Geschichte Mikoliniens

Aus Sagradien
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Geschichte Micolinien

Micolinien in der Antike

Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die Consadiner und Litier und gewann damit die Kontrolle über die gesamten Konsetten einschlißlich der südlichen Muren. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche Provinz Haescia et Litica mit der Hauptstadt Aquae am Mare Quintisicum und dem Legionslager bei Cania. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende Pontier und Faläer kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der micolinischen Halbinsel, die als Provinca Micolina dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der Micoläer ab. Lediglich das Gebiet der keltischen Sorier, Oskanier sowie der Faläer und Vellier im alberischen Hochland konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz Micolina Superior mit der Hauptstadt Nantium und eine südlichere Micolina Inferior mit der Hauptstadt Tinacanum aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden micolinischen Provinzen sowie der Provinz Haescia et Litica die Diözese Micolina und teilte Micolinien wiederum in die Provinzen Ligria Ulterior, Micolina Legantiensis, Caeliria und Lucia auf.

Micolinien im frühen Mittelalter

Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Micolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der Skanten im gesamten Norden der Konsettenhalbinsel, das der Herkanden in Süd- und Mittelmicolinien sowie das der Golen im Osten mit Teilen Contes und Litiens etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche Pirania, Colia, Fanata, Lucia und Conte (Herkandische Pentarchie). Um 600 einte der Colenfürst Antros die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im Eral-Luenda-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger Sylius eroberte Teile Lukiens. Aus diesem Reich entstand das Reich der Micoliner. Franzerich der Große (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und als erster eigentlicher micolinischer König gilt, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Micoliniens inklusive der Inseln Sáloa und Feiroa und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die Voraneiy tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger Loris I. und Lorrivik I. unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in Nordmicolinien ins Reich einzugliedern.

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen Perutinger auf die Nordküste Micoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem micolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in Nordmicolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter Franzerich II. und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das micolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem Golenreich. Nach dem Tod König Michaels I. 804 wurde das Reich im Vertrag von Nanthés unter seinen drei Söhnen Franzrich (Norden), Loris (Westen) und Michael (Süden) aufgeteilt, die sich alle Könige von Micolinien nannten und sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen. In Kont machte sich der Fürst Berrent selbst zum König und begründete das Geschlecht der Berrentiden. Die Teilreiche Montana, Piranía und Tresterre wurden 899 unter Korrent III. wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten und sich weiterhin als gesamtmicolinische Könige ansahen. Nach dem Aussterben der Syliden-Dynastie im wiedervereinigten "Drei-Micolinien" 909 beanspruchte Berrent III. von Kont die Herrschaft über ganz Micolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen Loris von Lonéa zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Drei-Micolinien und Kont, die 989 mit dem Tod Berrents IV. von Kont endeteten. Da er erbenlos gestorben war, wurde Kont wieder ins wiedervereinigte Micolinerreich eingegliedert.

Micolinien zwischen Ludiga dem Großen und der Temp de Sang

Ludiga der Große (998-1049) konsolidierte die königliche Macht und föderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger Achim I. starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge Johanns I., eines Neffen Ludigas, wurde von großen Teilen der micolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der Saloaner und der Alberaner wiederum gegenseitig bekriegten und mit Charl von Álbero und Distriqs von Salua jeweils einen Gegenkönig wählten. In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Micolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberanischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der Schlacht von Tinágua. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der Schlacht bei Saséia die Saloaner besiegen. Im Heiligen Frieden wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1085 folgte ihm sein Sohn Johann II. nach, der die Saloanerprinzessin Margareta heiratete und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der micolinischen Krone verhinderte im Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112 einen Erfolg Johanns II. Johanns Sohn Michael III. wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Großmutter.

Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165 gegen die sagradischen Könige Jakob den Kühnen und Gabriel Juvans konnte Micolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der micolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als "Zeit des Blutes" (Temp de Sang) oder auch als "Micolinischer Bürgerkrieg" in die Geschichte ein.

Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua

Nachdem sich Herzog Karl von Salua als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch Loris VI., den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der Schlacht von Bovil 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen Mark I. von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren. Nachdem Ernest de Conte 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Micoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst Karl II. von Salua 1214 die innermicolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Micolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmicolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die Grafschaft Lukien Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Micolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten.

Innersagradische Machtkämpfe zwischen Lusoniden und Dianniden führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs Martin des Zänkers aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in Perucía zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn Martin Posthumus regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des micolinischen Königs Richard I. stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Richards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten Erbfolgekrieg, in dem Richard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers Renart von Soria unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der Schlacht von Porinéi 1255 gegen den sagradischen Bewerber Philipp von Redanior verlor.

In der Folge kam es mit südmicolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen Peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft (Peruzinische Kriege). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in Südmicolinien die Könige aus dem Haus Salua kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. Karl III. von Micolinien zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein. Nach den neuerlich erfolglosen Rebellionen der peruzinischen Stände gegen Sagradien ging die micolinische Krone dazu über, eine Diplomatie der Annäherung mit dem Herzog von Scantia, Joán de Gerón, abtrünniger Bruder der sagradischen Könige Martin IV. Felix, Robert I. und Jakob II., die zu engen Heiratsverbindungen zwischen dem Haus Salua und dem geronesischen Zweig des sagradischen Königshaus Redanior.

Union von Alagua

Treibende Kraft der Allianz wurde bald König Roderichs I. Schwester Margarete von Micolinien, die schließlich auch die Hochzeit zwischen ihrem ältesten Sohn Philipp von Redanior und Roderichs ältester Tochter Carolina arrangierte. Nach den Bestimmungen der Konvention von Santéi folgte diese als Königin Karoline I. von Micolinien ihrem Vater auf dem Thron nach und herrschte zusammen mit ihrem Ehemann, der damit als Philipp I. der ersten micolinische König aus dem Haus Redanior wurde. Als dieser jedoch nach Karolines Tod 1313 alleine regieren wollte, kam es zum Aufstand Heinrichs von Kont, eines illegitimen Sohnes Karls IV., der Philipp besiegen und töten konnte, von den Ständen aber nicht als König anerkannt wurde. Es folgte ein zweijähriges Interregnum, währenddessen Margarete die Regentschaft ausübte. Um einen neuerlichen Bürgerkrieg zwischen den Thronprätendenten, allen voran Heinrich von Kont und Anton von Servette, zu verhindern, einigten sich die micolinischen Stände auf ein Schiedsspruchverfahren, in dem sich die Adligen auf den jüngeren Sohn Margaretes und Bruder Philipps I., Sergi von Gerón, als König einigten, für den Margarete nachdrücklich geworben hatte. Da Heinrich von Kont den Spruch jedoch nicht anerkannte, kam es zur Schlacht bei Lonéa zwischen Sergi und Heinrich, in der sich der Geronese durchsetzen konnte und anschließend als Serge I. den micolinischen Thron bestieg, nachdem er im Akt von Marrel den micolinischen Ständen und insbesondere dem Haus Servette umfangreiche Privilegien zugesichert hatte.

Als fünf Jahre später Jakob II. von Sagradien erbenlos starb, fiel Sergi auch die sagradische Krone zu, jedoch musste er diese gegen den Usurpator Danadier von Scola verteidigen, der mit Hilfe einer antimicolinischen Adelsfraktion in Sagradien die Krone an sich gerissen hatte. Serge setzte seinen Schwager Martin de Interea aus einer illegitimen Linie des Hauses Salua als Vizekönig ein und zog nach Sagradien, um die sagradische Krone gegen Danadier de Scola zu behaupten. In der Zwischenzeit musste Martin de Interea mehrere Adels-Aufstände im Süden Micoliniens niederschlagen. Schließlich vereinte Serge als erster Herrscher die sagradische und die micolinische Königskrone in seiner Hand. Serge I. führte die Doppelmonarchie einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Sein Sohn Serge II. (1354-1378) konsolidierte die Doppelmonarchie.

Revolution und Fünfzigjähriger Krieg

Die unter Serge I. auf einen komplizierten Ausgleich zwischen den verschiedenen Reichsteilen und die Berücksichtigung lokaler Privilegien und Traditionen basierende Herrschaft im Doppelreich geriet bereits in den späten Jahren seines Nachfolgers Sergi II. in eine Krise, die nach der Thronbesteigung Gabriels I. des Schönen 1378 endgültig aus den Fugen geriet, da dieser auf die Stände im micolinischen Landesteil wenig Rücksicht nahm und sich Zeit seiner Herrschaft nie südwestlich des Konsettengebirges aufhielt. Die rigide Herrschaft seines Statthalters Johann von Tesqué führte schließlich zu einem Aufstand des micolinischen Hochadels gegen den König unter der Führung von Charl de Interea, dem Herzog von Lonéa, der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl, ein Nachkomme des letzten Saluaner-Königs in illegitimer Linie, ließ Gabriel den Schönen schließlich im Jahr 1386 in Nantheser Konvention offiziell absetzen und sich selbst als Karl V. zum König erheben.

Im folgenden Krieg, in der micolinischen Geschichtsschreibung als "Revolutionskrieg" oder "Unabhängigkeitskrieg" bezeichnet, besiegten die micolinischen Heere Karls von Interea die Truppen Gabriels in mehreren Schlachten (u.a. bei Mel Ladí und Salazia 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des Hauses Interea und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden Haus Álbero. Gabriel I. musste schließlich 1390 im Vertrag von Álbero offiziell auf die micolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer inklusive Perucía zu verzichten.

Nach dem Tod Karls V. im Jahr 1391 missachtete sein Nachfolger Karl VI. die Bestimmungen des Vertrags von Álbero und griff aktiv in die innersagradische Auseinandersetzung um die Nachfolge des kinderlosen Gabriel dem Schönen zwischen Joseph von Óstino und Michael von Vesaey ein. Im Vertrag von Nanthés verbündete er sich mit Joseph von Óstino, mit dem er auch eine Heiratsallianz geschlossen hatte. Ziel war es, freie Hand für die geplante Inbesitznahme Perucías zu erhalten. Dort verbündete sich in der Alberenser Union eine der konkurrierenden Adelsparteien mit Micolinien und bot Karl die verwaiste Krone an, woraufhin er in Perucía einfiel. Nachdem Miguel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael I. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erkannte Karl die Nachfolge Miguels nicht an und proklamierte sich selbst zum König von Perucía, womit er den Verzicht von 1390 de facto widerrief. Dies führte zum Ausbruch des Fünfzigjährigen Krieges (1396-1443) zwischen Micolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die Tulinesische Republik, zeitweise auch das Haus Servette (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser Óstino und Esqués auf micolinischer Seite kämpften.

Bis 1420 konnte Micolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor Gerón. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Michaels I. von Sagradien in der Schlacht von Porto Valés 1421 übernahm Don António den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Micolinien in den Schlachten von Gerón, San Cristo und Alágua schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den Herzögen von Servette im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die micolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit Tulis 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der micolinischen Niederlage in Cania 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Servette und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.

Im Frieden von Tesqué 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Micoliniens festgeschrieben. Michael II., Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als micolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf ganz Nordmicolinien und Perucía verzichten und die so genannte Medéo-Linie wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb Golen bei Sagradien, während die gesamte westliche Küste des Ligischen Meeres an Micolinien fiel. Damit hatte das Königreich Micolinien seine bis dahin größte Ausdehnung erreicht.

Servettinische Kriege

Der Frieden von Tesqué bildete die Basis, auf der die micolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Mit dem Friede war die nationale Einigung, die nach der Temp des Sang im frühen 13. Jahrhundert begonnen hatte, weitestgehend abgeschlossen und die Basis für ein gesichertes und einflussreiches micolinisches Königtum war gelegt. Dem Machtanspruch der Interea-Könige stand aber mit dem Herzog von Servette noch ein mächtiger Vasall entgegen, der als Herzog von Sáloa sowie Fürst von Saséia und Fürst von Marbore den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der micolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in Lukien und Südpiranien wie die Grafschaft Drouvel und die Grafschaft Carata als Pfandschaften in die Hand Servettes über. Für die micolinischen Könige galt es daher nun, die nach Souveränität strebenden Servettiner-Herzöge unter die eigene Lehnshoheit zu zwingen und ihre Macht zu brechen.

Nachdem 1477 mit dem Tod Antons III. von Servette die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, war die Gelegenheit für König Heinrich I. von Micolinien gekommen, die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren. Die servettinischen Stände aber sprachen dem König dieses Recht ab und wählten mit Filip von Saséia den illegitimen Sohn Antons zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König Jakob III. unterstützt. Es kam zum Ersten Servettinischen Krieg zwischen Micolinien und Sagradien, den Micolinien nach der Schlacht von Tinágua 1479 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die servettinisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde. Nach dem Tod Filips 1490 kam es erneut zum Krieg zwischen Sagradien und Micolinien (Zweiter Servettinischer Krieg).

1494 konnte Micolinien die sagradischen Truppen bei Joçaleia zurückdrängen und Golen besetzen, 1496 wurde Servette eingenommen und die Regentin Isabel de Sántori abgesetzt. Daraufhin landeten sagradische Heere bei Macedi und besiegten die Heere Heinrichs in zwei wichtigen Feldschlachten in Sant Filip und Cosqol. Heinrich II. musste sich aus Servette zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in Lukien und Piranien halten. Erst 1499 gingen auch Golen und Plato wieder an Sagradien, das sich damit zur Hegemonialmacht auf der Konsettenhalbinsel aufstieg. Die Sántori regierten nun über Sagradien, Cuentez, die Westligre, die Servettinischen Lande und die tulinesischen Besitzungen an der micolinischen Blaumeerküste. Nachdem der Sántori-Herzog Peter I. von Servette 1502 den sagradischen Thron bestiegen hatte, versuchte Micolinien im Dritten Servettinischen Krieg vergeblich, die neue Vormachtstellung Sagradiens anzufechten. Die Servettinischen Kriege endeten 1506 endgültig im Frieden von Sáloa, in dem Aquim II. dem sagradischen König Peter II. die Herrschaft über die Servettischen Lande sowie über die Markgrafschaft Golen, die Südkont, die Westligre sowie Lukien (Grafschaft Plato) bestätigen musste und lediglich kleinere Gebiete im Westen Lukiens und in Piranien zurück erhielt.

Von der Uleistenbewegung zum Frieden von Villagua

Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in Südmicolinien war die Position Micoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt und die aggressive Außenpolitik Micoliniens gegenüber dem östlichen Nachbarn weitestgehend gescheitert. Während Sagradien unter dem Santori-König David I. zur europäischen Großmacht aufstieg, bemühten sich die micolinischen Könige Aquim II. (1501-1542) und Karl VII. (1542-1571) um die innere Konsolidierung des Königtums, mussten teilweise aber schwere innere Konflikte meistern.

Schon die Könige des späteren 15. Jahrhunderts hatten von Nanthés aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der Eigenständigkeit der peruzinischen Stände betrieben. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Um 1540 kam der englische Calvinist Francis Howle (Franziskus Uleus) ins nordmicolinische Erín, wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Perucía ausstrahlte. In seinem Erfolg verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Unter den Königen Karl VII. und Karl VIII. (1571-151578) wurden diese „Uleisten“ verfolgt und unterdrückt, die nordmicolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 im Ersten Uleistenkrieg belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein Zweiter Uleistenkrieg 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Nachfolger wurde Albert I. (1578-1624) aus der Nebenlinie Interea-Conte. Er erließ 1584 das Edikt von Plato, in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Micolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „Reformats“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist.

Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Micolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer mit dem Dauerrivalen und zur Großmacht aufgestiegenen Sagradien konzentrieren. Der Ligrische Krieg von 1620-24 um die Herrschaft über die Westligre endete jedoch in einer klaren Niederlage Micoliniens und der verbündeten Engländer. Nach dem gescheiterten Kriegsabenteuer versuchte Micolinien zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Heiratsweg eine machtpolitische Stärkung gegenüber Sagradien zu erhalten und übte eine gewisse Zeit Einfluss auf die sagradische Hofpolitik aus, ohne damit aber territoriale Gewinne erzielen zu können. Nachdem Katharina von Micolinien, Schwester des micolinischen Herrschers Karl IX. (1624-1670) und Mutter des sagradischen Königs Gabriel VII. 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des Asumarischen Kriegs um den Besitz Golens, Servettes und die Vorherrschaft im Blauen Meer sowie die Nachfolge Karls IX., der ohne Erben war. Der Krieg endete 1669 mit dem Frieden von Villagua, in dem Micolinien endgültig auf die Lehnsherrschaft über Servette verzichten musste, aber die personelle Trennung der sagradischen Krone vom servettinischen Herzogtum erreichte. Zudem musste Sagradien die Nachfolge Johanns von Álbero, eines Neffen Karls IX., anerkennen. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die Dynastie Interea auf dem micolinischen Thron.

Restitutionskriege im 18. Jahrhundert

Auch wenn Micolinien in der langen Regierungszeit Karls IX., sein hauptsächliches Ziel, die Vertreibung Sagradiens von der eigenen Halbinsel, nicht durchsetzen konnte, so kehrte der Friede von Villagua doch die machtpolitischen Vorzeichen im sagradisch-micolinischen Verhältnis um und leitete längerfristig den Abstieg der Großmacht Sagradien und den allmählichen Aufstieg der konsolidierten micolinischen Krone ein. Im Bündnis mit England gelang es Micolinien im Spanischen Erbfolgekrieg, weitere wichtige Schritte gegen Sagradien zu unternehmen. Anders als im Asumarischen Krieg unter Karl IX. brachten die Kampfhandlungen gegen Sagradien unter Georg I. (1686-1714) auch territoriale Gewinne, die "Restitutionspolitik" der micolinischen Monarchie mit dem Ziel der Einigung der gesamten Halbinsel unter micolinischer Herrschaft zeichnete erstmals Erfolge. Im Friede von Cresq 1712 sicherte sich Micolinien den Besitz der strategisch wichtigen Insel Feiroa vor der Küste Servettes sowie einige Festungen in Lukien.

In der Folge rangen die Könige Georg II. (1714-1719) und Karl X. von Micolinien (1719-1760) mit Frankreich um den entscheidenden Einfluss auf das destabilisierte Sagradien und suchte von den inneren Wirren in Sagradien territoriale Vorteile herauszuschlagen. Georg II. unterstützte im Sagradischen Bürgerkrieg die aufständische Adelskoalition. Im Sagradisch-Micolinischen Krieg von 1718-1720 sowie den folgenden Auseinandersetzungen im Jahr 1722/23 sicherte sich Micolinien vom geschwächten Sagradien große Teile Südkonts, besetzte Teile Lukiens und setzte in der Folge die favorisierte Maria I. auf dem sagradischen Thron gegen den von Frankreich unterstützten Philipp Karl von Viça durch. Mit Marias Ehemann Johann III. Franz von Sagradien wurden 1736 im Vertrag von Monte Sinicia zahlreiche Grenzkonflikte zwischen beiden Ländern niedergelegt. U.a. gingen die bereits besetzten Gebiete Lukiens fest in micolinische Hand über. Der grundsätzliche Gegensatz zwischen beiden Ländern blieb jedoch bestehen.

Nach dem Erlöschen des Hauses Santori-Servette in männlicher Linie im Jahr 1737 versuchte König Karl X. von Micolinien (1719-1760) abermals, das Reich im Süden der Halbinsel zu erobern. Da er selbst mit Antonia, einer Schwester des letzten Großherzogs Karl Ferdinand, verheiratet war, erkannte er die Nachfolge seiner Schwägerin Maria I. von Servette, der älteren Schwester Antonias, nicht an und erhob selbst Anspruch auf das Großherzogtum. Es kam zum neuerlichen Krieg, in dem sich jedoch Maria mithilfe ihres französischen Ehemanns Louis-Gabriel de Vienne vorerst durchsetzen konnte, da das mit Micolinien verbündete England eine neuerliche große Auseinandersetzung am Westrand Europas im Angesicht eines sich abzeichnenden Großkonflikts um die österreichische Erbfolge zu meiden versuchte. Im Nantheser Ausgleich von 1739 musste Karl X. seine Schwägerin Maria und ihren Mann Louis-Gabriel als Regenten in Servette anerkennen, erhielt aber für den Fall der Kinderlosigkeit Marias das Erbrecht im Herzogtum, im Falle einer weiblichen Nachfolge die Option auf eine Verlobung mit dem eigenen Thronfolger.

Erst die Politik Karls X. im Sagradischen Erbfolgekrieg 1755-1760 brachte Micolinien das lange erstrebte Ziel ein. Während Frankreich den Servettiner Regenten Louis-Gabriel de Vienne als künftigen König favorisierte und ihn gegen die regierende Maria II. Franziska durchzusetzen suchte, verbündete sich Micolinien mit Maria II. und rückte nach dem Tod Marias von Servette gegen den regierenden Louis-Gabriel de Vienne in den Servettinischen Landen vor. Der erfolgreiche Krieg versetzte Micolinien 1757 in die Lage, aus einer Position der Stärke heraus das Einvernehmen mit Frankreich zu suchen. Im Vertrag von Tinagua 1757 und im endgültigen Friedensschluss von 1760 wurde der Vienne-Herrscher nach seinem Erfolg gegen Maria II. als König von Sagradien anerkannt, musste seinerseits aber auf Servette und die gesamten Lande verzichten. König Heinrich III. war es schließlich auch, der den micolinischen Königshof im Jahr 1772 von Nanthés nach Servette verlegte und die Stadt in der Folge zur Hauptstadt des Reichs ausbaute.

Abschluss der Restitution und Sicherung in den Golenkriegen

Während der Napoleonischen Kriege ging Micolinien im Bündnis mit Großbritannien auf klaren Konfrontationskurs zu Frankreich und schloss sich der antinapoleonischen Allianz an. Der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem im Jahr 1805 führte schließlich zum erneuten Krieg zwischen Micolinien und Sagradien. Den micolinischen Truppen gelang es dabei in den Folgejahren, mit Hilfe Großbritanniens alle französisch-sagradischen Invasionsversuche abzuwehren und im Gegenzug die angestrebte Reunion der micolinischen Halbinsel erfolgreich abzuschließen. Der Inbesitznahme Westligriens, Tinaguas sowie Platos folgte die erfolgreiche Besetzung Cuentez' sowie Golens. Zugleich unterstützte der micolinische König Karl XI. seit 1808 aktiv die antinapoleonische Bewegung innerhalb des mit Frankreich verbündeten Sagradien. Im Winterkrieg 1812/1813 konnten die Heere Micoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Freiheitskämpfer die Franzosen beiegen. Schließlich erreichte Micolinien auf dem Wiener Kongress die Bestätigung des Besitzes aller eroberten Gebiete. Lediglich Cuentez und der noch nicht in Besitz genommene Ostteil Golens sollten bei Sagradien verbleiben.

Kurze Zeit später nutzte Karl XI. einen liberalen Aufstand gegen den König in Sagradien (Novemberrevolution 1817), um unter dem Vorwand der Restauration auch im Ostteil Golens einzumarschieren. Der sagradische König Joseph Ludwig II. musste im Vertrag von Vèrisa schließlich nochmals die Abtretung Westgolens an Micolinien bestätigen, widerrief den Vertrag aber 1819 und versuchte in zwei Golenkriegen, das gesamte golische Gebiet sowie die zu Beginn des Jahrhunderts verloren gegangenen Gebiete in Micolinien für die sagradische Krone zurückzuerobern. Nach zwei wechselvollen Kriegen musste Sagradien seinen Anspruch aufgeben, sodass Micolinien, nachdem es zwischenzeitig ganz Golen beherrscht hatte, die dauerhafte Teilung der Region im Frieden von Diegue 1829 durchsetzen konnte.

Micolinien zwischen Beginn und Ende der Demokratie

In der Folge der revolutionären Unruhen im April 1848, die von Sagradien auch nach Micolinien überschwappten, hier jedoch zu keinen nennenswerten Umstürzen führten, erließ Königin Luise I., seit 1852 als Nachfolgerin ihrer Großeltern Karoline I. von Micolinien und Michael IV. Königin, eine vergleichsweise liberale Verfassung, die die traditionelle Ständeversammlung durch ein Zweikammerparlament ersetzte, von der aber nur die Zweite Kammer per Zensuswahl demokratisch legitimiert wurde.

Mit der durch die liberale Partei durchgesetzten Verfassungsreform des Jahres 1879 wurde die Stellung der Kammern gegenüber der Exekutive und die der Zweiten gegenüber der Ersten Kammer gestärkt. Nach 57 Regierungsjahren starb Luise im Jahr 1909. Ihr Tod führte zu einer Nachfolgekrise, da ihr Enkel Henrique Joann Prinz von Perucía nach dem Tod seines Vaters überraschend auf die Thronfolge verzichtete. Schließlich bestimmte das micolinische Parlament einen Enkel Luises Johann Friedrich von Battenberg, Sohn ihrer Tochter Maria Federica und des Hessenprinzen Karl Alexander von Battenberg, zum Nachfolger, der schließlich als Johann V. den Thron bestieg und die Dynastie Albero-Poléi-Battenberg begründete.

Unter den liberalen Staatsministern Luvis Renard (1888-1894) und Fernand Esquill (1904-1907) wurde eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisierten und 1906 schließlich das allgemeine Männerwahlrecht einführten. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlsieg der Sozialisten beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden, sich aber gegen die Beteiligung am parlamentarischen Regierungssystem aussprachen. Nachdem Micolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale Marc Visconte bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, dem sowohl Konservative als auch erstmals Sozialisten angehörten.

Der Konsens hielt aber nach Kriegsende den sozialen Problemen des Landes nicht mehr stand. Zudem hatte der Krieg nochmals das micolinische Militär gestärkt, das verstärkt gegen die parlamentarische Demokratie arbeitete und einen Machtverlust des Königs fürchtete. Innenpolitisch verschärften sich die sozialen Spannungen bei Arbeitern und Bauern, deren ideologische Überzeugungen sich radikalisierten.

König Karl XII. den ultrakonservativen General Osvalt Camur zum Staatsminister, der ein autoritäres Regime installierte und im Oktober 1922 eine ständestaatliche Verfassung erließ, welche die parlamentarische Demokratie abschaffte (Nove Regimen).

Faschistische Juni-Bewegung und Ulisse-Regime

Dennoch gelang es Camur nicht, die Probleme des Landes in den Griff zu bekommen und den Quasi-Bürgerkrieg zu beenden. Besonders die faschistische paramilitärische Schwarze Garde (Guarda Negre) gewann mit ihrem gewaltsamen Terror immer mehr Macht im Land. Im Juni 1924 startete Ulisses "Juni-Bewegung" einen "Marsch auf Servette" nach dem Vorbild Mussolinis, der ihm die Regierungsgewalt sichern sollte. König Karl XII. gab schließlich nach und entließ Camur, um unmittelbar darauf Ulisse zum Staatsminister zu ernennen. Binnen kürzester Zeit modifizierte er die ständestaatliche Camur-Verfassung so, dass sie Ulisses PNM die alleinige Staatsmacht sicherte. Als neues entscheidendes Verfassungsorgan wurde der Nationale Generalrat installiert, der faktisch die Rechte des Königs und des Staatsrats übernahm und bündelte. Die Bürgerrechte wurden suspendiert, die oppositionellen Parteien ausgeschaltet, die PNM zur alles beherrschenden Staatspartei gemacht.

Das Juni-Regime betrieb im ganzen Land eine systematische Micolinisierungspolitik, die die gewaltsame Unterdrückung der zahlreichen Regionalsprachen wie des Golischen, des Peruzinischen und des Litischen umfasste. In der Folge brach 1935 ein groß angelegter Aufstand in allen Teilen Golens aus (Golischer Aufstand 1935), der blutig niedergeschlagen wurde, aber zu einem anhaltenden Guerilla- und Bürgerkrieg führte. In der Golenkrise 1935/36 besetzten zudem, unter dem Vorwand, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, micolinische Truppen das sagradische Val d’Ambrís sowie Teile der Provinz Escada. Nachdem der micolinische Außenminister Charl Marrel ein internationales Moratorium erwirken konnte, musste sich Micolinien 1936 wieder aus Sagradien zurückziehen, behielt aber einige Stützpunkte im Celistal sowie im Ambristal.

Die Narzissenrevolution und die Redemokratisierung des Landes

Im Zweiten Weltkrieg blieb Micolinien trotz seiner ideologischen Nähe zu den Achsenmächten neutral. Dennoch führte der Sieg der Alliierten zu einer Destabilisierung des Juni-Regimes. Nach dem überraschenden Tod Ulisses im Mai 1947, mit dem das Regime seine unumstrittene Führungsfigur verloren hatte, zeigte die PNM-Führung zunehmend Auflösungserscheinungen, da Ulisses Nachfolger Noribert Ferrer es nicht vermochte, die Partei geschlossen hinter sich zu bringen. Im April 1948 kam es zum Aufstand der linksoppositionellen Narzissenbewegung (Moviment Narcisse), die so genannte "Narzissenrevolution", die binnen kürzester Zeit die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich bringen konnte. Nachdem der Generalrat es nicht schaffen konnte, die Aufstände zu stoppen und das Militär den Kampf gegen die Aufständischen verweigert hatte, entließ König Karl XII. den Staatsrat Ferrer und dankte zugunsten seines Sohnes Karl XIII. von Micolinien ab. Dieser entmachtete umgehend den Generalrat und setzte die Verfassung aus. Stattdessen ernannte er den Sozialistenführer Antoni Piël, einen der Führer der Narzissenbewegung, zum neuen Staatsminister. Er berief ein nationales Kabinett aus Kommunisten, Sozialisten und Christdemokraten. Eine der ersten Amtshandlungen war das Verbot der PNM, die Verhaftung ihrer führenden Köpfe sowie die Reinstallation der Bürgerrechte.

Im Juni 1948 kam es zu den ersten freien Wahlen seit 1922, bei denen die Christdemokraten überraschend eine Mehrheit vor Sozialisten, Kommunisten und Liberalen erreichten. Der parteilose Francis Ernest Crést bildete eine Dreiparteienregierung aus CDM, PSL und PDL, die nach Austritt der Sozialisten im Jahr 1949 von einem christdemokratisch-liberalen Staatsrat unter Armand Mikael Carpol (CDM) abgelöst wurde. Eine neue liberale Verfassung, die im Wesentlichen an die von 1879 anknüpfte, wurde in einer Volksabstimmung im Dezember 1948 angenommen. Um die nach dem Zusammenbruch des Juni-Regimes wieder aufflammenden Separationsbestrebungen in Golen, aber auch die Regionalbewegungen in Perucía und Litien auffangen und die Integrität des Landes sicherstellen zu können, sah die neue Verfassung die Umwandlung Micoliniens von einem Einheitsstaat in einen Bundesstaat unter parlamentarisch-monarchischer Regierung vor. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde weitgehende kulturelle Autonomie garantiert.

Die neue Regierung liberalisierte das Land wirtschaftlich, hielt aber an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Micolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Micolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Micoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der micolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell, da Sagradien die ehemals sagradische Provinz Golen-Casqa, also den Ostteil der neuen Region Golen, nach wie vor als besetzten Teil seines Staatsgebiets betrachtete, auch wenn man keine aktive Wiedereroberungspolitik betrieb. Die Spannungen der Jahre 1948 und 1949 wurden erst im Jahr 1955 durch die Verträge von Alágua und Pexace zwischen Micolinien, Sagradien und der golischen Regionalregierung beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Micolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der sagradisch-, eskadisch- und azumarisch-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Micolinien im Folgeabkommen von Plato (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf Cuentez fallen. Das 1943 von micolinischen Truppen besetzte Allécapo wurde daraufhin geräumt.

Das demokratische Micolinien auf dem Weg in die europäische Gemeinschaft

Zwischen 1952 und 1956 regierten die Christdemokraten alleine. Im Jahr 1960 gehörte Micolinien zu den Gründerstaaten der Europäischen Freihandelszone EFTA. Seit 1959 wurde das Land von einer Volksfrontregierung der Sozialisten unter Tolerierung der Kommunisten unter PSL-Führer Luvis Blum-Sael regiert. Das Linksbündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter Mikael Mari Salt ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit Charl Henrique Valdés erstmals seit der Redemokratisierung des Landes wieder ein Liberaler vorstand.

Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende Joann Christén zusammen mit der PDL. Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten Joán Cavals hin kam es 1972 zur Gründung des Blaumeerrates (Consile Asumaresq, Côsíliu Azumarês) als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten Sagradien, Micolinien und dem Fürstentum San Cristo. Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur UPD. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist Guillemes Oreste bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter Martin Bertrand (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger Stefan Casagre weichen. Nach dem Bruch der Koalition 1987 bildete Antoni Sagrand (PSL) eine linke Übergangsregierung, die als Minderheitsregierung der Sozialisten von der Unterstützung der Kommunisten abhängig war und 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, DL und UPD unter Noribert Pasquale (CDM) abgelöst wurde.

Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat Carlo Masane eine Große Koalition mit den Sozialisten, welche in Abkehr von der traditionellen Neutralitätspolitik den Beitritt Micoliniens zur Europäischen Union betrieb, der 1995 vollzogen wurde. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist Bernard Sandres Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den micolinischen Grünen, unter deren Ägide Micolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten Albert Nobel, der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen Acciò Marc Nabert (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel. Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL.