Denísio Álvarez

Aus Sagradien
Version vom 18. Oktober 2025, 11:18 Uhr von Thorsten (Diskussion | Beiträge) (→‎Rückkehr in die sagradische Politik)
(Unterschied) →Nächstältere Version | Aktuelle Version ansehen (Unterschied) | Nächstjüngere Version← (Unterschied)
Zur Navigation springenZur Suche springen
Borloo018.jpg

Denísio Josué Álvarez Blanxet (*1954 in Noyar) ist ein sagradischer Politiker (parteilos, bis 1993 RAD, 1993-2024 PPC) und Funktionär. Er war von 1988 bis 1992 Bürgermeister der Stadt Rosera in Lojandía und danach von 1995 bis 2006 Präsident der lojandinischen Regionalregierung. Von 2006 bis Februar 2011 war er als Minister für Umwelt, Energie und nachhaltige Entwicklung im Kabinett Luisanto vertreten, ehe er 2011 zum Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) berufen wurde. In dieser Funktion war er bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2016 zugleich Untergeneralsekretär der Vereinen Nationen. Von 2020 bis 2022 übernahm er erneut das sagradische Umweltministerium, dieses Mal als Minister für Klima, Mobilität und ökologische Transformation in der Regierung Ramœs Iliega. Nach dem Eintritt der PSP in die Regierung Bertou trat Álvarez im Sommer 2024 aus der Volkspartei aus.

Berufliche und politische Karriere[bearbeiten]

Jugend, Beruf und politische Anfänge als Bürgermeister von Rosera[bearbeiten]

Der im sarmayischen Noyar geborene und in Lojandía aufgewachsene Álvarez begann nach dem Abitur ein Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Semest. Nach seinem Abschluss besuchte er die SIS in Videça, arbeitete anschließend nach seiner Promotion an der Hochschule für Wirtschaftswissenschaften in Laquines und wurde 1982 Leiter des Instituts für Gesellschaftsforschung in Rosera. Er war zu dieser Zeit Mitglied im linksliberalen Partíu Radical-Democrático, wo er dem ökologischen Flügel angehörte, der die Partei als ökologisch-liberale Alternative zu den beiden großen Blöcken der Linken und der Rechten positionieren wollte. Zeitweise arbeitete Álvarez auch im Büro der radikaldemokratischen EU-Abgeordneten María Laponte.

Bei der Kommunalwahl 1984 kandidierte Álvarez für die parteiunabhängige Wahlliste Movimiento Citadano per Rosera und wurde in den Stadtrat gewählt, wo er das Amt eines Beigeordneten für Umwelt und Stadtentwicklung übernahm. Bei der Kommunalwahl 1988 führte Álvarez die Bürgerliste als Spitzenkandidat zu einem Überraschungserfolg und wurde anschließend durch eine Koalition mit Konservativen und Grünen zum Bürgermeister gewählt. Álvarez schaffte es in seinen vier Jahren als Bürgermeister, Rosera zu einem angesehen Standort für Zukunftstechnologien umzugestalten und die Arbeitslosenquote der Stadt spürbar zu senken.

Karriere in der Region Lojandía[bearbeiten]

Durch diesen Erfolg wurde die lojandinische PPC unter Pier Angel Corolà auf Álvarez aufmerksam, der Álvarez vor den Regionalwahlen 1993 für einen Wechsel in die lojandinische Regionalpolitik motivieren konnte. Bei den Regionalwahlen 1993 kandidierte Álvarez als Unabhängiger auf der Liste der PPC und wurde in den Regionalrat gewählt. Sein Engagement für den PRD hatte er bereits 1991 beendet. Nachdem er im Wahlkampf bereits als Experte für Sozial- und Stadtentwicklung des PPC aufgetreten war, berief der neue lojandinische Regionalpräsident Pier Angel Corolà Álvarez zum Beigeordneten für Soziales, regionale Entwicklung und Städtebau in die neue konservativ-liberale Regionalregierung.

Kurz nach der Wahl trat Álvarez von seinem Amt als Bürgermeister von Rosera zurück und wenig später in den lojandinischen PPC ein, wo er schnell Karriere machen konnte. Bereits 1994 gehörte er zum Vorstand der Partei in der Region. Nach dem Eintritt Pier Angel Corolàs ins Kabinett Otero im Herbst 1995 kandidierte Álvarez auf Vorschlag Corolàs erfolgreich für dessen Nachfolge und wurde zum neuen Präsidenten der Regionalregierung sowie wenig später zum Vorsitzenden der PPC in Lojandía gewählt. Die Koalition mit den Liberalen führte er bis zu den Regionalwahlen 1997 weiter.

Nach dem schlechten Abschneiden der UDS und dem guten Ergebnis des rechten PSP bei den Wahlen bildete Álvarez als Wahlsieger eine Große Koalition mit den zweitplatzierten Sozialisten. Eine Zusammenarbeit mit dem PSP unter Joán de la Pênia lehnte er entschieden ab. Die Koalition mit der ASUL wurde auch bei den Wahlen 2001 und 2005 bestätigt, die Álvarez stets gewinnen konnte. Nach der Wahl Joán De la Pênias zum Bürgermeister der lojandinischen Hauptstadt Laquines kam es vermehrt zu Streitigkeiten zwischen den gegensätzlichen Regional- und Stadtregierungen, die von Medien als „Kampf um Laquines“ bezeichnet wurden und Álvarez große Sympathien auch im linken Lager einbrachte. Gegen umstrittene Maßnahmen gegen Obdachlose in Laquines rief Álvarez im Jahr 2001 zusammen mit linken und liberalen Politikern das Verfassungsgericht an und siegte.

Aufstieg in der Volkspartei[bearbeiten]

Innerhalb des PPC begann Álvarez nach dem Regionalwahlsieg 1997, sich auch die nationale Politik einzuschalten. Schnell stieg er zum führenden Politiker der „Republicanoes“ auf, die parteiinternen den kleinen sozialliberalen Reformflügel darstellen. Nachdem er im Jahr 1998 erstmals in den nationalen Vorstand und zwei Jahre später in die Nationaldirektion des PPC gewählt worden war, gehörte Álvarez 2002 als Experte für Bildungs- und Forschungspolitik zum Wahlkampfteam von PPC-Kandidat Roberto Vidéas Braga. Nach der Niederlage der Konservativen wurde Álvarez zum stellvertretenden Vorsitzenden des PPC gewählt. In der Folge wuchs der Lohade zum größten Konkurrenten und parteiinternen Gegenspieler von Parteichef Miquel Ánibal Luisanto heran. Während Luisanto als konservativer und wirtschaftsliberaler Politiker die Partei für eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten Joán De la Pênias öffnen wollte, betonte Álvarez das pro-europäische und zentristisch-liberale Profil der Partei und setzte sich für einen liberalen Reformkurs und für eine Ausgrenzung der Rechtspopulisten ein. In der Öffentlichkeit wurde Álvarez daher als Exponent des linken Parteiflügels wahrgenommen.

Vor den Regionalwahlen 2005 deckte Álvarez zwar die Parteistrategie der möglichen Zusammenarbeit mit dem PSP, schloss diese aber in seiner eigenen Region aus. Stattdessen sprach er sich für eine Fortsetzung der Großen Koalition aus, sollte es nicht für eine konservativ-liberale Mehrheit reichen. Nach seinem neuerlichen Wahlsieg war er der einzige Volkspartei-Politiker, der in der Folge eine Große Koalition bildete, was in der Parteiführung um Luisanto zu Verstimmungen führte. Ausgerechnet in seiner Stammregion Lojandía blieb PSP-Chef De la Pênia damit weiterhin von der Regierungsteilhabe ausgeschlossen.

Umweltminister im Kabinett Luisanto[bearbeiten]

Vor den Kammerwahlen 2006 präsentierte PPC-Kandidat Ánibal Luisanto den 52-jährigen Álvarez als Mitglied seines Wahlkampfteams und Experten für Umwelt, Energie und Zukunftstechnologien. Als solcher sollte Álvarez der rot-grünen Regierung die ökologische Kompetenz streitig machen und liberale Wähler anziehen. Álvarez setzte sich für einen Mix aus erneuerbaren Energien und Atomkraft ein, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstroffen zu überwinden. Bereits in den Neunziger Jahren hatte er zu den Gründern des „PPC per la Terra“ gehört, aus dem 2006 die Ecología Popular hervorging.

Nach dem Wahlsieg der sagradischen Rechten bei den Kammerwahlen wurde Álvarez als Minister für Umwelt, Energie und nachhaltige Entwicklung in die neue Mitte-Rechts-Regierung von Premierminister Luisanto berufen. Zusammen mit Justizministerin Benita Hubner vom linken UDS-Flügel und anderen repräsentierte er den progressiven Pol der konservativ-liberalen Minderheitsregierung, die jedoch im Parlament vom Vertrauen der rechtspopulistischen PSP abhängig war. Álvarez’ Nachfolgerin als Präsidentin in Lojandía wurde Francisca Mendes del Ponte. Zum Staatssekretär im Umweltministerium machte Álvarez den Umweltexperten Carles Arrantzabal, nachdem sein Wunschkandidat Mário Pelegrín, Gründer der grün-konservativen Ecología Popular und bereits in den Neunziger Jahren als Umweltstaatssekretär tätig, abgesagt hatte. Unter Álvarez’ Ministerschaft wurden der von der rot-grünen Regierung De la Costa beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie aufgeschoben und die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängert, was heftigen Widerstand in der Bevölkerung nach sich zog.

Innerhalb der Regierungsallianz kam es immer wieder zu direkten Auseinandersetzungen zwischen Álvarez und Vertretern der traditionellen Rechten innerhalb der Regierungsmehrheit.

UNEP-Exekutivdirektor[bearbeiten]

Álvarez verließ im Frühjahr 2011 das Kabinett und wurde stattdessen zum Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen berufen. Zuvor war es immer wieder zu Spannungen zwischen Álvarez und Ministerpräsident Luisanto gekommen. Im Juni 2016 übergab Álvarez sein Amt an den Norweger Erik Solheim.

Rückkehr in die sagradische Politik[bearbeiten]

Nach der Parlamentswahl 2019 und der Bildung einer neuen konservativ-liberalen Minderheitsregierung unter Manuel Ramœs Iliega wurde Álvarez überraschend als neuer "Superminister" für Klima, Mobilität und ökologische Transformation vorgestellt. Erstmals wurden damit die Ressorts für Umwelt und Klima sowie für Verkehr und Transport zusammengeführt. Zuvor hatten sich die bürgerlichen Regierungsparteien mit den oppositionellen Grünen und Radikalen auf ein "Klima- und Nachhaltigkeitspakt" geeinigt, das ein klimaneutrales Sagradien im Jahr 2035 anvisiert.

Álvarez trat im Dezember 2022 von seinem Amt zurück. Als Grund nannte er gesundheitliche Probleme, jedoch war es zuvor wiederholt zu Streitigkeiten zwischen den Ressorts über die Klimaschutzpolitik gekommen. Ihm folgte der parteilose Beamte Esker Sants-Castanier nach, der zuvor die sagradische Umweltbehörde geleitet hatte.

Im Sommer 2024 gab Álvarez als Reaktion auf die Bildung einer neuen Regierung seiner Partei mit der rechten PSP seinen Austritt aus der Volkspartei bekannt.

Politische Funktionen[bearbeiten]

Öffentliche Ämter[bearbeiten]

Mandate[bearbeiten]

Parteiämter[bearbeiten]