Michael von Vesaey
Michael von Vesaey (von Sagradien) (*1358; †1421) war König von Sagradien (1396-1421) und erster Herrscher aus dem Haus Vesaey. Er gehörte nach dem Tod seines Schwagers Johann IV. zu den Nachfolgekandidaten, musste seine Herrschaft aber im Sechzigjährigen Krieg gegen seinen Rivalen Martin von Ostino und den mikolinischen König Karl VI. verteidigen. Er fiel 1421 auf dem Schlachtfeld und wurde durch seinen Sohn beerbt.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft
Miquel de Vesaey wurde 1358 in Vesaey als zweiter Sohn des Herzogs Jakob von Sessin und der königlichen Prinzessin Isabella von Redanior, der Schwester König Martins VII. geboren. Als Neffe König Martins VII. und Enkel König Martins VI. des Guten gehörte Miquel de Vesaey, aus einer Seitenlinie der Diannidendynastie stammend, zu den vornehmsten Prinzen des Landes. Sein Großvater Philipp II. von Vesaey, hatte sich im Thronkampf von 1320/1321 auf die Seite Martins des Guten gestellt und als Belohnung vom siegreichen Martin VI. das Herzogtum Sessin erhalten, das er später Michaels Vater Jakob von Vesaey vererbt hatte. Nach dessen Hochzeit mit Isabella von Redanior war zudem die Grafschaft Oller hinzugekommen, sodass die Vesaey bald einen Großteil Südwestsagradiens als Hausmacht vorzuweisen hatten.
1384 heiratete Miquel die Saloanerprinzessin Lara von Salua, älteste Tochter Herzog Heinrichs IV. von Salua. Seine ältere Schwester Luísa hatte bereits 1370 König Johann IV. geheiratet. Als Schwager des Königs gehörte Miquel lange zu den einflussreichsten Fürsten des Landes. Er war auch am verlorenen Krieg Johanns gegen Karl von Interea beteiligt, der Johann zwang, 1390 auf die mikolinische Krone zu verzichten. Sein älterer Bruder Philipp III. von Vesaey fiel in der entscheidenen Schlacht von Salazia im Jahr 1387. Von ihm erbte Miquel die Grafschaft Sagonte, 1389 folgte er seinem Vater als Herzog von Sessin nach.
Guerra de Ducas und Thronbesteigung
Die Ernennung Miquels zum General-Gouverneur des Reichs führte 1392 zum Krieg zwischen Miquel und Martin von Ostino, da beide sich als potenzielle Thronfolger des kinderlosen Johann ansahen. Miquel konnte in der so genannten "Guerra de Ducas" (Bürgerkrieg der zwei Herzöge) zunächst einen Sieg davon tragen, doch verbündete sich Martin von Óstino mit Karl VI. von Mikolinien und zog mit einem Heer gegen Johann IV. und Michael von Vesaey.
1394 geriet König Johann in ostinensische Gefangenschaft und musste Martin von Ostino als Regenten und Nachfolger anerkennen. Im Folgejahr starb Johann und Martin von Ostino erhob sich als Martin VIII. zum König. Michael erkannte die Nachfolge nicht an und zog mit seinen Heeren gegen Martin, der von mikolinischen Truppen unterstützt wurde. Nach zwei verlorenen Schlachten musste Miquel nach Cuentez flüchten, wo er den Winter verbrachte, um im Frühjahr aufs Neue ein Heer gegen Martin zu führen. Dieses Mal konnte er bei Xenópolis im Mai 1396 siegen und Martin in die Flucht schlagen. Die Großen des Reichs erklärten daraufhin Michael zum rechtmäßigen König. Michael wurde 1397 an traditioneller Stätte in Noyar zum König gekrönt.
Krieg gegen Mikolinien
1398 schloss er eine Allianz mit der unabhängigen Tulinesischen Republik, in deren Rahmen er seine Schwester Isabel mit António de Santori, dem gewählten Conte von Tulis, vermählte. Damit wurde das folgenschwere Bündnis zwischen den Santori und dem Haus Vesaey begründet.
Im Peruzinischen Bürgerkrieg wurde Michael 1398 von der antimikolinischen Partei (Union von Olisa) zur Hilfe gegen Karl VI. von Mikolinien gerufen, der von der Alberenser Union zum König erhoben wurde. Durch den Brief der Peruziner ermutigt, in dem er als Dominus Perutinus bezeichnet wurde, hoffte Michael, seine eigenen Ansprüche auf Peruzien geltend machen zu können. Seinem Interventionsheer fehlte aber die nötige Durchschlagskraft, um sich gegen Karl und die Alberenser Union behaupten zu können.
Im Gegenzug unterstützte Karl weiterhin Michaels Kontrahenten Martin von Ostino, der ihm den Besitz Golens in Aussicht stellte. 1402 übertrat Martin mit einem mikolinisch-ostinensischen Heer die Konsetten überschritt. Binnen kurzer Zeit verlor Michael Golen und weite Teile Sagradiens an seine Gegner, doch gelang es Martin nicht, sich durchzusetzen. Der Sieg des vereinigten sagradisch-tulinesischen Heeres auf den Loxandischen Feldern 1408 fügte Martins Ambitionen einen entscheidenden Schlag zu.
Friedensphase und neue Kämpfe
Mit dem Tod Martin von Ostinos 1410 schien Michaels Königtum gesichert zu sein, doch erhob seit 1415 Karl VI. von Mikolinien Anspruch auf die sagradische Krone und rüstete zu einem neuen Krieg. 1418 fiel das mikolinische Heer erneut in Sagradien ein, eroberten große Teile Skantens und belagerten 1420 Gerón. Zwar konnte Miquels Sohn António de Vesaey die Stadt halten, jedoch konnte er keine Wende zugunsten Sagradiens herbeiführen.
Tod in der Schlacht
Im Juli 1421 starb Michael I. in der Schlacht von Porto Valés. Auf dem Thron folgte ihm sein ältester Sohn Philipp V., unter dem nach dem Wiedereintritt Tulis' in den Krieg die Geschicke Sagradiens in den Kriegshandlungen wieder eine positive Wende nehmen sollten.
Nachkommen
Aus der 1384 geschlossenen Ehe Michaels mit Lara von Salua gingen mehrere Kinder hervor:
- Philipp V. (*1389; †1457), König von Sagradien (1421-1457)
- Anton (*1392, †1424), Herzog von Sessin (1421-1424)
- Maria (*1398) ∞ Anton II. von Salua, Herzog von Salua