Fernando De la Roya

Aus Sagradien
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Ariel Fernando De la Roya (*1884, †1967) war ein sagradischer christdemokratischer Politiker. Er war zweimal Bürgermeister der Stadt Semess, zuerst von 1937 bis 1941 und danach erneut von 1942 bis 1945. Als Bürgermeister während des Zweiten Weltkriegs ist er bis heute in Erinnerung und gilt als Legende der Stadt. Nach seiner Zeit als Bürgermeister war De la Roya von 1945 bis 1946 Präsident der sagradischen Nationalversammlung und von 1946 bis 1947 sowie erneut von 1952 bis 1954 Präsident des sagradischen Senats. 1954 bis 1964 amtierte De la Roya schließlich als dritter Präsident der Dritten Sagradischen Republik.

Zugleich war der liberale Katholik und Christdemokrat De la Roya im Jahr 1938 letzter Parteisekretär des kleinen christdemokratischen PDP und 1947 bis 1954 Parteipräsident des PPC, dessen Ehrenvorsitzender er danach war.

Leben

Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift la Vertá, die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des Semestiner Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. 1924 gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das linkskatholische Cientro Social Humanista (CSH), aus dem sich 1925 mit dem Partido Democrático Popular unter der Führung von Don Martín de León die erste christdemokratische Partei Sagradiens herausbildete.

De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die sagradische Abgeordnetenkammer gewählt. 1929 wurde er im Kabinett Laponte zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1930 schied er aus der Regierung wieder aus. 1931 wurde De la Roya Regierungskommissar für die Provinz Semestina, in der Regierung Dini I bekleidete er von 1934 bis 1935 schließlich das Amt eines Staatssekretärs für das Kirchenwesen.

Nach dem Zerfall der linken Volksfront wurde Ariel De la Roya vom Stadtrat der Hauptstadt Semess als Ausgleichskandidat einer breiten Koalition der Mitte zum Bürgermeister gewählt. Er löste in diesem Amt den Sozialisten Joán Carles Ferrer ab. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, indem er hart gegen die faschistische Bedrohung auf den Straßen vorging.

Als Nacholger Don Martín de Leóns wurde De la Roya 1938 für wenige Monate der letzte Parteisekretär der PDP, ehe diese 1940 ihre Tätigkeit einstellte. 1940 wandte sich Roya gegen die Politik der Regierung Álamo und dafür mehrmals vorgeladen. Als einer der prominentesten Kritiker der Rechtsregierung unter Manuel Álamo Igualde außerhalb des linken Lagers sprach sich De la Royal 1940 gegen das Ermächtigungsgesetz vom Juni 1940 und gegen die Augustgesetze, die der Regierung Álamo außerordentliche Sondervollmachten übertrugen. Als Konsequenz wurde er von seinem Amt suspendiert, vom zuständigen Verwaltungsgericht aber wieder eingesetzt, ehe De la Roya Anfang 1941 schließlich auf Druck der Regierung hin seine Mehrheit im Stadtrat einbüßte und zurücktreten musste.

Zwischen 1939 und 1944 veröffentliche De la Roya als prominenter Gegenspieler des Premierministers Álamo zwei größere Monographien und arbeitete als Herausgeber der „Vertá“, die jedoch aufgrund regimekritischer Artikel Ende 1940 verboten wurde. In der Folge rief er seine Landsleute in Flugblättern zum Widerstand gegen das Álamo-Regime und zum Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten auf. Nach der Besatzung Nordostsagradiens durch deutsche Truppen gründete Roya mit Mitstreitern die so genannte "Resistença Cristiana" und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des CNRS. Er gehörte dem Vorstand des Widerstandskomitees an und wurde als deren Vertreter 1942 in die Regierung Dini entsandt. Nach Auflösung der Comunión Nacional wurde De la Roya Ende 1942 vom Stadtrat erneut zum Bürgermeister von Semess gewählt. Als Bürgermeister fiel ihm auch die Stadtverteidigung während des Zweiten Weltkriegs zu.

1945 wurde De la Roya in die sagradische Nationalversammlung gewählt und stand der Versammlung bis zu ihrem Ende 1946 als Präsident vor, ehe er zum Senatspräsidenten gewählt wurde. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei (PPC) und seit 1947 deren Parteipräsident. 1949 trat er als Kirchenminister ins Kabinett Luciaro ein. Er war zudem als Präsidentschaftskandidat der Christdemokraten im Gespräch, die dann jedoch aus koalitionstaktischen Gründen den liberalkonservativen Bewerber Daniel Laponte unterstützten. Seit 1952 amtierte De la Roya erneut als Präsident des Senats, ehe er 1954 als Kandidat der Konservativen zum Präsidenten der Republik gewählt wurde.

Im höchsten Staatsamt machte sich De la Roya sehr um das Ansehen Sagradiens in der Welt verdient und prägte das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Ariel“ oder „Papalito“ bezeichnet. 1959 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. 1960 ernannte er Carles Angel Favale nur unter großen, freilich nur intern geäußerten Bedenken zum Nachfolger Luciaros als Ministerpräsident, setzte nach Zusammenbruch der Koalition aber 1962 gegen den anfänglichen Willen der Konservativen die Große Koalition mit den Sozialisten durch. 1964 weigerte er sich das Demissionsgesuch der Regierung Costa anzunehmen, ehe nicht eine neue Mehrheit gefunden war. Schließlich ernannte er mit António Santiago den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik, ehe er im selben Jahr achtigjährig aus dem Amt schied. Danach verzichtete er auf das ihm zustehende Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.

Politische Funktionen

Öffentliche Ämter

Mandate

Parteiämter

  • 1933-1938: stellvertretender Parteisekretär des PDP
  • seit 1938: Parteisekretär des PDP
  • 1947-1954: Parteivorsitzender des PPC
  • seit 1967: Ehrenpräsident der PPC (posthum)