Javier Carles Etxeberría: Unterschied zwischen den Versionen

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Carles Etxeberría wurde 1947 in Semess geboren und verbrachte den größten Teil seiner Kindheit bei seiner argentinischen Mutter in deren Heimatland sowie in den USA, wo sie als Journalistin arbeitete. 1966 kehrte Etxeberría nach Sagradien zurück und begann ein Studium der Staatsrechtslehre und der Philosophie in Semess. Bereits 1967 kam Etxeberría in Kontakt mit verschiedenen linken Gruppierungen und beschrieb sich selbst als Trotzkisten. 1968 hielt er sich anlässlich eines Auslandssemesters in Paris auf und unterhielt enge Kontakte zu Daniel Cohn-Bendit, der als Anführer der Pariser Studentenbewegung galt. Etxeberrías Rolle während der Mai-Unruhen 1968 ist bis heute nicht vollständig geklärt, doch kehrte Etxeberría kurze Zeit später nach Sagradien zurück, wohl um einer Ausweisung zuvor zu kommen.  
 
Carles Etxeberría wurde 1947 in Semess geboren und verbrachte den größten Teil seiner Kindheit bei seiner argentinischen Mutter in deren Heimatland sowie in den USA, wo sie als Journalistin arbeitete. 1966 kehrte Etxeberría nach Sagradien zurück und begann ein Studium der Staatsrechtslehre und der Philosophie in Semess. Bereits 1967 kam Etxeberría in Kontakt mit verschiedenen linken Gruppierungen und beschrieb sich selbst als Trotzkisten. 1968 hielt er sich anlässlich eines Auslandssemesters in Paris auf und unterhielt enge Kontakte zu Daniel Cohn-Bendit, der als Anführer der Pariser Studentenbewegung galt. Etxeberrías Rolle während der Mai-Unruhen 1968 ist bis heute nicht vollständig geklärt, doch kehrte Etxeberría kurze Zeit später nach Sagradien zurück, wohl um einer Ausweisung zuvor zu kommen.  
  
In Semess organisierte Etxeberría in der Folge einige Veranstaltungen gegen die amtierende [[Kabinett Favale II|Rechtsregierung Favale]], die er als faschistisch ablehnte. Obwohl Etxeberría auch in den Siebziger Jahren noch zu den prominenten Vertretern der studentischen Linken zählte, mäßigte er seine politischen Ansichten und widmete sich hauptsächlich seiner wissenschaftlichen Karriere. Später gab er zu, der [[ASUL|sozialistischen]] Regierung unter [[Joán Caval]] in den Anfangsjahren mit Wohlwollen gegenüber gestanden zu haben. Nach seiner Promotion im Jahr 1975 arbeitete Etxeberría als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Semess und für kurze Zeit in Paris, ehe er 1982 als Professor für Staatsphilosophie nach Duerez berufen wurde.
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In Semess organisierte Etxeberría in der Folge einige Veranstaltungen gegen die amtierende [[Kabinett Favale II|Rechtsregierung Favale]], die er als faschistisch ablehnte. Obwohl Etxeberría auch in den Siebziger Jahren noch zu den prominenten Vertretern der studentischen Linken zählte und Mitglied der kommunistischen, später linksalternativen [[Força Proletária]] wurde, mäßigte er seine politischen Ansichten und widmete sich hauptsächlich seiner wissenschaftlichen Karriere. Später gab er zu, der [[ASUL|sozialistischen]] Regierung unter [[Joán Caval]] in den Anfangsjahren mit Wohlwollen gegenüber gestanden zu haben. Nach seiner Promotion im Jahr 1975 arbeitete Etxeberría als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Semess und für kurze Zeit in Paris, ehe er 1982 als Professor für Staatsphilosophie nach Duerez berufen wurde.
  
 
== Anfänge in der Grünen Bewegung ==
 
== Anfänge in der Grünen Bewegung ==

Version vom 19:31, 8. Jan 2011

Carles Agüero Etxeberría (*1947 in Semess) ist ein Politiker der sagradischen Grünen Partei. Etxeberría wurde 1993 in Duerez zum ersten grünen Bürgermeister einer sagradischen Großstadt gewählt. 1998 bis 2006 war er Außenminister und stellvertretender Ministerpräsident in der rot-grünen Regierung De la Costa. Zudem war er 1991-1994 Vorstandssprecher der Grünen.

Jugend und Beruf

Carles Etxeberría wurde 1947 in Semess geboren und verbrachte den größten Teil seiner Kindheit bei seiner argentinischen Mutter in deren Heimatland sowie in den USA, wo sie als Journalistin arbeitete. 1966 kehrte Etxeberría nach Sagradien zurück und begann ein Studium der Staatsrechtslehre und der Philosophie in Semess. Bereits 1967 kam Etxeberría in Kontakt mit verschiedenen linken Gruppierungen und beschrieb sich selbst als Trotzkisten. 1968 hielt er sich anlässlich eines Auslandssemesters in Paris auf und unterhielt enge Kontakte zu Daniel Cohn-Bendit, der als Anführer der Pariser Studentenbewegung galt. Etxeberrías Rolle während der Mai-Unruhen 1968 ist bis heute nicht vollständig geklärt, doch kehrte Etxeberría kurze Zeit später nach Sagradien zurück, wohl um einer Ausweisung zuvor zu kommen.

In Semess organisierte Etxeberría in der Folge einige Veranstaltungen gegen die amtierende Rechtsregierung Favale, die er als faschistisch ablehnte. Obwohl Etxeberría auch in den Siebziger Jahren noch zu den prominenten Vertretern der studentischen Linken zählte und Mitglied der kommunistischen, später linksalternativen Força Proletária wurde, mäßigte er seine politischen Ansichten und widmete sich hauptsächlich seiner wissenschaftlichen Karriere. Später gab er zu, der sozialistischen Regierung unter Joán Caval in den Anfangsjahren mit Wohlwollen gegenüber gestanden zu haben. Nach seiner Promotion im Jahr 1975 arbeitete Etxeberría als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Semess und für kurze Zeit in Paris, ehe er 1982 als Professor für Staatsphilosophie nach Duerez berufen wurde.

Anfänge in der Grünen Bewegung

Nachdem er die Koalition der Sozialisten mit den Liberalen im Jahr 1975 abgelehnt hatte, gehörte Etxeberría in den Folgejahren zu den Gründern der sagradischen Grün-Alternativen Bewegung. 1980 bereits hatte er bei den Kommunalwahlen in Semess für die Grün-Linke Liste kandidiert, ohne aber ein Mandat zu erhalten. In der Folge arbeitete er in verschiedenen Positionen in der Semesker grünen Szene mit und gehörte von Anfang an zum gemäßigten realpolitischen Flügel, der auf mittlere Sicht auf eine Zusammenarbeit mit den Sozialisten setzte. 1986 gründete Etxeberría mit einigen akademischen Mitstreitern an verschiedenen Universitäten des Landes das Forum Ecología 86, das als ökologischer Think Tank eine nachhaltige Politik für die kommenden Jahrzehnte formulieren sollte. Er wurde zudem erster Generalsekretär des Forums, dem 1987 ein Institut angeschlossen wurde.

Nachdem er im Jahr 1986 bereits mit einer Kandidatur bei den Kammerwahlen für die Regenbogen-Grünen geliebäugelt hatte, zunächst aber seine wissenschaftliche Karriere fortsetzen wollte, kandidierte Etxeberría 1988 für die vereinigten Grünen als Bürgermeisterkandidat von Duerez. Mit einem Ergebnis von 25 Prozent im ersten Wahlgang verpasste er nur knapp die Stichwahl und sorgte für ein Überraschungsergebnis. Dies machte Etxeberría zu einem der bekanntesten Politiker der Grünen Bewegung in Sagradien. Im selben Jahr wurde er erstmals in den Stadtrat gewählt. 1989 gehörte Etxeberría zu den Gründungsmitgliedern der vereinigten Grünen Partei Ils Verdes. Hier galt er als Befürworter des Linksbündnisses mit der reformkommunistischen PSAP und damit als einer der Gegenspieler von Vorstandssprecher Carles Vergil, der 1991 die Partei verließ.

Vorstandssprecher und Duerezer Bürgermeister (1991-1998)

Nach dem Einzug der vereinigten Grünen in die Abgeordnetenkammer im Herbst 1990 in einem Bündnis mit der reformkommunistischen PSAP von António Fiali wurde Etxeberría nationaler Abgeordneter. 1991 gab er das Mandat zruück. In der Folge kandidierte Etxeberría an der Seite von Laura Mirante für das Amt des Vorstandssprechers der Grünen. Mit seiner Wahl folgte das neue Gespann Etxeberría-Mirante auf das Gründerduo Vergil-Maier Serrán nach.

Nach dem Tod von Isabel Maier Serrán im Jahr 1992 sprach sich Etxeberría für David Osqar Letard als Spitzenkandidaten der Partei für die anstehenden Kammerwahlen 1994 aus. Nach einem parteiinternen Skandal der Sozialisten und einer Neuausrichtung der Asul in der Folge setzte sich Etxeberría vor den Kammerwahlen 1994 für einen Kurs der engen Zusammenarbeit mit den Sozialisten ein. Verantwortlich für die strategische Allianz waren u.a. die Kontakte zwischen Etxeberría und dem sozialistischen Vorstandsmitglied Julio De la Costa, der seit 1991 in Perín-Tulinêsa eine rot-grüne Regionalregierung anführte.

1993 kandidierte Etxeberría erneut als Bürgermeister von Duerez. Nachdem er in der ersten Runde der Direktwahlen auf dem zweiten Platz hinter dem konservativen Kandidaten Arcélio Mira gelegen hatte, siegte er in der Stichwahl knapp gegen den Konservativen und wurde damit zum ersten grünen Bürgermeister einer sagradischen Großstadt gewählt.

Bei den Kammerwahlen 1994 verpasste die rot-grüne Allianz unter der Führung von Letard einen Regierungswechsel. Nach dem Rückzug Letards aus der Parteiführung im Jahr 1996 wurde Etxeberría zum Spitzenkandidaten der Grünen für die Kammerwahlen 1998 und damit zum de-facto-Parteiführer nominiert. Erneut gingen die Grünen und die nun von De la Costa angeführten Sozialisten mit dem Ziel einer gemeinsamen Regierungsmehrheit in die Wahl. Etxeberrías Partei holte 7,2% der Stimmen und konnte zusammen mit der Asul (40 Prozent) eine Minderheitskoalition bilden.

Außenminister der rot-grünen Koalition

In der neuen Regierung De la Costa, der ersten öko-sozialistischen Koalition auf nationaler Eben des Landes, wurde Etxeberría stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister. Als solcher musste er 1999 in der eigenen Partei die Beteiligung seines Landes am Kosovo-Krieg durchsetzen und konnte einen Koalitionsbruch nur knapp verhindern. Außerdem nahm er für sein Land im ersten Quartal 2000 die Präsidentschaft des Europäischen Rates wahr. Die Regierung De la Costa, mit einem ambitionierten gesellschaftlichen Reformprogramm angetreten, setzte einige grüne Politikinhalte um, darunter die Einführung der Homosexuellen-Ehe, den Ausstieg aus der Atom-Energie, die Einführung einer Klima-Abgabe sowie eine Reform der Staatsorganisation.

In der Folge gelang es den Grünen, sich als Reformmotor der Koalition zu präsentieren und ganz auf die Popularität ihres Spitzenkandidaten zu bauen. Nach der erneuten Spitzenkandidatur Etxeberrías und einem neuerlichen Sieg der rot-grünen Koalition bei den Wahlen 2002 setzte er als Außenminister die Koalition mit den Sozialisten fort. Die Grünen hatten bei dieser Wahl mit 8,7% das beste Ergebnis der Parteigeschichte erzielt. Spätestens seit diesem Wahlerfolg galt Etxeberría noch vor Ministerpräsident De la Costa und Oppositionsführer Luisanto als mit Abstand beliebtester Politiker des Landes.

Bei den Kammerwahlen 2006 traten Sozialisten und Grüne gemeinsam mit regionalen und linksliberalen Gruppen im Mitte-Links-Bündnis Cerezo (Kirschbaum) an, verloren aber die Mehrheit an die politische Rechte. Die Grünen rutschten bei der Wahl von 8,7 auf 7,2 Prozent ab, die Sozialisten verloren sogar mehr als sechs Prozentpunkte. Nach der Niederlage erklärte Etxeberría seinen Rückzug aus der Grünen-Führung. Seine Nachfolge trat María Nabarro Laval an, die zuvor als Umweltministerin amtiert hatte.

Leben nach der politischen Karriere

Im Frühjahr 2007 gab Etxeberría sein Mandat in der Abgeordnetenkammer auf und wurde Mitherausgeber der als linksliberal geltenden Wochenzeitung Il Tiempo, für die er seitdem in unregelmäßigen Abständen vornehmlich zu außen- und europapolitischen Themen eine Kolumne schreibt. Etxeberría ist zudem einer der Kuratoriumsvorsitzenden des Istituto Sagradês de la Política Internacional (ISPI).

Politische Funktionen

Mandate

  • 1988-1990: Stadtrat in Duerez
  • 1990-1991: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
  • 1998-2007: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer

Öffentliche Ämter

  • 1993-1998: Bürgermeister der Stadt Duerez
  • 1998-2006: Außenminister und stellvertretender Ministerpräsident in den Kabinetten De la Costa I, II, III und IV

Parteiämter