Joán Caval: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Joán Fernando Caval''' (*1920 in [[Semess]]) ist ein [[Sagradien|sagradischer]] sozialistischer Politiker. Er war von 1960 bis 1967 Bürgermeister von [[Semess]] und danach für kurze Zeit Wirtschaftsminister im [[Kabinett Del Pérez III]]. Von 1969 bis 1987 führte er als Generalsekretär die sozialistische [[Asul]] an und von 1984 bis 1989 die Sozialdemokratische Partei Europas. Caval amtierte zudem zwischen 1970 und 1979 als sagradischer Ministerpräsident.  
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[[Bild:Berlinguer1.jpg|thumb]]
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'''Joán Fernando Caval''' (*24.07.1924 in [[Semest]], †21.12.1984) war ein [[Sagradien|sagradischer]] [[ASUL|sozialistischer Politiker]]. Er war von 1969 bis zu seinem Tod Generalsekretär der sagradischen [[ASUL|Sozialisten Allianz (ASUL)]] und von 1970 bis 1979 [[sagradischer Ministerpräsident]]. Er prägte fast zwei Jahrzehnte lang die Politik der sagradischen Linken und gilt bis heute als eine der Ikonen der sagradischen und europäischen Sozialdemokratie und als einer der bedeutendsten sagradischen Politiker des 20. Jahrhunderts.
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Nach Jahren in der Kommunalpolitik von [[Semest]] wurde Caval 1964 Minister im Kabinett von [[Iacovo Del Pérez]], zunächst [[Erziehungsminister|für Erziehung]] und 1966 [[Justizminister|für Justiz]]. Nach seiner Wahl zum Generalsekretär der Sozialisten und seinem [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970|historischen Wahlsieg bei der Parlamentswahl 1970]] wurde er sagradischer [[Ministerpräsident]] und blieb insgesamt neun Jahre in diesem Amt. Zunächst führte er eine sozialistische Minderheitsregierung an, ehe er seit 1976 in einer Koalition mit der [[PRD|Radikaldemokratischen Partei]] regierte.
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Von 1976 bis zu seinem Tod amtierte Caval zudem als Vizepräsident der Sozialistischen Internationale, seit 1980 war er zudem Präsident der Sozialdemokratischen Partei Europas. 1981 vereinbarte er eine Große Koalition unter Ministerpräsident [[Sandro de la Nada]] und gehörte dessen Regierung ein Jahr lang als [[Außenminister]] und [[Vizeministerpräsident]] an.
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Caval kam 1984 gemeinsam mit seinem Chauffeur bei einem Autounfall ums Leben.
  
 
== Leben ==
 
== Leben ==
 
=== Jugend, Exil und Rückkehr nach Sagradien ===
 
=== Jugend, Exil und Rückkehr nach Sagradien ===
Der 1920 in Semess geborene Caval stammt aus einer Intellektuellenfamilie, engagierte sich aber bereits als Schüler für die politische Linke. Mit 15 Jahren gehörte er zu den leidenschaftlichen Anhängern der [[Volksfront]]regierung und nannte [[Santiago Laval]] später als sein politisches Vorbild. 1938 machte Caval sein Abitur und ging kurz darauf in den offenen Straßenkampf. Nach Schlägereien mit den Truppen der faschistischen [[Divisionsbewegung]] lag er mehrere Wochen im Krankenhaus, ging nach dem Wahlsieg der rechten [[Comunión Nacional]] und der Ausschaltung der Opposition ins Exil nach Paris, wo er ein Studium der Philosophie und Literatur begann und sich einem linksextremistischen Studentenzirkel anschloss. In Frankreich trat er in die SFIO ein und schrieb seit 1939 für das sozialistische sagradische Exilblatt [[l'Ôculo de la Sinistra]]. Vor dem Einmarsch der Deutschen in Frankreich im Jahr 1940 floh Caval nach London, wo er dem Exil-PS von [[Inácio Bersantis]] beitrat und für die sozialistische Parteizeitung [[Avante]] schrieb.  
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Der 1924 in Semest geborene Caval stammt aus einer Intellektuellenfamilie, engagierte sich aber bereits als Schüler für die politische Linke. In jungen Jahren gehörte er zu den Anhängern der [[Volksfront]]regierung und nannte den sozialistischen Parteiführer und Staatspräsidenten [[Santiago Laval]] später als sein politisches Vorbild. 1942 machte Caval sein Abitur.  
  
Nach der alliierten [[Invasion auf Cuentez]] im Jahr 1943 meldete sich Caval als Freiwilliger für ein von den Alliierten forciertes  sagradisches Befreiungsheer, das gegen die deutschen Besatzer kämpfte. Seit 1944 wohnte Caval wieder in seiner Heimatstadt und begann 1945 in Semess ein Jurastudium, das er 1950 abschloss. 1944 bereits war Caval in die wiedergegründete [[PS|Sozialistische Partei]] eingetreten, von 1948 bis 1950 amtierte er als Nationaler Sekretär des [[COSES|Sozialistischen Studentenbundes]] (COSES). 1951 trat Caval eine Stelle als Anwalt im ligrischen [[Disiés]] an, wo er ein Jahr später für die Sozialisten in den Stadtrat gewählt wurde.
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Nach dem Eintritt Sagradiens in den Zweiten Weltkrieg wurde Caval Soldat und kämpfte an der Front in Nordsagradien gegen die Wehrmacht. Nach seiner Entlassung 1944 wohnte Caval wieder in seiner Heimatstadt und begann 1945 in [[Semest]] ein Jurastudium, das er 1950 abschloss. Dazwischen unternahm er längere Studienreisen nach Paris und Stockholm.
  
=== Karriere in Semess und Zeit als Bürgermeister ===
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1944 bereits war Caval in die wiedergegründete [[PS|Sozialistische Partei]] eingetreten, von 1952 bis 1956 amtierte er als Nationaler Sekretär des [[COSES|Sozialistischen Studentenbundes]] (COSES). 1953 trat Caval eine Stelle als Anwalt im ligrischen [[Disiés]] an, kehrte 1954 aber bereits nach [[Semest]] zurück.
1954 kandidierte der 34-jährige Caval erstmals für ein Parlamentsmandat und zog für den PS in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] ein. 1955 kehrte er ganz nach Semess zurück, wo er 1956 in den Stadtrat gewählt wurde. Der junge Jurist machte sich hier einen Namen als fähiger Redner und politisches Talent. 1959 übernahm er den Vorsitz der sozialistischen Stadtratsgruppe und führte als Spitzenkandidat bei den [[Kommunalwahlen 1960]] die Sozialisten zu einem klaren Wahlsieg. Caval wurde zum Bürgermeister der Hauptstadt gewählt und war mit 40 Jahren der bis dahin jüngste Inhaber des Amtes. Mit diesem „Hauptstadt-Coup“ katapultierte sich Caval zum Shootingstar der Sozialisten und zum Führer einer neuen jungen Generation undogmatischer Realpolitiker, die bald parteiintern und in den Medien als [[Guarda Jovén]] bezeichnet wurde. Neben Caval gehörten zu dieser Jungen Garde der ehemalige Avante-Chefredakteur und amtierende Fraktionsgeschäftsführer [[Paulo Centavo]], der Gewerkschafrsreformer [[Martín Solano]] sowie der spätere [[Lojandía|lojandinische]] Regionalsekretär [[Francisco Fernandez]].
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=== Karriere in der Semestiner Kommunalpolitik ===
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1954 kandidierte der 34-jährige Caval erstmals für ein Parlamentsmandat und zog für die ASUL in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] ein. 1956 wurde er zudem in den Stadtrat von [[Semest]] gewählt. Der junge Jurist machte sich hier einen Namen als fähiger Redner und politisches Talent. 1959 übernahm er den Vorsitz der sozialistischen Stadtratsgruppe und wurde nach den [[Kommunalwahlen 1960]] unter Bürgermeister [[Paulo Centavo]] zum Vizebürgermeister ernannt. In der Folge stieg er zu einem der bekannteren Vertreter einer neuen jungen Generation undogmatischer Realpolitiker auf, die bald parteiintern und in den Medien als [[Guarda Jovén]] bezeichnet wurde.
  
 
Als Mitglied der Programmkommission war Caval an der Formulierung des 1962 angenommenen und für die sagradischen Sozialisten wegweisenden [[Manifesto de Lemez|Lemezer Programms]] beteiligt. Hier knüpfte er auch intensive Kontakte mit den führenden Vertretern des so genannten [[Mitternachtskartell]]s [[Iacovo Del Pérez]] und [[Stefano Nacoma]], deren Parteiführung er bald kritisieren sollte.
 
Als Mitglied der Programmkommission war Caval an der Formulierung des 1962 angenommenen und für die sagradischen Sozialisten wegweisenden [[Manifesto de Lemez|Lemezer Programms]] beteiligt. Hier knüpfte er auch intensive Kontakte mit den führenden Vertretern des so genannten [[Mitternachtskartell]]s [[Iacovo Del Pérez]] und [[Stefano Nacoma]], deren Parteiführung er bald kritisieren sollte.
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=== Minister und Generalsekretär ===
 
=== Minister und Generalsekretär ===
Im Januar 1967 trat schließlich auch Caval als Wirtschaftsminister in das [[Kabinett Del Pérez III]] ein, das allerdings nur wenige Monate im Amt war und im Mai von einer Mitte-Rechts-Regierung unter [[Carles Angel Favale]] abgelöst wurde. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|vorgezogenen Kammerwahlen 1967]] zog Caval wieder ins sagradische Parlament ein. Im Frühjahr 1968 kandidierte er auf dem ASUL-Parteitag erfolgreich für das prestigeträchtige Amt des Parteisekretärs für Wirtschafts- und Industriepolitik und gründete seinen eigenen „Corrente“, den er "[[Corrente Cavalista|Mâis Democrácia – Mâis Solidaritá]]" nannte und als linke Reformbewegung positionierte. Er machte sich besonders für gesellschaftspolitische Reformen stark und schuf damit große Synergien mit den revoltierenden Studenten, die ihn in großen Teilen unterstützten. Mit seiner harten Kritik am Vietnam-Krieg und seinem Engagement für internationale Abrüstung und den Ost-West-Dialog, Positionen, die seine politische Agenda fortan prägten, wurden nun erstmals lautstark vertreten und wirkten als Kontrapunkt zur stark westlich orientierten Regierung Favale. Seine Teilnahme an einer Anti-Vietnamkriegs-Demonstration in Semess brachte ihm im Juni 1968 harsche Kritik der politischen Rechten ein, stärkte aber sein Image als Mann der Jugend.
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In der [[Kabinett Del Pérez I|Regierung]] von [[Iacovo Del Pérez]] wurde Joán Caval 1964 zum sagradischen [[Erziehungsminister]] berufen. In diesem Amt leitete er umfangreiche Bildungsreformen ein, die vor allem sozialen Unterschieden beim Bildungszugang entgegentreten sollte und die höhere Bildung auch für Arbeiterkinder sowie für Frauen öffnen sollte.  
  
In der Folge kam es zu Krisenerscheinungen des bis dahin allmächtigen Mitternachtskartells in der Partei, das dem Druck der Jungen nicht mehr standhalten konnte und darüber hinaus durch persönliche Differenzen und Machtränke geschwächt war. Die Jungen in der Partei störten sich vor allem an dem Bündnis der Parteiführung mit den Vertretern des konservativen, gewerkschaftsnahen [[Sugares-Kreis]], die gemeinsam die Macht in der Partei monopolisiert hatten und in den Augen der Jungen den eingeforderten Gesellschaftsreformen im Weg standen. Caval brachte sich danach mit Unterstützung einiger reformorientierter Regionalverbände als potenzieller Nachfolger Del Pérez’ im Amt des Generalsekretärs der Partei in Stellung. Sein Fernziel war die Spitzenkandidatur für die Sozialisten bei den Kammerwahlen 1971. Gleichzeitig verlor Del Pérez auch zunehmend die Unterstützung seiner Mitstreiter Domínguez-Arrás und Nacoma, die zunächst [[Marcelo Bérgamo]] als Nachfolger an der Parteispitze zu favorisieren schienen.
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Nach einer [[Kabinett Del Pérez II|Kabinettsumbildung]] wurde Caval 1966 sagradischer [[Justizminister]]. Auch in diesem Amt trat er für Reformen ein, die das sagradische Strafrecht modernisieren sollten.  
  
Als ASUL-Chef Iacovo Del Pérez im Frühjahr 1969 auf das Amt des Generalsekretärs verzichtete, kandidierte Caval gegen den langjährigen Wirtschafts- und Finanzminister Marcelo Bérgamo und erhielt eine deutliche Mehrheit der Delegiertenstimmen. Bereits im Vorhinein hatte er sich die Unterstützung Nacomas gesichert, der zunehmend alleine die Rolle des Strategen und Strippenziehers hinter den Kulissen einnahm. Der Pakt mit Nacoma bedeutete auch, dass Nacoma und Domínguez-Arrás auch weiterhin in den Schlüsselpositionen stellvertretender Generalsekretäre verbleiben sollten. Mit der Unterstützung Nacomas im Rücken schaffte es Caval, einige seiner politischen Weggefährten wie Paulo Centavo oder Francisco Fernandez ins Exekutivkomitee der Partei zu bringen. Außerdem band er eine Reihe junger Talente an sich, darunter den 40-jährigen [[Andrés Colón]], dem er in das neu geschaffene Amt des Nationalen Koordinators der Partei verhalf, oder den 35-jährigen [[David Cabarel]], der Cavals Büroleiter und später einer seiner Staatssekretäre wurde. Colón, Solano und der ebenfalls erst 41-jährige [[José Helguerra]] waren auch für das Wahlkampfkonzept verantwortlich, das unter dem Titel „Renovación Democráctica“ weitreichende Reformen in der Sozial-, Bildungs- und Rechtspolitik versprach.
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Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|vorgezogenen Kammerwahlen 1967]] zog Caval wieder ins sagradische Parlament ein. Im Frühjahr 1968 kandidierte er auf dem ASUL-Parteitag erfolgreich für das prestigeträchtige Amt des Parteisekretärs für Wirtschafts- und Industriepolitik und gründete seinen eigenen „Corrente“, den er "[[Corrente Cavalista|Mâis Democrácia – Mâis Solidaritá]]" nannte und als linke Reformbewegung positionierte. Er machte sich besonders für gesellschaftspolitische Reformen stark und schuf damit große Synergien mit den revoltierenden Studenten, die ihn in großen Teilen unterstützten. Mit seiner harten Kritik am Vietnam-Krieg und seinem Engagement für internationale Abrüstung und den Ost-West-Dialog, Positionen, die seine politische Agenda fortan prägten, wurden nun erstmals lautstark vertreten und wirkten als Kontrapunkt zur stark westlich orientierten Regierung Favale. Seine Teilnahme an einer Anti-Vietnamkriegs-Demonstration in Semest brachte ihm im Juni 1968 harsche Kritik der politischen Rechten ein, stärkte aber sein Image als Mann der Jugend.
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In der Folge kam es zu Krisenerscheinungen des mächtigen Mitternachtskartells in der Partei, das dem Druck der Jungen nicht mehr standhalten konnte und darüber hinaus durch persönliche Differenzen und Machtränke geschwächt war. Die Jungen in der Partei störten sich vor allem an dem Bündnis der Parteiführung mit den Vertretern des konservativen, gewerkschaftsnahen [[Sugares-Kreis]], die gemeinsam die Macht in der Partei monopolisiert hatten und in den Augen der Jungen den eingeforderten Gesellschaftsreformen im Weg standen. Caval brachte sich danach mit Unterstützung einiger reformorientierter Regionalverbände als potenzieller Nachfolger Del Pérez’ im Amt des Generalsekretärs der Partei in Stellung. Sein Fernziel war die Spitzenkandidatur für die Sozialisten bei den Kammerwahlen 1971. Gleichzeitig verlor Del Pérez auch zunehmend die Unterstützung seiner Mitstreiter Domínguez-Arrás und Nacoma, die zunächst [[Marcelo Bérgamo]] als Nachfolger an der Parteispitze zu favorisieren schienen.
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Als ASUL-Chef Iacovo Del Pérez im Frühjahr 1969 auf das Amt des Generalsekretärs verzichtete, kandidierte Caval gegen [[Marcelo Bérgamo]] und erhielt eine deutliche Mehrheit der Delegiertenstimmen. Bereits im Vorhinein hatte er sich die Unterstützung Nacomas gesichert, der zunehmend alleine die Rolle des Strategen und Strippenziehers hinter den Kulissen einnahm. Der Pakt mit Nacoma bedeutete auch, dass Nacoma weiterhin in der Schlüsselpositionen eines stellvertretenden Generalsekretärs verbleiben sollte. Mit der Unterstützung Nacomas im Rücken schaffte es Caval, einige seiner politischen Weggefährten wie [[Paulo Centavo]] oder [[Francisco Fernandez]] ins Exekutivkomitee der Partei zu bringen. Außerdem band er eine Reihe junger Talente an sich, darunter den 40-jährigen [[Andrés Colón]], dem er in das neu geschaffene Amt des Nationalen Koordinators der Partei verhalf, oder den 35-jährigen [[David Cabarel]], der Cavals Büroleiter und später einer seiner Staatssekretäre wurde. Colón, Solano und der ebenfalls erst 41-jährige [[José Helguerra]] waren auch für das Wahlkampfkonzept verantwortlich, das unter dem Titel „Renovación Democráctica“ weitreichende Reformen in der Sozial-, Bildungs- und Rechtspolitik versprach.
  
 
=== Wahlsieg 1970 und die ersten Jahre der Ministerpräsidentschaft ===
 
=== Wahlsieg 1970 und die ersten Jahre der Ministerpräsidentschaft ===
Als Spitzenkandidat seiner Partei bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970|vorgezogenene Kammerwahlen 1970]] trug Caval mit seinem Programm der „Renovación Democrática“ einen historischen Sieg davon, indem er mit knapp 41% der Stimmen das beste Ergebnis für die ASUL bei Kammerwahlen überhaupt herausholte. Cavals Sieg versetzte die politische Linke in eine ungekannte Aufbruchstimmung, die es seinem sozialistischen Minderheitskabinett erlaubte, mit Unterstützung der [[PCS|Kommunisten]] die umfassenden demokratischen und sozialen Reformen auf den Weg zu bringen, den das Land dringend benötigte. Im Vordergrund seiner Regierung standen liberale und soziale Reformen in der Justiz-, Sozial- und Sicherheitspolitik, die zum Teil auch von den [[UDS|Unionsdemokraten]] mitgetragen wurden.
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[[Bild:Caval.jpg|thumb]]
  
In Cavals Kabinett waren mit Del Pérez als Außenminister, Domínguez-Arrás als Vizepremier und Finanz- und Wirtschaftsminister sowie Stefano Nacoma als Bildungs- und Forschungsminister alle Protagonisten der alten Parteiführung vertreten und sie alle besetzten Schlüsselressorts. Nacoma war neben der Schul- und Hochschulreform auch für die Organisation der Zusammenarbeit mit den Kommunisten verantwortlich, da er als Kontaktmann zu KP-Chef [[Dián Aliureto Chabonet]] fungierte und dem inoffiziellen Kontaktkomitee aus sozialistischen und kommunistischen Abgeordneten vorstand. Die gemeinsame Arbeit im Parlament organisierte Fraktionschef [[Pietro Cellar]], der aber 1972 durch Nacoma selbst ersetzt wurde.
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Als Spitzenkandidat seiner Partei bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970|vorgezogenene Kammerwahlen 1970]] trug Caval mit seinem Programm der „Renovación Democrática“ einen historischen Sieg davon, indem er mit über 40% der Stimmen das beste Ergebnis für die ASUL bei Kammerwahlen überhaupt herausholte. Cavals Sieg versetzte die politische Linke in eine ungekannte Aufbruchstimmung, die es seinem sozialistischen Minderheitskabinett erlaubte, mit Unterstützung der [[PCS|Kommunisten]] die umfassenden demokratischen und sozialen Reformen auf den Weg zu bringen, den das Land dringend benötigte. Im Vordergrund seiner Regierung standen liberale und soziale Reformen in der Justiz-, Sozial- und Sicherheitspolitik, die zum Teil auch von den [[UDS|Unionsdemokraten]] mitgetragen wurden.
  
Obwohl neben den genannten drei Parteigrößen auch mit [[Rinaldo Sugares]] der Führer der konservativen Gewerkschaftler in der Partei im Kabinett Schlüsselressorts begleiteten, waren mit Ausnahme des Fraktionsvorsitzes alle unmittelbaren Organisationsposten in Partei und Regierung mit Cavals „Jungs“ besetzt: Andrés Colón als Nationaler Koordinator und David Cabarel als Leiter des Büros des Generalsekretärs kontrollierten die wichtigen Parteigremien und [[David Luis Aragón]] als Chef der Ministerratspräsidentschaft die Kabinettsarbeit. Colón folgte Aragón 1972 im Kabinett nach und wurde in der Partei durch [[Nícola Zamorra]] ersetzt, während Cabarel zeitgleich Regierungssprecher wurde und Aragón an der Seite Nacomas in die Fraktionsspitze wechselte und dem mächtigen Vizegeneralsekretär dort als Geschäftsführer auf die Finger schauen sollte. Als inneres Machtzirkel in Cavals Regierung bildete sich bald das so genannte "[[Zigarren-Kabinett]]" heraus, bestehend aus Vizegeneralsekretär Stefano Nacoma, Cavals Kabinettschef David Luis Aragón, der 1972 durch Andrés Colón abgelöst wurde, sowie zweitweise auch Pietro Cellar, Carles Domínguez Arrás und Nícola Zamorra. Hier wurden sowohl Regierungs- als auch Parteientscheidungen getroffen und zukünftige Strategien ausgeknobelt.
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In Cavals Kabinett waren mit [[Iacovo Del Pérez]] als Außenminister, [[Carles Domínguez-Arrás]] als Finanz- und Wirtschaftsminister sowie [[Stefano Nacoma]] als Bildungs- und Forschungsminister alle Protagonisten der alten Parteiführung vertreten und sie alle besetzten Schlüsselressorts. Nacoma war neben der Schul- und Hochschulreform auch für die Organisation der Zusammenarbeit mit den Kommunisten verantwortlich, da er als Kontaktmann zu KP-Chef [[Dián Aliureto Chabonet]] fungierte. Die gemeinsame Arbeit im Parlament organisierte Fraktionschef [[Piero Cellar]].
  
Die ersten vier Jahre der Regierung Caval gehören mit der Verbesserung der betrieblichen Mitbestimmung, dem Ausbau des Sozialstaats, einer umfassenden Reform des Ehe- und Familienrechts sowie einer großen Bildungsreform zu den  dynamischsten Phasen der Dritten Republik. Das Hochschulwesen wurde demokratisiert, die Gleichberechtigung gesetzlich verankert, Homosexualität legalisiert sowie das Abtreibungsrecht liberalisiert. Als wichtige Reformminister etablierten sich auch [[Isabela Defernandis]], die erste Frau in einem Ministeramt, die 1972 von Nacoma das Erziehungsministerium übernahm, und [[José Helguerra]], der die Gesundheitsreform durchbrachte sowie das Familienrecht reformierte. Die Gesellschaftsreformen der Linksregierung brachten Caval nicht nur Bewunderung und Sympathien besonders in linksintellektuellen Kreisen ein, sondern erweckten auch den erbitterten Widerstand der rechten Opposition, die das konservative Familien- und Gesellschaftsbild der Republik in Gefahr sahen. Auch der von der Linken angestoßene Diskussions- und Aufarbeitungsprozess des Faschismus in Sagradien stieß bei der Rechten auf energische Ablehnung. In Teilen der katholischen Kirche in Sagradien entstand eine erbitterte Opposition zur als atheistisch empfundenen Linksregierung. Im April 1972 konnte ein rechtsradikaler Anschlag auf Caval nur knapp verhindert werden.
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Die unmittelbaren Organisationsposten in Partei und Regierung waren mit Cavals „Jungs“ besetzt: [[Andrés Colón]] als Nationaler Koordinator und [[David Cabarel]] als Leiter des Büros des Generalsekretärs kontrollierten die wichtigen Parteigremien und [[David Luis Aragón]] als Chef der Ministerratspräsidentschaft die Kabinettsarbeit. Als inneres Machtzirkel in Cavals Regierung bildete sich bald das so genannte "[[Zigarren-Kabinett]]" heraus, bestehend aus Vizegeneralsekretär [[Stefano Nacoma]], Cavals Kabinettschef David Luis Aragón, der 1972 durch Andrés Colón abgelöst wurde, sowie zweitweise auch Piero Cellar, Carles Domínguez Arrás und Nícola Zamorra. Hier wurden sowohl Regierungs- als auch Parteientscheidungen getroffen und zukünftige Strategien ausgeknobelt.
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Die ersten vier Jahre der Regierung Caval gehören mit der Verbesserung der betrieblichen Mitbestimmung, dem Ausbau des Sozialstaats, einer umfassenden Reform des Ehe- und Familienrechts sowie einer großen Bildungsreform zu den  dynamischsten Phasen der Dritten Republik. Das Hochschulwesen wurde demokratisiert, die Gleichberechtigung gesetzlich verankert, Homosexualität legalisiert sowie das Abtreibungsrecht liberalisiert. Als wichtige Reformminister etablierten sich auch [[Isabel Defernandis]], die erste Frau in einem Ministeramt, die 1972 von Nacoma das Erziehungsministerium übernahm, und [[José Helguerra]], der die Gesundheitsreform durchbrachte sowie das Familienrecht reformierte. Die Gesellschaftsreformen der Linksregierung brachten Caval nicht nur Bewunderung und Sympathien besonders in linksintellektuellen Kreisen ein, sondern erweckten auch den erbitterten Widerstand der rechten Opposition, die das konservative Familien- und Gesellschaftsbild der Republik in Gefahr sahen. In Teilen der katholischen Kirche in Sagradien entstand eine erbitterte Opposition zur als atheistisch empfundenen Linksregierung. Im April 1972 konnte ein rechtsradikaler Anschlag auf Caval nur knapp verhindert werden.
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Außenpolitisch hielt Caval am traditionellen Kurs Sagradiens im westlichen Bündnis fest. Er bemühte sich aber stärker als vorherige Regierungen um ein gutes Verhältnis zu den Staaten des kommunistischen Ostens. Die unter der Regierung von [[Iacovo Del Pérez]] aufgenommene Dreistaatenpolitik mit [[Mikolinien]] und [[Sancristo]] wurde unter Cavals Ministerpräsidentschaft fortgeführt und mündete 1972 in die Gründung des [[Blaumeerrat]]s und die Einrichtung gemeinsamer Gremien der drei Staaten. Im Laufe der Jahre entwickelte Caval zudem enge Beziehungen zum mikolinischen Staatsminister [[Joann Christén]]. Er unterstützte zudem die Aufnahme Mikoliniens in die Europäische Gemeinschaft, die 1973 erfolgte.
  
 
=== Zweite und dritte Amtsperiode ===
 
=== Zweite und dritte Amtsperiode ===
Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1974]] bestätigte die Erfolge der Sozialisten, die ihre Minderheitsregierung mithilfe der Kommunisten fortsetzen konnten, doch gestaltete sich die Zusammenarbeit zunehmend schwieriger und begann zu bröckeln, die folgende Legislaturperiode erwies sich daher auch als weitaus konfliktgeladener als noch die erste. Nach dem Abschluss der von Caval als vorrangig erachteten Gesellschaftsreformen drängten nicht nur die Kommunisten, sondern auch große Teile der eigenen Partei immer stärker zu einer Intensivierung der wirtschaftspolitischen Reformbemühungen. Vor allem die großen Betriebe der Montanindustrie sollten nun sozialisiert sowie die Rechte der Arbeitnehmer weiter  gestärkt werden. Die Parteirechte der Sozialisten aber lehnte solche weitgehenden Forderungen ab und mahnte stattdessen zu einer moderaten Politik. Erschwert wurde das Klima durch die weltwirtschaftlichen Krisenerscheinungen infolge des „Ölschocks“ von 1973 und der folgenden Krisen, welche die keynesianische Wirtschaftspolitik Cavals bald an ihre Grenzen brachte. Hinzu kam der militante Terror des linken [[Grupo Sêcolo Rôiso]] (GSR), aber auch rechtsextremistischer Gruppen, welche bald die Republik erschütterten und ein stark polarisiertes und gespanntes politisches Klima erschufen, das zunehmend auch die Regierungspolitik und das Verhältnis der Linksparteien untereinander belastete. Im Herbst 1976 kündigten die Kommunisten schließlich der Regierung die Zusammenarbeit auf und stimmten bei einer Vertrauensfrage gegen Caval, der seinen Rücktritt einreichte und die vorzeitige Auflösung der Abgeordnetenkammer durch Präsident Del Pérez erreichte.
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Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1974]] bestätigte die Erfolge der Sozialisten, die ihre Minderheitsregierung mithilfe der Kommunisten fortsetzen konnten, doch gestaltete sich die Zusammenarbeit zunehmend schwieriger und begann zu bröckeln, die folgende Legislaturperiode erwies sich daher auch als weitaus konfliktgeladener als noch die erste. Nach dem Abschluss der von Caval als vorrangig erachteten Gesellschaftsreformen drängten nicht nur die Kommunisten, sondern auch große Teile der eigenen Partei immer stärker zu einer Intensivierung der wirtschaftspolitischen Reformbemühungen. Vor allem die großen Betriebe der Montanindustrie sollten nun sozialisiert sowie die Rechte der Arbeitnehmer weiter  gestärkt werden. Die Parteirechte der Sozialisten aber lehnte solche weitgehenden Forderungen ab und mahnte stattdessen zu einer moderaten Politik. Erschwert wurde das Klima durch die weltwirtschaftlichen Krisenerscheinungen infolge des „Ölschocks“ von 1973 und der folgenden Krisen, welche die keynesianische Wirtschaftspolitik Cavals bald an ihre Grenzen brachte. Hinzu kam der militante Terror des linken [[Grupo Sêglu Rôiso]] (GSR), aber auch rechtsextremistischer Gruppen, welche bald die Republik erschütterten und ein stark polarisiertes und gespanntes politisches Klima erschufen, das zunehmend auch die Regierungspolitik und das Verhältnis der Linksparteien untereinander belastete. Im Herbst 1976 kündigten die Kommunisten schließlich der Regierung die Zusammenarbeit auf und stimmten bei einer Vertrauensfrage gegen Caval, der seinen Rücktritt einreichte und die vorzeitige Auflösung der Abgeordnetenkammer durch Präsident Del Pérez erreichte.
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Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1976|vorgezogenen Neuwahlen im Dezember 1976]] konnte sich Caval nochmals gegen seinen [[PPC|konservativen]] Konkurrenten [[Sandro De la Nada]] durchsetzen und führte die ASUL zu einem neuerlichen Wahlsieg, der ihm ein klares Mandat für eine Fortsetzung der sozialistisch geführten Regierung brachte.
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=== Ende der Ministerpräsidentschaft ===
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Ein koalitionsinterner Streit um den Haushalt des Jahres 1978 brachte die Regierung bereits im Winter 1977/78 eng an den Abgrund des Scheiterns, doch gelange es Caval, einen Pakt mit dem [[UDS|liberalen]] Parteichef [[Lorenzo Estrubal]] auszuhandeln, der der Mitte-Links-Regierung eine Mehrheit sicherte. Die anhaltende Schwäche der Sozialisten bei nationalen Wahlen, faktisch die schmerzlichen Niederlagen bei den [[Regionalwahlen 1977]] brachten Parteichef Caval aber in immer größere Bedrängnis. Die innerparteilichen Stimmen wurden lauter, die ihm zu einer Aufkündigung der Koalition rieten, während andere formelle Koalitionsverhandlungen mit den Liberalen vorschlugen.
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Entgegen seinem bisherigen Image als linker Reformer musste Caval in dieser Phase als Vertreter eines starken Staates auftreten und die von ihren Gegnern als kapitalistisch und imperialistisch verunglimpfte Gesellschaft gegen die radikale gewaltbereite Linke verteidigen. Auch das Aufkommen der grünen Anti-Atomkraft-Bewegung führte zu parteiinternen Auseinandersetzungen um die Energiepolitik und die Zukunft der Atomkraft, die auch in seiner eigenen Partei umstritten war und darüber hinaus zu Spannungen mit den überzeugten Atombefürwortern der UDS führte. Während sich Caval lange Zeit der Unterstützung durch den Großteil der Intellektuellen des Landes sicher sein konnte, bröckelte dieses Vertrauen nun. Die neuen sozialen Bewegungen entwickelten sich immer stärker zu einer Oppositionsbewegung gegen die unpopuläre Politik der Regierung, die nun vor allem von einer Zusammenarbeit mit den Liberalen abhängig war.
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Die erneut [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1978|vorgezogenen Neuwahlen im Herbst 1978]] endeten in einer Niederlage Cavals und seiner Sozialisten, die hinter der Volkspartei nur Zweite wurden. Alle Versuche Cavals, eine neue Mehrheit durch Zusammenarbeit mit der liberalen [[UDS]] zu bilden, scheiterten. Stattdessen einigte sich Cavals bisheriger Koalitionspartner, die [[Radikaldemokraten]] mit [[PPC]] und [[UDS]] auf ein gemeinsames Programm und erklärte seine Unterstützung für eine konservativ-liberale Minderheitsregierung. Der bisherige Oppositionsführer [[Sandro de la Nada]] wurde daraufhin zum neuen Ministerpräsidenten berufen.
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=== Bilanz der Ministerpräsidentschaft ===
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Joán Cavals Amtsperiode als Ministerpräsident, mit mehr als acht Jahren die längste nach der [[Paulo Luciaro]]s (1949-1960), gilt als Blütezeit der sagradischen Sozialdemokratie und als wichtige Reformphase, welche die Republik nachhaltig geprägt und die Gesellschaft mit liberalisiert hat. Außerdem gehen wichtige Sozialreformen auf die Linksregierung zurück. Ein wichtiger Beitrag zum politischen Klima des Landes war auch Cavals Versuch, seit seiner zweiten Ministerpräsidentschaft 1974, sich um eine Entspannung das ramponierten Verhältnisses der Sozialisten zur katholischen Kirche zu bemühen und auf einen gesellschaftlichen Konsens abzuzielen, den er freilich aufgrund des zunehmend polarisierten Klimas nur vorübergehend erreichte.
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Wie kaum ein anderer sagradischer Politiker prägte Caval zudem das Ansehen seines Landes im Ausland. Als Kritiker des Vietnamkriegs und Vorreiter der Entspannung im Ost-West-Konflikt erarbeitete sich der Sozialist das Image eines engagierten Friedenspolitikers und wurde so zu einer Ikone der internationalen linken Bewegung. Gemeinsam mit Olof Palme machte er sich für die internationale Abrüstung stark und förderte den Nord-Süd-Dialog. Caval pflegte enge Verbindungen zu Willy Brandt und Bruno Kreisky und nutzte die Netze der Sozialistischen Internationale, deren stellvertretender Vorsitzender in den Jahren 1976 bis 1984 war. Als erster sagradischer Ministerpräsident distanzierte sich Caval, nur eine Dekade nach Ende der Dekolonisierung, von der Kolonialpolitik seines Landes in vorangegangenen Jahrzehnten und proklamierte eine "Politik der Versöhnung und Wiedergutmachung" gegenüber den früheren Kolonien.
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=== Oppositionsführer ===
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Nach mehr als acht Jahren an der Regierungsspitze kehrte Caval Anfang 1979 in die Funktion des Oppositionsführers zurück. Gleichzeitig konzentrierte er sich in der Folge auf seine internationalen Kontakte und suchte sich weiterhin als global agierender Friedenspolitiker zu positionieren. Neben dem Amt des Vizepräsidenten der Sozialistischen Internationale, an deren Spitze er eng mit Willy Brandt und Olof Palme zusammenarbeitete, übernahm Caval 1980 die Führung des Bundes Sozialdemokratischer Parteien in der Europäischen Gemeinschaft und setzte sich für eine Wiederbelebung des stagnierenden europäischen Integrationsprozesses ein. Auf internationaler Bühne trat Caval vor allem für Abrüstung und einen Ausgleich mit den Staaten der Dritten Welt ein. Er wurde zu einem der globalen Ikonen der Postkolonialismus-Bewegung, die sich in Sagradien vor allem für freundschaftliche Beziehungen der ehemaligen Kolonialmacht zu seinen früheren Kolonien in Amerika, Asien und Afrika einsetzte.
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Im Frühjahr 1981 schließlich erschütterte die [[Solano-Affäre]] die Sozialistische Partei. Bereits im Herbst 1980 waren Gerüchte über die Verwicklung hoher Parteivertreter in illegale Machenschaften des insolventen Solano-Immobilienkonzerns laut geworden. Keine gute Figur machte dabei Joán Caval selbst, der als persönlicher Freund von [[Névito Solano]] galt und bald im Fadenkreuz der Ermittler stand. Zwar wurden die Ermittlungen gegen Caval bald eingestellt, doch nahm der ASUL-Chef dadurch erheblichen Schaden, zumal sein Büroleiter [[Dián Costa]] in Folge der Ermittlungen zurücktreten musste und vielen als Bauernopfer Cavals galt.
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=== Außenminister der Großen Koalition ===
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Die Mitte-Rechts-Regierung unter [[Sandro de la Nada]] kämpfte erfolglos gegen die anhaltende Wirtschaftskrise in Sagradien, die als Folge der zweiten Ölkrise begonnen hatte und sich in den Jahren 1980 und 1981 deutlich verschärfte. Mit wirtschaftlicher Stagnation, steigender Arbeitslosigkeit und einer hohen Inflation erinnerte sie stark an die Krise Mitte der Siebziger Jahre und zeigte strukturelle Probleme der sagradischen Wirtschaft auf. Die von der Regierung angewandten wirtschaftspolitischen Mittel, die zwischen alten keynesianischen Rezepten und einer rigiden Haushaltspolitik schwankten, konnten die Krise nicht in den Griff bekommen. Allerdings versprachen auch die Sozialisten Cavals keine dezidierte Alternative zur erfolglosen Regierungspolitik.
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Nach einer anhaltenden Regierungskrise im Frühjahr/Sommer 1981, in der Mitte-Rechts-Koalition zerbrach, die großen Parteien aber aufgrund eigener Probleme vor vorgezogenen Neuwahlen zurückschreckten, führten schließlich zu einem Pakt zwischen den verfeindeten politischen Lagern. Nach längeren Verhandlungen unter Vermittlung des Staatspräsidenten [[Iacovo Del Pérez]], der auf einen nationalen Krisenkonsens drängte, einigten sich [[Sandro de la Nada]] und Joán Caval als Führer der beiden großen Parteien des Landes auf eine gemeinsame Regierung der nationalen Solidarität. Cavals ließ dabei Nada den Vortritt als Regierungschef und begnügte sich selbst mit den Ämtern eines Vizeministerpräsidenten und Außenministers. Im Gegenzug gaben die Konservativen das Finanzministerium an die Sozialisten ab. Mit [[Donado Ricardes]] besetzte der profilierteste Finanzpolitiker der Sozialisten dieses Amt, sein Vorgänger [[Alfonso Guivares]] wechselte ins Wirtschaftsressort.
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Die Regierung der Großen Koalition einigte sich auf ein umfangreiches Notmaßnahmenpaket mit Konjunkturmaßnahmen bei gleichzeitigen harten Einschnitten im Haushalt. Gleichzeitig erzielte der sozialistische Arbeitsminister [[Andrés Colón]] eine Einigung mit Arbeitnehmern und Gewerkschaften auf ein gemeinsames Lohnpaket, zog sich aber nach Auseinandersetzungen mit der Industrieseite und mit dem Koalitionspartner Ende 1981 aus der Regierung zurück.
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=== Erneut Oppositionsführer ===
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Die Große Koalition erreichte mittelfristig eine deutliche Besserung der wirtschaftlichen Daten, rieb sich aber schnell zwischen den widerstreitenden Konzepten des linken ASUL-Flügels unter [[Andrés Colón]] und dem wirtschaftsliberalen Flügel der Volkspartei unter [[Emilio Moya]] auf. Nach längeren Auseinandersetzungen um ein neuerliches wirtschaftliches Reformpaket im Sommer 1982, in deren Verlauf Joán Caval heftigen Widerstand aus den eigenen Reihen gegen die Koalitionspolitik aushalten musste, sprach sich die Parteiführung der ASUL schließlich für einen Austritt aus der Koalition aus, nachdem es zuvor zu einer gezielten Provokation der PPC-Fraktion unter [[Emilio Moya]] gekommen war. Nachdem die ASUL-Minister im Juli 1982 – wenige Monate vor Ende der regulären Legislaturperiode – die Regierung verlassen hatten, wurde die [[Parlamentswahl 1982]] auf Oktober vorgezogen.  
  
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Nach einem politischen Putsch des Wirtschaftsflügels der Volkspartei gegen Regierungschef [[Sandro de la Nada]] und der Wahl [[Emilio Moya]]s zum Regierungschef sollte es schließlich nach Planung der Sozialisten zu einem offenen Showdown zwischen der wirtschaftsliberalen und neokonservativen PPC unter Emilio Moya und der ASUL unter Caval kommen, die sich als Hüterin des sagradischen Wohlfahrtsstaats präsentierte. Der deutlich polarisierte Wahlkampf ging als einer der schärfsten und angriffslustigsten in die sagradische Geschichte ein, obwohl beide Parteien kurz zuvor noch gemeinsam am Regierungstisch gesessen hatten. Am Ende konnte sich Moyas "Wendeprogramm" knapp gegen Cavals defensiveres Programm der Verteidigung des Wohlfahrtsstaats durchsetzen. Die Sozialisten wurden erneut nur Zweiter hinter der Volkspartei, die dank des starken Ergebnisses der UDS künftig eine Mehrheitsregierung der rechten Mitte anführen konnten. Caval wurde erneut Oppositionsführer - mit der erklärten Ansage, den drohenden neoliberalen Kahlschlag bis zuletzt zu bekämpfen. Dabei suchte Caval, zugleich vom linken Parteiflügel dazu gedrängt, den Schulterschluss mit den Gewerkschaften ebenso wie mit der starken Friedensbewegung. In der Wirtschaftspolitik allerdings verzichtete Caval auf ein radikales Linksprogramm, wie es von [[Andrés Colón]] und anderen vertreten wurde, sondern suchte auch die Parteirechte und die liberalen Reformer um [[Donado Ricardes]] einzubinden.
  
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=== Tod und Nachfolge ===
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Zum Jahresende 1984 galt Caval wieder als starker Mann in seiner Partei und als Favorit für die kommende [[Parlamentswahl 1986]] gegen den zwischenzeitig äußerst unpopulären Ministerpräsidenten [[Emilio Moya]]. In dieser Zeit entdeckte Caval auch seine Leidenschaft für die Umweltpolitik und begann, im Kampf gegen die sagradischen Grünen, deren Themen zu besetzen, um eine weitere Spaltung der Linken zu verhindern.
  
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Auf einer öffentlichen Weihnachtsfeier seiner Partei am 21. Dezember 1984, die unter dem Thema des Friedens und der Abrüstung stand, wurde Caval zusammen mit seinem Chauffeur in seinem Dienstwagen in einen Unfall verwickelt und starb wenige Stunden später im Krankenhaus an den Folgen seiner Verletzungen. Sein Fahrer war noch am Unfallort verstorben.Die Umstände des Unfalltods wurden nie restlos geklärt. Bis heute ranken sich Legenden um einen Mordanschlag auf den Politiker.
  
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Auf dem folgenden Trauergottesdienst waren zahlreiche Vertreter internationaler Regierungen anwesend, um Caval als verdienten Staatsmann und Vorkämpfer für Frieden und Gerechtigkeit zu ehren.
  
Entgegen seinem bisherigen Image als linker Reformer musste Caval in dieser Phase als Vertreter eines starken Staates auftreten und die von ihren Gegnern als kapitalistisch und imperialistisch verunglimpfte Gesellschaft gegen die radikale gewaltbereite Linke verteidigen. Auch das Aufkommen der grünen Anti-Atomkraft-Bewegung führte zu parteiinternen Auseinandersetzungen um die Energiepolitik und die Zukunft der Atomkraft, die auch in seiner eigenen Partei umstritten war und darüber hinaus zu Spannungen mit den überzeugten Atombefürwortern der UDS führte. Daneben suchte Caval seit 1973 eine Entspannung des angespannten Verhältnisses zwischen sozialistischer Partei und der katholischen Kirche, was ihm in linken Kreisen Kritik einbrachte.
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=== Cavals politisches Erbe ===
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Caval, der 15 Jahre lang die Politik und das Image der Partei prägte und als Parteichef wesentlich den Kurs der Sozialisten bestimmte, gilt noch heute als große Ikone der Partei und als einer der beliebtesten Persönlichkeiten der Republik. Jedoch sehen Caval noch immer zahlreiche Vertreter des konservativen Lagers kritisch.  
  
Wie kaum ein anderer sagradischer Politiker prägte Caval das Ansehen seines Landes im Ausland. Als scharfer Kritiker des Vietnamkriegs und Vorreiter der Entspannung im Ost-West-Konflikt erarbeitete sich Caval das Image eines engagierten Friedenspolitikers und wurde so zu einer Ikone der internationalen linken Bewegung. Gemeinsam mit Olof Palme machte er sich für die internationale Abrüstung stark, daneben setzte er sich im Nahostkonflikt für die Rechte der Palästinenser ein und förderte den Nord-Süd-Dialog. Caval pflegte enge Verbindungen zu Willy Brandt und Bruno Kreisky und nutzte die Netze der Sozialistischen Internationale, deren stellvertretender Vorsitzender in den Jahren 1976 bis 1984 war.
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In der ASUL hinterließ Caval ein Vakuum, das zu einem langen Machtkampf zwischen der Parteilinken um Cavals langjährigen "Kronprinzen" [[Andrés Colón]] und seine Verbündeten wie [[Francisco Montero Vidal]] und den Rechten um [[Iano Norriez]] und [[Donado Ricardes]] führte. Der unter der Führung Colóns eingeschlagene Weg einer deutlichen Linksverschiebung mit einem "neosozialistischen" Alternativprogramm führte bei der [[Parlamentswahl 1986]] zu einer deutlichen Niederlage der Sozialisten. Der von Colóns Nachfolger [[Donado Ricardes]] wiederum eingeschlagene Reformweg berief sich gleichfalls auf Cavals politische Ideen und dessen Programm der nationalen Solidarität, das die Politik der Großen Koalition geprägt hatte.  
  
Ein koalitionsinterner Streit um den Haushalt des Jahres 1978 brachte die Regierung bereits im Sommer 1977 eng an den Abgrund des Scheiterns, doch konnten die beiden Parteichefs Caval und Éstevez sich nochmals zusammenraufen und ihre Parteien auf Linie bringen. Bis zu den Kammerwahlen 1978 wollten beide durchhalten, doch wurde eine darüber hinaus gehende Zusammenarbeit immer unwahrscheinlicher. Die anhaltende Schwäche der Sozialisten bei nationalen Wahlen, faktisch die schmerzlichen Niederlagen bei den Senats- und Kommunalwahlen 1976 sowie den Regionalwahlen 1977 brachten Parteichef Caval in immer größere Bedrängnis. Die innerparteilichen Stimmen wurden lauter, die ihm von einer dritten Amtszeit als Regierungschef abrieten und stattdessen eine Spitzenkandidatur des populären Finanzministers Francisco Montone bevorzugten. Um seine innerparteiliche Position zu festigen, verschärfte Caval sukzessive den Ton gegenüber den Liberalen und flirtete offen mit den Kommunisten. Das 1977 in Semesce verabschiedete neue Parteiprogramm, das erste seit 1962, wurde vor dem Hintergrund sich verschärfender Koalitionsspannungen als Absage an eine Fortführung der Koalition und als Betonung des linken Profils der Partei gelesen. Im Wesentlichen zeichnete es aber den Reformweg nach, den Caval 1970 eingeschlagen hatte, und gab die Ziele der Partei für die kommenden Jahre vor, die sich in der Tat mit der UDS schwer hätten verwirklichen lassen.
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Innerhalb der ASUL versuchten auch danach immer wieder Persönlichkeiten das politische Erbe Cavals zu beanspruchen. Dessen ursprünglicher ''Corrente'' hat seither eine Reihe von links-progressiven Nachfolgegruppen nach sich gezogen, die als ''[[Cavalistas]]'' bzw. ''[[Neo-Cavalistas]]'' bezeichnet werden oder sich selbst so bezeichnen. Zu bekannten Cavalistas wurden oder werden [[António Grande Illega]], [[Victor Gomes Amarón]] und jüngst auch [[Mercé Serrat Cabarell]] gezählt. Cavals ältester Sohn [[Maximilián Caval]] ist ein erfolgreicher Schriftsteller und Kulturkritiker, sein zweitältester Sohn Fernando ist mittlerweile als Unternehmensberater tätig.
  
Die Kammerwahlen im Herbst 1978 brachten schließlich nochmals einen großen Sieg für Caval. Seine ASUL konnte ein akzeptables Ergebnis von 38,4% einfahren, während die Liberalen deutlich an Stimmen verloren und von über 9% auf gut 6% zurückfielen. Auch die PCSD gewann zwar an Stimmen hinzu, wurde mit 36% aber von der ASUL klar hinter sich gelassen. Dass die Regierung ihre Mehrheit dennoch einbüßen musste, schien Cavals Flirt mit der KPS im Nachhinein zu rechtfertigen. Doch die Koalitionsverhandlungen wurden schwierig wie nie zuvor. Caval blieb nur die Zusammenarbeit mit dem PCS/PSS-Bündnis, wollte er eine Große Koalition vermeiden. Das wusste die äußere Linke und gab sich als kostspielige Braut. Immer wieder mussten die Verhandlungen ausgesetzt werden, weil sich keine Einigung finden ließ.
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=== Persönliches ===
Im Dezember 1978 schließlich riss Präsident Del Pérez nach drei Monaten schwierigster Sondierungen und Verhandlungen der Geduldsfaden. Er stellte Caval ein Ultimatum: Entweder er könne binnen einer Woche eine parlamentarische Mehrheit vorweisen oder aber der Präsident löse das Parlament wieder auf und setze Neuwahlen an. Caval stimmte einem vom Ex-Kommunisten Stefano Nacoma ausgehandelten Kompromiss zu, der von Beginn an wie ein Provisorium wirkte. Die Koalitionsverhandlungen würden ausgesetzt und stattdessen unterstütze die äußere Linke vorübergehend eine sozialistische Minderheitsregierung unter Caval. Nach seiner Ernennung solle es dann weitere Verhandlungen geben. Del Pérez stimmte der Absprache der Linken schließlich widerwillig zu, hätte er doch lieber eine Mehrheitsregierung ernannt, und ernannte Caval zum Ministerpräsidenten eines Minderheitskabinetts.
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Joán Caval war zweimal verheiratet. Die 1943 geschlossene Ehe mit der deutschstämmigen Exiljüdin Hilda Kubichek hielt nur kurze Zeit und wurde 1944 wieder geschieden. seit 1955 war Caval mit der französisch-amerikanischen Malerin Jeanne Ambroise verheiratet. Gemeinsam hatten sie zwei Söhne und eine Tochter.  
Die nächsten Monate waren geprägt von Chaos und Verwirrung um die neue Regierungskonstellation. Immer wieder musste bei jedem wichtigeren Vorhaben die Zustimmung der linken Parteien teuer erkauft werden, während die bürgerliche Opposition zu einem stabilen Block zusammenrückte. Bereits nach wenigen Wochen war die Minderheitsregierung Caval gescheitert, nachdem die wieder aufgenommenen Verhandlungen zwischen Sozialisten und Kommunisten um die Bildung einer formellen Koalition oder zumindest der Verabschiedung eines Tolerierungsvertrags ebenfalls ergebnislos verlaufen waren. Kurz vor dem Durchbruch zur Bildung einer Koalition Ende Januar zogen die Kommunisten ihre bereits grundsätzlich erteilte Zustimmung zurück und erklärten, keine Minister in einer Regierung Caval stellen zu wollen. Damit war das Vorhaben „Linkskoalition“ gescheitert, zumal Caval jedes weitere Entgegenkommen dem PCS gegenüber ablehnte. Als er am 27. Januar 1979 mit einer Vorlage zur Reform der Rentenversicherung in der Abgeordnetenkammer scheiterte, weil die PCS ihre Zustimmung verweigert hatte, bat Caval Präsident Del Pérez um die Auflösung der Kammer und die Einberufung von Neuwahlen. Nach Absprache mit Oppositionsführer De la Nada kam der Präsident der Bitte des Regierungschefs nach.
 
Caval ließ es sich nicht nehmen, abermals als Spitzenkandidat seiner Partei anzutreten, doch musste er mit seiner ASUL eine herbe Niederlage einfahren. Die Sozialisten fielen von 38,4% auf 34,4% der Stimmen und damit deutlich hinter die PCSD zurück und mussten damit das politische Heft aus der Hand geben. Stattdessen war Caval darauf angewiesen, dass die PCSD sich um eine Große Koalition statt um ein Rechtsbündnis mit UDS und PSP bemühte. Dabei half, dass Präsident Del Pérez deutlich machte, eine Rechtsaußen-Koalition nicht dulden zu wollen. Doch wurde bald die Person Cavals zum Problem. Große Teile des PCSD weigerten sich, mit Caval persönlich zu verhandeln, dieser wiederum wollte sich nicht mit Vertretern des rechten PCSD-Flügels an einen Tisch setzen. Die Verhandlungen wurden abermals sehr schwierig, doch blieb beiden Parteien nichts übrig, als eine Zusammenarbeit anzustreben. Erst vier Monate nach der Wahl, im August 1979, stand die Große Koalition, mit De la Nada als Regierungschef und Francisco Montone als Finanzminister und Stellvertreter. Stützpfeiler und Schaltzentralen der Koalition wurden ausgerechnet die beiden gegensätzlichen Fraktionschefs Nacoma und Santo Moya, der als überzeugter Wirtschaftsliberaler und Neokonservativer galt. Caval hatte auf ein Ministeramt verzichtet, wollte aber auch weiterhin Parteichef der Sozialisten bleiben. Er betrieb augenscheinlich eine Strategie der kritischen Regierungsbeteiligung, in der er die Möglichkeit verfolgte, die Partei als kritische Instanz auch gegenüber der eigenen Regierungsmannschaft zu positionieren und somit „Opposition in der Regierung“ spielen zu können, wie Gegner es ausdrückten.
 
Cavals Rechnung ging nicht auf, die Sozialisten mussten mehrere Wahlschlappen hintereinander einfahren und schafften es kaum, sich gegenüber dem einflussreichen Wirtschaftsflügel der PCSD um A.G.Guivares und Santo Moya zu behaupten. Stattdessen stritten sich die beiden Koalitionspartner kontinuierlich auf allen Politikfeldern. Erst Cavals heftige Kampagne gegen den NATO-Doppelbeschluss im Jahr 1980 brachte der ASUL einen Aufschwung, da man die Friedensbewegung an sich binden konnte, doch musste auch Caval schließlich einlenken und sich die Zustimmung zu Verhandlungen erkaufen lassen. Arbeitsminister Colón trat daraufhin von seinem Regierungsamt zurück und organisierte in der Folge unter Duldung Cavals die parteiinterne Opposition gegen die Große Koalition. Colón hatte bereits als Nationaler Koordinator der Partei und seit 1972 als Kabinettschef Cavals eng mit diesem zusammengearbeitet, hatte 1975 aber aufgrund einer persönlichen Affäre zurücktreten müssen. Spätestens seinem erfolglosen Regionalwahlkampf 1977 trat er vermehrt als Führer der Parteilinken auf und wurde nun wieder als Kronprinz Cavals gehandelt.
 
Im Frühjahr 1981 schließlich erschütterte die Solano-Affäre die Sozialistische Partei. Bereits im Herbst 1980 waren Gerüchte über die Verwicklung hoher Parteivertreter in illegale Machenschaften des insolventen Solano-Immobilienkonzerns laut geworden. Keine gute Figur machte dabei Joán Caval selbst, der als persönlicher Freund von Névito Solano galt und bald im Fadenkreuz der Ermittler stand. Zwar wurden die Ermittlungen gegen Caval schnell eingestellt, doch nahm der ASUL-Chef dadurch erheblichen Schaden, zumal sein Büroleiter Dián Costa in Folge der Ermittlungen zurücktreten musste.
 
Die Regionalwahl 1981, die erste Wahl nach der Solano-Affäre, endete mit einem Sieg der PCSD, die in den Regionen Amoria, Sesin, Ceondalia, Óstino und Ollér ihre Mehrheiten verteidigen konnte, in Bordez und Sur Pinia die Sozialisten aus der Regierung verdrängte und in Ollér und Bordez sogar die absolute Mehrheit der Sitze erreichte. Das Ergebnis wurde in der ASUL als Erdrutschniederlage empfunden und führte zu parteiinternen Diskussion um den richtigen Führungsstil und eine mögliche Ablösung Cavals. Ein Teil der Partei versuchte, den Patriarchen auf das Amt des Präsidenten der Republik wegzuloben. Caval zeigte sich geschmeichelt, ließ eine formelle Nomination auf dem Parteitag der ASUL im Herbst 1981 aber nicht zu, sondern stellte sich erneut als Generalsekretär zur Wahl. Er gewann mit seinem schlechtesten Ergebnis seit seiner Wahl 1969. Noch im Dezember 1981 verzichtete Caval schließlich auf die ihm angetragene Präsidentschaftskandidatur. Er erklärte dies mit persönlichen Gründen und seinem ausgeprägten Profil als Parteipolitiker, das ihn nicht für das höchste Staatsamt empfehle. Viel wahrscheinlicher war es jedoch, dass Caval auch weiterhin seinen Einfluss als Parteichef der Sozialisten nicht aufgeben wollte. Gleichzeitig wurde ihm auch nachgesagt, auf eine neuerliche Spitzenkandidatur für seine Partei bei den nächsten Kammerwahlen zu spekulieren.
 
Die Regierungspolitik der Großen Koalition gestaltete sich derweil äußerst schwierig und drehte sich immer mehr um den Umgang mit dem politischen Erbe der Regierung Caval. Die Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 1982 endeten für die Sozialisten fast in einem Debakel, nachdem ihr „Ersatzkandidat“ Lorenzo Aguilera im ersten Wahlgang fast vom Liberalen Luciano Éstevez eingeholt worden wäre und in der Stichwahl deutlich gegen den Konservativen A.G.Guivares verlor.
 
Nachdem Vizepremier Montone bereits im März 1982 auf eine Spitzenkandidatur für die Kammerwahlen 1983 verzichtet hatte, meldete mit Andrés Colón der Führer der Parteilinken Interesse an. In der ASUL begann ein Wahlkampf, der sich auf das Koalitionsklima katastrophal auswirkte. Ein Streit um die Haushaltsvorlage für das Jahr 1983 führte im Juli 1982 zum vorzeitigen Ende der Großen Koalition, nachdem die Sozialisten aus dem Kabinett ausgetreten waren. Nachdem Santo de la Nada es verpasst hatte, eine neue Koalition zu schmieden und die Sozialisten ein Misstrauensvotum gegen Nada unterstützt hatten, setztze Präsident Guivares Neuwahlen für September an. In der entscheidenden Abstimmung um die Spitzenkandidatur der ASUL setzte sich Colón als Vertreter der Linken knapp gegen den vom Wirtschaftsflügel aufgestellten Donado Ricardes und den ligreskantischen Regionalpräsidenten Luis José López durch. Damit standen sich bei den Kammerwahlen zwei geschlossene Blöcke gegenüber, da die Kandidatur Colóns als Absage an ein sozialliberales Regierungsbündnis gewertet wurde. Im Wahlkampf hielt sich Caval auffällig zurück und überließ Colón den Großteil der Kampagnenführung. An die Stelle von Iano Norriez als Nationaler Koordinator berief er den von Colón bevorzugten Miguel Cambrís, der zuvor bereits als Staatssekretär Colóns gearbeitet hatte.
 
Die Kammerwahlen im September 1982 endeten mit einem deutlichen Sieg der Rechten. Die ASUL musste mit unter 30% der Stimmen das schlechteste Wahlergebnis seit 1958 verschmerzen und erstmals seit 1970 wieder in die Opposition gehen. Die Folge war ein zunehmender Machtverlust der Linken innerhalb der ASUL und ein kontinuierlicher Machtgewinn des wirtschaftsfreundlichen Ricardes-Flügel, dem sich nun auch der ligre-skantische Regionalpräsident Luis José López anschloss. Ricardes wurde zum neuen Vorsitzenden der Kammergruppe gewählt und an die Stelle Nacomas als Stellvertreter Cavals wurde ein vierköpfiges Team mit Ricardes, Colón, López und dem populären Semescer Bürgermeister Flávio Jimenez gewählt. Diese Maßnahme sollte die verschiedenen Flügel der Partei besser an die Parteispitze binden und Flügelkämpfe durch vorzeitige Absprache im inneren Parteizirkel verhindern. Der unglücklich agierende Miguel Cambrís wurde zudem 1983 durch Salvador La Fayet im Amt des Nationalen Koordinators der Partei abgelöst.
 
Caval kandidierte im Sommer 1984 als Spitzenkandidat der sagradischen Sozialisten bei den Europawahlen und wurde ins Europäische Parlament gewählt. Wenige Monate später übernahm er den Vorsitz der Europäischen Sozialdemokratischen Partei SPE.
 
Die Ereignisse um die Verwicklung von Präsident Guivares in illegale Immobiliengeschäfte, die 1984 das Land in eine ernsthafte Krise stürzten, nutzte Caval sofort, um heftige Angriffe auf die politische Rechte und die Regierung Moya zu fahren. Problematisch wurde dies erst, als die Ermittlungen sich ausweiteten und auch sozialistische Politiker unter Verdacht gerieten. Dennoch konnte Caval die Krise der Regierung Moya nutzen und Erfolge bei den Senats- und Regionalwahlen 1985 erzielen. Die Verwicklung von Mitgliedern des linken Asul-Flügels wie des Colón-Vertrauten Ariel Gallardo trug weiter zur Stärkung des rechten Parteiflügels der Sozialisten bei.
 
Im Frühjahr 1986 nominierte die Partei Donado Ricardes als Spitzenkandidat für die kommenden Kammerwahlen. Ricardes führte die Sozialisten mit einem Ergebnis von 37,7% der Stimmen zu einem knappen Wahlsieg über die Konservativen. Er leitete unmittelbare Verhandlungen mit der UDS zur Bildung seiner sozialistisch-bürgerlichen Wunschkoalition ein. Ziel war die Bildung einer „Regierung der freien und sozialen Wirtschaft“. Mit diesem Vorhaben setzte er sich deutlich gegen Parteichef Caval durch, der zunächst eine sozialistische Minderheitsregierung unter Tolerierung der Liberalen befürwortet hatte. Nach schwierigen Verhandlungen stand die rot-blaue Regierung im Dezember 1986 und Ricardes wurde zum Ministerpräsidenten ernannt. Caval verzichtete erneut auf ein Kabinettsamt, blieb zunächst aber Parteichef der weiter nach rechts gerückten Sozialisen.
 
Nachdem es bereits bei den Koalitionsverhandlungen im Herbst 1986 zu ernsthaften Auseinandersetzungen zwischen Caval und Ricardes gekommen war, setzte eine private Affäre um Cavals Sohn Fernando den Parteichef im Januar 1987 öffentlich unter Druck. Dessen Architekturbüro soll mit Cavals Hilfe ohne vorherige Ausschreibung an einen millionenschweren Auftrag der Santiago-Laval-Stiftung gekommen sein. Caval zog bereits zwei Tage nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Notbremse und gab nach 18 Jahren an der Parteispitze bekannt, beim nächsten Parteikongress der Sozialisten im Februar, nicht mehr als Generalsekretär zu kandidieren. Sein Verzicht war bereits in den Vormonaten allgemein erwartet worden. Zu seinem Nachfolger bestimmte der Kongress der ASUL im Februar 1987 den Semescer Bürgermeister Flávio Jimenez, der jedoch nach dem Auseinanderbrechen seiner Koalition im Herbst 1987 und seiner Abwahl als Semescer Stadtherr durch ein Misstrauensvotum bereits im November 1987 wieder vom höchsten Parteiamt zurücktrat und damit den Weg für Ministerpräsident Donado Ricardes frei machte. Caval wurde vier Jahre später auf dem Parteikongress in Artir zusammen mit Iacovo Del Pérez zum Ehrenvorsitzenden seiner Partei ernannt.
 
Caval blieb noch bis 1989 Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Europas und schied gleichzeitig aus dem EU-Parlament aus. Im Jahr 1991 wurde er für Semesce in den Senat gewählt, wo er aber keine Führungsämter mehr bekleidete. Kurz vor Ende seines Mandats im Jahr 1997 wurde er von Staatspräsident Montoya zum Senator auf Lebenszeit ernannt. Seither hat sich Caval immer wieder zu aktuellen politischen Fragen geäußert. Er gehörte zu den größten Kritikern des Zweiten Golfkriegs 1991 und verurteilte die sagradische Teilnahme. Auch den Irakkrieg der USA im Jahr 2003 lehnte er entschieden ab. Auf der anderen Seite unterstützte er die rot-grüne Regierung De la Costa in ihrer Teilnahme am Kosovokrieg 1999 und am Afghanistan-Einsatz seit 2001.  Lange Zeit war Caval Kuratoriumsmitglied des Istituto Sagradês de Política Internacional (ISPI).
 
Sein ursprünglicher Corrente hat seither eine Reihe von links-progressiven Nachfolgegruppen nach sich gezogen, die als Cavalistas bzw. Neo-Cavalistas bezeichnet werden. Zu bekannten Cavalistas wurden oder werden António Grande Illega, Vítor Gomes Amarón und jüngst auch Cavals Tochter Mercé Serrat Caval gezählt.
 
Cavals ältester Sohn Maximilián Caval ist ein erfolgreicher Schriftsteller und Kulturkritiker, sein zweitältester Sohn Fernando ist mittlerweile als Unternehmensberater tätig. Die jüngere Schwester der beiden Mercé Serrat Caval ist Politikerin der sozialistischen Allianz. Sie beerbte 1989 ihren Vater als Europaabgeordnete und wurde 2001 Ministerin in der rot-grünen Regierung De la Costa. Seit 2008 ist sie Generalsekretärin der Asul. Ihre Anhänger werden meist als Neo-Cavalistas oder Mercistas bezeichnet.
 
  
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Caval litt zeit seines Lebens unter wiederkehrenden Depressionen. In mehreren Phasen seiner Regierungszeit musste er vor der Öffentlichkeit geschützt werden.
  
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== Politische Funktionen ==
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=== Öffentliche Ämter ===
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* 1960-1964: Vizebürgermeister von [[Semest]]
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* 1964-1966: [[Erziehungsminister]] im [[Kabinett Del Pérez I]]
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* 1966-1967: [[Justizminister]] im [[Kabinett Del Pérez II]]
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* 1970-1979: [[Ministerpräsident]]  ([[Kabinett Caval I]], [[Kabinett Caval II|II]], [[Kabinett Caval III|III]], [[Kabinett Caval IV|IV]] und [[Kabinett Caval V|V]])
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* 1972: zugleich kommissarischer [[Innenminister]] im [[Kabinett Caval I]]
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* 1978-1979: zugleich kommissarischer [[Verteidigungsminister]] im [[Kabinett Caval V]]
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* 1981-1982: [[Außenminister]] und [[Vizeministerpräsident]] im [[Kabinett Nada II]]
  
Oficioes Públicoes:
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=== Mandate ===
1960-1967 Prefeito de Semesce
+
* 1952-1954: Stadtrat in [[Disiés]]
1967 Ministro de la Economía i Industrías
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* 1954-1962: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]
1970-1979 Presidente del Cosiliu
+
* 1956-1968: Stadtrat in [[Semest]]
1978 Ministro Executivo de Asuntoes Exterritoriales
+
* 1967-1984: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]
1979 Ministro Executivo de Asuntoes Exterritoriales
+
* 1979-1981: Mitglied des Europäischen Parlaments
  
Mandates Parlamentares:
+
=== Parteiämter ===
1952-1954 Cosilier Municipal de Disiés
+
* 1959-1960: Sprecher der sozialistischen Stadtratsfraktion in [[Semest]]
1954-1962 Deputado a la Camara
+
* 1969-1985: Generalsekretär der [[ASUL]]
1956-1968 Cosilier Municipal de Semesce
+
* 1976-1984: Vizepräsident der Sozialistischen Internationale (SI)
1967-1984 Deputado a la Camara
+
* 1980-1984: Präsident der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE)
1984-1989 Membro del Parlamento Europeu
 
1991-1997 Senador eleitu
 
desde 1997 Senador apuntau
 
  
Oficioes del Partido:
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[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Caval]]
1959-1960 Portavoce del Grupo Socialista nel Cosiliu Municipal de Semesce
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[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Caval]]
1969-1987 Secretário General de la Alianza Socialista (ASUL)
+
[[Kategorie: Erziehungsminister Sagradiens|Caval]]
1976-1984 Vicepresidente de la Internacional Socialista (SI)
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[[Kategorie: Justizminister Sagradiens|Caval]]
1984-1989 Presidente del Partido Socialista Europeu (PSE)
+
[[Kategorie: Generalsekretär ASUL|Caval]]
desde 1991 Presidente del Honor de la Alianza Socialista (ASUL)
+
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Caval]]
 +
[[Kategorie: Politiker der ASUL|Caval]]

Aktuelle Version vom 30. Juli 2024, 16:39 Uhr

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Joán Fernando Caval (*24.07.1924 in Semest, †21.12.1984) war ein sagradischer sozialistischer Politiker. Er war von 1969 bis zu seinem Tod Generalsekretär der sagradischen Sozialisten Allianz (ASUL) und von 1970 bis 1979 sagradischer Ministerpräsident. Er prägte fast zwei Jahrzehnte lang die Politik der sagradischen Linken und gilt bis heute als eine der Ikonen der sagradischen und europäischen Sozialdemokratie und als einer der bedeutendsten sagradischen Politiker des 20. Jahrhunderts.

Nach Jahren in der Kommunalpolitik von Semest wurde Caval 1964 Minister im Kabinett von Iacovo Del Pérez, zunächst für Erziehung und 1966 für Justiz. Nach seiner Wahl zum Generalsekretär der Sozialisten und seinem historischen Wahlsieg bei der Parlamentswahl 1970 wurde er sagradischer Ministerpräsident und blieb insgesamt neun Jahre in diesem Amt. Zunächst führte er eine sozialistische Minderheitsregierung an, ehe er seit 1976 in einer Koalition mit der Radikaldemokratischen Partei regierte.

Von 1976 bis zu seinem Tod amtierte Caval zudem als Vizepräsident der Sozialistischen Internationale, seit 1980 war er zudem Präsident der Sozialdemokratischen Partei Europas. 1981 vereinbarte er eine Große Koalition unter Ministerpräsident Sandro de la Nada und gehörte dessen Regierung ein Jahr lang als Außenminister und Vizeministerpräsident an.

Caval kam 1984 gemeinsam mit seinem Chauffeur bei einem Autounfall ums Leben.

Leben[bearbeiten]

Jugend, Exil und Rückkehr nach Sagradien[bearbeiten]

Der 1924 in Semest geborene Caval stammt aus einer Intellektuellenfamilie, engagierte sich aber bereits als Schüler für die politische Linke. In jungen Jahren gehörte er zu den Anhängern der Volksfrontregierung und nannte den sozialistischen Parteiführer und Staatspräsidenten Santiago Laval später als sein politisches Vorbild. 1942 machte Caval sein Abitur.

Nach dem Eintritt Sagradiens in den Zweiten Weltkrieg wurde Caval Soldat und kämpfte an der Front in Nordsagradien gegen die Wehrmacht. Nach seiner Entlassung 1944 wohnte Caval wieder in seiner Heimatstadt und begann 1945 in Semest ein Jurastudium, das er 1950 abschloss. Dazwischen unternahm er längere Studienreisen nach Paris und Stockholm.

1944 bereits war Caval in die wiedergegründete Sozialistische Partei eingetreten, von 1952 bis 1956 amtierte er als Nationaler Sekretär des Sozialistischen Studentenbundes (COSES). 1953 trat Caval eine Stelle als Anwalt im ligrischen Disiés an, kehrte 1954 aber bereits nach Semest zurück.

Karriere in der Semestiner Kommunalpolitik[bearbeiten]

1954 kandidierte der 34-jährige Caval erstmals für ein Parlamentsmandat und zog für die ASUL in die sagradische Abgeordnetenkammer ein. 1956 wurde er zudem in den Stadtrat von Semest gewählt. Der junge Jurist machte sich hier einen Namen als fähiger Redner und politisches Talent. 1959 übernahm er den Vorsitz der sozialistischen Stadtratsgruppe und wurde nach den Kommunalwahlen 1960 unter Bürgermeister Paulo Centavo zum Vizebürgermeister ernannt. In der Folge stieg er zu einem der bekannteren Vertreter einer neuen jungen Generation undogmatischer Realpolitiker auf, die bald parteiintern und in den Medien als Guarda Jovén bezeichnet wurde.

Als Mitglied der Programmkommission war Caval an der Formulierung des 1962 angenommenen und für die sagradischen Sozialisten wegweisenden Lemezer Programms beteiligt. Hier knüpfte er auch intensive Kontakte mit den führenden Vertretern des so genannten Mitternachtskartells Iacovo Del Pérez und Stefano Nacoma, deren Parteiführung er bald kritisieren sollte. Als Caval 1964 wiedergewählt wurde, stieg er in den engeren Parteivorstand auf, wurde zum Sekretär der Partei für Staatsreformen und erlangte nationale Popularität. In der Folge machte Caval durch öffentliche Kritik an der als autoritär empfunden Parteiführung um Del Pérez, Nacoma und Carles Domínguez Arrás auf sich aufmerksam. Mit lauter werdender Kritik suchte Del Pérez als Ministerpräsident seit 1964 den Ausgleich mit den jungen Reformkräften und band einige von ihnen in seine Regierung ein.

Minister und Generalsekretär[bearbeiten]

In der Regierung von Iacovo Del Pérez wurde Joán Caval 1964 zum sagradischen Erziehungsminister berufen. In diesem Amt leitete er umfangreiche Bildungsreformen ein, die vor allem sozialen Unterschieden beim Bildungszugang entgegentreten sollte und die höhere Bildung auch für Arbeiterkinder sowie für Frauen öffnen sollte.

Nach einer Kabinettsumbildung wurde Caval 1966 sagradischer Justizminister. Auch in diesem Amt trat er für Reformen ein, die das sagradische Strafrecht modernisieren sollten.

Bei den vorgezogenen Kammerwahlen 1967 zog Caval wieder ins sagradische Parlament ein. Im Frühjahr 1968 kandidierte er auf dem ASUL-Parteitag erfolgreich für das prestigeträchtige Amt des Parteisekretärs für Wirtschafts- und Industriepolitik und gründete seinen eigenen „Corrente“, den er "Mâis Democrácia – Mâis Solidaritá" nannte und als linke Reformbewegung positionierte. Er machte sich besonders für gesellschaftspolitische Reformen stark und schuf damit große Synergien mit den revoltierenden Studenten, die ihn in großen Teilen unterstützten. Mit seiner harten Kritik am Vietnam-Krieg und seinem Engagement für internationale Abrüstung und den Ost-West-Dialog, Positionen, die seine politische Agenda fortan prägten, wurden nun erstmals lautstark vertreten und wirkten als Kontrapunkt zur stark westlich orientierten Regierung Favale. Seine Teilnahme an einer Anti-Vietnamkriegs-Demonstration in Semest brachte ihm im Juni 1968 harsche Kritik der politischen Rechten ein, stärkte aber sein Image als Mann der Jugend.

In der Folge kam es zu Krisenerscheinungen des mächtigen Mitternachtskartells in der Partei, das dem Druck der Jungen nicht mehr standhalten konnte und darüber hinaus durch persönliche Differenzen und Machtränke geschwächt war. Die Jungen in der Partei störten sich vor allem an dem Bündnis der Parteiführung mit den Vertretern des konservativen, gewerkschaftsnahen Sugares-Kreis, die gemeinsam die Macht in der Partei monopolisiert hatten und in den Augen der Jungen den eingeforderten Gesellschaftsreformen im Weg standen. Caval brachte sich danach mit Unterstützung einiger reformorientierter Regionalverbände als potenzieller Nachfolger Del Pérez’ im Amt des Generalsekretärs der Partei in Stellung. Sein Fernziel war die Spitzenkandidatur für die Sozialisten bei den Kammerwahlen 1971. Gleichzeitig verlor Del Pérez auch zunehmend die Unterstützung seiner Mitstreiter Domínguez-Arrás und Nacoma, die zunächst Marcelo Bérgamo als Nachfolger an der Parteispitze zu favorisieren schienen.

Als ASUL-Chef Iacovo Del Pérez im Frühjahr 1969 auf das Amt des Generalsekretärs verzichtete, kandidierte Caval gegen Marcelo Bérgamo und erhielt eine deutliche Mehrheit der Delegiertenstimmen. Bereits im Vorhinein hatte er sich die Unterstützung Nacomas gesichert, der zunehmend alleine die Rolle des Strategen und Strippenziehers hinter den Kulissen einnahm. Der Pakt mit Nacoma bedeutete auch, dass Nacoma weiterhin in der Schlüsselpositionen eines stellvertretenden Generalsekretärs verbleiben sollte. Mit der Unterstützung Nacomas im Rücken schaffte es Caval, einige seiner politischen Weggefährten wie Paulo Centavo oder Francisco Fernandez ins Exekutivkomitee der Partei zu bringen. Außerdem band er eine Reihe junger Talente an sich, darunter den 40-jährigen Andrés Colón, dem er in das neu geschaffene Amt des Nationalen Koordinators der Partei verhalf, oder den 35-jährigen David Cabarel, der Cavals Büroleiter und später einer seiner Staatssekretäre wurde. Colón, Solano und der ebenfalls erst 41-jährige José Helguerra waren auch für das Wahlkampfkonzept verantwortlich, das unter dem Titel „Renovación Democráctica“ weitreichende Reformen in der Sozial-, Bildungs- und Rechtspolitik versprach.

Wahlsieg 1970 und die ersten Jahre der Ministerpräsidentschaft[bearbeiten]

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Als Spitzenkandidat seiner Partei bei den vorgezogenene Kammerwahlen 1970 trug Caval mit seinem Programm der „Renovación Democrática“ einen historischen Sieg davon, indem er mit über 40% der Stimmen das beste Ergebnis für die ASUL bei Kammerwahlen überhaupt herausholte. Cavals Sieg versetzte die politische Linke in eine ungekannte Aufbruchstimmung, die es seinem sozialistischen Minderheitskabinett erlaubte, mit Unterstützung der Kommunisten die umfassenden demokratischen und sozialen Reformen auf den Weg zu bringen, den das Land dringend benötigte. Im Vordergrund seiner Regierung standen liberale und soziale Reformen in der Justiz-, Sozial- und Sicherheitspolitik, die zum Teil auch von den Unionsdemokraten mitgetragen wurden.

In Cavals Kabinett waren mit Iacovo Del Pérez als Außenminister, Carles Domínguez-Arrás als Finanz- und Wirtschaftsminister sowie Stefano Nacoma als Bildungs- und Forschungsminister alle Protagonisten der alten Parteiführung vertreten und sie alle besetzten Schlüsselressorts. Nacoma war neben der Schul- und Hochschulreform auch für die Organisation der Zusammenarbeit mit den Kommunisten verantwortlich, da er als Kontaktmann zu KP-Chef Dián Aliureto Chabonet fungierte. Die gemeinsame Arbeit im Parlament organisierte Fraktionschef Piero Cellar.

Die unmittelbaren Organisationsposten in Partei und Regierung waren mit Cavals „Jungs“ besetzt: Andrés Colón als Nationaler Koordinator und David Cabarel als Leiter des Büros des Generalsekretärs kontrollierten die wichtigen Parteigremien und David Luis Aragón als Chef der Ministerratspräsidentschaft die Kabinettsarbeit. Als inneres Machtzirkel in Cavals Regierung bildete sich bald das so genannte "Zigarren-Kabinett" heraus, bestehend aus Vizegeneralsekretär Stefano Nacoma, Cavals Kabinettschef David Luis Aragón, der 1972 durch Andrés Colón abgelöst wurde, sowie zweitweise auch Piero Cellar, Carles Domínguez Arrás und Nícola Zamorra. Hier wurden sowohl Regierungs- als auch Parteientscheidungen getroffen und zukünftige Strategien ausgeknobelt.

Die ersten vier Jahre der Regierung Caval gehören mit der Verbesserung der betrieblichen Mitbestimmung, dem Ausbau des Sozialstaats, einer umfassenden Reform des Ehe- und Familienrechts sowie einer großen Bildungsreform zu den dynamischsten Phasen der Dritten Republik. Das Hochschulwesen wurde demokratisiert, die Gleichberechtigung gesetzlich verankert, Homosexualität legalisiert sowie das Abtreibungsrecht liberalisiert. Als wichtige Reformminister etablierten sich auch Isabel Defernandis, die erste Frau in einem Ministeramt, die 1972 von Nacoma das Erziehungsministerium übernahm, und José Helguerra, der die Gesundheitsreform durchbrachte sowie das Familienrecht reformierte. Die Gesellschaftsreformen der Linksregierung brachten Caval nicht nur Bewunderung und Sympathien besonders in linksintellektuellen Kreisen ein, sondern erweckten auch den erbitterten Widerstand der rechten Opposition, die das konservative Familien- und Gesellschaftsbild der Republik in Gefahr sahen. In Teilen der katholischen Kirche in Sagradien entstand eine erbitterte Opposition zur als atheistisch empfundenen Linksregierung. Im April 1972 konnte ein rechtsradikaler Anschlag auf Caval nur knapp verhindert werden.

Außenpolitisch hielt Caval am traditionellen Kurs Sagradiens im westlichen Bündnis fest. Er bemühte sich aber stärker als vorherige Regierungen um ein gutes Verhältnis zu den Staaten des kommunistischen Ostens. Die unter der Regierung von Iacovo Del Pérez aufgenommene Dreistaatenpolitik mit Mikolinien und Sancristo wurde unter Cavals Ministerpräsidentschaft fortgeführt und mündete 1972 in die Gründung des Blaumeerrats und die Einrichtung gemeinsamer Gremien der drei Staaten. Im Laufe der Jahre entwickelte Caval zudem enge Beziehungen zum mikolinischen Staatsminister Joann Christén. Er unterstützte zudem die Aufnahme Mikoliniens in die Europäische Gemeinschaft, die 1973 erfolgte.

Zweite und dritte Amtsperiode[bearbeiten]

Die Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1974 bestätigte die Erfolge der Sozialisten, die ihre Minderheitsregierung mithilfe der Kommunisten fortsetzen konnten, doch gestaltete sich die Zusammenarbeit zunehmend schwieriger und begann zu bröckeln, die folgende Legislaturperiode erwies sich daher auch als weitaus konfliktgeladener als noch die erste. Nach dem Abschluss der von Caval als vorrangig erachteten Gesellschaftsreformen drängten nicht nur die Kommunisten, sondern auch große Teile der eigenen Partei immer stärker zu einer Intensivierung der wirtschaftspolitischen Reformbemühungen. Vor allem die großen Betriebe der Montanindustrie sollten nun sozialisiert sowie die Rechte der Arbeitnehmer weiter gestärkt werden. Die Parteirechte der Sozialisten aber lehnte solche weitgehenden Forderungen ab und mahnte stattdessen zu einer moderaten Politik. Erschwert wurde das Klima durch die weltwirtschaftlichen Krisenerscheinungen infolge des „Ölschocks“ von 1973 und der folgenden Krisen, welche die keynesianische Wirtschaftspolitik Cavals bald an ihre Grenzen brachte. Hinzu kam der militante Terror des linken Grupo Sêglu Rôiso (GSR), aber auch rechtsextremistischer Gruppen, welche bald die Republik erschütterten und ein stark polarisiertes und gespanntes politisches Klima erschufen, das zunehmend auch die Regierungspolitik und das Verhältnis der Linksparteien untereinander belastete. Im Herbst 1976 kündigten die Kommunisten schließlich der Regierung die Zusammenarbeit auf und stimmten bei einer Vertrauensfrage gegen Caval, der seinen Rücktritt einreichte und die vorzeitige Auflösung der Abgeordnetenkammer durch Präsident Del Pérez erreichte.

Bei den vorgezogenen Neuwahlen im Dezember 1976 konnte sich Caval nochmals gegen seinen konservativen Konkurrenten Sandro De la Nada durchsetzen und führte die ASUL zu einem neuerlichen Wahlsieg, der ihm ein klares Mandat für eine Fortsetzung der sozialistisch geführten Regierung brachte.

Ende der Ministerpräsidentschaft[bearbeiten]

Ein koalitionsinterner Streit um den Haushalt des Jahres 1978 brachte die Regierung bereits im Winter 1977/78 eng an den Abgrund des Scheiterns, doch gelange es Caval, einen Pakt mit dem liberalen Parteichef Lorenzo Estrubal auszuhandeln, der der Mitte-Links-Regierung eine Mehrheit sicherte. Die anhaltende Schwäche der Sozialisten bei nationalen Wahlen, faktisch die schmerzlichen Niederlagen bei den Regionalwahlen 1977 brachten Parteichef Caval aber in immer größere Bedrängnis. Die innerparteilichen Stimmen wurden lauter, die ihm zu einer Aufkündigung der Koalition rieten, während andere formelle Koalitionsverhandlungen mit den Liberalen vorschlugen.

Entgegen seinem bisherigen Image als linker Reformer musste Caval in dieser Phase als Vertreter eines starken Staates auftreten und die von ihren Gegnern als kapitalistisch und imperialistisch verunglimpfte Gesellschaft gegen die radikale gewaltbereite Linke verteidigen. Auch das Aufkommen der grünen Anti-Atomkraft-Bewegung führte zu parteiinternen Auseinandersetzungen um die Energiepolitik und die Zukunft der Atomkraft, die auch in seiner eigenen Partei umstritten war und darüber hinaus zu Spannungen mit den überzeugten Atombefürwortern der UDS führte. Während sich Caval lange Zeit der Unterstützung durch den Großteil der Intellektuellen des Landes sicher sein konnte, bröckelte dieses Vertrauen nun. Die neuen sozialen Bewegungen entwickelten sich immer stärker zu einer Oppositionsbewegung gegen die unpopuläre Politik der Regierung, die nun vor allem von einer Zusammenarbeit mit den Liberalen abhängig war.

Die erneut vorgezogenen Neuwahlen im Herbst 1978 endeten in einer Niederlage Cavals und seiner Sozialisten, die hinter der Volkspartei nur Zweite wurden. Alle Versuche Cavals, eine neue Mehrheit durch Zusammenarbeit mit der liberalen UDS zu bilden, scheiterten. Stattdessen einigte sich Cavals bisheriger Koalitionspartner, die Radikaldemokraten mit PPC und UDS auf ein gemeinsames Programm und erklärte seine Unterstützung für eine konservativ-liberale Minderheitsregierung. Der bisherige Oppositionsführer Sandro de la Nada wurde daraufhin zum neuen Ministerpräsidenten berufen.

Bilanz der Ministerpräsidentschaft[bearbeiten]

Joán Cavals Amtsperiode als Ministerpräsident, mit mehr als acht Jahren die längste nach der Paulo Luciaros (1949-1960), gilt als Blütezeit der sagradischen Sozialdemokratie und als wichtige Reformphase, welche die Republik nachhaltig geprägt und die Gesellschaft mit liberalisiert hat. Außerdem gehen wichtige Sozialreformen auf die Linksregierung zurück. Ein wichtiger Beitrag zum politischen Klima des Landes war auch Cavals Versuch, seit seiner zweiten Ministerpräsidentschaft 1974, sich um eine Entspannung das ramponierten Verhältnisses der Sozialisten zur katholischen Kirche zu bemühen und auf einen gesellschaftlichen Konsens abzuzielen, den er freilich aufgrund des zunehmend polarisierten Klimas nur vorübergehend erreichte.

Wie kaum ein anderer sagradischer Politiker prägte Caval zudem das Ansehen seines Landes im Ausland. Als Kritiker des Vietnamkriegs und Vorreiter der Entspannung im Ost-West-Konflikt erarbeitete sich der Sozialist das Image eines engagierten Friedenspolitikers und wurde so zu einer Ikone der internationalen linken Bewegung. Gemeinsam mit Olof Palme machte er sich für die internationale Abrüstung stark und förderte den Nord-Süd-Dialog. Caval pflegte enge Verbindungen zu Willy Brandt und Bruno Kreisky und nutzte die Netze der Sozialistischen Internationale, deren stellvertretender Vorsitzender in den Jahren 1976 bis 1984 war. Als erster sagradischer Ministerpräsident distanzierte sich Caval, nur eine Dekade nach Ende der Dekolonisierung, von der Kolonialpolitik seines Landes in vorangegangenen Jahrzehnten und proklamierte eine "Politik der Versöhnung und Wiedergutmachung" gegenüber den früheren Kolonien.

Oppositionsführer[bearbeiten]

Nach mehr als acht Jahren an der Regierungsspitze kehrte Caval Anfang 1979 in die Funktion des Oppositionsführers zurück. Gleichzeitig konzentrierte er sich in der Folge auf seine internationalen Kontakte und suchte sich weiterhin als global agierender Friedenspolitiker zu positionieren. Neben dem Amt des Vizepräsidenten der Sozialistischen Internationale, an deren Spitze er eng mit Willy Brandt und Olof Palme zusammenarbeitete, übernahm Caval 1980 die Führung des Bundes Sozialdemokratischer Parteien in der Europäischen Gemeinschaft und setzte sich für eine Wiederbelebung des stagnierenden europäischen Integrationsprozesses ein. Auf internationaler Bühne trat Caval vor allem für Abrüstung und einen Ausgleich mit den Staaten der Dritten Welt ein. Er wurde zu einem der globalen Ikonen der Postkolonialismus-Bewegung, die sich in Sagradien vor allem für freundschaftliche Beziehungen der ehemaligen Kolonialmacht zu seinen früheren Kolonien in Amerika, Asien und Afrika einsetzte.

Im Frühjahr 1981 schließlich erschütterte die Solano-Affäre die Sozialistische Partei. Bereits im Herbst 1980 waren Gerüchte über die Verwicklung hoher Parteivertreter in illegale Machenschaften des insolventen Solano-Immobilienkonzerns laut geworden. Keine gute Figur machte dabei Joán Caval selbst, der als persönlicher Freund von Névito Solano galt und bald im Fadenkreuz der Ermittler stand. Zwar wurden die Ermittlungen gegen Caval bald eingestellt, doch nahm der ASUL-Chef dadurch erheblichen Schaden, zumal sein Büroleiter Dián Costa in Folge der Ermittlungen zurücktreten musste und vielen als Bauernopfer Cavals galt.

Außenminister der Großen Koalition[bearbeiten]

Die Mitte-Rechts-Regierung unter Sandro de la Nada kämpfte erfolglos gegen die anhaltende Wirtschaftskrise in Sagradien, die als Folge der zweiten Ölkrise begonnen hatte und sich in den Jahren 1980 und 1981 deutlich verschärfte. Mit wirtschaftlicher Stagnation, steigender Arbeitslosigkeit und einer hohen Inflation erinnerte sie stark an die Krise Mitte der Siebziger Jahre und zeigte strukturelle Probleme der sagradischen Wirtschaft auf. Die von der Regierung angewandten wirtschaftspolitischen Mittel, die zwischen alten keynesianischen Rezepten und einer rigiden Haushaltspolitik schwankten, konnten die Krise nicht in den Griff bekommen. Allerdings versprachen auch die Sozialisten Cavals keine dezidierte Alternative zur erfolglosen Regierungspolitik.

Nach einer anhaltenden Regierungskrise im Frühjahr/Sommer 1981, in der Mitte-Rechts-Koalition zerbrach, die großen Parteien aber aufgrund eigener Probleme vor vorgezogenen Neuwahlen zurückschreckten, führten schließlich zu einem Pakt zwischen den verfeindeten politischen Lagern. Nach längeren Verhandlungen unter Vermittlung des Staatspräsidenten Iacovo Del Pérez, der auf einen nationalen Krisenkonsens drängte, einigten sich Sandro de la Nada und Joán Caval als Führer der beiden großen Parteien des Landes auf eine gemeinsame Regierung der nationalen Solidarität. Cavals ließ dabei Nada den Vortritt als Regierungschef und begnügte sich selbst mit den Ämtern eines Vizeministerpräsidenten und Außenministers. Im Gegenzug gaben die Konservativen das Finanzministerium an die Sozialisten ab. Mit Donado Ricardes besetzte der profilierteste Finanzpolitiker der Sozialisten dieses Amt, sein Vorgänger Alfonso Guivares wechselte ins Wirtschaftsressort.

Die Regierung der Großen Koalition einigte sich auf ein umfangreiches Notmaßnahmenpaket mit Konjunkturmaßnahmen bei gleichzeitigen harten Einschnitten im Haushalt. Gleichzeitig erzielte der sozialistische Arbeitsminister Andrés Colón eine Einigung mit Arbeitnehmern und Gewerkschaften auf ein gemeinsames Lohnpaket, zog sich aber nach Auseinandersetzungen mit der Industrieseite und mit dem Koalitionspartner Ende 1981 aus der Regierung zurück.

Erneut Oppositionsführer[bearbeiten]

Die Große Koalition erreichte mittelfristig eine deutliche Besserung der wirtschaftlichen Daten, rieb sich aber schnell zwischen den widerstreitenden Konzepten des linken ASUL-Flügels unter Andrés Colón und dem wirtschaftsliberalen Flügel der Volkspartei unter Emilio Moya auf. Nach längeren Auseinandersetzungen um ein neuerliches wirtschaftliches Reformpaket im Sommer 1982, in deren Verlauf Joán Caval heftigen Widerstand aus den eigenen Reihen gegen die Koalitionspolitik aushalten musste, sprach sich die Parteiführung der ASUL schließlich für einen Austritt aus der Koalition aus, nachdem es zuvor zu einer gezielten Provokation der PPC-Fraktion unter Emilio Moya gekommen war. Nachdem die ASUL-Minister im Juli 1982 – wenige Monate vor Ende der regulären Legislaturperiode – die Regierung verlassen hatten, wurde die Parlamentswahl 1982 auf Oktober vorgezogen.

Nach einem politischen Putsch des Wirtschaftsflügels der Volkspartei gegen Regierungschef Sandro de la Nada und der Wahl Emilio Moyas zum Regierungschef sollte es schließlich nach Planung der Sozialisten zu einem offenen Showdown zwischen der wirtschaftsliberalen und neokonservativen PPC unter Emilio Moya und der ASUL unter Caval kommen, die sich als Hüterin des sagradischen Wohlfahrtsstaats präsentierte. Der deutlich polarisierte Wahlkampf ging als einer der schärfsten und angriffslustigsten in die sagradische Geschichte ein, obwohl beide Parteien kurz zuvor noch gemeinsam am Regierungstisch gesessen hatten. Am Ende konnte sich Moyas "Wendeprogramm" knapp gegen Cavals defensiveres Programm der Verteidigung des Wohlfahrtsstaats durchsetzen. Die Sozialisten wurden erneut nur Zweiter hinter der Volkspartei, die dank des starken Ergebnisses der UDS künftig eine Mehrheitsregierung der rechten Mitte anführen konnten. Caval wurde erneut Oppositionsführer - mit der erklärten Ansage, den drohenden neoliberalen Kahlschlag bis zuletzt zu bekämpfen. Dabei suchte Caval, zugleich vom linken Parteiflügel dazu gedrängt, den Schulterschluss mit den Gewerkschaften ebenso wie mit der starken Friedensbewegung. In der Wirtschaftspolitik allerdings verzichtete Caval auf ein radikales Linksprogramm, wie es von Andrés Colón und anderen vertreten wurde, sondern suchte auch die Parteirechte und die liberalen Reformer um Donado Ricardes einzubinden.

Tod und Nachfolge[bearbeiten]

Zum Jahresende 1984 galt Caval wieder als starker Mann in seiner Partei und als Favorit für die kommende Parlamentswahl 1986 gegen den zwischenzeitig äußerst unpopulären Ministerpräsidenten Emilio Moya. In dieser Zeit entdeckte Caval auch seine Leidenschaft für die Umweltpolitik und begann, im Kampf gegen die sagradischen Grünen, deren Themen zu besetzen, um eine weitere Spaltung der Linken zu verhindern.

Auf einer öffentlichen Weihnachtsfeier seiner Partei am 21. Dezember 1984, die unter dem Thema des Friedens und der Abrüstung stand, wurde Caval zusammen mit seinem Chauffeur in seinem Dienstwagen in einen Unfall verwickelt und starb wenige Stunden später im Krankenhaus an den Folgen seiner Verletzungen. Sein Fahrer war noch am Unfallort verstorben.Die Umstände des Unfalltods wurden nie restlos geklärt. Bis heute ranken sich Legenden um einen Mordanschlag auf den Politiker.

Auf dem folgenden Trauergottesdienst waren zahlreiche Vertreter internationaler Regierungen anwesend, um Caval als verdienten Staatsmann und Vorkämpfer für Frieden und Gerechtigkeit zu ehren.

Cavals politisches Erbe[bearbeiten]

Caval, der 15 Jahre lang die Politik und das Image der Partei prägte und als Parteichef wesentlich den Kurs der Sozialisten bestimmte, gilt noch heute als große Ikone der Partei und als einer der beliebtesten Persönlichkeiten der Republik. Jedoch sehen Caval noch immer zahlreiche Vertreter des konservativen Lagers kritisch.

In der ASUL hinterließ Caval ein Vakuum, das zu einem langen Machtkampf zwischen der Parteilinken um Cavals langjährigen "Kronprinzen" Andrés Colón und seine Verbündeten wie Francisco Montero Vidal und den Rechten um Iano Norriez und Donado Ricardes führte. Der unter der Führung Colóns eingeschlagene Weg einer deutlichen Linksverschiebung mit einem "neosozialistischen" Alternativprogramm führte bei der Parlamentswahl 1986 zu einer deutlichen Niederlage der Sozialisten. Der von Colóns Nachfolger Donado Ricardes wiederum eingeschlagene Reformweg berief sich gleichfalls auf Cavals politische Ideen und dessen Programm der nationalen Solidarität, das die Politik der Großen Koalition geprägt hatte.

Innerhalb der ASUL versuchten auch danach immer wieder Persönlichkeiten das politische Erbe Cavals zu beanspruchen. Dessen ursprünglicher Corrente hat seither eine Reihe von links-progressiven Nachfolgegruppen nach sich gezogen, die als Cavalistas bzw. Neo-Cavalistas bezeichnet werden oder sich selbst so bezeichnen. Zu bekannten Cavalistas wurden oder werden António Grande Illega, Victor Gomes Amarón und jüngst auch Mercé Serrat Cabarell gezählt. Cavals ältester Sohn Maximilián Caval ist ein erfolgreicher Schriftsteller und Kulturkritiker, sein zweitältester Sohn Fernando ist mittlerweile als Unternehmensberater tätig.

Persönliches[bearbeiten]

Joán Caval war zweimal verheiratet. Die 1943 geschlossene Ehe mit der deutschstämmigen Exiljüdin Hilda Kubichek hielt nur kurze Zeit und wurde 1944 wieder geschieden. seit 1955 war Caval mit der französisch-amerikanischen Malerin Jeanne Ambroise verheiratet. Gemeinsam hatten sie zwei Söhne und eine Tochter.

Caval litt zeit seines Lebens unter wiederkehrenden Depressionen. In mehreren Phasen seiner Regierungszeit musste er vor der Öffentlichkeit geschützt werden.

Politische Funktionen[bearbeiten]

Öffentliche Ämter[bearbeiten]

Mandate[bearbeiten]

Parteiämter[bearbeiten]

  • 1959-1960: Sprecher der sozialistischen Stadtratsfraktion in Semest
  • 1969-1985: Generalsekretär der ASUL
  • 1976-1984: Vizepräsident der Sozialistischen Internationale (SI)
  • 1980-1984: Präsident der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE)