Saloanische Lande: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | === | + | [[Bild:WappenSalua.jpg|thumb|140px]] |
| + | Die '''Saloanischen Lande''' (''Paeses Saloanes''; ''Paises Saloanœs'') waren ein spätmittelalterliches und frühneuzeitliches Herrschaftskonglomerat im Süden der [[Mikolinische Halbinsel|mikolinischen Halbinsel]]. Ursprünglich ein Sammelbegriff für die [[Mikolinien|mikolinischen]] Lehen im Besitz der [[Haus Salua|Herzöge von Salua]], konnte das Gebiet im Zuge des [[Sechzigjähriger Krieg|Sechzigjährigen Kriegs]] (1383-1443) und der folgenden [[Saloanische Kriege|Saloanischen Kriege]] zwischen Sagradien und Mikolinien seine Unabhängigkeit vom [[Königreich Mikolinien|mikolinischen Königtum]] erreichen. Zu den Landen gehörten das [[Herzogtum Salua]], das [[Fürstentum Màrbore]], die [[Grafschaft Feiroa]] sowie das [[Herzogtum Macedi]], das 1669 zum [[Großherzogtum Macedi]] erhoben wurde. Die Herren der Saloanischen Lande traten seither als Großherzöge von Macedi auf. Hauptstadt und Regierungssitz der Lande war die südmikolinische Hafenstadt [[Macedi]]. | ||
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| + | Nach dem Aussterben des ursprünglichen Herzogsgeschlechts des [[Haus Salua|Hauses Salua]] im Jahr 1505 gingen die Lande in den Besitz der sagradisch-tulinesischen Herrscherdynastie [[Santori]] über und blieben bis 1669 im Besitz der sagradischen Könige. Diese regierten zugleich als Herzöge von Salua und Macedi sowie Fürsten von Marbore und Grafen von Feiroa und wurden in den Saloanischen Landen von Statthaltern vertreten. Erst im [[Frieden von Villágua]] 1669, der den [[Asumarischer Krieg|Großen Asumarischen Krieg]] beendete, erkannte König [[Karl IX. von Mikolinien]] auch offiziell die staatsrechtliche Souveränität der Lande an, erreichte jedoch die Trennung der Herzogswürde von der sagradischen Königskrone. Der sagradische König [[Gabriel VII.]], der bis dahin nominell auch Herzog von Salua und Macedi gewesen war, gab die Herzogtümer in Mikolinien daraufhin seinem jüngeren Sohn [[Ludwig Philipp von Macedi|Luis Filipe]], der daraufhin den Titel eines ''Großherzogs von Macedi'' annahm und die santorische Sekundogenitur [[Großherzogtum Macedi|Santori-Macedi]] begründete. Mit der Niederlage Sagradiens im [[Zweiter Asumarischer Krieg|Zweiten Asumarischen Krieg 1703-1711]] fiel das Großherzogtum schließlich an [[Claudius I. von Mikolinien]], der die Saloanischen Lande nach Jahrhunderten wieder in das Königreich Mikolinien integrierte. | ||
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| + | == Geschichte == | ||
| + | === Die Lande unter den Herzögen aus dem [[Haus Salua]] === | ||
| + | Die Ursprünge der Saloanischen Lande liegen im weitläufigen Herrschaftskonglomerat im Süden der Halbinsel, das den [[Haus Salua|Herzögen von Salua]] als Hausmacht diente. Seit 1055 trugen die Herzöge von Salua auch den Titel der Grafen von Macedi und konnten ihrem Besitz durch Heiratsverbindungen und Pfandschaften große Teile [[Lukien]]s, der [[Fanata]] und [[Correra]]s hinzufügen. Der Tod König [[Michael III. von Mikolinien|Michaels III.]] 1064 eröffnete eine Reihe von blutigen Bürgerkriegen zwischen den Saloanern und dem [[Haus Lonea]] um die Krone Mikoliniens, die als [[Temp de Sang]] bekannt wurden. Der saloanische König [[Karl I. von Mikolinien|Karl I.]] erhob seinen jüngeren Sohn [[Karl II. von Mikolinien|Karl Graf von Macedi]] 1198 zum Herzog. Nach dem Tod seines älteren Bruders [[Joseph III. von Mikolinien]] bestieg Karl 1214 selbst den mikolinischen Thron und gab das Herzogtum an seinen jüngeren Sohn [[Richard I. von Mikolinien|Richard]]. Nachdem dieser als Richard I. selbst den Thron bestiegen hatte, gab er das Herzogtum 1227 an seinen jüngeren Bruder [[Heinrich I. von Salua|Heinrich]] ab. | ||
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| + | Heinrichs Urenkel [[Anton I. von Salua]] versuchte nach dem Aussterben der Hauptlinie des Hauses Salua 1313 vergeblich, den mikolinischen Thron zu übernehmen und unterstützte schließlich seinen Schwiegersohn [[Martin der Gute|Martin von Gerón]], der sich nach geglückter Übernahme des Throns mit umfangreichen Privilegien erkenntlich zeigte. Zu Zeiten der [[Union von Alagua]] gehörten die Saloanischen Herzöge zu den mächtigsten Herren des Reichs, standen aber in Konkurrenz zum Haus der [[Haus Interea|Grafen von Interea]], einer jüngeren illegitimen Nebenlinie der [[Salua]]-Könige. | ||
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| + | Bei der [[Mikolinische Revolution|Revolution von 1386]] unterstützten die Saloaner nur zögerlich [[Karl V. von Mikolinien|Karl von Interea]] und ließen sich ihre militärische Hilfe im folgenden Krieg gegen Sagradien teuer erkaufen. Herzog [[Karl IV. von Salua|Karl IV.]] erreichte schließlich durch geschicktes Taktieren im [[Sechzigjähriger Krieg|Sechzigjährigen Krieg]] eine weitreichende Unabhängigkeit von der nun beim [[Haus Interea]] liegenden mikolinischen Krone. Während er anfänglich [[Karl VI. von Mikolinien|Karl VI. von Interea]] unterstützt hatte, wechselte er bald die Seiten und verheiratete seinen Neffen [[Anton II. von Salua|Anton]] mit der sagradischen Prinzessin Maria von Vesaey. 1420 begann er einen [[Saloanisch-Lonensischer Krieg|Krieg gegen die Herzöge von Lonea]] und erklärte sich in dessen Verlauf 1425 zum ''legitimen König von Mikolinien''. Da er zwei Jahre später jedoch starb, ohne einen Erben zu hinterlassen, blieben seine Ansprüche folgenlos. | ||
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| + | Da sein potenzieller Nachfolger, sein Neffe Anton sich in lonensischer Gefangenschaft befand, übernahm seine Schwester [[Margarete von Salua]] die Herrschaft. Sie erreichte schließlich die Freilassung Antons und schloss 1429 Frieden mit Lonea, der den Bürgekrieg der ''Saloanes'' und ''Lonenses'' schließlich beendete. Anton II. übernahm die Herzogswürde 1432 von seiner Tante, die wenig später starb. | ||
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| + | Trotz der Nachfolgewirren gingen die Saloanes aus dem Sechzigjährigen Krieg gestärkt hervor und bildeten nach dem [[Frieden von Tesqué]] 1443 eine de facto unabhängige Macht im Süden der Halbinsel. Wichtige Machtquelle war die finanzielle und wirtschaftliche Stärke des Reichs. Besonders in der Endphase des Sechzigjährigen Krieges hatten die Herzöge von Salua und Macedi als potente Geldgeber des mikolinischen Königs auftreten können und brachten über den Weg der Pfandschaft den gesamten Süden des Königreichs inklusive mehrerer Herrschaften in Lukien und Südpiranien unter ihre Kontrolle. Die Lehnsabhängigkeit vom mikolinischen König bestand seither nur noch formal, der als ''Saloanische Lande'' bezeichnete Herrschaftskomplex der südlichen Herzöge bildete ein eigenständiges Reich im Süden der mikolinischen Halbinsel, während sich die Macht der mikolinischen Könige auf die mittelmikolinischen Provinzen [[Piranien]] und [[Lonea]] sowie das südöstliche Gebiet um [[Servette]] konzentrierte. | ||
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| + | === Saloanische Kriege === | ||
| + | Auf Herzog Anton II. folgte sein Sohn [[Philipp I. von Salua|Philipp]], der jedoch keinen legitimen männlichen Erben hinterließ. Es kam schließlich nach seinem Tod 1470 zum [[Erster Saloanischer Krieg|Erbfolgekrieg]] zwischen [[Filip von Saséia]], einem unehelichen Sohn Antons II., und dem mikolinischen König [[Heinrich I. von Mikolinien|Heinrich I.]] Während Heinrich den Herrschaftskomplex der Saloanischen Lande als anheimgefallenes Lehen wieder unter die Krone zwingen wollte, wählten die saloanischen Stände Filip von Saséia zum neuen Herzog. Es kam zum Einmarsch mikolinischer Truppen, gegen die sich Filip mit dem sagradischen König [[Philipp VI.]] aus dem [[Haus Sántori]] verbündete. Mit sagradischer Hilfe konnte sich Filip von Saséia schließlich durchsetzen. Bei Tinágua siegte 1479 das vereinigte Heer der Saloaner und Sagradier gegen Mikolinien und erreichte die Anerkennung der Herrschaft Filips. Dieser heiratete danach Philipps Schwester [[Isabel de Sántori]] und intensivierte das sagro-saloanische Bündnis. | ||
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| + | Nach dem Tod Filips im Jahr 1490, dem nominell sein einjähriger Sohn [[Baltasar von Salua|Baltasar]] unter der Vormundschaft Isabel de Sántoris folgte, nahm Mikolinien den [[Zweiter Saloanischer Krieg|Kampf um die Saloanischen Lande]] wieder auf. Erneut wurde Sagradien zu Hilfe gerufen, jedoch konnte König [[Philipp VII.]] erst 1492 mit einem Heer nach Südmikolinien ziehen. Auf dem Weg kam es zu mehreren Schlachten. 1494 siegten die Mikolinier bei [[Joçaleia]] und zwangen Sagradien zum Rückzug, gleichzeitig besetzten die Mikolinier das sagradische [[Golen]] als Faustpfand. Jedoch konnte Isabel ihre Stellung in Salua und Macedi zunächst halten. Erst 1496 nahmen mikolinische Truppen die Stadt Macedi ein und setzten sowohl die Regentin als auch den jungen Herzog ab. Im Folgejahr fiel Sagradien in Lukien ein und schritt rasch voran. Im Herbst 1497 endete der Feldzug mit der Niederlage Mikoliniens in zwei Schlachten bei [[Sant Filip]] und [[Cosqol]]. Die Sagradier setzten die minderjährige [[Antonia von Salua]], eine Enkelin Philipps von Saseia, als Herzogin und ihren Vater [[Peter von Sagradien]] als Regenten ein. Dieser übernahm wenig später selbst den Herzogstitel und behielt ihn auch nach dem kinderlosen Tod seiner Tochter. Die saloanischen Stände stimmten der Rechtsübertragung an die sagradische Dynastie der [[Sántori]] nur unter großen Zugeständnissen zu, welche die Macht des einheimischen Adels deutlich vermehrte. | ||
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| + | Als Herzog Peter 1502 den sagradischen Thron an sich riss und das Herzogtum damit an Sagradien fiel, nutzte Mikolinien innere Unruhen in Sagradien im Zuge der [[Lilienkriege]], um im [[Dritter Saloanischer Krieg|Dritten Saloanischen Krieg]] einen letzlich vergeblichen Versuch zu unternehmen, die Lande zu erobern. Wiederum zogen die Saloanischen Stände die Herrschaft der ferneren Santori einer Eingliederung ins mikolinische Königreich vor, zumal Peters Kriege in Sagradien die Möglichkeit boten, in Abwesenheit die heimischen Verhältnisse selbst zu kontrollieren. | ||
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| + | Im [[Frieden von Salua]] wurden die Saloanischen Kriege 1506 endgültig beendet. Die Saloanischen Lande, namentlich das [[Herzogtum Macedi]], das [[Herzogtum Salua]], [[Fürstenum Marbore|Marbore]] sowie die Grafschaft [[Feiroa]] fielen geschlossen an das Haus Santori und an die Erben [[Peter von Sagradien]]s, wohingegen die Pfandschaften im lukischen Raum und in Südpiranien wie die [[Grafschaft Drouvel|Grafschaften Drouvel]] oder [[Grafschaft Carata|Carata]] wieder an die mikolinische Krone zurückfielen. Diese Teilung entsprach in etwa den realen Machtverhältnissen des Jahres 1506. | ||
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| + | === Saloanische Lande unter den [[Santori]] === | ||
| + | Als Haupstadt etablierte sich in der Folge [[Macedi]], an dem die Herren der Saloanischen Lande Hof hielten und das zunehmend metonymisch für die Lande benutzt wurde. Nach dem Tod Peters 1509 erbte dessen Sohn [[David I.]] auch die Besitzungen in Mikolinien, gab diese aber 1532 an seinen Sohn [[Andrés Piero]], den [[Fürst von Sarmay|Fürsten von Sarmay]] ab, der aber nur zwei Jahre regierte und 1534 starb. Nach seinem Tod fielen die Lande wieder an seinen Vater [[David I.]] zurück, der sie in seiner Erbteilung schließlich seiner Tochter [[Johanna I.]] und ihrem Mann [[Philipp von Valier]] zusprach. Für das kommende Jahrhundert blieben die Saloanischen Lande und die sagradische Krone unter den Königen [[Danadier I.]], [[Gabriel V.]] und [[Gabriel VI.]] in der selben Hand, wurden aber im Einvernehmen mit den mächtigen Ständen weitgehend unabhängig vom sagradischen Hauptland von einem sagradischen Statthalter verwaltet. | ||
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| + | Anders als im Norden der mikolinischen Halbinsel fand die reformatorische [[Uleistenbewegung]] im saloanischen Süden keine große Anhängerschaft. Im [[Ligrischer Krieg|Ligrischen Krieg 1620/21]] kämpfte Macedi auf Seiten der sagradischen Krone gegen Mikolinien, konnte sich aber gegen den Feind im Norden behaupten. Nachdem die sagradische Königinmutter und Regentin [[Katharina von Mikolinien]] bis zu ihrer Entmachtung 1653/54 eine Politik des sagro-mikolinischen Ausgleichs betrieben hatte, versuchte das erstarkte Mikolinien im [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Krieg 1657-1669]] gewaltsam das alte Ziel der Rückeroberung des Südens und der Inkorporation der Lande in die mikolinische Krone durchzusetzen. Der Krieg endete 1669 im [[Friede von Villagua]] mit einem Kompromiss: Die de facto längst erreichte Unabhängigkeit der Lande von der mikolinischen Krone wurde auch offiziell anerkannt, im Gegenzug musste der sagradische König [[Gabriel VII.]] aber den Herzogtitel an seinen jüngeren Bruder [[Ludwig Philipp I. von Macedi|Ludwig Philipp]] abgeben, der die Nebenlinie [[Großherzogtum Macedi|Santori-Macedi]] begründete und als Herrscher des nunmehr souveränen Staates den Titel eines ''Großherzogs von Macedi'' annahm. | ||
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| + | == Liste der Herren der Saloanischen Lande == | ||
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| Bis | | Bis | ||
| König (Lebenszeiten) | | König (Lebenszeiten) | ||
| − | | | + | | Mikolinischer Herrschername |
| besonderes | | besonderes | ||
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| − | | '''Haus Salua (bis 1501)''' | + | | '''[[Haus Salua]] (Herzöge bis 1501)''' |
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| − | | | + | | 1198 |
| 1216 | | 1216 | ||
| − | | [[Karl | + | | [[Karl II. von Mikolinien|Karl I.]] (1167-1216) |
| − | | Charl | + | | Charl I |
| − | || | + | | Sohn [[Karl I. von Mikolinien|Karls I. von Mikolinien]], seit 1214 als Karl II. König von Mikolinien |
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| 1216 | | 1216 | ||
| 1227 | | 1227 | ||
| − | | [[Richard I. von | + | | [[Richard I. von Mikolinien|Richard I.]] (1185-1259) |
| Richard I | | Richard I | ||
| − | | | + | | Sohn Karls I., seit 1217 König von Mikolinien |
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| − | | '''Haus | + | | '''[[Haus Salua-Macedi]]''' |
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| − | | | + | | 1227 |
| + | | 1252 | ||
| + | | [[Heinrich I. von Salua|Heinrich I.]] (1192-1252) | ||
| + | | Henrique | ||
| + | | Bruder Richards I., Sohn Karls I. | ||
| + | |-bgcolor=FFFFCC | ||
| + | | 1252 | ||
| 1266 | | 1266 | ||
| − | | [[Heinrich II. von | + | | [[Heinrich II. von Salua|Heinrich II.]] (1220-1266) |
| Henrique II | | Henrique II | ||
| − | | | + | | Sohn Heinrichs I. |
|-bgcolor=FFFFCC | |-bgcolor=FFFFCC | ||
| 1266 | | 1266 | ||
| 1292 | | 1292 | ||
| − | | [[Karl | + | | [[Karl II. von Salua|Karl II.]] (1245-1292) |
| − | | Charl | + | | Charl II |
| − | | | + | | Sohn Heinrichs II. |
|-bgcolor=FFFFCC | |-bgcolor=FFFFCC | ||
| 1292 | | 1292 | ||
| 1304 | | 1304 | ||
| − | | [[Karl | + | | [[Karl III. von Salua|Karl III.]] (1267-1304) |
| − | | Charl | + | | Charl III |
| − | | | + | | Sohn Karls II. |
|-bgcolor=FFFFCC | |-bgcolor=FFFFCC | ||
| 1304 | | 1304 | ||
| − | | | + | | 1330 |
| − | | [[Anton I. von | + | | [[Anton I. von Salua|Anton I.]] (1269-1330) |
| Antone I | | Antone I | ||
| − | | | + | | Bruder Karls III., Sohn Karls II. |
|-bgcolor=FFFFCC | |-bgcolor=FFFFCC | ||
| − | | | + | | 1330 |
| 1380 | | 1380 | ||
| − | | [[Heinrich III. von | + | | [[Heinrich III. von Salua|Heinrich III.]] (1321-1380) |
| Henrique III | | Henrique III | ||
| − | | | + | | Enkel Antons I. |
|-bgcolor=FFFFCC | |-bgcolor=FFFFCC | ||
| 1380 | | 1380 | ||
| − | | | + | | 1387 |
| − | | [[Heinrich IV. von | + | | [[Heinrich IV. von Salua|Heinrich IV.]] (1341-1384) |
| Henrique IV | | Henrique IV | ||
| − | || | + | | Sohn Heinrichs III. |
| + | |-bgcolor=FFFFCC | ||
| + | | 1387 | ||
| + | | 1427 | ||
| + | | [[Karl IV. von Salua|Karl IV.]] (1368-1427) | ||
| + | | Charl IV | ||
| + | | Sohn Heinrichs IV. | ||
|-bgcolor=FFFFCC | |-bgcolor=FFFFCC | ||
| − | | | + | | 1427 |
| − | | | + | | 1432 |
| − | | [[ | + | | [[Margarete von Salua]] (1379-1433) |
| − | | | + | | Margareta de Sáloa |
| − | | | + | | Schwester Karls IV., Abdankung zugunsten ihres Neffen |
|-bgcolor=FFFFCC | |-bgcolor=FFFFCC | ||
| − | | | + | | 1432 |
| 1448 | | 1448 | ||
| − | | [[Anton II. von | + | | [[Anton II. von Salua|Anton II.]] (1393-1448) |
| Antone II | | Antone II | ||
| − | | | + | | Neffe Karls IV. |
|-bgcolor=FFFFCC | |-bgcolor=FFFFCC | ||
| 1448 | | 1448 | ||
| − | | | + | | 1470 |
| − | | [[Philipp I. von | + | | [[Philipp I. von Salua|Philipp I.]] (1418-1470) |
| Filip I | | Filip I | ||
| − | | | + | | Sohn Antons II. |
|-bgcolor=FFFFCC | |-bgcolor=FFFFCC | ||
| − | | | + | | 1470 |
| − | | | + | | 1479 |
| − | | [[ | + | | [[Philipp II. von Salua|Philipp II. von Saséia]] (1437-1490) |
| − | | | + | | Filip II de Saséia |
| − | | | + | | Halbbruder Philipps I.; unehelicher Sohn Antons II. |
|-bgcolor=FFFFCC | |-bgcolor=FFFFCC | ||
| + | | 1479 | ||
| + | | 1485 | ||
| + | | [[Antonia von Salua]] (1466-1485) | ||
| + | | Antonia | ||
| + | | Tochter Philipps II.; bis 1482 Regentschaft [[Isabel de Sántori]]s | ||
| + | |-bgcolor=CCCCCC | ||
| + | | ''1481'' | ||
| + | | ''1482'' | ||
| + | | ''mikolinische Besetzung'' | ||
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| − | | '''Haus Santori ( | + | | '''[[Haus Santori]] (1482-1745)''' |
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| Zeile 136: | Zeile 167: | ||
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|-bgcolor=FFB2B2 | |-bgcolor=FFB2B2 | ||
| − | | | + | | 1482 |
| − | | | + | | 1485 |
| − | | [[Peter | + | | [[Peter von Sagradien|Peter]] (1452-1509), ''jure uxoris'' |
| − | | Pier | + | | Pier |
| − | | Ehemann Antonias, 1502-1509 [[König von Sagradien]] | + | | Ehemann Antonias |
| + | |-bgcolor=FFB2B2 | ||
| + | | 1485 | ||
| + | | 1499 | ||
| + | | [[Baltasar von Salua|Baltasar]] (1485-1499) | ||
| + | | Baltasar | ||
| + | | Sohn Antonias und Peters, unter der Regentschaft Peters | ||
| + | |-bgcolor=FFB2B2 | ||
| + | | 1499 | ||
| + | | 1509 | ||
| + | | [[Peter von Sagradien|Peter]] (1452-1509), ''suo jure'' | ||
| + | | Pier | ||
| + | | Vater Baltasars, 1502-1509 [[König von Sagradien]] | ||
| + | |-bgcolor=FFB2B2 | ||
| + | | 1509 | ||
| + | | 1532 | ||
| + | | [[David I.|David]] (1491-1543) | ||
| + | | David | ||
| + | | Sohn Peters I., [[König von Sagradien]] | ||
|-bgcolor=FFB2B2 | |-bgcolor=FFB2B2 | ||
| − | | | + | | 1532 |
| 1534 | | 1534 | ||
| − | | [[Don Andrés | + | | [[Don Andrés Piero|Andreas Peter]] (1515-1534) |
| − | | | + | | Andres Pier |
| − | | | + | | Sohn Davids I. |
|-bgcolor=FFB2B2 | |-bgcolor=FFB2B2 | ||
| 1534 | | 1534 | ||
| 1543 | | 1543 | ||
| − | | [[David I.]] (1491-1543) | + | | [[David I.|David]] (1491-1543) |
| − | | David | + | | David |
| − | | | + | | Sohn Peters I., [[König von Sagradien]] [[König von Portugal|und Portugal]] |
|-bgcolor=FFB2B2 | |-bgcolor=FFB2B2 | ||
| 1543 | | 1543 | ||
| − | | | + | | 1575 |
| − | | [[Johanna I.]] ( | + | | [[Johanna I.|Johanna]] (1524-1590) |
| Joanna I | | Joanna I | ||
| [[König von Sagradien|Königin von Sagradien]], Tochter Davids I. | | [[König von Sagradien|Königin von Sagradien]], Tochter Davids I. | ||
| Zeile 166: | Zeile 215: | ||
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|-bgcolor=FFB2B2 | |-bgcolor=FFB2B2 | ||
| − | | | + | | 1543 |
| − | | | + | | 1552 |
| − | | [[Philipp | + | | [[Philipp von Valier|Philipp III.]] (1515-1552), ''jure uxoris'' |
| − | | Filip I | + | | Filip III |
| + | | Ehemann Johannas, Neffe Davids I. | ||
| + | |-bgcolor=FFB2B2 | ||
| + | | 1575 | ||
| + | | 1592 | ||
| + | | [[Danadier I.]] (1545-1592) | ||
| + | | Danadier | ||
| Sohn Johannas I., [[König von Sagradien]] | | Sohn Johannas I., [[König von Sagradien]] | ||
|-bgcolor=FFB2B2 | |-bgcolor=FFB2B2 | ||
| − | | | + | | 1592 |
| 1640 | | 1640 | ||
| [[Gabriel V.|Gabriel I.]] (1585-1640) | | [[Gabriel V.|Gabriel I.]] (1585-1640) | ||
| Zeile 189: | Zeile 244: | ||
| Gabriel III | | Gabriel III | ||
| [[König von Sagradien]] | | [[König von Sagradien]] | ||
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|} | |} | ||
| − | === Liste der sagradischen Statthalter in | + | |
| + | === Liste der sagradischen Statthalter in Macedi === | ||
{|class="wikitable" | {|class="wikitable" | ||
| Zeile 247: | Zeile 255: | ||
| Bis | | Bis | ||
| König (Lebenszeiten) | | König (Lebenszeiten) | ||
| − | | in | + | | Herrscher/in |
| besonderes | | besonderes | ||
|- | |- | ||
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|-bgcolor=FFE5B2 | |-bgcolor=FFE5B2 | ||
| + | | 1479 | ||
| + | | 1482 | ||
| + | | [[Isabella von Santori]] | ||
| + | | rowspan=2 |[[Antonia von Salua]] | ||
| + | | Stiefmutter von [[Antonia von Salua|Antonia]] | ||
| + | |-bgcolor=FFE5B2 | ||
| + | | ''1482'' | ||
| + | | ''1585'' | ||
| + | | ''keine Statthalterschaft'' | ||
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| − | || | + | |-bgcolor=FFE5B2 |
| − | | | + | | 1485 |
| − | || | + | | 1499 |
| + | | [[Peter von Sagradien]] | ||
| + | | [[Baltasar von Santori, Herzog von Salua]] | ||
| + | | Vater von [[Baltasar von Santori, Herzog von Salua|Baltasar]], Witwer von [[Antonia von Salua|Antonia]] | ||
| + | |-bgcolor=FFE5B2 | ||
| + | | ''1499'' | ||
| + | | ''1502'' | ||
| + | | ''keine Statthalterschaft'' | ||
| + | | rowspan=2 |[[Peter I.]] | ||
|| | || | ||
|-bgcolor=FFE5B2 | |-bgcolor=FFE5B2 | ||
| + | | 1502 | ||
| 1509 | | 1509 | ||
| − | + | | [[Joana de Sántori-Perín|Johanna von Santori]] | |
| − | | [[Johanna von Santori | + | | Tochter von [[Luis Filipe de Santori-Perín]] |
| − | |||
| − | | Tochter von [[Luis Filipe de Santori | ||
|-bgcolor=FFE5B2 | |-bgcolor=FFE5B2 | ||
| 1515 | | 1515 | ||
| − | | | + | | 1519 |
| − | | [[ | + | | [[Danadier de Sántori]], [[Fürst von Valier]] |
| − | | | + | | rowspan=3 |[[David I.]] |
| − | | Sohn | + | | Sohn [[Peter von Sagradien|Peters]], Bruder [[David I.|Davids I.]] |
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| − | | | + | | rowspan=3|[[Joán de Biniar|Joán António dels Vigues, Conte de Biniar]] |
| − | | | + | | rowspan=3|Sohn von [[Carles de Biniar]] und Schwager von [[David I.]] |
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| − | | | + | | rowspan=2 |[[David I.]] |
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| − | | | + | | [[Philipp von Valier|Filipe de Santori, Fürst von Valier]] (1515-1552) |
| − | + | | Neffe und Schwiegersohn [[David I.|Davids I.]] | |
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| [[Luvis de Granval, Graf von Varealet]] | | [[Luvis de Granval, Graf von Varealet]] | ||
| − | | | + | | rowspan=4|[[Johanna I.]] |
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| − | | [[ | + | | [[Júlio Cesar de Sántori]] (1518-1559), Graf von Sagonte |
| − | | | + | | unehelicher Sohn [[David I.|Davids I.]] |
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| + | | 1559 | ||
| + | | 1565 | ||
| + | | [[Maria Beatrix von Santori|María Beatrice de Sántori]], Prinzessin von Portugal | ||
| + | | Witwe [[Johann Manuel von Portugal|Johann Manuels von Portugal]] | ||
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| + | | 1565 | ||
| + | | 1574 | ||
| + | | [[Carles de Monteblanxard-Vallador|Carles de Monteblanxard, Graf Vallador]] | ||
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| + | | 1574 | ||
| + | | 1582 | ||
| + | | [[Miquel d'Esqués, Conte de Napar]] (1542-1582) | ||
| + | | [[Danadier I.]] | ||
| + | | Neffe Philipp von Valiers | ||
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| + | | 1621 | ||
| + | | 1642 | ||
| + | | [[Johann Michael von Sesin|Joán Miquel de Sántori, Herzog von Sesin]] | ||
| + | | [[Gabriel V.]] | ||
| + | | Schwager Gabriels V. | ||
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| + | | 1642 | ||
| + | | 1650 | ||
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| + | | [[Gabriel VI.]] | ||
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| − | | | + | | 1650 |
| − | | | + | | 1662 |
| − | | [[ | + | | [[Manuel I. von Cuentez|Manuel de Sántori, Fürst von Cuentez]] (1621-1701) |
| − | | | + | | [[Gabriel VII.]] |
| − | | | + | | Schwiegervater Gabriels VII. |
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| + | [[Kategorie: Geschichte der Konsettenhalbinsel]] | ||
| + | [[Kategorie: Historischer Staat]] | ||
| + | [[Kategorie: Historischer Adelstitel]] | ||
Aktuelle Version vom 29. Dezember 2025, 12:54 Uhr
Die Saloanischen Lande (Paeses Saloanes; Paises Saloanœs) waren ein spätmittelalterliches und frühneuzeitliches Herrschaftskonglomerat im Süden der mikolinischen Halbinsel. Ursprünglich ein Sammelbegriff für die mikolinischen Lehen im Besitz der Herzöge von Salua, konnte das Gebiet im Zuge des Sechzigjährigen Kriegs (1383-1443) und der folgenden Saloanischen Kriege zwischen Sagradien und Mikolinien seine Unabhängigkeit vom mikolinischen Königtum erreichen. Zu den Landen gehörten das Herzogtum Salua, das Fürstentum Màrbore, die Grafschaft Feiroa sowie das Herzogtum Macedi, das 1669 zum Großherzogtum Macedi erhoben wurde. Die Herren der Saloanischen Lande traten seither als Großherzöge von Macedi auf. Hauptstadt und Regierungssitz der Lande war die südmikolinische Hafenstadt Macedi.
Nach dem Aussterben des ursprünglichen Herzogsgeschlechts des Hauses Salua im Jahr 1505 gingen die Lande in den Besitz der sagradisch-tulinesischen Herrscherdynastie Santori über und blieben bis 1669 im Besitz der sagradischen Könige. Diese regierten zugleich als Herzöge von Salua und Macedi sowie Fürsten von Marbore und Grafen von Feiroa und wurden in den Saloanischen Landen von Statthaltern vertreten. Erst im Frieden von Villágua 1669, der den Großen Asumarischen Krieg beendete, erkannte König Karl IX. von Mikolinien auch offiziell die staatsrechtliche Souveränität der Lande an, erreichte jedoch die Trennung der Herzogswürde von der sagradischen Königskrone. Der sagradische König Gabriel VII., der bis dahin nominell auch Herzog von Salua und Macedi gewesen war, gab die Herzogtümer in Mikolinien daraufhin seinem jüngeren Sohn Luis Filipe, der daraufhin den Titel eines Großherzogs von Macedi annahm und die santorische Sekundogenitur Santori-Macedi begründete. Mit der Niederlage Sagradiens im Zweiten Asumarischen Krieg 1703-1711 fiel das Großherzogtum schließlich an Claudius I. von Mikolinien, der die Saloanischen Lande nach Jahrhunderten wieder in das Königreich Mikolinien integrierte.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte[bearbeiten]
Die Lande unter den Herzögen aus dem Haus Salua[bearbeiten]
Die Ursprünge der Saloanischen Lande liegen im weitläufigen Herrschaftskonglomerat im Süden der Halbinsel, das den Herzögen von Salua als Hausmacht diente. Seit 1055 trugen die Herzöge von Salua auch den Titel der Grafen von Macedi und konnten ihrem Besitz durch Heiratsverbindungen und Pfandschaften große Teile Lukiens, der Fanata und Correras hinzufügen. Der Tod König Michaels III. 1064 eröffnete eine Reihe von blutigen Bürgerkriegen zwischen den Saloanern und dem Haus Lonea um die Krone Mikoliniens, die als Temp de Sang bekannt wurden. Der saloanische König Karl I. erhob seinen jüngeren Sohn Karl Graf von Macedi 1198 zum Herzog. Nach dem Tod seines älteren Bruders Joseph III. von Mikolinien bestieg Karl 1214 selbst den mikolinischen Thron und gab das Herzogtum an seinen jüngeren Sohn Richard. Nachdem dieser als Richard I. selbst den Thron bestiegen hatte, gab er das Herzogtum 1227 an seinen jüngeren Bruder Heinrich ab.
Heinrichs Urenkel Anton I. von Salua versuchte nach dem Aussterben der Hauptlinie des Hauses Salua 1313 vergeblich, den mikolinischen Thron zu übernehmen und unterstützte schließlich seinen Schwiegersohn Martin von Gerón, der sich nach geglückter Übernahme des Throns mit umfangreichen Privilegien erkenntlich zeigte. Zu Zeiten der Union von Alagua gehörten die Saloanischen Herzöge zu den mächtigsten Herren des Reichs, standen aber in Konkurrenz zum Haus der Grafen von Interea, einer jüngeren illegitimen Nebenlinie der Salua-Könige.
Bei der Revolution von 1386 unterstützten die Saloaner nur zögerlich Karl von Interea und ließen sich ihre militärische Hilfe im folgenden Krieg gegen Sagradien teuer erkaufen. Herzog Karl IV. erreichte schließlich durch geschicktes Taktieren im Sechzigjährigen Krieg eine weitreichende Unabhängigkeit von der nun beim Haus Interea liegenden mikolinischen Krone. Während er anfänglich Karl VI. von Interea unterstützt hatte, wechselte er bald die Seiten und verheiratete seinen Neffen Anton mit der sagradischen Prinzessin Maria von Vesaey. 1420 begann er einen Krieg gegen die Herzöge von Lonea und erklärte sich in dessen Verlauf 1425 zum legitimen König von Mikolinien. Da er zwei Jahre später jedoch starb, ohne einen Erben zu hinterlassen, blieben seine Ansprüche folgenlos.
Da sein potenzieller Nachfolger, sein Neffe Anton sich in lonensischer Gefangenschaft befand, übernahm seine Schwester Margarete von Salua die Herrschaft. Sie erreichte schließlich die Freilassung Antons und schloss 1429 Frieden mit Lonea, der den Bürgekrieg der Saloanes und Lonenses schließlich beendete. Anton II. übernahm die Herzogswürde 1432 von seiner Tante, die wenig später starb.
Trotz der Nachfolgewirren gingen die Saloanes aus dem Sechzigjährigen Krieg gestärkt hervor und bildeten nach dem Frieden von Tesqué 1443 eine de facto unabhängige Macht im Süden der Halbinsel. Wichtige Machtquelle war die finanzielle und wirtschaftliche Stärke des Reichs. Besonders in der Endphase des Sechzigjährigen Krieges hatten die Herzöge von Salua und Macedi als potente Geldgeber des mikolinischen Königs auftreten können und brachten über den Weg der Pfandschaft den gesamten Süden des Königreichs inklusive mehrerer Herrschaften in Lukien und Südpiranien unter ihre Kontrolle. Die Lehnsabhängigkeit vom mikolinischen König bestand seither nur noch formal, der als Saloanische Lande bezeichnete Herrschaftskomplex der südlichen Herzöge bildete ein eigenständiges Reich im Süden der mikolinischen Halbinsel, während sich die Macht der mikolinischen Könige auf die mittelmikolinischen Provinzen Piranien und Lonea sowie das südöstliche Gebiet um Servette konzentrierte.
Saloanische Kriege[bearbeiten]
Auf Herzog Anton II. folgte sein Sohn Philipp, der jedoch keinen legitimen männlichen Erben hinterließ. Es kam schließlich nach seinem Tod 1470 zum Erbfolgekrieg zwischen Filip von Saséia, einem unehelichen Sohn Antons II., und dem mikolinischen König Heinrich I. Während Heinrich den Herrschaftskomplex der Saloanischen Lande als anheimgefallenes Lehen wieder unter die Krone zwingen wollte, wählten die saloanischen Stände Filip von Saséia zum neuen Herzog. Es kam zum Einmarsch mikolinischer Truppen, gegen die sich Filip mit dem sagradischen König Philipp VI. aus dem Haus Sántori verbündete. Mit sagradischer Hilfe konnte sich Filip von Saséia schließlich durchsetzen. Bei Tinágua siegte 1479 das vereinigte Heer der Saloaner und Sagradier gegen Mikolinien und erreichte die Anerkennung der Herrschaft Filips. Dieser heiratete danach Philipps Schwester Isabel de Sántori und intensivierte das sagro-saloanische Bündnis.
Nach dem Tod Filips im Jahr 1490, dem nominell sein einjähriger Sohn Baltasar unter der Vormundschaft Isabel de Sántoris folgte, nahm Mikolinien den Kampf um die Saloanischen Lande wieder auf. Erneut wurde Sagradien zu Hilfe gerufen, jedoch konnte König Philipp VII. erst 1492 mit einem Heer nach Südmikolinien ziehen. Auf dem Weg kam es zu mehreren Schlachten. 1494 siegten die Mikolinier bei Joçaleia und zwangen Sagradien zum Rückzug, gleichzeitig besetzten die Mikolinier das sagradische Golen als Faustpfand. Jedoch konnte Isabel ihre Stellung in Salua und Macedi zunächst halten. Erst 1496 nahmen mikolinische Truppen die Stadt Macedi ein und setzten sowohl die Regentin als auch den jungen Herzog ab. Im Folgejahr fiel Sagradien in Lukien ein und schritt rasch voran. Im Herbst 1497 endete der Feldzug mit der Niederlage Mikoliniens in zwei Schlachten bei Sant Filip und Cosqol. Die Sagradier setzten die minderjährige Antonia von Salua, eine Enkelin Philipps von Saseia, als Herzogin und ihren Vater Peter von Sagradien als Regenten ein. Dieser übernahm wenig später selbst den Herzogstitel und behielt ihn auch nach dem kinderlosen Tod seiner Tochter. Die saloanischen Stände stimmten der Rechtsübertragung an die sagradische Dynastie der Sántori nur unter großen Zugeständnissen zu, welche die Macht des einheimischen Adels deutlich vermehrte.
Als Herzog Peter 1502 den sagradischen Thron an sich riss und das Herzogtum damit an Sagradien fiel, nutzte Mikolinien innere Unruhen in Sagradien im Zuge der Lilienkriege, um im Dritten Saloanischen Krieg einen letzlich vergeblichen Versuch zu unternehmen, die Lande zu erobern. Wiederum zogen die Saloanischen Stände die Herrschaft der ferneren Santori einer Eingliederung ins mikolinische Königreich vor, zumal Peters Kriege in Sagradien die Möglichkeit boten, in Abwesenheit die heimischen Verhältnisse selbst zu kontrollieren.
Im Frieden von Salua wurden die Saloanischen Kriege 1506 endgültig beendet. Die Saloanischen Lande, namentlich das Herzogtum Macedi, das Herzogtum Salua, Marbore sowie die Grafschaft Feiroa fielen geschlossen an das Haus Santori und an die Erben Peter von Sagradiens, wohingegen die Pfandschaften im lukischen Raum und in Südpiranien wie die Grafschaften Drouvel oder Carata wieder an die mikolinische Krone zurückfielen. Diese Teilung entsprach in etwa den realen Machtverhältnissen des Jahres 1506.
Saloanische Lande unter den Santori[bearbeiten]
Als Haupstadt etablierte sich in der Folge Macedi, an dem die Herren der Saloanischen Lande Hof hielten und das zunehmend metonymisch für die Lande benutzt wurde. Nach dem Tod Peters 1509 erbte dessen Sohn David I. auch die Besitzungen in Mikolinien, gab diese aber 1532 an seinen Sohn Andrés Piero, den Fürsten von Sarmay ab, der aber nur zwei Jahre regierte und 1534 starb. Nach seinem Tod fielen die Lande wieder an seinen Vater David I. zurück, der sie in seiner Erbteilung schließlich seiner Tochter Johanna I. und ihrem Mann Philipp von Valier zusprach. Für das kommende Jahrhundert blieben die Saloanischen Lande und die sagradische Krone unter den Königen Danadier I., Gabriel V. und Gabriel VI. in der selben Hand, wurden aber im Einvernehmen mit den mächtigen Ständen weitgehend unabhängig vom sagradischen Hauptland von einem sagradischen Statthalter verwaltet.
Anders als im Norden der mikolinischen Halbinsel fand die reformatorische Uleistenbewegung im saloanischen Süden keine große Anhängerschaft. Im Ligrischen Krieg 1620/21 kämpfte Macedi auf Seiten der sagradischen Krone gegen Mikolinien, konnte sich aber gegen den Feind im Norden behaupten. Nachdem die sagradische Königinmutter und Regentin Katharina von Mikolinien bis zu ihrer Entmachtung 1653/54 eine Politik des sagro-mikolinischen Ausgleichs betrieben hatte, versuchte das erstarkte Mikolinien im Asumarischen Krieg 1657-1669 gewaltsam das alte Ziel der Rückeroberung des Südens und der Inkorporation der Lande in die mikolinische Krone durchzusetzen. Der Krieg endete 1669 im Friede von Villagua mit einem Kompromiss: Die de facto längst erreichte Unabhängigkeit der Lande von der mikolinischen Krone wurde auch offiziell anerkannt, im Gegenzug musste der sagradische König Gabriel VII. aber den Herzogtitel an seinen jüngeren Bruder Ludwig Philipp abgeben, der die Nebenlinie Santori-Macedi begründete und als Herrscher des nunmehr souveränen Staates den Titel eines Großherzogs von Macedi annahm.
Liste der Herren der Saloanischen Lande[bearbeiten]
| Von | Bis | König (Lebenszeiten) | Mikolinischer Herrschername | besonderes |
| Haus Salua (Herzöge bis 1501) | ||||
| Linie Salua | ||||
| 1198 | 1216 | Karl I. (1167-1216) | Charl I | Sohn Karls I. von Mikolinien, seit 1214 als Karl II. König von Mikolinien |
| 1216 | 1227 | Richard I. (1185-1259) | Richard I | Sohn Karls I., seit 1217 König von Mikolinien |
| Haus Salua-Macedi | ||||
| 1227 | 1252 | Heinrich I. (1192-1252) | Henrique | Bruder Richards I., Sohn Karls I. |
| 1252 | 1266 | Heinrich II. (1220-1266) | Henrique II | Sohn Heinrichs I. |
| 1266 | 1292 | Karl II. (1245-1292) | Charl II | Sohn Heinrichs II. |
| 1292 | 1304 | Karl III. (1267-1304) | Charl III | Sohn Karls II. |
| 1304 | 1330 | Anton I. (1269-1330) | Antone I | Bruder Karls III., Sohn Karls II. |
| 1330 | 1380 | Heinrich III. (1321-1380) | Henrique III | Enkel Antons I. |
| 1380 | 1387 | Heinrich IV. (1341-1384) | Henrique IV | Sohn Heinrichs III. |
| 1387 | 1427 | Karl IV. (1368-1427) | Charl IV | Sohn Heinrichs IV. |
| 1427 | 1432 | Margarete von Salua (1379-1433) | Margareta de Sáloa | Schwester Karls IV., Abdankung zugunsten ihres Neffen |
| 1432 | 1448 | Anton II. (1393-1448) | Antone II | Neffe Karls IV. |
| 1448 | 1470 | Philipp I. (1418-1470) | Filip I | Sohn Antons II. |
| 1470 | 1479 | Philipp II. von Saséia (1437-1490) | Filip II de Saséia | Halbbruder Philipps I.; unehelicher Sohn Antons II. |
| 1479 | 1485 | Antonia von Salua (1466-1485) | Antonia | Tochter Philipps II.; bis 1482 Regentschaft Isabel de Sántoris |
| 1481 | 1482 | mikolinische Besetzung | ||
| Haus Santori (1482-1745) | ||||
| Linie Santori | ||||
| 1482 | 1485 | Peter (1452-1509), jure uxoris | Pier | Ehemann Antonias |
| 1485 | 1499 | Baltasar (1485-1499) | Baltasar | Sohn Antonias und Peters, unter der Regentschaft Peters |
| 1499 | 1509 | Peter (1452-1509), suo jure | Pier | Vater Baltasars, 1502-1509 König von Sagradien |
| 1509 | 1532 | David (1491-1543) | David | Sohn Peters I., König von Sagradien |
| 1532 | 1534 | Andreas Peter (1515-1534) | Andres Pier | Sohn Davids I. |
| 1534 | 1543 | David (1491-1543) | David | Sohn Peters I., König von Sagradien und Portugal |
| 1543 | 1575 | Johanna (1524-1590) | Joanna I | Königin von Sagradien, Tochter Davids I. |
| Linie Santori-Valier | ||||
| 1543 | 1552 | Philipp III. (1515-1552), jure uxoris | Filip III | Ehemann Johannas, Neffe Davids I. |
| 1575 | 1592 | Danadier I. (1545-1592) | Danadier | Sohn Johannas I., König von Sagradien |
| 1592 | 1640 | Gabriel I. (1585-1640) | Gabriel I | König von Sagradien |
| 1640 | 1651 | Gabriel II. (1610-1651) | Gabriel II | König von Sagradien |
| 1651 | 1669 | Gabriel III. (1637-1698) | Gabriel III | König von Sagradien |