Movimiento de Fraternitá Popular: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Volksbruderschaftsbewegung''' (''Movimiento de la Fraternitá Popular'', kurz '''MFP''') war eine [[sagradische]] politische Bewegung und eine populistische Partei, die Ende der Sechziger Jahre Erfolge feiern konnte. Nach ihrem Führer [[António Blanxard Rovira]] wird sie auch als '''Blanxardistische Bewegung''' bezeichnet.
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Die '''Volksbruderschaftsbewegung''' (''Movimiento de Fraternitá Popular'', kurz '''MFP''') war eine [[sagradische]] politische Bewegung und eine populistische Partei, die zeitweise in den 1960er Jahren Erfolge feiern konnte. Nach ihrem Führer [[António Blanxard Rovira]] wird sie auch als '''Blanxardistische Bewegung''' bezeichnet.
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Die Volksbruderschaft war eine rechte Protestbewegung gegen das politische Establishment, gegen den modernen Wohlfahrtsstaat, gegen Tendenzen gesellschaftlicher Liberalisierung und gegen die Dekolonisierung in Übersee.
  
 
==== Gründung und Ausrichtung ====
 
==== Gründung und Ausrichtung ====
Die Volksbruderschaftsbewegung entstand im Jahr 1966 als mittelständische Protestbewegung unter Führung des Kaufmanns und Publizisten [[António Blanxard Rovira]]. Dieser hatte in den 1930er Jahren der faschistischen [[Divisionsbewegung]] angehört und hatte danach im Zweiten Weltkrieg gekämpft. Anschließend versuchte er sich zunächst ohne größeren Erfolg als Publizist für nationalistische Literatur. Er bekämpfte unter anderem die Dekolonialisierung, sah die große Nachkriegskoalition aus [[PPC|Christdemokraten]], [[ASUL|Sozialisten]], [[PRR|Radikalen]] und zeitweise auch [[PCS|Kommunisten]] als Machtkartell an und lehnte die Mitgliedschaft Sagradien in NATO und EWG genauso ab wie die kommunistische Linke.
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[[Bild:IvarPersson.jpg|thumb|230px|[[António Blanxard Rovira]], Parteigründer]]
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Die Volksbruderschaftsbewegung entstand im Jahr 1959 als bäuerlich-mittelständische Protestbewegung unter Führung des Publizisten [[António Blanxard Rovira]]. Dieser hatte in den 1930er Jahren der faschistischen [[Frente Fraternal]] und der verbundenen [[Divisionsbewegung]] angehört und hatte danach im Zweiten Weltkrieg gekämpft. Anschließend versuchte er sich zunächst ohne größeren Erfolg als Publizist für volkstümliche Literatur. Er bekämpfte unter anderem die Dekolonialisierung, sah die große Nachkriegskoalition aus [[PPC|Christdemokraten]], [[ASUL|Sozialisten]], [[PRR|Radikalen]] und zeitweise auch [[PCS|Kommunisten]] als Machtkartell an und lehnte die Mitgliedschaft Sagradiens in NATO und EWG genauso ab wie die kommunistische Linke.
  
Unmittelbarer Anlass für die Gründung der Volksbruderschaftsbewegung war eine Steuererhöhung der Mitte-Links-[[Kabinett Del Pérez II|Regierung Del Pérez]], die Blanxard als Ausbeutung des Mittelstands bezeichnete. Mit seinen Warnungen vor einer Enteignung durch die sozialistisch geführte Regierung schürte Blanxard Rovira vor allem Ressentiments im Mittelstand. Die Volksbruderschaftsbewegung sprach sich aber auch gegen die zunehmende kulturelle Liberalisierung aus und setzte sich für die Interessen des von Abstiegsängsten geplagten alten Mittelstands und der Landbevölkerung ein. Profitieren konnte die Partei vor allem von der wirtschaftlichen Krise, die Mitte der Sechziger Jahre zu einer Stagnation und zu einem vorübergehenden Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Nachkriegszeit führte.  
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Nachdem Blanxard in den 1950er Jahren der Bauernpartei [[Unión Nacional de Independientes i Paesanœs]] angehört hatte, wurde er nach deren Niedergang zunächst politisch heimatlos und strebte daher die Gründung einer eigenen Partei an. 1959 gründete sich schließlich die Volksbruderschaft als lokales Bündnis gegen die staatliche Steuererinspektion und verbreitete sich schnell im ganzen Land. Mit seinen Warnungen vor einer Enteignung durch die ''sozialistischen'' Parteien schürte Blanxard Rovira vor allem Ressentiments im Mittelstand. Die Volksbruderschaftsbewegung sprach sich aber auch gegen die zunehmende kulturelle Liberalisierung aus und setzte sich für die Interessen des von Abstiegsängsten geplagten alten Mittelstands und der Landbevölkerung ein. Profitieren konnte die Partei vor allem von der wirtschaftlichen Krise, die Mitte der Sechziger Jahre zu einer Stagnation und zu einem vorübergehenden Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Nachkriegszeit führte.  
  
 
Zum politischen Profil der Partei gehörten gleichermaßen eine Ablehnung des modernen Kapitalismus wie eine dezidierte Gegnerschaft zum Kommunismus, Kritik an der als "Parteienherrschaft" angesehenen parlamentarischen Demokratie und die Präferenz für ein korporativistisch-autoritäres Staatssystem. Der politische Pluralismus wurde als Gefahr für den Zusammenhalt der Gesellschaft angesehen, die europäische Einigung als Bedrohung für die staatliche Souveränität und die Integrität der Nation abgelehnt.
 
Zum politischen Profil der Partei gehörten gleichermaßen eine Ablehnung des modernen Kapitalismus wie eine dezidierte Gegnerschaft zum Kommunismus, Kritik an der als "Parteienherrschaft" angesehenen parlamentarischen Demokratie und die Präferenz für ein korporativistisch-autoritäres Staatssystem. Der politische Pluralismus wurde als Gefahr für den Zusammenhalt der Gesellschaft angesehen, die europäische Einigung als Bedrohung für die staatliche Souveränität und die Integrität der Nation abgelehnt.
  
 
==== Aufstieg und Niedergang ====
 
==== Aufstieg und Niedergang ====
Nach der Gründung der Bewegung im Jahr 1966 nahm Blanxards Partei erstmals an der [[Parlamentswahl 1967]] teil und zog mit 6 Prozent der Stimmen und 26 Deputierten in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] ein. Dort wurde die Partei zunächst durch die von ihr als Kartell bezeichneten Konkurrenten ausgeschlossen, doch blieb das Verhältnis zur konservativ-liberalen [[Kabinett Favale II|Minderheitsregierung]] unter [[Carles Angel Favale]] letztlich ungeklärt, die bei einigen Gesetzesakten wie einer umfassenden Steuererleichterung im Parlament durch Blanxards Partei unterstützt wurde. Die indirekte Zusammenarbeit zwischen Konservativen und Blanxardisten führte zu Protesten und trug unter anderem zur Politisierung der Studentenbewegung in Sagradien bei, die in Blanxards Partei eine neue faschistische Bewegung erblickte.  
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Nach der Gründung der Bewegung traten zu den [[Kommunalwahlen 1960]] in Nordsagradien zahlreiche ''Volksbrunderschaftslisten'' an und erreichten in einigen Gemeinden zum Teil zweistellige Ergebnisse. Blanxard baute danach eine nationale Parteiorganisatin auf und nahm mit dieser erstmals an der [[Parlamentswahl 1962]] teil und erreichte dort 1,2 Prozent der Stimmen. Daraufhin konnte sich die Partei durch scharfe Angriffe auf die neue Große Koalition aus [[PPC|Christdemokraten]] und [[ASUL|Sozialisten]] profilieren. Bei der folgenden vorgezogenen [[Parlamentswahl 1963]] verfehlte die Partei mit 2,8 Prozent nur knapp den Einzug ins Parlament.
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Vor allem die Rückkehr der seit 1953 oppositionellen Sozialisten in die Regierung nutzte Blanxard, um gegen angeblich geplante Zwangskollektivierungen zu mobilisieren. Den größten Wahlerfolg erreichten die Blanxardisten daraufhin bei der [[Parlamentswahl 1967]], bei der die MFP mit sechs Prozent der Stimmen und 26 Deputierten in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] einziehen konnte. Dort wurde die Partei zunächst durch die von ihr als Kartell bezeichneten Konkurrenten ausgeschlossen, doch blieb das Verhältnis zur konservativ-liberalen [[Kabinett Favale II|Minderheitsregierung]] unter [[Carles Angel Favale]] letztlich ungeklärt, die bei einigen Gesetzesakten wie einer umfassenden Steuererleichterung im Parlament durch Blanxards Partei unterstützt wurde. Die indirekte Zusammenarbeit zwischen Konservativen und Blanxardisten führte zu Protesten und trug unter anderem zur Politisierung der Studentenbewegung in Sagradien bei, die in Blanxards Partei eine neue faschistische Bewegung erblickte.  
  
 
Nachdem die Auseinandersetzungen in den Jahren 1967-1969 eine Höhepunkt erreicht hatten, folgte der rasche Abstieg der populistischen Volksbruderschaftsbewegung. Durch die [[Kabinett Méndez|Regierung]] des [[UDS|liberalen]] [[Ministerpräsident]]en [[Carles Méndez]] isoliert, und durch Korruptionsvorwürfe gegen Blanxard Rovira unter Druck, erlitt die Partei bei der [[Parlamentswahl 1970]] eine Niederlage und verpasste mit einem Stimmenanteil von 2,7 Prozent der Stimmen den Einzug in die Abgeordnetenkammer. Danach versank die Partei rasch in der Bedeutungslosigkeit. Ohne ihren Gründer und Anführer Blanxard, der 1972 wegen Korruption zu einer Haftstrafe zur Bewährung verurteilt wurde, schied die Partei aus allen Parlamenten aus und erhielt bei der [[Parlamentswahl 1974]] nur noch 0,9 Prozent der Stimmen und löste sich daraufhin auf.
 
Nachdem die Auseinandersetzungen in den Jahren 1967-1969 eine Höhepunkt erreicht hatten, folgte der rasche Abstieg der populistischen Volksbruderschaftsbewegung. Durch die [[Kabinett Méndez|Regierung]] des [[UDS|liberalen]] [[Ministerpräsident]]en [[Carles Méndez]] isoliert, und durch Korruptionsvorwürfe gegen Blanxard Rovira unter Druck, erlitt die Partei bei der [[Parlamentswahl 1970]] eine Niederlage und verpasste mit einem Stimmenanteil von 2,7 Prozent der Stimmen den Einzug in die Abgeordnetenkammer. Danach versank die Partei rasch in der Bedeutungslosigkeit. Ohne ihren Gründer und Anführer Blanxard, der 1972 wegen Korruption zu einer Haftstrafe zur Bewährung verurteilt wurde, schied die Partei aus allen Parlamenten aus und erhielt bei der [[Parlamentswahl 1974]] nur noch 0,9 Prozent der Stimmen und löste sich daraufhin auf.
  
 
==== Erbe ====
 
==== Erbe ====
Obwohl nur zeitweise erfolgreich, wurde der Begriff "Blanxardismus" in Sagradien zum Inbegriff des antiparlamentarischen Populismus und der radikalen Parteienkritik. Zahlreiche frühere Anhänger engagierten sich in den folgenden Jahren in rechtsextremen Organisationen und gehörten teilweise rechtsterroristischen Gruppen an. Die in den Achtziger Jahren zeitweise erfolgreiche [[Unión Popular Social]] (UPOS) wurde von einem früheren Blanxardisten gegründet. Die seit den 1990er Jahren erfolgreiche rechtspopulistische [[Partíu Social Popular]] unter [[Joán De la Pênia]] wurde vor allem in ihren Gründerjahren mit der Blanxardistischen Partei vergleichen und bisweilen als "neo-blanxardistisch" bezeichnet.
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Obwohl nur zeitweise erfolgreich, wurde der Begriff "Blanxardismus" in Sagradien zum Inbegriff des antiparlamentarischen Populismus und der radikalen Parteienkritik. Zahlreiche frühere Anhänger engagierten sich in den folgenden Jahren in rechtsextremen Organisationen und gehörten teilweise rechtsterroristischen Gruppen an. Die in den Achtziger Jahren zeitweise erfolgreiche [[Unión Popular d'Ofensiva Social]] (UPOS) wurde von einem früheren Blanxardisten gegründet. Die seit den 1990er Jahren erfolgreiche rechtspopulistische [[Partíu Social Popular]] unter [[Joán De la Pênia]] wurde vor allem in ihren Gründerjahren mit der Blanxardistischen Partei vergleichen und bisweilen als "neo-blanxardistisch" bezeichnet.
  
 
[[Kategorie: Sagradische Partei]]
 
[[Kategorie: Sagradische Partei]]
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[[Kategorie: Historische Partei in Sagradien]]

Aktuelle Version vom 17. Juni 2019, 12:57 Uhr

Movimiento de Fraternitá Popular
Volksbruderschaftsbewegung
Logo-MFP.jpg
Parteivorsitzende António Blanxard Rovira
Gründung 1959
Auflösung 1975
Jugendorganisation
Ausrichtung Populismus
Nationalismus
Konservatismus
Korporatismus
Position Rechts
Farbe blau

Die Volksbruderschaftsbewegung (Movimiento de Fraternitá Popular, kurz MFP) war eine sagradische politische Bewegung und eine populistische Partei, die zeitweise in den 1960er Jahren Erfolge feiern konnte. Nach ihrem Führer António Blanxard Rovira wird sie auch als Blanxardistische Bewegung bezeichnet.

Die Volksbruderschaft war eine rechte Protestbewegung gegen das politische Establishment, gegen den modernen Wohlfahrtsstaat, gegen Tendenzen gesellschaftlicher Liberalisierung und gegen die Dekolonisierung in Übersee.

Gründung und Ausrichtung[bearbeiten]

António Blanxard Rovira, Parteigründer

Die Volksbruderschaftsbewegung entstand im Jahr 1959 als bäuerlich-mittelständische Protestbewegung unter Führung des Publizisten António Blanxard Rovira. Dieser hatte in den 1930er Jahren der faschistischen Frente Fraternal und der verbundenen Divisionsbewegung angehört und hatte danach im Zweiten Weltkrieg gekämpft. Anschließend versuchte er sich zunächst ohne größeren Erfolg als Publizist für volkstümliche Literatur. Er bekämpfte unter anderem die Dekolonialisierung, sah die große Nachkriegskoalition aus Christdemokraten, Sozialisten, Radikalen und zeitweise auch Kommunisten als Machtkartell an und lehnte die Mitgliedschaft Sagradiens in NATO und EWG genauso ab wie die kommunistische Linke.

Nachdem Blanxard in den 1950er Jahren der Bauernpartei Unión Nacional de Independientes i Paesanœs angehört hatte, wurde er nach deren Niedergang zunächst politisch heimatlos und strebte daher die Gründung einer eigenen Partei an. 1959 gründete sich schließlich die Volksbruderschaft als lokales Bündnis gegen die staatliche Steuererinspektion und verbreitete sich schnell im ganzen Land. Mit seinen Warnungen vor einer Enteignung durch die sozialistischen Parteien schürte Blanxard Rovira vor allem Ressentiments im Mittelstand. Die Volksbruderschaftsbewegung sprach sich aber auch gegen die zunehmende kulturelle Liberalisierung aus und setzte sich für die Interessen des von Abstiegsängsten geplagten alten Mittelstands und der Landbevölkerung ein. Profitieren konnte die Partei vor allem von der wirtschaftlichen Krise, die Mitte der Sechziger Jahre zu einer Stagnation und zu einem vorübergehenden Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Nachkriegszeit führte.

Zum politischen Profil der Partei gehörten gleichermaßen eine Ablehnung des modernen Kapitalismus wie eine dezidierte Gegnerschaft zum Kommunismus, Kritik an der als "Parteienherrschaft" angesehenen parlamentarischen Demokratie und die Präferenz für ein korporativistisch-autoritäres Staatssystem. Der politische Pluralismus wurde als Gefahr für den Zusammenhalt der Gesellschaft angesehen, die europäische Einigung als Bedrohung für die staatliche Souveränität und die Integrität der Nation abgelehnt.

Aufstieg und Niedergang[bearbeiten]

Nach der Gründung der Bewegung traten zu den Kommunalwahlen 1960 in Nordsagradien zahlreiche Volksbrunderschaftslisten an und erreichten in einigen Gemeinden zum Teil zweistellige Ergebnisse. Blanxard baute danach eine nationale Parteiorganisatin auf und nahm mit dieser erstmals an der Parlamentswahl 1962 teil und erreichte dort 1,2 Prozent der Stimmen. Daraufhin konnte sich die Partei durch scharfe Angriffe auf die neue Große Koalition aus Christdemokraten und Sozialisten profilieren. Bei der folgenden vorgezogenen Parlamentswahl 1963 verfehlte die Partei mit 2,8 Prozent nur knapp den Einzug ins Parlament.

Vor allem die Rückkehr der seit 1953 oppositionellen Sozialisten in die Regierung nutzte Blanxard, um gegen angeblich geplante Zwangskollektivierungen zu mobilisieren. Den größten Wahlerfolg erreichten die Blanxardisten daraufhin bei der Parlamentswahl 1967, bei der die MFP mit sechs Prozent der Stimmen und 26 Deputierten in die sagradische Abgeordnetenkammer einziehen konnte. Dort wurde die Partei zunächst durch die von ihr als Kartell bezeichneten Konkurrenten ausgeschlossen, doch blieb das Verhältnis zur konservativ-liberalen Minderheitsregierung unter Carles Angel Favale letztlich ungeklärt, die bei einigen Gesetzesakten wie einer umfassenden Steuererleichterung im Parlament durch Blanxards Partei unterstützt wurde. Die indirekte Zusammenarbeit zwischen Konservativen und Blanxardisten führte zu Protesten und trug unter anderem zur Politisierung der Studentenbewegung in Sagradien bei, die in Blanxards Partei eine neue faschistische Bewegung erblickte.

Nachdem die Auseinandersetzungen in den Jahren 1967-1969 eine Höhepunkt erreicht hatten, folgte der rasche Abstieg der populistischen Volksbruderschaftsbewegung. Durch die Regierung des liberalen Ministerpräsidenten Carles Méndez isoliert, und durch Korruptionsvorwürfe gegen Blanxard Rovira unter Druck, erlitt die Partei bei der Parlamentswahl 1970 eine Niederlage und verpasste mit einem Stimmenanteil von 2,7 Prozent der Stimmen den Einzug in die Abgeordnetenkammer. Danach versank die Partei rasch in der Bedeutungslosigkeit. Ohne ihren Gründer und Anführer Blanxard, der 1972 wegen Korruption zu einer Haftstrafe zur Bewährung verurteilt wurde, schied die Partei aus allen Parlamenten aus und erhielt bei der Parlamentswahl 1974 nur noch 0,9 Prozent der Stimmen und löste sich daraufhin auf.

Erbe[bearbeiten]

Obwohl nur zeitweise erfolgreich, wurde der Begriff "Blanxardismus" in Sagradien zum Inbegriff des antiparlamentarischen Populismus und der radikalen Parteienkritik. Zahlreiche frühere Anhänger engagierten sich in den folgenden Jahren in rechtsextremen Organisationen und gehörten teilweise rechtsterroristischen Gruppen an. Die in den Achtziger Jahren zeitweise erfolgreiche Unión Popular d'Ofensiva Social (UPOS) wurde von einem früheren Blanxardisten gegründet. Die seit den 1990er Jahren erfolgreiche rechtspopulistische Partíu Social Popular unter Joán De la Pênia wurde vor allem in ihren Gründerjahren mit der Blanxardistischen Partei vergleichen und bisweilen als "neo-blanxardistisch" bezeichnet.