Donado Ricardes: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Donado Morrier Ricardes''' (*4.5.1930 in [[Martiniac]], [[Ligre Scantia]]) ist ein [[Sagradien|sagradischer]] Ökonom und Politiker. Er war von 1986 bis 1990 Ministerpräsident und von 1987 bis 1990 Generalsekretär der sozialdemokratischen [[ASUL]]. Seit 2009 amtiert Ricardes als [[Senat]]spräsident.
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'''Donado Ricardes Morrier''' (*4. Mai 1930 in [[Martiniác]], [[Ligre Scantia]]) ist ein [[Sagradien|sagradischer]] Ökonom, Manager und Politiker der sozialistischen [[ASUL]]. Er war von 1973 bis 1976 Generaldirektor der sagradischen Staatsholdung [[ENIP]] und danach bis 1979 sagradischer [[Wirtschaftsminister|Wirtschaftsminister]]. Von 1981 bis 1982 bekleidete er in der [[Kabinett Nada II|Großen Koalitionsregierung]] das Amt des [[Finanzminister]]s, ehe er von 1990 bis 1992 als [[sagradischer Ministerpräsident]] amtierte. Von 1987 bis 1992 war er zudem Generalsekretär der sozialdemokratischen [[ASUL]].
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In der Wirtschaftskrise der späten siebziger und frühen achtziger Jahre erwarb sich Ricardes als Minister den Ruf eines pragmatischen und unideologischen Krisenmanagers. Innerhalb der sozialistischen [[ASUL]] galt Ricardes als Vertreter des rechten, sozialdemokratisch bis sozialliberal orientierten Parteiflügels. Seine Zeit als Generalsekretär der Sozialisten und als Ministerpräsident war von Auseinandersetzungen mit dem linken Parteiflügel um [[Andrés Colón]] und von mehreren Parteiaffären geprägt, die seine Versuche einer sozialdemokratischen Reformpolitik überschatteten. Dennoch setzte er den Liberalisierungskurs der konservativen [[Kabinett Moya III|Vorgängerregierung Moya]] fort und unterzeichnete im Februar 1992 für Sagradien den Vertrag von Maastricht. Seine Regierung scheiterte schließlich 1992 infolge einer Parteispendenaffäre.
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Nach seiner Zeit als Partei- und Regierungschef gehörte Ricardes mehrere Jahre dem Europäischen Parlament und anschließend dem Senat an und übte zugleich einige Beratungstätigkeiten in der freien Wirtschaft aus.
  
 
== Leben ==
 
== Leben ==
 
=== Jugend und Beruf ===
 
=== Jugend und Beruf ===
Donado Ricardes, Sohn eines Gymnasiallehrers aus [[Martiniac]] im Norden [[Ligre-Scantia]]s, ging in seinem Heimatort zur Schule, das Gymnasium besuchte er in [[Bosa]] und begann dort auch 1949 sein Studium der Rechtswissenschaften, welches er fünf Jahre später in [[Semess]] beendete. In dieser Zeit trat Ricardes als Unterstützer des Westkurses von Außenminister [[Santo de la Ilpa]] dessen [[PSD|Sozialdemokratischer Partei]] bei, die 1957 in der neuen [[ASUL|Sozialistischen Allianz]] aufging. Nach seiner Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften mit dem Spezialgebiet Wirtschaftsrecht wechselte Ricardes von der Verwaltungshochschule in Semess in die Staatswirtschaft und wurde zunächst Ober-Verwaltungsdirektor und später leitender Finanzdirektor des staatlichen Energiekonzerns [[COESA|CES]].  
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Donado Ricardes, Sohn eines Gymnasiallehrers aus [[Martiniac]] im Norden [[Ligre-Scantia]]s, ging in seinem Heimatort zur Schule, das Gymnasium besuchte er in [[Bosa]] und begann dort auch 1949 sein Studium der Rechtswissenschaften, welches er fünf Jahre später in [[Semest]] beendete. In dieser Zeit trat Ricardes auch der [[ASUL|Sozialistischen Allianz]] bei. Nach seiner Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften mit dem Spezialgebiet Wirtschaftsrecht wechselte Ricardes von der Verwaltungshochschule in [[Semest]] in die Staatswirtschaft und wurde zunächst Verwaltungsbeamter beim staatlichen Energiekonzern [[COESA|CES]].
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Später gehörte Ricardes zum Leitungsstab im sagradischen Finanzministerium, ehe er 1973 zum Generaldirektor der sagradischen Staatsholding [[ENIP]] berufen wurde.
  
 
=== Start der politischen Karriere ===
 
=== Start der politischen Karriere ===
Im Jahr 1976 erfolgte Ricardes' Wechsel in die Politik. Nach dem Rücktritt des sozialistischen Wirtschaftsministers [[Andrés Colón]] im Oktober 1976 wurde Ricardes von Ministerpräsident [[Joán Caval]] in dessen [[Kabinett Caval III|Kabinett]] berufen. Mit der Ablösung des Parteilinken Colón durch den langjährigen Manager wurde verschiedentlich bereits als Vorbote eines Richtungswechsel in der ASUL gesehen, der nach der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1976]] und der Bildung einer Koalition mit der liberalen [[UDS]] im Frühjahr 1977 eingeleitet wurde. In der Koalition mit den Liberalen vertrat Ricardes einen deutlich marktfreundlicheren Kurs als sein Vorgänger und arbeitete eng mit seinem von der UDS gestellten Staatssekretär [[Damián Costa]] sowie dem liberalen Außenhandelsminister [[Mário Bahamonte]] zusammen.
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Im Jahr 1976 erfolgte Ricardes' Wechsel in die Politik. Nach dem Rücktritt des sozialistischen Wirtschaftsministers [[Andrés Colón]] wurde Ricardes im Oktober 1976 zu dessen Nachfolger im  [[Kabinett Caval III|dritten Kabinett]] von [[Joán Caval]] berufen. Die Ablösung des Parteilinken Colón durch den langjährigen Manager wurde verschiedentlich als wirtschaftspolitischer Richtungswechsel gedeutet.
  
Durch seine schnellen Erfolge, die ein rapides Anwachsen der Wirtschaftskraft des Landes verzeichneten, gewann er auch einige Anhänger in der Sozialistischen Partei und es entwickelte sich um Ricardes eine parteiinterne Strömung der reformistischen Mitte, die eine soziale Gestaltung der Marktwirtschaft anstrebte und die marxistisch geprägte Linie der alten Linken ablehnte. Nachdem er 1979 erstmals in die Abgeordnetenkammer gewählt worden war, gründete Ricardes seinen eigenen [[Corrente]], dem er den schlichten Namen "[[Corrente Ricardista|Progreso Social]]" gab. Die „Linie Ricardes“ gewann in den folgenden Jahren der [[Große Koalition|Großen Koalition]] unter dem konservativen Premierminister [[Santo de la Nada]] zunehmenden Einfluss vor allem im Regierungsflügel der ASUL, blieb aber in der weiterhin von Caval geführten Partei zunächst in der Minderheit. Da das Wirtschaftsministerium in der Regierung an die PP-CSD gegangen war, bekleidete Ricardes in der [[Kabinett Nada I|Regierung Nada]] kein Ministeramt. Stattdessen wurde er im Januar 1980 auf Vorschlag von Finanzminister Montone hin und in Absprache mit Premierminister De la Nada zum Geschäftsführenden Direktor der größten Staatsholdung [[CEIS]] ernannt.  
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Bei der [[Parlamentswahl 1979]] wurde Ricardes erstmals in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] gewählt, wo er sofort die Funktion eines finanzpolitischen Sprechers seiner Partei übernahm. In der Folge profilierte er sich weiter als Vertreter einer wirtschaftspolitischen Wende. Nach dem Eintritt seiner Partei in die [[Kabinett Nada I|Große Koalition]] unter [[Sandro de la Nada]] 1981 wurde Donado Ricardes zum [[Finanzminister]] berufen. Als solcher versuchte er zusammen mit dem konservativen Wirtschaftsminister [[Alfonso Guivares]] die Folgen der zweiten Ölkrise in den Griff zu bekommen.
  
Als Joán Caval 1981 auf die Spitzenkandidatur für die kommende Parlamentswahl verzichtet hatte und sich 1982 vorgezogene Neuwahlen abzeichneten, wurde Ricardes vom rechten Parteiflügel als potenzieller Spitzenkandidat ins Spiel gebracht. Die Strategie war es, einen wirtschaftsnahen und zentristisch auftretenden Politiker an die Spitze zu stellen, um die politische Mitte zu erobern. Als sich in der Partei jedoch eine Mehrheit für eine Kandidatur [[Andrés Colón]]s abzeichnete, der auch von Parteichef Caval favorisiert wurde, verzichtete Ricardes auf eine Kampfkandidatur gegen Colón und blieb auf seinem Vorstandsposten. Die Erdrutschniederlage [[Andrés Colón]]s bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1982|vorgezogenen Kammerwahlen im Herbst 1982]] bereitete den Boden für ein Comeback Ricardes' in der Partei in den nächsten Jahren.
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Durch seine schnellen Erfolge, die ein rapides Anwachsen der Wirtschaftskraft des Landes verzeichneten, gewann er auch einige Anhänger in der Sozialistischen Partei und es entwickelte sich um Ricardes eine parteiinterne Strömung der reformistischen Mitte, die eine soziale Gestaltung der Marktwirtschaft anstrebte und die marxistisch geprägte Linie der alten Linken ablehnte. 1979 gründete Ricardes seinen eigenen [[Corrente]], dem er den schlichten Namen "[[Corrente Ricardista|Progreso Social]]" gab. Die „Linie Ricardes“ gewann in den folgenden Jahren der [[Große Koalition|Großen Koalition]] unter dem konservativen Premierminister [[Sandro de la Nada]] zunehmenden Einfluss vor allem im Regierungsflügel der ASUL, blieb aber in der weiterhin von Caval geführten Partei zunächst in der Minderheit.
  
=== CEIS-Generaldirektor und Ministerpräsident ===
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=== Ministerpräsident ===
Als Generaldirektor der [[CEIS]] wirkte Ricardes in der Folge bei der Ausführung des umfangreichen Privatisierungsprogramms der konservativ-liberalen [[Kabinett Moya I|Regierung Moya]] mit. Nachdem es zu mehreren Differenzen zwischen Ricardes und der Regierung Moya gekommen war, die sich allerdings eher um technische Details der Liberalisierung, als um den Kurs an sich drehten, erklärte Ricardes seinen Rücktritt zum Jahresende 1983. In der Folge kehrte er auf die politische Bühne zurück. Zu Jahresbeginn gab Parteichef Caval bekannt, dass Ricardes einer von vier Persönlichkeiten sei, die künftig neben ihm an die Spitze der Partei treten sollten. Wenig später folgte der Verzicht Cavals auf die Spitzenkandidatur der Sozialisten bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1986|Kammerwahl im Herbst 1986]]. Ricardes entschloss sich schließlich zur Kandidatur und konnte sich in der entscheidenden Abstimmung gegen seinen einzigen Gegenkandidaten [[Andrés Colón]] durchsetzen.  
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Nach dem Tod Joán Cavals in Folge eines Attentats am 21. Dezember 1984 wurde Ricardes öffentlich als potenzieller Nachfolger gehandelt, musste aber zunächst dem Kandidaten der Parteilinken [[Andrés Colón]] den Vortritt lassen. Die folgenden Jahre waren durch Richtungsauseinandersetzungen in der Partei um den Kurs der Sozialisten geprägt. Ricardes gehörte in dieser Zeit nicht der engeren Parteiführung an, sondern arbeitete als Wirtschaftsberater, blieb aber innerparteilich aktiv und baute sich ein enges Netzwerk auf.  
  
Ricardes fuhr einen Wahlkampf, der auf die Eroberung der Mitte abzielte. Sein relativ wirtschaftsfreundliches und den Bedürfnissen des Mittelstandes angepasstes Wahlprogramm  wurde von Gegnern heftig kritisiert, die anmerkten, man könne es nicht von dem der bürgerlichen Rechten unterscheiden und es stelle keine Alternative zur neoliberalen Politik der Volkspartei/UDS-Koalition dar. Dennoch gelang Ricardes ein Wahlsieg gegen die Konservativen und er konnte sein Ziel der Neuauflage der sozialistisch-liberalen Koalition verwirklichen. Mit [[Bernardo Véllez]] machte er einen ausgewiesenen Wirtschaftsfachmann und loyalen Gefolgsmann zum Wirtschaftsminister, der zusammen mit Finanzminister [[António Anghés]] von der UDS eine liberale Wirtschaftspolitik vertreten sollte. [[Andrés Colón]], der schon im Wahlkampf keine Rolle gespielt hatte, wurde bei der Ressortverteilung nicht berücksichtigt und zog sich in der Folge auch vom Fraktionsvorsitz zurück. Insgesamt war das [[Kabinett Ricardes I|Kabinett Ricardes]] von einem deutlichen Übergewicht der Parteirechten geprägt.  
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Mit einem dezidiert linken Programm erlitt die Partei unter Colón bei der [[Parlamentswahl 1986]] eine deutliche Niederlage gegen die regierenden Konservativen, die einen wirtschaftsliberalen Kurs steuerten. Auf dem Parteikongress der Sozialisten 1987 setzte sich schließlich Donado Ricardes als Kandidat um das Generalsekretariat der Partei durch und wurde zum neuen Parteichef gewählt. Unter seiner Führung gab sich die Partei ein moderneres Image, distanzierte sich von allzu linken Forderungen aus dem 86er Wahlkampf und passte sich in Teilen der Wirtschaftspolitik der regierenden Mitte-Rechts-Parteien an. Bei der [[Parlamentswahl 1990]] führte Ricardes einen Wahlkampf, der auf die Eroberung der politischen Mitte abzielte. Sein relativ wirtschaftsfreundliches und den Bedürfnissen des Mittelstandes angepasstes Wahlprogramm  wurde von Gegnern heftig kritisiert, die anmerkten, man könne es nicht von dem der bürgerlichen Rechten unterscheiden und es stelle keine Alternative zur neoliberalen Politik der Volkspartei/UDS-Koalition dar. Der Schwerpunkt des Wahlkampfs lag ganz auf den 'harten' Themen Wirtschaft, Arbeit und Sicherheit. Besonders die Vernachlässigung der neuen postmaterialistischen Linken als potenzielle Zielgruppe wurde vielfach kritisiert.  
  
Nach dem Rückzug Joán Cavals von der Parteiführung verzichtete Ricardes zunächst auf eine Kandidatur und überließ dem populären [[Semess|Semesker]] Bürgermeister [[Flávio Osório Jimenez]] den Vortritt, der zum neuen Generalsekretär gewählt wurde. Nach nur wenigen Monaten stürzte dieser aber im Semesker Stadtrat und musste sein Amt aufgeben, woraufhin er auch die Parteiführung wieder zurückgab. Ricardes wurde nun von seinen Anhängern gedrängt, auch die Parteiführung zu übernehmen. Als neuer Parteichef geriet er aber schnell in Widerspruch zu den Parteilinken und v.a. zu den Anhängern einer neuen ökologischen Wirtschafts- und Umweltpolitik, die mit dem Erstarken der [[Verdes|Grünen]] auch innerhalb der Allianzpartei anwuchsen. Besonders eine Generation jüngerer sozialistischer Politiker wie [[Paulo Satyres]] oder [[Mariano Larcón]] vertrat das Konzept einer Annäherung an die Grünen, dazu gehörten auch eher der Mitte zugeneigte Politiker wie der Abgeordnete [[António Delvequio]], der sich die grüne Option aus strategischen Gründen offenhalten wollte. Dagegen galt Ricardes als Anhänger einer konservativen Energiepolitik und als Gegner rot-grüner Bündnisse.  
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Nachdem die [[Parlamentswahl 1990]] in einem Patt zwischen den beiden politischen Lagern resultiert hatte, gelang es Ricardes, die [[PRD|Radikaldemokraten]] als Zünglein an der Waage für eine gemeinsame Minderheitsregierung zu gewinnen. Er wurde zum ersten sozialistischen Ministerpräsidenten seit elf Jahren ernannt. Seine Regierung war allerdings auf wechselnde Mehrheiten angewiesen. Vor allem in wirtschaftspolitischen Fragen suchte er gegen den Willen von Teilen seiner Partei Unterstützung bei den oppositionellen [[UDS|Liberalen]].  
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Als Premierminister und Parteichef geriet Ricardes bald in Widerspruch zu den Parteilinken und v.a. zu den Anhängern einer neuen ökologischen Wirtschafts- und Umweltpolitik, die mit dem Erstarken der [[Verdes|Grünen]] auch innerhalb der Allianzpartei anwuchsen. Besonders eine Generation jüngerer sozialistischer Politiker wie [[Paulo Satyres]] oder [[Mariano Larcón]] vertrat das Konzept einer Annäherung an die Grünen, dazu gehörten auch eher der Mitte zugeneigte Politiker wie der Abgeordnete [[António Delvequio]], der sich die grüne Option aus strategischen Gründen offenhalten wollte. Dagegen galt Ricardes als Anhänger einer konservativen Energiepolitik und als Gegner rot-grüner Bündnisse.
  
 
=== Rücktritt und weitere Tätigkeiten ===
 
=== Rücktritt und weitere Tätigkeiten ===
Nach den neuerlichen Wahlerfolgen der Grünen ging Ricardes im Hinblick auf die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1990|Kammerwahlen 1990]] zu einer neuen Strategie über und versuchte die Wähler der Grünen wieder an die eigene Partei zu binden. 1989 holte er den populären ehemaligen Grünen [[Julio de la Costa]] als Umweltminister in sein Kabinett, um einen Politikwechsel zu signalisieren. Auch die Parteilinke wurde ab 1988/89 stärker berücksichtigt, was die Koalition mit den Liberalen zunehmend belastete. Trotz eingeschlagener Kurskorrekturen hin zu einer eher traditionellen sozialdemokratischen Politik musste Ricardes bei den Kammerwahlen 1990 eine deutliche Niederlage hinnehmen und wurde durch den Konservativen [[Josep Otero]] als Ministerpräsident abgelöst.
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Im Frühjahr 1992 wurden Details eines Parteispendenskandals in der Zentrale der sozialistischen [[ASUL]] bekannt, der in die Zeit der Parteiführung [[Andrés Colón]] zurückreichte. Bald geriet aber auch die Parteiführung Ricardes unter Druck. Nach dem Rücktritt des Schatzmeisters [[Olivério Braga]] und Aufnahme von Ermittlungen gegen mehrere höhere Funktionäre der Partei, darunter den früheren Schatzmeister und amtierenden Minister [[Francisco Montero Vidal]], weitete sich der Skandal zur Staatsaffäre aus.
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Zugleich gelang es Ricardes auch immer weniger, Kompromisse zu schließen, die sowohl der linke Flügel der Sozialisten als auch die mitregierende [[PRD]] und die nominell oppositionelle [[UDS]] akzeptieren konnten. Eine [[Kabinett Ricardes II|Kabinettsumbildung]] im September 1992 schlug als Versuch fehl, der Regierung einen saubern Neustart zu verschaffen, da die öffentlichen Gerüchte um Verwicklungen Ricardes' und seines Stellvertreters [[Luis José López]] in die Parteispendenaffäre anhielten.
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Nach einer verlorenen Vertrauensabstimmung im Parlament Anfang Oktober 1992, bei der eine deutliche Mehrheit im Parlament, darunter auch Abgeordnete der eigenen Regierungskoalition, gegen die Regierung gestimmt hatte, reichte Ricardes nach zwei Jahren im Amt seine Demission als Regierungschef ein und trat zugleich vom Parteivorsitz der Sozialisten zurück.  
  
In der Folge der Wahl trat Ricardes von seinem Amt als Parteichef der Sozialisten zurück, nachdem er im Parteivorstand der heftigen Kritik der Linken ausgesetzt worden war. Sein Mandat als Abgeordneter nahm er weiterhin wahr, zog sich aber aus der Führung zurück. Im Jahr 1992 kam es zum Bekanntwerden eines Parteispendenskandals in der ASUL. Besonders Ricardes geriet in die Kritik und musste bald zugeben, Parteispenden wiederholt falsch deklariert zu haben. Er gab sein Abgeordnetenmandat zurück und zog sich vorübergehend aus der Politik zurück. Stattdessen arbeitete er fortan als Berater in der freien Wirtschaft. Nachdem er lange Zeit als Kandidat der Sozialisten für die [[Präsidentschaftswahlen 1994]] gehandelt worden waren, musste er derartige Ambitionen ebenfalls aufgeben.
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Er gab sein Abgeordnetenmandat zurück und zog sich vorübergehend aus der Politik zurück. Stattdessen arbeitete er fortan als Berater in der freien Wirtschaft.
  
=== Senator ===
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=== Europa und Senat ===
 
Nach dem Sieg der Sozialisten bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998]] wurde Ricardes dennoch Vorsitzender einer außerparlemantarischen Expertenkommission, die Vorschläge für eine Reform des Gesundheitswesens ausarbeiten sollte. Im Juni 1999 feierte Ricardes sein politisches Comeback und zog für die Sozialisten ins Europäische Parlament ein. Hier war er im Haushalts- und Währungsausschuss vertreten. Nach einer Legislaturperiode verzichtete er im Jahr 2004 auf eine Wiederwahl. Stattdessen kehrte er als Aufsichtsratsmitglied verschiedener Unternehmen in die Wirtschaft zurück. Im Jahr 2005 wurde der 75-jährige Ricardes von Staatspräsident [[António Grande Illega]] zum Senator auf Lebenszeit ernannt.  
 
Nach dem Sieg der Sozialisten bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998]] wurde Ricardes dennoch Vorsitzender einer außerparlemantarischen Expertenkommission, die Vorschläge für eine Reform des Gesundheitswesens ausarbeiten sollte. Im Juni 1999 feierte Ricardes sein politisches Comeback und zog für die Sozialisten ins Europäische Parlament ein. Hier war er im Haushalts- und Währungsausschuss vertreten. Nach einer Legislaturperiode verzichtete er im Jahr 2004 auf eine Wiederwahl. Stattdessen kehrte er als Aufsichtsratsmitglied verschiedener Unternehmen in die Wirtschaft zurück. Im Jahr 2005 wurde der 75-jährige Ricardes von Staatspräsident [[António Grande Illega]] zum Senator auf Lebenszeit ernannt.  
  
 
Danach kam es vermehrt zu Differenzen zwischen Ricardes und seiner Partei. Ricardes gehörte innerhalb seiner Partei zu jenen Mitgliedern, die sich vehement gegen eine Zusammenarbeit mit der äußeren Linken aussprachen. Parteichef [[Santiago Diaz de Velozo]], der ebenfalls diesen Kurs vertrat, warf er aber Führungsschwäche vor. Innerhalb der Sozialistischen Partei wurde Ricardes vermehrt vorgeworfen, der konservativen Rechtskoalition von [[Ánibal Luisanto]] nahezustehen. Hinzu kamen persönliche Differenzen zwischen Ricardes und Diaz de Velozo, da der Asul-Chef aus parteitaktischen Erwägungen heraus Ricardes den prestigereichen Vorsitz des Nationalkonvents der Partei verweigerte, von dem sich Ricardes die parteiinterne Rehabilitation für seine Vergehen im Parteispendenskandal der späten Achtziger und frühen Neunziger versprach.
 
Danach kam es vermehrt zu Differenzen zwischen Ricardes und seiner Partei. Ricardes gehörte innerhalb seiner Partei zu jenen Mitgliedern, die sich vehement gegen eine Zusammenarbeit mit der äußeren Linken aussprachen. Parteichef [[Santiago Diaz de Velozo]], der ebenfalls diesen Kurs vertrat, warf er aber Führungsschwäche vor. Innerhalb der Sozialistischen Partei wurde Ricardes vermehrt vorgeworfen, der konservativen Rechtskoalition von [[Ánibal Luisanto]] nahezustehen. Hinzu kamen persönliche Differenzen zwischen Ricardes und Diaz de Velozo, da der Asul-Chef aus parteitaktischen Erwägungen heraus Ricardes den prestigereichen Vorsitz des Nationalkonvents der Partei verweigerte, von dem sich Ricardes die parteiinterne Rehabilitation für seine Vergehen im Parteispendenskandal der späten Achtziger und frühen Neunziger versprach.
  
Vor den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008|Kammerwahlen 2008]] eskalierte der Streit Ricardes’ mit seiner Partei. Im Hinblick auf das Wahlprogramm der Sozialisten sprach Ricardes von einem „Linksruck“ und wirtschafts- und energiepolitischem „Unsinn“. Bereits zuvor hatte Ricardes als Anhänger einer konservativen Energiepolitik den Ausstieg aus der Atomenergie kritisiert und sich für längere Laufzeiten ausgesprochen. Nach der Niederlage der Sozialisten bei den Kammerwahlen 2008 gehörte Ricardes zu den wenigen in der Partei, die die Kandidatur des wirtschaftsnahen Außenseiter-Kandidaten [[Joán Gras Brianforte]] unterstützten. Einen Tag nach der Wahl der gemäßigt-linken [[Mercé Serrat Caval]] zur neuen Generalsekretärin der Asul erklärte Ricardes in einem Interview mit der konservativen Tageszeitung [[Il Mundo]], seine Parteimitgliedschaft ruhen lassen zu wollen. Außerdem trat er aus der sozialistischen Gruppe im Senat aus und firmierte danach als Unabhängiger. Einladungen des Generalsekretärs der Volkspartei [[Névito Ramos Iliega]], der konservativen Fraktion beizutreten, kommentierte Ricardes zunächst nicht, antwortete dann aber, er wolle sich momentan nicht mehr parteipolitisch binden. Einen endgültigen Austritt aus seiner Partei lehnte er aber „aus Verbundenheit zur Vergangenheit und dem Erbe der Partei“ ab.  
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Vor den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2009|Kammerwahlen 2009]] eskalierte der Streit Ricardes’ mit seiner Partei. Im Hinblick auf das Wahlprogramm der Sozialisten sprach Ricardes von einem „Linksruck“ und wirtschafts- und energiepolitischem „Unsinn“. Bereits zuvor hatte Ricardes als Anhänger einer konservativen Energiepolitik den Ausstieg aus der Atomenergie kritisiert und sich für längere Laufzeiten ausgesprochen. Nach der Niederlage der Sozialisten bei den Kammerwahlen 2009 gehörte Ricardes zu den wenigen in der Partei, die die Kandidatur des wirtschaftsnahen Außenseiter-Kandidaten [[Joán Gras Brianforte]] unterstützten. Einen Tag nach der Wahl der gemäßigt-linken [[Mercé Serrat Cabarell]] zur neuen Generalsekretärin der Asul erklärte Ricardes in einem Interview mit der konservativen Tageszeitung [[Il Mercûrio]], seine Parteimitgliedschaft ruhen lassen zu wollen. Außerdem trat er aus der sozialistischen Gruppe im Senat aus und firmierte danach als Unabhängiger. Einladungen des Generalsekretärs der Volkspartei [[Névito Ramos Iliega]], der konservativen Fraktion beizutreten, kommentierte Ricardes zunächst nicht, antwortete dann aber, er wolle sich momentan nicht mehr parteipolitisch binden. Einen endgültigen Austritt aus seiner Partei lehnte er aber „aus Verbundenheit zur Vergangenheit und dem Erbe der Partei“ ab. Er bleibe auch über "Differenzen mit Persönlichkeiten und Gruppen in der aktuellen Parteiführung" hinweg "Sozialdemokrat in freiheitlich-demokratischer Tradition".
  
=== Senatspräsident ===
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Nach der Wahl von Senatspräsident [[Roberto Vidéas Braga]] zum Präsidenten der Republik im Frühjahr 2009 wurde Ricardes von konservativen Politikern überraschend als Nachfolger ins Spiel gebracht. Ricardes ließ mehrere Tage offen, ob er kandidieren wolle, lehnte schließlich jedoch eine Nominierung durch die konservative [[PPC]]-Fraktion ab.
Nach der Wahl von Senatspräsident [[Roberto Vidéas Braga]] zum Präsidenten der Republik im Frühjahr 2009 wurde Ricardes von konservativen Politikern überraschend als Nachfolger ins Spiel gebracht. Nachdem Ricardes einer Wahl zugestimmt hatte, wurde er von der Regierungskoalition als neuer Senatspräsident nominiert. Die überraschende Nominierung wurde als Schachzug Luisantos gewertet, im Hinblick auf die [[Senatswahlen 2009|Senats-]] und [[Europawahlen 2009|Europawahlen]] und [[Regionalwahlen 2009]] Wähler der linken Mitte an sein Lager zu binden. Gleichzeitig brachte er die linke Opposition in Zugzwang, da die Sozialisten eine Wahl ihres ehemaligen Parteichefs nicht ablehnen konnten. Schließlich wurde Donado Ricardes im Juni 2009 zum neuen Präsidenten des Senats gewählt. Die Sozialisten enthielten sich bei der Wahl, wodurch Ricardes mit den Stimmen der rechten Mehrheit gewählt wurde. Er ist der erste Präsident, der nicht selbst aus der Senatsmehrheit stammt, jedoch von dieser nominiert wurde. Forderungen in der sozialistischen Asul nach einem Ausschluss Ricardes’ aus der Partei, wurden von der Parteiführung zurückgewiesen. Die Wahl in ein hohes nicht-exekutives Staatsamt auf Vorschlag der aktuellen Regierungsmehrheit könne nicht als parteischädigend angesehen werden und rechtfertige daher auch keinen Ausschluss aus der Partei, zumal sich Ricardes als Premierminister und Generalsekretär in der Vergangenheit sehr verdient um die Partei gemacht habe.
 
  
 
== Politische Funktionen ==
 
== Politische Funktionen ==
=== Berufliche Funktionen ===
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=== Öffentliche Ämter ===
* Bis 1976: Karriere in der [[COESA|Companía d'Energía Sagradêsa]] (CES), zuletzt als Oberverwaltungsdirektor und leitender Finanzdirektor
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* Bis 1970: Karriere in der [[COESA]], zuletzt als Verwaltungsdirektor
* 1979-1983: Generaldirektor der [[CEIS]]
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* 1970-1973: Abteilungsleiter im sagradischen [[Finanzministerium]]
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* 1973-1976: Generaldirektor der [[ENIP]] (Entitá Nacional de Investimiento i Participaciones)
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* 1976-1979: [[Ministerium für Wirtschaft und Industrie|Minister für Wirtschaft und Industrie]] in den Kabinetten [[Kabinett Caval IV|Caval IV]] und [[Kabinett Caval V|Caval V]]
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* 1981-1982: [[Finanzminister]] im [[Kabinett Nada I]]
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* 1990-1992: [[Ministerpräsident (Sagradien)|Präsident des Ministerrats]]
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* 9-10/1992: zugleich [[Verteidigungsminister]] im [[Kabinett Ricardes II]]
  
=== Öffentliche Ämter ===
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=== Mandate ===
* 1976-1979: Minister für Wirtschaft und Industrie in den Kabinetten [[Kabinett Caval III|Caval III]], [[Kabinett Caval IV|Caval IV]] und [[Kabinett Caval V|Caval V]]
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* 1979-1994: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
* 1986-1990: Präsident des Ministerrats
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* 1999-2004: Mitglied des Europäischen Parlaments
* Seit 2009: Präsident des Senats
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* 2005-2011: Mitglied des sagradischen [[Senat]]s (durch den Staatspräsidenten ernannt)
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=== Parteifunktionen ===
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* 1987-1992: Generalsekretär der [[ASUL]]
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[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Ricardes]]
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[[Kategorie: Wirtschaftsminister Sagradiens|Ricardes]]
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[[Kategorie: Finanzminister Sagradiens|Ricardes]]
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[[Kategorie: Generalsekretär ASUL|Ricardes]]
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[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Ricardes]]
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[[Kategorie: Politiker der ASUL|Ricardes]]

Aktuelle Version vom 4. Mai 2025, 12:48 Uhr

Holkeri1a.jpg

Donado Ricardes Morrier (*4. Mai 1930 in Martiniác, Ligre Scantia) ist ein sagradischer Ökonom, Manager und Politiker der sozialistischen ASUL. Er war von 1973 bis 1976 Generaldirektor der sagradischen Staatsholdung ENIP und danach bis 1979 sagradischer Wirtschaftsminister. Von 1981 bis 1982 bekleidete er in der Großen Koalitionsregierung das Amt des Finanzministers, ehe er von 1990 bis 1992 als sagradischer Ministerpräsident amtierte. Von 1987 bis 1992 war er zudem Generalsekretär der sozialdemokratischen ASUL.

In der Wirtschaftskrise der späten siebziger und frühen achtziger Jahre erwarb sich Ricardes als Minister den Ruf eines pragmatischen und unideologischen Krisenmanagers. Innerhalb der sozialistischen ASUL galt Ricardes als Vertreter des rechten, sozialdemokratisch bis sozialliberal orientierten Parteiflügels. Seine Zeit als Generalsekretär der Sozialisten und als Ministerpräsident war von Auseinandersetzungen mit dem linken Parteiflügel um Andrés Colón und von mehreren Parteiaffären geprägt, die seine Versuche einer sozialdemokratischen Reformpolitik überschatteten. Dennoch setzte er den Liberalisierungskurs der konservativen Vorgängerregierung Moya fort und unterzeichnete im Februar 1992 für Sagradien den Vertrag von Maastricht. Seine Regierung scheiterte schließlich 1992 infolge einer Parteispendenaffäre.

Nach seiner Zeit als Partei- und Regierungschef gehörte Ricardes mehrere Jahre dem Europäischen Parlament und anschließend dem Senat an und übte zugleich einige Beratungstätigkeiten in der freien Wirtschaft aus.

Leben[bearbeiten]

Jugend und Beruf[bearbeiten]

Donado Ricardes, Sohn eines Gymnasiallehrers aus Martiniac im Norden Ligre-Scantias, ging in seinem Heimatort zur Schule, das Gymnasium besuchte er in Bosa und begann dort auch 1949 sein Studium der Rechtswissenschaften, welches er fünf Jahre später in Semest beendete. In dieser Zeit trat Ricardes auch der Sozialistischen Allianz bei. Nach seiner Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften mit dem Spezialgebiet Wirtschaftsrecht wechselte Ricardes von der Verwaltungshochschule in Semest in die Staatswirtschaft und wurde zunächst Verwaltungsbeamter beim staatlichen Energiekonzern CES.

Später gehörte Ricardes zum Leitungsstab im sagradischen Finanzministerium, ehe er 1973 zum Generaldirektor der sagradischen Staatsholding ENIP berufen wurde.

Start der politischen Karriere[bearbeiten]

Im Jahr 1976 erfolgte Ricardes' Wechsel in die Politik. Nach dem Rücktritt des sozialistischen Wirtschaftsministers Andrés Colón wurde Ricardes im Oktober 1976 zu dessen Nachfolger im dritten Kabinett von Joán Caval berufen. Die Ablösung des Parteilinken Colón durch den langjährigen Manager wurde verschiedentlich als wirtschaftspolitischer Richtungswechsel gedeutet.

Bei der Parlamentswahl 1979 wurde Ricardes erstmals in die sagradische Abgeordnetenkammer gewählt, wo er sofort die Funktion eines finanzpolitischen Sprechers seiner Partei übernahm. In der Folge profilierte er sich weiter als Vertreter einer wirtschaftspolitischen Wende. Nach dem Eintritt seiner Partei in die Große Koalition unter Sandro de la Nada 1981 wurde Donado Ricardes zum Finanzminister berufen. Als solcher versuchte er zusammen mit dem konservativen Wirtschaftsminister Alfonso Guivares die Folgen der zweiten Ölkrise in den Griff zu bekommen.

Durch seine schnellen Erfolge, die ein rapides Anwachsen der Wirtschaftskraft des Landes verzeichneten, gewann er auch einige Anhänger in der Sozialistischen Partei und es entwickelte sich um Ricardes eine parteiinterne Strömung der reformistischen Mitte, die eine soziale Gestaltung der Marktwirtschaft anstrebte und die marxistisch geprägte Linie der alten Linken ablehnte. 1979 gründete Ricardes seinen eigenen Corrente, dem er den schlichten Namen "Progreso Social" gab. Die „Linie Ricardes“ gewann in den folgenden Jahren der Großen Koalition unter dem konservativen Premierminister Sandro de la Nada zunehmenden Einfluss vor allem im Regierungsflügel der ASUL, blieb aber in der weiterhin von Caval geführten Partei zunächst in der Minderheit.

Ministerpräsident[bearbeiten]

Nach dem Tod Joán Cavals in Folge eines Attentats am 21. Dezember 1984 wurde Ricardes öffentlich als potenzieller Nachfolger gehandelt, musste aber zunächst dem Kandidaten der Parteilinken Andrés Colón den Vortritt lassen. Die folgenden Jahre waren durch Richtungsauseinandersetzungen in der Partei um den Kurs der Sozialisten geprägt. Ricardes gehörte in dieser Zeit nicht der engeren Parteiführung an, sondern arbeitete als Wirtschaftsberater, blieb aber innerparteilich aktiv und baute sich ein enges Netzwerk auf.

Mit einem dezidiert linken Programm erlitt die Partei unter Colón bei der Parlamentswahl 1986 eine deutliche Niederlage gegen die regierenden Konservativen, die einen wirtschaftsliberalen Kurs steuerten. Auf dem Parteikongress der Sozialisten 1987 setzte sich schließlich Donado Ricardes als Kandidat um das Generalsekretariat der Partei durch und wurde zum neuen Parteichef gewählt. Unter seiner Führung gab sich die Partei ein moderneres Image, distanzierte sich von allzu linken Forderungen aus dem 86er Wahlkampf und passte sich in Teilen der Wirtschaftspolitik der regierenden Mitte-Rechts-Parteien an. Bei der Parlamentswahl 1990 führte Ricardes einen Wahlkampf, der auf die Eroberung der politischen Mitte abzielte. Sein relativ wirtschaftsfreundliches und den Bedürfnissen des Mittelstandes angepasstes Wahlprogramm wurde von Gegnern heftig kritisiert, die anmerkten, man könne es nicht von dem der bürgerlichen Rechten unterscheiden und es stelle keine Alternative zur neoliberalen Politik der Volkspartei/UDS-Koalition dar. Der Schwerpunkt des Wahlkampfs lag ganz auf den 'harten' Themen Wirtschaft, Arbeit und Sicherheit. Besonders die Vernachlässigung der neuen postmaterialistischen Linken als potenzielle Zielgruppe wurde vielfach kritisiert.

Nachdem die Parlamentswahl 1990 in einem Patt zwischen den beiden politischen Lagern resultiert hatte, gelang es Ricardes, die Radikaldemokraten als Zünglein an der Waage für eine gemeinsame Minderheitsregierung zu gewinnen. Er wurde zum ersten sozialistischen Ministerpräsidenten seit elf Jahren ernannt. Seine Regierung war allerdings auf wechselnde Mehrheiten angewiesen. Vor allem in wirtschaftspolitischen Fragen suchte er gegen den Willen von Teilen seiner Partei Unterstützung bei den oppositionellen Liberalen.

Als Premierminister und Parteichef geriet Ricardes bald in Widerspruch zu den Parteilinken und v.a. zu den Anhängern einer neuen ökologischen Wirtschafts- und Umweltpolitik, die mit dem Erstarken der Grünen auch innerhalb der Allianzpartei anwuchsen. Besonders eine Generation jüngerer sozialistischer Politiker wie Paulo Satyres oder Mariano Larcón vertrat das Konzept einer Annäherung an die Grünen, dazu gehörten auch eher der Mitte zugeneigte Politiker wie der Abgeordnete António Delvequio, der sich die grüne Option aus strategischen Gründen offenhalten wollte. Dagegen galt Ricardes als Anhänger einer konservativen Energiepolitik und als Gegner rot-grüner Bündnisse.

Rücktritt und weitere Tätigkeiten[bearbeiten]

Im Frühjahr 1992 wurden Details eines Parteispendenskandals in der Zentrale der sozialistischen ASUL bekannt, der in die Zeit der Parteiführung Andrés Colón zurückreichte. Bald geriet aber auch die Parteiführung Ricardes unter Druck. Nach dem Rücktritt des Schatzmeisters Olivério Braga und Aufnahme von Ermittlungen gegen mehrere höhere Funktionäre der Partei, darunter den früheren Schatzmeister und amtierenden Minister Francisco Montero Vidal, weitete sich der Skandal zur Staatsaffäre aus.

Zugleich gelang es Ricardes auch immer weniger, Kompromisse zu schließen, die sowohl der linke Flügel der Sozialisten als auch die mitregierende PRD und die nominell oppositionelle UDS akzeptieren konnten. Eine Kabinettsumbildung im September 1992 schlug als Versuch fehl, der Regierung einen saubern Neustart zu verschaffen, da die öffentlichen Gerüchte um Verwicklungen Ricardes' und seines Stellvertreters Luis José López in die Parteispendenaffäre anhielten.

Nach einer verlorenen Vertrauensabstimmung im Parlament Anfang Oktober 1992, bei der eine deutliche Mehrheit im Parlament, darunter auch Abgeordnete der eigenen Regierungskoalition, gegen die Regierung gestimmt hatte, reichte Ricardes nach zwei Jahren im Amt seine Demission als Regierungschef ein und trat zugleich vom Parteivorsitz der Sozialisten zurück.

Er gab sein Abgeordnetenmandat zurück und zog sich vorübergehend aus der Politik zurück. Stattdessen arbeitete er fortan als Berater in der freien Wirtschaft.

Europa und Senat[bearbeiten]

Nach dem Sieg der Sozialisten bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998 wurde Ricardes dennoch Vorsitzender einer außerparlemantarischen Expertenkommission, die Vorschläge für eine Reform des Gesundheitswesens ausarbeiten sollte. Im Juni 1999 feierte Ricardes sein politisches Comeback und zog für die Sozialisten ins Europäische Parlament ein. Hier war er im Haushalts- und Währungsausschuss vertreten. Nach einer Legislaturperiode verzichtete er im Jahr 2004 auf eine Wiederwahl. Stattdessen kehrte er als Aufsichtsratsmitglied verschiedener Unternehmen in die Wirtschaft zurück. Im Jahr 2005 wurde der 75-jährige Ricardes von Staatspräsident António Grande Illega zum Senator auf Lebenszeit ernannt.

Danach kam es vermehrt zu Differenzen zwischen Ricardes und seiner Partei. Ricardes gehörte innerhalb seiner Partei zu jenen Mitgliedern, die sich vehement gegen eine Zusammenarbeit mit der äußeren Linken aussprachen. Parteichef Santiago Diaz de Velozo, der ebenfalls diesen Kurs vertrat, warf er aber Führungsschwäche vor. Innerhalb der Sozialistischen Partei wurde Ricardes vermehrt vorgeworfen, der konservativen Rechtskoalition von Ánibal Luisanto nahezustehen. Hinzu kamen persönliche Differenzen zwischen Ricardes und Diaz de Velozo, da der Asul-Chef aus parteitaktischen Erwägungen heraus Ricardes den prestigereichen Vorsitz des Nationalkonvents der Partei verweigerte, von dem sich Ricardes die parteiinterne Rehabilitation für seine Vergehen im Parteispendenskandal der späten Achtziger und frühen Neunziger versprach.

Vor den Kammerwahlen 2009 eskalierte der Streit Ricardes’ mit seiner Partei. Im Hinblick auf das Wahlprogramm der Sozialisten sprach Ricardes von einem „Linksruck“ und wirtschafts- und energiepolitischem „Unsinn“. Bereits zuvor hatte Ricardes als Anhänger einer konservativen Energiepolitik den Ausstieg aus der Atomenergie kritisiert und sich für längere Laufzeiten ausgesprochen. Nach der Niederlage der Sozialisten bei den Kammerwahlen 2009 gehörte Ricardes zu den wenigen in der Partei, die die Kandidatur des wirtschaftsnahen Außenseiter-Kandidaten Joán Gras Brianforte unterstützten. Einen Tag nach der Wahl der gemäßigt-linken Mercé Serrat Cabarell zur neuen Generalsekretärin der Asul erklärte Ricardes in einem Interview mit der konservativen Tageszeitung Il Mercûrio, seine Parteimitgliedschaft ruhen lassen zu wollen. Außerdem trat er aus der sozialistischen Gruppe im Senat aus und firmierte danach als Unabhängiger. Einladungen des Generalsekretärs der Volkspartei Névito Ramos Iliega, der konservativen Fraktion beizutreten, kommentierte Ricardes zunächst nicht, antwortete dann aber, er wolle sich momentan nicht mehr parteipolitisch binden. Einen endgültigen Austritt aus seiner Partei lehnte er aber „aus Verbundenheit zur Vergangenheit und dem Erbe der Partei“ ab. Er bleibe auch über "Differenzen mit Persönlichkeiten und Gruppen in der aktuellen Parteiführung" hinweg "Sozialdemokrat in freiheitlich-demokratischer Tradition".

Nach der Wahl von Senatspräsident Roberto Vidéas Braga zum Präsidenten der Republik im Frühjahr 2009 wurde Ricardes von konservativen Politikern überraschend als Nachfolger ins Spiel gebracht. Ricardes ließ mehrere Tage offen, ob er kandidieren wolle, lehnte schließlich jedoch eine Nominierung durch die konservative PPC-Fraktion ab.

Politische Funktionen[bearbeiten]

Öffentliche Ämter[bearbeiten]

Mandate[bearbeiten]

  • 1979-1994: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
  • 1999-2004: Mitglied des Europäischen Parlaments
  • 2005-2011: Mitglied des sagradischen Senats (durch den Staatspräsidenten ernannt)

Parteifunktionen[bearbeiten]

  • 1987-1992: Generalsekretär der ASUL