Tulis
Tulis (sagr. Tules, asum. Tùles, das antike Tulisium) ist eine sagradische Hafenstadt am Blauen Meer, Hauptstadt der Region Comtàid-Perín und der Provinz Tulinês-Cordêsa sowie historische Hauptstadt der Blaumeerregion (bzw. des Comtàid), am Mündungsdelta des Tule in den Golf von Tulis gelegen. Mit 897000 Einwohnern im Stadtgebiet und etwa 2,5 Millionen in der Agglomeration (Area Metropolitana de Tules) ist Tulis die viertgrößte Stadt Sagradiens nach Semess, Ostino und Artir.
Erzbischofssitz; Universitäten u.a. Hochschulen; zahlreiche Museen, darunter das weltbekannte Musêu Navale, die Galería Renacimiento sowie andere Museen und Gemäldesammlungen; Modezentrum; internationale Kunstfestivals, Opernhäuser und Theater, Kathedrale, U-Bahn, Hafen, internationaler Flughafen, traditionelles Kunsthandwerk und grafisches Gewerbe.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Stadtbild
- 2 Geschichte
- 2.1 Tulis in Antike und frühem Mittelalter
- 2.2 Das Tulinesische Comitat im Hochmittelalter
- 2.3 Blütezeit der Tulinesischen Republik und Aufstieg der Santori
- 2.4 Ende der Republik und Zentrum Sagradiens
- 2.5 Ende des Sêcolo Tulinês
- 2.6 Das 17. und 18. Jahrhundert
- 2.7 Union und Inkorporierung
- 2.8 Tulis im 20. Jahrhundert
- 3 Verkehr
- 4 Verwaltung
- 5 Bildung
Stadtbild
Den Kern des antiken Stadtgebiets, der heutigen Citá Vella, bilden die Ruine des römischen Amphitheaters und die Nestor-Basilika (2. Jh. n. Chr., heute Kirche Santa Sélena), daneben die Überreste der römischen Porta Sagradia (4. Jh. n. Chr.) und andere römische Relikte. Auf dem Platz des römischen Forums steht noch heute der Triumphbogen des Tulinian sowie seit dem 16. Jahrhundert die Markthalle Fôro Duace von Donado Celeste (nach einem Brandt 1990 von Lorenzo Geroza renoviert). Durch ein Kanalsystem aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. Entstehung von vier großen Inseln (Islas Históricas); die Isla de Gabriel bildet das kulturelle Zentrum mit dem Palâciu Âudaço, der ehemaligen Residenz der Stadtcontes aus dem 14. Jahrhundert, der im tulinesisch-gotischen Stil erbaut wurde und im Innern bedeutende Fresken von António Volero trägt. Heute beherbergt der Palast das Musêu Municipal. Von Volero stammt auch die Kuppel, der Torre wurde von Fernando Granval Ende des 15. Jahrhunderts ergänzt. Auf der Insel befinden sich zudem der Palâciu Zavarri, der die Galería de la Renascença Tulinêsa beherbergt, sowie als eines der Wahrzeichen der Stadt die gotische Kathedrale San Gabriel Arcangel aus dem 14. Jahrhundert, in deren Innern Fresken von Volero und Don Cabal zu sehen sind (u.a. „Genesis“ von Volero und „Adam und Eva im Paradies“ von Cabal). Die Kathedrale gilt als eines der imposantesten Kirchengebäude Westeuropas. Jahrhundertelang diente sie als Krönungskirche der tulinesischen Contes und der Könige von Cuentez. Vor der Kathedrale befinden sich die klassizistischen Dokiansarkaden aus dem 19. Jahrhundert.
Die bekanntesten Brücken von Tulis sind der große Ponte Beleiy (16. Jh.), der die Isla de Gabriel mit der Isla de Canones verbindet, sowie der kleinere Ponte Micú auf der Isla de Canones. Touristisches Zentrum ist der Barrí de Navale mit seinen engen geschäftigen Gassen sowie der weltberühmten Ópera Navale (1849-1861), dem Musêu Navale (15. Jahrhundert) sowie einigen sehenswürdigen Kirchen (u.a. Santa María von Don Cabal, San Docién von Volero). Außerdem stehen in Navale das Rathaus Palâciu Municipal aus dem 15. Jahrhundert, der Sitz der Deputación Provincial de Tulinês-Cordêsa im Casa Ferrà sowie der Palâciu Machiês, der heute die Regionalregierung von Perín-Tulinêsa beherbergt. Auf der Isla del Salute vor der alten Tule-Mündung befindet sich die wunderschöne Barock-Kirche Santa María de la Salute, die im späten 17. Jahrhundert von König Gabriel VII. aus Anlass der Bekämpfung der Pest gestiftet wurde, mit dem Obelisc d'Aziz und dem zur romanischen Vorgängerkirche gehörenden Campanile aus dem 11. Jahrhundert. Auf der Isla del Torre überragt die romanische Hafenburg Castello del Mar aus dem 9. Jahrhundert mit dem Torre de Natxaret auf einem Hügel die Stadt, daneben die Capilla del Rey aus dem 12. Jahrhundert. Als weitere architektonische Glanzstücke gelten die Renaissancekirche Santa María Nascente (16. Jh.), der Palâciu Sántori, der Paláciu Real, früherer Sitz der Könige von Cuentez, und zahlreiche andere Palâcius des Statadels.
Im Stadtteil Les Granes befinden sich das Musêu dels Novoes Artes im avantgardistisch gestalteten Casa Iacovo Del Pérez sowie die im Art Déco-Stil gehaltene Kirche Nostre Sêiniora del Sacro Côr. Les Granes ist zudem der Ort zahlreicher kleiner Galerien und Arteliers und mit seinen Klubs und Bars zu einem der angesagtesten Szeneviertel Europas geworden. Auch das ehemalige Hafenarbeiterviertel Les Marines im Norden der Tulinola sowie das Studentenviertel Celusanto in Trástulo gelten als In-Viertel. Südlich ans Hafenviertel Tulinola grenzt der neue Industriehafen Albet an, wo sich zahlreiche Neubauten des tulinesischen Stararchitekten Selle Arriaga befinden wie das Musêu dels Mares und der Palâciu d’Europa.
Geschichte
Tulis in Antike und frühem Mittelalter
Tulis wurde ursprünglich als Aeis im 5. Jahrhundert v. Chr. von den sagrischen Piyäern gegründet und gehörte seit dem 4. Jahrhundert zum Machtbereich der Nikoläer. Um 18 v. Chr. machten die Römer die Stadt unter dem Namen Tulisium zur Hauptstadt der neu gegründeten Provincia Sisinia und ließen sie ausbauen. Unter Diokletian wurde Tulis zur Hauptstadt der Diözese Sagradia und zu einer der Hauptstädte des Reichs. Um 415 etwa wurde die Stadt von den germanischen Herkanden eingenommen und teilweise zerstört. Vom römischen Statthalter zur Hilfe gerufen fielen danach die Alkonen in die Stadt ein und integrierten sie in ihren Machtbereich. 462 wurde der letzte römische Provinzstatthalter in Tulis getötet. Danach gehörte Tulis zum Alkonenreich und war Sitz einheimischer Grafen. Tulis wurde bald zum Schutzort für verschiedene Flüchtlingsgruppen, die zunächst vor den Germanen und später vor den arabischen Numerern flohen. Die sumpfigen Gebiete im südlichen Tuledelta wurden im 8. Jahrhundert durch ein Kanalsystem überbaut, sodass die charakteristischen vier Islas Históricas entstanden.
Im Jahr 740 wurde die Stadt von den Numerern eingenommen und diente fortan als Ausgangspunkt numerischer Überfälle auf Städte im gesamten Blaumeerraum. Nach dem Sieg Scantias gegen die Numerer in der Schlacht von Taravillas 763 glückte eine skantische Gegenoffensive ab 770 und brachte großer Teile der sagradischen Blaumeerküste unter skantische Kontrolle. Tulis wurde Zentrum einer vom Skantenreich abhängigen Grafschaft, die Teil der Azumarischen Mark (Comtáides Azoumaresques) war. Die Azumarischen Markgrafschaften nahmen für das Skantenreich eine Schlüsselstellung ein, da sie einerseits als Vorposten gegen die Mauren dienten, andererseits aber auch den wirtschaftlich wichtigen Zugang zum Blauen Meer sicherten, der in Perin und der Eskada von den plündernden Golen bedroht war. Die von den Skantenherrschern eingesetzten Comites waren daher zuerst einmal Heerführer und zuvorderst mit militärischen Dingen beschäftigt. Zwar kam es mehrmals zu Aufständen tulinesischer Vornehmer (Maiores), doch wurde die Herrschaft der skantischen Comites als Schutzgarant gegen die numerische Bedrohung sowie golische Plünderungszüge weitgehend akzeptiert. Erst als diese Bedrohungen abermals zunahmen und das Skantenreich, aus Sicht der einheimischen Bevölkerung - wegen anhaltender Thronstreitigkeiten gelähmt - seiner Schutzfunktion nur unzureichend nachkommen konnte, wurde die skantische Herrschaft problematisch. Um 850 erwirkten die ansässigen Maiores oder Nobiles ein Mitspracherecht bei der Ernennung zukünftiger Contes, woraufhin vermehrt Mitglieder der ansässigen Familien ernannt wurden. Von einer Wahl durch das tulinesische Volk oder den ansässigen Adel kann für diese Zeit nicht gesprochen werden.
Die tulinesischen Contes wurden bald in lokale Fehden hineingezogen. Dem Conte Dianus Margiste gelang es um 870, die Kontrolle über angrenzende Grafschaften in der Cordêsa und im südlichen Perin zu übernehmen, was wenig später auch von den Skantenkönigen anerkannt wurde. Dianus gelang es auch, mit skantischer Hilfe 873 eine alkonische Invasion durch Aerich den Großen abzuwehren, wodurch er in der Legende der Stadt zum siegreichen Helden stilisiert wurde. Dians Nachfolger Maximus von Fornat gelang es im Jahr 894, die skantischen Thronstreitigkeiten zwischen Martin I. und seinem Bruder Belfrid zu nutzen, um sich von Belfrid die Erbfolge seines Sohnes Laurentius zusichern zu lassen, was zu einem Aufstand der Nobiles führte, die sich in ihrem Mitspracherecht übergangen fühlten. Maximus wurde gestürzt und vertrieben, sein Sohn Laurentius ermordert, woraufhin die Nobiles den einheimischen Corrado Gaulo de Plasencia zum neuen Conte akklamierten und sich der Oberherrschaft Martins unterstellten. Dieser siegte im Jahr 897 über seinen Bruder und erkannte Corrado Gaulo als Conte an, ein Wahlrecht der Nobiles und eine Autonomie vom Skantenreich können daraus aber nicht abgeleitet werden, zumal Corrado eine skantenfreundliche Politik betrieb. Immerhin gelang es Corrado, das Recht zu erhalten, Beamte und Statthalter in seinem Herrschaftsgebiet eigenständig zu ernennen.
Im 10. Jahrhundert begann sich aus dem adligen Beraterkreis des Conte ein ständiges Gremium von Nobiles herauszubilden, das als Cosèllu bezeichnet wurde. In diesem Cosèllu dominierten vor allem die in der Stadt Tulis ansässigen Familien, die sich allerdings mit dem umliegenden Landadel vermischten.
Das Tulinesische Comitat im Hochmittelalter
Als Corrado im Jahr 909 selbst die Erbfolge in seiner Grafschaft durchsetzen wollte und dafür die Unterstützung des ansässigen Klerus erhielt, wurde er selbst aus der Stadt vertrieben und der Senatsadel übernahm vorübergehend die Herrschaft. Mit dem Conte musste auch der Bischof die Stadt verlassen und es kam zu Übergriffen gegen den Klerus, woraufhin Martin der Eroberer die Stadt zwischen 914 und 916 vergeblich belagerte. Erst nachdem er 923 zum Herrscher ganz Sagradiens aufgestiegen war, gelang es ihm 925, die Stadt einzunehmen. Corrado, der inzwischen in San Vicente del Fornat residiert hatte, wurde wieder als Statthalter eingesetzt, blieb aber in San Vicente, sodass ein skantischer Vikar die Statthalterschaft in Tulis selbst übernahm, der sich zukünftig mit dem Senatsadel arrangieren sollte.
Corrado Gaulos Sohn Marcelo gelang es 927, nach dem Tod seines Vaters dessen Nachfolge anzutreten und vom tulinesischen Senat anerkannt zu werden, jedoch um den Preis, dass die Stadt selbst weitgehend selbständig wurde und als Vikar einen eigenen Mann bestimmen konnte. In der Folge kam es allerdings zu einer Reihe von Streitigkeiten zwischen Conte und Stadt um die Herrschaft über die Kolonien, die 956 im vergeblichen Versuch Marcelo Gaulos mündeten, die Stadt wieder einzunehmen. Der Richterspruch König Philipps des Großen brachte einen Kompromiss, der den Status Quo festsetzte.
Innerstädtische Streitigkeiten zwischen Erzbischof, Klerus und Aristokratie führten im Laufe des 10. Jahrhunderts zu einer weitgehenden Entmachtung des Klerus zugunsten der aus dem Senatsadel stammenden boni homines, die in Abwesenheit des Conte Recht sprachen und eine Art patrizische Stadtregierung, die Generalitaid de Bonhomes formten, die bald zur ständigen Regierung der Stadt unter Kontrolle des Senats wurde und den Vikar des Conte entmachteten.
Mit der Errichtung von Außenposten auf den Zwillingsinseln Nerva und Lerça im Jahr 814 hatte Tulis begonnen, auf das Blaumeergebiet auszugreifen. 881 wurde mit der Gründung der Stadt Villagua am alten verwaisten Römerhafen im golischen Aquae die erste Kolonie jenseits des Blaumeeres errichtet, 914 folgte mit Del Piey ein Stützpunkt auf der ansonsten zum Königreich Conte gehörigen Insel Cuentez. In den folgenden Jahrhunderten wurde ein reges Handelsnetz aufgebaut, das den Warenaustausch mit allen umliegenden Mächten, auch den Numerern in Südsagradien und den Mauren in Spanien, aber auch mit Micolinien und Golen organisierte und im 11. Jahrhundert eine erste große Blütephase erlebte. Bald kamen mit Tinagua und Plato wichtige Stützpunkte an der micolinischen Küste hinzu, wo auch das Hinterland besiedelt wurde.
Im 10. Und frühen 11. Jahrhundert kam es immer wieder zu Kämpfen zwischen den beiden verbliebenen Comitate von Tulis und Belavís, die schließlich zur Eroberung des Comtàids de Belavís durch die Tulinesen und zur Eingliederung in den tulinesischen Herrschaftsverband führten.
Nach dem Tod von António Gaulo, dem letzten Conte aus der Gaulo-Dynastie, im Jahr 1024, der ohne männlichen Erben gestorben war, akklamierten die Bürger von Tulis den angesehenen Senator Josefe Cornell zum neuen Conte, der den Beinamen il Âudaço erhielt, was bald zum Beinamen des Grafenamtes wurde. Cornell wurde im Jahr 1027 von König Filipe III. anerkannt. Das vom micolinischen Königtum abhängige Fürstentum Cuentez (micol. Principat de Cuentèse, cuentes. Principaid de Cüentìz) wurde 1048 durch die Hochzeit des tulinesischen Conte Selle Machiês mit der cuentezischen Thronerbin ins tulinesische Herrschaftskonglomerat eingegliedert. Machiês war ein Jahr zuvor als Nachfolger Josefe Cornells zum Conte gewählt worden und hatte sich wie sein Vorgänger noch die Anerkennung durch den sagradischen König und damit die Belehnung erbeten.
Als er im Jahr 1055 starb, kam es in der Stadt zu Auseinandersetzungen zwischen Adel, Klerus und Bürgern um die Neubesetzung. Schließlich setzte sich der Senatsadel durch, der durch Richterspruch des Königs das Recht erhielt, einen Kandidaten zu wählen, der danach dem König vorzuschlagen sei. Damit hatte sich in Tulis faktisch das Adelsregiment durchgesetzt und der Senat war als dominierendes Organ der Stadt bestätigt. Inmitten der sagradischen Thronstreitigkeiten des Jahres 1078/1079 erreichte die Stadt Tulis vom neuen König Johann I. neben anderen Privilegien das urkundlich verbürgte Recht, in Zukunft den Conte und damit den Herrn des Comtáid de Tùles, der zu dieser Zeit bereits wichtigsten Macht im Blaumeerraum, selbst zu wählen. Damit wurde Tulis faktisch unabhängig von der sagradischen Krone und die Lehnsabhängigkeit bestand nur noch formal. Die Contes wurden de facto zu republikanischen Stadtoberhäuptern und Tulis endgültig zur freien Kommune und Adelsrepublik. Die Begriffe Res Publica Tulinensis oder Civitas Tulinorum wurden danach synonym zum lateinischen Comitatus Tulinorum oder asumarischen Comtáid de Tùles benutzt. Das Jahr 1079 kann daher als eigentliches Gründungsdatum der Tulinesischen Republik angesehen werden. Im Spätmittelalter benutzte die Republik in offiziellen Dokumenten meist die Bezeichnung Res Publica Comitatus Tulinenensis oder asumarische Republica del Comtàid Tulinês und die dem alten Rom entlehnte Abkürzung S.P.Q.T. (Senatus Populusque Tulinorum).
In der Folge kam es immer wieder zu Faktionskämpfen und Fehden innerhalb des tulinesischen Adels. 1168 übernahm eine patrizische Junta, die so genannten Maleducas, die Herrschaft in der Stadt. Mit Gewalt wurden die Feinde der Maleducas aus der Stadt vertrieben, darunter die Mehrheit des städtischen Senatsadels sowie der Erzbischof Dianus. Dieser suchte beim sagradischen König Gabriel Juvans Hilfe, sodass dieser 1170 mit einem großen Heer die Stadt belagerte. Der Legende nach konnte er die Stadt nach drei Tagen einnehmen, nachdem die Bewohner gehört hatten, der vom Kreuzzug heimgekehrte König habe Teile des Kreuzes Jesu bei sich. Als er in die Stadt einzog, hätten sich die Maleducas ihm bereitwillig unterworfen und der König habe, von der Schönheit der Stadt überwältigt, auf alle Racheakte verzichtet. Stattdessen habe er dem heimgekehrten Erzbischof Dianus ein Stück des Kreuzes geschenkt, das heute im Altar der Gabrielskathedrale eingearbeitet sein soll. In Wahrheit kam es zu keinem größeren Widerstand, da die unbeliebten Maleducas wohl von der Bevölkerung gestürzt worden waren. Der Ort, an dem Gabriel sein Belagerungsheer stationiert hatte, wurde später als Barrí Juvante bezeichnet und ist heute ein Stadtteil von Tulis.
Blütezeit der Tulinesischen Republik und Aufstieg der Santori
Im Jahr 1230/31 wurde die bis zum Ende der Republik gültige Verfassungsstruktur eingerichtet. Mächtigstes Organ blieb der Senat, der sich aus den wichtigsten Adelsfamilien zusammensetzte und auf Lebenszeit den Conte wählte, der jedoch von der Generalitaid de Bonhomes kontrolliert wurde. Als eigentliche "Regierung" wurde die Generalitaid durch den jährlich vom Senat neu bestellten Zehnerrat (Cosèllu de Dèze) abgelöst. Die zwölf Mitglieder der Generalitaid de Bonhomes wurden nicht vom Senat, sondern vom Großen Rat (Cosèllu Grande) gewählt, dem alle Adelsfamilien der Stadt angehörten. Die Bonhomes sollten nicht nur den Conte und den Cosellu de Dèze kontrollieren, sondern verfügten neben dem Senat auch über Gerichtskompetenzen.
Über Stützpunkte im galizischen La Coruña und im nordportugiesischen Viana kam es bereits im Mittelalter zu regem Technologie- und Güteraustausch mit der iberischen Halbinsel, auch mit deren muslimischen Teilen. Im Laufe des Spätmittelalters stieg Tulis allmählich durch regen Handel mit Micolinien, Spanien, Frankreich und Portugal und als wichtigste Zwischenhandelsstation Micoliniens zu den reichsten Städten Europas auf. Mit ihrem Besitz in Cuentez und in Micolinien, wo die Städte Plato, Corell und Tinágua mit ihrem Umland kontrolliert wurden, sowie mit ihrer großen Handelsmacht mit besten Beziehungen nach Frankreich, Spanien und Portugal stieg die tulinische Grafschaft zu einer unabhängigen See- und Handelsmacht in Westeuropa auf und erreichte eine Hegemoniestellung im Blauen Meer. Mit der Gründung der Universität Celusanto 1232 stieg Tulis zudem zu einem bedeutenden Zentrum des spätmittelalterlichen Wissens auf.
Die Wahl des Conte durch den patrizischen Senat verhinderte zunächst eine Dynastiebildung und sorgte für eine Herrschaft des seit dem 13. Jahrhundert gegenüber den unteren Schichten abgeschlossenen Stadtadels. Die Herrschaft wurde unter den wichtigsten Adelsfamilien wie den Zavarri, Callas, Delaurente und Machiês geteilt. Jedoch waren Adelsfehden an der Tagesordnung, sodass die traditionellen Familien sich im Spätmittelalter gegenseitig schwächten und Volksaufstände provozierten. In dieses Machtvakuum stieß im 14. Jahrhundert die bis dahin weniger bedeutende städtische Adelsfamilie der Santori und stieg mit der Unterstützung der Volksmassen zur führenden Familie im Senat auf. Gleichzeitig wurde der Senat infolge längerer Konflikte mit den aufstrebenden Kaufmannsfamilien entgegen der Abschließungstendenzen des Patriziats teilweise für Vertreter der Bürgerschaft geöffnet. Seit Julio de Santori 1366 stellten die Santori mit nur wenigen Unterbrechungen den Conte der Stadt und eroberten dadurch eine quasi-monarchische Macht. Als die alte Gabrielskirche Ende des 13. Jahrhundert niederbrannte, wurde die neue gotische Gabrielskathedrale errichtet, die schnell zum Wahrzeichen der Stadt wurde. Der bereits im 10. Jahrhundert errichtete Audakenpalast erhielt seine gotische Fassade im 14. Jahrhundert.
Arcélio de Santori wurde 1309 als erstes Familienmitglied der Santori zum Conte gewählt. Seine Wahl verdankte er vor allem der Hoffnung des Senatsadels, der aus dem jüngerem Patriziat stammende Santori könne keine starke Machtstellung etablieren. Arcélio, genannt der Alte, hatte die Audakenwürde bis zu seinem Tod 1345 inne und galt in der Tat als eher schwacher Conte, jedoch gelang es ihm, enge Heiratsverbindungen mit den angesehendsten tulinesischen Familien zu knüpfen. Außerdem verteidigte er die Stadt 1323, kurz vor seinem Tod, erfolgreich gegen einen Angriff des Fürsten von Perin und errang damit ein sehr großes Ansehen im tulinesischen Volk. Posthum wurde ihm der Ehrentitel eines Pater Patriae zuerkannt. Nachdem sich Arcélios Sohn David um das Amt des Stadtgrafen bemüht hatte, kam es 1342 zur Einnahme der Stadt durch Francès de Perín und zur Befreiung durch Julio I de Sántori, der daraufhin Regentschaft und Audakenwürder erhielt. Er errang schnell eine große Machtstellung innerhalb der Stadt. Mit Ränkespielen und geschickten Schachzügen schaltete er politische Gegner aus oder band sie an sich. Er gilt daher als eigentlicher Begründer des Hauses Santori.
1390 wählten die Großen in einer umstrittenen Wahl und unter starkem Druck der bewaffneten Santori-Partei in der Stadt [[António de Sántori zum Conte, der den Einflusskreis der Santori und damit auch der Stadt nochmals erweiterte. Eine Verschwörung gegen António durch die verbündeten Häuser Machiês und Callas führte unmittelbar nach seiner Wahl zur militärischen Einnahme der Stadt durch António, der in der Folge interne Gegner weitgehend auszuschalten vermochte. Unter seiner autoritären Regentschaft wurde die Stadt wesentlich zum quasi-monarchischen Herrschaftsbereich der Santori, die sich in der Folge bemühten, Verbindungen mit dem sagradischen und europäischen Adel aufzubauen.
Ende der Republik und Zentrum Sagradiens
Durch die Vermählung Antónios mit Isabela de Vesaey, der Tochter König Michaels I. zog Sagradien die Stadtrepublik im Fünfzigjährigen Krieg auf seine Seite, nachdem die Erfolge Micoliniens die hegemoniale Stellung der Tulinesischen Republik im Blaumeer ernsthaft bedroht hatten. Gleichzeitig stieg die Familie der Santori in den sagradischen Hochadel auf und verknüpfte die Schicksale beider Mächte. Nach dem Tod Antónios setzte sich dessen Bruder Kardinal Julio de Santori durch und machte seinen illegitimen Sohn Pietro Símplice zum Audaken, blieb selbst aber Machthaber. Seine kirchenfreundliche Herrschaft führte zum Aufstand von Volk und Senat und zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen um die Vorherrschaft in der Stadt. Pietro Simplice wurde ermordet und der Kardinal musste aus der Stadt fliehen. Nachdem das aus dem Bürgertum stammende Vierergremium der Cuatro Terribles in der Folge den Senat entmachtet und eine Schreckensherrschaft errichtet hatte, belagerte Antónios Sohn David I. de Santori, Fürst von Valier, die Stadt 1423 mit sagradischer Hilfe und nahm sie ein. Das Volk feierte ihn als Befreier und akklamierte ihn zum neuen Conte, wodurch die Herrschaft der Santori fortgesetzt werden konnte. Auch der Senat stimmte – wenngleich nachträglich – der Rückkehr der Santori in den Audakenpalast zu, da er vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit den Cuatro Terribles eine hegemoniale Stellung der Santori der Ochlokratie der Volksmassen vorzog. David nahm nun eine diktatorische und quasi-monarchische Stellung ein, gebahr sich als Monarch und entmachtete den Senat weitestgehend. Er erneuerte das Bündnis zwischen der sagradischen Krone und der Stadt Tulis durch die Ehe mit der Thronerbin Isabela, der einzigen Tochter Michaels II., der sich noch immer im Krieg mit Micolinien befand. Tulinesische Truppen und die starke Flotte der Tule-Metropole unter Luis Ricardes und David I. de Santori errangen in der Folgezeit entscheidende Erfolge gegen den westlichen Nachbarn.
Mit dem Tod Michaels II. und der Erhebung seines elfjährigen Enkels Santiago de Santori als Jakob III. zum sagradischen König, wurden die Santori – sehr zum Missfallen des tulinesischen Adels - zur sagradischen Königsdynastie. Jakobs Vater David, Conte von Tulis und seit kurzem auch Herzog von Óstino, übernahm die Regentschaft für seinen Sohn und machte Tulis damit für ca. ein Jahrhundert zum Königssitz und damit zur sagradischen Hauptstadt. Es entwickelte sich eine faktische politische Union der sagradischen Krone mit dem Amt des sagradischen Stadtgrafen, das nach dem Tod Davids an seinen Bruder Luis Ricardes und danach an Joán Prudente, ältester Sohn Davids aus der Ehe mit Lara von Nonthí und damit Halbbruder Jakobs III., fiel. Tulis war damit endgültig zur Monarchie geworden. Nach Don Joáns Tod 1490 und dem Versuch des Senats, auf sein bereits seit António nicht mehr ausgeübtes republikanisches Wahlrecht gegen den Santori-Kandidaten Miguel de Valier zu bestehen, übernahm König Jakob III. durch einen Staatsstreich selbst das Amt des Stadtgrafen, beseitigte den Senat und machte das Tulinesische Grafentum zur Erbmonarchie in Personalunion mit der sagradischen Krone. Mit der Union und faktischen Verschmelzung mit Sagradien endete zwar die politische Selbständigkeit der Stadtrepublik, unter dem Schutz der sagradischen Krone, der herausragenden Stellung der Stadt als Verwaltungszentrale des Königreichs sowie mit der Bündelung der wirtschaftlichen und politischen Potenziale von Stadt und Reich brach nun aber das Goldene Jahrhundert der Stadt an. Der aufgelöste Senat wurde durch die vom König eingesetzten Capitanes Municipales ersetzt, die als Statthalter von Tulis fungierten. Das Comitá de Tules blieb als politische Einheit mit allen seinen Kolonialbesitzungen bestehen, jedoch stand an seiner Spitze in Personalunion der sagradische König.
Unter der Regentschaft David de Santoris und der Herrschaft Jakobs III. entwickelte sich in Tulis eine Form des Humanismus, aus der sich bald die die Sagradische Renaissance speisen sollte. Italienische Denker wie Ercule Schiatti und Künstler wie Nicola Vacheotti kamen an den Hof und befruchteten die Arbeit einheimischer Talente wie Donado Celeste. Jakobs Enkel David I. (1509-1543) – der 1521 auch die portugiesische Krone erwarb und damit ein Weltreich ungekannter Größe in Besitz nahm, führte die Phase des tulinesischen Königtums zu einem Höhepunkt. Nachdem Tulis bereits im 14. und 15. Jahrhundert ein intensives Handelsnetz mit Nordafrika aufgebaut hatte und Handelsstützpunkte in der arabischen Welt gegründet hatte, brachen in der Regierungszeit David I. von Tulis aus Seefahrer wie Selle Inoza und Santo Aziz zu ihren Entdeckungs- und Handelsfahrten auf den Weltmeeren auf und Tulis wurde neben Lissabon zum Hauptumschlagplatz für Waren aus der neuen Welt und damit zu einer der wichtigsten Städte Europas. Zudem wurde der Hof Davids im Palâciu Santori zu einem Zentrum der westeuropäischen Renaissance, an dem Künstler die sagradischen Schüler Vacheottis Don Cabal und António Volero, Gelehrte und Philosophen ein- und ausgingen. Tulis wurde zur Renaissancestadt und für ein knappes halbes Jahrhundert – noch vor Lissabon und Madrid – zum kulturellen Zentrum Westeuropas. Die erste Phase des so genannten Sêcolo d’Oro in der sagradischen Kunst und Literatur (bis etwa 1550) wird daher auch als Tulinesische Phase bezeichnet.
Ende des Sêcolo Tulinês
Nach dem Tod Davids I. 1543 begann der machtpolitische Abstieg der Stadt. König Michael III. (1543-1552) und Königin Johanna I. (1543-1575) verlegten den Regierungssitz ins Landesinnere nach Semess. 1552 kam es zum so genannten Josephitenaufstand, als Joseph der Schöne, Titularkönig von Cuentez versuchte, unter seiner Führung die alte Republik zu restaurieren und die tulinesische Unabhängigkeit wiederherzustellen. Der Aufstand wurde bis 1556 endgültig niedergerungen. Tulis verlor zahlreich Privilegien und der Regierungssitz Semess wurde zur neuen Hauptstadt ausgebaut. Das alte Comitat Tulis blieb zwar formal bestehen, erhielt aber einen von Semess aus ernannten königlichen Statthalter.
Politisch und wirtschaftlich vermochte Tulis danach nicht mehr an die alte Blütezeit anzuschließen, während Semess als neue sagradische Hauptstadt allmählich zum politischen Zentrum des Landes wurde. Mit dem Königshof ging auch eine Großzahl der sagradischen Künstler mit nach Semess, wo das neue Kunst- und Kulturzentrum des Landes heranwuchs. Die Semeskitische Phase des sagradischen Sêcolo d’Oro begann, die Tulinesische war zu Ende gegangen. Außerdem verlor Tulis seinen Status als wichtigster Hafen im aufstrebenden Amerika-Handel an Ligre North und Óstino, die allmählich zu den wichtigsten Handelshäfen Sagradiens wurden.
Dennoch konnte Tulis auch in der später als Decadença Tulinêsa bezeichneten Phase kulturell noch etwa ein ganzes Jahrhundert vom Nachklang der Hochphase zehren. In dieser Epoche entstanden in Tulis zahlreiche bedeutende Kunstwerke der Spätrenaissance und des Manierismus wie die von Lorenzo Desquiero und Tulinês, der später auch in Semess wirkte. Mit dem Ende des 16. Jahrhunderts wandelte sich die Renaissancemetropole Tulis allmählich im Schatten alter Stärke und Macht zur Barock-Stadt. Übergang war der Estilo Reina Leonor, benannt nach der cuentesischen Titularkönigin Leonor I., die bis zu ihrem Tod 1610 als Statthalterin in Tulis residierte und als Kunstmäzenin wirkte.
Das 17. und 18. Jahrhundert
Unter Maximilian I. dem Prächtigen Titularkönig von Cuentez und Statthalter in Tulis, erlebte Tulis noch einmal eine vorübergehende Glanzzeit. Maximilian II. von Cuentez (1701-1725) engagierte sich von Tulis aus im Koalitionskrieg von 1713-1718 und schloss sich der Opposition gegen König Danadier II. an, wodurch Tulis zu einem Zentrum der Koalition wurde. Sein Sohn Johann Franziskus wurde schließlich 1723 nach seiner Hochzeit mit der Kronprinzessin María I. Luísa, einer Enkelin Danadiers von den sagradischen Generalständen zum sagradischen König gewählt. Er versprach die Beachtung der Rechte der Stände und beendete damit die zweijährige republikanische Phase (Biênio Republicano) in Semess. Offiziell waren nun die Könige von Sagradien bis 1891 auch zugleich Könige von Cuentez und Stadtgrafen von Tulis, ein Titel, der seine Funktion als Bezeichnung des tulinischen Stadtoberhauptes einbüßte und bald an einen Bürgermeister verlor. Als Nachfolger des ohne männlichen Erben verstorbenen Johann III. wählten die sagradischen und die tulinesischen Stände dessen Tochter Maria II. Franziska und ihren Mann António Ramírez de Piacón, den Grafen von Sieta.
Union und Inkorporierung
Im Sagradischen Erbfolgekrieg von 1756 bis 1760 stand Tulis auf der Seite Maria Franciscas und Antonio di Piacones. Erst 1760 konnte der siegreiche Gabriel VIII. aus dem Haus Vienne, seit 1757 König von Sagradien, auch in Tulis seine Herrschaft durchsetzen. Die Renitenz der Tulinesen sollten jedoch zu deren Nachteil gereichen. Hatte Tulis mitsamt seinen alten Besitzungen unter den Santori-Königen noch eine relative Eigenständigkeit mit eigenen Organen, eigenen Rechten und Privilegien genossen, so leiteten die Könige aus dem nun regierenden Haus Vienne eine straffe Zentralisierung ein. Tulis verlor alle seine Sonderrechte und musste die Stadtherrschaft eines königlichen Generalkapitäns dulden. Die azumarisch-tulinesische Sprache wurde verboten und rigoros durch das Hochsagradische ersetzt. In der Folge war Tulis immer wieder Hochburg revolutionärer Erhebungen gegen das zentralistische Regime der Bourbonenkönige. Die Novemberrevolution 1817, die zum Sturz José Luis’ II. geführt hatte, sowie die Aprilrevolution 1848 gegen das ultrakonservative Regime Emilios I. sahen in Tulis harte Auseinandersetzungen zwischen der Staatsmacht und den Aufständischen, in denen sich auch antizentralistische Tendenzen widerspiegelten. Die 1848 von radikalen Aufständischen in Tulis proklamierte Asumarische Republik (Repùblica Azumaresca) regierte mehrere Monate lang die Stadt, ehe die Stadt wieder unter sagradische Kontrolle kam und die Regenten festgenommen werden konnten.
Die harte Unterdrückung der azumarischen Sprache und Kultur in Tulis führte in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der romantischen Bewegung in Literatur, bildender Kunst und Musik zu einer Renaixença Azumaresca, welche die eigentümliche tulinesisch-azumarische Kultur wiederentdeckte und ihre Eigenständigkeit propagierte. In diesem Kontext entwickelte sich um 1900 auch eine spezifisch tulinesische Form des Jugendstils, zu deren herausragenden Bauwerken die Eglesia Nôstre Sêiniora del Sacro Côr in Les Granes zählt. Die im sagradischen Montevilismus der 1850er bis 1870er Jahre erreichte relative Entspannung im Sprachenstreit wurde nach der Ausrufung der Republik 1891 durch neuerliche heftige Auseinandersetzungen zwischen Zentralisten und Föderalisten abgelöst, in der die Befürworter des starken Zentralstaats die Oberhand behielten.
Tulis im 20. Jahrhundert
In der Zweiten Republik wurde Tulis zur Hochburg des linksbürgerlichen radikal-republikanischen Lagers, das bald jedoch durch die sozialistische Linke als dominanter Kraft in der Stadt abgelöst wurde. Im Jahr 1922 wurde Tulis durch ein Hochwasser zu großen Teilen überflutet. In Zeiten der bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen linker Volksfront und der politischen Rechten zwischen 1934 und 1938 galt die Stadt als Tules Rôiso. Im Zuge des rechten Februarputsches von 1938 wurde die linke Stadtregierung abgesetzt und führende Vertreter der kommunalen Politik verhaftet oder wie der damalige sozialistische Bürgermeister Hugo Nacesta hingerichtet. In der Folge wurde auch Tulis von den sagradischen Faschisten kontrolliert, blieb aber Hort der Opposition. Das Stadion des Fußballklubs Juvantêsa Sport, das "Esplanat" wurde zu einem der wenigen öffentlichen Orte, an denen Azumarisch geredet wurde, während im gesamten Stadtgebiet schwere Strafen auf die „provokante Verwendung des separatistischen Dialekts“ standen.
Nach dem Staatsstreich vom 23. Mai 1943 kam eine linke Regierung unter Dián Nacesta, dem Sohn des hingerichteten Ex-Bürgermeisters ins Amt. Von 1952 bis 1958 amtierte der Sozialdemokrat Iacovo Del Pérez als Bürgermeister der Stadt, der danach viele Jahre lang als sagradischer Ministerpräsident und später Staatspräsident eine entscheidende Rolle in der sagradischen Politik spielte. Unter ihm wurde das Museum der neuen Künste gebaut und Tulis entwickelte sich zu einem beliebten touristischen Ziel. Zudem erhielt der Flughafen Sacâu einen ersten großen Ausbau zum internationalen Flughafen, um den zunehmenden Besucherzahlen gerecht zu werden.
In den Achtziger Jahren wurde Tulis zu einer der Hochburgen der grün-alternativen Bewegung in Sagradien. Unter dem sozialistischen Bürgermeister Joán Corell kam 1984 die erste rot-grüne Stadtregierung in einer sagradischen Großstadt ins Amt. Eines der wichtigsten Vorhaben der Regierung war das vom jungen grünen Beauftragten für Tourismus, Stadtplanung und Umwelt Julio de la Costa propagierte Ziel der Ökologischen Kulturstadt, das sich Corell bald zueigen machte und als eigenes Vorhaben betrieb. Unter diesem Schlagwort wurde Tulis schließlich 1987 Kulturstadt Europas. Seither ist die Altstadt von Tulis auch UNESCO-Kulturerbe. Die südliche Hafenerweiterung in Albet wurde zeitgleich durch zahlreiche Kultureinrichtungen ergänzt. Dennoch blieb die Hafenerweiterung umstritten und führte im selben Jahr zum Bruch der Koalition. Unter Joán Corell, der die Stadt von 1980 bis 1996 als Bürgermeister führte, wurden zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen durchgesetzt, die den Standort Tulis’ als touristischer Metropole und Kulturstadt unterstützen sollten. Dazu gehört auch die erste U-Bahn-Erweiterung um die Linie 3, die die Stadt diagonal von Nordwesten nach Südosten durchquert.
Verkehr
Neben Semess und Óstino ist Tulis einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Sagradiens. Der große Kopfbahnhof Tules Central (früher Estación de Bernabéu-Vernet) fungiert als Hauptbahnhof der Stadt und ist an die Schnellbahnstrecken nach Duerez über Artir und nach Semess sowie an die U-Bahnlinien 2, 3 und 4 angebunden. Bedeutende Personenverkehrsbahnhöfe sind ferner Tules Ostiniense im Osten, Tules Norte im Norden und Tules Albet am neuen Hafen im Süden sowie der Flughafenbahnhof Tulis Aeroporto. Außerdem existiert ein großer Güterbahnhof Este.
Tulis ist an die Westautobahn A2 Richtung Semess, die Autobahn A6 Richtung Duerez, die A11 Richtung Sollar, die A14 Richtung Nalcaz sowie die Blaumeerautobahn A23 Richtung San Cristo angebunden. Nördlich von Tulis verläuft zudem die Perin-Autobahn von Freúte nach Marcan.
Mit dem internationalen Aeroporto de Tules Sacâu verfügt die Stadt über den nach Semess und Óstino drittwichtigsten Luftverkehrsknoten Sagradiens. Der Flughafen befindet sich zum größten Teil auf dem Gebiet der Stadt Sacâu de Barregat südlich von Tulis sowie auf dem Gebiet kleinerer Gemeinden. Mehrere Billigfluglinien nutzen den kleineren Aeroporto de Tules Fornat zwischen den Städten San Vicente del Fornat und der Stadt Freúte im Norden von Tulis. Auch der Flughafen von La Cordí ist von Tulis aus leicht zu erreichen.
Das Nahverkehrsnetz der Stadt besteht aus der Mêtro Tulinês, die bis vor kurzem aus drei Linien bestand, einem Busnetz, drei Straßenbahnlinien sowie einem S-Bahnnetz in die Vororte der Stadt. Zuletzt wurde eine vierte Metro-Linie gebaut, die den Bahnhof Ostiniense über die Neue Universität und Bernabêu mit dem Bahnhof Monteverde im Süden der Stadt verbindet und ihren Endpunkt schließlich am Flughafen Tulis-Sacâu hat. Zu den Metrolinien M3 und M4 bestehen zudem Zubringerlinien aus den Vororten, die als Intermêtro-Strecken bekannt sind.
Tulis verfügt über einen größten Seehäfen Sagradiens und der größte Hafen des Blaumeers. Der historische Porto Vellu im Norden des Hafengebiets wird heute fast ausschließlich als Yachthafen und für Freizeitschiffe genutzt. Der neuere Industriehafen in Tulinola (Porto Autónomo de Tules) wurde 1992 durch den Porto de Albet (Novo Porto) im Süden erweitert.
Metrolinien in Tulis
- M1 (Linia Vertical) Seza – Norte – Celusanto – Monte Círio – Sur – Albet
- M2 (Linia Horizontal) Natxaret / Porto – Bernabêu-Vernet – Estádiu de Illón – San León / Ostiniense
- M3 (Linia Diagonal) Illária / Campo d. Cruce – Celusanto – Bernabéu-Vernet – Esplanat – Saniesta
- M3 Intermêtro Laxón – Francovil – ... – Saniesta – Montera – Ollar
- M4 (Linia Nova) Verón – Ostiniense – Universitá David-Maximilián – Bernabéu – Monteverde
- M4 Intermêtro Santa Marguerita – Noveos Barries – ... – Cellar
Verwaltung
Die Stadt Tulis gliedert sich heute in sechs Stadtbezirke (Distritōes Aministrativōes) mit jeweils drei bis sieben (historischen) Stadtvierteln (Barríes):
I (Citá Vella):
- Navale (mit den Islas Históricas)
- Monte Círio
- Trástulo
- Trêis Torres
- San Matêu
- Natxaret
- Campes
II (Maior Cientro):
- Valéria
- Bernabêu i Santangel (mit Vernet)
- Les Granes
- Tulinola (mit Les Marines)
III (Norte):
IV (Nort-Este):
V (Este):
VI (Sur):
- Juvante (mit Monte Esplanat)
- Monteverde
- Albet
Als besonders beliebte Szeneviertel von Tulis gelten die Universitätsstadt im Barrí Trástulo, der Nordteil des Bezirks Les Granes, Les Marines im alten Arbeiterbezirk Tulinola und die historische Altstadt in Navale. Die Hafen- und Strandgebiete in Francovil und im Norden von Illária gelten dagegen als klassische Nobelviertel der Stadt.
Bildung
Tulis verfügt über vier wissenschaftliche Hochschulen. Die 1232 durch päpstliche Bulle gegründete Universitá de Tùles Celusanto, benannt nach der Eglésia Santa María del Celu Santo, ist eine der ältesten Hochschulen Europas und ist heute eine der renommiertesten Universitäten der Welt. Ihre Hauptgebäude hat die von ihren Mitgliedern als „la Sêiniora“ bezeichnete Celusanto-Universität am Rande des Parc Santori im tulinesischen Stadtteil Trástulo. Neben der Celusanto-Universität besteht seit dem 17. Jahrhundert die als „la Nova“ bezeichnete David-Maximilians-Universität auf der Isla Universitária im Süden des Stadtteils Santária. Außerdem verfügt Tulis über eine Polytechnische Universität Tulis sowie die Academía del Arte de Tules, die als eine der traditionsreichsten Kunsthochschulen überhaupt gilt und bis zu den Meistern der tulinesischen Renaissance zurückreicht.