Azumarische Sprache

Aus Sagradien
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Das Azumarische oder Blaumeerromanische (azum. Azoumaresc, sagr. Azumarês) ist eine ostsagroromanische Sprache, die aus einer Vielzahl von regionalen Dialekten besteht und von etwa 4-7 Millionen Sprechern, v.a. an der sagradischen und micolinischen Blaumeerküste sowie auf den Inseln Cuentez, Nerva, Lerça sowie einigen kleineren Inseln im Blauen Meer gesprochen wird. Aufgrund der tiefgreifenden Unterschiede zum Standardsagradischen wird das Azumarische als eigenständige Sprache angesehen.

Das Cuentezische als Varietät des Azumarischen ist neben dem Sagradischen als offizielle Amtssprache der Autonomen Region Cuentez anerkannt. Als historisch einflussreiche Varietät des Blaumeerromanischen gilt das Tulinesische, das Jahrhunderte lang als Amtssprache in der Republik Tulis sowie im Königreich Cuentez benutzt wurde und noch heute im Raum um die Stadt Tulis verbreitet ist. Die azumarischen Dialekte lassen sich grob in west- und ostazumarische Varietäten einteilen, wobei die westlichen Dialekte nicht nur an der micolinischen Küste, sondern auch an der südlichen sagradischen Blaumeerküste (um die Stadt Scola) verbreitet sind. Auch das Cuentesische gehört zur westazumarischen Sprachgruppe.

Das Blaumeergebiet war in vorrömischer Zeit Siedlungsgebiet der sagrischen Pijäer und Mikoläer, deren sagrische Idiome das in römischer Zeit gesprochene Latein beeinflusste. Aus diesem regional gefärbten Vulgärlatein entwickelte sich allmählich eine Volkssprache, die sich vom klassischen Latein stark unterschied. In nachrömischer Zeit wurde das Blaumeergebiet von Alkonen, Skanten, Golen und Herkanden besiedelt, wobei das heutige azumarische Kerngebiet alkonisch dominiert wurde. In den Folgejahrhundert wechselten Eroberungen und Herrschaften. Auf die Alkonen folgten im 8. Jahrhundert n. Chr. die maurischen Numerer, die wiederum kurze Zeit später von den Skanten zurückgedrängt wurden. Die südöstliche Blaumeerküste südlich von Perin wurde das Herrschaftsgebiet verschiedener vom Skantenreich abhängiger Grafschaften, den so genannten Contadoes Azumarés (azum. Comtáides Azoumaresques). Besonders die Grafen von Tulis und von Crespa konnten sich in der Folge behaupten und von Scantia weitgehend unabhängig machen, während der Süden zunächst wieder maurisch und danach Teil des oberalkonischen Königreichs von Liez und Corar wurde. Cuentez wurde im 9. Jahrhundert micolinisch.

Nach der skantischen Expansion im frühen 10. Jahrhundert wurde der gesamte azumarische Raum bis auf Cuentez Teil des sagradischen Königreichs, wobei der Comtàid de Tùles sich wieder rasch lösen konnte und im 11. Jahrhundert die unabhängige Tulinesische Republik ausbildete. Neben der Rückeroberung von Cuentez konnten auch Kolonien an der micolinischen Küste gegründet werden. Aus dieser Zeit stammen die ersten Schriftzeugnisse einer azumarischen Volkssprache, die im gesamten tulinesischen Herrschaftsgebiet Amtssprache wurde, sich durch das Handelsnetz der Tulinesen aber auch in den südlich angrenzenden Regionen ausbreitete. Im Gegensatz zun den mittel- und nordsagradischen Dialekten blieb das Azumarische von skantischem Substrat weitgehend unbeeinflusst. Bis zur Eingliederung des Tulinesischen Comitats in die sagradische Krone im 18. Jahrhundert blieb das Azumarische die vorherrschende Sprache im Comitat. Erst die Zentralisierungspolitik der sagradischen Könige in der Folge sowie die einhergehende Unterdrückung der azumarischen Sprache führten zu einem raschen Niedergang der Sprachkultur, die erst durch die Renaixença in der Romantik des 19. Jahrhunderts wiederbelebt wurde.

Die im sagradischen Montevilismus der 1850er bis 1870er Jahre erreichte relative Entspannung im Sprachenstreit wurde nach der Ausrufung der Republik 1891 durch neuerliche heftige Auseinandersetzungen zwischen Zentralisten und Föderalisten abgelöst und machten die Hoffnung der Azumaristen nach einer politischen Liberalisierung der Kultur- und Sprachpolitik einstweilen zunichte. Einen Höhepunkt der Unterdrückung erlebte die Azumarische Kultur wie die anderen sagradischen Regionalkulturen in der Zeit des sagrofaschistischen Álamo-Regimes zwischen 1938 und 1943, das alle sagradischen Regionalismen aufs Schärfste bekämpfte und den mittelsagradisch geprägten Nationalcharakter betonte.

Neuerliche Versuche einer Liberalisierung der Sprachpolitik in der 1946 konstituierten Dritten Republik blieben lange Zeit zögerlich. So erkannte die Verfassung von 1946 zwar das Cuentezische als Amtssprache in der Autonomen Provinz Cuentez, nicht aber das Azumarische als solches als eigenständige Sprache in ganz Sagradien an. Auch die Dezentralisierung der politischen Verwaltung seit den späten Sechziger Jahren und die Gründung der Regionen Comtàid-Perín, Sesin und Sur-Pinial mit azumarischen Sprachgebieten änderten daran zunächst nichts, da sich die politische Rechte vehement gegen eine weitere Liberalisierung der Sprachpolitik wehrte.

Neue Bewegung kam in die Sprachpolitik mit dem Antritt der rot-grünen Regierung De la Costa im Jahr 1998, die eine neue politische Linie durchsetzte, zu der neben einer Verwaltungsreform auch die Zulassung einer liberaleren Sprachpolitik gehörte. Das Azumarische wurde im Jahr 2001 vom Regionalrat von Comtàid-Perín als Regionalsprache anerkannt und erhält staatliche Förderung sowohl von der Region als auch vom sagradischen Staat, der die Sprache als sagradische Kultursprache (Lengua Cultural de Sagradia, LCS) klassifiziert hat. Seit geraumer Zeit kümmert sich die Academía de la Lengüa Azoumaresca (ALA) mit Sitz in Tulis um die Förderung der Sprache. Daneben besteht das Zentrum für die Pflege und den Schutz der Cuentesischen Sprache (Cientro de la Promoción i de la Tutela de la Lengüa Cüentisal, CPTLC) mit Sitz in Diegue Cuentezal.

Die Azumarischen Dialekte gehören zwar wie das Sagradische zum ostsagroromanischen Sprachzweig, gelten linguistisch aber als eigenständige Sprache und sind damit keine Dialekte des Sagradischen.