Santo de l'Ilpa

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen

Santo Soares De la Ilpa (*1890 in Nalcaz, †1955 in Semess) war ein sagradischer sozialdemokratischer Politiker. Er amtierte von 1947 bis 1949 als Ministerpräsident und von 1950 bis zu seinem Tod als Außenminister der Sagradischen Republik. Als solcher prägte er die sagradische Außenpolitik der Nachkriegszeit entscheidend und setzte gemeinsam mit dem Christdemokraten Paulo Luciaro die sagradische Westbindung durch.

Leben in der Zweiten Republik

Der gebürtige Nordalkone und Sohn eines Bäckers studierte Rechtswissenschaften und ließ sich nach seinem Abschluss als Anwalt nieder. Er trat der Sozialistischen Partei León Sánchez' bei und begann bald eine politische Karriere im PS. Er betätigte sich als Redakteur der Parteizeitung l'Avante und arbeitete als Anwalt u.a. für die Gewerkschaft CGL. Für seine Heimatstadt saß er bereits früh im Stadtrat, 1926 wurde er schließlich erstmals in die Abgeordnetenkammer gewählt, wo er sich bald einen Namen als Experte für Arbeit und Gewerkschaftspolitik machte. 1932 wurde er parlamentarischer Sekretär der Sozialistischen Fraktion. Nach dem Sieg der linken Volksfront bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935 wurde Ilpa als Staatssekretär ins Arbeitsministerium berufen. Nach dem Scheitern der Volksfrontregierung 1937 kritisierte er die Kommunisten stark und beschuldigte sie, die Republik zu opfern.

Widerstand gegen das Álamo-Regime und Reorganisation des PS

Nachdem Ilpa sich öffentlich für einen Generalstreik infolge des rechten Februarputschs von 1938 stark gemacht hatte, saß er mehrere Monate lang in Haft. Nach erneuten Festnahmen, Folterverhören und Lageraufenthalten durch das neue Álamo-Regime erwägte Ilpa eine Flucht ins Ausland, ging schließlich aber in den Untergrund und organisierte den sozialistischen Widerstand gegen das sagrofaschistische Regime. Sein Frente d'Acción Socialista (FAS) wurde zu einer der zentralen Gruppen der Resistença Sagradêsa. Nach dem Sturz des Regimes durch den militärischen Staatsstreich vom 23. Mai 1943 kämpfte Ilpa mit Partisanen-Verbänden gegen die deutsche Besatzungsmacht im Nordosten des Landes. Gleichzeitig begann er mithilfe seines Partido Socialista de la Libertá Proletária (PSLP) die Reorganisation der nicht-kommunistischen Linken im Land. Dabei agierte er weitgehend unabhängig von der Exil-Partei in London, die von Ricardo Moreno geleitet wurde, der 1943 ebenfalls zurückkehrte und die Reorganisation der Partei vorantreiben wollte. Machtstreitigkeiten zwischen den beiden Gruppen um Ilpa und Moreno führten dazu, dass im Comité Nacional de la Resistença Sagradêsa anfänglich Vertreter der Exil-PS und der PSLP getrennt voneinander vertreten waren. Erst im Vorfeld der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung im August 1945 kam es zur Wiedervereinigung der Exil-Partei mit dem PSLP zum Partido Socialista Unitáriu. Ilpa wurde Stellvertreter Morenos, der Generalsekretär der Partei wurde, und war wesentlich für die Administration zuständig.

Minister und Parteispaltung

Nach der Wahl im August 1945 wurde Santo De la Ilpa als Minister für Arbeit und Soziale Sicherheit in die Provisorische Regierung unter der Führung seines Parteifreunds José Saviola berufen. Diesen posten behielt er auch unter Saviolas Nachfolger Paulo Luciaro, Führer der christdemokratischen Zentrumspartei. 1946 wurde Ilpa nach der ersten Wahl zur Abgeordnetenkammer der Dritten Republik Minister für Handel und Kleinbetriebe im ersten konstitutionellen Ministerrat unter dem Sozialisten Francisco Dorado. Nach dessen Scheitern war er als Nachfolger im Gespräch, lehnte neuerliche Verhandlungen mit den Kommunisten aber ab. Schließlich bildete der Radikaldemokrat António Delauro eine Regierung ohne Beteiligung der Kommunisten, in der Ilpa erneut Arbeitsminister wurde. Es folgten schwere Auseinandersetzung innerhalb der Sozialistischen Partei um den künftigen Kurs der Partei in der Außenpolitik. Unter dem Druck des Kalten Krieges waren diese zunehmend isoliert worden, was zum Bruch der "Demokratischen Koalition" geführt hatte. Ricardo Moreno sprach sich gegen diese Isolation der Kommunisten aus und forderte neue Verhandlungen mit dem PCS um eine Wiederauflage der Demokratischen Koalition. Eine einseitige außenpolitische Hinwendung zur USA lehnte Moreno ab, während Ilpa sich zunehmend als Antikommunist zeigte und die Entscheidung für Washington und die Westbindung als alternativlos ansah. Das zunehmend ablehnende Verhalten der Parteiführung um Moreno gegenüber der Regierung Delauro und das schließlich Votum der Partei gegen den Haushalt der Regierung führte zum endgültigen Bruch Ilpas mit Moreno. In der Folge erodierte die Fraktion und Ilpa verließ die Gruppe und gründete die Colegación Socialista, aus der schließlich der Partido Socialista Democrático hervorging.

Ministerpräsidentschaft und Zentrumskoalition

Im Dezember 1947 wurde Ilpa von Präsident Sergio Dini zum neuen Ministerpräsidenten einer Koalition der Mitte ernannt, welcher die Sozialistische Partei ihre Zustimmung verweigerte, was die Spaltung unumkehrbar machte. Ilpa wurde in der Folge Parteisekretär des neuen PSD, dem sich ein größerer Teil der PS-Fraktion anschloss und der den Weg der PS in Richtung einer neuen Aktionsfront mit den Kommunisten deutlich ablehnte. Zusammen mit seinem Stellvertreter und Außenminister Paulo Luciaro (PCC) verfolgte Ilpa einen klaren Westkurs, der sich eng an die USA anlehnte. So gehörte Sagradien 1949 zur den Gründernationen des Europarats und der NATO. Der Austritt der PRR aus der Koalition im Januar 1949 brachte Ilpa schließlich zum Sturz. Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950 konnte sich sein PSD mit 14,8 Prozent der Stimmen etablieren. Es folgte eine Wiederauflage der so genannten Zentrumskoalition aus Christ- udn Sozialdemokraten unter Ministerpräsident Paulo Luciaro. Ilpa wurde nun Außenminister, ein Amt, das er bis zu seinem Tod innehaben würde. Gemeinsam setzte das auch persönlich befreundete Gespann Luciaro-Ilpa den westintegrativen und europafreundlichen Kurs durch. 1952 gehörte Sagradien zu den Gründern der Montanunion und arbeitete danach auch an der Gründung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft mit.

Ende der Demokratischen Koalition und Austritt aus dem PSD

Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954 schnitten die Sozialdemokraten mit 7,9 Prozent der Stimmen enttäuschend ab, was zu starker Kritik und Unruhe in der Partei führte. Erst gegen innerparteiliche Widerstände konnte Ilpa eine Fortsetzung der Zentrumskoalition mit dem CSD Luciaros in der eigenen Parteiführung durchsetzen, schließlich verweigerten immer mehr sozialdemokratische Abgeordnete dem Sekretär und Vizepremier die parlamentarische Unterstützung. Die Wiehnachtstage 1955 machten dann den Machtverlust De la Ilpas in seiner eigenen Partei augenscheinlich. Gegen seinen Willen beschloss die von Márcio Álvarez geführte Parlamentsfraktion das Ende der Koalition und berief die Minister aus der Koalition ab. De la Ilpa – noch immer Parteichef – weigerte sich und verblieb im Amt. Er drängte auf eine Entscheidung des zuständigen Parteikomitees, wo er sich eine Mehrheit erhoffte. Als er die Abstimmung am Folgetag verlor, erklärte Ilpa seinen Rückzug vom Parteivorsitz und seinen Austritt aus der von ihm selbst gegründeten Sozialdemokratischen Partei. An der Entscheidung gegen Ilpa und dessen Wunschkoalition war zu dieser Zeit auch der tulinesische Bürgermeister Iacovo Del Pérez beteiligt. Neuer Parteisekretär wurde Álvarez, die PSD-Minister verließen das Kabinett. Ilpa blieb als parteiloser Außenminister in der Regierung Luciaro, die nun um liberale Parteien erweitert wurde.

Golische Verträge und Tod

In der Folge nahm Ilpa regelmäßig an Sitzungen der CSD-Fraktion teil, schloss sich der Partei aber wohl nie offiziell an. Wesentliches Ziel Ilpas war der Abschluss, der seit 1952 laufenden Verhandlungen mit Micolinien und der Regionalregierung Golens um den Status der Region und den Schutz der sagradischen Minderheiten in Micolinien, die im Sommer 1955 ihren Abschluss fanden. Sagradien verzichtete in den Golischen Verträgen offiziell auf das 1936 von Micolinien annektierte Ostgolen und erreichte eine Kompensationszahlung von der micolinischen Regierung. Außerdem wurden die Rechte der sagradischen Minderheit in Micolinien ausgeweitet und Sagradien erhielt eine wirtschaftliche Privilegierung. Ilpa sah den Abschluss als Krönung seines bisherigen außenpolitischen Werks an. Nachdem er im August 1955 mit wenigen Mitstreitern die so genannte Demokratische Freiheitspartei (PDL) gegründet hatte, starb der herzkranke De la Ilpa im Dezember 1955 an den Folgen einer Herzattacke. Ohne ihn ging die PDL bald wieder in der Versenkung unter. Der PSD fusionierte wenig später im Jahr 1957 mit dem PS und mehreren kleineren linken Gruppen zur ASUL.

Politische Mandate

Politische Ämter