Sinistra Democrática Unida: Unterschied zwischen den Versionen

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Dazu kamen interne Auseinandersetzungen und Streitigkeiten. Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen den ehemaligen Parteichef [[Paulo Satyres]] kam es im März 2020 zur umstrittenen Entscheidung, sich von Satyres zu trennen und ihn aus der SDU-Fraktion im Senat auszuschließen. Die Entscheidung führte in der Partei zu heftigen Auseinandersetzungen um den Umgang der Partei mit missliebigen Mitgliedern. Mit einigen Mitstreitern gründete Satyres wenig später mit der [[Plataforma Citadana]] eine populistische Konkurrenzpartei. Auf der anderen Seite bildete sich mit der Partei [[Posible]] eine neue Partei im linksgrünen Wählerspektrum, die mit der SDU insbesondere in akademischen Großstadtmilieus konkurriert. Auch die Covid-19-Krise seit 2020 und der Ukraine-Krieg seit 2022 verschärften die Streitigkeiten innerhalb des Linksbündnisses. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Frühjahr 2022 verurteilte die SDU zwar den völkerrechtswidrigen Krieg, blieb aber bei ihrer NATO-kritischen Haltung und forderte Friedensgespräche.
 
Dazu kamen interne Auseinandersetzungen und Streitigkeiten. Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen den ehemaligen Parteichef [[Paulo Satyres]] kam es im März 2020 zur umstrittenen Entscheidung, sich von Satyres zu trennen und ihn aus der SDU-Fraktion im Senat auszuschließen. Die Entscheidung führte in der Partei zu heftigen Auseinandersetzungen um den Umgang der Partei mit missliebigen Mitgliedern. Mit einigen Mitstreitern gründete Satyres wenig später mit der [[Plataforma Citadana]] eine populistische Konkurrenzpartei. Auf der anderen Seite bildete sich mit der Partei [[Posible]] eine neue Partei im linksgrünen Wählerspektrum, die mit der SDU insbesondere in akademischen Großstadtmilieus konkurriert. Auch die Covid-19-Krise seit 2020 und der Ukraine-Krieg seit 2022 verschärften die Streitigkeiten innerhalb des Linksbündnisses. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Frühjahr 2022 verurteilte die SDU zwar den völkerrechtswidrigen Krieg, blieb aber bei ihrer NATO-kritischen Haltung und forderte Friedensgespräche.
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[[Bild:Zohair-El-Yassini.png|thumb|200px|[[Yasser Faziri]], Nationaler Koordinator der Partei seit 2022]]
  
 
Im Herbst 2021 kündigte [[Nícola Mersenburg-López]] an, auf dem SDU-Kongress im Januar 2022 nach acht Jahren an der Spitze nicht erneut für das höchste Parteiamt kandidieren zu wollen. Er erklärte, eine Auszeit nehmen und sich für eine Zeit ganz aus der Politik zurückziehen zu wollen. Bereits im Dezember 2021 gab Mersenburg-López auch sein Mandat in der sagradischen Abgeordnetenkammer zurück. Auf dem Parteikongress im Januar 2022 wurde [[Cristina Bosch]] zur neuen Politischen Sprecherin der Linken gewählt. Sie ist die erste Frau in diesem Amt.
 
Im Herbst 2021 kündigte [[Nícola Mersenburg-López]] an, auf dem SDU-Kongress im Januar 2022 nach acht Jahren an der Spitze nicht erneut für das höchste Parteiamt kandidieren zu wollen. Er erklärte, eine Auszeit nehmen und sich für eine Zeit ganz aus der Politik zurückziehen zu wollen. Bereits im Dezember 2021 gab Mersenburg-López auch sein Mandat in der sagradischen Abgeordnetenkammer zurück. Auf dem Parteikongress im Januar 2022 wurde [[Cristina Bosch]] zur neuen Politischen Sprecherin der Linken gewählt. Sie ist die erste Frau in diesem Amt.

Version vom 16:28, 1. Jul 2024

Sinistra Democrática Unida
SDU-Logo1.jpg
StineBrix1.jpg
Politische Sprecherin Cristina Bosch
Koordinatoren Yasser Faziri
Éster Helguer
Fraktionssprecherin Liane Col-Santistebal
Gründung 2006 (als Wahlbündnis)
2010 (als Partei)
Vorgänger Unitá de la Sinistra
Verbundene Parteien
Jugendorganisation keine (de facto JCS)
Zeitung l'Humanitá
Ausrichtung Dem. Sozialismus
Ökosozialismus
Antikapitalismus
Position Links
International
Europapartei Europäische Linke
EP-Fraktion Vereinte Europäische Linke/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL)
Farbe rot

Die Sinistra Democrática Unida (kurz SDU, deutsch Vereinigte Demokratische Linke) ist eine sozialistische Partei in Sagradien. Sie wurde anlässlich der sagradischen Parlamentswahl 2006 als Wahlbündnis gegründet und vier Jahre später in eine Partei umgewandelt. Die SDU bezeichnet sich selbst als "sozialistische und antikapitalistische Sammlungsbewegung der demokratischen Linken".

Die SDU geht auf das postkommunistische Wahlbündnis Unitá de la Sinistra zurück, das 1990 als reformorientierte Plattform der Vereinigten Linkspartei und einiger linksalternativer und ökosozialistischer Gruppierungen gegründet wurde. Nach einigen Richtungskämpfen setzte sich der Reformkurs unter António Fiali durch, der das Bündnis seit 1991 anführte. Unter ihm unterstützte die Unitá 1998-2006 eine rot-grüne Minderheitsregierung unter Julio De la Costa, was 2004 zum Bruch des Unitá-Bündnisses führte.

Nach Gründung des linkssozialistischen Partíu Republicano Socialista (PRS) von Paulo Satyres und dem Austritt von Joán Docién Delavesc aus der ASUL formierte sich zur Parlamentswahl 2006 ein neues Wahlbündnis mit dem Namen Vereinigte Demokratische Linke. Die Wahlliste der SDU umfasste neben Abgeordneten der Vereinigten Linkspartei/Unitá ehemalige Sozialisten und Grüne wie Paulo Satyres, Luca Cardoso und Héctor Rubio. Aus der gemeinsamen Parlamentsgruppe ging schließlich nach dem erneuten Wahlerfolg von 9 % bei der Parlamentswahl 2009 eine permanente Parteienkonföderation hervor, die 2010 offiziell als Partei registriert wurde.

An der Spitze der SDU steht seit 2010 eine sechsköpfige Kollektivführung, die so genannte Junta Coordinativa. Seit 2014 gibt es darüber hinaus das Amt des Politischen Sprechers, das von Februar 2014 bis Januar 2022 von Nícola Mersenburg-López ausgefüllt wurde. Seither fungiert Cristina Bosch als Politische Sprecherin der Partei.

Ausrichtung

Die SDU versteht sich als linkes Reformbündnis und als antikapitalistische Alternative zu den liberalen und konservativen Parteien Sagradiens. Sie umfasst (links)sozialistische, reform- und eurokommunistische, antikapitalistisch-"movimentalistische", alterglobalistische und trotzkistische sowie ökosozialistische Strömungen. In europapolitischen Fragen nimmt die SDU eine integrationsskeptische Haltung ein und kritisiert die EU als neoliberales und undemokratisches Elitenprojekt. Dem stellt sie die eigene Konzeption eines ”Europa der solidarischen Völker" gegenüber.

Zusammensetzung

Die SDU besteht aus mehreren Mitgliedsparteien sowie aus Einzelmitgliedern ohne weitere Parteizugehörigkeit. Mitgliedsparteien sind (Stand November 2010):

Daneben gehören der SDU parteilose Kandidatinnen und Kandidaten wie der ehemalige ASUL-Politiker Joán Docién Delavesc an.

Vorläufer und Geschichte der SDU

Unitá de la Sinistra

Unita-Logo.jpg

Nach der Wende in Osteuropa und dem Untergang des kommunistischen Machtblocks trat die Sagradische Kommunistische Partei unter einem neuen Namen bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1990 als Führungskraft in einem reformorientierten linken Wahlbündnis namens Unitá de la Sinistra (Unitá-PCS) an, dem neben der PCS auch die linkssozialistische PSS und die linksalternative Democrâcia Crítica angehörten. Dieses Wahlbündnis unter Führung der Postkommunisten und mit António Fiali als Frontmann wurde in wechselnden Konstellationen auch bei den Folgewahlen wiederholt und sicherte den kleinen Linksparteien als Bündnispartner der traditionsreichen KPS die parlamentarische Vertretung. Wesentliche Inhalte waren eine Distanzierung von der realen Politik in den kommunistischen Staaten Osteuropas, eine Anerkennung der parlamentarischen Demokratie, der weitgehende Verzicht auf Klassenkampfparolen sowie die Aufnahme ökologischer und feministischer Inhalte ins Wahlprogramm.

Vereinigte Linke

Nachdem die Unitá seit 1998 eine rot-grüne Minderheitsregierung toleriert hatte, kam es im Jahr 2004 über den von der Regierung vorgelegten Haushaltsplan zum Bruch der Unitá-Fraktion, aus der mehrere Mitglieder ausschieden und sich mit linken Dissidenten aus ASUL und Verdes verbündeten. Bei der Europawahl 2004 trat mit dem Partíu Republicano Socialista des ehemaligen ASUL-Ministers Paulo Satyres eine neue linke Plattform in Konkurrenz zur SDU an und zog ins Europäische Parlament ein.

Logo 2006-2017

Bei den Regionalwahlen 2005 traten Postkommunisten und ASUL-Dissidenten teils gemeinsam, teils in Konkurrenz zueinander an. In der Folge bemühte sich die PCS, bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006 eine Zersplitterung der Linken zu verhindern und das Unitá-Bündnis in veränderter Form wiederzubeleben.

Nach schwierigen Verhandlungen einigte sich PCS schließlich Satyres, Delavesc und einigen anderen Parteien, gemeinsame Wahllisten unter dem Namen Sinistra Democrática Unida zu begründen. Dazu gehörte auch erneut der trotzkistische MSR unter der Führung von David Santesa. Außerdem traten auf der SDU-Liste auch unabhängige linke Aktivisten der Antiglobalisierungs-, Frauen- und Umweltbewegung an, die bisher teilweise dem linken Flügel der Sozialisten und der Grünen nahegestanden hatten oder gar nicht parteipolitisch gebunden waren. Im Wahlkampf trat die vereinigte Linke mit einem klaren und bisweilen populistischen Programm des linken Protests gegen die "unsoziale Raub-Politik" der Mitte-Rechts-Regierung Luisanto an und präsentierte sich als einzig glaubhafte Linkspartei in Abgrenzung zur gemäßigten Mitte-Links-Allianz Cerezo aus Sozialisten, Grünen und Linksliberalen. Unterstützt wurde das Linksbündnis nicht nur von der kommunistischen, sondern auch von großen Teilen der sozialdemokratischen Gewerkschaftsbewegung.

Als Spitzenkandidat trat António Fiali an. Nachdem die SDU 6,4 Prozent der Stimmen erreicht hatte, bildeten die beteiligten Abgeordneten eine gemeinsame Parlamentsfraktion, die sich schließlich den Namen Grupo de la Sinistra Democrática Unida gab.

Sinistra Democrática Unida

António Fiali, Spitzenkandidat 2006 und 2009

Nach dem Erfolg bei der Parlamentswahl warb António Fiali, Sprecher der Linksfraktion in der Abgeordnetenkammer, intensiv um eine organisatorische Verfestigung des Bündnisses. Anstelle einer Sammlungspartei sollte nun ein permanentes Parteienbündnis installiert werden, das dauerhafter sein sollte als die bisherigen Wahlbündnisse. Das von der Mitte-Rechts-Regierung Miquel Ánibal Luisanto geplante Reformgesetz sowie die eher unklare Haltung der unter ihrem Generalsekretär Santiago Diaz de Velozo stärker auf die Mitte zielenden ASUL führte zu einem Politikvakuum, das die Linke gerne bedienen wollte.

Bei den Europawahlen 2009 traten die Parteien der Vereinigten Demokratischen Linken erneut gemeinsam mit PCS-Chef Oscar Ricardo Escova und Ex-ASUL-Minister Joán Docién Delavesc als Spitzenkandidaten an. Die SDU konnte entgegen ihren Erwartungen aber in keinem hohen Maße von der Wirtschaftskrise profitieren und entsendete mit 5,7 Prozent vier Abgeordnete nach Brüssel.

Bei den Regionalwahlen 2009 in zwölf von zwanzig sagradischen Regionen schnitt die SDU, die in allen Regionen mit gemeinsamen Listen antrat, mit landesweit durchschnittlich 7,9 Prozent der Stimmen sehr stark ab und erreichte in sechs Regionen eine unmittelbare Beteiligung an den Regionalregierungen. Besonders erfolgreich schnitt die SDU in der Region Bordez ab, wo die Linke unter der Führung von Paulo Satyres 19 Prozent der Stimmen hinter sich sammelte. Satyres war von 1990 bis 1997, damals noch als Mitglied der ASUL, selbst Präsident der Regionalregierung gewesen. Ein ebenfalls sehr gutes Ergebnis holte Spitzenkandidat Nícola Mersenburg-López für die SDU in Lojandía, wo die Linke 12 Prozent der Stimmen auf sich vereinte und künftig mit 13 Regionalräten vertreten ist.

Organisationsentwicklung

Im Gegensatz zu den Wahlbündnissen der späten Neunziger und frühen 2000er Jahren ist die SDU stärker als dauerhaftes Parteienbündnis organisiert und verfügt auch in Nicht-Wahlzeiten über gemeinsame Institutionen sowie über die Möglichkeit einer individuellen Mitgliedschaft ohne Zugehörigkeit zu einer der Mitgliedsparteien. Seit Herbst 2008 hat die SDU ein ständiges nationales Sekretariat mit Sitz in Semest. Außerdem wurden seitdem in fast allen sagradischen Regionen regionale Sekretariate eingerichtet. Gleichzeitig wurde von den beteiligten Parteien eine gemeinsame Kommission eingesetzt, dei als Koordinationsgremium dient.

Ein gemeinsamer Kongress der SDU, der einem Parteitag gleichkommt, fand im Sommer 2010 in Semest statt. Dabei wurde eine Junta Coordinativa als Leitungsgremium gewählt, dem neben den Parteichefs Antónia Mas, Paulo Satyres und David Santesa sowie den parlamentarischen Sprechern weitere Persönlichkeiten der beteiligten Parteien und Organisationen angehören. Als Koordinatoren wurden Abenar und Orezal bestätigt. António Fiali (PCS) und Luca Cardoso (l'Alternativa) gehören dem Leitungsgremium ehrenhalber an. Als inoffizielle 'Leader' der SDU wurden von der Parteitagsregie die beiden Parteichefs Antónia Mas und Paulo Satyres in Szene gesetzt, während Fraktionschef Breix eine eher organisatorische Rolle zukommen sollte.

Über ihren kommunistischen und sozialistischen Parteikern hinaus arbeitet die SDU auch eng mit außerparlamentarischen Gruppen und linken Bürgerbewegungen zusammen und sieht sich als moderne antikapitalistische, solidarische und ökosozialistische Alternative zu den Parteien der linken und rechten Mitte sowie der politischen Rechten.

Nach parteiinternen Widerständen innerhalb des trotzkistischen MSR gegenüber einer geplanten Öffnung der SDU gegenüber den sagradischen Sozialisten und der Intensivierung der Zusammenarbeit verließ das MSR im Januar 2010 de facto das Bündnis und berief seine Vertreter aus den Gremien ab. David Santesa verließ daraufhin mit seinen Anhängern die Partei und gründete im Februar das Movimiento Anticapitalista Iniciativa per la Sinistra (MAIS), das die Mitgliedschaft des MSR in der SDU übernimmt

Regionalwahl 2013

Bei den Regionalwahlen 2013 konnte sich die SDU als Regierungspartei in acht Regionen behaupten. In der Region Oller überholten die Linksdemokraten innerhalb des linken Blocks die Sozialisten und wurden zweitstärkste Kraft nach der PPC. Mit Laura Irruain wurde anschließend erstmals überhaupt eine Vertreterin der Vereinten Linken zur Präsidentin einer sagradischen Regionalregierung gewählt. Sie bildete eine linke Koalitionsregierung mit Sozialisten und Grünen.

Parlamentswahl 2013

Paulo Satyres, Spitzenkandidat 2013

Auf ihrem zweiten Kongress im Juli 2012 wählte die SDU mit großer Mehrheit Paulo Satyres zum Spitzenkandidaten für die Parlamentswahl 2013. Auf dieses Vorgehen hatten sich im Vorfeld bereits die Spitzen der Mitgliedsparteien geeinigt. Der Antrag der Parteispitzen, der u.a. die Kandidatur Satyres' vorsah, wurde daraufhin in einer Mitgliederbefragung der PCS abgesegnet und schließlich vom SDU-Kongress bestätigt.

Unter der Satyres' Führung schlug die Partei bei der Parlamentswahl 2013 einen betont kritischen Kurs ein, der vor scharfen Attacken gegen die aktuelle Krisenpolitik innerhalb der Europäischen Union nicht zurückschreckte und Satyres den Vorwurf einbrachte, mit Politik nur mit Populismus und Ängsten zu betreiben und dabei eine heimliche Allianz mit dem Rechtspopulisten Joán De la Pênia zu schmieden. Dabei wurde die Äußerung Satyres' in einer Fernsehdebatte, Sympathie dafür zu haben, wenn die deutsche Kanzlerin Angela Merkel mit Hitler verglichen werde, auch im Ausland negativ aufgenommen und von Politikern der Mitte-Links- und Mitte-Rechts-Parteien scharf kritisiert. Auch innerhalb der SDU und vor allem der PCS traf Satyres' Politikstil und seine Wahlkampfstrategie auf Kritik, zumal sie eine mögliche Zusammenarbeit mit der Mitte-Links-Koalition unter Mercé Serrat Cabarell nach der Wahl unterminiere.

Obwohl die SDU mit ihrem linksradikalen Kurs in Umfragen lange Zeit als dritt- oder viertstärkste Kraft mit Prozentanteilen um 10 Prozent gesehen wurde, konnte sie die hohen Erwartungen bei der Parlamentswahl 2013 schließlich nicht erfüllen und kam nur auf letztlich enttäuschende 6,9 Prozent der Stimmen.

Führungsstreit und Rückzug Satyres'

Trotz dieses Ergebnisses beanspruchte Satyres unmittelbar danach die Führung der Parlamentsfraktion, um seine eigene Macht im Linksbündnis abzusichern.

Umstritten blieb in der Folge das Verhältnis zur Mitte-Links-Regierung unter Mercé Serrat Cabarell. Nachdem Satyres der neuen Ministepräsidentin zugesagt hatte, der neuen Regierung "in kritischer Distanz, aber konstruktiver Offenheit" gegenüberzustehen, bestritt er öffentlich mehrmals, es habe einen Deal mit Serrat Cabarell gegeben und die Partei sei Teil der Regierungsmehrheit. Dagegen hatte Mersenburg-López mehrmals öffentlich dafür geworben, die Partei als alternatives Mitglied der Regierungsmehrheit zu positionieren, um so größeren Einfluss auf das Handeln der Regierung zu erreichen.

Nach anhaltenden Querelen und Kritik an seiner Führung zog Fraktionssprecher Satyres die Konsequenz und erklärte, auf dem kommenden SDU-Kongress im Februar 2014 kein Spitzenamt anzustreben. Gleichzeitig trat er mit sofortiger Wirkung von der Führung der SDU-Fraktion zurück und gab auch sein Abgeordnetenmandat zurück. Die Nachfolge als Fraktionssprecherin übernahm zunächst kommissarisch die bisherige Stellvertreterin Arrantxa Bigoudet.

Dritter Kongress 2014 und Wahl eines Politischen Sprechers

Nícola Mersenburg-López, Politischer Sprecher seit 2014

Im Februar 2014, fand schließlich der dritte gemeinsame Kongress der SDU statt, auf dem erstmals die Position eines Politischen Sprechers besetzt werden sollte, der als Kopf und öffentliches Gesicht der sechsköpfigen Kollektivführung fungieren soll. Nach dem Verzicht Satyres', gegen dessen Kandidatur zuvor zahlreiche Kampagnen jüngerer SDU-Mitglieder initiiert worden waren, erklärte seine Vertraute Sellesi Miniambres ihre Teilnahme an der Wahl. Gleichzeitig erklärte nach einigem Zögern auch PCS-Vizesekretär Nícola Mersenburg-López seine Kandidatur. Während von Mersenburg-López eine ambitionierte Führungsrolle erwartet werden konnte, galt Miniambres vielen als Stellvertreterin Satyres' in der Parteiführung.

Letztlich kam es zu einer Kampfkandidatur um den Posten des Politischen Sprechers zwischen der von Satyres und seinen Anhängern favorisierten Sellesi Miniambres und Nícola Mersenburg-López, die letzterer mit knapp 70 Prozent der Delegiertenstimmen sehr deutlich für sich entscheiden konnte. Cornélio Breix blieb als dritter Bewerber letztlich vollständig chancenlos. Mit Mersenburg-López verfügt die SDU erstmals über einen nominellen Parteiführer, nachdem seine Vorgänger António Fiali und Paulo Satyres Blanco außerhalb der Wahlkampagnen und der Parlamentsfraktion keine nominelle Führungsrolle ausgefüllt hatten.

Wahlerfolge und Neuausrichtung unter Nícola Mersenburg-López

Mit dem charismatischen Mersenburg-López als Frontmann stieg die Partei in Umfragen landesweit zur viertstärksten Kraft hinter ASUL, PPC und PSP auf und konnte sich als kritischer Verhandlungspartner der rot-grün-radikalen Minderheitsregierung von Mercé Serrat Cabarell profilieren. Die Partei unterstützte die Regierung unter anderem bei der Entkriminalisierung des Cannabis-Konsums, bei der Einführung von Frauenquoten in der Privatwirtschaft und beim energiepolitischen Umbau zugunsten erneuerbarer Energien. Dagegen kritisierte die SDU den Kurs der Regierung in der Europapolitik, der als Einknicken gegenüber Deutschland angesehen wurde. Stattdessen setzte sich die SDU für ein solidarisches Europa als Transferunion und für einen Schuldenschnitt für das angeschlagene Griechenland ein.

Unter der Führung von Nícola Mersenburg-López erlebte die SDU eine allmähliche Neuausrichtung. Stärker als zuvor suchte sie die Nähe nicht nur der Gewerkschaften, sondern auch zahlreicher sozialer Protestbewegungen wie der Antirassismus- und der Black-Lives-Matter-Bewegung, der Ökologie- und Fridays-for-Future-Bewegung sowie der LGTBQI-Bewegung. In der europäischen Flüchtlingskrise setzte sich die SDU für offene Grenzen ein. Dies führte zu Konflikten mit dem populistischen Parteiflügel um Paulo Satyres, half der Partei aber, ihr Image zu erneuern und insbesondere bei jüngeren Wählerinnen und Wählern an Zustimmung zu gewinnen.

Bei der Europawahl 2014 profilierte sich die SDU weiter als scharfe Kritikerin der Austeritätspolitik in der Eurozone und trat für den griechischen Linken Alexis Tsipras als Kommissionspräsidenten ein. Bei der Wahl erreichte die SDU mit der jungen Lina Abrami als Spitzenkandidatin einen Stimmenanteil von 9,3 Prozent und verbesserte sich damit gegenüber der Wahl 2009 um 3,6 Prozentunkte. Dieses Ergebnis konnte die SDU unter der Führung von Mersenburg-López bei der Parlamentswahl 2017 noch verbessern und erreichte einen Rekord-Stimmenanteil von 10,6 Prozent.

Krisen und Führungswechsel

Nach dem Rekordhoch im Jahr 2019 begann für die SDU eine Phase von Rückschlägen und Verlusten. Sowohl bei der Europawahl 2019 als auch bei der vorgezogenen Parlamentswahl 2019 verlor die Partei gegenüber den Rekordergebnissen von 2014 bzw. 2017 an Zuspruch und landete bei 7,5 bzw. 7,8 Prozent der Stimmen. Nach den Regionalwahlen 2021 war die Partei nur noch an vier regionalen Regierungsräten beteiligt und verlor die Regierungsführung in Oller an die rechtspopulistische Liste Nostr'Oller.

Dazu kamen interne Auseinandersetzungen und Streitigkeiten. Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen den ehemaligen Parteichef Paulo Satyres kam es im März 2020 zur umstrittenen Entscheidung, sich von Satyres zu trennen und ihn aus der SDU-Fraktion im Senat auszuschließen. Die Entscheidung führte in der Partei zu heftigen Auseinandersetzungen um den Umgang der Partei mit missliebigen Mitgliedern. Mit einigen Mitstreitern gründete Satyres wenig später mit der Plataforma Citadana eine populistische Konkurrenzpartei. Auf der anderen Seite bildete sich mit der Partei Posible eine neue Partei im linksgrünen Wählerspektrum, die mit der SDU insbesondere in akademischen Großstadtmilieus konkurriert. Auch die Covid-19-Krise seit 2020 und der Ukraine-Krieg seit 2022 verschärften die Streitigkeiten innerhalb des Linksbündnisses. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Frühjahr 2022 verurteilte die SDU zwar den völkerrechtswidrigen Krieg, blieb aber bei ihrer NATO-kritischen Haltung und forderte Friedensgespräche.

Yasser Faziri, Nationaler Koordinator der Partei seit 2022

Im Herbst 2021 kündigte Nícola Mersenburg-López an, auf dem SDU-Kongress im Januar 2022 nach acht Jahren an der Spitze nicht erneut für das höchste Parteiamt kandidieren zu wollen. Er erklärte, eine Auszeit nehmen und sich für eine Zeit ganz aus der Politik zurückziehen zu wollen. Bereits im Dezember 2021 gab Mersenburg-López auch sein Mandat in der sagradischen Abgeordnetenkammer zurück. Auf dem Parteikongress im Januar 2022 wurde Cristina Bosch zur neuen Politischen Sprecherin der Linken gewählt. Sie ist die erste Frau in diesem Amt.

Vorfeldorganisationen

Die SDU besitzt ein Verbindungsbüro zur kommunistisch dominierten Gewerkschaft CGL und profitiert von den traditionell engen Beziehungen der KPS zu der Arbeitnehmervertretung. Es bestehen aber auch Kontakte zur traditionell sozialistisch orientierten Gewerkschaft CSSL, die mehrheitlich der ASUL nahesteht.

Als Jugend- und Studentenorganisationen der SDU fungieren v.a. die kommunistische Jovenes Comunistas Sagradés (JCS) und die Liga Comunista de Estudiantes (LCE) sowie die linksdemokratischen Jovenes de la Sinistra (JOSI).

Programm

Die Vereinigte Demokratische Linke versteht sich als breite und pluralistische linke Sammlungsbewegung. Sie setzt sich für eine sozial gerechte, egalitäre und ökologische Gesellschaft im Sinne des demokratischen Sozialismus ein. Dafür hält sie eine schrittweise Überwindung der kapitalistischen Ordnung auf einem demokratischen Weg für notwendig. In der kurzen Frist steht für sie der Kampf gegen den Neoliberalismus und für den Erhalt des sagradischen Wohlfahrtsstaat im Mittelpunkt.

Wirtschaftspolitisch befürwortet die Partei die Einführung einer Tobin-Steuer und strikter Kontrollen des Finanzsektors. Freihandelsabkommen wie TTIP oder CETA lehnt sie ab. Sie lehnt weitere Privatisierungen des öffentlichen Sektors ab und strebt den Aufbau eines öffentlichen Bankensektors an, der staatlich geschützte Kredite vergibt. In der Sozialpolitik kämpft das Bündnis gegen soziale Ungleichheit und Armut und für einen Ausbau des Wohlfahrtsstaats. Die Linke setzt sich für die Einführung eines staatlich garantierten Mindesteinkommens für Arbeitslose und Geringerverdiener ein.

Gesellschaftspolitisch vertritt die SDU libertäre Positionen. Sie befürwortet die vollständige Gleichstellung homo- und transsexueller Lebensgemeinschaften mit heterosexuellen Gemeinschaften inklusive des vollständigen Adoptionsrechts ein. Sie versteht sich zudem als feministische Partei und kämpft gegen jegliche Art der Diskriminierung und für gesellschaftliche Diversität. Das bestehende sagradische Einwanderungsrecht lehnt sie als rassistisch und inhuman ab.

In der Außen- und Sicherheitspolitik profiliert sich die Linke als Friedens- und Antikriegspartei. Sie spricht sich für ein Verbot von Waffenexporten und gegen Militäreinsätze als Mittel der Interessenpolitik aus. Daher lehnt sie Auslandseinsätze der sagradischen Streitkräfte wie im Kosovo oder in Afghanistan ab. Die Teilnahme an humanitären Militäreinsätzen ist dagegen innerparteilich umstritten. Zudem tritt die Linke für eine Auflösung der NATO in ihrer heutigen Form und für eine Stärkung und umfassende Reform der Vereinten Nationen ein. Sie fordert zudem eine Verdopplung der Entwicklungshilfe und einen Stopp der Ausbeutung der Entwicklungsstaaten durch die Industrienationen. Im Hinblick auf die Europäische Union fordert die Linke eine umfassende Demokratisierung der Europäischen Union und eine Überprüfung ihrer Kompetenzen.

Persönlichkeiten

Politische Sprecher

Koordinatoren der SDU

Vertreter der SDU im Präsidium der Abgeordnetenkammer

Sprecher der Linksfraktion in der Abgeordnetenkammer

Sprecher der Linksfraktion im Senat

Sprecher der SDU-Delegation im Europaparlament

Erfolg bei Wahlen

Ergebnisse bei nationalen Parlamentswahlen

Wahljahr Liste Stimmanteil Sitze / gesamt Spitzenkandidat
1990 PCSUnitá 5,6 % 30 / 511 António Fiali
1994 Unitá 4,6 % 24 / 511 António Fiali
1998 Unitá 5,6 % 29 / 511 António Fiali
2002 Unitá 4,5 % 23 / 511 António Fiali
2006 SDU 7,3 % 38 / 511 António Fiali
2009 SDU 9,0 % 48 / 511 António Fiali
2013 SDU 6,9 % 38 / 511 Paulo Satyres Blanco
2017 SDU 10,6 % 56 / 511 Nícola Mersenburg-López
2019 SDU 7,8 % 41 / 511 Nícola Mersenburg-López
2023 SDU 5,0 % 27 / 511 Cristina Bosch

Ergebnisse bei Europawahlen

Wahljahr Liste Stimmanteil Sitze / gesamt Spitzenkandidat Fraktion
1994 Unitá 5,1 % 3 / 64 GUE
1999 Unitá 4,2 % 3 / 64 GUE/NGL
2004 Unitá 3,4 % 2 / 54 Oscar Ricardo Escova GUE/NGL
2009 SDU 6,2 % 3 / 50
4 / 54
Oscar Ricardo Escova GUE/NGL
2014 SDU 9,3 % 5 / 54 Lina Abrami GUE/NGL
2019 SDU 7,5 % 4 / 54 Lina Abrami GUE/NGL