Sechzigjähriger Krieg: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Sechzigjähriger Krieg''' (''Guerra de Sesentànus'') ist die Bezeichnung für eine Reihe von Kriegen im [[Sagradien|sagradisch]]-[[Mikolinien|mikolinischen]] Konflikt, der in der Regierungszeit von König [[Johann IV.|Johann dem Hochmütigen]] begann und zum Ende der [[Union von Alagua]] führte. In [[Sagradien]] und [[Peruzien]] mündete der Krieg in einen Erbfolgestreit um die Nachfolge des [[Haus Redanior|Königshauses der Redanior]]. In [[Peruzien]] war der Krieg zudem Teil der längeren Phase der [[Peruzinische Kriege|Unabhängigkeitskriege]] nach dem Ende der [[Lusoniden]]herrschaft. Damit verbunden waren Auseinandersetzungen zwischen der [[Tulinesischen Republik]] mit dem Königreich Mikolinien und anderen regionalen Mächten um die Vorherrschaft im Blaumeerraum.
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'''Sechzigjähriger Krieg''' (''Guerra de Sesentànus'') ist die Bezeichnung für eine Reihe von Kriegen im [[Sagradien|sagradisch]]-[[Mikolinien|mikolinischen]] Konflikt, der in der Regierungszeit von König [[Johann IV.|Johann dem Hochmütigen]] begann und zum Ende der [[Union von Alagua]] führte. In [[Sagradien]] und [[Peruzien]] mündete der Krieg in einen Erbfolgestreit um die Nachfolge des [[Haus Redanior|Königshauses der Redanior]]. In [[Peruzien]] war der Krieg zudem Teil der längeren Phase der [[Peruzinische Kriege|Unabhängigkeitskriege]] nach dem Ende der [[Lusoniden]]herrschaft. Damit verbunden waren innermikolinische Kämpfe zwischen König und Fürsten sowie Auseinandersetzungen zwischen der [[Tulinesischen Republik]] mit dem Königreich Mikolinien und anderen regionalen Mächten um die Vorherrschaft im Blaumeerraum.
  
 
Als Beginn des Sechzigjährigen Kriegs gilt traditionell die Erhebung der mikolinischen Stände gegen den Statthalter König [[Johann IV.|Johanns des Hochmütigen]], [[Johann von Tesqué (Statthalter)|Johann von Tesqué]], seit 1383, die 1386 zur Absetzung Johanns durch die in der [[Konvention von Nanthés]] vereinten mikolinischen Stände führte. Im Anschluss an die Absetzung Johanns wurde [[Karl von Interea]] zum [[König von Mikolinien]] erhoben, der bis 1390 die Unabhängigkeit Mikoliniens sichern konnte. Sein Sohn [[Karl VI. von Mikolinien]] eroberte schließlich auch die verwaiste peruzinische Krone. Hinzu kamen außerdem Auseinandersetzungen innerhalb des mikolinischen Königreichs, innerhalb Peruziens sowie in Golen, in die auch die tulinesische [[Comitat]]srepublik verwickelt war. Als Abschluss dieser Kämpfe gilt der [[Frieden von Tesqué]] im Jahr 1443, der die komplexen Kampfhandlungen zu einem Abschluss führte.
 
Als Beginn des Sechzigjährigen Kriegs gilt traditionell die Erhebung der mikolinischen Stände gegen den Statthalter König [[Johann IV.|Johanns des Hochmütigen]], [[Johann von Tesqué (Statthalter)|Johann von Tesqué]], seit 1383, die 1386 zur Absetzung Johanns durch die in der [[Konvention von Nanthés]] vereinten mikolinischen Stände führte. Im Anschluss an die Absetzung Johanns wurde [[Karl von Interea]] zum [[König von Mikolinien]] erhoben, der bis 1390 die Unabhängigkeit Mikoliniens sichern konnte. Sein Sohn [[Karl VI. von Mikolinien]] eroberte schließlich auch die verwaiste peruzinische Krone. Hinzu kamen außerdem Auseinandersetzungen innerhalb des mikolinischen Königreichs, innerhalb Peruziens sowie in Golen, in die auch die tulinesische [[Comitat]]srepublik verwickelt war. Als Abschluss dieser Kämpfe gilt der [[Frieden von Tesqué]] im Jahr 1443, der die komplexen Kampfhandlungen zu einem Abschluss führte.

Version vom 14:36, 22. Dez 2025

Sechzigjähriger Krieg (Guerra de Sesentànus) ist die Bezeichnung für eine Reihe von Kriegen im sagradisch-mikolinischen Konflikt, der in der Regierungszeit von König Johann dem Hochmütigen begann und zum Ende der Union von Alagua führte. In Sagradien und Peruzien mündete der Krieg in einen Erbfolgestreit um die Nachfolge des Königshauses der Redanior. In Peruzien war der Krieg zudem Teil der längeren Phase der Unabhängigkeitskriege nach dem Ende der Lusonidenherrschaft. Damit verbunden waren innermikolinische Kämpfe zwischen König und Fürsten sowie Auseinandersetzungen zwischen der Tulinesischen Republik mit dem Königreich Mikolinien und anderen regionalen Mächten um die Vorherrschaft im Blaumeerraum.

Als Beginn des Sechzigjährigen Kriegs gilt traditionell die Erhebung der mikolinischen Stände gegen den Statthalter König Johanns des Hochmütigen, Johann von Tesqué, seit 1383, die 1386 zur Absetzung Johanns durch die in der Konvention von Nanthés vereinten mikolinischen Stände führte. Im Anschluss an die Absetzung Johanns wurde Karl von Interea zum König von Mikolinien erhoben, der bis 1390 die Unabhängigkeit Mikoliniens sichern konnte. Sein Sohn Karl VI. von Mikolinien eroberte schließlich auch die verwaiste peruzinische Krone. Hinzu kamen außerdem Auseinandersetzungen innerhalb des mikolinischen Königreichs, innerhalb Peruziens sowie in Golen, in die auch die tulinesische Comitatsrepublik verwickelt war. Als Abschluss dieser Kämpfe gilt der Frieden von Tesqué im Jahr 1443, der die komplexen Kampfhandlungen zu einem Abschluss führte.

Im einzelnen umfasst der Sechzigjährige Krieg folgende Phasen der Auseinandersetzung:

Hintergrund

Nach dem Tod des sagradischen Königs Julen I. und seinem Sieg über Heinrich von Viça 1321 hatte König Martin VI./I. aus dem Haus Redanior, seit 1313/15 als Nachfolger seines Bruders Philipp als König von Peruzien und König von Mikolinien, die drei Königreiche von Sagradien (inklusive Golen), Peruzien und Mikolinien in der Union von Alágua in Personalunion vereint, doch bereits sein Sohn Martin VII./II. plante 1368 eine Erbteilung unter seinen Söhnen, die aber nicht zustande kam. Unter Johann dem Hochmütigen geriet das Unionsreich schließlich in eine anhaltende Krise.

Mikolinischer Unabhängigkeitskrieg

Die unpopuläre Herrschaft der sagradischen Statthalter Stefan von Noyar und Johann von Tesqué in Mikolinien und Peruzien führte zu Beginn der 1380er Jahre zu einer Reihe lokaler Aufstände und Erhebungen, die 1383 zu offenen Kriegshandlungen führten. Bis 1385 schlossen sich immer mehr mikolinische Adlige der Erhebung an, die 1386 zur Konvention von Nanthés führte, in der Johann als König abgesetzt wurde. Kurz darauf wählten die Stände ihren Anführer Karl von Interea, einen illegitimen Nachkommen der mikolinischen Salua-Könige, als Karl V. zum König. Diesem gelang es schließlich bis 1390 die Unabhängigkeit der mikolinischen Reichsteile von Sagradien zu behaupten.

Die mikolinischen Stände beriefen sich auf die Konvention von Marbore von 1368, in der sie dem Erbteilungsplan Martins VII. zugestimmt hatten, der die Trennung der sagradischen von der mikolinischen und peruzinischen Krone unter Martins Nachfolgern vorgesehen hatte, jedoch nie wirksam geworden war. In der Konvention von Albero bekannten sich die peruzinischen Stände zu Johann, ließen sich ihre Treue aber durch weitgehende Privilegien und Zusicherungen abkaufen.

Krieg der zwei Herzöge und Thronfolgekrieg in Sagradien

Damit war aber die Auseinandersetzung noch nicht beendet. Stattdessen führte die Erbenlosigkeit Johanns dazu, dass der Konflikt weiterschwelte. Noch zu Lebzeiten Johanns begannen in Sagradien bürgerkriegsartige Nachfolgekämpfe zwischen den Häusern Vesaey und Ostino unter den beiden Herzögen Joseph von Ostino und Michael von Vesaey. In Peruzien kristallisierten sich mehrere Adelsparteien heraus, die sich zwar auf die Behauptung des ständischen Wahlrechts, nicht aber auf einen Nachfolgekandidaten einigen konnten. Nach dem Tod Johanns 1395 kam es in Sagradien schließlich zur Fortführung des Kriegs zwischen seinen möglichen Nachfolgern Michael von Vesaey und Joseph von Óstino, in dem der Ostinenser sich mit Karl VI. von Mikolinien, seit 1391 Nachfolger Karls V. als König von Mikolinien, verbündete und zunächst siegte, ehe Michael von Vesaey aber 1396 die Oberhand gewann und seinen Kontrahenten zur Abdankung zwang.

Zeitgleich nahm ein Teil des peruzinischen Adels Verhandlungen mit Karl VI. auf und bot ihm ohne Mehrheit der Stände das Königtum an, was dieser wiederum 1396 zur Intervention in Peruzien nutzte und damit den Krieg mit Sagradien auslöste. Karl und die promikolinische Ständepartei beriefen sich dabei auf die Konvention von Marbore. Nach dem Tod Josephs von Ostino 1398 erklärte Karl zunächst dessen 13-jährigen Sohn Johann das Kind zum sagradischen König, erhob nach dessen Tod 1402 aber kurze Zeit selbst Anspruch auf die sagradische Krone, womit er den Vertrag von 1390 in allen Teilen, aber auch die Konvention von Marbore, auf die er sich bis dahin berufen hatte, für ungültig und sich selbst zum legitimen Erben des Reichs Martins des Guten erklärte.

Auf sagradischer Seite kämpften zeitweise die Comitat-Republik Tulis sowie das im Krieg um Lonéa befindliche Haus Salua in Mikolinien, mit dem mikolinischen König waren u.a. die Häuser Óstino, Esqués und Golen-Alagua verbündet, ehe nach einem Seitenwechsel in der Endphase auch der Herzog von Salua als potenter Geldgeber Karls VI. eine Schlüsselrolle spielte. Während es für Karl VI. um die Eroberung Perucías und Golens und zeitweise auch den Gewinn der sagradischen Krone ging, versuchte Sagradien unter Michael I. und Philipp V. seine Besitzungen im Norden der mikolinischen Halbinsel zu halten. Die Tulinesische Republik der Sántori-Contes sah in einer neuerlichen sagradisch-mikolinischen Union unter Karl VI. eine Gefahr für die eigene Unabhängigkeit und kämpfte um seine Vorherrschaft im Blaumeer, seine Kolonien in Ostmikolinien sowie beanspruchte Gebiete in Golen. Für die nur zeitweise und auch nur indirekt gegen Karl VI. kämpfenden Saloaner ging es vor allem um eine Stärkung der eigenen Hausmacht in Südmikolinien und die Unabhängigkeit von der Krone, während die Anmeldung eigener Ansprüche auf die mikolinische Krone vor allem taktischer Natur war.

Kriegsverlauf

Die Anfangsphase des Kriegs zwischen Sagradien und Mikolinien brachte Erfolge für Mikolinien, das sich in der Alberenser Union 1409 die Unterstützung der peruzinischen Stände sichern und anschließend bis nach Gerón vordringen konnte, die Belagerung der Stadt aber 1420 aufgeben musste. Zu dieser Zeit fand der Krieg hauptsächlich im Gebiet rechts der Konsetten statt mit mikolinischen und tulinesischen Truppen auf sagradischem Gebiet, wobei die Gewinne António de Sántoris, als Fürst von Valier sagradischer Lehnsträger, gegen den mit Mikolinien verbündeten Markgrafen Ludwig von Golen zwar offiziell im Namen der sagradischen Krone stattfanden, de facto aber die Macht der Sántori vermehrte.

Die gescheiterte Belagerung Geróns 1420 führte zu einer Wende im Krieg. Obwohl Michael I. von Sagradien in der Schlacht von Porto Valés 1421 fiel, siegte sein Sohn Don António 1422 und 1423 bei Sancristo und Alágua, ehe die Kämpfe vorübergehend eingestellt wurden. Während Karl VI. in der Folge mit Gefechten gegen Tulis und das rebellierende Haus Salua beschäftigt war, nahm Sagradien unter Philipp V. die Kämpfe im Jahr 1427 wieder auf und rüstete zur Gegenoffensive. In der Schlacht von Cania erlitt Mikolinien eine empfindliche Niederlage und verlor in der Folge große Gebiete Contes an Sagradien. Die Rebellion Contes gegen Sagradien im Jahr 1431 beendete schließlich die sagradische Offensive. Kleinere Gefechte brachten in der Folge keine neuen Entwicklungen, ehe die Kämpfe 1439 weitgehend eingestellt wurden. 1440 schloss Mikolinien einen Separatfrieden mit Tulis, das seine Stützpunkte in Mikolinien behielt, ehe der Krieg im Frieden von Tesqué von 1443 endgültig beendet wurde.

Folgen

Mit dem Frieden von Tesqué endete die von 1321 bis 1386 bestehende und danach von verschiedenen Seiten angestrebte sagradisch-mikolinische Union von Alagua endgültig und die seit dem 11. Jahrhundert andauernden Kämpfe um Peruzien wurden aufgegeben. Der Friedensvertrag berief sich inhaltlich auf die Konvention von Marbore von 1368, bestätigte aber de facto lediglich den im Krieg entstandenen Status Quo.

Mit dem Verzicht Sagradiens auf Peruzien und dem Mikoliniens auf Golen sowie die Festschreibung der so genannten "Medeo-Linie" als Grenze beider Staaten wurde die bis 1815 und mit leichten Veränderungen in Bezug auf Golen bis ins 20. Jahrhundert hinein gültige Grenze zwischen beiden Staaten festgelegt. Der Friedensvertrag von Tesqué kann darüber hinaus als Gründungsstunde des modernen mikolinischen Nationalstaates gelten, da das neue Königreich erstmals überhaupt seit dem Frühmittelalter neben Süd- und Mittelmikolinien auch den peruzinischen Norden umfasste, der heute als integraler Bestandteil Mikoliniens angesehen wird. In Mikolinien konnte sich in der Folge das Königtum des Hauses Interea stabilisieren, dessen Herrschaft in Nebenlinien bis heute andauert.

Aus peruzinischer Sicht endeten die seit dem 13. Jahrhundert andauernden Peruzinischen Kriege um die Unabhängigkeit des Königreichs im Norden der mikolinischen Halbinsel mit einer Niederlage für die Vertreter eines unabhängigen Königtums. Von peruzinischen Nationalisten wird der Friedensvertrag von Tesqué daher als vorerst endgültiges Ende der nationalen Unabhängigkeit Peruziens verstanden.

Aus sagradischer Sicht bildete der Frieden mit Mikolinien die Grundlage für den Aufstieg Sagradiens und der Sántori-Dynastie zur europäischen Großmacht und zur Weltmacht im 16. Jahrhundert (so genanntes Goldenes Jahrhundert). Die salonischen Herzöge konnten sich im Süden der Halbinsel de facto als unabhängige Macht etablieren, deren Besitztümer am Ende des Jahrhunderts an die sagradischen Santori-Könige fielen. Aus der Tulinesischen Adelsrepublik war nach Eroberungen, Bürgerkämpfen, Verlusten und neuerlichen Siegen schließlich ein monarchisch geführter Staatsverband unter Führung der Sántori geworden, die als Fürst-Grafen von Valier, Tulis, Golen, Conte und Plato zum vorherrschenden Machtfaktor im Blauen Meer aufgestiegen waren.

Der Frieden zwischen Sagradien und Mikolinien hielt jedoch nicht einmal ein halbes Jahrhundert. Mit dem Ende der Saloaner Dynastie im Süden kam es seit 1477 zu neuerlichen Kriegen zwischen Sagradien und Mikolinien um das Erbe der saluanischen Herzöge in Südmikolinien, in denen sich schließlich die sagradischen Santori durchsetzen konnten (Saloanische Kriege).

Einschätzung

Die mikolinische Nationalgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts sah den Sechzigjährigen Krieg mehrheitlich als Fortsetzung des Befreiungskriegs gegen Sagradien und als mikolinischen Einigungskrieg. Von peruzinischen Nationalisten wurde er daher auch als Ende der eigenen Selbständigkeit gesehen. Dagegen wurde der Krieg in Sagradien als erfolgreicher Abwehrkrieg der mikolinischen Expansionsbestrebungen und als Wurzel der eigenen Weltmachtbestrebungen angesehen.

Demgegenüber betont die neuere Forschung den machtpolitischen Charakter des Erbfolge- und Bürgerkriegs und bezeichnet die Auseinandersetzungen als Beispiel eines Staatsbildungskriegs, aus dem schließlich nicht nur die moderne mikolinisch-peruzinische Monarchie, sondern auch der sagradische Santori-Staat der frühen Neuzeit in Grundzügen hervorgegangen ist.