Johann der Hochmütige

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen

Johann, genannt der Hochmütige (*1352, †1395), war als Johann IV. König von Sagradien (1378-1395) und König von Mikolinien (1378-1386) und als Johann V. König von Peruzien (1378–1395). Als er 1386 in der so genannten "Mikolinischen Revolution" die Krone von Mikolinien an Karl von Interea verlor, endete nach 65 Jahren die sagradisch-mikolinische Union von Alágua. Johann ist der letzte europäische Herrscher aus dem Haus Redanior. Bereits zu Lebzeiten des als Herrscher schwachen Königs entbrannten Nachfolgekämpfe, die ihren Ausdruck im Bürgerkrieg der Herzöge fanden und schließlich in den verhehrenden offenen Erbfolgekrieg mündeten.

Jugend und Thronbesteigung[bearbeiten]

Johann von Redanior wurde 1352 als ältester Sohn von König Martin VII./II. von Sagradien, Mikolinien und Peruzien und dessen zweiter Frau Luisa von Nanthés geboren. Bis 1378 trug Johann den Titel eines Herzogs von Scantia. Im Erbteilungsplan seines Vaters von 1368 war er als Nachfolger im sagradischen und im golischen Reichsteil vorgesehen, während sein jüngerer Bruder Philipp, Prinz von Peruzien die mikolinische und peruzinische Krone erben sollte. Der Plan wurde zwar nach dem Tod Philipps 1369 hinfällig, war zuvor aber bereits von den mikolinischen Ständen bestätigt worden, was später noch eine Rolle spielen sollte.

Johann heiratete 1376 Luísa von Vesaey - Tochter Jakobs von Vesaey - und wurde unmittelbar danach von seinem schwer erkrankten Vater als Regent in Sagradien und Golen eingesetzt. Die Herrschaft in Mikolinien sollte vorerst Martins Statthalter Stefan von Noyar in Übereinkunft mit einem mikolinischen Regentschaftsrat unter Führung von Karl von Interea, einem Vetter Johanns, ausüben, was jedoch zunehmend zu Spannungen führte.

Nach dem Tod Martins VII. 1378 folgte Johann seinem Vater auf den Thron der Doppelmonarchie, doch hatte er Schwierigkeiten, seine Herrschaft durch die mikolinischen Stände anerkennen zu lassen. Erst nach zähen Verhandlungen und nachdem er auf Druck der Mikolinischen Adligen hin Stefan von Noyar als Statthalter abberufen hatte, wurde ihm auch in Mikolinien gehuldigt. Diese Schmach sollte er nie vergessen.

Abfall Mikoliniens[bearbeiten]

Nach seinem Amtsantritt 1378 suchte Johann den westlichen Reichsteil nie wieder auf. Stattdessen machte er 1381 seinen Vertrauten, den Grafen Johann von Tesqué, zum Statthalter in Mikolinien. Dieser war vor allem in Mikolinien noch unpopulärer als der ungeliebte Stefan von Noyar und verlieh hohe Ämter ausschließlich an Sagradier. Entgegen der mikolinischen Tradition bestand er zudem darauf, verwaiste Lehen komplett für die Krone einzuziehen, anstatt sie unter den Adligen des Landes neu zu verteilen, und versuchte, die Finanzpolitik und die Administration des Reichs zu zentralisieren.

Seit 1383 kam es immer wieder zu Unruhen, die sich gegen die Herrschaft Johanns und seines Statthalters Tesqué richteten. Den Anfang machte ein Bauernaufstand in Peruzien und Nordmikolinien 1383, der bald auf den Süden überschlug und sich zum Adelsaufstand gegen die Statthalterschaft des Grafen von Tesqué ausweitete. Bis 1385 versammelte sich die Mehrheit der mikolinischen Stände unter der Führung des Herzogs Karl von Interea, einem Nachkommen der mikolinischen Salua-Könige, in einem Bündnis gegen Tesqué. Nachdem alle Verhandlungsversuche mit Johann gescheitert waren, kam es 1386 zur Konvention von Nanthés, in der die Stände Mikoliniens die Herrschaft Johanns für unrechtmäßig erklärten und ihn als König absetzten. Stattdessen beriefen sie sich auf den Erbteilungsplan Martins VII. und die Konvention von Marbore von 1368 und erklärten die mikolinische Krone für verwaist.

In der Folge wurde Karl von Interea als Karl V. zum mikolinischen König erhoben. Johann schickte ein Heer nach Mikolinien, das von Karl in mehreren Schlachten (u.a. bei Melladí und Salazia 1387) geschlagen wurde. Damit fiel das von Johanns Großvater Martin dem Guten vereinte sagro-mikolinische Großreich der Union von Alagua wieder auseinander. Nach seiner Niederlage gegen Karl wuchs auch die Opposition im eigenen Land und Johann musste sich immer wieder kleinerer Aufstände erwehren.

Nachfolgekämpfe[bearbeiten]

Nachdem Johann die Herrschaft über das Königreich Mikolinien de facto verloren hatte, versuchte er, seine Herrschaft in Peruzien durch Zugeständnisse an den heimischen Adel zu sichern. Mit der Konvention von Albero 1390 stellten sich die peruzinischen Stände hinter Johann, erhielten im Gegenzug aber weitgehende Privilegien und das Recht, über den nächsten König selbst entscheiden zu dürfen, sollte Johann keinen männlichen Erben hinterlassen.

Die Stellung Johanns blieb damit weiter prekär, da aus seiner Ehe mit Luisa von Vesaey bis dahin keine Nachkommen hervorgegangen waren. Wegen seiner Kinderlosigkeit und seiner politischen Schwäche kam es bereits zu seinen Lebzeiten zu Nachfolgekämpfen zwischen seinen Vettern Martin von Óstino und Michael von Vesaey, die als "Krieg der zwei Herzöge" bekannt wurden. 1394 verbündete sich Martín d'Óstino im Vertrag von Nanthés mit Karl VI. von Mikolinien, dem Sohn Karls von Interea, gegen Johann. Es kam zum Kampf zwischen dem Herzog von Óstino und dem Heer König Johanns. In der Schlacht von Meném geriet Johann in Gefangenschaft, musste Martín d'Óstino als Regenten und Erben anerkennen und blieb bis zu seinem Lebensende unter ostinensischer Kontrolle.

1395 starb Johann, sodass sich Martin von Ostino als Martin VIII. zum König proklamierte. Hiergegen wandte sich Miquel de Vesaey, der die Nachfolge Martins nicht anerkannte und den Thronfolgekrieg fortsetzte.