Partido Radical-Democrático: Unterschied zwischen den Versionen

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Nach dem Bruch der Koalition durch die UDS kam es zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Neuwahlen im März 1967]], bei denen der PRD auf 3,5 Prozent der Stimmen abrutschte. Danach tolerierte die Partei zwei Jahre lang eine konservativ-liberale Minderheitsregierung unter [[Carles Angel Favale]], ehe sie der Regierung im Herbst 1969 zum zweiten Mal in zwei Jahren die Unterstützung aufkündigte. Im danach gebildeten [[Kabinett Méndez]] übernahm die PRD einen Ministerposten für Institutionelle Reformen und beteiligte sich damit erstmas an einer Mitte-Rechts-Regierung. Die Phase der Mitte-Rechts-Orientierung brachte die Partei in große innere Widersprüche und führte zu erheblichen Problemen. Die revoltierenden Studenten der 68er Bewegung nahmen die Radikal-Demokratische Partei, eigentlich mit dem Image einer Intellektuellenpartei ausgestattet, mehrheitlich als konservative Kraft wahr und warfen ihr Kollaboration mit der Rechten vor. Dagegen versuchte eine innerparteiliche Strömung eine im wahren Sinne radikaldemokratische Erneuerung und bemühte sich, der Partei ein stärker linkes, radikal-libertäres Profil zu verleihen.  
 
Nach dem Bruch der Koalition durch die UDS kam es zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Neuwahlen im März 1967]], bei denen der PRD auf 3,5 Prozent der Stimmen abrutschte. Danach tolerierte die Partei zwei Jahre lang eine konservativ-liberale Minderheitsregierung unter [[Carles Angel Favale]], ehe sie der Regierung im Herbst 1969 zum zweiten Mal in zwei Jahren die Unterstützung aufkündigte. Im danach gebildeten [[Kabinett Méndez]] übernahm die PRD einen Ministerposten für Institutionelle Reformen und beteiligte sich damit erstmas an einer Mitte-Rechts-Regierung. Die Phase der Mitte-Rechts-Orientierung brachte die Partei in große innere Widersprüche und führte zu erheblichen Problemen. Die revoltierenden Studenten der 68er Bewegung nahmen die Radikal-Demokratische Partei, eigentlich mit dem Image einer Intellektuellenpartei ausgestattet, mehrheitlich als konservative Kraft wahr und warfen ihr Kollaboration mit der Rechten vor. Dagegen versuchte eine innerparteiliche Strömung eine im wahren Sinne radikaldemokratische Erneuerung und bemühte sich, der Partei ein stärker linkes, radikal-libertäres Profil zu verleihen.  
  
Nachdem diese Strömung 1969 noch vergeblich nach der Macht in der Partei gegriffen hatte, übernahm mit [[David Aliguieri]] ein Vertreter der Linken im Frühsommer 1970 die Führung der Partei, die damit einen gewaltigen Linksrutsch erlitt. Im August 1970 verließ die Partei die Regierung, unterstützte die Sozialisten bei deren Wunsch nach raschen Neuwahlen und erzwang damit die vorzeitige Auflösung der Abgeordnetenkammer. Ziel war die Bildung einer Reformregierung der Linken mit den sagradischen Sozialisten unter deren jungem Parteichef [[Joán Caval]], dessen "Aufruf für den Wechsel" die PRD unterstützte. Heftige Befürworter dieser Wende war die parteinahe [[Juventú Radical-Democrática]] (JRD), die von der Studentenrevolte beeinflusst starke Linkspositionen einnahmen und in den Folgejahren sogar marxistische Tendenzen zeigten.
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Nachdem diese Strömung 1969 noch vergeblich nach der Macht in der Partei gegriffen hatte, übernahm mit [[David Aliguieri]] ein Vertreter der Linken im Frühsommer 1970 die Führung der Partei, die damit einen gewaltigen Linksrutsch erlitt. Im August 1970 verließ die Partei die Regierung, unterstützte die Sozialisten bei deren Wunsch nach raschen Neuwahlen und erzwang damit die vorzeitige Auflösung der Abgeordnetenkammer. Ziel war die Bildung einer Reformregierung der Linken mit den sagradischen Sozialisten unter deren jungem Parteichef [[Joán Caval]], dessen "Aufruf für den Wechsel" die PRD unterstützte. Heftige Befürworter dieser Wende war die parteinahe [[Juventú Radical-Democrática]] (JRD), die von der Studentenrevolte beeinflusst starke Linkspositionen einnahmen und in den Folgejahren sogar ein marxistisch inspiriertes Programm annahm.
  
 
=== Niederlagen und Bedeutungsverlust in den Siebzigern ===
 
=== Niederlagen und Bedeutungsverlust in den Siebzigern ===

Version vom 01:13, 14. Jan 2012

Der Partido Radical-Democrático (kurz PRD, deutsch Radikal-Demokratische Partei) war eine sozialliberale Partei in Sagradien. Gegründet wurde die Partei im Jahr 1955 unter dem Namen Movimiento de Radical-Democráticoes (MRD, Bewegung der Radikaldemokraten) durch linksgerichtete Abweichler der Demokratisch-Radikalen Union und Mitglieder der Radikalen Bürgerunion, die das Ziel hatten, die 1949/50 gespaltene Radikale Partei wiederzugründen. Nachdem die UCR als linke Nachfolgeorganisation des Partido Radical zerfallen war und sich 1957 schließlich ganz auflöste, schlossen sich die meisten ihrer Mitglieder der Radikaldemokratischen Bewegung (MRD) an, woraufhin die Partei ihren späteren Namen annahm. Die PRD war bis 1970 und erneut von 1986 bis 1992 in der sagradischen Abgeordnetenkammer vertreten und ging danach mehrheitlich in der sozialdemokratischen ASUL auf. Die Partei war Mitglied der Liberalen Internationale.

Geschichte der PRD

Ursprung und Gründung

Die Wurzeln der PRD liegen in der Radikal-Republikanischen Partei der Zweiten Sagradischen Republik, die nach ihrem Verbot 1943 wiedergegründet wurde. Die neue Radikale Partei zerfiel jedoch 1949 in einen rechten Flügel, der die Unión Democrática Radical (UDR) gründete, und einen linken Flügel, der 1950 in der Unión Cívica Radical aufging. Nach zwischenzeitlichen Wiedervereinigungsversuchen schloss sich die UDR der rechtsliberalen Demokratischen Union an, während die UCR infolge des schwachen Abschneides bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954 erodierte und in mehrere Gruppen zerfiel.

Nach dem Eintritt der UDR in die Bürgerblock-Regierung Luciaro im Frühjahr 1955 verließ eine Gruppe oppositioneller Mitglieder die UDR-Fraktion und gründete die Bewegung der Radikaldemokraten (Movimiento de Radical-Democráticoes, MRD) mit dem Ziel, die Radikale Partei wiederzubegründen. Darin liegt die eigentliche Geburtsstunde der neuen Radikaldemokratischen Partei. Vor den Kammerwahlen 1958 stießen zur MRD die Reste der 1957 aufgelösten UCR. Dies waren vor allem jene Kräfte, die das liberale Profil der Radikalen betonten und die Gründung der sozialdemokratischen ASUL ablehnten. Aus gleichem Grund schlossen sich auch ehemalige Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei (PSD) dem MRD an, von denen viele aus der Radikalen Partei der Zweiten Republik stammten. Bei der Kammerwahl 1958 trat die Partei unter dem Namen Movimiento de Radical-Democráticoes/Partido Radical-Democrático (MRD/PRD) an und erhielt 2,4 Prozent der Stimmen. Kurz danach nahm das MRD den Namen Partido Radical-Democrático mit dem Kürzel PRD an.

Regierungsbeteiligungen der Sechziger Jahre

In der Opposition zu den Mitte-Rechts-Regierungen Luciaro und Favale sowie zur Großen Koalition unter Martín Ánibal Costa steigerte sich der Stimmenanteil der PRD auf 4,2 Prozent bei der Wahl 1962 und 5,1 Prozent im Jahr 1963. Danach wurde die Partei Koalitionspartner der sagradischen Sozialisten sowie der liberalen UDS in den Kabinetten Santiago und Del Pérez, wo die PRD mit António Berral und Luciano Quélez zwei Minister stellte.

Nach dem Bruch der Koalition durch die UDS kam es zu Neuwahlen im März 1967, bei denen der PRD auf 3,5 Prozent der Stimmen abrutschte. Danach tolerierte die Partei zwei Jahre lang eine konservativ-liberale Minderheitsregierung unter Carles Angel Favale, ehe sie der Regierung im Herbst 1969 zum zweiten Mal in zwei Jahren die Unterstützung aufkündigte. Im danach gebildeten Kabinett Méndez übernahm die PRD einen Ministerposten für Institutionelle Reformen und beteiligte sich damit erstmas an einer Mitte-Rechts-Regierung. Die Phase der Mitte-Rechts-Orientierung brachte die Partei in große innere Widersprüche und führte zu erheblichen Problemen. Die revoltierenden Studenten der 68er Bewegung nahmen die Radikal-Demokratische Partei, eigentlich mit dem Image einer Intellektuellenpartei ausgestattet, mehrheitlich als konservative Kraft wahr und warfen ihr Kollaboration mit der Rechten vor. Dagegen versuchte eine innerparteiliche Strömung eine im wahren Sinne radikaldemokratische Erneuerung und bemühte sich, der Partei ein stärker linkes, radikal-libertäres Profil zu verleihen.

Nachdem diese Strömung 1969 noch vergeblich nach der Macht in der Partei gegriffen hatte, übernahm mit David Aliguieri ein Vertreter der Linken im Frühsommer 1970 die Führung der Partei, die damit einen gewaltigen Linksrutsch erlitt. Im August 1970 verließ die Partei die Regierung, unterstützte die Sozialisten bei deren Wunsch nach raschen Neuwahlen und erzwang damit die vorzeitige Auflösung der Abgeordnetenkammer. Ziel war die Bildung einer Reformregierung der Linken mit den sagradischen Sozialisten unter deren jungem Parteichef Joán Caval, dessen "Aufruf für den Wechsel" die PRD unterstützte. Heftige Befürworter dieser Wende war die parteinahe Juventú Radical-Democrática (JRD), die von der Studentenrevolte beeinflusst starke Linkspositionen einnahmen und in den Folgejahren sogar ein marxistisch inspiriertes Programm annahm.

Niederlagen und Bedeutungsverlust in den Siebzigern

Der Versuch der 180°-Wendung misslang jedoch. Bei der vorgezogenen Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970. Cavals Sozialisten erreichten fast 41 Prozent der Stimmen und erzielten gemeinsam mit den Kommunisten eine linke Mehrheit in der Kammer, während die Radikaldemokraten unter ihrem Vorsitzenden David Aliguieri mit einem Stimmenanteil von 2,8 Prozent der Stimmen erstmals unter die Dreiprozent-Hürde rutschten und damit in der neuen Kammer nicht mehr vertreten waren. In den Folgejahren verlor die Partei in der außerparlamentarischen Opposition rasch an Bedeutung.

Der Versuch, mit einem dezidiert linken Programm bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1974 die Rückkehr ins Parlament zu erreichen, schlug fehl. Stattdessen rutschte die Partei nochmals ab auf nun 1,5 Prozent und hatte darüber hinaus in den Jahren zwischen 1970 und 1974 führende liberale Denker v.a. an die Unión Democrática de Sagradia (UDS) verloren, die sich in diesen Jahren stärker liberal ausrichtete. Über den Umweg des ebenfalls liberalen Partido Republicano landeten einige liberale Radikaldemokraten auch im Movimiento Republicano Sagradês (MRS) und schließlich im konservativen PP-CSD. Bei den Wahlen 1976 und 1979 erreichte die Partei jeweils nur 1,6 bzw. 1,2 Prozent der Stimmen und blieb damit deutlich unter der für eine Rückkehr auf die parlamentarische Ebene nötigen Dreiprozentmarke.

Bündnisstrategie der Achtziger Jahre

Nachdem die PRD ihren erfolglosen Linkskurs 1975 aufgegeben hatte, kehrte sie unter dem Vorsitzenden Carles Mexito auf ihren klassisch sozialliberalen Kurs zurück und vollzog einen Strategiewechsel. Bei den Kammerwahlen 1982 kandidierte die Partei in einem linksliberalen Wahlbündnis zusammen mit dem Movimiento Republicano Sagradês und verfehlte auf diese Weise mit 2,9 Prozent der Stimmen nur knapp die Rückkehr ins Parlament. Bei den Europawahlen 1984 wiederholten die Parteien daraufhin ihr Wahlbündnis und bildeten die Aliança Democrática Européa, die 4,5 Prozent der Stimmen erhielt und 4 Abgeordnete nach Straßburg und Brüssel entsandt, je zwei von beiden Parteien. Damit saßen nun erstmals seit 14 Jahren wieder Radikale in einem überregionalen Parlament.

Mittlerweile war jedoch mit den grün-alterantiven Bewegungen eine neue ernstzunehmende Konkurrenz im linkslibertären Lager entstanden, in denen sich auch viele genuin Radikale engagierten, erstrecht nachdem die PRD ihren linkslibertären Kurs zunehmend aufgegeben hatte. Während bei den Regionalwahlen 1985 die Listen der Regenbogen-Grünen zahlreiche Erfolge feiern konnten, schafften die Listen der PRD oder der PRD/MRS-Koalition lediglich in der Region Lojandía den Sprung über die Dreiprozenthürde. Damit zerfiel die taktische Allianz der Radikaldemokraten mit den Republikanern.

Nach dem Vorbild regionaler und kommunaler Wahlabsprachen ging der PRS bei den Kammerwahlen 1986 und 1990 Listengemeinschaften mit den Sozialisten ein. Auf diese Weise kehrten 1986 wieder Abgeordnete der PRD ins sagradische Unterhaus zurück. Mit Carles Martínez Begueller gehörte dem sozialistisch-liberalen Koalitions-Kabinett Ricardes auch ein PRD-Mitglied an. Bei den Regionalwahlen 1989 und den Kammerwahlen 1990 kandidierten die Radikaldemokraten auf den Listen der Sozialisten, wodurch die Partei zunehmend in Abhängigkeit der Asul geriet.

Auflösung, "radikale Diaspora" und Erbe in der D/S

Nachdem zwischenzeitliche Versuche, die Allianz mit dem MRS bei den Europawahlen 1989 keinen Erfolg gezeitigt hatten, löste sich die Partei im Jahr 1992 auf. Die meisten Mitglieder der Führungsebene traten nun der ASUL bei, andere schossen sich den der 1989 gegründeten Partei der sagradischen Grünen an.

Radikale Traditionalisten gründeten 1993 die Unión del Radicalismo (UdR) als Versuch der Fortführung und Wiederbelebung des PRD, die aber nicht über den Status einer Splittergruppe hinauskam. 2000 kam es zur Fusion der UdR mit der kleinen linksliberalen Progressistischen Partei (PRO) zur UdR-PRO, die sich mit einem stark libertären Programm in der Folge wieder zunehmend an Wahlen beteiligte, ohne aber große Erfolge zu erzielen. Die UdR beteiligte sich schließlich im Jahr 2008 an dem Versuch des liberalen Parlamentsabgeordneten Javier Ibarra, eine neue radikale Partei zu gründen und die so genannten "radikale Diaspora" zu überwinden. Die gegründete Partei Democrâcia i Solidaritá - ils Radicales sieht sich denn auch in der Tradition des PRD und beruft sich auf dessen politisches Erbe.

Internationale und nationale Verbindungen

In der Tradition von PRD und UCR war die Radikaldemokratische Partei Mitglied der Liberalen Internationale. Die 1984 ins Europäische Parlament gewählten Abgeordneten des PRD saßen in der Gruppe der europäischen Liberaldemokraten und Reformisten (LDR).

Als Jugendverband der Partei fungierte lange Zeit die Juventú Radical-Democrática (JRD), die in den Siebziger Jahren aber eine extreme Linksausrichtung mit marxistischen Einflüssen einschlug und sich zunehmend von der sich als zentristische Reformpartei verstehenden PRD entfernte, ehe Partei und Jugendverband sich 1980 trennten. Die JRD besteht bis heute als linker Jugendverband weiter und kooperiert derzeit eng mit der Linksjugend JoSi der sagradischen Linksdemokraten.

Führungspersonen

Parteivorsitzende MRD (1955-1958) und PRD (1958-1992)