Henrico Benassín

Aus Sagradien
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Lorís Henrico Cohen Benassín (*1928; †2014) war ein sagradischer Autor und Politiker der Radikal-Demokratischen Partei, als deren Parteiführer er von 1976 bis 1981 sowie von 1982 bis 1990 fungierte. In dieser Zeit prägte er das Image der Radikaldemokraten als sozial- und radikalliberale Partei und öffnete die Partei für neue Themen wie Umweltschutz, gesellschaftliche Gleichstellung und Minderheitenrechte.

Als Parteiführer der Radikaldemokraten war Benassín zweimal Vizepräsident des sagradischen Ministerrats, zunächst als sagradischer Erziehungsminister von 1976 bis 1979 im Kabinett Caval IV und V sowie als Minister für Wirtschaft und Industrie im Kabinett Ricardes I und II von 1990 bis 1992. Bei der Präsidentschaftswahl in Sagradien 1990 bewarb sich Benassín um das höchste Staatsamt und belegte in der ersten Runde den vierten Platz.

Politische Karriere

Einstieg in die Politik

Der aus einer jüdischen Familie Benassín wurde als Publizist und Autor bekannt. Große Erfolge hatte er in den späten 1960er Jahren mit seinem Roman "Oscar Neal", in dem er die Geschichte eines fiktiven Schauspielers erzählte. Nach dem Scheitern der Radikaldemokratischen Partei bei der Parlamentswahl 1970 überredete ihn Parteichef David Aligueri zu einem Eintritt in die Politik. Als politischer Berater war Benassín maßgeblich an der Neuausrichtung der Radikaldemokraten beteiligt, mit der diese 1974 die Rückkehr in die Abgeordnetenkammer schafften. Mit neuen Themen wie Frauenrechte, Umweltschutz und Sozialreformen gab sich die Partei ein erneuertes Image.

Kammer und Ministeramt

Nachdem Benassín 1972 vergeblich für den Stadtrat von Semest kandidiert hatte, wurde er schließlich bei der Parlamentswahl 1974 für die Radikaldemokraten in die Abgeordnetenkammer gewählt. Dort gehörte er den Komitees für Kultur und für Bildung an.

Nach einem zweijährigen Intermezzo als "heimlicher Koalitionspartner" der Sozialisten trat der PRD im Januar 1976 offiziell in die Regierung Caval ein. Da sich Parteichef Aligueri entschied, als Fraktionssprecher außerhalb des Kabinetts zu verbleiben, wurde Benassín zum Erziehungsminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannt. In diesem Amt trieb er die Gründung zahlreicher Reformuniversitäten voran. Bei der vorgezogenen Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1976 kandidierte Benassín erstmals als Spitzenkandidat des PRD und führte die Partei zu einem Ergebnis von 4,9 Prozent, dem besten seit 1963. Er war damit de facto zum Parteichef der Radikaldemokraten aufgestiegen.

Oppositionspolitiker

Nachdem die Mitte-Links-Parteien die vorgezogene Parlamentswahl 1978 verloren hatten, entschieden sich die Radikaldemokraten dazu, eine konservativ-liberale Minderheitsregierung unter PPC-Chef Sandro de la Nada zu tolerieren. Benassín gab sein Ministeramt auf und kehrte ins Plenum der Abgeordnetenkammer zurück, wo er die Führung der Fraktion übernahm.

Anfang 1981 zog sich Benassín vorübergehend aus der ersten Reihe zurück und gab die Parteiführung an Ana-Lorel Cabral ab. Nach zwei Jahren als Hinterbänkler trat Benassín schließlich bei der Parlamentswahl 1982 doch wieder als Spitzenkandidat seiner Partei an. Zwar konnte sie 5,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, wurde aber nicht mehr zur Regierungsbildung benötigt. Von 1982 bis 1990 führte Benassín die radikale Parlamentsfraktion in Opposition zur Mitte-Rechts-Regierung von Emilio Moya.

Wirtschaftsminister

Vor der Präsidentschaftswahl in Sagradien 1990 zog sich Benassín vom Fraktionsvorsitz zurück und gab sein Abgeordnetenmandat auf, um als Bewerber um das höchste Staatsamt anzutreten. Bei der Wahl wurde er mit 12,7 Prozent der Stimmen Vierter. Bei der anschließenden Parlamentswahl 1990 gehörte Benassín nicht zu den Kandidaten. Dennoch kehrte er nach der Bildung einer Minderheitsregierung aus Sozialisten und Radikaldemokraten und dem Verzicht von Parteichef Oscar Marín del Bosch auf ein Ministeramt noch einmal in die Regierung zurück, wo er die Ämter des Wirtschaftsministers und stellvertretenden Minsterpräsidenten übernahm.

Nach dem Sturz der Regierung Ricardes im Jahr 1992 zog sich Benassín schließlich endgültig aus der ersten politischen Reihe zurück. Im Jahr 1997 feierte er ein neuerliches Comeback und zog in den sagradischen Senat ein, dem er eine Legislaturperiode lang angehörte.

Ende der 1990er Jahre kam es zum zwischenzeitigen Bruch zwischen Benassín und seiner Partei, deren zunehmend neoliberalen Kurs unter der Führung von Ernesto Joán Kirchner der bekennende Sozialliberale ablehnte. Benassín blieb aber bis zu seinem Tod im Jahr 2014 Parteimitglied.

Politische Funktionen

Mandate

Öffentliche Ämter

Parteifunktionen