Iacovo Del Pérez: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Iacovo Del Pérez''' (*1904, †1997) war ein [[Sagradien|sagradischer]] sozialdemokratischer Politiker. Er war von 1952 bis 1958 Bürgermeister der Stadt [[Tulis]] und 1962 bis 1964 sowie erneut von 1970 bis 1972 [[Außenminister]] der Republik. 1964 folgte er dem verstorbenen [[António Santiago]] als Generalsekretär der [[ASUL]] (bis 1969) und sagradischer [[Ministerpräsident]] (bis 1967) nach, ehe er von 1972 bis 1982 zwei Amtsperioden lang als [[Präsident der Republik]] amtierte.
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'''Pier Iacovo Del Pérez Miráiz''' (*1904, †1997) war ein [[Sagradien|sagradischer]] Politiker und Staatsmann. Der gemäßigte [[ASUL|Sozialist]] gilt als einer der bedeutendsten Politiker der sagradischen Nachkriegsgeschichte und bekleidete zahlreiche führende Ämter im Staat. Er war unter anderem von 1952 bis 1958 Bürgermeister der Stadt [[Tulis]] und von 1962 bis 1964 sowie erneut von 1970 bis 1974 [[Außenminister]] der Sagradischen Republik. Von 1962 bis 1964 war er zudem [[stellvertretender Ministerpräsident]] im [[Kabinett Costa]].
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1964 folgte Del Pérez dem verstorbenen [[António Santiago]] als Generalsekretär der [[ASUL]] (bis 1969) und als sagradischer [[Ministerpräsident]] (bis 1967) nach. Die [[Parlamentswahl 1967]] verlor er aber gegen die konservative Opposition. Nachdem er bereits bei der [[Präsidentschaftswahl in Sagradien 1960]] für das höchste Staatsamt kandidiert hatte, trat er bei den [[Präsidentschaftswahl in Sagradien 1975|Wahlen 1975]] und [[Präsidentschaftswahl in Sagradien 1980|1980]] erneut an und amtierte von 1975 bis 1985 zwei Amtsperioden lang als [[Präsident der Sagradischen Republik]]. Er war die dritte Sozialist in diesem Amt.  
  
 
== Leben ==
 
== Leben ==
 
 
=== Jugend, Exil und Rückkehr ===
 
=== Jugend, Exil und Rückkehr ===
Der in [[Guiana]] geborene Del Pérez, Sohn eines Schullehrers, kam im Alter von 10 Jahren nach [[Sagradien]], wo er in [[Tulis]] das Gymnasium besuchte und nach dem Abitur Sozialwissenschaften, Philosophie und Literaturwissenschaft studierte. 1925 trat Del Pérez der [[Partido Socialista|Sozialistischen Partei]] bei. Er engagierte sich aktiv in der [[Juventú Socialista|Parteijugend]] und betätigte sich als Journalist bei verschiedenen linksgerichteten Zeitungen. 1934 saß Del Pérez einige Zeit im Gefängnis und unterstützte danach die Volksfrontregierungen unter Präsident [[Santiago Laval]], den Del Pérez später als großes Vorbild bezeichnete. 1936/1937 war Del Pérez als Kriegsberichterstatter im Spanischen Bürgerkrieg tätig.
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Der in [[Madresa]] geborene Del Pérez, Sohn eines Schullehrers, kam im Alter von 10 Jahren nach [[Sagradien]], wo er in [[Tulis]] das Gymnasium besuchte und nach dem Abitur Sozialwissenschaften, Philosophie und Literaturwissenschaft studierte. 1925 trat Del Pérez der [[Partíu Socialista|Sozialistischen Partei]] bei. Er engagierte sich aktiv in der [[Juventú Socialista|Parteijugend]] und betätigte sich als Journalist bei verschiedenen linksgerichteten Zeitungen. 1934 saß Del Pérez einige Zeit im Gefängnis und unterstützte danach die Volksfrontregierungen unter Präsident [[Santiago Laval]], den Del Pérez später als großes Vorbild bezeichnete. 1936/1937 war Del Pérez als Kriegsberichterstatter im Spanischen Bürgerkrieg tätig.
  
Nach den [[Aprilwahlen 1938]] gehörte Del Pérez zu den Gegnern der antisozialistischen [[Regierung Álamo]], der er faschistische Tendenzen vorwarf. Er wurde dafür mehrmals festgenommen, doch konnte ihm keine kommunistische Konspiration nachgewiesen werden. Seit 1940 gehörte er zu den Befürwortern eines Eintritts Sagradiens in den Zweiten Weltkrieg, 1943 schloss er sich dem sagradischen Widerstand in Nordsagradien an. Hier schloss er enge Verbindungen zu [[Santo De la Ilpa]], als dessen persönlicher Sekretär er in der Wiederaufbauphase der Sozialistischen Partei im Jahr 1943/44 arbeitete. Im Frühjahr 1944 übernahm Del Pérez als Chefredakteur die Leitung der wieder gegründeten Parteizeitung [[Avante]] und wurde danach für den PS in den Stadtrat von Tulis gewählt.
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Nach den [[Aprilwahlen 1938]] gehörte Del Pérez zu den Gegnern der antisozialistischen [[Regierung Sants-Igualde]], der er faschistische Tendenzen vorwarf. Er wurde dafür mehrmals festgenommen, doch konnte ihm keine kommunistische Konspiration nachgewiesen werden. Seit 1940 gehörte er zu den Befürwortern eines Eintritts Sagradiens in den Zweiten Weltkrieg, 1943 schloss er sich dem sagradischen Widerstand in Nordsagradien an. Hier schloss er enge Verbindungen zu [[Santo De l'Ilpa]], als dessen persönlicher Sekretär er in der Wiederaufbauphase der Sozialistischen Partei im Jahr 1943/44 arbeitete. Im Frühjahr 1944 übernahm Del Pérez als Chefredakteur die Leitung der wieder gegründeten Parteizeitung [[Avante]] und wurde danach für den PS in den Stadtrat von Tulis gewählt.
  
 
=== Politische Karriere in der frühen Dritten Republik ===
 
=== Politische Karriere in der frühen Dritten Republik ===
Im Januar 1947 wurde Del Pérez von Ministerpräsident De la Ilpa als Unterstaatssekretär ins Kabinettsministerium berufen, wenig später stieg er im [[Kabinett Ilpa I|Kabinett Ilpa]] zum [[Kulturminister]] auf. 1950 wurde Del Pérez unter [[Außenminister]] De la Ilpa Staatssekretär im Außenministerium, gab diesen Posten aber 1952 auf, als er zum [[Bürgermeister von Tulis]] gewählt wurde.
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[[Bild:LeviEshkol5.jpg|thumb|200px|Iacovo Del Pérez, 1960]]
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Im Oktober 1946 wurde Del Pérez von Ministerpräsident De la Ilpa als Regierungssprecher ins Kabinettsministerium berufen, wo er zunächst Untersstaatssekretär und ab Januar 1947 Staatssekretär war. Wenig später stieg Del Pérez im [[Kabinett Ilpa I|Kabinett Ilpa]] zum [[Kulturminister]] auf. 1950 wurde Del Pérez unter [[Außenminister]] Ilpa Staatssekretär im Außenministerium, gab diesen Posten aber 1952 auf, als er zum [[Bürgermeister von Tulis]] gewählt wurde.
  
 
Seit 1953 gehörte Del Pérez neben [[Carles Domínguez-Arras]], [[Stefano Nacoma]] und [[Luciano Minorel]] zum so genannten "[[Mitternachtskartell]]”, einem inoffiziellen Führungskreis der Partei.
 
Seit 1953 gehörte Del Pérez neben [[Carles Domínguez-Arras]], [[Stefano Nacoma]] und [[Luciano Minorel]] zum so genannten "[[Mitternachtskartell]]”, einem inoffiziellen Führungskreis der Partei.
  
Nach der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|Parlaments 1958]], bei der Del Pérez in die [[Abgeordnetekammer]] gewählt wurde, legte er seine kommunalen Ämter nieder und wurde zum stellvertretenden Sprecher der sozialistischen Kammergruppe sowie zum Präsidenten des Auswärtigen Ausschusses der Abgeordnetenkammer gewählt. In dieser Rolle profilierte sich Del Pérez mit einer alternativen Außenpolitik, in der sich der einstige Westkurs-Anhänger neben einer vertieften europäischen Integration für eine Öffnung gegenüber dem kommunistischen Osten einsetzte. In dieser Zeit etablierte sich Del Pérez als Nummer Zwei in seiner Partei hinter Partei- und Fraktionschef [[António Santiago]]. 1960 wurde er Stellvertreter des Generalsekretärs und Parteisprecher für Außen- und Sicherheitspolitik. Er war zudem wesentlich an der Formulierung des [[Manifesto de Lemez|Parteiprogramms der ASUL]] beteiligt, das 1962 in [[Lemez]] verabschiedet wurde.
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Nach der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|Parlamentswahl 1958]], bei der Del Pérez in die [[Abgeordnetenkammer]] gewählt wurde, legte er seine kommunalen Ämter nieder und wurde zum stellvertretenden Sprecher der sozialistischen Kammergruppe sowie zum Präsidenten des Auswärtigen Ausschusses der Abgeordnetenkammer gewählt. In dieser Rolle profilierte sich Del Pérez mit einer alternativen Außenpolitik, in der sich der einstige Westkurs-Anhänger neben einer vertieften europäischen Integration für eine Öffnung gegenüber dem kommunistischen Osten einsetzte.  
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In dieser Zeit etablierte sich Del Pérez als Nummer Zwei in seiner Partei hinter Partei- und Fraktionschef [[António Santiago]]. 1960 wurde er Stellvertreter des Generalsekretärs und Parteisprecher für Außen- und Sicherheitspolitik. Er war zudem wesentlich an der Formulierung des [[Manifesto de Lemez|Parteiprogramms der ASUL]] beteiligt, das 1962 in [[Lemez]] verabschiedet wurde. Bei der [[Präsidentschaftswahl in Sagradien 1960]] bewarb er sich erstmals um die [[Präsident der Republik|Präsidentschaft der Republik]], verlor aber gegen den langjährigen Ministerpräsidenten [[Paulo Luciaro]].
  
 
=== Außenminister der Großen Koalition und Ministerpräsident ===
 
=== Außenminister der Großen Koalition und Ministerpräsident ===
Nach den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Kammerwahlen 1962]] wurde Del Pérez im [[Kabinett Costa|Kabinett]] der [[Große Koalition|Großen Koalition]] unter [[Martín Ánibal Costa]] zum Außenminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannt. Damit wurde er zum Bindeglied zwischen Partei und Koalition, da Parteichef Santiago es vorzog, außerhalb des Kabinetts zu bleiben. Bereits in dieser Zeit knüpfte Del Pérez verstärkte Kontakte nach [[Micolinien]], das er näher an die Europäische Gemeinschaft heranzuführen gedachte. Nach dem Bruch der Koalition kam es Ende 1963 zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963|vorgezogenen Neuwahlen]], aus denen die Sozialisten knapp als Sieger hervorgingen. Del Pérez stellte sich an die Spitze jener, die eine Regierung mit der bürgerlich-liberalen [[UDS]] anstrebten und war wesentlich an den Verhandlungen mit UDS-Chef [[Carles Méndez]] beteiligt. In der neuen [[Kabinett Santiago|Regierung Santiago]] aus Sozialisten, Radikal- und Liberaldemokraten blieb Del Pérez zunächst Außenminister. Nach dem überraschenden Tod António Santiagos wählte ihn das Exekutivkommitee der ASUL zum Nachfolger Santiagos als Parteichef. Wenige Tage später ernannte ihn der frisch inaugurierte Präsident [[Carles María Ortega]] zum neuen Ministerpräsidenten.
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Nach den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Kammerwahlen 1962]] wurde Del Pérez im [[Kabinett Costa|Kabinett]] der [[Große Koalition|Großen Koalition]] unter [[Martín Ánibal Costa]] zum Außenminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannt. Damit wurde er zum Bindeglied zwischen Partei und Koalition, da Parteichef Santiago es vorzog, außerhalb des Kabinetts zu bleiben. Bereits in dieser Zeit knüpfte Del Pérez verstärkte Kontakte nach [[Mikolinien]], das er näher an die Europäische Gemeinschaft heranzuführen gedachte. Nach dem Bruch der Koalition kam es Ende 1963 zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963|vorgezogenen Neuwahlen]], aus denen die Sozialisten knapp als Sieger hervorgingen. Del Pérez stellte sich an die Spitze jener, die eine Regierung mit der bürgerlich-liberalen [[UDS]] anstrebten und war wesentlich an den Verhandlungen mit UDS-Chef [[Carles Méndez-León]] beteiligt. In der neuen [[Kabinett Santiago|Regierung Santiago]] aus Sozialisten, Radikal- und Liberaldemokraten blieb Del Pérez zunächst Außenminister. Nach dem überraschenden Tod António Santiagos wählte ihn das Exekutivkommitee der ASUL zum Nachfolger Santiagos als Parteichef. Wenige Tage später ernannte ihn der frisch inaugurierte Präsident [[Carles María Ortega]] zum neuen Ministerpräsidenten.
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[[Bild:LeviEshkol9.jpg|thumb|200px|Iacovo Del Pérez, 1965]]
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Der im Ausland hoch angesehene und auch im bürgerlichen Lager geschätzte Del Pérez wirkte als Gesicht der neuen Mitte-Links-Koalition, welche die Konservativen erstmals überhaupt in der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]] in die Opposition geschickt hatte und nun auf juristische Reformen drängte. Neben Del Pérez etablierten sich jedoch Domínguez-Arrás und Nacoma als mächtige Strippenzieher in Partei und Regierung und bildeten mit dem oft nur formal vorangestellten Del Pérez eine starke Führungstroika. Im Sommer 1965 nahmen [[Mikolinien]], Sagradien und [[Sancristo]] offizielle Dreistaatengespräche über eine verstärkte Zusammenarbeit auf, die fortan zweijährlich wiederholt werden sollten.  
  
Der im Ausland hoch angesehene und auch im bürgerlichen Lager geschätzte Del Pérez wirkte als Gesicht der neuen Mitte-Links-Koalition, welche die Konservativen erstmals überhaupt in der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]] in die Opposition geschickt hatte und nun auf juristische Reformen drängte. Neben Del Pérez etablierten sich jedoch Domínguez-Arrás und Nacoma als mächtige Strippenzieher in Partei und Regierung und bildeten mit dem oft nur formal vorangestellten Del Pérez eine starke Führungstroika.  
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Seit Sommer 1966 geriet die Koalition Del Pérez/Méndez-León zunehmend in innere Krisen und zerfiel schließlich im November 1966. Nach dem Austritt der UDS aus dem Kabinett Del Pérez blieb die Regierung jedoch zunächst als Minderheitsregierung bestehen, da die Unionsdemokraten sich keinem Misstrauensvotum gegen die Regierung anschlossen. Zu einem solchen kam es erst Anfang 1967, in dessen Folge Präsident Ortega die Kammer auflöste. Bei [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|vorgezogenen Neuwahlen]] trat Del Pérez als Spitzenkandidat der Sozialisten an, verlor aber gegen den konservativen [[PPC]] von [[Carles Angel Favale]], der eine konservativ-liberale Minderheitsregierung bildete. In der Opposition zur [[Kabinett Favale II|neuen Mitte-Rechts-Regierung]] geriet der Parteichef zunehmend unter Druck. Streitigkeiten innerhalb der Führungstroika und eine drohende Rebellion der nachrückenden so genannten [[Guarda Jovén|Jungen Garde]] um [[Joán Caval]] bedrohten die Stellung Del Pérez', der es nach Meinung seiner Kritiker an Kampfgeist und Schlagkraft in der Opposition missen ließ.
  
Im Sommer 1965 nahmen Micolinien, Sagradien und [[San Cristo]] offizielle Dreistaatengespräche über eine verstärkte Zusammenarbeit auf, die fortan zweijährlich wiederholt werden sollten. Seit Sommer 1966 geriet die Koalition Del Pérez-Méndez zunehmend in innere Krisen und zerfiel schließlich im Frühjahr 1967. Nach dem Austritt der UDS aus dem Kabinett Del Pérez kam es zu einem Misstrauensvotum gegen die Minderheitsregierung, in deren Folge Präsident Ortega die Kammer auflöste. Bei [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|vorgezogenen Neuwahlen]] trat Del Pérez als Spitzenkandidat der Sozialisten an, verlor aber gegen den konservativen [[PPC]] von [[Carles Angel Favale]], der eine konservativ-liberale Minderheitsregierung bildete. In der Opposition zur [[Kabinett Favale II|neuen Mitte-Rechts-Regierung]] geriet der Parteichef zunehmend unter Druck. Streitigkeiten innerhalb der Führungstroika und eine drohende Rebellion der nachrückenden so genannten [[Guarda Jovén|Jungen Garde]] um den [[Semess|Semestiner]] Bürgermeister [[Joán Caval]] bedrohten die Stellung Del Pérez', der es nach Meinung seiner Kritiker an Kampfgeist und Schlagkraft in der Opposition missen ließ.
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=== Außenminister der Regierung Caval und Präsident der Republik ===
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Als schließlich immer klarer wurde, dass Del Pérez nicht mehr auf die Unterstützung seiner Partei und vor allem seines mächtigen einstigen Verbündeten [[Stefano Nacoma]] setzen konnte, kündigte Del Pérez an, auf dem Parteitag der ASUL 1969 nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren.  
  
=== Präsident der Republik ===
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Nach dem herausragenden Sieg [[Joán Caval]]s bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970|Kammerwahlen 1970]] wurde Del Pérez nochmals als Außenminister in [[Kabinett Caval I|Cavals sozialistisches Minderheitskabinett]] berufen. Als solcher konnte er den Erfolg seiner Dreistaatenpolitik selbst verwirklichen, indem es im Januar 1972 offiziell zur Gründung des [[Blaumeerrat]]es zwischen Mikolinien, Sagradien und dem Fürstentum Sancristo kam, dessen erster Ratsvorsitzender als sagradischer Außenminister Del Pérez wurde.  
Als schließlich immer klarer wurde, dass Del Pérez nicht mehr auf die Unterstützung seiner Partei und vor allem seines mächtigen einstigen Verbündeten Stefano Nacoma setzen konnte, kündigte Del Pérez an, auf dem Parteitag der ASUL 1969 nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren. Stattdessen ging Del Pérez als Kandidat um das Präsidentenamt ins Rennen, musste sich bei den [[Präsidentschaftswahlen 1969|Wahlen 1969]] aber dem konservativen Amtsinhaber [[Carles María Ortega]] geschlagen geben.
 
  
Nach dem herausragenden Sieg [[Joán Caval]]s bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970|Kammerwahlen 1970]] wurde Del Pérez nochmals als Außenminister in [[Kabinett Caval I|Cavals sozialistisches Minderheitskabinett]] berufen. Als solcher konnte er den Erfolg seiner Dreistaatenpolitik selbst verwirklichen, indem es im Januar 1972 offiziell zur Gründung des [[Blaumeerrat]]es zwischen Micolinien, Sagradien und dem Fürstentum San Cristo kam, dessen erster Ratsvorsitzender als sagradischer Außenminister Del Pérez wurde.
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[[Bild:LeviEshkol6a.png|thumb|200px|Iacovo Del Pérez, 1975]]
Nach der schweren Erkrankung Präsident Ortegas und seinem Tod im Jahr 1972 kandidierte Del Pérez erneut bei den [[Präsidentschaftswahlen 1972|Präsidentschaftswahlen]]. Er konnte sich gegen [[Martín Ánibal Costa]] von der [[Volkspartei]] durchsetzen und wurde achtundsechzigjährig zum fünften Präsidenten der Dritten Republik gewählt.
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Nachdem [[Nino Cabal]] auf eine Wiederwahl verzichtet hatte, kandidierte Del Pérez bei den [[Präsidentschaftswahlen 1975]]. Dabei konnte er sich gegen den früheren Notenbankchef und Finanzminister [[Alfonso Guivares]] von der [[Volkspartei]] durchsetzen und wurde achtundsechzigjährig zum fünften Präsidenten der Dritten Republik gewählt.
  
Als Staatsoberhaupt verdiente sich Del Pérez breites Ansehen in allen politischen Lagern und große Popularität im Volk, wie sie zuvor nur der stets großväterlich auftretende [[Ariel De la Roya]] genossen hatte. Immer wieder thematisierte er heikle Themen und setzte sich für soziale Gerechtigkeit und internationale Friedenssicherung ein. Besonders die Abrüstung war ihm ein großes Anliegen. Politisch unterstützte er lange Zeit die sozialistische Minderheitsregierung Cavals, ernannte 1977 aber eine sozialistisch-liberale und 1979 schließlich eine Große Koalition.
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Als Staatsoberhaupt verdiente sich Del Pérez breites Ansehen in allen politischen Lagern und große Popularität im Volk. Immer wieder thematisierte er heikle Themen und setzte sich für soziale Gerechtigkeit und internationale Friedenssicherung ein. Besonders die Abrüstung war ihm ein großes Anliegen.  
  
 
Außenpolitisch erlaubte Pérez sich stets größere Freiheiten, als sie einige seiner Vorgänger genossen hatten. Besonders im internationalen Ost-West-Dialog sowie in den Beziehungen Sagradiens zu seinen ehemaligen Kolonien in Afrika setzte er wichtige Akzente. Er verurteilte die Apartheid in Südafrika, die Militärdiktaturen in Südamerika und die Intervention der UdSSR in Afghanistan. Während der Periode der gestiegenen Spannungen zwischen Rechten und Linken und des Terrorismus des [[Grupo Sêglu Rôiso]] war er ein strenger Verteidiger der Institutionen des Rechtsstaats und sprach offen die vermutete Verbindung zwischen den GSR und der UdSSR an. Forderungen der Konservativen nach weitgehenden Einschnitten der bürgerlichen Freiheiten lehnte er aber ab und kassierte ein Gesetz zur polizeilichen Hausdurchsuchung, das die [[Kabinett Nada I|Regierung Nada]] 1979 eingebracht hatte.
 
Außenpolitisch erlaubte Pérez sich stets größere Freiheiten, als sie einige seiner Vorgänger genossen hatten. Besonders im internationalen Ost-West-Dialog sowie in den Beziehungen Sagradiens zu seinen ehemaligen Kolonien in Afrika setzte er wichtige Akzente. Er verurteilte die Apartheid in Südafrika, die Militärdiktaturen in Südamerika und die Intervention der UdSSR in Afghanistan. Während der Periode der gestiegenen Spannungen zwischen Rechten und Linken und des Terrorismus des [[Grupo Sêglu Rôiso]] war er ein strenger Verteidiger der Institutionen des Rechtsstaats und sprach offen die vermutete Verbindung zwischen den GSR und der UdSSR an. Forderungen der Konservativen nach weitgehenden Einschnitten der bürgerlichen Freiheiten lehnte er aber ab und kassierte ein Gesetz zur polizeilichen Hausdurchsuchung, das die [[Kabinett Nada I|Regierung Nada]] 1979 eingebracht hatte.
  
 
=== Leben nach der Präsidentschaft ===
 
=== Leben nach der Präsidentschaft ===
Im Jahr 1977 wurde Iacovo Del Pérez mit großer Mehrheit im ersten Wahlgang wiedergewählt. 1982 endete seine zweite Amtszeit. Bis dahin konnte Del Pérez als einer der populärsten Präsidenten der sagradischen Nachkriegsgeschichte gelten. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt nahm Del Pérez seinen Anspruch auf ein Senatsmandat auf Lebenszeit wahr und wurde 1984 an die Spitze der ASUL-nahen [[Fundación Santiago Laval|Santiago-Laval-Stiftung]] gewählt, der er bis 1991 vorstand.
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Bei der [[Präsidentschaftswahl in Sagradien 1980]] wurde Iacovo Del Pérez mit großer Mehrheit im ersten Wahlgang wiedergewählt. 1985 endete seine zweite Amtszeit. Bis dahin konnte Del Pérez als einer der populärsten Präsidenten der sagradischen Nachkriegsgeschichte gelten. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt nahm Del Pérez seinen Anspruch auf ein Senatsmandat auf Lebenszeit wahr und wurde 1986 an die Spitze der ASUL-nahen [[Fundación Santiago Laval|Santiago-Laval-Stiftung]] gewählt, der er bis 1991 vorstand.
  
 
In der verhehrenden politischen Krise, welche die so genannte [[Guivares-Affäre]] ausgelöst hatte, mahnte Del Pérez als Präsident a.D. zu Besonnenheit und konnte Kraft seiner Autorität einiges dazu beitragen, die schwere Vertrauenserschütterung der Bevölkerung in die politischen Institutionen des Landes im Maß zu halten. Del Pérez veröffentlichte seine Memoiren zwischen 1984 und 1988 in drei Bänden. Seit 1993 ließ er sein Senatsamt endgültig ruhen. Del Pérez verstarb im Jahr 1997 im hohen Alter von 93 Jahren an einer Herzschwäche. Er galt bis zu seinem Tod neben Joán Caval als wichtigste Identifikationsfigur der Sozialistischen Partei und war seit 1991 Ehrenvorsitzender der Asul.
 
In der verhehrenden politischen Krise, welche die so genannte [[Guivares-Affäre]] ausgelöst hatte, mahnte Del Pérez als Präsident a.D. zu Besonnenheit und konnte Kraft seiner Autorität einiges dazu beitragen, die schwere Vertrauenserschütterung der Bevölkerung in die politischen Institutionen des Landes im Maß zu halten. Del Pérez veröffentlichte seine Memoiren zwischen 1984 und 1988 in drei Bänden. Seit 1993 ließ er sein Senatsamt endgültig ruhen. Del Pérez verstarb im Jahr 1997 im hohen Alter von 93 Jahren an einer Herzschwäche. Er galt bis zu seinem Tod neben Joán Caval als wichtigste Identifikationsfigur der Sozialistischen Partei und war seit 1991 Ehrenvorsitzender der Asul.
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== Politische Funktionen ==
 
== Politische Funktionen ==
 
=== Öffentliche Ämter ===
 
=== Öffentliche Ämter ===
* 1947-1949: Unterstaatssekretär und Sprecher des [[Ministerrat]]s
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* 1946-1947: Unterstaatssekretär beim [[Ministerpräsident]]en und Sprecher des [[Ministerrat]]s
* 1948-1949: [[Kulturminister]] im [[Kabinett Ilpa II]]
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* 1947-1948: Staatssekretär beim [[Ministerpräsident]]en und Sprecher des [[Ministerrat]]s
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* 1948-1949: [[Kulturminister]] im [[Kabinett Ilpa II]] und [[Kabinett Luciaro I|Luciaro I]]
 
* 1950-1952: Staatssekretär im [[Außenministerium]]
 
* 1950-1952: Staatssekretär im [[Außenministerium]]
 
* 1952-1958: Bürgermeister von [[Tulis]]
 
* 1952-1958: Bürgermeister von [[Tulis]]
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* 1962-1964: [[Außenminister]] im [[Kabinett Costa]] sowie im [[Kabinett Santiago]]
 
* 1962-1964: [[Außenminister]] im [[Kabinett Costa]] sowie im [[Kabinett Santiago]]
 
* 1964-1967: [[Ministerpräsident|Präsident des Ministerrats (Ministerpräsident)]]
 
* 1964-1967: [[Ministerpräsident|Präsident des Ministerrats (Ministerpräsident)]]
* 1970-1972: [[Außenminister]] im [[Kabinett Caval I]]
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* 1970-1974: [[Außenminister]] im [[Kabinett Caval I]]
* 1972-1984: [[Präsident der Republik]]
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* 1975-1985: [[Präsident der Republik]]
  
 
=== Mandate ===
 
=== Mandate ===
* 1945-1952: Stadtrat in [[Tulis]]
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* 1944-1960: Stadtrat in [[Tulis]]
* 1954-1972: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
+
* 1958-1972: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
 
* 1958-1962: Präsident des Außenausschusses der [[Abgeordnetenkammer]]
 
* 1958-1962: Präsident des Außenausschusses der [[Abgeordnetenkammer]]
 
* 1984-1997: ernannter [[Senat]]or auf Lebenszeit
 
* 1984-1997: ernannter [[Senat]]or auf Lebenszeit
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=== sonstige Ämter ===
 
=== sonstige Ämter ===
* 1972: Präsident des [[Blaumeerrat]]s
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* 1972-1973: Präsident des [[Blaumeerrat]]s
* 1984-1991: Präsident der [[Fundación Santiago Laval]]
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* 1986-1991: Präsident der [[Fundación Santiago Laval]]
  
 
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Del Pérez]]
 
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Del Pérez]]
 
[[Kategorie: Politiker der ASUL|Del Pérez]]
 
[[Kategorie: Politiker der ASUL|Del Pérez]]
[[Kategorie: Präsident der Republik|Del Pérez]]
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[[Kategorie: Präsident der Sagradischen Republik|Del Pérez]]
 
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Del Pérez]]
 
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Del Pérez]]
 
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Del Pérez]]
 
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Del Pérez]]
 
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens|Del Pérez]]
 
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens|Del Pérez]]
[[Kategorie: Generalsekretär ASUL|Del Pérez]]
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[[Kategorie: Kulturminister Sagradiens|Del Pérez]]
 
[[Kategorie: Präsident der FSL|Del Pérez]]
 
[[Kategorie: Präsident der FSL|Del Pérez]]
 +
[[Kategorie: Bürgermeister von Tulis]]

Aktuelle Version vom 21. Mai 2025, 18:38 Uhr

LeviEshkol1.jpg

Pier Iacovo Del Pérez Miráiz (*1904, †1997) war ein sagradischer Politiker und Staatsmann. Der gemäßigte Sozialist gilt als einer der bedeutendsten Politiker der sagradischen Nachkriegsgeschichte und bekleidete zahlreiche führende Ämter im Staat. Er war unter anderem von 1952 bis 1958 Bürgermeister der Stadt Tulis und von 1962 bis 1964 sowie erneut von 1970 bis 1974 Außenminister der Sagradischen Republik. Von 1962 bis 1964 war er zudem stellvertretender Ministerpräsident im Kabinett Costa.

1964 folgte Del Pérez dem verstorbenen António Santiago als Generalsekretär der ASUL (bis 1969) und als sagradischer Ministerpräsident (bis 1967) nach. Die Parlamentswahl 1967 verlor er aber gegen die konservative Opposition. Nachdem er bereits bei der Präsidentschaftswahl in Sagradien 1960 für das höchste Staatsamt kandidiert hatte, trat er bei den Wahlen 1975 und 1980 erneut an und amtierte von 1975 bis 1985 zwei Amtsperioden lang als Präsident der Sagradischen Republik. Er war die dritte Sozialist in diesem Amt.

Leben[bearbeiten]

Jugend, Exil und Rückkehr[bearbeiten]

Der in Madresa geborene Del Pérez, Sohn eines Schullehrers, kam im Alter von 10 Jahren nach Sagradien, wo er in Tulis das Gymnasium besuchte und nach dem Abitur Sozialwissenschaften, Philosophie und Literaturwissenschaft studierte. 1925 trat Del Pérez der Sozialistischen Partei bei. Er engagierte sich aktiv in der Parteijugend und betätigte sich als Journalist bei verschiedenen linksgerichteten Zeitungen. 1934 saß Del Pérez einige Zeit im Gefängnis und unterstützte danach die Volksfrontregierungen unter Präsident Santiago Laval, den Del Pérez später als großes Vorbild bezeichnete. 1936/1937 war Del Pérez als Kriegsberichterstatter im Spanischen Bürgerkrieg tätig.

Nach den Aprilwahlen 1938 gehörte Del Pérez zu den Gegnern der antisozialistischen Regierung Sants-Igualde, der er faschistische Tendenzen vorwarf. Er wurde dafür mehrmals festgenommen, doch konnte ihm keine kommunistische Konspiration nachgewiesen werden. Seit 1940 gehörte er zu den Befürwortern eines Eintritts Sagradiens in den Zweiten Weltkrieg, 1943 schloss er sich dem sagradischen Widerstand in Nordsagradien an. Hier schloss er enge Verbindungen zu Santo De l'Ilpa, als dessen persönlicher Sekretär er in der Wiederaufbauphase der Sozialistischen Partei im Jahr 1943/44 arbeitete. Im Frühjahr 1944 übernahm Del Pérez als Chefredakteur die Leitung der wieder gegründeten Parteizeitung Avante und wurde danach für den PS in den Stadtrat von Tulis gewählt.

Politische Karriere in der frühen Dritten Republik[bearbeiten]

Iacovo Del Pérez, 1960

Im Oktober 1946 wurde Del Pérez von Ministerpräsident De la Ilpa als Regierungssprecher ins Kabinettsministerium berufen, wo er zunächst Untersstaatssekretär und ab Januar 1947 Staatssekretär war. Wenig später stieg Del Pérez im Kabinett Ilpa zum Kulturminister auf. 1950 wurde Del Pérez unter Außenminister Ilpa Staatssekretär im Außenministerium, gab diesen Posten aber 1952 auf, als er zum Bürgermeister von Tulis gewählt wurde.

Seit 1953 gehörte Del Pérez neben Carles Domínguez-Arras, Stefano Nacoma und Luciano Minorel zum so genannten "Mitternachtskartell”, einem inoffiziellen Führungskreis der Partei.

Nach der Parlamentswahl 1958, bei der Del Pérez in die Abgeordnetenkammer gewählt wurde, legte er seine kommunalen Ämter nieder und wurde zum stellvertretenden Sprecher der sozialistischen Kammergruppe sowie zum Präsidenten des Auswärtigen Ausschusses der Abgeordnetenkammer gewählt. In dieser Rolle profilierte sich Del Pérez mit einer alternativen Außenpolitik, in der sich der einstige Westkurs-Anhänger neben einer vertieften europäischen Integration für eine Öffnung gegenüber dem kommunistischen Osten einsetzte.

In dieser Zeit etablierte sich Del Pérez als Nummer Zwei in seiner Partei hinter Partei- und Fraktionschef António Santiago. 1960 wurde er Stellvertreter des Generalsekretärs und Parteisprecher für Außen- und Sicherheitspolitik. Er war zudem wesentlich an der Formulierung des Parteiprogramms der ASUL beteiligt, das 1962 in Lemez verabschiedet wurde. Bei der Präsidentschaftswahl in Sagradien 1960 bewarb er sich erstmals um die Präsidentschaft der Republik, verlor aber gegen den langjährigen Ministerpräsidenten Paulo Luciaro.

Außenminister der Großen Koalition und Ministerpräsident[bearbeiten]

Nach den Kammerwahlen 1962 wurde Del Pérez im Kabinett der Großen Koalition unter Martín Ánibal Costa zum Außenminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannt. Damit wurde er zum Bindeglied zwischen Partei und Koalition, da Parteichef Santiago es vorzog, außerhalb des Kabinetts zu bleiben. Bereits in dieser Zeit knüpfte Del Pérez verstärkte Kontakte nach Mikolinien, das er näher an die Europäische Gemeinschaft heranzuführen gedachte. Nach dem Bruch der Koalition kam es Ende 1963 zu vorgezogenen Neuwahlen, aus denen die Sozialisten knapp als Sieger hervorgingen. Del Pérez stellte sich an die Spitze jener, die eine Regierung mit der bürgerlich-liberalen UDS anstrebten und war wesentlich an den Verhandlungen mit UDS-Chef Carles Méndez-León beteiligt. In der neuen Regierung Santiago aus Sozialisten, Radikal- und Liberaldemokraten blieb Del Pérez zunächst Außenminister. Nach dem überraschenden Tod António Santiagos wählte ihn das Exekutivkommitee der ASUL zum Nachfolger Santiagos als Parteichef. Wenige Tage später ernannte ihn der frisch inaugurierte Präsident Carles María Ortega zum neuen Ministerpräsidenten.

Iacovo Del Pérez, 1965

Der im Ausland hoch angesehene und auch im bürgerlichen Lager geschätzte Del Pérez wirkte als Gesicht der neuen Mitte-Links-Koalition, welche die Konservativen erstmals überhaupt in der Dritten Republik in die Opposition geschickt hatte und nun auf juristische Reformen drängte. Neben Del Pérez etablierten sich jedoch Domínguez-Arrás und Nacoma als mächtige Strippenzieher in Partei und Regierung und bildeten mit dem oft nur formal vorangestellten Del Pérez eine starke Führungstroika. Im Sommer 1965 nahmen Mikolinien, Sagradien und Sancristo offizielle Dreistaatengespräche über eine verstärkte Zusammenarbeit auf, die fortan zweijährlich wiederholt werden sollten.

Seit Sommer 1966 geriet die Koalition Del Pérez/Méndez-León zunehmend in innere Krisen und zerfiel schließlich im November 1966. Nach dem Austritt der UDS aus dem Kabinett Del Pérez blieb die Regierung jedoch zunächst als Minderheitsregierung bestehen, da die Unionsdemokraten sich keinem Misstrauensvotum gegen die Regierung anschlossen. Zu einem solchen kam es erst Anfang 1967, in dessen Folge Präsident Ortega die Kammer auflöste. Bei vorgezogenen Neuwahlen trat Del Pérez als Spitzenkandidat der Sozialisten an, verlor aber gegen den konservativen PPC von Carles Angel Favale, der eine konservativ-liberale Minderheitsregierung bildete. In der Opposition zur neuen Mitte-Rechts-Regierung geriet der Parteichef zunehmend unter Druck. Streitigkeiten innerhalb der Führungstroika und eine drohende Rebellion der nachrückenden so genannten Jungen Garde um Joán Caval bedrohten die Stellung Del Pérez', der es nach Meinung seiner Kritiker an Kampfgeist und Schlagkraft in der Opposition missen ließ.

Außenminister der Regierung Caval und Präsident der Republik[bearbeiten]

Als schließlich immer klarer wurde, dass Del Pérez nicht mehr auf die Unterstützung seiner Partei und vor allem seines mächtigen einstigen Verbündeten Stefano Nacoma setzen konnte, kündigte Del Pérez an, auf dem Parteitag der ASUL 1969 nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren.

Nach dem herausragenden Sieg Joán Cavals bei den Kammerwahlen 1970 wurde Del Pérez nochmals als Außenminister in Cavals sozialistisches Minderheitskabinett berufen. Als solcher konnte er den Erfolg seiner Dreistaatenpolitik selbst verwirklichen, indem es im Januar 1972 offiziell zur Gründung des Blaumeerrates zwischen Mikolinien, Sagradien und dem Fürstentum Sancristo kam, dessen erster Ratsvorsitzender als sagradischer Außenminister Del Pérez wurde.

Iacovo Del Pérez, 1975

Nachdem Nino Cabal auf eine Wiederwahl verzichtet hatte, kandidierte Del Pérez bei den Präsidentschaftswahlen 1975. Dabei konnte er sich gegen den früheren Notenbankchef und Finanzminister Alfonso Guivares von der Volkspartei durchsetzen und wurde achtundsechzigjährig zum fünften Präsidenten der Dritten Republik gewählt.

Als Staatsoberhaupt verdiente sich Del Pérez breites Ansehen in allen politischen Lagern und große Popularität im Volk. Immer wieder thematisierte er heikle Themen und setzte sich für soziale Gerechtigkeit und internationale Friedenssicherung ein. Besonders die Abrüstung war ihm ein großes Anliegen.

Außenpolitisch erlaubte Pérez sich stets größere Freiheiten, als sie einige seiner Vorgänger genossen hatten. Besonders im internationalen Ost-West-Dialog sowie in den Beziehungen Sagradiens zu seinen ehemaligen Kolonien in Afrika setzte er wichtige Akzente. Er verurteilte die Apartheid in Südafrika, die Militärdiktaturen in Südamerika und die Intervention der UdSSR in Afghanistan. Während der Periode der gestiegenen Spannungen zwischen Rechten und Linken und des Terrorismus des Grupo Sêglu Rôiso war er ein strenger Verteidiger der Institutionen des Rechtsstaats und sprach offen die vermutete Verbindung zwischen den GSR und der UdSSR an. Forderungen der Konservativen nach weitgehenden Einschnitten der bürgerlichen Freiheiten lehnte er aber ab und kassierte ein Gesetz zur polizeilichen Hausdurchsuchung, das die Regierung Nada 1979 eingebracht hatte.

Leben nach der Präsidentschaft[bearbeiten]

Bei der Präsidentschaftswahl in Sagradien 1980 wurde Iacovo Del Pérez mit großer Mehrheit im ersten Wahlgang wiedergewählt. 1985 endete seine zweite Amtszeit. Bis dahin konnte Del Pérez als einer der populärsten Präsidenten der sagradischen Nachkriegsgeschichte gelten. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt nahm Del Pérez seinen Anspruch auf ein Senatsmandat auf Lebenszeit wahr und wurde 1986 an die Spitze der ASUL-nahen Santiago-Laval-Stiftung gewählt, der er bis 1991 vorstand.

In der verhehrenden politischen Krise, welche die so genannte Guivares-Affäre ausgelöst hatte, mahnte Del Pérez als Präsident a.D. zu Besonnenheit und konnte Kraft seiner Autorität einiges dazu beitragen, die schwere Vertrauenserschütterung der Bevölkerung in die politischen Institutionen des Landes im Maß zu halten. Del Pérez veröffentlichte seine Memoiren zwischen 1984 und 1988 in drei Bänden. Seit 1993 ließ er sein Senatsamt endgültig ruhen. Del Pérez verstarb im Jahr 1997 im hohen Alter von 93 Jahren an einer Herzschwäche. Er galt bis zu seinem Tod neben Joán Caval als wichtigste Identifikationsfigur der Sozialistischen Partei und war seit 1991 Ehrenvorsitzender der Asul.

Politische Funktionen[bearbeiten]

Öffentliche Ämter[bearbeiten]

Mandate[bearbeiten]

Parteiämter[bearbeiten]

  • 1958-1962: stellvertretender Sprecher der Sozialistischen Kammerfraktion
  • 1960-1964: Vize-Generalsekretär der ASUL
  • 1964-1969: Generalsekretär der ASUL
  • seit 1991: Ehrenpräsident der ASUL

sonstige Ämter[bearbeiten]