Comitat von Tulis: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 18:42, 13. Dez 2025

Comitat Tulis
Comtàid de Tùles
Comitatus Tulinensis
8. Jh. – 1475 / 1762
Flagge-Tulis.jpg WappenComitatTulis.jpg
Gründung 8. Jahrhundert
Ende 1475 (Personalunion mit dem Königreich Sagradien)
1762 (Annexion durch das Königreich Sagradien)
Hauptstadt Tulis
Staatsform Wahlmonarchie
Staatsoberhaupt Conte von Tulis

Das Comitat von Tulis (lat. Comitatus Tulinensis, asum. Comtàid de Tùles, sagr. Contàu de Tùles, seltener Grafschaft Tulis) war ein mittelalterlicher Staat im Blaumeerraum mit dem Zentrum in der Stadt Tulis. Auf seinem Höhepunkt erstreckte sich das Comitat über den gesamten Blaumeerraum und umfasste Besitzungen in Perin, dem heutigen Sessin und Sur-Pinial sowie im Osten und Süden der mikolinischen Halbinsel. Die heutige sagradische Region Comtàid-Perín ist nach dem historischen Staat benannt, umfasst aber nur einen Teil seines Territoriums.

Aufgrund seines aristokratischen Regimes als Wahlmonarchie mit starker ständestaatlicher Ordnung wurde das Comitat auch als Tulinesische Republik (lat. Res Publica Tulinensis, azum. Repùblica Tulinêsa) bezeichnet. An seiner Spitze stand ein gewählter Fürst, der als Conte-Âudaço (lat. Comes Audax, deutsch auch Audak) bezeichnet wurde. Im 14. und 15. Jahrhundert ging die Wahlmonarchie in ein Erbfürstentum über und das Comitat wurde zum Zentrum der frühneuzeitlichen Sántori-Monarchie. Seit 1475 in Personalunion verbunden, ging das Comitat schließlich im Königreich Sagradien auf.

Zusammenfassung

Ursprünglich im 8. Jahrhundert als skantische Markgrafschaft entstanden, gelang es den Grafen aus dem Haus Gaulo im Bündnis mit dem sich herausbildenden Adel, sich im 10./11. Jahrhundert vom skantisch-sagradischen Königtum zu lösen und durch Expansionen und Koloniegründungen zur wichtigen Seemacht aufzusteigen. Nach dem legendären Grafen Corrado Gaulo, genannt l'Âudaço, wurde der Inhaber der Grafenwürde auch als Comes Audax bezeichnet.

Machtkämpfe zwischen den Contes und dem Adel und Nachfolgekämpfe nach dem Aussterben der Gaulos im Jahr 1180 führten schließlich zur Etablierung einer Wahlmonarchie unter Vorherrschaft der Nobiltá, die um 1201 faktisch ein Adelsregiment etablieren konnte. Für knapp anderthalb Jahrhunderte bildete das Comitat eine Adelsrepublik, die schon zeitgenössisch als Tulinesische Republik bezeichnet wurde. Nacheinander besetzten die konkurrierenden Adelshäuser der Callas, Cornell und Machiês das Grafenamt, während die aristokratische Generalitaid de Bonhomes die eigentliche Regierung bildete.

Erst mit dem Aussterben der Callas, anhaltenden bürgerkriegsähnlichen Machtkämpfen zwischen den verbliebenen Häusern und dem Machtaufstieg der Familie Santori wurde diese Ordnung im 14. und 15. Jahrhundert wieder über Bord geworfen und wich einem neuerlichen monarchischen Regime, das zum Kern der stetig expandierenen frühneuzeitlichen Santori-Monarchie werden sollte. Seit Fürst-Graf António de Sántori (Conte 1390-1416) waren die Contes von Tulis aus dem Haus Sántori zugleich Fürsten von Valier und Grafen von Perin und besaßen umfangreiche Besitztümer an der Blaumeerküste, die über die eigentlichen Herrschaftsgebiete des Comitats hinausreichten. Antónios Sohn David de Sántori (Conte 1421-1468) erwarb zudem den Titel eines Herzogs von Golen und führte die tulinesische Macht auf einen vorläufigen Höhepunkt. Mit der Thronbesteigung seines Sohnes Philipp VI. als König von Sagradien 1457 verbanden sich die Geschicke des Comitats de facto mit denen des Königreichs und seit 1475 waren die sagradischen Könige zugleich auch Contes von Tulis. Damit endete die Unabhängigkeit des Comitats. De jure blieb der Staat jedoch bis ins 18. Jahrhundert hinein als selbständige Einheit bestehen und bildete in den Anfangsjahrzehnten das Zentrum der neuen Gesamtmonarchie. Mit der Verlagerung der Hauptstadt nach Semest unter Johanna I. aber geriet das Comitat endgültig zum Nebenland der sagradischen Monarchie.

Die Contes von Tulis waren seit dem späten 14. Jahrhundert zugleich Fürsten von Valier, Grafen von Perin, Contes (Markgrafen) von Belavís, Cordês, Barregat und Siedéa, Grafen von Plato und Kont (Südkont) sowie Herren von Villagua und Sántori. 1449 kam offiziell der Titel eines Herzogs von Golen dazu.

Geschichte

Ursprünge des Comitats und Entwicklung zur Republik

Die Ursprünge der Republik liegen in den so genannten Comtàides Azumarèsques, ihreszeichens nominell vom Skantenreich im Norden Sagradiens abhängige Markgrafschaften, die vom Skantenkönig Roduich dem Großen nach der Schlacht von Tantallas 763 zum Schutz gegen die muslimischen Numerer im Süden der Halbinsel eingerichtet worden waren und als christliche Vorhut gegen die weitere Expansion der Numerer dienen sollten. Die Comitates standen unter der Führung eines vom skantischen König eingesetzten Militärführer (comes), der auch dafür zuständig war, dem Skantenkönig den ökonomisch wichtigen Zugang zum Blauen Meer zu sichern, der nicht nur von den Muslimen, sondern auch von einfallenden Golen bedroht war.

Von diesen als Comitates bezeichneten Markgrafschaften setzte sich bald das Tulinesische Comitat als mächtigste und de facto unabhängige Macht durch und erreichte die Unterwerfung zahlreicher kleinerer Comitates. Da die schwachen Skantenkönige in der Nachfolge Roderichs des Großen ihrer Schutzfunktion gegenüber der Comitats-Bevölkerung immer weniger nachkommen konnten, wurden die Grafen aus dem Geschlecht der Gaulo im 10. und 11. Jahrhundert de facto zu unabhängigen Territorialherren. Sie belehnten eigenmächtig Untergebene und Günstlinge mit Ämtern und Ländereien und banden einen adligen Kreis um sich. Aus diesem adligen Beraterkreis des Conte begann sich ein ständiges Gremium von Maiores und Nobiles herauszubilden, das als Cosèllu bezeichnet wurde. Die im Cosèllu vertretenen Familien bildeten die Adelsschicht der so genannten Nobiltá, die schon bald nach römischer Tradition von ihren Landsitzen in die Stadt zogen und dort einen Senat bildeten, der zunehmend nach politischer Mitsprache strebte.

Expansion und Imperiumsbildung

Außenpolitisch konnten die Grafen aus dem Geschlecht der Gaulo große territoriale Gewinne verzeichnen. Mit der Errichtung von Außenposten auf den Zwillingsinseln Nerva und Lerça im Jahr 814 hatte Tulis begonnen, auf das Blaumeergebiet auszugreifen. 881 wurde mit der Gründung der Stadt Villagua am alten verwaisten Römerhafen im golischen Aquae die erste Kolonie jenseits des Blaumeeres errichtet, 914 folgte mit Del Piey ein Stützpunkt auf der ansonsten zum Königreich Conte gehörigen Insel Cuentez. In den folgenden Jahrhunderten wurde ein reges Handelsnetz aufgebaut, das den Warenaustausch mit allen umliegenden Mächten, auch den Numerern in Südsagradien und den Mauren in Spanien, aber auch mit Mikolinien und Golen organisierte und im 11. Jahrhundert eine erste große Blütephase erlebte. Bald kamen mit Tinagua und Plato wichtige Stützpunkte an der mikolinischen Küste hinzu, wo auch das Hinterland besiedelt wurde.

Im 10. Und frühen 11. Jahrhundert kam es immer wieder zu Kämpfen zwischen den beiden verbliebenen Comitate von Tulis und Belavís, die schließlich zur Eroberung des Comtàids de Belavís durch die Tulinesen und zur Eingliederung in den tulinesischen Herrschaftsverband führten. Das vom micolinischen Königtum abhängige Fürstentum Cuentez (micol. Principat de Cuentèse, cuentes. Principaid de Cüentìz) wurde 1048 teilweise erobert.

Innere Entwicklungen hin zum republikanischen Adelsregime

Die absolute Herrschaft der Contes in der Stadt Tulis geriet bald in Konflikt mit der sich zunehmend emanzipierenden Nobiltá. Höhepunkt dieser Entwicklung waren die Auseinandersetzungen Mitte des 11. Jahrhunderts um die Nachfolge Erresi II. Gaulos, der zwei minderjährige Söhne hinterlassen hatte. Die im Senat versammelten Nobiles wählten daraufhin gegen die Machtansprüche der Gaulo-Familie den Adligen Josefe Cornell zum Regenten und setzten die regelmäßige Einberufung der Senatsversammlung durch, was einen wichtigen Schritt hin zum Adelsdominat darstellte. Die anhaltenden Machtkämpfte zwischen den Adelsparteien und den zunehmend schwachen Gaulo-Contes führte 1167/68 zur Vertreibung des Grafen Erresi III. Gaulo aus der Stadt und zur Errichtung eines oligarchisch-patrizischen Regiments unter den so genannten Maleducas, die eine Gewaltherrschaft errichteten. Vorausgegangen waren heftige Kämpfe zwischen verschiedenen Adelsparteien um das Verhältnis zur sagradischen Krone, die eine Wiedereinsetzung Erresi Gaulos forderte.

Feinde der Maleducas wurden aus der Stadt vertrieben, darunter die Mehrheit des städtischen Senatsadels sowie der Erzbischof Dianus. Dieser suchte beim sagradischen König Gabriel Juvans Hilfe, sodass dieser 1170 mit einem großen Heer die Stadt belagerte. Der Legende nach konnte er die Stadt nach drei Tagen einnehmen, nachdem die Bewohner gehört hatten, der vom Kreuzzug heimgekehrte König habe Teile des Kreuzes Jesu bei sich. Als er in die Stadt einzog, hätten sich die Maleducas ihm bereitwillig unterworfen und der König habe, von der Schönheit der Stadt überwältigt, auf alle Racheakte verzichtet. Stattdessen habe er dem heimgekehrten Erzbischof Dianus ein Stück des Kreuzes geschenkt, das heute im Altar der Gabrielskathedrale eingearbeitet sein soll. In Wahrheit kam es zu keinem größeren Widerstand, da die unbeliebten Maleducas wohl von der Bevölkerung gestürzt worden waren. Der Ort, an dem Gabriel sein Belagerungsheer stationiert hatte, wurde später als Barrí Juvante bezeichnet und ist heute ein Stadtteil von Tulis.

Die Wiedereinsetzung Erresi Gaulos, die nach Streit mit dem königlichen Vikar erst 1173 erfolgte, brachte keine langfristige Befriedung der Lage. Mit Tod Erresis und dem Aussterben der Gaulo-Dynastie im Jahr 1180 folgte eine Reihe blutiger Auseinandersetzungen um die Nachfolge. Die Nobiles wählten mit Sergi Callas einen Schwiegersohn des letzten Conte aus der Nobiltá zum neuen Grafen, der aber nicht überall anerkannt wurde und sich gegen auswärtige Ansprüche wehren musste. Laurenç d'Elaque, Markgraf von Golen aus dem Haus Alagua und vom sagradischen König mit der Herrschaft über Tulis belehnt, eroberte 1186 die Stadt und machte sich selbst zum Conte, konnte sich die Unterstützung des Adels aber nicht sichern. Die zweimalige Vertreibung Carle d'Elaques aus der Stadt in den Jahren 1195 und 1199 führte schließlich zum Durchbruch des Adelsregiments.

Die Herrschaft des Demagogen Zito del Varge in Tulis, der sich als Nachkomme der Gaulo ausgab, wurde vom Adel niedergeschlagen. Die Senatsnobilität erklärte das Comitat 1201 zur Republik (Res Publica Tulinensis), sich selbst zum wahlberechtigten Gremium und wählte Lorenzo Callas, den Sohn Sergis, zum neuen Conte. Die Regierung sollte dieser gemeinsam mit einem vom Senat gewählten Gremium von Beamten, den so genannten Bonhomes, ausüben. Nach Lorenzos Tod 1229 übernahm Jofré Cornell als Regent die Führung der Amtsgeschäfte für Lorenzos minderjährigen Neffen Marcaulo Callas und wurde 1240 schließlich selbst zum neuen Conte gewählt.

Blütezeit der Republik

Nach der Wahl Jofré Cornells zum Conte, die eine weitere Dynastiebildung der Callas verhinderte, konnte sich keine Familie dauerhaft an der Spitze des Comitats etablieren. Für etwa ein Jahrhundert bildete Tulis eine Wahlmonarchie mit stark republikanischen Elementen. Als potenzielle Familien mit Audakenwürde galten fortan die Cornell, Callas und die Machiês, die sich allesamt auf das Erbe der Gaulo beriefen und sich in den folgenden Jahrzehnten in unregelmäßigen Abständen im Amt des Conte abwechselten.

Über Stützpunkte im galizischen La Coruña und im nordportugiesischen Viana kam es bereits im Mittelalter zu regem Technologie- und Güteraustausch mit der iberischen Halbinsel, auch mit deren muslimischen Teilen. Im Laufe des Spätmittelalters stieg Tulis allmählich durch regen Handel mit Mikolinien, Spanien, Frankreich und Portugal und als wichtigste Zwischenhandelsstation Mikoliniens zu den reichsten Städten Europas auf. Mit ihrem Besitz in Cuentez und in Mikolinien, wo die Städte Plato, Corell und Tinágua mit ihrem Umland kontrolliert wurden, sowie mit ihrer großen Handelsmacht mit besten Beziehungen nach Frankreich, Spanien und Portugal stieg die tulinische Grafschaft zu einer unabhängigen See- und Handelsmacht in Westeuropa auf und erreichte eine Hegemoniestellung im Blauen Meer. Mit der Gründung der Celusanto-Universität 1232 durch Jofré Cornell stieg Tulis zudem zu einem bedeutenden Zentrum des spätmittelalterlichen Wissens auf.

Mitte des 13. Jahrhunderts war die bis zum Ende der Republik gültige Verfassungsstruktur der Republik eingerichtet. Mächtigstes Organ blieb der Senat, der sich aus den wichtigsten Adelsfamilien zusammensetzte und auf Lebenszeit den Conte wählte. Im Senat waren die wichtigsten Adelsfamilien der Grafschaft vertreten. Für das tägliche Regierungsgeschäft delegierte er jedoch die Generalitaid de Bonhomes, die als Beratergremium des Conte und de facto als Mitregierung fungierte. Neben dem Senat als engerem Rat wurde in unregelmäßigen Abständen die größere Ständeversammlung der Cortes del Comtàid einberufen, in der auch Bürgerliche und Städtevertreter vertreten waren. Die Cortes bestimmten über Vertretung im Senat, konnten die Generalitaid austauschen, umbesetzen oder neu wählen und bestätigten den Conte, der den Ständen umfangreiche Privilegien zugestehen musste. Da sich sowohl der Adel als auch das Bürgertum in Tulis konzentrierten, trug die Republik wesentliche Züge eines Stadtstaates. Die Vorherrschaft der Adelsfamilien, die um das Amt des Conte und die Vertretung in der Generalitaid konkurrierten, machte die Republik zum Adelsstaat.

Aufstieg der Santori und Ende des republikanischen Regiments

Unter den schwachen Callas-Grafen Arcélio Callas und Lorenzo II. Callas dominierten die Cornell und die Machiês bereits das Geschehen und konkurrierten um die wichtisten Ämter in der Generalität. Das Aussterben der Callas 1280 und die sich radikalisierenden Machtkämpfe zwischen den Cornell und Machiês um die Audakenwürde führten Ende des 13. Jahrhunderts zu einer anhaltenden Krise. Die Doppelwahl von 1280 zwischen Selle Machiês und Francès Cornell stürzte die Republik in einen Bürgerkrieg, der fast 30 Jahre lang andauerte. Die politischen Kämpfe und die ständigen Umbesetzungen des Senats durch die Machthaber der verfeindeten Häuser schwächten das Ansehen des Senats als Leitungsgremium des Comitats deutlich. Hinzu kamen anhaltende Auseinandersetzungen mit den golischen Markgrafen und perinischen Fürsten um die Vorherrschaft im nördlichen Blaumeer, die das gesamte 14. Jahrhundert prägten und die Stellung des Comitats als mächtigste de-facto unabhängige Macht im Blauen Meer gefährdeten.

In das von den ausgestorbenen Callas hinterlassene Vakuum stieß die bis dahin vor allem in Perin ansässige Adelsfamilie der Sántori, die in der Folge zur mächtigsten Familie im Comitat wurde und vor allem durch ihre militärische Stärke im Kampf gegen Perin und Golen und die Unterstützung in Reihen der Geistlichkeit eine quasi-dynastische Herrschaft ausüben konnten. Angefangen mit der Wahl Arcélio I. de Sántoris, der die letzte Callas-Tochter geheiratet hatte, zum Audakengrafen im Jahr 1309, traten die aus Perin stammenden Santori das Erbe der Callas an. Seit Julio de Santori 1346 stellten die Santori mit nur wenigen Unterbrechungen den Conte-Âudaço und eroberten dadurch eine quasi-monarchische Machtstellung. Mit Ränkespielen und geschickten Schachzügen schaltete Julio de Santori politische Gegner aus oder band sie an sich. Sein Enkel António de Santori benutzte zudem vor allem Gewalt, um seine Macht durchzusetzen. Sein Sohn David de Santori kann schließlich endgültig als monarchischer Machthaber in Tulis bezeichnet werden, der auch in seinem Auftreten den sagradischen und europäischen Monarchen nacheiferte und den Senat endgültig entmachtete.

Das Santori-Comitat als Blaumeer-Macht

Seit 1398 engagierte sich die Tulinesische Republik unter der Führung António de Santoris auf Seiten Sagradiens im Sechzigjährigen Krieg und schloss ein enges Bündnis mit dem sagradischen Königshaus Vesaey, zu dem die Ehe des Grafen, seit 1398 als sagradischer Lehnsträger Fürst von Valier und Graf von Perin, mit der sagradischen Königstochter Isabel de Vesaey gehörte. Im Namen der sagradischen Krone eroberten tulinesische Truppen unter António de Santori große Teile Golens gegen den mit Micolinien verbündeten Markgrafen Ludwig von Golen und nahmen es in Besitz. Mit den Eroberungen des Sechzigjährigen Krieges wandelte sich die adlig-patrizisch dominierte Handelsrepublik endgültig zur feudalen Territorialmacht.

Zu einem letzten Aufbäumen der republikanischen Adelseliten gegen die Herrschaft der Santori kam es nach Antónios Tod im Jahr 1416. Die Unruhen nutzte schließlich Antónios Bruder Kardinalerzbischof Julio de Sántori zum Putsch gegen seinen jungen Neffen David de Sántori, dessen Wahl zum Conte sabotiert wurde. An seiner Stelle machte der Kardinal seinen illegitimen Sohn Piero Símplice zum Audaken, blieb selbst aber der eigentliche Machthaber in der Stadt. Der nur knapp einem Mordanschlag entflohene David de Sántori organisierte dagegen die Militärmacht seines Vaters, wich aber einem Konflikt in Tulis aus und versuchte, die Santori-Erwerbungen in Golen zu sichern.

Die kirchenfreundliche Herrschaft des Kardinals in Tulis führte 1421/22 schließlich zum Aufstand von Volk und Senat und zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen um die Vorherrschaft in der Stadt. Piero Simplice wurde ermordet und der Kardinal musste aus der Stadt fliehen. Nachdem das aus dem Bürgertum stammende Vierergremium der Cuatro Terribles in der Folge den Senat entmachtet und eine Schreckensherrschaft errichtet hatte, belagerte David de Sántori die Stadt 1423 mit sagradischer Hilfe und nahm sie ein. Das Volk feierte ihn als Befreier und akklamierte ihn zum neuen Conte, wodurch die Herrschaft der Santori restauriert werden konnte. Auch der Senat stimmte – wenngleich nachträglich – der Rückkehr der Santori in den Audakenpalast zu, da er vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit den Cuatro Terribles eine hegemoniale Stellung der Santori der Ochlokratie der Volksmassen vorzog. David nahm nun wie sein Vater eine monarchische Stellung ein und entmachtete den Senat weitestgehend. Er erneuerte das Bündnis zwischen der sagradischen Krone und der Stadt Tulis durch die Ehe mit der Thronerbin Isabel, der einzigen Tochter Philipps V., der sich noch immer im Krieg mit Mikolinien befand. Tulinesische Truppen und die starke Flotte der Tule-Metropole unter David I. de Santori errangen in der Folgezeit entscheidende Erfolge gegen den westlichen Nachbarn.

Am Ende des Sechzigjährigen Krieges erreichte David de Santori die Einsetzung seines Sohnes Filipe de Sántori als Erben des sagradischen Königtums und regierte ab 1457 nicht nur als Conte von Tulis, sondern auch als Regent von Sagradien. Nach seinem Tod folgte ihm sein ältester Sohn Joán de Sántori, genannt Joán Prudente, als Audakgraf in Tulis nach, womit Comitat und Königreich zunächst getrennt blieben. Dennoch geriet das Comitat in der Folge in den Sog des sagradischen Königtums, was zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Linien des Hauses führte.

Ende der Eigenstaatlichkeit

Der Tod Joán Prudentes 1475 führte zu einem der letzten Versuche des Adels, sich von der monarchischen Herrschaft der Santori zu lösen. Gegen die Akklamation von Joán Prudentes jüngerem Bruder, dem sagradischen König Philipp VI. regte sich Widerstand. Der Versuch der Zavarri, die Sántori zu vertreiben, endete schließlich in der gewaltsamen Auflösung des Senats, womit die Republik de facto aufhörte zu bestehen und das Comitat nun in in dynastischer Folge von den Sántori regiert wurde. Philipp wurde damit erblicher Herrscher.

Mit dem Tod des sagradischen Königs Philipp VII. im Jahr 1502 geriet auch das tulinensische Comitat ins Zentrum der familiären Fehden innerhalb des Hauses Santori. In der Folge war das Comitat einer der Hauptschauplätze der Auseinandersetzung und Tulis wechselte mehrmals den Besitzer. Zunächst kämpfte das Comitat auf der Seite von Catarina de Sántori, deren Ehemann Filipe de las Marcas, ein unehelicher Sohn Joán Prudentes, sich zum Conte ausrufen ließ. Mit dem Tod Filipes im Jahr 1505 war der militärische Widerstand jedoch gebrochen und das Comitat musste Peter von Sagradien als Herrscher anerkennen.

Unter der Herrschaft von Peters Sohn David I. wurde der Hof in Tulis zum Zentrum des Sántori-Weltreichs, zu dem seit 1521 auch Portugal und dessen expandierendes Reich in Übersee gehörten. Zugleich ging das Comitat mit der beginnenden Personalunion zwischen Audaken- und Königtum allmählich im sagradischen Gesamtstaat auf, auch wenn die tulinesischen Cortes und die Regierungsämter zunächst als eigenständige Institutionen bestehen blieben.

Mit der Verlegung des Königssitzes nach Semest unter Königin Johanna I. geriet das Comitat schließlich endgültig zum Nebenland der sagradischen Krone und wurde in der Folge von Statthaltern des Königs regiert. Nach dem Thronwechsel vom Haus Sántori zum Haus Vienne im Jahr 1757 rebellierten die Stände von Tulis und versuchten, ihre alte Unabhängigkeit wiederzuerlangen, wurden aber besiegt. Als Folge der Comitensischen Rebellion schaffte der neue König Philipp IX. Ludwig nach 1762 die tulinesischen Institutionen ab und zentralisierte das Königreich endgültig.

Contes und Statthalter

Liste der Contes von Tulis

Liste der Contes von Tulis

Liste der sagradischen Statthalter in Tulis

Von Bis Statthalter (Lebenszeiten) in Tulis bekannt als Haus besonderes
Statthalter Johannas I. und Danadiers I.
1570 1585 Karl I. von Exeveste, Fürst von Cuentez (1539-1585) Don Carles d'Exeveste Haus Exeveste Ehemann Eleonores von Santori
1585 1610 Eleonore von Santori, Fürstin von Cuentez (1538-1610) Dona Leonor de Cuentez Haus Santori Tochter Davids I., Halbschwester Johannas I.
Statthalter Gabriels V. und Gabriels VI.
1610 1621 Luise von Santori-Sessin (1572-1621) Dona Luísa de Santori Haus Santori Enkelin Johannas I. und Tochter Heinrich Augusts von Sessin
1621 1654 Maximilian "der Prächtige" von Santori, Fürst von Cuentez (1597-1654) Don Maximilián il Magnífico Haus Santori-Cuentez Enkel Karls und Eleonores von Cuentez sowie Johannas I. von Sagradien
Statthalter Gabriels VII.
1669 1678 Ludwig Philipp II. "der Vielgeliebte", Herzog von Sesin (1620-1698) Don Luis Filipe il Bê-Amàu Haus Santori-Sesin Neffe Gabriels V. von Sagradien