Oscar Huerón

Aus Sagradien
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Oscar Rolando Huerón (*1946 in Semess) ist ein sagradischer Politiker der konservativen Volkspartei (PP-CSD). Er war 1986 erster Umweltminister Sagradiens und begleitete danach die Ämter des Regional- (1990-1992), Verteidigungs- (1992-1998), Handels- (2006-2008) und Außenministers (2008-2010). Seit Januar 2010 ist Huerón als Mitglied der Europäischen Kommission Barroso II für die europäischen Handelspolitik zuständig.

Karriere

Beginn der Karriere und erste Ministerämter

Der in Semess geborene Huerón studierte Jura und trat nach seinem Abschluss in den Staatsdienst ein, wo er als Beamter in der Justizverwaltung Karriere machte. 1979 wurde Huerón erstmals für die konservative PP-CSD in die Abgeordnetenkammer gewählt, wo er sich schnell einen Namen als junges vielversprechendes Talent machte. Nach dem Sieg der Konservativen bei den Parlamentswahlen 1982 wurde Huerón als Staatssekretär ins Wirtschaftsministerium berufen, wo er unter Minister Santiago Montoya diente. Hier war Huerón unter anderem für die Atompolitik verantwortlich. Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl gründete Ministerpräsident Moya ein eigenes Umweltministerium, an dessen Spitze Huerón in seinem ersten Ministeramt trat. Dieses Amt übte er nur wenige Monate bis zur Niederlage seiner Partei bei den Kammerwahlen 1986 aus.

In der Opposition wurde Huerón Experte seiner Fraktion für Innenpolitik und entwickelte ein enges Verhältnis zu Fraktionschef Josep Otero. Nach dessen Wahl zum neuen Parteichef der Konservativen im Jahr 1989 wurde Huerón Generalsekretär seiner Partei. Als solcher war er federführend für den Kammerwahlkampf 1990 verantwortlich, der mit einem deutlichen Sieg der PP-CSD endete. Im Kabinett Otero wurde Huerón Regionalminister und 1992 Verteidigungsminister. Besonders in letzterem Amt profilierte sich Huerón als geschickter Außenpolitiker. Bei den Wahlkämpfen 1994 und 1998 war er daher auch für Außen- und Sicherheitspolitik verantwortlich.

Oppositionszeit 1998-2006

In der Zeit als Verteidigungsminister wurde Huerón als einer der engsten Vertrauten von Josep Otero auch als potenzieller Nachfolgekandidat gehandelt. Nach dem Rücktritt Oteros als Parteichef der PP-CSD infolge der Wahlniederlage 1998 verzichtete er aber auf eine Kandidatur und unterstützte Roberto Vidéas, der zum neuen Vorsitzenden der PP-CSD gewählt wurde. Huerón wurde einer der Stellvertreter und zudem stellvertretender Vorsitzender der PP-CSD-Fraktion in der Abgeordnetenkammer, zuständig für die Außen- und Sicherheitspolitik. Auch im Wahlkampf zu den Kammerwahlen 2002 gehörte Huerón als Schattenaußenminister zum Wahlkampfteam.

Nach der enttäuschenden Niederlage der Volkspartei und dem folgenden Rücktritt Vidéas’ als Parteivorsitzender kündigte Huerón seine eigene Kandidatur an. Er galt als Kandidat des christdemokratisch, wertkonservativ und europafreundlich geprägten Parteiflügels, dem auch Otero und Vidéas angehört hatten und der die Partei in den Neunziger Jahren dominiert hatte. Konkurrenten waren der vom linken Parteiflügel favorisierte Ex-Sozialminister Umberto Salas sowie der wirtschaftsliberale und als „Neokonservativer“ bezeichnete Bordezische Regionalpräsident Miguel Ánibal Luisanto, der die Wahlen schließlich für sich entscheiden konnte.

Zwischen 2002 und 2003 gehörte Huerón als Vertreter der Abgeordnetenkammer zu den sagradischen Mitgliedern des Europäischen Verfassungskonvents. Bei den Semesker Bürgermeisterwahlen 2003 kandidierte Huerón gegen den sozialistischen Amtsinhaber Miguel Javier León, verlor aber deutlich. Danach zog sich Huerón aus der Parteiführung zurück, nachdem es zuvor mehrmals zu Auseinandersetzungen mit Parteichef Luisanto gekommen war. Huerón galt zu dieser Zeit als Kritiker des Kurses Luisantos, eine verstärkte Zusammenarbeit mit der äußeren Rechten Joán de la Pênias anzustreben. Huerón gilt als Befürworter des Krieges der USA gegen den Irak. Den Kurs der rot-grünen Regierung De la Costa lehnte er ab und nannte ihn „antiamerikanisch, und dazu auch noch falsch“.

Im Frühjahr 2004 rief Huerón heftige Kritik der Linken hervor, als er den von der Linken angestrebten EU-Beitritt der Türkei mit dem Hinweis zurückwies, Europa dürfe seine klare christliche und abendländische Prägung sowie die Errungenschaften der europäischen Aufklärung nicht aufgeben. Die schlagartige Aufnahme von 70 Millionen Muslimen müsse diese Prägung allerdings zwangsläufig in Frage stellen. Vertreter von Asul, Grünen und der äußeren Linken kritisierten dies als xenophob und islamfeindlich.

Minister im Kabinett Luisanto und EU-Kommissar

Bei den Kammerwahlen 2006 wurde Huerón überraschend ins Wahlkampfteam von Ánibal Luisanto berufen, wo er als Experte für Europafragen zuständig war. Seine Einbindung wurde vor allem als Entgegenkommen gegenüber dem Europaflügel der Partei verstanden. Nach dem Sieg der Rechten bei den Parlamentswahlen wurde Huerón im Kabinett Luisanto I Minister für Handel, Industrie und wirtschaftliche Entwicklung. Außenminister wurde der Liberale Hernán Ferrero Perón. Nach den Kammerwahlen 2008 fiel der Außenministerposten an die Konservativen. Im neuen Kabinett Luisanto III übernahm Huerón das Amt des Ministers für Auswärtige und Europaangelegenheiten.

Im November 2009 nominierte die PP-CSD Huerón für die neue Europäische Kommission unter Manuel Barroso. Huerón trat daraufhin im Januar 2010 die Nachfolge des Sozialisten Enrico Herzog als sagradischer EU-Kommissar an. Nachfolger als Außenminister wurde der Diplomat Gael António Beregui. In der Kommission Barroso II ist Huerón als Handelskommissar Nachfolger der Britin Catherine Ashton, die neue EU-Außenbeauftragte wurde.

Politische Funktionen

Mandate

Öffentliche Ämter

  • 1982-1986: Staatssekretär im Wirtschaftsministerium unter Santiago Montoya
  • 1986: Umweltminister im Kabinett Moya I
  • 1990-1992: Minister für Regionen, Kommunen und Tourismus im Kabinett Otero I
  • 1992-1998: Minister der Verteidigung in den Kabinetten Otero II und Otero III
  • 2006-2008: Minister für Handel, Industrie und wirtschaftliche Entwicklung in den Kabinetten Luisanto I und Luisanto II
  • 2008-2010: Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten im Kabinett Luisanto III
  • Seit 2010: Kommissar der Europäischen Union für Handel in der Kommission Barroso II

Parteifunktionen