Partido Radical-Democrático: Unterschied zwischen den Versionen
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In der Opposition zu den Mitte-Rechts-Regierungen [[Kabinett Luciaro VI|Luciaro]] und [[Kabinett Favale I|Favale]] sowie zur [[Große Koalition|Großen Koalition]] unter [[Martín Ánibal Costa]] steigerte sich der Stimmenanteil der PRD auf 4,2 Prozent bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Wahl 1962]] und 5,1 Prozent [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963|im Jahr 1963]]. Danach wurde die Partei Koalitionspartner der sagradischen [[ASUL|Sozialisten]] sowie der liberalen [[UDS]] in den Kabinetten [[Kabinett Santiago|Santiago]] und [[Kabinett Del Pérez I|Del Pérez]], wo die PRD mit [[António Berral]] und [[Luciano Quélez]] zwei Minister stellte. | In der Opposition zu den Mitte-Rechts-Regierungen [[Kabinett Luciaro VI|Luciaro]] und [[Kabinett Favale I|Favale]] sowie zur [[Große Koalition|Großen Koalition]] unter [[Martín Ánibal Costa]] steigerte sich der Stimmenanteil der PRD auf 4,2 Prozent bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Wahl 1962]] und 5,1 Prozent [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963|im Jahr 1963]]. Danach wurde die Partei Koalitionspartner der sagradischen [[ASUL|Sozialisten]] sowie der liberalen [[UDS]] in den Kabinetten [[Kabinett Santiago|Santiago]] und [[Kabinett Del Pérez I|Del Pérez]], wo die PRD mit [[António Berral]] und [[Luciano Quélez]] zwei Minister stellte. | ||
| − | Nach dem Bruch der Koalition durch die UDS kam es zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Neuwahlen im März 1967]], bei denen der PRD auf 3,5 Prozent der Stimmen abrutschte. Danach tolerierte die Partei zwei Jahre lang eine konservativ-liberale Minderheitsregierung unter [[Carles Angel Favale]], ehe sie der Regierung im Herbst 1969 zum zweiten Mal in zwei Jahren die Unterstützung aufkündigte. | + | Nach dem Bruch der Koalition durch die UDS kam es zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|Neuwahlen im März 1967]], bei denen der PRD auf 3,5 Prozent der Stimmen abrutschte. Danach tolerierte die Partei zwei Jahre lang eine konservativ-liberale Minderheitsregierung unter [[Carles Angel Favale]], ehe sie der Regierung im Herbst 1969 zum zweiten Mal in zwei Jahren die Unterstützung aufkündigte. Im danach gebildeten [[Kabinett Méndez]] übernahm die PRD einen Ministerposten für Institutionelle Reformen und beteiligte sich damit erstmas an einer Mitte-Rechts-Regierung. |
1962/63 kam der PRD auf 4,2% bzw. 5,1% der Stimmen und wurde 1964 Koalitionspartner der Sozialisten sowie der liberalen UDS. Nach den Wahlen 1967 ging die Partei in die Opposition, unterstützte danach aber mehrere konservativ-liberale Minderheitsregierungen unter Carles Angel Favale und Carles Méndez, konnte daraus jedoch keinen Nutzen ziehen. Stattdessen scheiterte die Partei bei den Wahlen 1970 erstmals an der 3-Prozent-Hürde und verpasste damit den Einzug ins Parlament. Danach verlor die Partei rapide an Zuspruch und verpasste 1974, 1978 und 1979 mit einem Stimmenanteil zwischen 1,2 und 1,8 den Wiedereinzug ins Parlament. | 1962/63 kam der PRD auf 4,2% bzw. 5,1% der Stimmen und wurde 1964 Koalitionspartner der Sozialisten sowie der liberalen UDS. Nach den Wahlen 1967 ging die Partei in die Opposition, unterstützte danach aber mehrere konservativ-liberale Minderheitsregierungen unter Carles Angel Favale und Carles Méndez, konnte daraus jedoch keinen Nutzen ziehen. Stattdessen scheiterte die Partei bei den Wahlen 1970 erstmals an der 3-Prozent-Hürde und verpasste damit den Einzug ins Parlament. Danach verlor die Partei rapide an Zuspruch und verpasste 1974, 1978 und 1979 mit einem Stimmenanteil zwischen 1,2 und 1,8 den Wiedereinzug ins Parlament. | ||
Bei den Kammerwahlen 1982 trat die PRD in einem zentristischen Wahlbündnis mit der Republikanischen Bewegung MRS an. Gemeinsam scheiterten beide Parteien mit 2,9 Prozent der Stimmen nur knapp an der Prozenthürde. Diese Zusammenarbeit führte zwei Jahre später bei der Europawahl zu einem zwischenzeitlichen Hoch, sodass erstmals zwei PRD-Abgeordnete ins Europaparlament einzogen. Gleichzeitig war mit den grün-alterantiven Bewegungen mittlerweile aber eine neue ernstzunehmende Konkurrenz im linkslibertären Lager entstanden, in denen sich auch viele genuin Radikale engagierten. Nach dem Vorbild regionaler und kommunaler Wahlabsprachen ging der PRS bei den Kammerwahlen 1986 und 1990 Listengemeinschaften mit den Sozialisten ein und kehrte über diesen Umweg in Parlament und Regierung zurück, geriet aber in völlige Abhängigkeit der Asul, in der die Partei schließlich 1992 aufging. Gegner der Parteifusion gründeten 1993 die Unión del Radicalismo (UdR), die aber nicht über den Status einer Splittergruppe hinauskam. 2000 kam es zur Fusion der UdR mit der kleinen linksliberalen Progressistischen Partei (PRO) zur UdR-PRO, die sich in der Folge wieder zunehmend an Wahlen beteiligte und bei Kammerwahlen 2006 zum regierungsfreundlichen Mitte-Links-Bündnis „Cerezo“ gehörte. Die „radikale Diaspora“ endete aber erst im Jahr 2008 mit der Gründung der neuen radikalen Partei „ils Radicales“, in der die UdR-PRO aufging. | Bei den Kammerwahlen 1982 trat die PRD in einem zentristischen Wahlbündnis mit der Republikanischen Bewegung MRS an. Gemeinsam scheiterten beide Parteien mit 2,9 Prozent der Stimmen nur knapp an der Prozenthürde. Diese Zusammenarbeit führte zwei Jahre später bei der Europawahl zu einem zwischenzeitlichen Hoch, sodass erstmals zwei PRD-Abgeordnete ins Europaparlament einzogen. Gleichzeitig war mit den grün-alterantiven Bewegungen mittlerweile aber eine neue ernstzunehmende Konkurrenz im linkslibertären Lager entstanden, in denen sich auch viele genuin Radikale engagierten. Nach dem Vorbild regionaler und kommunaler Wahlabsprachen ging der PRS bei den Kammerwahlen 1986 und 1990 Listengemeinschaften mit den Sozialisten ein und kehrte über diesen Umweg in Parlament und Regierung zurück, geriet aber in völlige Abhängigkeit der Asul, in der die Partei schließlich 1992 aufging. Gegner der Parteifusion gründeten 1993 die Unión del Radicalismo (UdR), die aber nicht über den Status einer Splittergruppe hinauskam. 2000 kam es zur Fusion der UdR mit der kleinen linksliberalen Progressistischen Partei (PRO) zur UdR-PRO, die sich in der Folge wieder zunehmend an Wahlen beteiligte und bei Kammerwahlen 2006 zum regierungsfreundlichen Mitte-Links-Bündnis „Cerezo“ gehörte. Die „radikale Diaspora“ endete aber erst im Jahr 2008 mit der Gründung der neuen radikalen Partei „ils Radicales“, in der die UdR-PRO aufging. | ||
Version vom 01:09, 13. Jan 2011
Der Partido Radical-Democrático (kurz PRD, deutsch Radikal-Demokratische Partei) war eine sozialliberale Partei in Sagradien. Gegründet wurde die Partei im Jahr 1955 unter dem Namen Movimiento de Radical-Democráticoes (MRD, Bewegung der Radikaldemokraten) durch linksgerichtete Abweichler der Demokratisch-Republikanischen Union und Mitglieder der Unión Cívica Radical. Nachdem diese zerfallen war und sich 1957 schließlich ganz auflöste, schlossen sich die meisten ihrer Mitglieder der Radikaldemokratischen Bewegung (MRD) an, woraufhin die Partei ihren späteren Namen annahm und zum bereits 1943-1950 verwendeten Kürzel PRD zurückkehrte. Die PRD war bis 1970 und erneut von 1986 bis 1992 in der sagradischen Abgeordnetenkammer vertreten und ging danach mehrheitlich in der sozialdemokratischen ASUL auf. Die Partei war Mitglied der Liberalen Internationale.
Geschichte der PRD
Ursprung und Gründung
Die Wurzeln der PRD liegen in der Radikal-Republikanischen Partei der Zweiten Sagradischen Republik, die nach ihrem Verbot 1943 unter dem Namen Partido Republicano Democrático i Radical-Democrático (abgekürzt PRD) wiedergegründet wurde. Die neue Radikale Partei zerfiel jedoch 1949 in einen rechten Flügel, der die Unión Democrática Republicana (UDR) gründete, und einen linken Flügel, der 1950 in der Unión Cívica Radical aufging. Nach zwischenzeitlichen Wiedervereinigungsversuchen schloss sich die UDR der rechtsliberalen Demokratischen Union an, während die UCR infolge des schwachen Abschneides bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954 erodierte und in mehrere Gruppen zerfiel.
Nach dem Eintritt der UDR in die Bürgerblock-Regierung Luciaro im Frühjahr 1955 verließ eine Gruppe oppositioneller Mitglieder die UDR-Fraktion und gründeten die Bewegung der Radikaldemokraten (Movimiento de Radical-Democráticoes, MRD) mit dem Ziel, die Radikale Partei wiederzubegründen. Darin liegt die eigentliche Geburtsstunde der neuen Radikaldemokratischen Partei. Vor den Kammerwahlen 1958 stießen zur MRD die Reste der 1957 aufgelösten UCR. Dies waren vor allem jene Kräfte, die das liberale Profil der Radikalen betonten und die Gründung der sozialdemokratischen ASUL ablehnten. Aus gleichem Grund schlossen sich auch ehemalige Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei (PSD) dem MRD an, von denen viele aus der Radikalen Partei der Zweiten Republik stammten. Bei der Kammerwahl 1958 trat die Partei unter dem Namen Movimiento de Radical-Democráticoes/Partido Radical-Democrático (MRD/PRD) an und erhielt 2,4 Prozent der Stimmen. Kurz danach nahm das MRD den Namen Partido Radical-Democrático mit dem Kürzel PRD an.
In der Opposition zu den Mitte-Rechts-Regierungen Luciaro und Favale sowie zur Großen Koalition unter Martín Ánibal Costa steigerte sich der Stimmenanteil der PRD auf 4,2 Prozent bei der Wahl 1962 und 5,1 Prozent im Jahr 1963. Danach wurde die Partei Koalitionspartner der sagradischen Sozialisten sowie der liberalen UDS in den Kabinetten Santiago und Del Pérez, wo die PRD mit António Berral und Luciano Quélez zwei Minister stellte.
Nach dem Bruch der Koalition durch die UDS kam es zu Neuwahlen im März 1967, bei denen der PRD auf 3,5 Prozent der Stimmen abrutschte. Danach tolerierte die Partei zwei Jahre lang eine konservativ-liberale Minderheitsregierung unter Carles Angel Favale, ehe sie der Regierung im Herbst 1969 zum zweiten Mal in zwei Jahren die Unterstützung aufkündigte. Im danach gebildeten Kabinett Méndez übernahm die PRD einen Ministerposten für Institutionelle Reformen und beteiligte sich damit erstmas an einer Mitte-Rechts-Regierung.
1962/63 kam der PRD auf 4,2% bzw. 5,1% der Stimmen und wurde 1964 Koalitionspartner der Sozialisten sowie der liberalen UDS. Nach den Wahlen 1967 ging die Partei in die Opposition, unterstützte danach aber mehrere konservativ-liberale Minderheitsregierungen unter Carles Angel Favale und Carles Méndez, konnte daraus jedoch keinen Nutzen ziehen. Stattdessen scheiterte die Partei bei den Wahlen 1970 erstmals an der 3-Prozent-Hürde und verpasste damit den Einzug ins Parlament. Danach verlor die Partei rapide an Zuspruch und verpasste 1974, 1978 und 1979 mit einem Stimmenanteil zwischen 1,2 und 1,8 den Wiedereinzug ins Parlament.
Bei den Kammerwahlen 1982 trat die PRD in einem zentristischen Wahlbündnis mit der Republikanischen Bewegung MRS an. Gemeinsam scheiterten beide Parteien mit 2,9 Prozent der Stimmen nur knapp an der Prozenthürde. Diese Zusammenarbeit führte zwei Jahre später bei der Europawahl zu einem zwischenzeitlichen Hoch, sodass erstmals zwei PRD-Abgeordnete ins Europaparlament einzogen. Gleichzeitig war mit den grün-alterantiven Bewegungen mittlerweile aber eine neue ernstzunehmende Konkurrenz im linkslibertären Lager entstanden, in denen sich auch viele genuin Radikale engagierten. Nach dem Vorbild regionaler und kommunaler Wahlabsprachen ging der PRS bei den Kammerwahlen 1986 und 1990 Listengemeinschaften mit den Sozialisten ein und kehrte über diesen Umweg in Parlament und Regierung zurück, geriet aber in völlige Abhängigkeit der Asul, in der die Partei schließlich 1992 aufging. Gegner der Parteifusion gründeten 1993 die Unión del Radicalismo (UdR), die aber nicht über den Status einer Splittergruppe hinauskam. 2000 kam es zur Fusion der UdR mit der kleinen linksliberalen Progressistischen Partei (PRO) zur UdR-PRO, die sich in der Folge wieder zunehmend an Wahlen beteiligte und bei Kammerwahlen 2006 zum regierungsfreundlichen Mitte-Links-Bündnis „Cerezo“ gehörte. Die „radikale Diaspora“ endete aber erst im Jahr 2008 mit der Gründung der neuen radikalen Partei „ils Radicales“, in der die UdR-PRO aufging.