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Version vom 18:16, 19. Dez 2012
Der Partido Comunista Sagradês (kurz PCS deutsch Kommunistische Partei Sagradiens oder Sagradische Kommunistische Partei, KPS) ist die älteste noch heute bestehende Partei Sagradiens. Sie wurde 1920 unter dem Namen Sección Sagradêsa de la Internacional Comunista gegründet und trägt ihren heutigen Namen seit 1921. 1938 verboten, wurde die Partei im Exil fortgeführt und 1943 wiedergegründet. In den 1970er Jahren öffnete sich die Partei zeitweise eurokommunistischen Tendenzen, bewegte sich in den 1980er Jahren aber auf einem Moskau-treuen Kurs. Nach dem Ende des real existierenden Sozialismus in Osteuropa verfolgte die Partei einen reformkommunistischen Kurs und führte das linke Wahlbündnisses Unitá de la Sinistra an. Seit 2008 ist die Partei integraler Bestandteil der linken Parteienkoalition Sinistra Democrática Unida (SDU).
Inhaltsverzeichnis
- 1 Geschichte
- 1.1 Ursprünge und Gründung
- 1.2 Die Kommunisten in den Zwanziger und frühen Dreißiger Jahren
- 1.3 Volksfrontjahre
- 1.4 Verbot, Widerstand und Nachkriegszeit
- 1.5 Im Zeichen des Kalten Kriegs: Die KPS in den Fünfziger und Sechziger Jahren
- 1.6 Die Siebziger: Regierungsbündnisse und Eurokommunismus
- 1.7 Die "Svolta a Moscú" und die Krise der Achtziger Jahre
- 1.8 Wende von Noyar und Gründung des Wahlbündnisses Unitá
- 1.9 Programm von Ligre North und Zusammenarbeit in der Regierungsmehrheit
- 1.10 Sinistra Democrática Unida
- 2 Aktuelle Strömungen
- 3 Internationale Verbindungen und Vorfeldorganisationen
- 4 Führungspersönlichkeiten
Geschichte
Ursprünge und Gründung
Die sagradische Arbeiterbewegung, die sich seit dem späten 19. Jahrhundert vor allem im Partido Socialista organisierte, war wesentlich in einen reformistischen und einen revolutionären Flügel gespalten, aus dessen Tradition heraus auch der Partido Comunista entstand. Die KPS ging 1920 als sagradische Sektion der Dritten Internationale (Komintern) aus Teilen der 1917 von der sagradischen Sozialistischen Partei abgespalteten Unabhängigen Sozialistischen Partei (PSI) hervor. Diese hatte sich besonders im Protest gegen die im August 1917 erfolgte Beteiligung sozialistischer Minister an der Regierung Calbane sowie aus einer unterschiedlichen Beurteilung der bolschewistischen Bewegung in Russland von der reformistischen Mehrheit des PS getrennt. 1920 trat der PSI zusammen mit einer linken Minderheit des Rest-PS um Julen Cresca der Dritten Internationale (Komintern) bei, woraufhin sich der reformistische Flügel abspaltete und wie im Falle der Demokratischen Marxisten Daniel Moscús in den PS zurückkehrte oder wie im Falle des Partido Marxista Integralista von Gabriel Acosta fortan eigenständig operierte. Zum 1. Januar 1920 kam es zur Fusion des Partido Socialista – Sección de la Internacional Comunista (PS-SIC) von Julen Cresca und der Rest-PSI unter Lorenzo Sabal zur Sección Sagradêsa de la Internacional Comunista (SSIC), die sich seit 1921 Partido Comunista Sagradês nannte.
Unter Sabals Führung umfasste die PCS Sabals Nascença Revolucionária, die Comunistas Internacionalistas (CI) von Julen Cresca sowie die linksradikalen rätekommunistischen Lavoradores Socialistas (LS) von María Natxaret. Alle diese Strömungen begrüßten mehr oder weniger stark die Ereignisse der Russischen Oktoberrevolution und versuchten die Revolution auch im eigenen Land herbeizuführen. Dennoch kam es in der Partei schnell zu Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen Gruppen mit ihren je eigenen Vorstellungen, in denen Sabals Anhänger bald die Oberhand gewannen und zahlreiche als Opportunisten diffamierte Gegner ausschließen konnte, darunter den gesamten Räteflügel.
Die Kommunisten in den Zwanziger und frühen Dreißiger Jahren
Obwohl die Kommunisten das parlamentarische System ablehnten, beteiligten sie sich bereits kurz nach ihrer Gründung an Wahlen. Bei den Parlamentswahlen 1921 konnten die Kommunisten 30 Sitze in der Abgeordnetenkammer gewinnen, 1925 33 und 1926 bereits 50. In den Zwanziger Jahren stieg die Partei zur Massenpartei auf. Ihr bestes Ergebnis erreichte sie bei den Wahlen 1932 mit knapp 15 Prozent der Stimmen. Zu Hochburgen der Kommunisten wurden bald der industrialisierte Norden Ceundalias um Portofín, die Hafenstadt Ligre North, die Industriegebiete in Bordez und Sarmay sowie die sagradischen Großstädte Semess, Óstino, Tulis und Artir.
Nachdem Lorenzo Sabal zunächst eine eigenständige Politik innerhalb der Komintern geführt hatte, gerieten die sagradischen Kommunisten nach 1924 immer stärker unter den Einfluss des Stalinismus. Politische Gegner wurden aus der Partei gedrängt und der Ton gegenüber den Sozialisten unter Joán Bertón zunehmend verschärft, deren Kurs bald als „Sozialfaschismus“ diffamiert wurde. Das parlamentarische System wurde ebenso abgelehnt wie Bündnisse mit den Sozialisten. Obwohl beide Arbeiterparteien zwischen 1925 und 1930 gemeinsam in der Opposition gestanden hatte, kam es zu keiner Zusammenarbeit.
Seit 1929/1930 versuchte die Partei, die sozialen Missstände infolge der Weltwirtschaftskrise zum gewaltsamen Widerstand gegen die als kapitalistisch und imperialistisch empfundene Republik zu nutzen. Auf kommunistischer Seite wurde zwischen der bürgerlichen Republik und ihren faschistischen Gegnern nicht unterschieden. Beide wurden als Inbegriffe des rechten Nationalismus gesehen. Dabei kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den faschistischen Aktionstruppen (Trōpas Accionistas) und den KP-nahen Rotgardisten (Guardas Rôixas). Bei den Dezemberwahlen 1932 erhielten die Kommunisten 85 Mandate in der Abgeordnetenkammer und stiegen damit stark in der Wählergunst auf. Die bürgerkriegsähnlichen Zustände, die sich nach der Ermordung des autoritären Präsidenten Gaitán Alemà Sobrantes durch einen Kommunisten ausweiteten, sowie die Bedrohung der Demokratie durch rechtsautoritäre und klerikalfaschistische Bündnisse führten KPS und PS näher zueinander und ließen den Kampf der Kommunisten gegen den Parlamentarismus in den Hintergrund gegenüber dem Abwehrkampf gegen den drohendne Faschismus treten. Dem Terror der Aktionstruppen fiel im November 1934 auch KP-Chef Sabal zum Opfer, der von den Faschisten ermordet wurde. Faschistische Putschversuche und rechte Aufstände mündeten in kommunistische Aufstände in Artir, Óstino und anderen Industriestädte, die aber gewaltsam niedergeschlagen wurden. Der Blutherbst 1934 brachte die Konfrontation zwischen Linken und Rechten in der Spätphase der Zweiten Republik auf einen ersten Höhepunkt.
Volksfrontjahre
Nach den Putschversuchen der Rechten, den gescheiterten "roten Revolutionen" sowie den schmerzlichen Verlusten der kommunistischen Bewegung setzte sich innerhalb der PCS-Führung mit der Wahl Narcís Coloms zum neuen Generalsekretär eine neue Denkweise durch, die versuchte, die Republik nicht mehr zu bekämpfen, sondern von innen heraus umzugestalten und gleichzeitig die Machtergreifung der Faschisten zu verhindern. Als Hauptgegner wurden nun nicht mehr die Sozialisten und Liberalen, sondern die Faschisten angesehen, die zum Umsturz ansetzten. Dagegen schlossen sich die Kräfte der Linken nun in einem republikanischen Schutzbündnis zusammen. Bei den Parlamentswahlen 1935 trat die KPS unter Coloms Führung als Teil der linken Volksfront aus Sozialisten, Kommunisten und Radikalen an und erreichte mehr als 14 Prozent der Stimmen und 82 Sitze in der Abgeordnetenkammer. Gemeinsam gewannen die Volksfrontparteien die Wahl und wählten PS-Chef Santiago Laval zum neuen Präsidenten der Republik. Dem ersten Volksfrontkabinett Colón gehörten zwar keine Kommunisten an, die Partei hatte aber die parlamentarische Unterstützung zugesagt. Als eine der ersten Amtshandlungen der neuen Regierung wurden die Faschistischen Parteien und die Aktionstruppen verboten, diese sammelten sich jedoch in den Schwarzen Divisionen daraufhin neu. Der Volksfrontkurs wurde im August 1935 auch durch den Weltkongress der Komintern gestützt.
Die Volksfrontregierung leitete in Sagradien zahlreiche soziale Reformen ein und stärkte die Gewerkschaftsbewegung, konnte die Republik letztlich aber nicht vor einem weiteren Auseinanderdriften, einer zunehmenden Radikalisierung der Rechten und einer ständigen bürgerkriegsähnlichen Atmosphäre bewahren. In Konkurrenz zur Linksregierung sammelte sich die Rechte in zahlreichen Bewegungen neu und einte sich in der Nationalen Liga hinter Faschistenführer León Francês und UP-Chef Manuel Álamo. Die Ermordung der KP-Politikerin Mercé Restruç durch Divisionisten und zunehmende Spannungen im Volksfrontbündnis führten 1937 zum vorläufigen Ende der Zusammenarbeit. Die KPS erklärte die Volksfront bereits 1937 für gescheitert, Verhandlungen zu einer Neuauflage kamen zu keinem Ergebnis mehr. Dem rechten Militärputsch im Februar 1938 folgte die Verhaftung zahlreicher Kommunisten durch die neue Rechtsregierung der Nationalen Kommunion unter Volksunion-Führer Manuel Álamo. KP-Führer Narcís Colom wurde gefangen genommen und starb 1942 in der staatlichen Haft. Bei den Aprilwahlen 1938 wurde die KPS durch den staatlich sanktionierten Terror der Divisionen sowie ein kurzfristig erlassenes neues Wahlsystem stark behindert, erreichte aber trotzdem noch 22 Mandate.
Verbot, Widerstand und Nachkriegszeit
Nach der Wahl wurde die Kommunistische Partei ebenso wie die Sozialistische und die liberalen Parteien verboten, die Mandate der KPS wurden aberkannt und ihre Protagonisten gingen in den Untergrund. Coloms Vertreter bzw. Nachfolger als Parteichef Santiago Catarela floh ins Moskauer Exil, aus dem er erst 1943 zurückkehrte. Im sagradischen Widerstand spielten Kommunisten wie Carles Salas und Santo Cortez an der Seite von Sozialisten und Linkskatholiken eine führende Rolle. Die Batallones Rôisas wurden landesweit berüchtigt und brachten den Kommunisten zusätzliche Sympathien ein. 1943 beteiligte sich der PCS an der Befreiung Sagradiens von der deutschen Okkupation und traten in engen Kontakt mit der militärischen Übergangsregierung unter General Oscar Taglle Rodríguez. Als erste der Vorkriegsparteien konnte sich die Partei nach der Befreiung 1943 wieder konstituieren und die Organisation wiederaufbauen.
Nachdem die Kommunisten unter Santiago Catarela bei den Wahlen zur konstituierenden Nationalversammlung 1945 mit mehr als 14 Prozent der Stimmen zur drittstärksten Kraft hinter den Sozialisten geworden waren, traten sie der provisorischen Regierung unter Sergio Dini bei, die im Dezember 1944 ins Amt gewählt wurde. Bis 1946 gehörten die Kommunisten allen provisorischen Regierungen der so genannten Demokratischen Koalition an, in der die Kommunisten Carles Salas und Aliureto Nacesta erstmals auch Ministerposten übernahmen. Auch nach den Kammerwahlen im Herbst 1946, bei denen die Partei sich nochmals verbessern konnte, wurde die PCS mit drei Kabinettsposten an der breiten Koalitionsregierung des Sozialisten Francisco Dorado beteiligt, deren vornehmliches Ziel es war, die antidemokratische Rechte auszuschließen und den Wiederaufbau weiterzuführen.
Zu dieser Zeit entwickelte sich in Sagradien eine ausgeprägte kommunistische Gegenkultur und die Ansätze eines kommunistischen Arbeitermilieus aus der Zweiten Republik verfestigten sich. Die KPS konnte die Unterstützung zahlreicher einflussreicher Intellektueller gewinnen. Gemeinsam mit den Sozialisten bauten Kommunisten nun auch die neue Einheitsgewerkschaft CSSL auf, welche die Interessen aller Arbeiter vertreten sollte. Im Gegensatz zur äußeren Rechten, die an den Rand gedrängt und von jeder Regierungsbeteiligung ausgeschlossen wurde, standen die Kommunisten in engem Kontakt zu den Parteien der Mitte und wurden in die wichtigsten Entscheidungen der unmittelbaren Nachkriegszeit und die politischen und sonstigen Aufbauarbeiten voll eingebunden.
Im Zeichen des Kalten Kriegs: Die KPS in den Fünfziger und Sechziger Jahren
Die Phase der kommunistischen Mitarbeit innerhalb der Demokratischen Koalition endete im Frühjahr 1947 mit dem Beginn des Kalten Krieges, den Auseinandersetzungen um den Marshall-Plan und dem Austritt der kommunistischen Minister aus der Regierung Dorado. Unter dem starken Einfluss von Carles Salas, der 1949 auch zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei gewählt wurde, verfolgte die KPS das Ziel einer antikapitalistischen Einheitsfront in Anschluss an die Volksfront der Dreißiger Jahre. Für dieses Ziel gewann er auch Sozialistenführer Ricardo Moreno, der sich von einem Aktionsbündnis mit den Kommunisten einen größeren Anhang unter den Intellektuellen des Landes erhoffte und ein Wiedererstarken der Rechten verhindern wollte. Nach dem Austritt der Sozialisten aus der Regierung 1949 standen Sozialisten und Kommunisten gemeinsam in der Opposition zur marktwirtschaftlich und westlich orientierten Zentrumskoalition aus Christ- und Sozialdemokraten. Die Parlamentswahl 1950 zeigte, dass das vom Bündnis der Linken vor allem die KPS profitierte, die in der Wählergunst auf 17 Prozent zulegte, während die Sozialisten Stimmen verloren.
In der Folge kam es zu einem Auseinanderdriften der Linksparteien. Während die Sozialisten sich vom Kurs der Sowjetunion distanzierten und sich den Parteien der Mitte annäherten, blieb die KPS auf einem starr stalinistischen Kurs und kritisierte auch die Niederschlagung der Ungarischen Revolution 1956 durch sowjetische Truppen nicht, was ihr großen Schaden bereitete und in der Wählergunst absinken ließ. Eine Gruppe von KP-Dissidenten, welche die Ereignisse in Ungarn scharf verurteilten, wurden ausgeschlossen und gehörten daraufhin zu den Gründern des Partido Socialista Sagradês (PSS). Bei den Kammerwahlen 1958 verloren die Kommunisten sechs Prozentpunkte und fielen auf 10,6 Prozent der Stimmen ab. Hatte sich die KPS bis zur Mitte der Fünfziger Jahre zur dominanten und 1954 auch stimmenstärksten Partei der Linken entwickelt, so verlor sie nun rasch an Bedeutung und verlor ihre Rolle an die 1957 in der zunehmend erfolgreichen ASUL wiedervereinigten Sozialisten. Das Projekt der linken Einheitsgewerkschaft scheiterte schließlich auch. 1955 verließen die Kommunisten die sozialistisch dominierte CSSL und gründeten die neue CGL als kommunistische Gewerkschaft.
Unter Generalsekretär Santo Cortez begann in der Folge unter dem Einfluss jüngerer Politiker in der Partei eine sachte Distanzierung von der KPdSU, die der Partei Probleme und Auseinandersetzungen sowie zahlreiche Ausschlüsse von Stalinisten und Maoisten brachte. Die KPS blieb auch in den Sechziger Jahren eine kommunistische Kaderpartei mit zentralistischer Führung, doch stärkten die Wahlniederlagen von 1963 (10 Prozent) und 1967 (8,2 Prozent) die reformistischen Kräfte in der Partei, die zunehmend das polyzentristische Konzept der italienischen Kommunisten befürworteten und eine stärkere Loslösung von Moskau befürworteten.
Die Siebziger: Regierungsbündnisse und Eurokommunismus
Der 1966 zum Generalsekretär des PCS gewählte Dián Aliureto Chabonet sah, dass der streng auf Moskau gerichtete Kurs der Partei nicht länger aufrecht erhalten bleiben konnte, wollte die Partei ihren Einfluss nicht ganz verlieren. Die Studentenproteste von 1968, der führende KP-Funktionäre ihr revolutionäres Potenzial absprachen und in der die KP nur eine geringe Rolle spielte, sowie die Niederschlagung des Prager Frühlings bestärkten Chabonet in seiner Auffassung, den Forderungen der Reformer in der Partei ein Stück weit nachkommen zu müssen. Nach dem Vorbild der KP Italiens deutete Chabonet bereits 1969 die allmähliche Lösung von Moskau im Sinne des Polyzentrismus an. Die zeitweise Zusammenarbeit der konservativen Regierung Favale mit der populistischen und vielen als neofaschistisch erscheinenden Volksbruderschaftsbewegung António Álvaro Blanxards weckte zudem Erinnerungen an die Spätphase der Zweiten Republik und stärkten das Bewusstsein in der KPS für die Errungenschaften der parlamentarischen Demokratie.
Vor den Parlamentswahlen 1970 plädierte Chabonet für einen demokratischen Wechsel und schloss ein neues Linksbündnis nicht aus. Bereits im Vorfeld der Wahlen kam es zu Kontakten zwischen Chabonet und dem sozialistischen Strategen Stefano Nacoma, die sich über ein mögliches Linksbündnis nach den Wahlen verständigten. Nach einem Kantersieg der sagradischen Sozialisten unter ihrem charismatischen Spitzenkandidaten Joán Caval, die erstmals mehr als 40 Prozent der Stimmen errangen und deutlich stärkste Kraft wurden, kam es zum Pakt zwischen Sozialisten und Kommunisten. Fortan unterstützte die KPS eine sozialistische Minderheitsregierung, die mithilfe der Kommunisten zahlreiche soziale und gesellschaftliche Reformen durchsetzte. Der neue Kurs der kontruktiven parlamentarischen Arbeit blieb zwar parteiintern umstritten, brachte der KPS aber einen starken Bedeutungsgewinn ein und machte sie wieder zu einem politischen Machtfaktor. Die neue Rolle als Mehrheitsbeschaffer wurde vom Elektorat begrüßt und brachte der Partei wieder steigende Wahlergebnisse. Mit 14 Prozent der Stimmen bei der Wahl 1974 bauten die Kommunisten ihren Einfluss aus und etablierten sich als Partner der Sozialisten. Diese Zusammenarbeit endete erst 1976 mit den steigenden Spannungen zwischen Linken und Rechten im Land im Zuge mehrere terroristischer Anschläge. Als die Kommunistischen Parteien Italiens, Spaniens und zeitweise auch Frankreichs seit Mitte der Siebziger Jahre das Konzept des Eurokommunismus prägten, gehörte die KPS unter Dián Aliureto Chabonet zu den Befürwortern der neuen Linie.
Die "Svolta a Moscú" und die Krise der Achtziger Jahre
Auch nach dem neuerlichen Gang in die Opposition 1976 blieben die Reformer in der Partei zunächst tonangebend und erreichten bei den Regionalwahlen 1977 die Bildung mehrerer linker Bündnisregierungen. Erst die Intervention der Sowjetunion in Afghanistan 1979, das Scheitern einer Neuauflage des sozialistisch-kommunistischen Bündnisses im selben Jahr sowie die folgende Bildung einer Großen Koalition schwächten die Eurokommunisten in der Partei. Die Kommunalwahlen 1980 und die folgende Regionalwahlen 1981 brachten den Kommunisten in einigen Schlüsselstädten herbe Niederlagen ein und führten zu einer neuerlichen Diskussion um die richtige Strategie und um das Verhältnis zur KPdSU. Chabonet legte daraufhin auf dem Parteitag im Herbst 1981 sein Amt als Generalsekretär der Partei nieder. Sein Nachfolger Lorenzo Beregas brach infolge der Niederlage 1982 mit dem Abrutschen unter zehn Prozent und unter dem Druck der orthodoxen Moscovistas mit dem eurokommunistischen Kurs seines Vorgängers und führte die als svolta a Moscú (Wende nach Moskau) bezeichente Wiederannäherung an den Kurs der sowjetischen KP herbei, die sich aber ebenfalls nicht durchsetzen konnte. In den gesamten Achtziger Jahren war die Partei zunehmend gelähmt durch die Machtkämpfe zwischen reformistischen Eurocomunistas und orthodoxen Moscovistas.
Während die Sozialisten unter dem Einfluss von eher liberalen Wirtschaftspolitikern wie Donado Ricardes und Bernardo Véllez zunehmend einen Kurs der Mitte steuerten und nach ihrem Wahlsieg 1986 die Liberalisierungs- und Sparpolitik der Konservativen in weiten Bereichen fortsetzte, was von den Kommunisten und anderen Linken als neoliberal abgelehnt wurde, gelang es der KPS nicht, von den Protesten und dem Unmut in der Linken zu profitieren. Die Kritik der PCS blieb undeutlich und weitgehend wirkungslos. Begleitet wurde dies durch ein Zunehmen der tiefgreifenden internen Spannungen der Bewegung und der allgmeinen Auflösungserscheinungen. Auch auf die Reformprozesse in der Sowjetunion unter Michail Gorbatschow fand die PCS, die immer die kommunistische Orthodoxie unterstützt hatte, keine klare Antwort.Infolge der svolta a Moscú kehrten zahlreiche Reformisten, Alternative und Intellektuelle der KP den Rücken und wandten sich größten Teils der aufstrebenden grün-alternativen Linken zu. Diejenigen Reformadores, die in der Partei blieben wie der Gewerkschafter António Fiali und andere, konnten sich kaum Gehör verschaffen, blieben in der Minderheit und bemühten sich bereits um den Aufbau von Parallelstrukturen.
Wende von Noyar und Gründung des Wahlbündnisses Unitá
Im Vorfeld des Parteitags der KP im März 1989 sammelten sich in der Partei die Reformkräfte mit dem Ziel einer inhaltlichen und personellen Neuausrichtung. Zum führenden Protagonisten der reformkommunistischen Gegenbewegung wurde der sagradisch-argentinische Gewerkschafter António Fiali, seit 1985 stellvertretender Generalsekretär der kommunistischen Gewerkschaft CGL, der das Ziel hatte, mit dem orthodoxen Kommunismus zu brechen, die Partei für einen reformierten Kommunismus und neue postmaterialistische Themen zu öffnen und eine Allianz der Kommunisten mit der alternativen Linken zu begründen. Mit dem Umbruch in Osteuropa im Rücken gelang es den Reformadores auf dem Wahlparteitag der Kommunisten im März 1989 in Noyar zwar nicht, ihren Leitantrag gegen das bisherige Partei-Establishment durchzusetzen. Darin waren u.a. eine tiefgreifende Parteireform, der Bruch mit den Prinzipien des demokratischen Zentralismus und des orthoxen Kommunismus sowie die damit verbundene Pluralisierung der Partei enthalten. Fiali erreichte aber einen Kompromissantrag mit der Parteiführung, die eine Öffnung der Partei hin zu pluralistischen Strukturen und Zielen versprach. Fiali wurde erstmals ins Politbüro der Partei berufen und erhielt den Posten eines Wahlbeauftragten und Parteikoordinators. De facto bildete er damit zusammen mit dem zentristischen Beregas eine Art Doppelspitze, in der Fiali zunehmen den Ton angab. In der Folge schmiedete er eine Allianz mit dem unorthodoxen radikal-kommunistischen Flügel aus einzelnen Trotzkisten, Maoisten und anderen Dissidenten gegen die zentristisch-orthodoxe Allianz, die in der Parteiführung dominierte. Gleichzeitig suchte er Kontakt zu anderen kommunistischen und nicht-kommunistischen Linksparteien mit dem Ziel eines Wahlbündnisses.
Auf dem Wahlparteitag der Kommunisten in Gerón im Februar 1990 erklärte Beregas, der seinen Einfluss in der Partei schwinden sah, seinen Rücktritt vom Parteitamt. Fiali konnte sich in einer Kampfabstimmung gegen den vom orthodoxen Flügel favorisierten Marcelo Carregas durchsetzen und wurde zum neuen Generalsekretär der Partei gewählt. Eine orthodoxe Minderheit verließ daraufhin die Partei und gründete den Partido Comunista d'Unificación Proletária (PCUP) in Konkurrenz zur ihrer Meinung nach sozialdemokratisierten PCS. Die Partei gab sich zwar kein neues Programm, verabschiedete aber eine Wahlplattform, die sich deutlich von den traditionellen Positionen der Partei wie auch von eurokommunistischen Tendenzen der Siebziger Jahre unterschied und von der kommunistischen Tradition in Osteuropa deutlich Abstand nahm. Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1990 trat die PCS als Führungskraft im neuen Linksbündnis Unitá de la Sinistra (Unitá-PCS) an. Dem gehörten neben der PCS die Reste der linksalternativen Democrâcia Crítica, die in Aziz aus dem Partido Comunista d'Aziz abgespaltene rot-grüne Sinistra Democrática Alternativa (SDA) der cuentezische Partido d'Acción Socialista de Cuentez (PASC) sowie der linkssozialistische Partido Socialista Sagradês (PSS) an. Bei der Wahl erhielt das Unitá-Bündnis 5,6 Prozent der Stimmen.
In den Folgejahren versuchte Fiali, seine angestrebte Parteireform durchzusetzen, musste aber immer wieder Rücksichten auf die noch immer starken Traditionalisten in der Partei nehmen. Fiali zeigte sich mit den geschlossenen Kompromissen zunehmend unzufrieden. Auch die Dominanz der KPS im linken Wahlbündnis führte nun verstärkt zu Problemen mit den Bündnispartnern, die auf ihre Unabhängigkeit pochten. Eine von Fiali angestrebte Umbenennung der Partei in Partido de la Sinistra scheiterte am Votum der Parteimehrheit, ebenso wie sein Vorschlag, das Unitá-Bündnis mit stärkeren föderalen Strukturen auszustatten, um es schließlich zu einer vereinigten Linkspartei um- und auszubauen. Nachdem Fialis Leitantrag auf dem Parteitag der KPS in Biniar im September 1993 knapp durchgefallen war, erklärte er völlig überraschend seinen Rücktritt als Generalsekretär und sein Ausscheiden aus der Parteiführung. Zum Nachfolger wählten die Delegierten den als Kompromisslösung gedachten Parteizentristen Oscar Ricardo Escova.
Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1994 trat die PCS unter Escova erneut im Bündnis Unitá, jedoch gegen eine Allianz um die linksalternative PSAP und mit einem eher traditionalistischen Wahlprogramm an und fiel auf magere 4,2 Prozent der Stimmen zurück, was das schlechteste Ergebnis der Partei in der gesamten Nachkriegszeit darstellte. Der Negativtrend ging weiter, in der Folge verlor die KPS auf nationaler Ebene empfindlich an Einfluss und schnitt bei den Kommunalwahlen 1996 mit einem historischen Negativergebnis denkbar schlecht ab. Sie verlor die meisten ihrer Hochburgen und die Mehrzahl ihrer kommunalen Mandate. Von der Auflösung des kommunistischen Milieus profitierten vielerorts ausgerechnet die neue rechtspopulistische PSP von Joán De la Pênia, der die Unterschichten für seine Politik der Ausgrenzung und Polarisierung gewinnen konnte.
Programm von Ligre North und Zusammenarbeit in der Regierungsmehrheit
Nach dem historischen Tiefpunkt der Partei bei den Kommunalwahlen 1996 und weiteren Zerfallserscheinungen im Unitá-Bündnis musste die Partei ihre Strategie überdenken. Selbst die Traditionalisten in der Partei mussten nun erkennen, dass die Partei eine strategische und programmatische Neuausrichtung brauchte. Escova bemühte sich in der Folge, zumindest einen Teil der von Fiali angedachten Reformen zu einem Ende zu bringen und sich neuen Wählergruppen zu öffnen. Auf dem Parteitag in Ligre North im Jahr 1997 nahm die Partei ein neues reform-orientiertes Parteiprogramm an, das als Brücke zu den neuen sozialen Bewegungen dienen sollte. Neben den klassischen Themen wurden nun auch Fragen der Emanzipation, der Friedenserhaltung und des Umweltschutzes angesprochen, die zwar zuvor bereits in der Wahlplattform der Unitá aufgetaucht, von der KP selbst aber in ihrem Programm keine Rolle gespielt hatten. Auf dem Parteitag trat auch Fiali mit einer kämpferischen Rede zugunsten des neuen Programms an, was allgemein als Rückkehr in die Parteimitte verstanden wurde.
Für die Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998 präsentierte Escova schließlich António Fiali als Spitzenkandidaten eines erneuerten Unitá-Bündnisses, das nun auch ein nationales Sekretariat erhalten sollte und im Pacto de la Sinistra per l'Unitá unter Einschluss der PSAP faktisch wiedergründet wurde. Fiali und Escova bildeten in den folgenden Jahren ein Doppelgespann an der Parteispitze. Während Escova die Führung der KP und die Parteiorganisation übernahm, war Fiali für die Koordinierung des Bündnisses und mit der Außendarstellung zuständig. Zudem übernahm Fiali die Führung der Unitá-Gruppe in der Abgeordnetenkammer, die mit einem Wahlergebnis von 4,8 Prozent wieder angewachsen war. In den folgenden acht Jahren unterstützten die Kommunisten mit ihren Bündnispartnern die rot-grüne Minderheitsregierung De la Costa, die das Ziel hatte, das Land nach acht Jahren konservativer Vorherrschaft zu reformieren und zu modernisieren.
Als Teil der Regierungsmehrheit kam es des öfteren zu Spannungen in der Partei um den Grad der Kooperation mit der Regierung De la Costa. Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002 fiel die Unitá-PCS auf 3,6 Prozent der Stimmen zurück. Es kam zu heftigen Diskussionen um die Erneuerung der Zusammenarbeit mit der rot-grünen Regierung, die schließlich im Jahr 2004 zum faktischen Bruch des Wahlbündnisses führte, als ein Teil der Unitá-Fraktion der Regierung ihre Unterstützung aufkündigte. PSAP, PSS und andere Linksparteien zogen daraufhin ihre Mitarbeit im Rahmen des nationalen Sekretariats der Unitá zurück. Bei den Regionalwahlen 2005 trat die KPS in einigen Regionen alleine, in anderen als Teil eines neuen Linksbündnisses namens Democráticoes de la Sinistra Sagradêsa (DSS) an, das u.a. Dissidenten der sozialdemokratischen ASUL umfasste und von Fiali unterstützt wurde.
Sinistra Democrática Unida
Trotz der Erfolge der DSS bei den Regionalwahlen konnte Fiali nicht durchsetzen, dass sich die Partei der Umwandlung des Bündnisses zu einer neuen vereinigten Linkspartei verweigerte und auf die eigene Integrität beharrte. Wieder sah es so aus, als würde Fiali sich aus der Partei zurückziehen. Schließlich konnte er jedoch mit Escova und dem DSS-Sekretär Paulo Satyres eine Kompromisslösung aushandeln: Die neue DSS-Partei und die Kommunistische Partei sollten zunächst bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006 und bei Erfolg auch darüber hinaus als gleichberechtigte Partner inbeinem neuen Wahlbündnis antreten und eine gemeinsame Liste bilden. Die KPS distanzierte sich in der Folge von der bisherigen Regierungszusammenarbeit und kündigte an, unter einer Regierung des neuen sozialistischen Premierminister-Kandidaten Santiago Diaz de Velozo, der für einen Kurs des Dritten Weges stand, keinesfalls Regierungsverantwortung zu übernehmen. Stattdessen führte die Lista de la Sinistra aus KPS und DSS einen radikalen Anti-ASUL-Wahlkampf und konnte schließlich mit Fiali und Satyres an der Spitze 5,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.
In der Opposition zur neuen Mitte-Rechts-Regierung Miguel Ánibal Luisantos öffnete sich die Kommunistische Partei zunehmend einer Zusammenarbeit mit der außerparlamentarischen Linken und den Alterglobalisierungs- und Antikapitalismusbewegungen. Das Bündnis aus PCS und DSS wurde auf diesem Weg zur Keimzelle einer neuen vereinigten Linken, die sich im Vorfeld der vorgezogenen Kammerwahlen 2008 um die beiden Parteien bildete und auch von Trotzkisten und außerparlamentarischen Bewegungen unterstützt wurde. Mit der gemeinsamen linken Liste der Sinistra Democrática Unida (SDU) feierten die Linken schließlich bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008 mit 7,2 Prozent der Stimmen einen großen Sieg und wurden viertstärkste Kraft im Parlament. Überraschend verzichtete der noch als Spitzenkandidat angetretene Fiali nach diesem Erfolg auf die erneute Führung der Fraktion und wurde zum Vizepräsidenten der Abgeordnetenkammer gewählt. Die SDU erhielt in der Folge ein gemeinsames institutionelles Gerüst und sollte als dauerhaftes Parteienbündnis bestehen bleiben.
Die Regionalwahlen 2009 und 2010 brachten dem Linksbündnis große Erfolge ein, das im Herbst 2010 in zehn von zwanzig Regionen mitregierte. Bei den Europawahlen 2009 zog das Bündnis mit vier Abgeordneten ins Europaparlament ein, darunter auch KP-Chef Escova. Dieser gab auf dem Jubiläumskongress im Jahr 2010 sein Amt als Generalsekretär an seine bisherige Stellvertreterin Antónia Mas ab, die in der 90-jährigen Geschichte des PCS die erste Frau an der Parteispitze ist. Zum Stellvertreter Mas' wählten die Delegierten den jungen Fraktionssprecher Nícola Mersenburg-López, der als einer der Vordenker der SDU und der antikapitalistischen Bündnisstrategie sowie als großer Hoffnungsträger der KPS gilt.
Aktuelle Strömungen
Aktuell existieren in der Partei verschiedene konkurrierende Strömungen, die zu drei Großgruppen zusammengefasst werden können:
- Tradicionalistas: Das traditionalistische Lager betont stets die ideologische Authentizität der Kommunistischen Partei und besteht auf deren organisatorische Eigenständigkeit. Es unterteilt sich jedoch nochmals in zwei Unterströmungen: Die Ortodoxas halten an einem orthodoxen marxistisch-leninistischen Konzept fest und verfechten weitgehend die reine Lehre des Kommunismus. Diese Strömung lehnt Regierungsbeteiligungen und Allianzen mit der linken Mitte weitestgehend ab. Sie wurde nach den Erfahrungen der Neunziger Jahre nachhaltig geschwächt und stellt heute nur noch eine kleinere Minderheit in der Partei dar, auf die aber noch bisweilen Rücksicht genommen wird. Einflussreicher als die Orthodoxen sind die moderaten Traditionalisten, die sich einer Zusammenarbeit mit den Sozialisten nicht unter allen Umständen verweigern, ansonsten aber zu keinen allzu großen Zugeständnissen bereit sind. Diese beiden Strömungen besaßen bis Mitte der Neunziger Jahre die Mehrheit in der Partei, wurden danach aber geschwächt und aufgerieben. Heute stellen sie eine Minderheit dar, die aber - vor allem die moderaten - für die Durchsetzung von Entscheidungen gebraucht wird.
- Reformadores: Die aus der eurokommunistischen Tradition stammenden Reformadores übernahmen 1989/90 vorübergehend die Führung der Partei und stellten bis 1993 mit António Fiali den Generalsekretär der Partei. Die seither verfolgte Strategie der unterschiedlichen Linksbündnisse ging stets auf die Reformisten zurück. Ideologische Vordenker der Reformisten sind die weitgehend intellektuell geschulten Novadores, die für einen modernen Kommunismus oder Post-Kommunismus stehen, der Demokratie und Bürgerrechte betont und libertäre Elemente in sich aufnimmt. Der von diesen Erneuerern erdachte Kommunismus des 21. Jahrhunderts soll sich stark vom klassisch marxistisch-leninistischen Konzept unterscheiden. Politikstrategisch steht diese Gruppe Allianzen mit der linken Mitte nicht ablehnend gegenüber, ist mit der Frage aber weitaus weniger beschäftigt, als die pragmatisch orientierten Trasformdadores, die sich zwar auf den Eurokommunismus berufen, ideologischen Fragen aber eher fern stehen und stattdessen Wege nach einem Machtgewinn der Kommunisten, möglicherweise auch in Bündnissen mit den Sozialisten suchen. Diese Gruppe übernahm stützte seit 1997 den neuen Kurs der Doppelspitze aus António Fiali und Oscar Ricardo Escova und hat sich danach wesentlich für eine Öffnung der Partei und einen zielstrebigen, aber mit Rücksicht auf die anderen Gruppen behutsamen Wandel ausgesprochen. Sie befürwortet die Strategie der Linksbündnisse, ist aber gegenüber Bündnissen mit Trotzkisten und anderen linksradikalen Bewegungen kritisch eingestellt.
- Movimientalistas (Bewegungskommunisten): Diese eher junge und in sich heterogene Strömung nahm innerhalb der Partei lange Zeit eine Außenseiterrolle ein, wurde in jüngerer Zeit aber zunehmend eingebunden. Die Movimentalisten stammen zu großen Teilen aus der jüngeren Generation und aus den kommunistischen Jugendorganisationen. Diese weitgehend undogmatischen Linken sehen die Rolle der Kommunistischen Partei als Speerspitze einer breiten außerparlamentarisch verankerten Bewegung gegen Kapitalismus, neoliberale Globalisierung und Faschismus an und bemüht sich in diesem Rahmen auch aktiv um Bündnisse der Kommunisten mit anderen linken Bewegungen und Parteien. Zu den Movimientisten können auch kleinere Minderheitengruppen wie Ökosozialisten, emanzipatorische Linke (die u.a. für ein bedingungsloses Grundeinkommen eintreten) und radikale Globalisationsgegner, von denen viele, wenn auch bei weitem nicht alle, einer Zusammenarbeit mit den Sozialisten ablehnend oder kritisch gegenüberstehen. Mit dem politischen Aufstieg Nícola Mersenburg-López', der als diesen Strömungen nahestehend gilt und als Bindeglied zwischen Reformern (v.a. Erneuerern) und Bewegungskommunisten angesehen werden kann, haben die Bewegungskommunisten stark an Einfluss in der Partei gewonnen und ein Stück weit ihre Außenseiterstellung überwunden.
Internationale Verbindungen und Vorfeldorganisationen
Die Sagradische Kommunistische Partei unterhält Verbindungen zu Kommunistischen Parteien in der ganzen Welt, darunter auch die KP Chinas und die KP Kubas. Die Partei war zudem 2004 Gründungsmitglied der Europäischen Linken. Die sagradischen kommunistischen Abgeordneten im Europäischen Parlament gehörten bis zu deren Spaltung 1989 der Kommunistischen Fraktion an und bildeten daraufhin zusammen mit französischen und portugiesischen Kommunisten das orthodoxe Cartel des Gauches, während sich zwei reformkommunistische Abtrünnige der GUE unter Führung der italienischen und spanischen Kommunisten anschlossen. Erst nach den Wahlen 1994 stießen auch die orthodox-kommunistischen PCS-Mitglieder zu dieser Gruppe. Seit 1995 gehören die sagradischen PCS-Abgeordneten der Fraktion „Vereinigte Europäische Linke – Nordische Grüne Linke“ (GUE/NGL) an.
Die Partei verfügt traditionell über sehr enge Verbindungen zur kommunistisch dominierten Gewerkschaft Comunitá General del Lavoro (CGL). Die kommunistische Jugendorganisation trägt den Namen Jovenes Comunistas Sagradés (JCS), der der kommunistische Studentenbund Liga Comunista de Estudiantes (LCE) nahesteht. Die politische Stiftung Istituto Lorenzo Sabal steht der Partei ebenso nahe wie das traditionsreiche Blatt l'Humanitá, das sich mehrheitlich im Parteibesitz befindet.
Führungspersönlichkeiten
Generalsekretäre
- 1920-1922: kollektives Sekretariat
- 1922-1934: Lorenzo Sabal (ermordet)
- 1934-1940: Narcís Colom (aufgrund seiner Haft seit 1938 nur pro forma, 1940 in Haft gestorben)
- 1940-1949: Santiago Catarela (seit 1938 bereits de facto, bis 1943 im Exil)
- 1949-1959: Carles Salas
- 1959-1966: Santo Cortez
- 1966-1981: Dián Aliureto Chabonet
- 1981-1990: Lorenzo Beregas
- 1990-1993: António Fiali
- 1993-2010: Oscar Ricardo Escova
- seit 2010: Antónia Mas
Spitzenkandidaten der Unitá-PCS 1990-2002
- 1990: António Fiali
- 1994: Oscar Ricardo Escova
- 1998: António Fiali
- 2002: António Fiali
Spitzenkandidaten der Sinistra/SDU seit 2006
- 2006: António Fiali (Lista de la Sinistra)
- 2008: António Fiali (SDU)
- 2012: Antónia Mas (SDU, zusammen mit Paulo Satyres)