Albreth der Kluge
Albreth oder Albireth I. (*778 oder 779, †845), genannt der Kluge (sagr. Aliureto il Prudente) war 797-845 König der Skanten, Lohanden und Ligrer.
Albreth der Kluge wurde als jüngerer Sohn Roduichs des Großen aus erster Ehe geboren. Sein älterer Bruder war Rodoald. Nach dem Tod Roduichs kam es zum Nachfolgestreit zwischen dessen Söhnen Rodoald und Albreth. Gemeinsam einigten diese sich 799 im Vertrag von Disiés auf eine Zweiteilung des Reichs. Die Ansprüche des minderjährigen Gaudfred aus der zweiten Ehe Roduichs wurden übergangen. Stattdessen sollten beide älteren Söhne Rodoald und Albreth das Reich erben, Rodoald als König im Westen, Albreth im Osten und Süden des Reichs. Die Grenzen wurden aber nur vage festgelegt. Rodoald als der ältere der beiden Brüder sollte die gesamte ligrische Küste östlich und westlich des Ligrischen Meeres erhalten sowie den gesamten Reichsbesitz auf der mikolinischen Halbinsel (Hiscantia ultra Marem et Montes). Albreth erhielt neben dem Lohandengebiet am Lieno die noch wenig konsolidierten Gebiete im Osten (Armoria und Ceundalia) sowie im Süden des Reichs (Sarmay und Sagunt). Dort musste er sich gegen die keltischen Bretonen sowie die im Süden nach wie vor anwesenden Numerer verteidigen. Hinzu kamen wie auch im Gebiet Rodoalds Kämpfe gegen die immer wieder einfallenden Wikinger an der Nordküste. Jedoch gelang es dem geschickten Albreth, das umstrittene Zentrum des Reichs, also die Gebiete zwischen Ligre und Nordkonsetten mit der Stadt Geronia und dem Bischofssitz Martinez weitgehend unter seine Kontrolle zu bringen.
808 erhob gegen die beiden regierenden Brüder deren jüngster Halbbruder Gaudfred Anspruch auf seinen Erbteil. Unterstützt von dem Provinzadligen Thiowand von Sarmay begann Gaudfred einen Krieg gegen Albreth. 812 kam es zur Einigung zwischen den Brüdern, in denen Albreth auf die Gebiete im Süden zugunsten Gaudfreds verzichten musste, dafür aber von Rodoald Zentralscantia erhielt, das er de facto bereits beherrschte. Nach dem Tod Gaudfreds 817 versuchte Albreth, Sarmay und Sagunt zurückzuerobern, musste aber die Herrschaft von Thiowand anerkennen, der als Dux Sarmagliorum auftrat.
Rodoald geriet unterdessen immer stärker unter Druck durch die norwegischen Perutinger, die immer tiefer auf sein Gebiet vordrangen und eine eigene Herrschaft im Norden der mikolinischen Halbinsel konsolidierten. Albreth verweigerte seinem Bruder die Waffenhilfe, da er den mit den Perutingern ausgehandelten Waffenstillstand nicht gefährden wollte. Als der Perutinger-Fürst Farengar um 820 zum Christentum übertrat und dem herkandischen König Francrec III. huldigte, geriet die Herrschaft Rodoalds ernsthaft in Gefahr. Albreth übernahm die Gebiete nördlich des Ligre, wo er den ligrischen Dux Marbhet unterwarf, nur um ihn gleich darauf wieder als Herzog einzusetzen. Nach dem Tod Rodoalds 825 versuchte sein Sohn Roduich die Nachfolge seines Vaters anzutreten, wurde aber vom Perutinerherrscher Nermengal festgesetzt und 828 schließlich getötet. Dieser machte sich selbst zum König und trat die Nachfolge Rodoalds an, womit er das Perutinische Königreich im Norden Mikoliniens gründete.
Albreth trat nun als einziger verbliebener Sohn Roduichs des Großen die Alleinherrschaft in den verbliebenen Gebieten des Reichs an, sein Königtum blieb aber im Vergleich zu dem seines Vaters schwach. Den nun peruzinischen Westen verloren die Skanten mit Ausnahme der Westligre endgültig, in beiden Ligrien herrschten regionale Duces und in den peripheren Gebieten Armorias und Ceundalias sowie im Süden mächtige Markgrafen. Der armorische Heerführer Vidrion rief 839 den bretonischen Grafen Nominoë zu Hilfe, um sich von Albreth zu lösen, und unterstellte sich unter dessen Herrschaft. Die Gebiete südlich des Veza wurden nun vom Dianniden-Herzogtum Sarmay kontrolliert, sodass sich Albreths eigentliche Macht auf Zentralscantia und Lojandía beschränkte.
Als Albreth der Kluge 845 starb, folgte ihm sein zweiter Sohn Albreth II. auf den Thron, der seinen älteren Bruder Barungolf bereits um 840 ermordet hatte.