Movimiento de Fraternitá Popular: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Volksbruderschaftsbewegung''' (''Movimiento de la Fraternitá Popular'', kurz '''MFP''') war eine [[sagradische]] politische Bewegung und eine populistische Partei, die in den Sechziger Jahren Erfolge feiern konnte. Nach ihrem Führer [[António Blanxard Rovira]] wird sie auch als '''Blanxardistische Bewegung''' bezeichnet.
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Die '''Volksbruderschaftsbewegung''' (''Movimiento de la Fraternitá Popular'', kurz '''MFP''') war eine [[sagradische]] politische Bewegung und eine populistische Partei, die Ende der Sechziger Jahre Erfolge feiern konnte. Nach ihrem Führer [[António Blanxard Rovira]] wird sie auch als '''Blanxardistische Bewegung''' bezeichnet.
  
 
==== Gründung und Ausrichtung ====
 
==== Gründung und Ausrichtung ====
Die Volksbruderschaftsbewegung entstand nach der [[Parlamentswahl 1962]] als populistische Sammlungsbewegung gegen die Politik der Großen Koalition unter [[Martín Ánibal Costa]]. Als Führer der Partei trat der frühere Faschist und [[División Negra|Divisionist]] [[António Blanxard Rovira]] auf, der nach der Einbindung der sozialistischen [[ASUL]] in die Regierung vor einem kommunistischen Umsturz warnte und damit antikommunistische Ressentiments im Mittelstand schürte. Die Volksbruderschaftsbewegung sprach sich gegen die zunehmende kulturelle Liberalisierung aus und setzte sich für die Interessen des von Abstiegsängsten geplagten alten Mittelstands und der Landbevölkerung ein. Profitieren konnte die Partei vor allem von der wirtschaftlichen Krise, die Anfang der Sechziger Jahre zu einer Stagnation und zu einem vorübergehenden Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Nachkriegszeit führte.  
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Die Volksbruderschaftsbewegung entstand im Jahr 1966 als mittelständische Protestbewegung unter Führung des Kaufmanns und Publizisten [[António Blanxard Rovira]]. Dieser hatte in den 1930er Jahren der faschistischen [[Divisionsbewegung]] angehört und hatte danach im Zweiten Weltkrieg gekämpft. Anschließend versuchte er sich zunächst ohne größeren Erfolg als Publizist für nationalistische Literatur. Er bekämpfte unter anderem die Dekolonialisierung, sah die große Nachkriegskoalition aus [[PPC|Christdemokraten]], [[ASUL|Sozialisten]], [[PRR|Radikalen]] und zeitweise auch [[PCS|Kommunisten]] als Machtkartell an und lehnte die Mitgliedschaft Sagradien in NATO und EWG genauso ab wie die kommunistische Linke.
  
Zum politischen Profil der Partei gehörten gleichermaßen eine Ablehnung des modernen Kapitalismus wie eine dezidierte Gegnerschaft zum Kommunismus, Kritik an der als "Parteienherrschaft" angesehenen parlamentarischen Demokratie und die Präferenz für ein korporativistisch-autoritäres Staatssystem. Der politische Pluralismus wurde als Gefahr für den Zusammenhalt der Gesellschaft angesehen, die europäische Einigung als Bedrohung für die staatliche Souveränität und die Integrität der Nation abgelehnt. Von Gegnern wurde die Partei als neofaschistisch kritisiert, was durch das Auftreten der Partei bei uniformierten Protestkundgebungen und die Organisation in verschiedenen "Volksbruderschaften" verstärkt wurde.
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Unmittelbarer Anlass für die Gründung der Volksbruderschaftsbewegung war eine Steuererhöhung der Mitte-Links-[[Kabinett Del Pérez II|Regierung Del Pérez]], die Blanxard als Ausbeutung des Mittelstands bezeichnete. Mit seinen Warnungen vor einer sozialistischen Enteignung schürte durch die sozialistisch geführte Regierung schürte Blanxard Rovira vor allem Ressentiments im Mittelstand. Die Volksbruderschaftsbewegung sprach sich aber auch gegen die zunehmende kulturelle Liberalisierung aus und setzte sich für die Interessen des von Abstiegsängsten geplagten alten Mittelstands und der Landbevölkerung ein. Profitieren konnte die Partei vor allem von der wirtschaftlichen Krise, die Mitte der Sechziger Jahre zu einer Stagnation und zu einem vorübergehenden Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Nachkriegszeit führte.
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Zum politischen Profil der Partei gehörten gleichermaßen eine Ablehnung des modernen Kapitalismus wie eine dezidierte Gegnerschaft zum Kommunismus, Kritik an der als "Parteienherrschaft" angesehenen parlamentarischen Demokratie und die Präferenz für ein korporativistisch-autoritäres Staatssystem. Der politische Pluralismus wurde als Gefahr für den Zusammenhalt der Gesellschaft angesehen, die europäische Einigung als Bedrohung für die staatliche Souveränität und die Integrität der Nation abgelehnt.
  
 
==== Aufstieg und Niedergang ====
 
==== Aufstieg und Niedergang ====
Bei der vorgezogenen [[Parlamentswahl 1963]] zog die blanxardistische Partei mit 6,5 Prozent der Stimmen und 26 Deputierten in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] ein. Dort reihte sie sich in die Opposition zur sozialistisch-liberalen [[Kabinett Santiago|Regierungskoalition]] ein, wurde aber weitgehend von den bürgerlichen Parteien als Kooperationspartner gemieden. Dies änderte sich teilweise nach der [[Parlamentswahl 1967]], bei der die Blanxardisten mit sechs Prozent der Stimmen und 25 Abgeordneten erneut in die Kammer einzogen. Fortan stand die Parlamentsfraktion der MFP in einem ungeklärten Verhältnis zur konservativ-liberalen [[Kabinett Favale II|Minderheitsregierung]] unter [[Carles Angel Favale]], die sich teilweise auf die parlamentarische Unterstützung der Volksbruderschaften stützen konnte. Die partielle Zusammenarbeit zwischen Konservativen und Blanxardisten führte zu Massenprotesten und trug zur Politisierung der Studentenbewegung in Sagradien bei. Wiederholt kam es zu Zusammenstößen blanxardistischer Anhänger und linker Demonstranten, die den Einfluss der MFP auf die Regierung als autoritären Rechtsruck interpretierten.
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Nach der Gründung der Bewegung im Jahr 1966 nahm Blanxards Partei erstmals an der [[Parlamentswahl 1967]] teil und zog mit 6 Prozent der Stimmen und 26 Deputierten in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] ein. Dort wurde die Partei zunächst durch die von ihr als Kartell bezeichneten Konkurrenten ausgeschlossen, doch blieb das Verhältnis zur konservativ-liberalen [[Kabinett Favale II|Minderheitsregierung]] unter [[Carles Angel Favale]] letztlich ungeklärt, die bei einigen Gesetzesakten wie einer umfassenden Steuererleichterung im Parlament durch Blanxards Partei unterstützt wurde. Die indirekte Zusammenarbeit zwischen Konservativen und Blanxardisten führte zu Protesten und trug unter anderem zur Politisierung der Studentenbewegung in Sagradien bei, die in Blanxards Partei eine neue faschistische Bewegung erblickte.  
  
 
Nachdem die Auseinandersetzungen in den Jahren 1967-1969 eine Höhepunkt erreicht hatten, folgte der rasche Abstieg der populistischen Volksbruderschaftsbewegung. Durch die [[Kabinett Méndez|Regierung]] des [[UDS|liberalen]] [[Ministerpräsident]]en [[Carles Méndez]] isoliert, und durch Korruptionsvorwürfe gegen Blanxard Rovira unter Druck, erlitt die Partei bei der [[Parlamentswahl 1970]] eine Niederlage und verpasste mit einem Stimmenanteil von 2,7 Prozent der Stimmen den Einzug in die Abgeordnetenkammer. Danach versank die Partei rasch in der Bedeutungslosigkeit. Ohne ihren Gründer und Anführer Blanxard, der 1972 wegen Korruption zu einer Haftstrafe zur Bewährung verurteilt wurde, schied die Partei aus allen Parlamenten aus und erhielt bei der [[Parlamentswahl 1974]] nur noch 0,9 Prozent der Stimmen und löste sich daraufhin aus.
 
Nachdem die Auseinandersetzungen in den Jahren 1967-1969 eine Höhepunkt erreicht hatten, folgte der rasche Abstieg der populistischen Volksbruderschaftsbewegung. Durch die [[Kabinett Méndez|Regierung]] des [[UDS|liberalen]] [[Ministerpräsident]]en [[Carles Méndez]] isoliert, und durch Korruptionsvorwürfe gegen Blanxard Rovira unter Druck, erlitt die Partei bei der [[Parlamentswahl 1970]] eine Niederlage und verpasste mit einem Stimmenanteil von 2,7 Prozent der Stimmen den Einzug in die Abgeordnetenkammer. Danach versank die Partei rasch in der Bedeutungslosigkeit. Ohne ihren Gründer und Anführer Blanxard, der 1972 wegen Korruption zu einer Haftstrafe zur Bewährung verurteilt wurde, schied die Partei aus allen Parlamenten aus und erhielt bei der [[Parlamentswahl 1974]] nur noch 0,9 Prozent der Stimmen und löste sich daraufhin aus.

Version vom 16:47, 16. Apr 2013

Die Volksbruderschaftsbewegung (Movimiento de la Fraternitá Popular, kurz MFP) war eine sagradische politische Bewegung und eine populistische Partei, die Ende der Sechziger Jahre Erfolge feiern konnte. Nach ihrem Führer António Blanxard Rovira wird sie auch als Blanxardistische Bewegung bezeichnet.

Gründung und Ausrichtung

Die Volksbruderschaftsbewegung entstand im Jahr 1966 als mittelständische Protestbewegung unter Führung des Kaufmanns und Publizisten António Blanxard Rovira. Dieser hatte in den 1930er Jahren der faschistischen Divisionsbewegung angehört und hatte danach im Zweiten Weltkrieg gekämpft. Anschließend versuchte er sich zunächst ohne größeren Erfolg als Publizist für nationalistische Literatur. Er bekämpfte unter anderem die Dekolonialisierung, sah die große Nachkriegskoalition aus Christdemokraten, Sozialisten, Radikalen und zeitweise auch Kommunisten als Machtkartell an und lehnte die Mitgliedschaft Sagradien in NATO und EWG genauso ab wie die kommunistische Linke.

Unmittelbarer Anlass für die Gründung der Volksbruderschaftsbewegung war eine Steuererhöhung der Mitte-Links-Regierung Del Pérez, die Blanxard als Ausbeutung des Mittelstands bezeichnete. Mit seinen Warnungen vor einer sozialistischen Enteignung schürte durch die sozialistisch geführte Regierung schürte Blanxard Rovira vor allem Ressentiments im Mittelstand. Die Volksbruderschaftsbewegung sprach sich aber auch gegen die zunehmende kulturelle Liberalisierung aus und setzte sich für die Interessen des von Abstiegsängsten geplagten alten Mittelstands und der Landbevölkerung ein. Profitieren konnte die Partei vor allem von der wirtschaftlichen Krise, die Mitte der Sechziger Jahre zu einer Stagnation und zu einem vorübergehenden Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Nachkriegszeit führte.

Zum politischen Profil der Partei gehörten gleichermaßen eine Ablehnung des modernen Kapitalismus wie eine dezidierte Gegnerschaft zum Kommunismus, Kritik an der als "Parteienherrschaft" angesehenen parlamentarischen Demokratie und die Präferenz für ein korporativistisch-autoritäres Staatssystem. Der politische Pluralismus wurde als Gefahr für den Zusammenhalt der Gesellschaft angesehen, die europäische Einigung als Bedrohung für die staatliche Souveränität und die Integrität der Nation abgelehnt.

Aufstieg und Niedergang

Nach der Gründung der Bewegung im Jahr 1966 nahm Blanxards Partei erstmals an der Parlamentswahl 1967 teil und zog mit 6 Prozent der Stimmen und 26 Deputierten in die sagradische Abgeordnetenkammer ein. Dort wurde die Partei zunächst durch die von ihr als Kartell bezeichneten Konkurrenten ausgeschlossen, doch blieb das Verhältnis zur konservativ-liberalen Minderheitsregierung unter Carles Angel Favale letztlich ungeklärt, die bei einigen Gesetzesakten wie einer umfassenden Steuererleichterung im Parlament durch Blanxards Partei unterstützt wurde. Die indirekte Zusammenarbeit zwischen Konservativen und Blanxardisten führte zu Protesten und trug unter anderem zur Politisierung der Studentenbewegung in Sagradien bei, die in Blanxards Partei eine neue faschistische Bewegung erblickte.

Nachdem die Auseinandersetzungen in den Jahren 1967-1969 eine Höhepunkt erreicht hatten, folgte der rasche Abstieg der populistischen Volksbruderschaftsbewegung. Durch die Regierung des liberalen Ministerpräsidenten Carles Méndez isoliert, und durch Korruptionsvorwürfe gegen Blanxard Rovira unter Druck, erlitt die Partei bei der Parlamentswahl 1970 eine Niederlage und verpasste mit einem Stimmenanteil von 2,7 Prozent der Stimmen den Einzug in die Abgeordnetenkammer. Danach versank die Partei rasch in der Bedeutungslosigkeit. Ohne ihren Gründer und Anführer Blanxard, der 1972 wegen Korruption zu einer Haftstrafe zur Bewährung verurteilt wurde, schied die Partei aus allen Parlamenten aus und erhielt bei der Parlamentswahl 1974 nur noch 0,9 Prozent der Stimmen und löste sich daraufhin aus.

Erbe

Obwohl nur zeitweise erfolgreich, wurde der Begriff "Blanxardismus" in Sagradien zum Inbegriff des antiparlamentarischen Populismus und der radikalen Parteienkritik. Zahlreiche frühere Anhänger engagierten sich in den folgenden Jahren in rechtsextremen Organisationen und gehörten teilweise rechtsterroristischen Gruppen an. Die in den Achtziger Jahren zeitweise erfolgreiche Unión Popular Social (UPOS) wurde von einem früheren Blanxardisten gegründet. Die seit den 1990er Jahren erfolgreiche rechtspopulistische Partido Social Popular unter Joán De la Pênia wurde vor allem in ihren Gründerjahren mit der Blanxardistischen Partei vergleichen und bisweilen als "neo-blanxardistisch" bezeichnet.