Partíu Republicano Radical: Unterschied zwischen den Versionen
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Schließlich zerfiel die PRD im Frühjahr 1949 in zwei Flügel. Nach dem Scheitern der [[Kabinett Ilpa II|Regierung De la Ilpa]] versuchte Paulo Luciaro eine Koalition der rechten Mitte zu schmieden und erstmals auch die bisher am rechten Rand isolierte [[Unión Nacional Popular]] (UNP) mit einzubeziehen, in der zahlreiche ehemalige Regime-Funktionäre und Kollaborateure vertreten waren, die aber ihre demokratische Gesinnung beweisen wollte. Im PRD setzten sich nun die Gegner einer Regierungsbeteiligung durch, zu denen nicht nur Parteilinke, sondern auch einige Vertreter des konservativen Flügels gehörten, die aber eine Einbindung von Ex-Faschisten in die Regierung ablehnten. Dagegen setzte sich die Mehrheit der Konservativen um Ponente, Vélez und [[Carles Méndez]], aber auch pragmatische Linke für einen Regierungseintritt ein. Schließlich spalteten sich die Regierungsanhänger von der Partei ab, unterstützen die Regierung und bildeten daraufhin die '''[[UDR|Unión Democrática Republicana i Radical-Democrática]]''' als neue Partei der liberalen Mitte. | Schließlich zerfiel die PRD im Frühjahr 1949 in zwei Flügel. Nach dem Scheitern der [[Kabinett Ilpa II|Regierung De la Ilpa]] versuchte Paulo Luciaro eine Koalition der rechten Mitte zu schmieden und erstmals auch die bisher am rechten Rand isolierte [[Unión Nacional Popular]] (UNP) mit einzubeziehen, in der zahlreiche ehemalige Regime-Funktionäre und Kollaborateure vertreten waren, die aber ihre demokratische Gesinnung beweisen wollte. Im PRD setzten sich nun die Gegner einer Regierungsbeteiligung durch, zu denen nicht nur Parteilinke, sondern auch einige Vertreter des konservativen Flügels gehörten, die aber eine Einbindung von Ex-Faschisten in die Regierung ablehnten. Dagegen setzte sich die Mehrheit der Konservativen um Ponente, Vélez und [[Carles Méndez]], aber auch pragmatische Linke für einen Regierungseintritt ein. Schließlich spalteten sich die Regierungsanhänger von der Partei ab, unterstützen die Regierung und bildeten daraufhin die '''[[UDR|Unión Democrática Republicana i Radical-Democrática]]''' als neue Partei der liberalen Mitte. | ||
| − | Der Rest-PRD schloss sich zu den [[Senatswahlen 1949]] und den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950|Kammerwahlen 1950]] mit mehreren linksliberalen Splitterparteien und Abweichlern von PCC und MPD zur '''[[Unión Cívica Radical]]''' (UCR) zusammen, die aber bei der Wahl zur Abgeordnetenkammer nur 2,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinte, während die UDR 2,2 Prozent erreichte. Nach der Wahl ging aus dem UCR-Wahlbündnis eine neue politische Partei hervor, die vom linken Flügel des alten PRD dominiert wurde. Dem neuen [[Kabinett Luciaro II]] der so genannten [[Zentrumskoalition]] gehörten sowohl UCR als auch UDR an. Mehrere Versuche, infolge des schlechten Wahlergebnisses beider PRD-Nachfolgeparteien und der gemeinsamen Regierungsbeteiligung eine Wiedervereinigung von UCR und UDR zu erreichen, scheiterten jedoch in der Folge (siehe '''[[Unión de Republicanoes i Radical-Democráticoes]]'''). Stattdessen bildete die UDR zu den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahlen 1954]] ein Wahlbündnis mit mehreren rechtsliberalen Parteien (die so genannte [[Unión Democrática|Demokratische Union]]), während die UCR alleine auf nur 1,2 Prozent der Stimmen kam und in der Folge in mehrere Faktionen zerfiel. Die UDR trat 1955 mit ihren rechtsliberalen Koalitionspartnern der Bürgerblock-Regierung unter Paulo Luciaro bei. Eine Gruppe von sozialliberalen UDR-Abweichlern, welche die Wiederbelebung der Radikalen Partei der Demokratischen Union vorzogen, verließen | + | Der Rest-PRD schloss sich zu den [[Senatswahlen 1949]] und den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950|Kammerwahlen 1950]] mit mehreren linksliberalen Splitterparteien und Abweichlern von PCC und MPD zur '''[[Unión Cívica Radical]]''' (UCR) zusammen, die aber bei der Wahl zur Abgeordnetenkammer nur 2,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinte, während die UDR 2,2 Prozent erreichte. Nach der Wahl ging aus dem UCR-Wahlbündnis eine neue politische Partei hervor, die vom linken Flügel des alten PRD dominiert wurde. Dem neuen [[Kabinett Luciaro II]] der so genannten [[Zentrumskoalition]] gehörten sowohl UCR als auch UDR an. Mehrere Versuche, infolge des schlechten Wahlergebnisses beider PRD-Nachfolgeparteien und der gemeinsamen Regierungsbeteiligung eine Wiedervereinigung von UCR und UDR zu erreichen, scheiterten jedoch in der Folge (siehe '''[[Unión de Republicanoes i Radical-Democráticoes]]'''). Stattdessen bildete die UDR zu den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Parlamentswahlen 1954]] ein Wahlbündnis mit mehreren rechtsliberalen Parteien (die so genannte [[Unión Democrática|Demokratische Union]]), während die UCR alleine auf nur 1,2 Prozent der Stimmen kam und in der Folge in mehrere Faktionen zerfiel. |
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| + | Die UDR trat 1955 mit ihren rechtsliberalen Koalitionspartnern der Bürgerblock-Regierung unter Paulo Luciaro bei. 1961 ging sie schließlich in der liberalen [[Unión Democrática de Sagradia]] (UDS) auf. Eine Gruppe von sozialliberalen UDR-Abweichlern, welche die Wiederbelebung der Radikalen Partei der Demokratischen Union vorzogen, verließen 1955 die Partei und bildeten mit einigen UCR-Mitgliedern das '''[[Partido Radical-Democrático|Movimiento de Radical-Democráticoes]]''' (MRD), aus dem schließlich 1958 der restituierte '''[[Partido Radical-Democrático]]''' (PRD) hervorging, der Mitglieder von [[PSD]], [[UCR]] und [[CDH]] aufnahm, welche sich gegen die Gründung der sozialdemokratischen [[ASUL]] im Jahr 1957 richteten. Dagegen fanden auch einige Radikaldemokraten den Weg in die neue Mitte-Links-Partei, ehe 1992 auch die PRD in der ASUl aufging. | ||
== Historische Namen der Radikalen Partei und ihrer Abspaltungen == | == Historische Namen der Radikalen Partei und ihrer Abspaltungen == | ||
Version vom 00:16, 13. Jan 2011
Der Partido Radical oder Partido Republicano Radical war eine politische Partei in Sagradien, die 1894 aus dem radikalen Flügel der sagradischen Republikanischen Partei entstand und unter verschiedenen Namen bis zu ihrem Verbot 1938 bestand. Danach wurde die Partei 1943 wiedergegründet und bestand nach mehreren Abspaltungen und Fusionen und mit abnehmendem Erfolg im wiedergegründeten Partido Radical-Democrático bis 1992 weiter. Die 2008 gegründete Partei Demokratie und Solidarität - die Radikalen nimmt Bezug auf den historischen Partido Radical, in dessen Tradition sie sich sieht.
Die historische Radikale Partei kann als liberale Partei mit sozialreformerischer und dezidiert antiklerikaler Ausrichtung angesehen werden. Sie repräsentierte den eher linken Flügel des sagradischen bürgerlichen Liberalismus und zählte sich fast immer zur sagradischen Linken, deren wichtigster Vertreter die Partei in den Anfangsjahren der Zweiten Republik auch war, ehe sie nach Stimmen und schließlich auch nach Einfluss von der sagradischen Sozialistischen Partei abgelöst wurde.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte der Radikalen Partei
Ursprünge des sagradischen Radikalismus
Die radikal-republikanische Bewegung in Sagradien erlangte erstmals in der Aprilrevolution 1848 politische Bedeutung und war seitdem im sagradischen Abgeordnetenhaus vertreten, wo sich die Republikaner zusammen mit Radikalen in der Gruppe der Republikaner und Radikalen zusammenschlossen. Der Regierung von Jacquel de Montevil standen die Republikaner zunächst ablehnend gegenüber, zeigten Mitte der Sechziger Jahre aber Kooperationsbereitschaft. Die konstitutionell-monarchische Verfassung des Jahres 1870 dagegen lehnten die Republikaner ab. Nach dem Rücktritt Montevils 1873 standen die Republikaner in erbitterter Opposition zu König Richard III. 1876 erfolgte die Gründung der Republikanischen Partei, woraufhin die Partei unter Führung von Santo Cripón De la Moya und Luis Cavaller innerhalb der parlamentarischen Linken zunehmend an Gewicht gegenüber den monarchischen Liberalen gewann. Nach dem Wahlsieg 1890 übernahmen die Republikaner in der Januarrevolution 1891 die politische Führung. Gleichzeitig aber verhinderte Parteichef Cavaller eine weitere Radikalisierung der Revolution zugunsten der Sozialisten, indem er Kompromisse mit den monarchischen Eliten suchte und das Großbürgertum durch den Verzicht auf radikale Sozialmaßnahmen band. Hiergegen entwickelte die radikaldemokratische Faktion der Republikanischen Partei zunehmend abweichende Vorstellungen.
Gründung des Partido Radical
In der verfassunggebenden Nationalversammlung, wo die Republikanische Partei die stärkste Einzelfraktion darstellte, dominierten die großbürgerlichen und liberalkonservativen Faktionen der Partei und stellten mit Luis Cavaller und José Delacrûce den ersten Präsidenten und den ersten Ministerpräsidenten der Zweiten Republik. Die großen parteiinternen Spannungen zwischen Radikalen und stärker konservativ geprägten Republikanern, nicht zuletzt im Umgang mit der Kirche, sowie die persönlichen Differenzen zwischen den Parteiführern Cavaller, Delacrûce und Luciano Tropexas führten bereits in der Nationalversammlung zur Aufspaltung der Republikanischen Partei in einen radikalen, einen liberalen und einen konservativen Flügel, die sich seit 1894 auch organisatorisch trennten. Führende Radikale wie Donado Salgado, Pietro Celeste und Loris Manuel gründeten 1894 einen neuen Parlamentsklub, wenig später erhielt die neue Republikanisch-Radikaldemokratische Partei auch einen Nationalverein und einen Nationalen Wahlausschuss als oberste Gremien. Damit begann die Geschichte des Partido Republicano Radical i Radical-Democrático.
Bei den Wahlen 1895 traten die Republicanōes i Radical-Democráticōes erstmals als eigenständige Partei an, stellten nach der Wahl aber nur drittstärkste Kraft im republikanischen Lager hinter der Liberal-Republikanischen Partei und den konservativen Unionisten. Oberste Ziele der kleinbürgerlichen Radikalen waren soziale Reformen, eine Säuberung der Verwaltung von monarchistischen und konterrevolutionären Kräften und eine deutliche Zurückdrängung des kirchlichen Einflusses in allen öffentlichen Bereichen.
Zwischen Liberaler Koalition und Opposition
Um die Jahrhundertwende begannen die Radikalen den Versuch, gemeinsam mit den Liberalen eine stärkere Trennung von Kirche und Statt durchzusetzen, was zur Bildung eines linken laizistisch-liberalen Blocks und eines rechten klerikal-konservativen Blocks führte. In der Folge begann die Ära der Radikalen Dominanz, welche mit Unterbrechungen 1903-1909 bis zu den Zwanziger Jahren andauerte und die Radikale Partei in eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung versetzte.
Bei den Wahlen 1899 konnten die Radikale einen großen Wahlerfolg feiern und wurden zur stärksten Partei im Parlament. Unter der Führung von Donado Salgado übernahmen die Radikalen danach die Regierungsverantwortung in einer Koalition mit den weiter rechts stehenden Liberalen und in Gegnerschaft zur katholischen Rechten. Die Koalition Salgado implementierte eine Reihe sozialer und laizistischer Reformen, welche die Republik in der Folge stark prägen sollten. Der Sieg der oppositionellen Rechten bei den Wahlen 1903 drängte die Radikale Partei in die Opposition zur so genannten Koalition der Moral, ehe sie 1909 wiederum als stärkste Partei in die Regierung zurückkehren konnte. Neue Führungsfigur wurde Cristoval Sánchez, der sich parteiintern auf jene Kräfte stützte, die eine Abgrenzung von den dogmatischen Sozialisten forderten.
Spaltung und Linkskartell
Bereits zuvor hatte es interne Auseinandersetzungen zwischen Parteilinken und –Rechten um das Verhältnis der Partei zur aufstrebenden Arbeiterbewegung und der von ihr getragenen Sozialistischen Partei gegeben. Die so genannten Integralisten in der Partei, die eine aktive Einbindung der reformistischen Arbeiterschaft in die eigene Partei anstrebten, lösten sich schließlich 1909 unter der Führung Salgados und bildeten den Partido Democrático Radical Socialista, auch als Radikalsozialistische Partei bezeichnet, die den Platz links der Radikalen Partei einnahm.
Die Mehrheit der Radikalen versuchte zunächst einen Ausgleich mit den Kräften der politischen Mitte, schloss sich aber unter dem neuen Parteiführer Francisco Calbane 1917 dem Kurs der Linken an und bildeten bei der Kammerwahl 1917, der ersten, die nach dem Verhältniswahlrecht durchgeführt wurde, das Cartel de la Sinistra zusammen mit der reformorientierten Sozialistischen Partei, welche die Radikalen bereits 1913 an Stimmen und Mandaten überholt hatte.
Calbane bildete daraufhin eine linke laizistische Koalition, welche endgültig die Trennung von Staat und Kirche und soziale Reformen durchsetzte, die wesentliche Wurzeln für den später voll ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat legten. 1920 erfolgte die Wiedervereinigung mit dem PDRS zum Partido Radical i Social-Democrático (PRSD), der sich seit 1925/26 wieder Partido Republicano Radical (PRR) nannte. Donado Salgado hatte die von ihm mitgegründete Radikalsozialistische Partei (PDRS) bereits 1912/13 in Richtung Sozialistischer Partei verlassen.
Unter dem Radikalen António Diaz führte die Radikal-Republikanische Partei nach den Wahlen von 1921 eine um Liberale erweiterte Mitte-Links-Koalition an, die Krise der Partei war aber bereits längst eingeleitet, welche die Radikale Partei in den gesamten Zwanziger Jahren begleiten sollte. Mit der Einführung des Verhältniswahlrechts im Jahr 1917 hatte die Partei die Führung der Linken zunehmend an die Sozialisten verloren, mit denen die Partei bis 1925 zusammenarbeitete. 1924 unterstützten die Radikalen mit António Sarabal den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik. Mit Cristoval Sánchez (1914-1921) und Carles Simón López (1921-1925) stellten die Radikalen den zweiten und dritten Präsidenten der Republik und von 1917 bis 1925 waren sie an jedem Kabinett beteiligt. Diese Phase der Dominanz der Partei endete erst mit der Niederlage der Partei bei den Wahlen 1925, welche der politischen Rechten einen Wahlsieg einbrachte und zum Rücktritt Carles Simón López' vom Präsidentenamt führte.
Krise der Zwanziger und frühen Dreißiger Jahre
Die Wahlen 1925 führten zu einer Destabilisierung und zu immer neuen inneren Spaltungen der Partei in konkurrierende Flügel, die sich aber nicht auf der Organisationsebene, sondern innerhalb von Partei und Fraktion vollzogen. Meist unterstützte nur ein Teil der radikalen Abgeordneten mehrere in rascher Folge amtierende Mitte-Rechts-Regierungen der Nationalen Konvergenz, zu der nun auch die liberale Republikanische Allianz Daniel La Pontes gehörte. Die Parteiführung der Radikalen – von den politischen Niederlagen verunsichert – schwankte zwischen einer Annäherung an die katholische Rechte und dem Versuch einer konstruktiven, aber eigenständigen Oppositionspolitik zu den Regierungen der zunehmend antidemokratisch auftretenden Rechtsbündnisse. Der Sieg des von der katholisch-konservativen Unión Popular García D’Alemas angeführten Bloc Nacional bei den Wahlen 1930 und die Niederlage der Radikalen, die nur noch 7 Prozent der Abgeordneten stellten, führte zu einer Wiederannäherung der von Angel Colón geführten PRR an die sozialistische Linke, mit der man seit 1932 gemeinsam in der Opposition zu Präsident D’Alema und den von ihm eingesetzten Präsidialregierungen stand. Dennoch artikulierte die Radikale Partei diese Haltung nur sehr zurückhaltend, was ihr von Seiten der Sozialisten und der Kommunisten den Schmähruf der „Schweigenden Gegnerschaft“ eintrug und 1933 in der Abspaltung des linken radikalsozialistischen Flügels als Unión Radical Socialista führte.
Volksfront und Verbot
Nach dem Tod D’Alemas im Herbst 1934 und im Zuge der drohenden Machtergreifung durch Faschisten und andere Republikgegner stellten sich die Radikalen Republikaner immer offener auf die Seite der Linken und kämpften öffentlich für den Erhalt der parlamentarischen Republik. Die Bedrohung der Republik durch rechts, durch Faschisten und rechtskonservative Kräfte, welche einen autoritären Ständestaat errichten wollten, führte die Radikalen zusammen mit Sozialisten, Radikal-Sozialisten und erstmals auch Kommunisten in die sogenannte Volksfront (Frente Popular), welche bei den Wahlen 1935 gegen die Nationale Front der Volksunion und ihrer rechten Verbündeten antrat und einen Sieg davon trug. Bereits zuvor hatte Angel Colón als Parteichef die PRR-Strukturen nach dem Vorbild der straff organisierten Arbeiterparteien reorganisiert und die Handlungsfähigkeit der Partei damit erheblich verbessert.
Bei den Wahlen verdoppelte die Partei nahezu ihre Stimmenanteile und Mandate und trat der ersten Volksfrontregierung bei, welche von Angel Colón geführt wurde. Bis 1937 in der Volksfrontregierung vertreten, mussten die Radikalen zahlreiche wirtschaftspolitische Zugeständnisse an Sozialisten und Kommunisten machen, um eigene sozialliberale Ziele durchzusetzen, und wurden von weiten Teilen des Bürgertums und der radikalisierten Rechten als „Bolschewiken“ angefeindet. Nach dem Auseinanderbrechen der Volksfront 1937 führte Ángel Colón nochmals ein Kabinett der linken Mitte mit Sozialisten, Radikalen, Liberalen und Zentristen an, wurde im Zuge des Februarputschs 1938 aber gestürzt.
Bei den halbfreien April-Wahlen 1938 holten PRR und URS zusammen 26 Mandate, wobei die Parteien der Linken stark vom neuen kurzfristig eingeführten Wahlsystem benachteiligt worden waren. Noch im Sommer 1938 wurden sowohl die Radikal-Republikanische Partei als auch die weiter links stehende Radikal-Sozialistische Union vom rechten Álamo-Regime verboten, ehe die August-Verfassung 1938 die Republik endgültig beendete und einen autoritär-faschistischen Ständestaat unter der Führung der aus der Volksunion hervorgegangenen Comunión Nacional machte. Eine kleine Minderheit ehemaliger Radikaler trat daraufhin zur Nationalen Kommunion über, die Führungselite der Partei aber und die meisten Aktivisten gingen ins Exil oder in den Untergrund zum neuen autoritär-faschistischen Regime Manuel Álamos.
Wiederaufbau nach dem Krieg
Während führende Vertreter der Vorkriegspartei wie Angel Colón oder Santiago Lamanto lange Zeit in Haft saßen und andere wie Francisco Monte sich vergeblich um die Fortführung der Partei im Exil bemühten, beteiligten sich andere am Kampf der sagradischen Resistença gegen das Regime und später die deutsche Besetzung.
Nach der Befreiung Sagradiens durch die Alliierten und die Widerstandstruppen übernahmen im ganzen Land zahlreiche ehemalige Radikale, die zuvor häufig verfolgt worden waren, wieder führende Ämter in den Verwaltungen des Staates. Noch im Jahr 1943 bemühte sich eine Gruppe Radikaler aus Widerstand und Exil um die Wiedergründung der Radikalen Partei. Schließlich wurde der Partido Republicano Democrático i Radical-Democrático (PRD) gegründet, häufig nur als Radikaldemokratische Partei bezeichnet. Der wiedergegründeten Partei gehörten nicht nur Mitglieder der alten PRR, sondern auch viele Radikal-Sozialisten aus der URS sowie Liberale aus dem Partido Liberal Republicano (PLR) an. Schließlich war der PRD der Versuch, die verschiedenen Strömungen des sagradischen Liberalismus in einer Parteiorganisation zu vereinen. So war die PRD 1947 auch Gründungsmitglied der Liberalen Weltunion (später Liberale Internationale). Erster Vorsitzender der Partei wurde António Delauro, ein früheres Mitglied des PRR.
Bei der Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1944 erreichte der PRD 7 Prozent der Stimmen. Das waren deutlich weniger als erhofft und auch weniger als der PRR allein bei der Wahl 1935 auf sich vereint hatte. Hinter Sozialisten, Christdemokraten, Kommunisten und dem rechtsliberalen MPD stellte die PRD in der Nationalversammlung nur die fünftstärkste Fraktion, trat aber der Demokratischen Koalition aus Sozialisten, Christdemokraten und Kommunisten bei, die nun die provisorischen Regierungen unter Sergio Dini und José Saviola stützte.
Trotz der Zusammenarbeit mit den Parteien der Linken (PS, PCS) und der Mitte (PCC) dominierten in der Partei vor allem die Parteirechten, welche zu der Idee der alten Volksfront auf deutlichen Abstand gingen und stattdessen eine Bündelung der bürgerlichen Kräfte anstrebte. Während dessen rissen auch die alten Flügelkämpfe der Vorkriegszeit wieder auf und schwächten die Partei nachhaltig. 1946 bildeten einigen linksliberale Republikaner zusammen mit linkskatholischen und sozialdemokratisch-pazifistischen Gruppen unter der Führung des Menschenrechtlers und Entwicklungshelfers Fernando De la Rúa den Partido d'Acción Democrática (PdAD). Gleichzeitig schlossen sich zahlreiche enttäuschte Radikale, vornehmlich vom linken Flügel, der neuen Sozialdemokratischen Partei Santo De la Ilpas an.
Bei der ersten Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946 erhielt die Radikale Partei im Bündnis mit De la Rúas PdAD 6,5 Prozent der Stimmen und wurde nochmals geschwächt. Dennoch gehörte die Partei in der Folge bis 1949 zu allen parlamentarischen Regierungen und stellte 1947 sogar für wenige Monate mit António Delauro den Ministerpräsidenten einer Vielparteienregierung. Mit der sich anbahnenden Polarisierung des Parteiensystems in eine demokratische Rechte und eine kommunistisch-sozialistische Linke wurde auch innerhalb der Radikaldemokratischen Partei die Frage der Links- oder Rechtsorientierung zunehmend problematisch. Während der Flügel um Mariano Waldner Sanchis und Daniel Galindo Ferres eher das Konzept der linksorientierten Reformpartei vertrat, trat der konservative Flügel der Partei um Franco Ponente und Luciano Vélez eher für ein Bündnis mit der Christlichen Zentrumspartei Paulo Luciaros ein, die sich zur dominanten Partei der rechten Mitte entwickelte.
Parteispaltung 1949
Schließlich zerfiel die PRD im Frühjahr 1949 in zwei Flügel. Nach dem Scheitern der Regierung De la Ilpa versuchte Paulo Luciaro eine Koalition der rechten Mitte zu schmieden und erstmals auch die bisher am rechten Rand isolierte Unión Nacional Popular (UNP) mit einzubeziehen, in der zahlreiche ehemalige Regime-Funktionäre und Kollaborateure vertreten waren, die aber ihre demokratische Gesinnung beweisen wollte. Im PRD setzten sich nun die Gegner einer Regierungsbeteiligung durch, zu denen nicht nur Parteilinke, sondern auch einige Vertreter des konservativen Flügels gehörten, die aber eine Einbindung von Ex-Faschisten in die Regierung ablehnten. Dagegen setzte sich die Mehrheit der Konservativen um Ponente, Vélez und Carles Méndez, aber auch pragmatische Linke für einen Regierungseintritt ein. Schließlich spalteten sich die Regierungsanhänger von der Partei ab, unterstützen die Regierung und bildeten daraufhin die Unión Democrática Republicana i Radical-Democrática als neue Partei der liberalen Mitte.
Der Rest-PRD schloss sich zu den Senatswahlen 1949 und den Kammerwahlen 1950 mit mehreren linksliberalen Splitterparteien und Abweichlern von PCC und MPD zur Unión Cívica Radical (UCR) zusammen, die aber bei der Wahl zur Abgeordnetenkammer nur 2,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinte, während die UDR 2,2 Prozent erreichte. Nach der Wahl ging aus dem UCR-Wahlbündnis eine neue politische Partei hervor, die vom linken Flügel des alten PRD dominiert wurde. Dem neuen Kabinett Luciaro II der so genannten Zentrumskoalition gehörten sowohl UCR als auch UDR an. Mehrere Versuche, infolge des schlechten Wahlergebnisses beider PRD-Nachfolgeparteien und der gemeinsamen Regierungsbeteiligung eine Wiedervereinigung von UCR und UDR zu erreichen, scheiterten jedoch in der Folge (siehe Unión de Republicanoes i Radical-Democráticoes). Stattdessen bildete die UDR zu den Parlamentswahlen 1954 ein Wahlbündnis mit mehreren rechtsliberalen Parteien (die so genannte Demokratische Union), während die UCR alleine auf nur 1,2 Prozent der Stimmen kam und in der Folge in mehrere Faktionen zerfiel.
Die UDR trat 1955 mit ihren rechtsliberalen Koalitionspartnern der Bürgerblock-Regierung unter Paulo Luciaro bei. 1961 ging sie schließlich in der liberalen Unión Democrática de Sagradia (UDS) auf. Eine Gruppe von sozialliberalen UDR-Abweichlern, welche die Wiederbelebung der Radikalen Partei der Demokratischen Union vorzogen, verließen 1955 die Partei und bildeten mit einigen UCR-Mitgliedern das Movimiento de Radical-Democráticoes (MRD), aus dem schließlich 1958 der restituierte Partido Radical-Democrático (PRD) hervorging, der Mitglieder von PSD, UCR und CDH aufnahm, welche sich gegen die Gründung der sozialdemokratischen ASUL im Jahr 1957 richteten. Dagegen fanden auch einige Radikaldemokraten den Weg in die neue Mitte-Links-Partei, ehe 1992 auch die PRD in der ASUl aufging.
Historische Namen der Radikalen Partei und ihrer Abspaltungen
Partido Republicano Radical-Democrático (PRRD/RRD/PRR)
Abspaltung 1909: Partido Democrático Radical Socialista (PDRS)
Fusion 1920: Partido Radical i Social-Democrático (PRSD)
Name seit 1925 wieder: Partido Republicano Radical (PRR)
Abspaltung 1933: Unión Radical-Socialista (URS)
Partei 1943: Partido Republicano Democrático i Radical-Democrático (PRD)
Abspaltung 1949: Unión Democrática Republicana i Radical-Democrática (UDR), seit 1955 Unión Democrática Republicana (UDR)
Fusion 1950: Unión Cívica Radical (UCR)
Abspaltung UDR 1955: Movimiento de Radical-Democráticoes (MRD)
Fusion 1958: Partido Radical-Democrático (PRD)
Parteiführer der Radikalen
PRRD (1894-1920)
- 1894-1899: Pietro Celeste
- 1899-1904: Armando Cotxía
- 1904-1906: Carles Belavís
- 1906-1907: Donado Salgado
- 1907: Armando Cotxía
- 1907-1914: Cristoval Sánchez
- 1914-1921: Francisco Calbane
PRSD (1920-1925)
- 1921-1928: António Diaz
PRR (1925-1938)
- 1928-1932: Santiago Lamanto
- 1932-1939: Angel Colón
- 1939-1940: Francisco Monte
PRD (1943-1950)
- 1943-1950: António Delauro
UCR (1950-1957)
- 1950-1957: Daniel Galindo Ferres
MRD (1955-1958)
- 1955-1959: Maximilián Fernández