António de Sántori
António de Sántori (*1360, †1416), genannt António le Fier (der Stolze), war ein sagradisch-tulinesischer Adliger und Heerführer aus dem Haus Sántori. Er war Graf von Perin (1385-1416), Conte von Tulis und Herr der tulinesischen Besitztümer (1390-1416) sowie Fürst von Valier (1398-1416). Als Conte der Tulinesischen Republik und Heerführer im Sechzigjährigen Krieg eroberte António umfangreiche Besitzungen in Perin, der Eskada und in Golen und schuf ein weitreichendes Herrschaftskonglomerat an der Blaumeerküste.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft und Anfänge[bearbeiten]
António de Sántori wurde 1360 als Sohn von Erresi de Sántori und dessen Frau Johanna von Nonthí in Tulis geboren. Sein Vater, ältester Sohn Floren de Sántoris, war seit 1359 Mitregent als Conte von Tulis, Antónios Mutter war eine Tochter Filipe de Nonthís und Nichte Herzog Miquel de Vesaeys. Antónios Vater starb 1366, sein Großvater Floren, seit 1346 als Conte Herrscher in Tulis, überlebte seinen Sohn um vier Jahre und starb 1370. Da er erst zehn Jahre alt war, wurde der junge António bei der Wahl des neuen Conte übergangen. Statt seiner übernahm sein Onkel Iacinto de Sántori, jüngerer Bruder Erresi de Sántoris die Macht in Tulis.
António wuchs in der Folge bei seinem Großonkel Arcélio dem Jüngeren, Graf von Barreste auf, der die lang anhaltende Fehde der Sántori mit den Grafen von Perin fortsetzte. Nach Arcélios Tod übernahm sein Schützling António dessen Truppen und führte die Auseinandersetzung mit den Perinern erfolgreich fort. Von seiner Großtante Leonor de Perín erreichte er 1385 schließlich die Anerkennung als Graf von Perin, in den folgenden Jahren konnte er die Herrschaft in Perin konsolidieren.
Aufstieg zum Conte-Âudaço[bearbeiten]
Mit dem militärischen Erfolg im Rücken qualifizierte sich António auch für eine einflussreiche Stellung im Comitat. Von seinem Onkel Iacinto trotz Widerständen und Verwerfungen als Erbe anerkannt, wurde António nach dessen Tod 1389 in einer umstrittenen Wahl von einem Teil des tulinesischen Senats bestätigt, von den verfeindeten Häusern Cornell und Machiês aber nicht anerkannt und vom Amtsantritt gehindert. Mit einem Heer belagerte António schließlich die Stadt, nahm sie nach kurzer Zeit ein und ließ sich in Nachfolge seines Onkels feierlich zum Conte erheben. Seine Gegner verfolgte er mit Nachdruck, vertrieb sie aus der Stadt oder ließ sie kurzerhand hinrichten. Binnen kurzer Zeit gelang es ihm, ein hartes Regime in Tulis zu errichten und die eigene Macht zu sichern. Als Militärpotentat musste er sich in weit geringerem Maß als seine Vorgänger am Willen des Adelssenats orientieren und konnte dessen Macht weitgehend beschneiden.
Eintritt in den Sechzigjährigen Krieg[bearbeiten]
Außenpolitisch orientierte sich António an den Feinden seiner Gegner aus den Häusern Perin und Golen-Alagua, das auf eine Rückkehr in seine Stammlande pochte. Es bot sich ein Bündnis mit den Herzögen von Sesin aus dem Haus Vesaey an, die in Gegnerschaft zum Haus Ostino und den verbündeten Perinern im Bürgerkrieg der zwei Herzoge um den sagradischen Thron focht. Das Bündnis des Santori mit dem Vesaey-Herzog Michael I., seit 1395 auch offiziell Anwärter auf die sagradische Krone, sollte zum Katalysator des rapiden Machtanstiegs der Sántori werden. 1396 heiratete António Michaels jüngste Schwester Isabel de Vesaey die Ältere, half seinem Schwiegervater auf den Thron und stieg damit in den oberen Adel Sagradiens auf. Michael I. erkannte António daraufhin gegen die Periner als Graf von Perin an, bestand aber auf der formellen Lehnsabhängigkeit.
Die weitere Eskalation des Sechzigjährigen Kriegs zum Machtkampf zwischen Michael I. von Sagradien und Karl VI. von Mikolinien brachte António weitere Möglichkeiten des Machtzuwachses. Das Versprechen der Hilfeleistung ließ er sich wiederum fürstlich entlohnen, ehe er Mikolinien den Krieg erklärte. Nach einem ersten Sieg gegen die gegnerischen Truppen bei Valier wurde António 1498 von Michael I. mit dem Titel eines Fürsten von Valier ausgestattet. Die folgenden Eroberungen in Golen gegen den aufständischen, mit Mikolinien paktierenden Markgrafen Ludwig von Golen vermehrten die Macht der Sántori schlagartig. Das von António geführte Herrschaftskonglomerat am Blaumeer wurde dadurch zusätzlich gestärkt und zu einer Regionalmacht ersten Ranges. Die folgenden Kriegsjahre waren geprägt von militärischen Erfolgen zu Land und zur See, die Antónios internationales Ansehen und das der aufstrebenden Dynastie zusätzlich stärkten.
Nachfolgeprobleme[bearbeiten]
Die anhaltende Abwesenheit Antónios und die korrupte Herrschaft seines Bruders Kardinalerzbischof Júlio de Sántori als Statthalter in Tulis führten zu einer zunehmenden Schwächung der Santori-Position im Zentrum des Comitats. Die Adelsparteien konnten sich erholen und wieder an Gewicht gewinnen. Die militärischen Erfolge Antónios halfen nicht, dessen Söhne David de Sántori und Alejandro de Sántori als Nachfolger zu behaupten. Der Tod Antónios im Krieg 1416 traf seinen Sohn David de Sántori daher in einem ungünstigen Moment, da dieser sich siebzehnjährig zunächst nicht gegen seinen machtstrebenden Onkel Kardinalerzbischof Júlio de Sántori und dessen Rivalen um die Macht behaupten konnte. Einem Mordanschlag entfloh der junge Sohn Antónios nur knapp, aus den blutigen Nachfolgekämpfen ging schließlich der Kardinalerzbischof als Sieger hervor, der seinen illegitimen Sohn Piero Símplice als neuen Conte durchsetzte und selbst die Regierung führte. Antónios Sohn David gelang es erst 1421, die Nachfolge seines Vaters als Conte anzutreten.
Nachkommen[bearbeiten]
Aus der Ehe Antónios mit Isabella von Vesaey gingen mehrere Kinder hervor:
- David de Sántori (*1398, †1468), Conte von Tulis, Fürst von Valier und Herzog von Golen
- António de Sántori (*1400, †1405)
- María de Sántori (*1402) ∞ Luis Martín d'Esqués
- Alejandro de Sántori (1405, †1470), Graf von Perin und Herr von Guillard und Sancristo
- Francès de Sántori (*1410, †1455), Kardinalbischof von Diegue
Mit der perinischen Adligen Oliveta de Manxet zeugte António einen Sohn, genannt
- Antonín de Sántori (*1396), Graf von Xervinión