Saloanische Lande

Aus Sagradien
Version vom 29. Dezember 2025, 12:54 Uhr von Thorsten (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) →Nächstältere Version | Aktuelle Version ansehen (Unterschied) | Nächstjüngere Version← (Unterschied)
Zur Navigation springenZur Suche springen
WappenSalua.jpg

Die Saloanischen Lande (Paeses Saloanes; Paises Saloanœs) waren ein spätmittelalterliches und frühneuzeitliches Herrschaftskonglomerat im Süden der mikolinischen Halbinsel. Ursprünglich ein Sammelbegriff für die mikolinischen Lehen im Besitz der Herzöge von Salua, konnte das Gebiet im Zuge des Sechzigjährigen Kriegs (1383-1443) und der folgenden Saloanischen Kriege zwischen Sagradien und Mikolinien seine Unabhängigkeit vom mikolinischen Königtum erreichen. Zu den Landen gehörten das Herzogtum Salua, das Fürstentum Màrbore, die Grafschaft Feiroa sowie das Herzogtum Macedi, das 1669 zum Großherzogtum Macedi erhoben wurde. Die Herren der Saloanischen Lande traten seither als Großherzöge von Macedi auf. Hauptstadt und Regierungssitz der Lande war die südmikolinische Hafenstadt Macedi.

Nach dem Aussterben des ursprünglichen Herzogsgeschlechts des Hauses Salua im Jahr 1505 gingen die Lande in den Besitz der sagradisch-tulinesischen Herrscherdynastie Santori über und blieben bis 1669 im Besitz der sagradischen Könige. Diese regierten zugleich als Herzöge von Salua und Macedi sowie Fürsten von Marbore und Grafen von Feiroa und wurden in den Saloanischen Landen von Statthaltern vertreten. Erst im Frieden von Villágua 1669, der den Großen Asumarischen Krieg beendete, erkannte König Karl IX. von Mikolinien auch offiziell die staatsrechtliche Souveränität der Lande an, erreichte jedoch die Trennung der Herzogswürde von der sagradischen Königskrone. Der sagradische König Gabriel VII., der bis dahin nominell auch Herzog von Salua und Macedi gewesen war, gab die Herzogtümer in Mikolinien daraufhin seinem jüngeren Sohn Luis Filipe, der daraufhin den Titel eines Großherzogs von Macedi annahm und die santorische Sekundogenitur Santori-Macedi begründete. Mit der Niederlage Sagradiens im Zweiten Asumarischen Krieg 1703-1711 fiel das Großherzogtum schließlich an Claudius I. von Mikolinien, der die Saloanischen Lande nach Jahrhunderten wieder in das Königreich Mikolinien integrierte.

Geschichte[bearbeiten]

Die Lande unter den Herzögen aus dem Haus Salua[bearbeiten]

Die Ursprünge der Saloanischen Lande liegen im weitläufigen Herrschaftskonglomerat im Süden der Halbinsel, das den Herzögen von Salua als Hausmacht diente. Seit 1055 trugen die Herzöge von Salua auch den Titel der Grafen von Macedi und konnten ihrem Besitz durch Heiratsverbindungen und Pfandschaften große Teile Lukiens, der Fanata und Correras hinzufügen. Der Tod König Michaels III. 1064 eröffnete eine Reihe von blutigen Bürgerkriegen zwischen den Saloanern und dem Haus Lonea um die Krone Mikoliniens, die als Temp de Sang bekannt wurden. Der saloanische König Karl I. erhob seinen jüngeren Sohn Karl Graf von Macedi 1198 zum Herzog. Nach dem Tod seines älteren Bruders Joseph III. von Mikolinien bestieg Karl 1214 selbst den mikolinischen Thron und gab das Herzogtum an seinen jüngeren Sohn Richard. Nachdem dieser als Richard I. selbst den Thron bestiegen hatte, gab er das Herzogtum 1227 an seinen jüngeren Bruder Heinrich ab.

Heinrichs Urenkel Anton I. von Salua versuchte nach dem Aussterben der Hauptlinie des Hauses Salua 1313 vergeblich, den mikolinischen Thron zu übernehmen und unterstützte schließlich seinen Schwiegersohn Martin von Gerón, der sich nach geglückter Übernahme des Throns mit umfangreichen Privilegien erkenntlich zeigte. Zu Zeiten der Union von Alagua gehörten die Saloanischen Herzöge zu den mächtigsten Herren des Reichs, standen aber in Konkurrenz zum Haus der Grafen von Interea, einer jüngeren illegitimen Nebenlinie der Salua-Könige.

Bei der Revolution von 1386 unterstützten die Saloaner nur zögerlich Karl von Interea und ließen sich ihre militärische Hilfe im folgenden Krieg gegen Sagradien teuer erkaufen. Herzog Karl IV. erreichte schließlich durch geschicktes Taktieren im Sechzigjährigen Krieg eine weitreichende Unabhängigkeit von der nun beim Haus Interea liegenden mikolinischen Krone. Während er anfänglich Karl VI. von Interea unterstützt hatte, wechselte er bald die Seiten und verheiratete seinen Neffen Anton mit der sagradischen Prinzessin Maria von Vesaey. 1420 begann er einen Krieg gegen die Herzöge von Lonea und erklärte sich in dessen Verlauf 1425 zum legitimen König von Mikolinien. Da er zwei Jahre später jedoch starb, ohne einen Erben zu hinterlassen, blieben seine Ansprüche folgenlos.

Da sein potenzieller Nachfolger, sein Neffe Anton sich in lonensischer Gefangenschaft befand, übernahm seine Schwester Margarete von Salua die Herrschaft. Sie erreichte schließlich die Freilassung Antons und schloss 1429 Frieden mit Lonea, der den Bürgekrieg der Saloanes und Lonenses schließlich beendete. Anton II. übernahm die Herzogswürde 1432 von seiner Tante, die wenig später starb.

Trotz der Nachfolgewirren gingen die Saloanes aus dem Sechzigjährigen Krieg gestärkt hervor und bildeten nach dem Frieden von Tesqué 1443 eine de facto unabhängige Macht im Süden der Halbinsel. Wichtige Machtquelle war die finanzielle und wirtschaftliche Stärke des Reichs. Besonders in der Endphase des Sechzigjährigen Krieges hatten die Herzöge von Salua und Macedi als potente Geldgeber des mikolinischen Königs auftreten können und brachten über den Weg der Pfandschaft den gesamten Süden des Königreichs inklusive mehrerer Herrschaften in Lukien und Südpiranien unter ihre Kontrolle. Die Lehnsabhängigkeit vom mikolinischen König bestand seither nur noch formal, der als Saloanische Lande bezeichnete Herrschaftskomplex der südlichen Herzöge bildete ein eigenständiges Reich im Süden der mikolinischen Halbinsel, während sich die Macht der mikolinischen Könige auf die mittelmikolinischen Provinzen Piranien und Lonea sowie das südöstliche Gebiet um Servette konzentrierte.

Saloanische Kriege[bearbeiten]

Auf Herzog Anton II. folgte sein Sohn Philipp, der jedoch keinen legitimen männlichen Erben hinterließ. Es kam schließlich nach seinem Tod 1470 zum Erbfolgekrieg zwischen Filip von Saséia, einem unehelichen Sohn Antons II., und dem mikolinischen König Heinrich I. Während Heinrich den Herrschaftskomplex der Saloanischen Lande als anheimgefallenes Lehen wieder unter die Krone zwingen wollte, wählten die saloanischen Stände Filip von Saséia zum neuen Herzog. Es kam zum Einmarsch mikolinischer Truppen, gegen die sich Filip mit dem sagradischen König Philipp VI. aus dem Haus Sántori verbündete. Mit sagradischer Hilfe konnte sich Filip von Saséia schließlich durchsetzen. Bei Tinágua siegte 1479 das vereinigte Heer der Saloaner und Sagradier gegen Mikolinien und erreichte die Anerkennung der Herrschaft Filips. Dieser heiratete danach Philipps Schwester Isabel de Sántori und intensivierte das sagro-saloanische Bündnis.

Nach dem Tod Filips im Jahr 1490, dem nominell sein einjähriger Sohn Baltasar unter der Vormundschaft Isabel de Sántoris folgte, nahm Mikolinien den Kampf um die Saloanischen Lande wieder auf. Erneut wurde Sagradien zu Hilfe gerufen, jedoch konnte König Philipp VII. erst 1492 mit einem Heer nach Südmikolinien ziehen. Auf dem Weg kam es zu mehreren Schlachten. 1494 siegten die Mikolinier bei Joçaleia und zwangen Sagradien zum Rückzug, gleichzeitig besetzten die Mikolinier das sagradische Golen als Faustpfand. Jedoch konnte Isabel ihre Stellung in Salua und Macedi zunächst halten. Erst 1496 nahmen mikolinische Truppen die Stadt Macedi ein und setzten sowohl die Regentin als auch den jungen Herzog ab. Im Folgejahr fiel Sagradien in Lukien ein und schritt rasch voran. Im Herbst 1497 endete der Feldzug mit der Niederlage Mikoliniens in zwei Schlachten bei Sant Filip und Cosqol. Die Sagradier setzten die minderjährige Antonia von Salua, eine Enkelin Philipps von Saseia, als Herzogin und ihren Vater Peter von Sagradien als Regenten ein. Dieser übernahm wenig später selbst den Herzogstitel und behielt ihn auch nach dem kinderlosen Tod seiner Tochter. Die saloanischen Stände stimmten der Rechtsübertragung an die sagradische Dynastie der Sántori nur unter großen Zugeständnissen zu, welche die Macht des einheimischen Adels deutlich vermehrte.

Als Herzog Peter 1502 den sagradischen Thron an sich riss und das Herzogtum damit an Sagradien fiel, nutzte Mikolinien innere Unruhen in Sagradien im Zuge der Lilienkriege, um im Dritten Saloanischen Krieg einen letzlich vergeblichen Versuch zu unternehmen, die Lande zu erobern. Wiederum zogen die Saloanischen Stände die Herrschaft der ferneren Santori einer Eingliederung ins mikolinische Königreich vor, zumal Peters Kriege in Sagradien die Möglichkeit boten, in Abwesenheit die heimischen Verhältnisse selbst zu kontrollieren.

Im Frieden von Salua wurden die Saloanischen Kriege 1506 endgültig beendet. Die Saloanischen Lande, namentlich das Herzogtum Macedi, das Herzogtum Salua, Marbore sowie die Grafschaft Feiroa fielen geschlossen an das Haus Santori und an die Erben Peter von Sagradiens, wohingegen die Pfandschaften im lukischen Raum und in Südpiranien wie die Grafschaften Drouvel oder Carata wieder an die mikolinische Krone zurückfielen. Diese Teilung entsprach in etwa den realen Machtverhältnissen des Jahres 1506.

Saloanische Lande unter den Santori[bearbeiten]

Als Haupstadt etablierte sich in der Folge Macedi, an dem die Herren der Saloanischen Lande Hof hielten und das zunehmend metonymisch für die Lande benutzt wurde. Nach dem Tod Peters 1509 erbte dessen Sohn David I. auch die Besitzungen in Mikolinien, gab diese aber 1532 an seinen Sohn Andrés Piero, den Fürsten von Sarmay ab, der aber nur zwei Jahre regierte und 1534 starb. Nach seinem Tod fielen die Lande wieder an seinen Vater David I. zurück, der sie in seiner Erbteilung schließlich seiner Tochter Johanna I. und ihrem Mann Philipp von Valier zusprach. Für das kommende Jahrhundert blieben die Saloanischen Lande und die sagradische Krone unter den Königen Danadier I., Gabriel V. und Gabriel VI. in der selben Hand, wurden aber im Einvernehmen mit den mächtigen Ständen weitgehend unabhängig vom sagradischen Hauptland von einem sagradischen Statthalter verwaltet.

Anders als im Norden der mikolinischen Halbinsel fand die reformatorische Uleistenbewegung im saloanischen Süden keine große Anhängerschaft. Im Ligrischen Krieg 1620/21 kämpfte Macedi auf Seiten der sagradischen Krone gegen Mikolinien, konnte sich aber gegen den Feind im Norden behaupten. Nachdem die sagradische Königinmutter und Regentin Katharina von Mikolinien bis zu ihrer Entmachtung 1653/54 eine Politik des sagro-mikolinischen Ausgleichs betrieben hatte, versuchte das erstarkte Mikolinien im Asumarischen Krieg 1657-1669 gewaltsam das alte Ziel der Rückeroberung des Südens und der Inkorporation der Lande in die mikolinische Krone durchzusetzen. Der Krieg endete 1669 im Friede von Villagua mit einem Kompromiss: Die de facto längst erreichte Unabhängigkeit der Lande von der mikolinischen Krone wurde auch offiziell anerkannt, im Gegenzug musste der sagradische König Gabriel VII. aber den Herzogtitel an seinen jüngeren Bruder Ludwig Philipp abgeben, der die Nebenlinie Santori-Macedi begründete und als Herrscher des nunmehr souveränen Staates den Titel eines Großherzogs von Macedi annahm.

Liste der Herren der Saloanischen Lande[bearbeiten]

Von Bis König (Lebenszeiten) Mikolinischer Herrschername besonderes
Haus Salua (Herzöge bis 1501)
Linie Salua
1198 1216 Karl I. (1167-1216) Charl I Sohn Karls I. von Mikolinien, seit 1214 als Karl II. König von Mikolinien
1216 1227 Richard I. (1185-1259) Richard I Sohn Karls I., seit 1217 König von Mikolinien
Haus Salua-Macedi
1227 1252 Heinrich I. (1192-1252) Henrique Bruder Richards I., Sohn Karls I.
1252 1266 Heinrich II. (1220-1266) Henrique II Sohn Heinrichs I.
1266 1292 Karl II. (1245-1292) Charl II Sohn Heinrichs II.
1292 1304 Karl III. (1267-1304) Charl III Sohn Karls II.
1304 1330 Anton I. (1269-1330) Antone I Bruder Karls III., Sohn Karls II.
1330 1380 Heinrich III. (1321-1380) Henrique III Enkel Antons I.
1380 1387 Heinrich IV. (1341-1384) Henrique IV Sohn Heinrichs III.
1387 1427 Karl IV. (1368-1427) Charl IV Sohn Heinrichs IV.
1427 1432 Margarete von Salua (1379-1433) Margareta de Sáloa Schwester Karls IV., Abdankung zugunsten ihres Neffen
1432 1448 Anton II. (1393-1448) Antone II Neffe Karls IV.
1448 1470 Philipp I. (1418-1470) Filip I Sohn Antons II.
1470 1479 Philipp II. von Saséia (1437-1490) Filip II de Saséia Halbbruder Philipps I.; unehelicher Sohn Antons II.
1479 1485 Antonia von Salua (1466-1485) Antonia Tochter Philipps II.; bis 1482 Regentschaft Isabel de Sántoris
1481 1482 mikolinische Besetzung
Haus Santori (1482-1745)
Linie Santori
1482 1485 Peter (1452-1509), jure uxoris Pier Ehemann Antonias
1485 1499 Baltasar (1485-1499) Baltasar Sohn Antonias und Peters, unter der Regentschaft Peters
1499 1509 Peter (1452-1509), suo jure Pier Vater Baltasars, 1502-1509 König von Sagradien
1509 1532 David (1491-1543) David Sohn Peters I., König von Sagradien
1532 1534 Andreas Peter (1515-1534) Andres Pier Sohn Davids I.
1534 1543 David (1491-1543) David Sohn Peters I., König von Sagradien und Portugal
1543 1575 Johanna (1524-1590) Joanna I Königin von Sagradien, Tochter Davids I.
Linie Santori-Valier
1543 1552 Philipp III. (1515-1552), jure uxoris Filip III Ehemann Johannas, Neffe Davids I.
1575 1592 Danadier I. (1545-1592) Danadier Sohn Johannas I., König von Sagradien
1592 1640 Gabriel I. (1585-1640) Gabriel I König von Sagradien
1640 1651 Gabriel II. (1610-1651) Gabriel II König von Sagradien
1651 1669 Gabriel III. (1637-1698) Gabriel III König von Sagradien


Liste der sagradischen Statthalter in Macedi[bearbeiten]

Von Bis König (Lebenszeiten) Herrscher/in besonderes
1479 1482 Isabella von Santori Antonia von Salua Stiefmutter von Antonia
1482 1585 keine Statthalterschaft
1485 1499 Peter von Sagradien Baltasar von Santori, Herzog von Salua Vater von Baltasar, Witwer von Antonia
1499 1502 keine Statthalterschaft Peter I.
1502 1509 Johanna von Santori Tochter von Luis Filipe de Santori-Perín
1515 1519 Danadier de Sántori, Fürst von Valier David I. Sohn Peters, Bruder Davids I.
1519 1529
1529 1534 Joán António dels Vigues, Conte de Biniar Sohn von Carles de Biniar und Schwager von David I.
1532 1534 Andreas Peter
1534 1536 David I.
1536 1542 Filipe de Santori, Fürst von Valier (1515-1552) Neffe und Schwiegersohn Davids I.
1542 1548 Luvis de Granval, Graf von Varealet Johanna I.
1548 1559 Júlio Cesar de Sántori (1518-1559), Graf von Sagonte unehelicher Sohn Davids I.
1559 1565 María Beatrice de Sántori, Prinzessin von Portugal Witwe Johann Manuels von Portugal
1565 1574 Carles de Monteblanxard, Graf Vallador
1574 1582 Miquel d'Esqués, Conte de Napar (1542-1582) Danadier I. Neffe Philipp von Valiers
1621 1642 Joán Miquel de Sántori, Herzog von Sesin Gabriel V. Schwager Gabriels V.
1642 1650 Gabriel VI.
1650 1662 Manuel de Sántori, Fürst von Cuentez (1621-1701) Gabriel VII. Schwiegervater Gabriels VII.