Carles María Ortega: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 47: | Zeile 47: | ||
* 1948-1950: Parlamentarischer Sekretär der [[PPC]]-Gruppe in der Abgeordnetenkammer | * 1948-1950: Parlamentarischer Sekretär der [[PPC]]-Gruppe in der Abgeordnetenkammer | ||
* 1960-1964: Sprecher der [[PPC]]-Gruppe in der Abgeordnetenkammer | * 1960-1964: Sprecher der [[PPC]]-Gruppe in der Abgeordnetenkammer | ||
| − | + | * 1958-1963: Stellvertretender Parteivorsitzender der [[PPC]] | |
| + | * 1963-1964: Parteivorsitzender der [[PPC]] | ||
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Ortega]] | [[Kategorie: Sagradischer Politiker|Ortega]] | ||
Version vom 21:29, 23. Jan 2014
Carles María Ortega (*1895 in Ruavilla/Croel; +1970 in Semess) war ein sagradischer konservativer Politiker und Präsident der Republik (1965-1970). Vor seiner Präsidentschaft war er u.a. Außenminister (1955-1960) und Parteivorsitzender der christlich-konservativen PPC (1963-1964).
Inhaltsverzeichnis
Leben
Jugend und Beruf
Der aus großbürgerlichem Haus stammende Carles María Ortega wurde in der Croel geboren und wuchs in Óstino auf, wo sein Vater, ein angesehener Ostinenser Kaufmann, ein Handelshaus leitete. Ortega besuchte ein katholisches Gymnasium und begann nach dem Abitur ein Studium der Rechtswissenschaften, das er schließlich als Dr. jur. abschloss. Danach trat er als Syndikus und später als leitender Geschäftsführer in das Ostinenser Bankhaus Ernesto Blaste Creditoes SRL ein. Von 1932 bis 1934 leitete Ortega zwischenzeitig die Geschäfte des Ostsagradischen Vereins von Privatbanken, ehe er 1935 Präsident der Vereinigung Sagradischer Privatbanken wurde und 1937 zum Bankhaus Blaste zurückkehrte.
Beginn der politischen Karriere
Nachdem Ortega, aufgrund seiner Geschäftstätigkeiten mit guten Verbindungen nach Skandinavien ausgestattet, 1943 zum sagradischen Gesandten in Schweden ernannt worden war, berief ihn Ministerpräsident Sergio Rafael Dini im Januar 1945 zu seinem persönlichen Berater für Handel und außenwirtschaftliche Beziehungen. Nach Dinis Wahl zum Präsidenten der Republik im August 1945 wurde Ortega stellvertretender Kabinettssekretär und einer der engsten Mitarbeiter Dinis im Plazarenya-Palast.
Parlamentarier und Minister
Bei der Parlamentswahl 1946 zog Ortega für die christdemokratische Volkspartei in die sagradische Abgeordnetenkammer ein, wo er 1948 die Funktion eines Parlamentssekretärs der PPC-Fraktion übernahm. Im Jahr 1949 berief ihn PPC-Führer und Ministerpäsident Paulo Luciaro als Minister für Angelegenheiten der Nationalversammlung in sein Kabinett. Als solcher oblag ihm die Koordination der Regierungspolitik mit den mehrheitsbildenden Fraktionen in Abgeordnetenkammer und Senat. Nach der Parlamentswahl 1950 wurde Ortega zum Vorsitzenden des außenpolitischen Ausschusses der sagradischen Abgeordnetenkammer gewählt.
Außenpolitisches Wirken
Als Experte seiner Fraktion für Außenpolitik und einer der prominentesten und profiliertesten Parlamentarier ohne Ministeramt wurde Ortega nach der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954 zum Außenminister im Kabinett Luciaro IV ernannt. In diesem Amt führte er 1955 die Verhandlungen zwischen Sagradien und Micolinien über die Verträge von Alágua und Pexace erfolgreich zum Abschluss. Das 1956 als Ergänzung zu den Golenverträgen zwischen beiden Staaten geschlossene Abkommen von Plato über den Status von Cuentez geht ebenfalls wesentlich auf das Wirken Ortegas zurück.
Fraktions- und Parteichef
Nachdem Paulo Luciaro im Herbst 1959 seinen Rücktritt als Ministerpräsident für Januar 1960 angekündigt hatte, galt Ortega als einer der möglichen Nachfolgekandidaten, betrieb aber keine aktive Bewerbung und blieb Außenseiter in den ausbrechenden Diadochenkämpfen zwischen Carles Angel Favale, Dián Jocéntilo Sánchez und Martín Ánibal Costa um die Führung von Regierung und Partei. Im Kabinett des aus den Kämpfen siegreich hervorgegangenen Luciaro-Nachfolgers Carles Angel Favale verzichtete Ortega auf einen Ministerposten und bewarb sich stattdessen als Nachfolger von Innenminister Martín Ánibal Costa um den Posten des Fraktionssprechers der PPC in der Abgeordnetenkammer. Nach seiner Wahl war er einer der wesentlichen Organisatoren der Koalitionsarbeit. Nachfolger Ortegas als Außenminister wurde Roberto Helguerra.
Nachdem die Konservativen unter ihrem Spitzenkandidaten Favale bei den Kammerwahlen 1962 starke Stimmenverluste hatten hinnehmen müssen und die regierende Mitte-Rechts-Koalition mit der UDS ihre Mehrheit eingebüßt hatte, bildete sich im Exekutivausschuss der Partei sowie in der Fraktion eine Mehrheit, die auf eine Ablösung Favales an der Spitze der Regierung drängte. Während auch eine Rückkehr des 74-jährigen Paulo Luciaro ins Regierungsamt im Raum stand, unterstützte Ortega schließlich Martín Ánibal Costa als Premier-Kandidaten. Dem Kabinett der Großen Koalition aus PPC und ASUL unter Martín Ánibal Costa gehörte Ortega nicht an.
Nach dem Tod Paulo Luciaros 1963 rückte Ortega als erster Stellvertreter an die Parteispitze. Trotz der Bemühungen Ortegas um ein einvernehmliches Regieren mit der ASUL scheiterte die Koalition bereits nach wenigen Monaten. Aus den vorgezogenen Parlamentswahlen im Dezember 1963 gingen erstmals seit 1946 die Sozialisten als stärkste Kraft hervor, die PPC unter ihrem uncharismatischen Spitzenkandidaten Costa verlor nochmals deutlich an Stimmen. Ortega bemühte sich nun vergeblich um die Bildung einer neuen Mitte-Rechts-Mehrheit, stattdessen entschloss sich jedoch die liberale UDS zur Bildung einer Mitte-Links-Koalition mit ASUL und PRD.
Präsidentschaft
Nach der Wahlniederlage der Konservativen ließ sich Ortega zum Vizepräsidenten der Abgeordnetenkammer wählen und erklärte nach längeren Diskussionen in der Parteiführung um die zukünftige programmatische und personelle Ausrichtung der Partei seinen Rückzug aus dem höchsten Parteiamt. Dabei spielte auch eine Rolle, dass dem umgänglichen und auf Konsens ausgerichteten Ortega nicht zugetraut wurde, der neuen Rolle der PPC in der Opposition gerecht zu werden. Auf dem Parteitag der Christdemokraten im März 1964 wurde Ortega verabschiedet und Carles Angel Favale zum Nachfolger gewählt, der die Parteispitze daraufhin reformierte und sich eine starke Machtbasis schuf.
Ortega dagegen wurde zum Kandidaten für die konservative Rechte bei der Präsidentschaftswahl 1965 ernannt, bei der ein Nachfolger für Präsident Ariel Fernando De la Roya gesucht wurde, der sich nach zehn Jahren an der Staatsspitze um keine dritte Amtszeit bewerben durfte. Ortega trat gegen den Sozialisten Nino Cabal an und schlug diesen schließlich in der Stichwahl mit rund sechs Prozentpunkten Vorsprung. Damit trat Ortega im Juli 1965 sein Amt als vierter Staatspräsident in der Geschichte der Dritten Republik an.
Nach fast fünf Jahren im Amt erklärte Ortega Ende 1969 seine erneute Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 1970. Wenige Monate vor der Wahl erlag Ortega jedoch in seinem Amtssitz in Semess einem Schlaganfall und verstarb. Zum Nachfolger wurde wenige Wochen später in einer vorgezogenen Wahl der sozialistische Kandidat Nino Cabal gewählt.
Politische Funktionen
Öffentliche Ämter
- 1943-1944: Sagradischer Honorarkonsul in Göteborg
- 1945-1946: Stellvertretender Kabinettssekretär im Rang eines Staatsrats beim Präsidenten der Republik
- 1949-1950: Minister für Angelegenheiten der Nationalversammlung im Kabinett Luciaro II
- 1950-1954: Vorsitzender im Ausschuss der Abgeordnetenkammer für Auswärtige Angelegenheiten
- 1955-1960: Außenminister im Kabinett Luciaro V, VI und VII
- 1964-1965: Vizepräsident der sagradischen Abgeordnetenkammer
- 1965-1970: Präsident der Republik
Mandate
- 1934-1938: Mitglied des Stadtrats von Ostino
- 1944-1952: Mitglied des Stadtrats von Ostino
- 1946-1965: Mitglied der Abgeordnetenkammer