Philipp V.

Aus Sagradien
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Philipp V. (von Sagradien), (*1387; †1457) war als König von Sagradien (1421-1457) der zweite und letzte König aus dem Haus Vesaey. Er schloss 1443 den Frieden von Tesqué, der den unter seinem Vater Michael von Vesaey begonnenen Sechzigjährigen Krieg beendete.

Herkunft und Thronbesteigung

Don Filipe Miquel de Vesaey wurde 1387 in Vesaey als Sohn Miquel de Vesaeys, des Herzogs von Sesín, und seiner Frau Lara von Salua geboren. Im Alter von neun Jahren erlebte der junge Filipe, wie sein Vater nach Jahren des Krieges als Michael I. den sagradischen Thron bestieg und damit den Sechzigjährigen Krieg gegen den micolinischen König Karl VI. auslöste. Damit wurde der junge Philipp plötzlich sagradischer Infant, Fürst von Sarmay sowie Herzog von Sesín. 1410 heiratete er Lorentina de Soler, mit der er insgesamt dreizehn Jahre lang verheiratet war, ohne dass ihm seine Frau einen Thronfolger gebären konnte. 1405/06 war er für kürzere Zeit in Gefangenschaft des Grafen von Esqués, der sich gegen seinen Vater wandt und den Thronfolger als Geisel nehmen wollte, doch konnte sich Philipp wenig später wieder befreien.

Seit 1407 war Philipp immer wieder an Schlachten im Krieg gegen Micolinien beteiligt. Sein erstes Kommando hatte er 1411 bei der Belagerung von Cania inne. 1421 starb sein Vater der König in der Schlacht von Porto Valés und Philipp bestieg als Philipp V. den sagradischen Thron. Er bestätigte seinen Bruder Don António als Oberbefehlshaber der Truppen, der 1420 die belagerte Stadt Gerón halten konnte, und zog sich selbst aus den Kämpfen zurück. Don António konnte bei Gerón, Sancristo und Alágua große Siege feiern und Sagradien damit aus der Umklammerung befreien, bis er 1424 an einer Lungenentzündung starb.

Sechzigjähriger Krieg

Im Mai 1422 kam es in Tulis zu einer Revolte gegen den Conte Piero Símplice, in der dieser vertrieben wurde. Nach fünf Monaten des Chaos und der Unsicherheit, in denen sich insgesamt vier Männer zum Machthaber erklärten, übernahmen mit David de Santori, dem Sohn António de Santoris, wieder die Sántori die Macht. Als Sohn von Isabela von Vesaey war er ein Vetter Philipps V. und ein Anhänger der sagradischen Allianz, die er als geeignetes Mittel ansah, die Stellung Tulis’ als entscheidendes Glied zwischen zwei großen Königreichen und als Handelsmacht zu wahren und gleichzeitig Einfluss auf die Politik des Königreichs nehmen zu können. Zudem erhoffte er sich, die verlorenen Gebiete an der micolinischen Blaumeerküste sowie in Golen wiederzugewinnen. Dennoch ließ er sich seinen Wiedereinstieg in den Krieg teuer erkaufen. Philipp V. verheiratete David mit Lara von Nonthí, einer Großnichte des Königs, führte ihn damit immer näher an den sagradischen Hochadel heran und übergab ihm das bereits tulinesisch besetzte Golen als Pfandschaft, nachdem Markgraf Philipp von Golen-Alagua, seit 1419 Herzog, geächtet worden war.

Im Jahr 1423 griff die tulinesische Flotte wieder in den Krieg ein, David de Santori konnte 1425 Tinágua zurückerobern und 1427 Plato, die beide bereits vor dem Krieg tulinische Stützpunkte gewesen waren. Zudem war es 1420 zum Aufstand des Herzogs von Salua gegen die Krone (Saloanisch-Lonensischer Krieg) gekommen, der bis 1429 andauerte.

Nach dem Tod Don Antónios 1424 und dem Wiederaufflammen der Kämpfe im Jahr 1427 machte Philipp V. Carles von Tesqué zum neuen Oberbefehlshaber der sagradischen Truppen. Zusammen mit Luis Filipe de Santori, dem Bruder Davids und Oberbefehlshaber des kleinen tulinischen Landheeres, konnte Tesqué 1427 Cania erobern und 1431 Bosa verteidigen. Nach dem Abfall Contes stagnierten die Kämpfe weitgehend, bis sie 1439 de facto eingestellt wurden. Tulis schloss 1440 einen Separatfrieden mit Micolinien, in dem es seine micolinischen Stützpunkte samt größerer Gebiete im Binnenland zurückerhielt.

Doch erst im Mai 1443 kam es zu einem formellen Friedensschluss zwischen den beiden Kronen Sagradiens und Micoliniens. Im Frieden von Tesqué erklärten Karl VI. und Philipp V. die beiden Kronen für auf ewig getrennt und erkannten sich gegenseitig als Könige an. Als neue Grenze zwischen beiden Königreichen wurde die so genannte Medéo-Linie (sie verläuft durch den Ort Porto Medéo) errichtet, die sich ungefähr an der Grenze der alten römischen Provinzen orientierte und mit Ausnahme Golens, das bei Sagradien verblieb und heute zu Micolinien gehört, im wesentlichen noch heute gültig ist.

Innenpolitik und Nachfolgefrage

Im Innern gelang es Philipp in den Jahren nach dem Krieg die Macht des Königs zu konsolidieren. Nach dem Tod seiner Frau Lorentina von Soler 1423 hatte er zwei Jahre später María von Sollar, die Witwe seines Bruders António, geheiratet. Diese schenkte ihm 1427 die Tochter Isabel, jedoch keinen männlichen Thronfolger. Auch seine dritte Ehe mit Elisabeth von Böhmen seit 1440 blieb zunächst kinderlos. Vor dem Hintergrund seiner Kinderlosigkeit sah sich Philipp nach anderen Erben um. Um die Allianz mit Tulis zu erneuern, verheiratete er 1448 seine Tochter Isabel mit David von Santori, der damit ins königliche Haus aufstieg und im Gegenzug Zugang auf den von ihm kontrollierten Blaumeermarkt versprach.

Aus dieser Ehe ging 1449 ein Sohn namens Philipp hervor. Philipp wurde Taufpate und machte seinen Schwiegersohn David zum Herzog von Golen, wodurch das Haus Santori erstmals zur Herzogswürde aufstieg. Philipp von Golen war bereits 1446 erbenlos gestorben. Die Geschicke Sagradiens waren nun unteilbar mit denen der Republik Tulis verbunden, die unter David immer mehr monarchische Züge annahm. Nachdem Philipps dritte Frau Elisabeth von Böhmen 1452 einen Sohn geboren hatte, schien die Nachfolge plötzlich geklärt, doch starb dieser nach nur drei Tagen, sodass Philipps letzte Hoffnung auf einen Thronfolger gestorben war. 1453 schließlich bestimmte Philipp seinen Enkel Filipe zu seinem Thronfolger und David und Isabela zu den Regenten. Sollte Filipe sterben, solle die Krone an David selbst fallen, dessen Kinder aus erster Ehe mit Lara von Nonthí aber wurden von der Thronfolge ausgeschlossen. Im Juni 1457 starb Philipp V. schließlich im hohen Alter von siebzig Jahren in Vesaey. Er hatte den Krieg mit Micolinien nach fast fünfzig Jahren beendet und seine Königsherrschaft im Innern konsolidiert. Mit der Krönung des achtjährigen Filipe als Philipp VI. zum sagradischen König fiel die Krone damit an das Haus Santori. David von Santori, Herzog von Óstino und seit 1457 nun auch Herzog von Corar, führte zusammen mit seiner Frau Isabela bis 1468 die Regentschaft für seinen minderjährigen Sohn.