und kam auf 7,2 Prozent der Stimmen. In der Folge bildete die Partei eine sozialistisch-radikale Koalitionsregierung unter [[Donado Ricardes]], in der [[Henrico Benassín]] erneut als stellvertretender Regierungschef amtierte und [[Ana-Lorel Cabral]] das Amt der Außenministerin übernahm. Parteichef Del Bosch verzichtete dagegen auf ein Amt in der Regierung und blieb Fraktionssprecher. Aufgrund der schwierigen Machtverhältnisse in der Abgeordnetenkammer musste sich die Minderheitsregierung aber auf wechselnde Mehrheiten stützen und verlor schon 1992 die Unterstützung für ihr sozialliberales Reformprogramm.  
  
=== Auflösung, Neugründung und Neuausrichtung seit 1995 ===
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Nach dem Zerfall der Mitte-Links-Regierung geriet die PRD in eine erneute Krise. Parteiinterne Skandale erschütterten das Anti-Establishment-Image der Partei endgültig, das bereits in der Regierungszeit gelitten hatte. Die erstarkte Konkurrenz seitens der [[Verdes|sagradischen Grünen]] brachte die Partei in zusätzliche Nöte. Dazu kamen parteiinterne Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern einer Linksstrategie und den ''Transversalisten'' und ''Zentristen'', die eine unabhängige Positionierung der Partei jenseits oder in der politischen Mitte suchten. Als Höhepunkt der Probleme muss die [[Parlamentswahl 1994]] gesehen werden, bei der die PRD erstmals seit 1974 wieder den Einzug in die [[Abgeordnetenkammer]] verfehlte.
Nach dem Misserfolg 1994 eskalierte der Streit in der Partei endgültig. Eine Gruppe junger Reformer übernahm schließlich auf dem Parteitag 1995 die Macht und führte eine Neugründung der Partei herbei. Die alte PRD wurde aufgelöst und mit einer neuen unkonventionellen Parteistruktur unter dem Namen '''Democrâcia i Libertá - ils Radicales''' wiedergegründet. Fortan sollte ein gleichberechtigter Sprecherrat an der Spitze der Partei stehen. Auch programmatisch vollzog die Partei eine Wende. Das sozialliberale Profil wurde in Richtung einer radikal-libertären Politik in Gesellschafts-, aber auch in Wirtschaftsfragen modifiziert. Treibende Kraft dieser von Kritikern als "neoliberal" zurückgewiesenen Entwicklung war der sagradische Wirtschaftsjournalist [[Ernesto Joán Kirchner]], der nun eine Führungsrolle übernahm.  
 
  
Mit dem veränderten Profil hatten die Radikalen wieder Erfolg und schafften bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998]] den Wiedereinzug ins Parlament. Dort positionierte sich die Partei in Äquidistanz zu den beiden politischen Blöcken, unterstützte die sozialistisch-grüne [[Kabinett De la Costa I|Minderheitsregierung De la Costa]] aber bei wichtigen Reformen und gehörte zeitweise zu deren parlamentarischer Basis.
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=== Krise und Neuorientierung ===
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[[Bild:Radicales1998.jpg|thumb|200px|Plakat zur [[Parlamentswahl 1998]]]]
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Nach dem Misserfolg 1994 eskalierte der Streit in der Partei endgültig. Die PRD geriet in eine Monate lange Auseinandersetzung um den künftigen Kurs und stand de facto führungslos dar. Mit dem Wirtschaftsjournalisten [[Ernesto Joán Kirchner]] gelangte schließlich ein Vertreter eines libertären Programms in eine Schlüsselstellung. Unter seinem Einfluss wurde das sozialliberale Profil der Partei in Richtung einer radikal-libertären Politik in Gesellschafts-, aber auch in Wirtschaftsfragen modifiziert. Mit diesem, von Gegnern als "neoliberal" kritisierten, Profil gab sich die Partei eine neue Identität, trat fortan als ''Radicales'' auf und entwickelte für die [[Parlamentswahl 1998]] eine moderne, professionelle Kampagne, die um die Person Kirchner zentriert wurde.  
  
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Mit dem veränderten Profil hatten die Radikalen wieder Erfolg und schafften bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998]] den Wiedereinzug ins Parlament. Dort positionierte sich die Fraktion der Radikalen unter Führung Kirchners zunächst in Äquidistanz zu den beiden politischen Blöcken, ging ab 1999 aber immer stärker auf Konfrontationskurs zur sozialistisch-grünen [[Kabinett De la Costa I|Minderheitsregierung De la Costa]]. In einem parteiinternen Machtkampf zwischen Fraktionschef Kirchner und Parteisekretärin [[María Dolores Bernat]], in dem es auch um die Positionierung zur Regierungspolitik ging, konnte sich letztere durchsetzen, sodass sich Kirchner Anfang 2002 aus der Parteiführung zurückzog.
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Im Gegensatz zu Kirchner lehnte Bernat eine radikale Oppositionspolitik gegenüber der neuen Regierung ab und unterstützte diese bei wichtigen Reformen. Zeitweise gehörte die Radikale Partei damit zur parlamentarischen Basis der Mitte-Links-Regierung. Diese Zusammenarbeit wurde nach der [[Parlamentswahl 2002]] noch stärker intensiviert. 
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[[Bild:Logo-Radicales-Alt.jpg|thumb|Parteilogo 2004-2016|200px]]
 
Nach dem Sieg der Mitte-Rechts-Parteien bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006]] nahmen die Radikalen gegenüber der konservativ-liberalen [[Kabinett Luisanto I|Minderheitsregierung Luisanto]] eine ähnliche Rolle als punktueller Mehrheitsbeschaffer wahr. Die punktuelle Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen [[PSP]], die zur Regierungsmehrheit gehörte, führte aber zu heftigen innerparteilichen Auseinandersetzungen. Auf dem Kongress der Partei Ende 2007 übernahm schließlich mit [[Javier Ibarra Rodríguez]] ein energischer Kritiker der Regierung die Führung der Partei und kündigte mit seinen Unterstützern eine deutliche Oppositionspolitik an.
 
Nach dem Sieg der Mitte-Rechts-Parteien bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006]] nahmen die Radikalen gegenüber der konservativ-liberalen [[Kabinett Luisanto I|Minderheitsregierung Luisanto]] eine ähnliche Rolle als punktueller Mehrheitsbeschaffer wahr. Die punktuelle Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen [[PSP]], die zur Regierungsmehrheit gehörte, führte aber zu heftigen innerparteilichen Auseinandersetzungen. Auf dem Kongress der Partei Ende 2007 übernahm schließlich mit [[Javier Ibarra Rodríguez]] ein energischer Kritiker der Regierung die Führung der Partei und kündigte mit seinen Unterstützern eine deutliche Oppositionspolitik an.
  
=== Mitte-Links-Politik seit 2008 ===
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=== Mitte-Links-Politik seit 2009 ===
Auch programmatisch wurden die neoliberalen Inhalte seit 1998 sukzessive zurückgenommen. Mit einer Doppelspitze aus der Journalistin [[Nadina Kasparov-Sorín]] und dem Bürgerrechtsanwalt [[Javier Ibarra Rodríguez]] traten die Radikalen bei der vorgezogenen [[Parlamentswahl 2008]] schließlich als Teil des Mitte-Links-Lagers und mit dem Willen einer Regierungsbildung mit Sozialisten und Grünen an, verpassten aber trotz guten Wahlresultats eine Ablösung der Mitte-Rechts-Regierung.   
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[[Bild:Peillon1.jpg|thumb|180px|[[Javier Ibarra Rodríguez]], Politischer Sprecher 2007-2019]]
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Auch programmatisch wurden die neoliberalen Inhalte seit 1998 sukzessive zurückgenommen. Mit einer Doppelspitze aus dem Bürgerrechtsanwalt [[Javier Ibarra Rodríguez]] und der Journalistin [[Nadina Kasparov-Sorín]] traten die Radikalen bei der vorgezogenen [[Parlamentswahl 2009]] schließlich als Teil des Mitte-Links-Lagers und mit dem Willen einer Regierungsbildung mit Sozialisten und Grünen an, verpassten aber trotz guten Wahlresultats eine Ablösung der Mitte-Rechts-Regierung.   
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Die Europawahlen 2009 endeten für die Radikalen aber mit einer Niederlage. Mit 2,1 Prozent der Stimmen verfehlte die Partei auch den Einzug ins Europaparlament deutlich und ist nicht länger in Straßburg und Brüssel vertreten. Bei den [[Regionalwahlen 2009]] in zwölf von 20 Regionen konnten die Radikalen sich nicht verbessern und zogen mit im landesweiten Durchschnitt 2 Prozent der Stimmen nur in vier Regionalräte ein und kamen in keiner Region über mehr als 4 Prozent der Stimmen. Bei den [[Region Semestina|Semestiner]] und [[Sarmay|Sarmayer]] [[Regionalwahlen 2010|Regionalratswahlen im Sommer 2010]] mussten die Radikalen schließlich schmerzliche Niederlagen einstecken. Bei der Neuwahl in der Semestina fielen sie innerhalb eines dreiviertel Jahres von 4 auf 2 Prozent der Stimmen zurück und verfehlten damit den neuerlichen Einzug in den Regionalrat, in Sarmay erhielten sie sogar nur ein Prozent der Stimmen.
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=== Regierungsbeteiligung 2013-2018 ===
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Pünktlich zur [[Parlamentswahl 2013]] konnte sich die Partei wieder stabilisieren und erlebte ein starkes Comeback. Mit einem entschlossenen Mitte-Links-Programm und einer dezidierten Aussage zugunsten einer linken Koalition errang die Partei unter der Führung [[Javier Ibarra]]s 6,9 Prozent der Stimmen und damit deutlich den Wiedereinzug ins Parlament.
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[[Bild:RadicalesPlakat2017.jpg|thumb|180px|Wahlplakat mit [[Isabel Mariam Saoni]] zur [[Parlamentswahl 2017]]]]
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In der neu gebildeten [[Kabinett Serrat Cabarell|Minderheitsregierung]] der [[ASUL]]-Generalsekretärin [[Mercé Serrat Cabarell]] traten die Radikalen mit drei Ministern ein: [[Javier Ibarra Rodríguez]] als [[Justizminister]] und [[Vizepremierminister]], [[Marisol Corbier-Armanal]] als [[Wirtschaftsminister]]in und [[Nadina Kasparov-Sorín]] als [[Erziehungsminister]]in. Nach der Ernennung Kasparov-Soríns zur EU-Kommissarin folgte ihr mit [[Isabel Mariam Saoni]] die erste afrikanisch-stämmige Ministerin im Amt nach.
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Die rot-grün-radikale Regierungszeit war von Erfolgen, aber auch Spannungen geprägt. Mit der Einführung einer Frauenquote in börsennotierten Unternehmen und einer Liberalisierung des Cannabiskonsums konnte die Partei langjährige Vorhaben umsetzen. Zugleich kam es zu Konfrontationen insbesondere mit Teilen der [[ASUL|Sozialisten]] in der Handels- sowie in der Asylpolitik. In der europäischen Flüchtlingskrise 2015/2016 versuchte sich Javier Ibarra als zuständiger Minister als Vertreter einer humanitären Politik zu präsentieren, geriet aber in Gegensatz zum sozialdemokratischen Innenminister [[Miquel Javier León]], der sich für eine rigidere Politik aussprach. Letztlich mussten die Radikalen einen Kompromiss mittragen, der insbesondere auf Druck des rechten Asul-Flügels zustande gekommen war und unter anderem zeitweilige Grenzkontrollen vorsah.
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Unzufriedenheit an der Basis und mangelnde Profilierungsmöglichkeiten trugen schließlich dazu bei, dass die Radikalen bei der [[Parlamentswahl 2017]] Verluste hinnehmen mussten, nur noch auf 4,7 Prozent der Stimmen kamen und schließlich in die Opposition gehen mussten. Nach Ernennung einer [[PPC|konservativ]]-[[Liberales|liberalen]] Minderheitsregierung unter [[Manuel Ramœs]] erklärten die Radicales, künftig einen Kurs der konstruktiven Distanz zur Regierung zu pflegen: positiven Vorschlägen verschließe man sich nicht, Negatives werde man bekämpfen.
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=== Opposition und Mitte-Rechts-Tolerierung ===
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[[Bild:Radicales2019.png|thumb|260px|Plakat zur [[Parlamentswahl 2019]]]]
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Die Niederlage bei der Parlamentswahl 2017 führte zu einem parteiinternen Generationenwechsel. Bei öffentlichen Veranstaltungen und Fernsehsendungen trat zunächst weiterhin [[Javier Ibarra Rodríguez]] als De-facto-Sprecher seiner Partei in Erscheinung, der aber nach seinem Rücktritt vom Ministeramt keinen offiziellen Posten mehr bekleidete. In der Folge rückte zunehmend Fraktionssprecherin [[Catarina Eguelnoff]] in die erste Reihe und machte aus ihren Ambitionen keinen Hehl. Ibarra kündigte schließlich im November 2018 an, bei den nächsten Parlamentswahl für kein Spitzenamt mehr kandidieren zu wollen, ehe er im Januar 2019 schließlich seinen vollständigen Rückzug aus der Politik bekannt gab und sein Abgeordnetenmandat zurückgab.
  
Die Europawahlen 2009 endeten für die Radikalen aber mit einer Niederlage. Mit 2,1 Prozent der Stimmen verfehlte die Partei auch den Einzug ins Europaparlament deutlich und ist nicht länger in Straßburg und Brüssel vertreten. Bei den [[Regionalwahlen 2009]] in zwölf von 20 Regionen konnten die Radikalen sich nicht verbessern und zogen mit im landesweiten Durchschnitt 2 Prozent der Stimmen nur in vier Regionalräte ein und kamen in keiner Region über mehr als 4 Prozent der Stimmen. Bei den [[Region Semestina|Semestiner]] und [[Sarmay|Sarmayer]] [[Regionalwahlen 2010|Regionalratswahlen im Sommer 2010]] mussten die Radikalen schließlich schmerzliche Niederlagen einstecken. Bei der Neuwahl in der Semestina fielen sie innerhalb eines dreiviertel Jahres von 4 auf 2 Prozent der Stimmen zurück und verfehlten damit den neuerlichen Einzug in den Regionalrat, in Sarmay erhielten sie sogar nur ein Prozent der Stimmen.  
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Bei der [[Europawahl 2019]] wurden die Radikalen durch die ehemalige Ministerin [[Isabel Mariam Saoni]] angeführt und erreichten sechs Prozent der Stimmen. Im Vorfeld der [[Parlamentswahl 2019|vorgezogenen Neuwahl zur Abgeordnetenkammer 2019]] organisierten die Radikalen im Oktober 2019 eine Online-Wahl über die Spitzenkandidatur. Aus der Wahl konnte sich überraschend der landesweit weniger bekannte [[Yonatán Paredes]] gegen die amtierende Fraktionschefin [[Catarina Eguelnoff]] durchsetzen. Unter Paredes gewannen die Radikalen deutlich an Profil und erreichten bei der [[Parlamentswahl 2019|Wahl im Dezember]] mit 8 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis in der Parteigeschichte.
  
Pünktlich zur [[Parlamentswahl 2012]] konnte sich die Partei aber wieder stabilisieren. Mit einem Mitte-Links-Programm und 4,5 Prozent der Stimmen schaffte sie unter der Führung [[Javier Ibarra]]s den gefährdeten Wiedereinzug ins Parlament. Im neu gebildeten [[Kabinett Serrat Cabarell|rot-grünen Kabinett]] der [[ASUL]]-Generalsekretärin [[Mercé Serrat Cabarell]] traten drei Minister der Radikalen ein, darunter [[Javier Ibarra Rodríguez]] als [[Justizminister]].
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Nachdem Paredes schon im Wahlkampf auch eine Unterstützung seiner Partei für eine Mitte-Rechts-Regierung für denkbar erklärt hatte, kam es nach der Wahl zu Verhandlungen zwischen Radikalen und der regierenden [[PPC]]/[[LIB]]-Koalition über die Bildung einer gemeinsamen Regierung. Die Radikalen entschieden sich schließlich gegen eine Teilnahme an der Regierung, einigten sich mit der Minderheitsregierung aber auch eine Reihe gemeinsamer Gesetzesvorhaben. Die Radikalen gehören damit erstmals seit 1979-1981 wieder zur Basis einer konservativ geführten Regierung.
  
 
== Politische Positionen ==
 
== Politische Positionen ==
Die Radikale Partei Demokratie und Freiheit sieht sich als progressive Partei der radikalen Demokratie und damit lose in der Tradition der linksbürgerlichen [[Partido Radical|Radikalen Partei]], auf deren laizistische, sozialprogressive und reformerische Grundorientierung sich die Partei beruft. Die Radikale Partei verfolgt in gesellschaftlicher Hinsicht liberale bis libertäre Positionen und setzt sich für gesellschaftlichen Fortschritt und Pluralismus ein. Zudem befürwortet sie eine Stärkung direktdemokratischer Elemente. Sie ist im Wesentlichen eine Partei des intellektuellen Bürgertums.
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Die Radikale Partei sieht sich als progressive Partei der radikalen Demokratie und damit in der Tradition der linksbürgerlichen [[Partíu Radical|Radikalen Partei]], auf deren laizistische, sozialprogressive und reformerische Grundorientierung sich die Partei beruft. Seit den 1980er Jahren verfolgt die Partei zudem ein dezidiert umweltfreundliches Profil und fügte den liberalen grüne Akzente hinzu.
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==== Gesellschaftspolitik ====
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Die Radikale Partei verfolgt in gesellschaftspolitischen Fragen liberale bis libertäre Positionen und setzt sich für gesellschaftlichen Fortschritt und Pluralismus ein. Sie befürwortet eine Legalisierung weicher Drogen, die vollständige Gleichstellung von Frauen, Homosexuellen, Menschen mit Behinderung und gesellschaftlichen Minderheiten in allen Lebensbereichen und einen strikten Datenschutz für die Bürger. Zudem befürwortet die Partei eine Stärkung direktdemokratischer Elemente. Die Partei befürwortet eine "offene Immigrationspolitik" und setzt sich für den verstärkten Zuzug vom Migranten nach einem Quotenmodell ein. 
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==== Umwelt- und Energiepolitik ====
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Energiepolitisch sieht die Radikale Partei die Zukunft Sagradiens in der Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und setzt sich für die staatliche Förderung regenerativer Energien ein. Sie verfolgt das Konzept einer wirtschaftsfreundlichen Energiewende im Konsens mit den Energiekonzernen. Den Ausstieg aus der Atomenergie sieht die Partei als nicht revidierbar an. Auch in anderen Bereichen hat sich die Partei ein grünes Profil gegeben. So setzt sie sich für eine deutliche Reduktion der CO2-Emissionen und für eine klimafreundliche Infrastruktur ein.
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==== Wirtschafts- und Sozialpolitik ====
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In der Wirtschaftspolitik betonen die Radikalen stärker als die fest in der sagradischen Linken und den neuen sozialen Bewegungen verankerten Grünen liberale Positionen. In diesem Sinn befürwortet die Partei auch den Abschluss neuer Freihandelsabkommen wie CETA und TTIP, sofern darin gewisse Umweltstandards gewahrt bleiben.
  
Dagegen betont die Partei stärker als die fest in der sagradischen Linken und den neuen sozialen Bewegungen verankerten Grünen auch liberale Positionen in ökonomischer Hinsicht. Zwar befürwortet sie den Wohlfahrtsstaat und sieht sich als Partei der solidarischen Gesellschaft, doch verficht sie das Konzept einer freien, jedoch sozial ausgestalteten Marktwirtschaft und steht in dieser Hinsicht Positionen des Dritten Weges der Sozialdemokratie nahe. Nicht umsonst gehörte die Partei 2008 zum Mitte-Links-Bündnis des sozialistischen Spitzenkandidaten [[Santiago Diaz de Velozo]], der als Vertreter des Dritten Weges in der ASUL gilt.
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Zwar befürwortet die Partei den Wohlfahrtsstaat und sieht sich als Partei der solidarischen Gesellschaft, doch verficht sie das Konzept einer zugleich frei und sozial ausgestalteten Marktwirtschaft. Mit dem Modell des ''Bürgereinkommens'' visiert die Partei die Einführung eines staatlich bereitgestellten Grundeinkommens anstelle des bisherigen Sozial- und Arbeitslosengelds an.  
  
In staatspolitischer Hinsicht befürwortet die Partei eine Fortsetzung und Intensivierung der rot-grünen Verwaltungsreformen und strebt einen föderalen Staat an. Die Radikale Partei befürwortet die EU und setzt sich für die Stärkung der Demokratie bei gleichzeitiger Intensivierung der europäischen Integration ein. Leitbild soll dabei ein "föderales Europa" sein.
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==== Finanzpolitik ====
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Finanzpolitisch setzt sich die Partei für eine nachhaltige Haushaltspolitik ein, die von der Aufnahme weiterer Schulden absieht. In der Steuerpolitik verfolgen die Radikalen eine Vereinfachung des bisherigen Systems der gestaffelten Steuersätze und eine gleichzeitige Reduktion des Spitzensteuersatzes zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit. Eine tiefgreifende Steuerreform soll zudem kleine und mittlere Einkommen entlasten und klima- und gesundheitsschädlichen Verbrauch belasten. Dadurch soll der Arbeitsmarkt stimuliert und Mittel für nationale und globale Klimainvestitionen generiert werden.  
  
== Parteiorganisation und Führungspersönlichkeiten ==
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==== Staatsorganisation ====
Im Gegensatz zu anderen Parteien besitzt die Radikale Partei kein Exekutivkomitee als formelles Führungsgremium, sondern lediglich über einen nationalen Sprecherkreis, der anfangs aus sieben, später nur noch aus fünf formal gleichberechtigten Mitgliedern besteht. Die Niederlagen des Jahres 2009/2010 bei Europa- und Regionalwahlen führten jedoch zu Versuchen, die Führung der Partei zu straffen. Das neue Amt eines Sekretärs der Partei wurde geschaffen, in das [[Javier Ibarra]] gewählt wurde und welches mit dem Amt eines Parteichefs vergleichbar ist. Nach Ibarras Rücktritt erhielt die Partei Anfang 2012 erneut eine neue Führungsstruktur. Nach Vorbild der Grünen stehen seitdem mit [[Marcelo Venizelos]] und [[Catarina Eguelnoff]] ein Führungsduo an der Spitze der Partei.  
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In staatspolitischer Hinsicht befürwortet die Partei eine Fortsetzung und Intensivierung der rot-grünen Verwaltungsreformen und strebt mittel- bis langfristig einen Föderalstaat an.  
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==== Europapolitik ====
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Die Radikale Partei befürwortet die EU und setzt sich für die Stärkung der Demokratie bei gleichzeitiger Intensivierung der europäischen Integration ein. Leitbild soll dabei ein "föderales Europa" sein.
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==== Außen- und Sicherheitspolitik ====
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In der Sicherheitspolitik setzte sich die Radikale Partei für dezidiert multilaterale Ansätze und vor allem für eine Stärkung der Vereinten Nationen ein, die nach Maßgabe des Sicherheitsrates auch militärische Mittel anwenden soll. Die Partei befürwortet zudem das sagradische Engagement in Friedensmissionen der Vereinten Nationen und der NATO.
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Zudem setzt sich die Partei für einen Ausbau der sagradischen Entwicklungshilfe ein.
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== Internationale Verbindungen ==
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Als selbsterklärte Nachfolgerin des [[PRR]], einem Gründungsmitglied der Liberalen Weltunion, trat die Radikal-Demokratische Partei kurz nach ihrer Gründung auf dem Kongress in Sankt Gallen 1963 der Liberalen Internationalen bei.
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Nachdem die Europäische Liberale Partei 1976 u.a. durch die [[UDS]] und gegründet worden war, erhielten die Radikal-Demokraten im Laufe des Jahres den Status eines ''Beobachters''. Seit 1992 ist die Partei Vollmitglied der ELDR (heute ALDE). Im Europäischen Parlament sitzen die Radikalen traditionell in der liberalen Fraktion (LD/ELDR/ALDE/Renew).
  
=== Parteisekretäre MRD (1955-1958) und PRD (1958-1995) ===
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== Wahlergebnisse ==
* 1955-1959: [[Maximilián Fernandez]]
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=== Ergebnisse bei nationalen Parlamentswahlen ===
* 1959-1969: [[António Berral]]
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* 1969-1970: [[Carles Mexito]]
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* 1970-1975: [[David Aligueri]]
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| Wahljahr
* 1975-1982: [[Alberto Macià]]
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* 1982-1988: [[Laura Marín]]
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* 1988-1995: [[Oscar Aliureto Ruitx]]
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=== Führer der DL-Radikalen (seit 1995) ===
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== Parteiorganisation und Führungspersönlichkeiten ==
* 1995-1998: kollektiver Sprecherrat
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=== Politische Sprecher (inoffiziell) ===
* 1998-2007: [[Ernesto Joán Kirchner]] (Spitzekandidat und Fraktionsvorsitzender)
+
* 1955-1960: [[Maximilián Defernandis]]
* 2008-2009: [[Nadina Kasparov-Sorín]] (Spitzekandidatin und Fraktionsvorsitzende)
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* 1960-1969: [[António Berral]]
* seit 2009: [[Javier Ibarra Rodríguez]] (Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender, seit 2007 bereits Parteisekretär)
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* 1970-1976: [[David Aligueri]]
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* 1976-1981: [[Henrico Benassín]]
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* 1981-1982: [[Ana-Lorel Cabral]]
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* 1982-1990: [[Henrico Benassín]]
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* 1990-1995: [[Oscar Marín del Bosch]]
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* 1997-2002: [[Ernesto Joán Kirchner]]
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* 2002-2007: [[María Dolores Bernat]]
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* 2007-2019: [[Javier Ibarra Rodríguez]]
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* seit 2019: [[Yonatán Paredes]]
  
=== Führungsämter seit 2007 ===
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=== Fraktionssprecher ===
* Nationale Sprecher (bis 2012): [[María Logrino Sorín]], [[Jacquel Amenabar]], [[Catarina Eguelnoff]] (alle seit 2007), [[Iano Demetris]] (2007-2009), [[Olivério Marcas]] (seit 2009), [[Antónia Marguellas]] (2007-2010), [[Ana Temper]] (2007), [[David Fernando Riega]] (2007-2009)
+
* 1955-1958: [[Maximilián Defernandis]]
* Sekretär: [[Javier Ibarra Rodríguez]] (2007-2012), [[Catarina Eguelnoff]] (seit 2012)
+
* 1958-1964: [[António Berral]]
* Fraktionsvorsitzende: [[Nadina Kasparov-Sorín]] (seit 2008)
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* 1964-1970: [[Carls Mexito]]
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* 1974-1979: [[David Aligueri]]
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* 1979-1981: [[Henrico Benassín]]
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* 1981-1982: [[Ana-Lorel Cabral]]
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* 1982-1990: [[Henrico Benassín]]
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* 1990: [[Ana-Lorel Cabral]]
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* 1990-1994: [[Oscar Marín del Bosch]]
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* 1998-2002: [[Ernesto Joán Kirchner]]
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* 2002-2007: [[María Dolores Bernat]]
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* 2007-2009: [[Fernando Grací]]
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* 2009-2013: [[Javier Ibarra Rodríguez]]
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* 2013-2019: [[Catarina Eguelnoff]]
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* seit 2020: [[Yonatán Paredes]]
  
[[Kategorie: Sagradische Partei]]
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[[Kategorie: Sagradische Partei|Radicales]]

Aktuelle Version vom 13. April 2026, 19:43 Uhr

Radicales-Logo1.png
YounousOmarjee.jpg
Politischer Sprecher Yonatán Paredes (inoffiziell)
Fraktionssprecher Yonatán Paredes
Gründung 1955 (als MRD)
1958 (als PRD)
1995 (als RAD)
Zeitung radix
Think Tank Fundación Radical
Ausrichtung Sozialliberalismus
Liberalismus
Position Mitte/Mitte-Links
International Liberale Internationale
Europapartei Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE)
EP-Fraktion Renew Europe
Farbe violett; gelb

Die Radicales (kurz RAD, deutsch Radikale, formell Partíu Radical-Democrático, Abk. PRD) sind eine linksliberale politische Partei in Sagradien. Die Partei wurde 1958 durch linksgerichtete Mitglieder des Partíu Republicano Radical (PRR) gegründet, die eine Beteiligung der traditionsreichen Partei am rechtsliberalen Wahlbündnis Unión Democrática ablehnten. Mit dem endgültigen Aufgehen der PRR in der neuen Partei UDS im Jahr 1961 beanspruchte der PRD offiziell die Nachfolge des historischen Partíu Radical.

Als traditionell linksbürgerliche, soziallliberale Partei öffnete sich die PRD als eine der ersten sagradischen Parteien in den 1970er Jahren postmaterialistischen Orientierungen und neuen Themen wie Umweltschutz, Frauenrechte oder der Förderung alternativer Lebensformen. In sozioökonomischen Fragen tritt sie als zentristische, sozialliberale Partei in Erscheinung und setzt sich sowohl für Unternehmertum und Eigenverantwortung als auch für soziale Sicherung und Solidarität ein.

Die PRD war seit ihrer Gründung mit zwei kurzen Unterbrechungen (1970-1974 sowie 1994-1998) stets in der sagradischen Abgeordnetenkammer vertreten. Dort sieht sie sich traditionell in einer vermittelnden Rolle zwischen den zwei Blöcken der Linken und der Rechten und hat sowohl mit den sagradischen Sozialisten als auch mit Konservativen kooperiert. Im Jahr 1970, von 1976 bis 1979, von 1990 bis 1992 sowie zuletzt von 2013 bis 2018 beteiligte sich die Partei mit eigenen Ministern an nationalen Regierungen. Seit 1995 tritt die Partei nur noch als Radicales auf.

Geschichte der Partei[bearbeiten]

Ursprung und Gründung[bearbeiten]

Die Wurzeln der PRD liegen in der Radikal-Republikanischen Partei der Zweiten Sagradischen Republik, die bis in die 1920er hinein zu den größten und erfolgreichsten Parteien im sagradischen Parlament gehörte und unter anderem zwei sagradische Staatspräsidenten und mehrere Ministerpräsidenten stellte. Als Partei der bürgerlichen Linken gehörte die PRR 1935-1938 zur linken Volksfront mit Sozialisten und Kommunisten, stützte davor und danach aber auch mehrere Mitte-Rechts-Regierungen.

Nachdem die Partei sich anlässlich der Parlamentswahl 1954 mehrheitlich für eine Teilnahme am Mitte-Rechts-Wahlbündnis Unión Democrática ausgesprochen hatte, spaltete sich eine Minderheit ab und beteiligte sich am Konkurrenzbündnis Unión Cívica Radical (UCR), das sich der linken Mitte zuordnete. Wenige Monate nach der Wahl begründeten die Dissidenten des PRR mit weiteren Mitstreitern das Movimiento de Radical-Democráticoes (MRD), das als eigenständige Partei in Konkurrenz zum PRR registriert wurde. Bei der Parlamentswahl 1958 trat das MRD erstmals eigenständig in Konkurrenz zur UD/PRR an und zog mit 21 Abgeordneten in die Kammer ein. Kurz nach der Wahl erfolgte die Umbenennung in Partíu Radical-Democrático. Damit war der Anspruch verbunden, das Erbe der alten Radikalen Partei zu beanspruchen, die 1961 schließlich endgültig in der Partei UDS aufging und damit von der Bildfläche verschwand.

Regierungsbeteiligungen der Sechziger Jahre[bearbeiten]

In der Opposition zu den Mitte-Rechts-Regierungen Luciaro und Favale sowie zur Großen Koalition unter Martín Ánibal Costa steigerte sich der Stimmenanteil der PRD bis zur Parlamentswahl 1963 auf 6,3 Prozent. 1963 bis 1967 gehörte die Partei den Regierungen Santiago und Del Pérez an und stellte mit António Berral, Luciano Quélez und Clemente Orrai drei Minister.

Nach dem Bruch der Koalition durch die UDS kam es zu Neuwahlen im März 1967, bei denen der PRD auf 3,5 Prozent der Stimmen abrutschte. Danach tolerierte die Partei zwei Jahre lang eine konservativ-liberale Minderheitsregierung unter Carles Angel Favale, ehe sie der Regierung im Herbst 1969 zum zweiten Mal in zwei Jahren die Unterstützung aufkündigte. Im danach gebildeten Kabinett Méndez-León übernahm die PRD einen Ministerposten für Institutionelle Reformen und beteiligte sich damit erstmals direkt an einer Mitte-Rechts-Regierung. Die Phase der Mitte-Rechts-Orientierung brachte die Partei in große innere Widersprüche und führte zu erheblichen Problemen. Die revoltierenden Studenten der 68er Bewegung nahmen die Radikal-Demokratische Partei, eigentlich mit dem Image einer Intellektuellenpartei ausgestattet, mehrheitlich als konservative Kraft wahr und warfen ihr Kollaboration mit der Rechten vor. Dagegen versuchte eine innerparteiliche Strömung eine im wahren Sinne radikaldemokratische Erneuerung und bemühte sich, der Partei ein stärker linkes, radikal-libertäres Profil zu verleihen.

Nachdem diese Strömung 1969 noch vergeblich nach der Macht in der Partei gegriffen hatte, übernahm mit David Aligueri ein Vertreter der Linken im Frühsommer 1970 die Führung der Partei, die damit deutlich nach links rückte. Unter Aligueris Führung kündigten die Radikaldemokraten die Koalition auf und erzwang damit die vorzeitige Auflösung der Abgeordnetenkammer. Ziel war die Bildung einer Reformregierung der Linken mit den sagradischen Sozialisten unter deren jungem Parteichef Joán Caval, dessen "Aufruf für den Wechsel" die PRD unterstützte. Heftige Befürworter dieser Wende war die parteinahe Juventú Radical-Democrática (JRD), die von der Studentenrevolte beeinflusst starke Linkspositionen einnahm und in den Folgejahren sogar ein marxistisch inspiriertes Programm annahm.

Krise und progressive Neuorientieruntg in den Siebzigern[bearbeiten]

Der Versuch der 180°-Wendung misslang jedoch. Bei der vorgezogenen Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970 erreichten Cavals Sozialisten fast 41 Prozent der Stimmen und erzielten gemeinsam mit den Kommunisten eine linke Mehrheit in der Kammer, während die Radikaldemokraten mit David Aligueri als Spitzenkandidaten mit einem Stimmenanteil von 2,2 Prozent der Stimmen erstmals unter die Dreiprozent-Hürde rutschten und damit in der neuen Kammer nicht mehr vertreten waren.

Anfang der siebziger Jahre kämpfte die Partei ums Überleben und öffnete sich vermehrt neuen, postmaterialistischen Themen wie Umweltschutz und Feminismus und versuchte sich auf diese Weise als progressive linkslibertäre Reformpartei zu positionieren. Der Kurs brachte zwar nur bescheidende Stimmenzuwächse, sicherte der Partei aber das politische Überleben. Bei der Parlamentswahl 1974 schafften die Radikaldemokraten mit einem Anti-Establishment-Ansatz und der Vision einer neuen politischen Ordnung jenseits der politischen Lagerdynamik das Comeback und den Wiedereinzug ins Parlament. Maßgebliche Repräsentanten dieses neuen Kurses waren neben David Aligueri der Autor Henrico Benassín, die Frauen- und Umweltrechtlerin Ana-Lorel Cabral sowie die Außenpolitikerin Carolina Levi-Sánchez.

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl 1976 trat der PRD erstmals mit Henrico Benassín als Spitzenkandidaten an, der sich in den folgenden Jahren zu einem der populärsten Politiker des Landes entwickeln und die Partei fast zwei Jahrzehnte lang prägen sollte. Nach einer Übergangsphase, in der die Partei zwar keine Minister, aber sehr wohl mehrere Staatssekretäre der Regierung Caval stellte, trat sie 1976 schließlich auch offiziell der Regierung Caval bei. Mit Carolina Levi-Sánchez stellte sie bis 1979 die erste weibliche Außenministerin des Landes, Parteichef Henrico Benassín fungierte als Vizepremierminister und Erziehungsminister.

Achtziger und frühe Neunziger Jahre: Erfolge und Absturz[bearbeiten]

Die Parlamentswahl 1978 führte zu einer neuen politischen Pattsituation, in der den Radikaldemokraten die Rolle des Königsmachers zufiel. Nachdem die Sozialisten aus der Wahl deutlich geschwächt hervorgegangen waren, entschied sich die Partei, eine konservativ-liberale Minderheitsregierung unter Führung des Wahlsiegers Sandro de la Nada zu dulden, kündigte die Unterstützung aber schon 1981 wieder auf.

Nachdem sich Henrico Benassín Anfang 1981 vorübergehend aus der ersten Reihe zurückgezogen hatte, fungierte mit Ana-Lorel Cabral erstmals eine Frau als politische Sprecherin. Zur Parlamentswahl 1982 kehrte Benassín aber wieder zurück und konnte die Partei zu einem relativen Erfolg führen. Dennoch verlor die Partei ihre Funktion des Züngleins an der Waage. In den folgenden acht Jahren befand sich die Partei in Opposition zu einer konservativ-liberalen Mehrheitskoalition unter Emilio Moya.

Zwar erhielt die Partei im Laufe der achtziger Jahre neue Konkurrenz durch die sagradischen Grünen, sie konnte sich aber als "konstruktive Opposition" zur Regierung Moya profilieren. Bei der Parlamentswahl 1986 feierten die Radikalen Demokraten mit Benassín als Spitzenkandidaten und einem Stimmenanteil von acht Prozent das bis dahin beste Wahlergebnis in der Parteigeschichte.

Vor der Parlamentswahl 1990 sprach sich die Radikaldemokratische Partei unter ihrem neuen Spitzenkandidaten Oscar Marín del Bosch für einen Regierungswechsel zugunsten der ASUL unter Donado Ricardes aus und kam auf 7,2 Prozent der Stimmen. In der Folge bildete die Partei eine sozialistisch-radikale Koalitionsregierung unter Donado Ricardes, in der Henrico Benassín erneut als stellvertretender Regierungschef amtierte und Ana-Lorel Cabral das Amt der Außenministerin übernahm. Parteichef Del Bosch verzichtete dagegen auf ein Amt in der Regierung und blieb Fraktionssprecher. Aufgrund der schwierigen Machtverhältnisse in der Abgeordnetenkammer musste sich die Minderheitsregierung aber auf wechselnde Mehrheiten stützen und verlor schon 1992 die Unterstützung für ihr sozialliberales Reformprogramm.

Nach dem Zerfall der Mitte-Links-Regierung geriet die PRD in eine erneute Krise. Parteiinterne Skandale erschütterten das Anti-Establishment-Image der Partei endgültig, das bereits in der Regierungszeit gelitten hatte. Die erstarkte Konkurrenz seitens der sagradischen Grünen brachte die Partei in zusätzliche Nöte. Dazu kamen parteiinterne Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern einer Linksstrategie und den Transversalisten und Zentristen, die eine unabhängige Positionierung der Partei jenseits oder in der politischen Mitte suchten. Als Höhepunkt der Probleme muss die Parlamentswahl 1994 gesehen werden, bei der die PRD erstmals seit 1974 wieder den Einzug in die Abgeordnetenkammer verfehlte.

Krise und Neuorientierung[bearbeiten]

Nach dem Misserfolg 1994 eskalierte der Streit in der Partei endgültig. Die PRD geriet in eine Monate lange Auseinandersetzung um den künftigen Kurs und stand de facto führungslos dar. Mit dem Wirtschaftsjournalisten Ernesto Joán Kirchner gelangte schließlich ein Vertreter eines libertären Programms in eine Schlüsselstellung. Unter seinem Einfluss wurde das sozialliberale Profil der Partei in Richtung einer radikal-libertären Politik in Gesellschafts-, aber auch in Wirtschaftsfragen modifiziert. Mit diesem, von Gegnern als "neoliberal" kritisierten, Profil gab sich die Partei eine neue Identität, trat fortan als Radicales auf und entwickelte für die Parlamentswahl 1998 eine moderne, professionelle Kampagne, die um die Person Kirchner zentriert wurde.

Mit dem veränderten Profil hatten die Radikalen wieder Erfolg und schafften bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998 den Wiedereinzug ins Parlament. Dort positionierte sich die Fraktion der Radikalen unter Führung Kirchners zunächst in Äquidistanz zu den beiden politischen Blöcken, ging ab 1999 aber immer stärker auf Konfrontationskurs zur sozialistisch-grünen Minderheitsregierung De la Costa. In einem parteiinternen Machtkampf zwischen Fraktionschef Kirchner und Parteisekretärin María Dolores Bernat, in dem es auch um die Positionierung zur Regierungspolitik ging, konnte sich letztere durchsetzen, sodass sich Kirchner Anfang 2002 aus der Parteiführung zurückzog.

Im Gegensatz zu Kirchner lehnte Bernat eine radikale Oppositionspolitik gegenüber der neuen Regierung ab und unterstützte diese bei wichtigen Reformen. Zeitweise gehörte die Radikale Partei damit zur parlamentarischen Basis der Mitte-Links-Regierung. Diese Zusammenarbeit wurde nach der Parlamentswahl 2002 noch stärker intensiviert.

Parteilogo 2004-2016

Nach dem Sieg der Mitte-Rechts-Parteien bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006 nahmen die Radikalen gegenüber der konservativ-liberalen Minderheitsregierung Luisanto eine ähnliche Rolle als punktueller Mehrheitsbeschaffer wahr. Die punktuelle Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen PSP, die zur Regierungsmehrheit gehörte, führte aber zu heftigen innerparteilichen Auseinandersetzungen. Auf dem Kongress der Partei Ende 2007 übernahm schließlich mit Javier Ibarra Rodríguez ein energischer Kritiker der Regierung die Führung der Partei und kündigte mit seinen Unterstützern eine deutliche Oppositionspolitik an.

Mitte-Links-Politik seit 2009[bearbeiten]

Javier Ibarra Rodríguez, Politischer Sprecher 2007-2019

Auch programmatisch wurden die neoliberalen Inhalte seit 1998 sukzessive zurückgenommen. Mit einer Doppelspitze aus dem Bürgerrechtsanwalt Javier Ibarra Rodríguez und der Journalistin Nadina Kasparov-Sorín traten die Radikalen bei der vorgezogenen Parlamentswahl 2009 schließlich als Teil des Mitte-Links-Lagers und mit dem Willen einer Regierungsbildung mit Sozialisten und Grünen an, verpassten aber trotz guten Wahlresultats eine Ablösung der Mitte-Rechts-Regierung.

Die Europawahlen 2009 endeten für die Radikalen aber mit einer Niederlage. Mit 2,1 Prozent der Stimmen verfehlte die Partei auch den Einzug ins Europaparlament deutlich und ist nicht länger in Straßburg und Brüssel vertreten. Bei den Regionalwahlen 2009 in zwölf von 20 Regionen konnten die Radikalen sich nicht verbessern und zogen mit im landesweiten Durchschnitt 2 Prozent der Stimmen nur in vier Regionalräte ein und kamen in keiner Region über mehr als 4 Prozent der Stimmen. Bei den Semestiner und Sarmayer Regionalratswahlen im Sommer 2010 mussten die Radikalen schließlich schmerzliche Niederlagen einstecken. Bei der Neuwahl in der Semestina fielen sie innerhalb eines dreiviertel Jahres von 4 auf 2 Prozent der Stimmen zurück und verfehlten damit den neuerlichen Einzug in den Regionalrat, in Sarmay erhielten sie sogar nur ein Prozent der Stimmen.

Regierungsbeteiligung 2013-2018[bearbeiten]

Pünktlich zur Parlamentswahl 2013 konnte sich die Partei wieder stabilisieren und erlebte ein starkes Comeback. Mit einem entschlossenen Mitte-Links-Programm und einer dezidierten Aussage zugunsten einer linken Koalition errang die Partei unter der Führung Javier Ibarras 6,9 Prozent der Stimmen und damit deutlich den Wiedereinzug ins Parlament.

In der neu gebildeten Minderheitsregierung der ASUL-Generalsekretärin Mercé Serrat Cabarell traten die Radikalen mit drei Ministern ein: Javier Ibarra Rodríguez als Justizminister und Vizepremierminister, Marisol Corbier-Armanal als Wirtschaftsministerin und Nadina Kasparov-Sorín als Erziehungsministerin. Nach der Ernennung Kasparov-Soríns zur EU-Kommissarin folgte ihr mit Isabel Mariam Saoni die erste afrikanisch-stämmige Ministerin im Amt nach.

Die rot-grün-radikale Regierungszeit war von Erfolgen, aber auch Spannungen geprägt. Mit der Einführung einer Frauenquote in börsennotierten Unternehmen und einer Liberalisierung des Cannabiskonsums konnte die Partei langjährige Vorhaben umsetzen. Zugleich kam es zu Konfrontationen insbesondere mit Teilen der Sozialisten in der Handels- sowie in der Asylpolitik. In der europäischen Flüchtlingskrise 2015/2016 versuchte sich Javier Ibarra als zuständiger Minister als Vertreter einer humanitären Politik zu präsentieren, geriet aber in Gegensatz zum sozialdemokratischen Innenminister Miquel Javier León, der sich für eine rigidere Politik aussprach. Letztlich mussten die Radikalen einen Kompromiss mittragen, der insbesondere auf Druck des rechten Asul-Flügels zustande gekommen war und unter anderem zeitweilige Grenzkontrollen vorsah.

Unzufriedenheit an der Basis und mangelnde Profilierungsmöglichkeiten trugen schließlich dazu bei, dass die Radikalen bei der Parlamentswahl 2017 Verluste hinnehmen mussten, nur noch auf 4,7 Prozent der Stimmen kamen und schließlich in die Opposition gehen mussten. Nach Ernennung einer konservativ-liberalen Minderheitsregierung unter Manuel Ramœs erklärten die Radicales, künftig einen Kurs der konstruktiven Distanz zur Regierung zu pflegen: positiven Vorschlägen verschließe man sich nicht, Negatives werde man bekämpfen.

Opposition und Mitte-Rechts-Tolerierung[bearbeiten]

Die Niederlage bei der Parlamentswahl 2017 führte zu einem parteiinternen Generationenwechsel. Bei öffentlichen Veranstaltungen und Fernsehsendungen trat zunächst weiterhin Javier Ibarra Rodríguez als De-facto-Sprecher seiner Partei in Erscheinung, der aber nach seinem Rücktritt vom Ministeramt keinen offiziellen Posten mehr bekleidete. In der Folge rückte zunehmend Fraktionssprecherin Catarina Eguelnoff in die erste Reihe und machte aus ihren Ambitionen keinen Hehl. Ibarra kündigte schließlich im November 2018 an, bei den nächsten Parlamentswahl für kein Spitzenamt mehr kandidieren zu wollen, ehe er im Januar 2019 schließlich seinen vollständigen Rückzug aus der Politik bekannt gab und sein Abgeordnetenmandat zurückgab.

Bei der Europawahl 2019 wurden die Radikalen durch die ehemalige Ministerin Isabel Mariam Saoni angeführt und erreichten sechs Prozent der Stimmen. Im Vorfeld der vorgezogenen Neuwahl zur Abgeordnetenkammer 2019 organisierten die Radikalen im Oktober 2019 eine Online-Wahl über die Spitzenkandidatur. Aus der Wahl konnte sich überraschend der landesweit weniger bekannte Yonatán Paredes gegen die amtierende Fraktionschefin Catarina Eguelnoff durchsetzen. Unter Paredes gewannen die Radikalen deutlich an Profil und erreichten bei der Wahl im Dezember mit 8 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis in der Parteigeschichte.

Nachdem Paredes schon im Wahlkampf auch eine Unterstützung seiner Partei für eine Mitte-Rechts-Regierung für denkbar erklärt hatte, kam es nach der Wahl zu Verhandlungen zwischen Radikalen und der regierenden PPC/LIB-Koalition über die Bildung einer gemeinsamen Regierung. Die Radikalen entschieden sich schließlich gegen eine Teilnahme an der Regierung, einigten sich mit der Minderheitsregierung aber auch eine Reihe gemeinsamer Gesetzesvorhaben. Die Radikalen gehören damit erstmals seit 1979-1981 wieder zur Basis einer konservativ geführten Regierung.

Politische Positionen[bearbeiten]

Die Radikale Partei sieht sich als progressive Partei der radikalen Demokratie und damit in der Tradition der linksbürgerlichen Radikalen Partei, auf deren laizistische, sozialprogressive und reformerische Grundorientierung sich die Partei beruft. Seit den 1980er Jahren verfolgt die Partei zudem ein dezidiert umweltfreundliches Profil und fügte den liberalen grüne Akzente hinzu.

Gesellschaftspolitik[bearbeiten]

Die Radikale Partei verfolgt in gesellschaftspolitischen Fragen liberale bis libertäre Positionen und setzt sich für gesellschaftlichen Fortschritt und Pluralismus ein. Sie befürwortet eine Legalisierung weicher Drogen, die vollständige Gleichstellung von Frauen, Homosexuellen, Menschen mit Behinderung und gesellschaftlichen Minderheiten in allen Lebensbereichen und einen strikten Datenschutz für die Bürger. Zudem befürwortet die Partei eine Stärkung direktdemokratischer Elemente. Die Partei befürwortet eine "offene Immigrationspolitik" und setzt sich für den verstärkten Zuzug vom Migranten nach einem Quotenmodell ein.

Umwelt- und Energiepolitik[bearbeiten]

Energiepolitisch sieht die Radikale Partei die Zukunft Sagradiens in der Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und setzt sich für die staatliche Förderung regenerativer Energien ein. Sie verfolgt das Konzept einer wirtschaftsfreundlichen Energiewende im Konsens mit den Energiekonzernen. Den Ausstieg aus der Atomenergie sieht die Partei als nicht revidierbar an. Auch in anderen Bereichen hat sich die Partei ein grünes Profil gegeben. So setzt sie sich für eine deutliche Reduktion der CO2-Emissionen und für eine klimafreundliche Infrastruktur ein.

Wirtschafts- und Sozialpolitik[bearbeiten]

In der Wirtschaftspolitik betonen die Radikalen stärker als die fest in der sagradischen Linken und den neuen sozialen Bewegungen verankerten Grünen liberale Positionen. In diesem Sinn befürwortet die Partei auch den Abschluss neuer Freihandelsabkommen wie CETA und TTIP, sofern darin gewisse Umweltstandards gewahrt bleiben.

Zwar befürwortet die Partei den Wohlfahrtsstaat und sieht sich als Partei der solidarischen Gesellschaft, doch verficht sie das Konzept einer zugleich frei und sozial ausgestalteten Marktwirtschaft. Mit dem Modell des Bürgereinkommens visiert die Partei die Einführung eines staatlich bereitgestellten Grundeinkommens anstelle des bisherigen Sozial- und Arbeitslosengelds an.

Finanzpolitik[bearbeiten]

Finanzpolitisch setzt sich die Partei für eine nachhaltige Haushaltspolitik ein, die von der Aufnahme weiterer Schulden absieht. In der Steuerpolitik verfolgen die Radikalen eine Vereinfachung des bisherigen Systems der gestaffelten Steuersätze und eine gleichzeitige Reduktion des Spitzensteuersatzes zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit. Eine tiefgreifende Steuerreform soll zudem kleine und mittlere Einkommen entlasten und klima- und gesundheitsschädlichen Verbrauch belasten. Dadurch soll der Arbeitsmarkt stimuliert und Mittel für nationale und globale Klimainvestitionen generiert werden.

Staatsorganisation[bearbeiten]

In staatspolitischer Hinsicht befürwortet die Partei eine Fortsetzung und Intensivierung der rot-grünen Verwaltungsreformen und strebt mittel- bis langfristig einen Föderalstaat an.

Europapolitik[bearbeiten]

Die Radikale Partei befürwortet die EU und setzt sich für die Stärkung der Demokratie bei gleichzeitiger Intensivierung der europäischen Integration ein. Leitbild soll dabei ein "föderales Europa" sein.

Außen- und Sicherheitspolitik[bearbeiten]

In der Sicherheitspolitik setzte sich die Radikale Partei für dezidiert multilaterale Ansätze und vor allem für eine Stärkung der Vereinten Nationen ein, die nach Maßgabe des Sicherheitsrates auch militärische Mittel anwenden soll. Die Partei befürwortet zudem das sagradische Engagement in Friedensmissionen der Vereinten Nationen und der NATO.

Zudem setzt sich die Partei für einen Ausbau der sagradischen Entwicklungshilfe ein.

Internationale Verbindungen[bearbeiten]

Als selbsterklärte Nachfolgerin des PRR, einem Gründungsmitglied der Liberalen Weltunion, trat die Radikal-Demokratische Partei kurz nach ihrer Gründung auf dem Kongress in Sankt Gallen 1963 der Liberalen Internationalen bei.

Nachdem die Europäische Liberale Partei 1976 u.a. durch die UDS und gegründet worden war, erhielten die Radikal-Demokraten im Laufe des Jahres den Status eines Beobachters. Seit 1992 ist die Partei Vollmitglied der ELDR (heute ALDE). Im Europäischen Parlament sitzen die Radikalen traditionell in der liberalen Fraktion (LD/ELDR/ALDE/Renew).

Wahlergebnisse[bearbeiten]

Ergebnisse bei nationalen Parlamentswahlen[bearbeiten]

Wahljahr Wahlliste Stimmanteil Sitze / gesamt Spitzenkandidat
1958 MRD 4,0 % 21 / 511 Maximilián Defernandis
1962 PRD 5,2 % 28 / 511 António Berral
1963 PRD 6,3 % 34 / 511 António Berral
1967 PRD 3,5 % 19 / 511 António Berral
1970 PRD 2,2 % 0 / 511 David Aligueri
1974 PRD 3,2 % 18 / 511 David Aligueri
1976 PRD 4,9 % 26 / 511 Henrico Benassín
1978 PRD 4,3 % 24 / 511 Henrico Benassín
1982 PRD 5,4 % 29 / 511 Henrico Benassín
1986 PRD 8,0 % 42 / 511 Henrico Benassín
1990 PRD 7,2 % 37 / 511 Oscar Marín del Bosch
1994 PRD 2,8 % 0 / 511 Oscar Marín del Bosch
1998 RAD 4,8 % 25 / 511 Ernesto Joán Kirchner
2002 RAD 3,6 % 18 / 511 María Dolores Bernat
2006 RAD 4,5 % 23 / 511 María Dolores Bernat
2009 RAD 5,4 % 29 / 511 Javier Ibarra Rodríguez
2013 RAD 6,9 % 38 / 511 Javier Ibarra Rodríguez
2017 RAD 4,7 % 25 / 511 Javier Ibarra Rodríguez
2019 RAD 8,2 % 43 / 511 Yonatán Paredes
2023 RAD 10,5 % 58 / 511 Yonatán Paredes

Parteiorganisation und Führungspersönlichkeiten[bearbeiten]

Politische Sprecher (inoffiziell)[bearbeiten]

Fraktionssprecher[bearbeiten]