Philipp V.
Philipp V. (von Sagradien), (*1389; †1457) war als König von Sagradien (1421-1457) der zweite und letzte König aus dem Haus Vesaey. Er schloss 1443 den Frieden von Tesqué, der den unter seinem Vater Michael von Vesaey begonnenen Sechzigjährigen Krieg beendete.
Herkunft und Thronbesteigung
Filipe Miquel de Vesaey wurde 1389 in Vesaey als Sohn Miquel de Vesaeys, des Herzogs von Sesín, und seiner Frau Lara von Salua geboren. Über seinen Vater war Philipp ein Urenkel des sagradischen, mikolinischen und peruzinischen Königs Martin der Gute und Neffe von Johann IV./V.. Er gehörte damit zum weiteren Kreis der königlichen Prinzen. Als solcher erlebte der junge Filipe im Alter von acht Jahren, wie sein Vater in Nachfolge König Johanns den sagradischen Thron beanspruchte und sich gegen Martin von Ostino durchsetzen konnte. Es war zugleich der Beginn des Sechzigjährigen Kriegs gegen den mikolinischen König Karl VI., der Philipps Leben überschattete.
Mit der Thronbesteigung seines Vaters wurde der junge Philipp sagradischer Infant, Fürst von Sarmay sowie als Nachfolger seines Vaters Herzog von Sessin. 1410 heiratete Philipp gegen den Willen seines Vaters die Adlige Lorentina de Soler, die Tochter eines Höflings. Obwohl die Ehe umstritten war, waren Philipp und Lorentina insgesmt dreizehn Jahre lang verheiratet, ohne dass ihm seine Frau einen Thronfolger gebären konnte. 1405/06 war er für kürzere Zeit in Gefangenschaft des Grafen von Esqués, der sich gegen seinen Vater wendete und den Thronfolger als Geisel nehmen wollte, doch konnte sich Philipp wenig später wieder befreien.
Sechzigjähriger Krieg
Seit 1407 war Philipp immer wieder an Schlachten im Krieg gegen Mikolinien beteiligt. Nach dem Wiederaufflammen der Kämpfe seit 1418 spielte er neben seinem Bruder António de Vesaey eine tragende Rolle in den sagradischen Aktionen. 1421 starb sein Vater der König in der Schlacht von Porto Valés und Philipp bestieg als Philipp V. den sagradischen Thron. Er bestätigte seinen Bruder António de Vesaey als Oberbefehlshaber der Truppen, der 1420 die belagerte Stadt Gerón halten konnte, und zog sich selbst aus den Kämpfen zurück. António konnte bei Gerón, Sancristo und Alágua große Siege feiern und Sagradien damit aus der Umklammerung befreien, ehe er 1424 an einer Lungenentzündung starb.
In der Folge schloss Philipp ein Bündnis mit seinem Vetter David de Sántori, dem Sohn von António de Santori und Isabella von Vesaey der Älteren, der 1422 die Herrschaft im Comitat Tulis übernommen hatte. Der "Große Sántori" ließ sich seinen Einstieg in den Sechzigjährigen Krieg an der Seite Philipps teuer erkaufen. Philipp verheiratete David mit Lara von Nonthí, einer Großnichte des Königs, führte ihn damit immer näher an den sagradischen Hochadel heran und übergab ihm das bereits tulinesisch besetzte Golen als Pfandschaft, nachdem Markgraf Philipp von Golen-Alagua, seit 1419 Herzog, geächtet worden war. Im Jahr 1423 griff die tulinesische Flotte in den Krieg ein, David de Santori konnte 1425 Tinágua zurückerobern und 1427 Plato, die beide bereits vor dem Krieg tulinische Stützpunkte gewesen waren. Zudem war es 1420 zum Aufstand des Herzogs von Salua gegen die Krone (Saloanisch-Lonensischer Krieg) gekommen, der bis 1429 andauerte.
Nach dem Tod seines Bruders António 1424 und dem Wiederaufflammen der Kämpfe im Jahr 1427 machte Philipp V. Carles von Tesqué zum neuen Oberbefehlshaber der sagradischen Truppen. Zusammen mit Alexander von Santori, dem Bruder Davids und Oberbefehlshaber des tulinesischen Landheeres, konnte Tesqué 1427 Cania erobern und 1431 Bosa verteidigen. Nach dem Abfall Contes stagnierten die Kämpfe weitgehend, bis sie 1439 de facto eingestellt wurden. Tulis schloss 1440 einen Separatfrieden mit Mikolinien, in dem es seine mikolinischen Stützpunkte samt größerer Gebiete im Binnenland zurückerhielt.
Doch erst im Mai 1443 kam es zu einem formellen Friedensschluss zwischen den beiden Kronen Sagradiens und Mikoliniens. Im Frieden von Tesqué erklärten Karl VI. von Mikolinien und Philipp V. von Sagradien die beiden Kronen für auf ewig getrennt und erkannten sich gegenseitig als Könige an. Peruzien blieb bei Mikolinien, Golen bei Sagradien. Als neue Grenze zwischen beiden Königreichen wurde die so genannte Medéo-Linie (sie verläuft durch den Ort Porto Medéo) errichtet, die sich ungefähr an der Grenze der alten römischen Provinzen orientierte und mit Ausnahme Golens, im wesentlichen noch heute gültig ist.
Innenpolitik und Nachfolgefrage
Im Innern gelang es Philipp in den Jahren nach dem Krieg die Macht des Königs zu konsolidieren. Nach dem Tod seiner Frau Lorentina von Soler 1423 hatte er zwei Jahre später María von Sollar, die Witwe seines Bruders António, geheiratet. Diese schenkte ihm 1427 die Tochter Isabel, jedoch keinen männlichen Thronfolger. Auch seine dritte Ehe mit Elisabeth von Böhmen seit 1440 blieb zunächst kinderlos. Vor dem Hintergrund, dass dem König ein männlicher Erbe fehlte, sah sich Philipp nach anderen Erben um. Um die Allianz mit Tulis zu erneuern, verheiratete er 1448 seine Tochter Isabel mit David von Santori, dem regierenden Conte von Tulis, der damit ins sagradische Königshaus aufstieg und im Gegenzug Zugang auf den von ihm kontrollierten Blaumeermarkt versprach.
Aus dieser Ehe ging 1449 ein Sohn namens Philipp hervor. Philipp V. wurde Taufpate und machte seinen Schwiegersohn David zum Herzog von Golen, wodurch das Haus Santori erstmals zur Herzogswürde aufstieg. Philipp von Golen war bereits 1446 erbenlos gestorben. Die Geschicke Sagradiens waren nun unteilbar mit denen der Republik Tulis verbunden, die unter David immer mehr monarchische Züge annahm. Nachdem Philipps dritte Frau Elisabeth von Böhmen 1452 einen Sohn geboren hatte, schien die Nachfolge plötzlich geklärt, doch starb dieser nach nur drei Tagen, sodass Philipps letzte Hoffnung auf einen Thronfolger gestorben war. 1453 schließlich bestimmte Philipp seine Tochter Isabella und ihre Nachkommen zu Erben der Krone. Sollte Isabella vorzeitig sterben, würden nacheinander ihre Söhne aus der Ehe mit David de Sántori folgen und David als Regent fungieren. Davids Kinder aus erster Ehe mit Lara von Nonthí wurden von der Thronfolge ausgeschlossen.
Im Juni 1457 starb Philipp V. schließlich im hohen Alter von siebzig Jahren in Vesaey. Er hatte den Krieg mit Mikolinien nach fast fünfzig Jahren beendet und seine Königsherrschaft im Innern konsolidiert. Da seine Tochter Isabella bereits im Vorjahr verstorben war, fiel die Krone an den achtjährigen Enkel Filipe, der als Philipp VI. zum ersten sagradischen König aus dem Haus Santori erhoben wurde. Sein Vater David von Santori, der Herr von Tulis und Herzog von Golen, führte bis 1468 die Regentschaft für seinen minderjährigen Sohn.