Santiago Valarosa: Unterschied zwischen den Versionen
| (17 dazwischenliegende Versionen von 10 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| − | '''Santiago Aliureto Valarosa''' (*1951 in [[Nocolônies]]) ist [[Sagradien|sagradischer]] [[ASUL|sozialistischer]] Politiker und früherer [[Verkehrsminister|Transport-]] (2000- | + | [[Bild:Damiano1.jpg|thumb|200px]] |
| + | |||
| + | '''Santiago Aliureto Valarosa''' (*1951 in [[Nocolônies]]) ist [[Sagradien|sagradischer]] [[ASUL|sozialistischer]] Politiker und früherer [[Verkehrsminister|Transport-]] (2000-2006) sowie [[Wirtschaftsminister|Wirtschafts- und Industrieminister]] (2006). Von 2009 bis 2015 war er Präsident der Regionalregierung von [[Bordez]]. Zudem amtierte er von 2005 bis 2014 als Vizegeneralsekretär der [[ASUL]] und hatte nach dem Rücktritt von [[Santiago Diaz de Velozo]] im Winter 2009/2010 für mehrere Monate die kommissarische Parteiführung inne. | ||
== Laufbahn == | == Laufbahn == | ||
=== Karrierebeginn in Bordez === | === Karrierebeginn in Bordez === | ||
| − | Der in im Norden der Region [[Bordez]] geborene Santiago Valarosa studierte Politik- und Verwaltungswissenschaften in [[Biniar]] und kam früh in Kontakt mit dem linksalternativen Milieu und den neuen sozialen Bewegungen. Mitglied des sozialistischen Studentenverbandes [[COSES]] engagierte er sich in der Hochschulpolitik und schrieb für mehrere linkssozialistische Blätter. Im Alter von 26 Jahren wurde Valarosa zum nationalen Sekretär der [[COSES]] gewählt. Dieses Amt übte er bis zum Jahr seines Studienabschlusses 1980 aus. Anschließend wurde er 1981 erstmals in den Regionalrat von [[Bordez]] gewählt. 1985 übernahm er die Funktion eines Parteikoordinators im Exekutivkomitee der [[ASUL]] [[Bordez]], dem er schon seit 1980 angehörte, 1989 zudem das Amt eines Fraktionssprechers der Sozialistischen Regionalratsgruppe. 1991 wurde er zum Parteisekretär in der Provinz [[ | + | Der in im Norden der Region [[Bordez]] geborene Santiago Valarosa studierte Politik- und Verwaltungswissenschaften in [[Biniar]] und kam früh in Kontakt mit dem linksalternativen Milieu und den neuen sozialen Bewegungen. Mitglied des sozialistischen Studentenverbandes [[COSES]] engagierte er sich in der Hochschulpolitik und schrieb für mehrere linkssozialistische Blätter. Im Alter von 26 Jahren wurde Valarosa zum nationalen Sekretär der [[COSES]] gewählt. Dieses Amt übte er bis zum Jahr seines Studienabschlusses 1980 aus. Anschließend wurde er 1981 erstmals in den Regionalrat von [[Bordez]] gewählt. 1985 übernahm er die Funktion eines Parteikoordinators im Exekutivkomitee der [[ASUL]] [[Bordez]], dem er schon seit 1980 angehörte, 1989 zudem das Amt eines Fraktionssprechers der Sozialistischen Regionalratsgruppe. 1991 wurde er zum Parteisekretär in der Provinz [[Alto-Bordez]] gewählt. |
Neben [[Paulo Satyres]] gehörte Valarosa zu dieser Zeit zur vielversprechenden jungen Garde in der Partei. Nachdem dieser 1990 zum Präsidenten der Regionalregierung von [[Bordez]] gewählt worden war, machte er Valarosa Anfang 1991 zum Chef seines Generalsekretariats und damit zum maßgeblichen Koordinator der Regierungsarbeit in der Region. Dieses Amt übte er zwei Jahre lang aus, ehe er nach den [[Regionalwahlen 1993]] als Beigeordneter Rat mit der Leitung der Regionalbehörde für Arbeit und Soziales beauftragt wurde. | Neben [[Paulo Satyres]] gehörte Valarosa zu dieser Zeit zur vielversprechenden jungen Garde in der Partei. Nachdem dieser 1990 zum Präsidenten der Regionalregierung von [[Bordez]] gewählt worden war, machte er Valarosa Anfang 1991 zum Chef seines Generalsekretariats und damit zum maßgeblichen Koordinator der Regierungsarbeit in der Region. Dieses Amt übte er zwei Jahre lang aus, ehe er nach den [[Regionalwahlen 1993]] als Beigeordneter Rat mit der Leitung der Regionalbehörde für Arbeit und Soziales beauftragt wurde. | ||
| − | === Politik in | + | === Politik in Semest === |
| − | Nach dem erzwungenen Rücktritt von [[Enrico Herzog]] als nationaler Parteikoordinator der [[ASUL]] Ende 1996 wurde Santiago Valarosa von Generalsekretär [[António Grande Illega]] zu dessen Nachfolger ernannt. Als erste Aufgaben organisierte er erfolgreich die Urwahl des Spitzenkandidaten der Partei zur [[Parlamentswahl 1998]] und war in der Folge neben Fraktionssekretär [[Lorenzo Dimas Ferrera]] maßgeblich an der Planung und Leitung der sozialistischen Kampagne bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998]] beteiligt, die in einem Erdrutschsieg der Mitte-Links-Parteien endete. Nach dem Verzicht von [[Paulo Satyres]] auf eine Wiederwahl bei den [[Regionalwahlen 1997]] galt Valarosa als möglicher Nachfolgekandidat, zog seine bereits angemeldete Kandidatur aber zugunsten von [[Enrico Neves]] zurück, der die Wahlen jedoch gegen [[ | + | Nach dem erzwungenen Rücktritt von [[Enrico Herzog]] als nationaler Parteikoordinator der [[ASUL]] Ende 1996 wurde Santiago Valarosa von Generalsekretär [[António Grande Illega]] zu dessen Nachfolger ernannt. Als erste Aufgaben organisierte er erfolgreich die Urwahl des Spitzenkandidaten der Partei zur [[Parlamentswahl 1998]] und war in der Folge neben Fraktionssekretär [[Lorenzo Dimas Ferrera]] maßgeblich an der Planung und Leitung der sozialistischen Kampagne bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998]] beteiligt, die in einem Erdrutschsieg der Mitte-Links-Parteien endete. Nach dem Verzicht von [[Paulo Satyres]] auf eine Wiederwahl bei den [[Regionalwahlen 1997]] galt Valarosa als möglicher Nachfolgekandidat, zog seine bereits angemeldete Kandidatur aber zugunsten von [[Enrico Neves]] zurück, der die Wahlen jedoch gegen [[Miquel Ánibal Luisanto]] verlor. |
In der [[Kabinett De la Costa I|ersten Regierung]] von [[Julio De la Costa]] wurde Valarosa im Jahr 2000 [[Verkehrsminister|Transport- und Infrastrukturminister]]. Er bemühte sich in diesem Amt um eine groß angelegte ''Infrastruktur-Offensive'', die den Wirtschaftsstandort Sagradien fördern sollte. Nach der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002]] behielt er sein Amt. Im Rahmen einer [[Kabinett De la Costa IV|Kabinettsumbildung im Herbst 2005]] übernahm Valarosa die Führung des sagradischen [[Ministerium für Handel, Industrie und wirtschaftliche Entwicklung|Handels- und Industrieministeriums]]. | In der [[Kabinett De la Costa I|ersten Regierung]] von [[Julio De la Costa]] wurde Valarosa im Jahr 2000 [[Verkehrsminister|Transport- und Infrastrukturminister]]. Er bemühte sich in diesem Amt um eine groß angelegte ''Infrastruktur-Offensive'', die den Wirtschaftsstandort Sagradien fördern sollte. Nach der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002]] behielt er sein Amt. Im Rahmen einer [[Kabinett De la Costa IV|Kabinettsumbildung im Herbst 2005]] übernahm Valarosa die Führung des sagradischen [[Ministerium für Handel, Industrie und wirtschaftliche Entwicklung|Handels- und Industrieministeriums]]. | ||
| − | Nach dem Parteiaustritt von Arbeitsminister [[Paulo Satyres]] im Sommer 2000 verurteilte Valarosa den Abgang des ihm politisch nahestehenden Satyres und erklärte, selbst seine Heimat auch weiterhin in der sozialistischen Partei und der von ihr gestellten Regierung zu sehen. Zusammen mit [[Justizminister]]in [[Ana | + | Nach dem Parteiaustritt von Arbeitsminister [[Paulo Satyres]] im Sommer 2000 verurteilte Valarosa den Abgang des ihm politisch nahestehenden Satyres und erklärte, selbst seine Heimat auch weiterhin in der sozialistischen Partei und der von ihr gestellten Regierung zu sehen. Zusammen mit [[Justizminister]]in [[Ana Orlén]] stieg Valarosa zum wichtigsten Vertreter des linken Parteiflügels auf und übernahm nach der erneuten Niederlage der Sozialisten bei den [[Regionalwahlen 2001]] in [[Bordez]] die Führung des sozialistischen Regionalverbands, nicht jedoch die Spitzenkandidatur bei den [[Regionalwahlen 2005]]. |
| − | Nach dem Verzicht von [[Julio De la Costa]] auf das Amt des Generalsekretärs der [[ASUL]] und die Spitzenkandidatur für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006]] meldete Valarosa als Kandidat der Parteilinken seine Bewerbung um die Nachfolge an, unterlag bei der folgenden Abstimmung aber dem Kandidaten der Parteirechten [[Santiago Diaz de Velozo]]. Stattdessen wurde Valarosa zum Vizegeneralsekretär der [[ASUL]] gewählt und wurde damit die nominelle Nummer Zwei in der Partei. Nach der deutlichen Niederlage der [[ASUL]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer | + | Nach dem Verzicht von [[Julio De la Costa]] auf das Amt des Generalsekretärs der [[ASUL]] und die Spitzenkandidatur für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006]] meldete Valarosa als Kandidat der Parteilinken seine Bewerbung um die Nachfolge an, unterlag bei der folgenden Abstimmung aber dem Kandidaten der Parteirechten [[Santiago Diaz de Velozo]]. Stattdessen wurde Valarosa zum Vizegeneralsekretär der [[ASUL]] gewählt und wurde damit die nominelle Nummer Zwei in der Partei. Nach der deutlichen Niederlage der [[ASUL]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2009]] folgte der Rücktritt von Parteichef [[Santiago Diaz de Velozo]], der die Organisation der Nachfolgeauswahl seinem Stellvertreter Valarosa übergab. Beobachter werteten dies als Schachzug Diaz de Velozos, seinen Langzeitkonkurrenten Valarosa als möglichen Nachfolger aus dem Rennen zu nehmen. In der Tat verzichtete Valarosa auf eine Kandidatur bei der Urwahl des neuen Generalsekretärs und verzichtete auch darauf, für seine Anhänger eine Wahlempfehlung auszusprechen. Die Siegerin [[Mercé Serrat Cabarell]] wurde auf dem Parteikongress der Sozialisten im Frühjahr 2010 zur neuen Generalsekretärin gewählt. |
=== Präsident der Region Bordez === | === Präsident der Region Bordez === | ||
In der Folge kehrte der landesweit bekannte Politiker auf die regionale Bühne zurück und kandidierte bei den [[Regionalwahlen 2009]] als Spitzenkandidat der Sozialisten in der Region [[Bordez]]. Nach dem Sieg der Linksparteien wurde Valarosa schließlich zum Präsidenten der Regionalregierung gewählt. Er führt ein Mitte-Links-Bündnis mit [[Verdes|Grünen]] und [[SDU|Linken]] an. | In der Folge kehrte der landesweit bekannte Politiker auf die regionale Bühne zurück und kandidierte bei den [[Regionalwahlen 2009]] als Spitzenkandidat der Sozialisten in der Region [[Bordez]]. Nach dem Sieg der Linksparteien wurde Valarosa schließlich zum Präsidenten der Regionalregierung gewählt. Er führt ein Mitte-Links-Bündnis mit [[Verdes|Grünen]] und [[SDU|Linken]] an. | ||
| − | === | + | === Affären und Rücktritt === |
| − | Im Sommer 2011 holte Valarosa eine länger zurückliegende politische Affäre ein. In seiner Zeit als Verkehrsminister und Parteichef der Sozialisten in [[Bordez]] soll Valarosa aus seinem Ministerium mehrere öffentliche Aufträge an den mit ihm befreundeten Industriellen [[Jofré Carles Demián]] vergeben haben, der daraufhin eine Filiale in Valarosas Heimatprovinz [[ | + | Im Sommer 2011 holte Valarosa eine länger zurückliegende politische Affäre ein. In seiner Zeit als Verkehrsminister und Parteichef der Sozialisten in [[Bordez]] soll Valarosa aus seinem Ministerium mehrere öffentliche Aufträge an den mit ihm befreundeten Industriellen [[Jofré Carles Demián]] vergeben haben, der daraufhin eine Filiale in Valarosas Heimatprovinz [[Alto-Bordez]] eröffnete. Valarosa musste in diesem Zusammenhang zugeben, mit Demián befreundet zu sein, die persönliche Beziehung sei allerdings erst Jahre nach der Vergabe des Auftrags entstanden und stehe mit diesem ebenso wenig in Zusammenhang wie die Filialeröffnung Demiáns in Alto-Bordez. Die rechte Opposition im Regionalparlament von [[Biniar]] leitete in der Folge einen Untersuchungsausschuss gegen die Nummer Zwei der Sozialisten ein und forderten seinen Rücktritt als Regionalpräsident, was Valarosa von sich wies. |
| + | |||
| + | Im Sommer 2015 tauchten erneute Vorwürfe gegen Valarosa auf, der in zwei weiteren Fällen Vorteile im Ministeramt angenommen haben sollte. Nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnahm, erklärte Valarosa im September 2015 seinen Rücktritt als Präsident der Regionalregierung. Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter [[Manuel Dimas]]. Auch sein Mandat im Regionalrat gab Valarosa daraufhin zurück. | ||
== Politische Funktionen == | == Politische Funktionen == | ||
| Zeile 26: | Zeile 30: | ||
* 1991-1993: Generalsekretär der Regionalregierung von [[Bordez]] | * 1991-1993: Generalsekretär der Regionalregierung von [[Bordez]] | ||
* 1993-1997: Beigeordneter Rat (''Cosilier Ajunto'') für Arbeit und Soziales in der Regionalregierung von [[Bordez]] | * 1993-1997: Beigeordneter Rat (''Cosilier Ajunto'') für Arbeit und Soziales in der Regionalregierung von [[Bordez]] | ||
| − | * 2000- | + | * 2000-2006: [[Verkehrsminister|Minister für Infrastruktur, Transport und Wohnen]] im [[Kabinett De la Costa I]], [[Kabinett De la Costa II|II]] und [[Kabinett De la Costa III|III]] |
| − | * | + | * 1-11/2006: [[Minister für Unternehmen, Industrie, Handel und Technologie]] im [[Kabinett De la Costa III|De la Costa III]] |
| − | * | + | * 2009-2015: Präsident der Regionalregierung von [[Bordez]] |
=== Mandate === | === Mandate === | ||
* 1981-1997: Mitglied des Regionalrats von [[Bordez]] | * 1981-1997: Mitglied des Regionalrats von [[Bordez]] | ||
* 1998-2009: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] | * 1998-2009: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] | ||
| − | * | + | * 2009-2015: Mitgied des Regionalrats von [[Bordez]] |
=== Parteifunktionen === | === Parteifunktionen === | ||
* 1985-1991: Parteikoordinator der [[ASUL]] [[Bordez]] | * 1985-1991: Parteikoordinator der [[ASUL]] [[Bordez]] | ||
* 1989-1991: Fraktionssprecher der Sozialisten im [[Regionalrat]] von [[Bordez]] | * 1989-1991: Fraktionssprecher der Sozialisten im [[Regionalrat]] von [[Bordez]] | ||
| − | * 1991-1998: Parteisekretär der [[ASUL]] in der Provinz [[ | + | * 1991-1998: Parteisekretär der [[ASUL]] in der Provinz [[Alto-Bordez]] |
* 1997-2000: Parteikoordinator der [[ASUL]] | * 1997-2000: Parteikoordinator der [[ASUL]] | ||
* seit 2001: Regionalsekretär der [[ASUL]] [[Bordez]] | * seit 2001: Regionalsekretär der [[ASUL]] [[Bordez]] | ||
| − | * | + | * 2005-2014: Vizegeneralsekretär der [[ASUL]] |
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Valarosa]] | [[Kategorie: Sagradischer Politiker|Valarosa]] | ||
| Zeile 47: | Zeile 51: | ||
[[Kategorie: Verkehrsminister Sagradiens|Valarosa]] | [[Kategorie: Verkehrsminister Sagradiens|Valarosa]] | ||
[[Kategorie: Wirtschaftsminister Sagradiens|Valarosa]] | [[Kategorie: Wirtschaftsminister Sagradiens|Valarosa]] | ||
| + | [[Kategorie: Regionalpräsident von Bordez|Valarosa]] | ||
Aktuelle Version vom 30. Juli 2024, 08:07 Uhr
Santiago Aliureto Valarosa (*1951 in Nocolônies) ist sagradischer sozialistischer Politiker und früherer Transport- (2000-2006) sowie Wirtschafts- und Industrieminister (2006). Von 2009 bis 2015 war er Präsident der Regionalregierung von Bordez. Zudem amtierte er von 2005 bis 2014 als Vizegeneralsekretär der ASUL und hatte nach dem Rücktritt von Santiago Diaz de Velozo im Winter 2009/2010 für mehrere Monate die kommissarische Parteiführung inne.
Inhaltsverzeichnis
Laufbahn[bearbeiten]
Karrierebeginn in Bordez[bearbeiten]
Der in im Norden der Region Bordez geborene Santiago Valarosa studierte Politik- und Verwaltungswissenschaften in Biniar und kam früh in Kontakt mit dem linksalternativen Milieu und den neuen sozialen Bewegungen. Mitglied des sozialistischen Studentenverbandes COSES engagierte er sich in der Hochschulpolitik und schrieb für mehrere linkssozialistische Blätter. Im Alter von 26 Jahren wurde Valarosa zum nationalen Sekretär der COSES gewählt. Dieses Amt übte er bis zum Jahr seines Studienabschlusses 1980 aus. Anschließend wurde er 1981 erstmals in den Regionalrat von Bordez gewählt. 1985 übernahm er die Funktion eines Parteikoordinators im Exekutivkomitee der ASUL Bordez, dem er schon seit 1980 angehörte, 1989 zudem das Amt eines Fraktionssprechers der Sozialistischen Regionalratsgruppe. 1991 wurde er zum Parteisekretär in der Provinz Alto-Bordez gewählt.
Neben Paulo Satyres gehörte Valarosa zu dieser Zeit zur vielversprechenden jungen Garde in der Partei. Nachdem dieser 1990 zum Präsidenten der Regionalregierung von Bordez gewählt worden war, machte er Valarosa Anfang 1991 zum Chef seines Generalsekretariats und damit zum maßgeblichen Koordinator der Regierungsarbeit in der Region. Dieses Amt übte er zwei Jahre lang aus, ehe er nach den Regionalwahlen 1993 als Beigeordneter Rat mit der Leitung der Regionalbehörde für Arbeit und Soziales beauftragt wurde.
Politik in Semest[bearbeiten]
Nach dem erzwungenen Rücktritt von Enrico Herzog als nationaler Parteikoordinator der ASUL Ende 1996 wurde Santiago Valarosa von Generalsekretär António Grande Illega zu dessen Nachfolger ernannt. Als erste Aufgaben organisierte er erfolgreich die Urwahl des Spitzenkandidaten der Partei zur Parlamentswahl 1998 und war in der Folge neben Fraktionssekretär Lorenzo Dimas Ferrera maßgeblich an der Planung und Leitung der sozialistischen Kampagne bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998 beteiligt, die in einem Erdrutschsieg der Mitte-Links-Parteien endete. Nach dem Verzicht von Paulo Satyres auf eine Wiederwahl bei den Regionalwahlen 1997 galt Valarosa als möglicher Nachfolgekandidat, zog seine bereits angemeldete Kandidatur aber zugunsten von Enrico Neves zurück, der die Wahlen jedoch gegen Miquel Ánibal Luisanto verlor.
In der ersten Regierung von Julio De la Costa wurde Valarosa im Jahr 2000 Transport- und Infrastrukturminister. Er bemühte sich in diesem Amt um eine groß angelegte Infrastruktur-Offensive, die den Wirtschaftsstandort Sagradien fördern sollte. Nach der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002 behielt er sein Amt. Im Rahmen einer Kabinettsumbildung im Herbst 2005 übernahm Valarosa die Führung des sagradischen Handels- und Industrieministeriums.
Nach dem Parteiaustritt von Arbeitsminister Paulo Satyres im Sommer 2000 verurteilte Valarosa den Abgang des ihm politisch nahestehenden Satyres und erklärte, selbst seine Heimat auch weiterhin in der sozialistischen Partei und der von ihr gestellten Regierung zu sehen. Zusammen mit Justizministerin Ana Orlén stieg Valarosa zum wichtigsten Vertreter des linken Parteiflügels auf und übernahm nach der erneuten Niederlage der Sozialisten bei den Regionalwahlen 2001 in Bordez die Führung des sozialistischen Regionalverbands, nicht jedoch die Spitzenkandidatur bei den Regionalwahlen 2005.
Nach dem Verzicht von Julio De la Costa auf das Amt des Generalsekretärs der ASUL und die Spitzenkandidatur für die Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006 meldete Valarosa als Kandidat der Parteilinken seine Bewerbung um die Nachfolge an, unterlag bei der folgenden Abstimmung aber dem Kandidaten der Parteirechten Santiago Diaz de Velozo. Stattdessen wurde Valarosa zum Vizegeneralsekretär der ASUL gewählt und wurde damit die nominelle Nummer Zwei in der Partei. Nach der deutlichen Niederlage der ASUL bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2009 folgte der Rücktritt von Parteichef Santiago Diaz de Velozo, der die Organisation der Nachfolgeauswahl seinem Stellvertreter Valarosa übergab. Beobachter werteten dies als Schachzug Diaz de Velozos, seinen Langzeitkonkurrenten Valarosa als möglichen Nachfolger aus dem Rennen zu nehmen. In der Tat verzichtete Valarosa auf eine Kandidatur bei der Urwahl des neuen Generalsekretärs und verzichtete auch darauf, für seine Anhänger eine Wahlempfehlung auszusprechen. Die Siegerin Mercé Serrat Cabarell wurde auf dem Parteikongress der Sozialisten im Frühjahr 2010 zur neuen Generalsekretärin gewählt.
Präsident der Region Bordez[bearbeiten]
In der Folge kehrte der landesweit bekannte Politiker auf die regionale Bühne zurück und kandidierte bei den Regionalwahlen 2009 als Spitzenkandidat der Sozialisten in der Region Bordez. Nach dem Sieg der Linksparteien wurde Valarosa schließlich zum Präsidenten der Regionalregierung gewählt. Er führt ein Mitte-Links-Bündnis mit Grünen und Linken an.
Affären und Rücktritt[bearbeiten]
Im Sommer 2011 holte Valarosa eine länger zurückliegende politische Affäre ein. In seiner Zeit als Verkehrsminister und Parteichef der Sozialisten in Bordez soll Valarosa aus seinem Ministerium mehrere öffentliche Aufträge an den mit ihm befreundeten Industriellen Jofré Carles Demián vergeben haben, der daraufhin eine Filiale in Valarosas Heimatprovinz Alto-Bordez eröffnete. Valarosa musste in diesem Zusammenhang zugeben, mit Demián befreundet zu sein, die persönliche Beziehung sei allerdings erst Jahre nach der Vergabe des Auftrags entstanden und stehe mit diesem ebenso wenig in Zusammenhang wie die Filialeröffnung Demiáns in Alto-Bordez. Die rechte Opposition im Regionalparlament von Biniar leitete in der Folge einen Untersuchungsausschuss gegen die Nummer Zwei der Sozialisten ein und forderten seinen Rücktritt als Regionalpräsident, was Valarosa von sich wies.
Im Sommer 2015 tauchten erneute Vorwürfe gegen Valarosa auf, der in zwei weiteren Fällen Vorteile im Ministeramt angenommen haben sollte. Nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnahm, erklärte Valarosa im September 2015 seinen Rücktritt als Präsident der Regionalregierung. Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Manuel Dimas. Auch sein Mandat im Regionalrat gab Valarosa daraufhin zurück.
Politische Funktionen[bearbeiten]
Öffentliche Ämter[bearbeiten]
- 1991-1993: Generalsekretär der Regionalregierung von Bordez
- 1993-1997: Beigeordneter Rat (Cosilier Ajunto) für Arbeit und Soziales in der Regionalregierung von Bordez
- 2000-2006: Minister für Infrastruktur, Transport und Wohnen im Kabinett De la Costa I, II und III
- 1-11/2006: Minister für Unternehmen, Industrie, Handel und Technologie im De la Costa III
- 2009-2015: Präsident der Regionalregierung von Bordez
Mandate[bearbeiten]
- 1981-1997: Mitglied des Regionalrats von Bordez
- 1998-2009: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
- 2009-2015: Mitgied des Regionalrats von Bordez
Parteifunktionen[bearbeiten]
- 1985-1991: Parteikoordinator der ASUL Bordez
- 1989-1991: Fraktionssprecher der Sozialisten im Regionalrat von Bordez
- 1991-1998: Parteisekretär der ASUL in der Provinz Alto-Bordez
- 1997-2000: Parteikoordinator der ASUL
- seit 2001: Regionalsekretär der ASUL Bordez
- 2005-2014: Vizegeneralsekretär der ASUL