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Die Folge der höchsten Staatsämter lautet [[Präsident der Republik]], [[Präsident des Senats]], [[Präsident der Abgeordnetenkammer]], [[Ministerpräsident (Sagradien)|Präsident des Ministerrats]] (Ministerpräsident), [[Präsident des Verfassungsgerichtshofs]]. | Die Folge der höchsten Staatsämter lautet [[Präsident der Republik]], [[Präsident des Senats]], [[Präsident der Abgeordnetenkammer]], [[Ministerpräsident (Sagradien)|Präsident des Ministerrats]] (Ministerpräsident), [[Präsident des Verfassungsgerichtshofs]]. | ||
Nach Duverger kann das Regierungssystem Sagradiens als semi-präsidentiell bezeichnet werden. Dies liegt daran, dass der Präsident direkt gewählt wird und die Regierung ernennen und entlassen sowie das Parlament jederzeit auflösen kann. In der Praxis wird von diesen Rechten allerdings wenig Gebrauch gemacht, sodass Sagradien von vielen als in der Praxis parlamentarische Demokratie angesehen wird. Dieser Status ergibt sich aber nicht aus den Bestimmungen der Verfassung, sondern aus der realpolitischen Umsetzung. In dieser Hinsicht ähnelt das Regierungssystem Sagradiens sehr dem von Österreich, Portugal, Island oder der Republik Irland. Nach der Typologie von Shugart & Carey (1992) ist Sagradien am ehesten dem premier-präsidentiellen Regierungstyp zuzuordnen. | Nach Duverger kann das Regierungssystem Sagradiens als semi-präsidentiell bezeichnet werden. Dies liegt daran, dass der Präsident direkt gewählt wird und die Regierung ernennen und entlassen sowie das Parlament jederzeit auflösen kann. In der Praxis wird von diesen Rechten allerdings wenig Gebrauch gemacht, sodass Sagradien von vielen als in der Praxis parlamentarische Demokratie angesehen wird. Dieser Status ergibt sich aber nicht aus den Bestimmungen der Verfassung, sondern aus der realpolitischen Umsetzung. In dieser Hinsicht ähnelt das Regierungssystem Sagradiens sehr dem von Österreich, Portugal, Island oder der Republik Irland. Nach der Typologie von Shugart & Carey (1992) ist Sagradien am ehesten dem premier-präsidentiellen Regierungstyp zuzuordnen. | ||
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| + | === Politische Parteien === | ||
| + | Das [[Sagradisches Parteiensystem|Parteiensystem der Dritten Sagradischen Republik]] weist im Vergleich zu seinen Vorgängerrepubliken eine große Stabilität auf. Nach der Redemokratisierung des Jahres 1943/44 waren die wichtigsten Akteure die [[Partido Comunista Sagradês|Kommunisten]] und [[Partido Socialista|Sozialisten]] auf der Linken, die [[Partido Socialista Democrático|Sozialdemokraten]] von [[Santo De la Ilpa]] und die [[Partido Radical|Radikalen]] in der Mitte sowie die [[Partido del Cientro Cristiano|Christdemokraten]] von [[Paulo Luciaro]], das liberalkonservative [[Movimiento Popular Democrático|MPD]] und die nationalkonservative [[Unión Nacional Popular|UNP]] auf der Rechten. | ||
| + | Aus diesem System entstand durch Konzentrationsbewegungen der Fünfziger und Sechziger Jahre ein relativ stabiles Sechsparteiensystem, aus dem in den Siebziger Jahren ein Vierparteiensystem wurde. Als große Sammlungsparteien der liberalkonservativen rechten und der sozialdemokratischen linken Mitte entstanden in den Fünfziger Jahren das konservative und christdemokratische [[PP-CSD|CSD]] (seit 1965 PP-CSD) sowie die sozialdemokratische [[ASUL]], die beide regelmäßig zwischen 30 und 40 Prozent der Stimmen auf sich vereinten und um die Regierungsführung stritten. Neben den beiden großen Parteien existierten mit der [[Partido Comunista Sagradês|Kommunistischen Partei]], die heute im Linksbündnis [[Sinistra Democrática Unida|SDU]] mit anderen linken Kräften organisiert ist, sowie der bürgerlich-liberalen, heute weitgehend wirtschaftsliberal geprägten [[Unión Democrática de Sagradia|UDS]] zwei kleinere Parteien, die regelmäßig zwischen 7 und 15 Prozent der Stimmen erhielten. Der linksliberale [[Partido Radical Socialista]] (PRS) sowie die in den Sechziger Jahren erfolgreiche rechtsgerichtete und populistische Bewegung der [[Blanxardisten]] spielten seit den Siebziger Jahren keine Rolle mehr. | ||
| + | Erst in den Achtziger und frühen Neunziger Jahren kehrte sich die Konzentrationstendenz des sagradischen Parteiensystems um und es kam zu neuen Ausdifferenzierungen. In den Achtziger und frühen Neunziger Jahren konnte sich zunächst mit Erfolg die [[Ils Verdes - Alternativa Ecologista|Grüne Partei]] als weitere Kraft etablieren, dazu kam mit dem [[Partido Social Popular]] (PSP) in den Neunziger Jahren eine sehr erfolgreiche rechtspopulistische Partei, die unter ihrem charismatischen Vorsitzenden [[Joán De la Pênia]] in die Parlamente einziehen konnte und zur drittstärksten Kraft des Landes aufstieg. | ||
| + | Seit Beginn des neuen Jahrtausends erfährt die politische Rechte einen umfassenden Umstrukturierungsprozess, der mit der wirtschaftsliberalen Neuausrichtung der konservativen Volkspartei [[PP-CSD]] und der Zusammenarbeit mit der populistischen PSP zusammenhängt. In diesem Zusammenhang kam es zur Abspaltung des christdemokratischen [[Cientro Cristiano Democrático|CCD]] und der mit ihr verbündeten zentristischen [[Unión de Democráticoes del Cientro|UDC]] sowie der linksliberalen [[Democrâcia i Solidaritá - Ils Radicales|Radikalen]] von den Mitte-Rechts-Parteien PP-CSD und UDS. | ||
| + | Damit ist mit den Parlamentswahlen 2008 ein Fünf-Kräfte-System entstanden mit einer starken äußeren Linken (SDU), der Mitte-Links-Allianz [[Cerezo]] aus Sozialisten, Grünen und Linksliberalen (ASUL, V, d/s-Rad), dem [[Vereinten Zentrum|Cientro Uníu]] aus UDC und CCD, einem großen Mitte-Rechts-Block (PP-CSD, UDS) sowie der populistischen Rechten (PSP). Bei den Europawahlen und diversen Regionalwahlen im Jahr 2009 wurde dieses System in seinen Grundzügen bestätigt, wobei sich eine Tendenz zu einem Drei-Block-System andeutet, in dem sich eine Linke, eine Rechte und ein kleines Zentrum herauskristallisieren. | ||
Version vom 20:19, 27. Dez 2010
Sagradien (amtlich República Sagradêsa, deutsch Sagradische Republik, Kurzform sagr. Sagradia) ist ein Staat im Westen Europas. Zum Staatsgebiet gehören neben dem Territorium auf der Konsettenhalbinsel mit der Insel Cuentez die Inseln von Aziz im Atlantischen Ozean sowie mehrere autonome Überseegebiete in der Karibik, im Indischen Ozean, im Pazifik sowie in Südamerika. Sagradien ist Mitglied der Europäischen Union und Gründungsmitglied der NATO sowie der Vereinten Nationen.
Inhaltsverzeichnis
Geographie
Landschaft
Sagradien liegt ebenso wie Micolinien und der Kleinstaat San Cristo auf der Konsettenhalbinsel, die westlich über den bretonischen Isthmus an Frankreich anschließt. Im Westen grenzt Sagradien an Micolinien und San Cristo sowie das Blaue und das Ligrische Meer, im Osten an Frankreich und das Kantabrische Meer. Im Norden hat Sagradien Anteil am Keltischen Meer, im Süden an der Straße von Santana und dem Atlantischen Ozean. Im Norden Sagradiens erstreckt sich um die Sascaya, Ligre und die Cripón das Nordsagradische Tiefland (Plana Septentrional), im Westen große Teile des Konsettenhochgebirges mit dem Monte Serâsc (3430m) als höchsten Gipfel. Östlich davon schließen sich die Rosarischen Konsetten, das Hochland von Cabeza (Montes de Cabeza, höchster Gipfel: Monte Arriaga mit 1880m Höhe) und die Serra Amoria an, südlich der Gebirgskette die Mesa Media genannte Hochebene, die Eskada, das Mittelsagradische Becken (Bassí Central) und die sagradischen Mittelgebirge, die das Land diagonal von Nordosten nach Südwesten durchziehen. Dazu gehören u.a. die Serra d'Oller, die Serra de Sarmay, die Serra de Perín und die Serra de Corar. Im Osten der sagradischen Halbinsel erstreckt sich das Vezanische (Plana Vezana oder Plana Oriental), im Südosten das Alkonische Tiefland (Plana Alconêsa oder Plana Meridional). Der längste Fluss Sagradiens ist der Pin, der im Westen Sagradiens an der Grenze der Hoch- und der Insadischen Konsetten entspringt und nach Süden verläuft, wo er im Pin-Delta in den Atlantik mündet. Weitere große Flüsse sind der Liéno in Zentralsagradien, der im Hochland von Cabeza entspringt und bei Semess in den Pin fließt, der Ligre, der im Norden Sagradiens von der Serra d'Amoria aus nach Westen fließt und bei Ligre North ins Ligrische Meer mündet, sowie die Veza, die im Osten Sagradiens von der Cabeza aus ins Kantabrische Meer fließt.
Klima
Im Norden ozeanisch, in den mittleren Gebieten gemäßigt, im Süden, Südosten und am Blauen Meer mediterran, auf den Inseln von Aziz subtropisch.
Bevölkerung
Einwohner und Besiedlung
Sagradien ist mit knapp 60 Millionen Einwohnern auf etwas mehr als 365.000 km² Fläche einer der größten Staaten Europas. Die vier größten Städte Sagradiens sind Semess, Ostino, Artir und Tulis. Die größte Bevölkerungsdichte ist in der so genannten mittelsagradischen Raute zwischen den Metropolregionen Semess (inklusive Südlojandía/Niederlieno, Oberpin, Nordsarmay), Ostino, Tulis und Artir-Bordez zu finden. Traditionell schwach besiedelt sich die Peripherien, besonders der alkonische Süden sowie der ceundalisch-amorische Nordosten und die Gebirgsregionen der Konsetten, der Mesa und der Cabeza.
Sprachen
Amtssprache der Sagradischen Republik ist Sagradisch. Daneben sind als regionale Amtssprachen zugelassen:
- Bretonisch in der Autonomen Region Bretânia
- Golisch in der Autonomen Region Val d’Ambrís
- Cuentezisch (Varietät des Blaumeerromanisch) in der Autonomen Region Cuentez.
Die Eskadische Sprache sowie die verschiedenen Varietäten des Alkonischen und des Blaumeerromanischen besitzen in der Terminologie des sagradischen Rechts den Status von Kultursprachen und stehen unter besonderem Schutz, gelten jedoch (mit Ausnahme des Cuentezischen) nicht als Amtssprachen. Sie wurden von einigen Regionalräten als Regionalsprachen anerkannt und werden teilweise durch die entsprechenden Regionen gefördert. Daneben existieren verschiedene anerkannte Minderheitensprachen wie das das Micolinische bzw. Litische und das Französische in den jeweiligen Grenzgebieten. Außerdem werden in kleineren Gebieten der Provinzen Escada (vor allem um die Stadt Guillard) und Mesa-Pescano golische Dialekte gesprochen, heute jedoch nur noch von kleineren Minderheiten.
Religion
Sagradien ist mehrheitlich katholisch. Zwischen 70 und 75 Prozent der sagradischen Bevölkerung gehört heute eigenem Bekunden nach dem katholischen Glauben an, jedoch ist die Zahl der aktiven Katholiken noch weitaus geringer. Dennoch ist der Katholizismus mit Abstand die wichtigste Religion des Landes. Mit fast 2 Million Muslimen, die weitaus meisten davon Immigranten, ist der Islam die wichtigste der kleineren Religionen des Landes, gefolgt von etwa 500.000 Protestanten, vornehmlich calvinistischer Ausrichtung, und etwa 100.000 Juden. Zwischen 20 und 25 Prozent der Sagradier bezeichnen sich heute als konfessionslos.
Politik
Politisches System
Sagradien ist gemäß der Verfassung von 1946 eine parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der Präsident der Republik (Presidente de la República), der in direkter Volkswahl für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt wird und einmal wiederwählbar ist. Er repräsentiert den Staat völkerrechtlich und besitzt den Oberbefehl über die Streitkräfte. Zudem gehört zu seinen wichtigsten Aufgaben die Bestellung der Regierung. Diese wird vom Ministerrat (Côsilio de Ministrōes) unter Vorsitz eines Ministerpräsidenten (Presidente del Côsilio) ausgeübt und bedarf des Vertrauens der Abgeordnetenkammer.
Die Legislative wird von der Nationalversammlung (Asembléa Nacional) verkörpert, welche aus zwei Kammern, dem Senat (Senado) und der Abgeordnetenkammer (Câmara de Deputadōes), besteht. Der Senat setzt sich aus 277 Mitgliedern zusammen, von denen 210 nach dem relativen Mehrheitswahlrecht in Ein- und Mehrpersonenwahlkreisen direkt gewählt, 57 weitere von den Regionalräten delegiert und wiederum 10 Senatoren vom Präsidenten der Republik auf Lebenszeit ernannt werden. Die Legislaturperiode des Senats beträgt sechs Jahre, die Hälfte der durch Direktwahl vergebenen Sitze wird alle drei Jahre erneuert. Die Anzahl der Sitze, die jeder Provinz im Senat zustehen, richtet sich nach der Einwohnerzahl der Provinz, jedoch stehen jeder Provinz mindestens zwei Senatoren zu. Das führt dazu, dass die einwohnerschwachen Regionen Ceundâlia und Ambristal im Senat überrepräsentiert sind. Die sieben Überseegebiete wählen jeweils einen eigenen Vertreter in den Senat. Fünf Senatoren werden von den Sagradiern im Ausland gewählt. Bis 2001 bestand der Senat aus 211 direkt gewählten und 10 ernannten Senatoren. Die Abgeordnetenkammer, von deren Vertrauen allein der Ministerrat abhängig ist, gilt als die weitaus stärkere der beiden Kammern. Ihre 411 gesetzlichen Mitglieder werden für eine Amtszeit von vier Jahren nach dem allgemeinen Verhältniswahlrecht gewählt. Es besteht seit 1962 eine Sperrklausel von drei Prozent, die auf nationaler Ebene zur Anwendung kommt. Seit den Kammerwahlen 1970 kommt ein Verhältniswahlsystem mit Unterverteilung auf Mehrpersonenwahlkreise zur Anwendung. 320 Sitze werden durch Direktmandate in den Mehrpersonenwahlkreisen verteilt, die mit den Provinzen identisch sind, die restlichen 81 Sitze werden als Kompensationssitze über nationale Listen verteilt. Die proportionale Sitzverteilung richtet sich also nach dem nationalen Ergebnis, Überhangmandate werden nicht berücksichtigt. Zudem besteht die Möglichkeit, mithilfe einer Präferenzstimme einen Einzelkandidaten einer gewählten Liste auf einen höheren Listenplatz zu wählen. Bei der Mandatszuteilung kommt das Hare-Niemeyer-Verfahren zur Anwendung. Die beiden Kammern Sagradiens zeichnen sich durch eine asymmetrische Machtverteilung aus. Die Abgeordnetenkammer als die größere der beiden Kammern ist auch die einflussreichere. Von ihr allein ist die Regierung abhängig und sie kann Senatsentscheidungen überstimmen. Dieser ist in seiner Zusammensetzung zwar inkongruent mit der Abgeordnetenkammer und stellt damit einen potenziellen eigenen Machtfaktor dar, zeichnet sich aber durch in kleineren Abständen und nach verschiedenen Vefahren gewählte Mitglieder aus.
Als höchste Instanzen der Gerichtsbarkeit fungieren der Verfassungsgerichtshof (Corte Costitucional), der gleichermaßen für die Normenkontrolle, Verfassungbeschwerden, Organstreitigkeiten und Parteiverbote zuständig ist, die Corte Suprema de Casaciones als oberste Instanz der Zivil- und Strafgerichtsbarkeit sowie die Corte Suprema Administrativa als Verwaltungsgerichtshof. Die 14 Mitglieder des Verfassungsgerichts werden vom Präsidenten der Republik für eine Amtszeit von zehn Jahren ernannt. Dabei werden jeweils vier Mitglieder von den beiden Kammern der Nationalversammlung und weitere vier Mitglieder vom Ministerrat vorgeschlagen und zwei Mitglieder vom Präsidenten der Republik in eigener Verantwortung ernannt.
Die Folge der höchsten Staatsämter lautet Präsident der Republik, Präsident des Senats, Präsident der Abgeordnetenkammer, Präsident des Ministerrats (Ministerpräsident), Präsident des Verfassungsgerichtshofs. Nach Duverger kann das Regierungssystem Sagradiens als semi-präsidentiell bezeichnet werden. Dies liegt daran, dass der Präsident direkt gewählt wird und die Regierung ernennen und entlassen sowie das Parlament jederzeit auflösen kann. In der Praxis wird von diesen Rechten allerdings wenig Gebrauch gemacht, sodass Sagradien von vielen als in der Praxis parlamentarische Demokratie angesehen wird. Dieser Status ergibt sich aber nicht aus den Bestimmungen der Verfassung, sondern aus der realpolitischen Umsetzung. In dieser Hinsicht ähnelt das Regierungssystem Sagradiens sehr dem von Österreich, Portugal, Island oder der Republik Irland. Nach der Typologie von Shugart & Carey (1992) ist Sagradien am ehesten dem premier-präsidentiellen Regierungstyp zuzuordnen.
Politische Parteien
Das Parteiensystem der Dritten Sagradischen Republik weist im Vergleich zu seinen Vorgängerrepubliken eine große Stabilität auf. Nach der Redemokratisierung des Jahres 1943/44 waren die wichtigsten Akteure die Kommunisten und Sozialisten auf der Linken, die Sozialdemokraten von Santo De la Ilpa und die Radikalen in der Mitte sowie die Christdemokraten von Paulo Luciaro, das liberalkonservative MPD und die nationalkonservative UNP auf der Rechten. Aus diesem System entstand durch Konzentrationsbewegungen der Fünfziger und Sechziger Jahre ein relativ stabiles Sechsparteiensystem, aus dem in den Siebziger Jahren ein Vierparteiensystem wurde. Als große Sammlungsparteien der liberalkonservativen rechten und der sozialdemokratischen linken Mitte entstanden in den Fünfziger Jahren das konservative und christdemokratische CSD (seit 1965 PP-CSD) sowie die sozialdemokratische ASUL, die beide regelmäßig zwischen 30 und 40 Prozent der Stimmen auf sich vereinten und um die Regierungsführung stritten. Neben den beiden großen Parteien existierten mit der Kommunistischen Partei, die heute im Linksbündnis SDU mit anderen linken Kräften organisiert ist, sowie der bürgerlich-liberalen, heute weitgehend wirtschaftsliberal geprägten UDS zwei kleinere Parteien, die regelmäßig zwischen 7 und 15 Prozent der Stimmen erhielten. Der linksliberale Partido Radical Socialista (PRS) sowie die in den Sechziger Jahren erfolgreiche rechtsgerichtete und populistische Bewegung der Blanxardisten spielten seit den Siebziger Jahren keine Rolle mehr. Erst in den Achtziger und frühen Neunziger Jahren kehrte sich die Konzentrationstendenz des sagradischen Parteiensystems um und es kam zu neuen Ausdifferenzierungen. In den Achtziger und frühen Neunziger Jahren konnte sich zunächst mit Erfolg die Grüne Partei als weitere Kraft etablieren, dazu kam mit dem Partido Social Popular (PSP) in den Neunziger Jahren eine sehr erfolgreiche rechtspopulistische Partei, die unter ihrem charismatischen Vorsitzenden Joán De la Pênia in die Parlamente einziehen konnte und zur drittstärksten Kraft des Landes aufstieg. Seit Beginn des neuen Jahrtausends erfährt die politische Rechte einen umfassenden Umstrukturierungsprozess, der mit der wirtschaftsliberalen Neuausrichtung der konservativen Volkspartei PP-CSD und der Zusammenarbeit mit der populistischen PSP zusammenhängt. In diesem Zusammenhang kam es zur Abspaltung des christdemokratischen CCD und der mit ihr verbündeten zentristischen UDC sowie der linksliberalen Radikalen von den Mitte-Rechts-Parteien PP-CSD und UDS. Damit ist mit den Parlamentswahlen 2008 ein Fünf-Kräfte-System entstanden mit einer starken äußeren Linken (SDU), der Mitte-Links-Allianz Cerezo aus Sozialisten, Grünen und Linksliberalen (ASUL, V, d/s-Rad), dem Cientro Uníu aus UDC und CCD, einem großen Mitte-Rechts-Block (PP-CSD, UDS) sowie der populistischen Rechten (PSP). Bei den Europawahlen und diversen Regionalwahlen im Jahr 2009 wurde dieses System in seinen Grundzügen bestätigt, wobei sich eine Tendenz zu einem Drei-Block-System andeutet, in dem sich eine Linke, eine Rechte und ein kleines Zentrum herauskristallisieren.