Javier Carles Etxeberría
Javier Carles Etxeberría Alstrom (*1947 in Semest) ist ein Diplomat, Publizist und Politiker der sagradischen Grünen Partei (Ils Verdes). Er war von 1987 bis 1989 einer von zwei Politischen Sprechern seiner Partei und von 1990 bis 1994 sowie erneut von 2002 bis 2007 Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer für die Grünen. Nachdem er mehrere Jahre lang für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gearbeitet hatte, bekleidete Etxeberría von 1999 bis 2006 als erster Grüner das Amt des sagradischen Außenministers in der rot-grünen Regierung De la Costa. Von 2002 bis 2006 war er zugleich Stellvertretender Ministerpräsident.
Nach der Niederlage der rot-grünen Allianz bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006 zog sich Etxeberría aus der aktiven Politik zurück und ist heute als Journalist und Publizist, u.a. als Mitherausgeber der Wochenzeitung Il Debate tätig. Bei der Präsidentschaftswahl 2015 war er Kandidat der Grünen und zog als Zweitplatzierter in die Stichwahl ein, wo er gegen Daniela Rosenthal-Valdés unterlag.
Inhaltsverzeichnis
Leben und Karriere
Jugend, Studium und politische Anfänge
Carles Etxeberría wurde 1947 in Semest geboren und verbrachte den größten Teil seiner Kindheit bei seiner argentinischen Mutter in deren Heimatland sowie in den USA, wo sie als Journalistin arbeitete. 1966 kehrte Etxeberría nach Sagradien zurück und begann ein Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie in Semest, das er später in Paris fortsetzte. Bereits 1967 kam Etxeberría in Kontakt mit verschiedenen linken Gruppierungen und beschrieb sich selbst als Trotzkisten.
Nach dem Studium arbeitete Etxeberría eine Zeit lang als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität von Semest und engagierte sich als Anwalt für die Rechte von Umweltaktivisten und Atomkraft-Gegnern. Zudem arbeitete er selbst in verschiedenen Positionen in der Semestiner grünen Szene mit und gehörte 1984 zu den Gründungsmitgliedern der Grünen Partei Ils Verdes und zog für sie erstmals in den Semestiner Stadtrat ein.
1987 wurde Etxeberría zum politischen Sprecher der Grünen gewählt, gab das Amt aber 1989 zugunsten von Carles Vergil auf. 1990 wurde er schließlich erstmals für die sagradischen Grünen in die Abgeordnetenkammer gewählt, wo er sich einen Namen als entwicklungspolitischer Experte seiner Partei machte. 1992 gründete er mit einigen Mitstreitern das Ökologisch-Politische Forum, das als ökologischer Think Tank eine nachhaltige Politik für die kommenden Jahrzehnte formulieren sollte.
Internationale Arbeit und Außenminister
Vor der Parlamentswahl 1994 zog sich Etxeberría aus der nationalen Politik zurück und wechselte stattdessen zu den Vereinten Nationen, wo er in verschiedenen Funktionen für das Umweltprogramm UNEP zuständig war.
Nach dem Sieg der Mitte-Links-Parteien bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998 und der Bildung einer sozialistisch-grünen Minderheitskoalition wurde der international erfahrene Etxeberría zum neuen Außenminister in der ersten Regierung De la Costa berufen. Als solcher machte er sich schnell einen Namen als engagierter Außenpolitiker, musste 1999 aber der eigenen Partei die Beteiligung seines Landes am Kosovo-Krieg durchsetzen. Außerdem nahm er für sein Land im ersten Quartal 2000 die Präsidentschaft des Europäischen Rates wahr. Die Regierung De la Costa, mit einem ambitionierten gesellschaftlichen Reformprogramm angetreten, setzte einige grüne Politikinhalte um, darunter die Einführung der Homosexuellen-Ehe, den Ausstieg aus der Atom-Energie, die Einführung einer Klima-Abgabe sowie eine Reform der Staatsorganisation.
In der Koalition gelang es den Grünen, neue Wählergruppen anzusprechen und sich als vernünftige linke Reformpartei zu präsentieren. Im Vorfeld der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002 wählten die Grünen Etxeberría auf Platz 1 der Wahlliste noch vor dem Sprecherduo María Nabarro Laval und Arrigo Usantís. Mit dem populären Außenminister als Spitzenkandidaten holten die Grünen 7,9 Prozent der Stimmen, so viel wie noch nie zuvor, sodass die Grünen die Koalition fortsetzen konnten. Etxeberría blieb Außenminister und übernahm zusätzlich das Amt eines Vizepremierministers. Nach einer Kabinettsumbildung im Juli 2004 war Etxeberría auch für die gesamte Europapolitik der Regierung verantwortlich und engagierte sich für die Intensivierung der europäischen Integrationsbemühungen.
Rückzug aus der Parteipolitik
Bei den Kammerwahlen 2006 verloren die Linksparteien ihre gemeinsame Mehrheit an die politische Rechte. Die Grünen rutschten bei der Wahl auf 5,7 Prozent ab, die Sozialisten verloren sogar mehr als sechs Prozentpunkte. Nach der Niederlage erklärte Etxeberría seinen Rückzug aus der Spitzenpolitik.
Im Frühjahr 2007 gab er auch sein Mandat in der Abgeordnetenkammer auf und wurde Mitherausgeber der als linksliberal geltenden Wochenzeitung Il Debate, für die er seitdem in unregelmäßigen Abständen vornehmlich zu außen- und europapolitischen Themen eine Kolumne schreibt. Etxeberría ist zudem einer der Kuratoriumsvorsitzenden des Istituto Sagradês de la Política Internacional (ISPI).
Präsidentschaftswahl 2015
Bei der Präsidentschaftswahl in Sagradien 2015 bewarb sich Etxeberría als Kandidat der Grünen um das höchste Staatsamt. Im ersten Wahlgang lag er mit 19,3 Prozent der Stimmen auf Platz zwei und ließ sowohl die PSP-Kandidatin Eleonora Sarabal als auch den ASUL-Kandidaten Gil-Santián Rovira hinter sich. Als erstem grünen Bewerber gelang es ihm damit, in die Stichwahl einzuziehen, wo er jedoch mit 42,1 Prozent der Stimmen deutlich seiner konservativen Kontrahentin Daniela Rosenthal-Valdés unterlag.
Politische Funktionen
Mandate
- 1984-1990: Stadtrat in Semest
- 1990-1994: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
- 2002-2007: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
Öffentliche Ämter
- 1999-2006: Minister für Auswärtige Beziehungen, seit 2004 Minister für Auswärtige und Europäische Beziehungen in den Kabinetten De la Costa I, II und III
- 2002-2006: Vizepremierminister in den Kabinetten De la Costa II und III
Parteiämter
- 1987-1989: Co-Sprecher der sagradischen Grünen