Armorien
Flagge |
Wappen | ||||||
| Amtssprachen | Sagradisch, Armorisch | ||||||
| Hauptstadt | Viça | ||||||
| Provinzen | 5 (Airar, Alto-Ligre, Cripón, Keréc, Viçano-Serra d'Armôria) | ||||||
| Fläche | 34.583 km² | ||||||
| Einwohnerzahl | 2.602.958 (Stand: Dezember 2015) | ||||||
| Regierungschefin | Coseller-Presidente Ywán Guerwennéc (UNV) | ||||||
Armorien (sagradisch Armôria, amorisch An Arvor) ist eine Region im Nordosten Sagradiens. Sie liegt am Oberlauf des Ligre und besteht aus den Provinzen Viçano-Serra d'Armôria (Bro Gwizha-Menezioù), Cripón (Bro Kerpenn), Airar, Keréc (Kereg) und Alto-Ligre (Ligr-Uhel). Hauptstadt und ökonomisches Zentrum ist Viça (Gwizha).
Die sagradische Region Armorien deckt den westlichen Teil der armorikanischen Kulturregion ab, zu der auch die französische Region Bretagne zählt. Sie wird daher auch als Ar C'hornôg ("der Westen"), in Abgrenzung zur französischen Bretagne (Ar Reter, "der Osten"), bezeichnet. Ihren Namen hat die Region von der gallischen Bezeichnung Aremorica, was so viel bedeutet wie „Land am Meer“.
Je nach Zählweise wird Armorien einzeln oder zusammen mit der Bretagne als eine der traditionellen Keltischen Nationen angesehen.
Inhaltsverzeichnis
Geographie
Die Region hat im Süden Anteil am Hochland von Cabeza, an das sich nördlich die Serra d'Armôria anschließt. Im Norden der Region erstrecken sich das Nordsagradische Tiefland sowie die Cripón. Die Region grenzt im Westen an die sagradischen Regionen Ligre-Scantia und Alta-Scantia, im Süden an Lojandía und Ceundâlia und im Osten an das französische Departement Finistère bzw. die französische Region Bretagne. Die Region hat im Norden Anteil am Keltischen und im Südosten am Kantabrischen Meer, im Osten und Nordosten liegt sie an der Iroise (Mor an Hirwazh) und an der Straße von Monastec (Strizh-mor ar Monasteg). Die Nordostspitze der Region bilden das Cap Coruén (C'hab Kerwenn) und die Küste des Golf von Cripón (Pleg-mor Kerpenn). Die Südostspitze bildet das Cap Moher (C'hab Moher).
Kultur und Sprache
Armorien ist wie die benachbarte Bretagne in Frankreich traditionell stark von der Keltischen Kultur geprägt. Beide werden gemeinsam oder je einzeln als eine der keltischen Nationen angesehen. Im Osten und Nordosten der Region, in den Provinzen Keréc (Kereg) und Cripón (Kerpenn) wird noch heute mit dem Armorischen (Arvoreg) eine inselkeltische Varietät gesprochen, die eng mit der Bretonischen Sprache verwandt ist und mit dieser ein Sprachkontinuum bildet. Das Armorische ist neben Sagradisch zweite regionale Amtssprache. Im Osten und Süden der Region wird die romanische Sprachvarietät des Armoroceundalischen gesprochen.
Zahlreiche Städte Armoriens tragen neben ihren sagradischen Bezeichnungen keltische Namen, darunter Cavalla (Kabalhez), Nouberez, Fabena (Fabeghan), Monastec (Monasteg), Challón (C'halheann), Sant'Armel (Sant-Armael), Avén-al-Canal (An-Ewenn) sowie die Hauptstadt Viça (Gwizha).
Wirtschaft
Armoria gehört zu den eher strukturschwachen Regionen Sagradiens und ist nach wie vor stark von der Landwirtschaft geprägt. Die Ausnahme stellt der Ballungsraum um die Stadt Viça dar, in dem auch Industrien angesiedelt sind. Wichtigster Wirtschaftszweig Armorias ist traditionell der Fischfang. Zudem besteht an der Nordküste ein zunehmender Sommertourismus, besonders in der Cripón mit der sogenannten Costa del Marbre (Marmorküste).
Armôria eine der bedeutendsten Cidre-produzierenden Regionen Sagradiens. Neben armorischem Cidre wird auch Pommeau (Pomêu d'Armôria) und der Apfelbranntwein Gwinardant (oder Lagout) hergestellt, die armorische Variante des Lambig oder Calvados. In Airar wird zudem ein international bekannter Poiré produziert (Peràu del Airar DOC). Mit der Cervecería Sant'Armel ist eine der größten und international bekanntesten sagradischen Brauereien in Armorien beheimatet.
Geschichte
Antike
Die sagradische Landschaft Armorien geht auf den antiken Begriff Aremorica zurück, der ursprünglich die Küstengebiete Galliens und vor allem das Gebiete östlich der Seine und nördlich der Loire beschrieb, vor allem also die Gebiete der heutigen Normandie und Bretagne sowie den äußersten Osten des heutigen Armoria, der damals noch zum römischen Gallien gerechnet wurde. Danach wurde auch das Gebirge, in dem Gallien endet, als Mons Armoricus bezeichnet.
Die als Armorien bezeichnete Landschaft war bereits im Paläolithikum besiedelt, was vereinzelte Werkzeugfunde aus der Acheuléen-Kultur belegen. In der Bronzezeit war der armorisch-bretonische Raum wegen seiner Metallvorkommen ein wichtiger Handelsplatz, was man aus zahlreichen weiteren umfangreichen Hortfunden schließen kann. Die in der Eisenzeit einwandernden Kelten nannten das Gebiet Aremorica beziehungsweise Armorica („Land am Meer“).
Im 2. Jahrhundert v. Chr. lebten auf im westlichen Teil des bretonischen Isthmus die keltischen Stämme der Veneter, Bereter, Haephier, Vikier und Salirer. Der größte Teil der Gegend westlich und nördlich der heute als Serra d'Armoria bekannten Berge gehörte dann nach der Eroberung durch die Römer unter Augustus zur Sagradia Citerior bzw. Geroniensis, seit Diokletian zur Provinz Ligria.
Mittelalter
Seit dem Niedergang des Weströmischen Reiches, ab etwa 450 n. Chr., setzten etwa zwei Jahrhunderte lang in unregelmäßigen Abständen sogenannte Inselkelten an die Küsten Aremoricas über, um so den unsicheren politischen Verhältnissen ihrer ursprünglichen Heimat zu entkommen. Sie besiedelten und christianisierten das Gebiet und brachten ihre Sprache mit. Während sich im heute französischen Teil Aremoricas die Königreiche Domnonea, Cornouaille und Broërec bildeten, bestanden im heute sagradischen Teil das Königreich von Cripón und Keréc. Nach der Eroberung Nordsagradiens durch die Skanten im 5. und 6. Jahrhundert errichteten diese im Westen der heutigen Region Armoria die so genannte Armorikanische Mark als Grenzregion zu dem Gebiet, das nun von den einwandernden inselkeltischen Briten seinen Namen Bretagne erhielt.
Der bretonische Graf Nominoë konnte sich 839 erfolgreich gegen den skantischen König Albreth den Klugen verteidigen und besiegte 845 den westfränkischen König Karl den Kahlen in der Schlacht von Ballon. Nach Nominoës Tod (851) kam es wie schon Jahrhunderte zuvor zu Streitigkeiten zwischen den einzelnen Gebieten. In dieser Zeit ging Viça (bretonisch Gwizha) endgültig an die Skanten verloren und wurde zur Hauptstadt der Armorikanischen Mark.
886 und 919 überrannten die Loire-Normannen Nantes bzw. die Bretagne, vertrieben die bretonischen Herrscher, scheiterten aber daran, sich noch weiter auf die Konsettenhalbinsel auszubreiten. Von 940 bis 980 musste die Bretagne nacheinander die Oberhoheit der skantisch-sagradischen Könige und der normannischen Herzöge anerkennen. So endete die Zeit des Königtums in der Bretagne vor der Jahrtausendwende, gefolgt von der Etablierung unzähliger kleinerer Herzogtümer, die ständig um das Land stritten. Demgegenüber stabilisierten sich das Westfränkische Reich als Königreich Frankreich sowie das Skantenreich als Königreich Sagradien und in der Normandie entstand ein zunehmend in die Bretagne ausgreifendes Herzogtum.
Das Gebiet des Herzogtums Bretagne bewahrte in kriegerischen Auseinandersetzungen mit Normannen, Franzosen, Sagradiern und Engländern noch bis ins 15. Jahrhundert eine relative Selbständigkeit. 1125 verbündeten sich die sagradischen und englischen Könige Johann II. und Heinrich I. gegen den bretonischen Herzog Alain IV. und den französischen König Ludwig VI. Der folgende Krieg führte zur Eroberung und Sicherung wichtiger Städte wie Cavalla, Cripón la Villa und Fabena durch sagradische Truppen und zur Eingliederung in das sagradische Herzogtum Armôria.
Im Bretonischen Erbfolgekrieg von 1341 bis 1364 unterstützten Sagradien und England gemeinsam Jean de Montfort gegen den französischen Kandidaten Karl von Blois und konnten diesen schließlich durchsetzen. Die Montforts mussten im Gegenzug die Herrschaft Sagradiens über den Ostteil des bretonisch-armorischen Raums anerkennen.
Nach der Niederlage Herzog Franz' II. gegen die Franzosen im Jahr 1488 fiel das Herzogtum Bretagne durch die Hochzeit Herzogin Annes mit Karl VIII. und Ludwig XII. und ihrer Tochter Claude mit Franz I. schließlich an die französische Krone. Die zwischenzeitige Ehe Annes mit dem sagradischen Thronfolger Philipp, Prinz von Sarmay, wurde nach militärischen Erfolgen Frankreichs annulliert, woraufhin das Herzogtum Bretagne unter französische Kontrolle gelangte.
Franz I. proklamierte 1532 auf der Ständeversammlung in Vannes die offizielle "Angliederung" des Herzogtums an das französische Köngreich. Nach einem erneuten kurzen Krieg mit Sagradien einigten sich Sagradien und Frankreich schließlich auf eine endgültige Teilung Bretagne-Armoriens zwischen beiden Königreichen.
Reformation und frühe Neuzeit
Nachdem der Vizaner Herzog Heinrich von Esqués 1560 zum protestantischen Glauben konvertiert war, wurde Armôria zum Zentrum des Calvinismus in Sagradien. Nach dem Vizanischen Krieg erließ Königin Johanna I. 1567 in Viça ein weitreichendes Toleranzedikt, das den Calvinisten im Land Religionsfreiheit zusicherte. Auch aufgrund einer intensiven Gegenreformation kam es in der Folge aber zu keiner weiteren Ausdehnung des Protestantismus in Armôria, der noch heute einen Minderheitenstatus besitzt.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg versuchte Sagradien seine Gebiete in der Bretagne auszubreiten, erhielt im Separatfrieden von Nantes 1692 aber nur Avén und Challón, die in der Folge zu Grenzebefestigungen ausgebaut wurden.
In der Spätphase des Sagradischen Bürgerkriegs gehörte Armôria als Apanage des Prinzen und späteren Thronprätendenten Philipp Karl von Viça auf der Seite der königlichen Truppen und später auf der Seite der sogenannten Philippkarlisten, die die Ständeherrschaft in Semest und die Prinzregentschaft Johann Franz von Cuentez ablehnten. Obwohl die Philippkarlisten 1722 vorentscheidend besiegt werden konnten, kam es in der Folge noch bis etwa 1730 zu erneuten Aufständen ihrer Anhänger in Armôria und anderen Teilen Nordostsagradiens, die aber zusehends weniger wurden.
Dennoch blieb Armôria auch in der Folgezeit ein Unruheherd. Infolge der Französischen Revolution von 1789 wurde in Armôria und der Bretagne 1793 die sogenannte "Armorikanische Republik" ausgerufen, die wenig später von der Französischen Republik annektiert wurde. Auf diesem Gebiet wurden die vier Départements Lesker (Präfektur Cavaille), Côte du Cripon (Präfektur La Gloire), Haut-Ligre (Präfektur Vice) und Kérec (Präfektur Fabène) eingerichtet.
Moderne
Wirtschaftliche Bedeutung erhielt Armorien vor allem im 19. Jahrhundert durch den Bau des Bretagne-Kanals, der den Seeweg zwischen Kantabrischem Meer und Ärmelkanal öffnete. Um die Seefahrtsrechte auf dem Kanal kam es 1860 zu einem Konflikt mit Frankreich, den Kaiser Napoléon III. dazu zu nutzen suchte, neben einigen Kolonialbesitzungen auch das sagradische Armorien für Frankreich zu erobern. Nachdem England auf Seiten Sagradiens in den Krieg eingetreten war, siegten die sagradischen und britischen Truppen schließlich bei Challón entscheidend über die geschwächte Armee Napoleons III., der wenig später im Frieden von Cavalla auf alle territorialen Ansprüche westlich der Iroise verzichten musste.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich in Armorien eine starke Nationalbewegung, die auf die Pflege der bedrohten armorischen Sprache und unter dem Schlagwort der Emrenerezh auf kulturelle und zunehmend auch auf politische Autonomie drängte. Im Zuge der Irischen Unabhängigkeit 1922 erhielt die Bewegung zusätzlichen Auftrieb.
Im Zweiten Weltkrieg kam es zu einigen Spannungen in Armorien. Mit ihren wichtigen Flottenstützpunkten in Brest und Lorient nahm die französische Bretagne von Beginn an eine wichtige Rolle in der französischen Kriegsführung ein, wurde 1940 aber durch deutsche Truppen besetzt. Sagradien blieb dagegen bis 1941 neutral und führte danach als Teil der Alliierten Krieg gegen Deutschland. Bretonen und Armorer standen demnach auf unterschiedlichen Seiten. Armorien wurde in der Folge von schweren kriegerischen Auseinandersetzungen getroffen und wurde zeitweise auch von deutschen Truppen besetzt, die den Armoriern ebenso wie den Bretonen umfangreiche Autonomierechte versprachen. Nach der alliierten Landung in der Normandie im Juni 1944 landeten britische und französische Fallschirmtruppen auch in Armorien und verstärkten die Resistance. Im August 1944 war der Großteil Armoriens befreit.
In der Nachkriegszeit erlebte Armorien einen wirtschaftlichen Aufschwung und stieg zu einer der bedeutendsten Agrar- und Tourismusregionen des Landes auf. Trotz der Selbstverwaltung wurde die Region seit den 1970er Jahren Ziel terroristischer Anschläge von Seiten der Bretonischen Revolutionären Armee (ARB, bret. ADB) auf nicht-menschliche Ziele, die sich 1971 im französischen Teil gegründet hatte und durch für einen eigenen großbretonischen Staat aus den sagradischen und französischen Gebieten kämpfte.
Administration
Die Region Armorien besteht aus fünf Provinzen:
- Airar (Airar) mit der Hauptstadt Santa Luís (Sant-Loeiza)
- Alto-Ligre (Ligr-Uhel) mit der Hauptstadt Sena (Sena)
- Cripón (Bro-Kerpenn) mit der Hauptstadt Cripón-la-Villa (Kerpenn)
- Keréc (Kereg) mit der Hauptstadt Cavalla (Kabalhez)
- Viçano-Serra d'Armôria (Bro-Gwizha-Menezioù) mit der Hauptstadt Viça (Gwizha)
Politik
Präsidenten der Regionalregierung
| Von | Bis | Amtsinhaber | Wahlen | Koalition | besonderes | |||
| Presidente-Coselleres | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1953 | 1960 | Noël Fescarval (PPC) | 1953, 1957 | PPC, MRL, PRR | ||||
| 1960 | 1969 | Yoann Chabareil (PPC), 1. Mal | 1961, 1965 | PPC, UDS | ||||
| 1969 | 1976 | Filipe La Noë (ASUL) | 1969, 1973 | ASUL, UDS, PRD | ||||
| 1976 | 1977 | Franck Tardiéc (PPC) | PPC, UDS | Minderheitsausschuss | ||||
| 1977 | 1985 | Yoann Chabareil (PPC), 2. Mal | 1977, 1981 | PPC, PRD | ||||
| 1985 | 1990 | Roberto Vidéas Braga (PPC) | 1985, 1989 | PPC, ASUL | ||||
| 1990 | 1993 | Loïg de Porhán (PPC) | PPC, ASUL | |||||
| 1993 | 2000 | Miquel Chamot (ASUL) | 1993, 1997 | ASUL | Minderheitsausschuss | |||
| 2000 | 2005 | Leandra Cortez Duhalde (ASUL) | 2001 | ASUL; V (seit 2001) | bis 2001 Minderheitsausschuss | |||
| 2005 | 2013 | António d'Arrêu (PPC) | 2005, 2009 | PPC, PSP, UDS | ||||
| 2013 | 2021 | Jeán Armanác (ASUL) | 2013, 2017 | ASUL, V, UNV (2013-2017); PPC (seit 2017) | ||||
| 2021 | Ywán Guerwennéc (UNV) | 2021, 2025 | UNV, ASUL, V, SDU, ab 2025 Posible | |||||