Johann III. von Portugal
Johann III. (port. Dom João III), genannt „der Fromme“ (O Piedoso oder O Pio) (* 6. Juni 1502, † 11. Juni 1557) war der fünfzehnte König von Portugal und als Johann I. der zweite König von Cuentez. Er kam aus der portugiesischen (josefitischen) Linie des Hauses Santori und regierte beide Königreiche in Personalunion von 1549 bis 1557.
Leben
Johann III. wurde als ältester Sohn von José de Santori, Herzog von Óstino und dessen erster Gemahlin Maria von Avis geboren. Sein Vater, ein Sohn des sagradischen Königs Jakob III. und Onkel Davids I. von Sagradien und Portugal wurde nach dem Herrschaftsantritt Davids I. in Portugal 1521 dessen Statthalter, wodurch Johann erstmals ins Land seiner Mutter kam, wo er rasch Portugiesisch lernte. Nach dem Tod Davids 1543 bestieg Johanns Vater selbst als Joseph I. den Thron in Lissabon und wurde zudem König von Cuentez. Nach dessen Tod 1549 folgte ihm schließlich Don Joán als Johann III. auf dem portugiesischen und als Johann I. auf dem cuentezischen Thron nach. Er verlegte den Königssitz dauerhaft ins Land seiner geliebten Mutter nach Lissabon. Tulis - Heimatstadt seiner Familie - wurde so zum Nebengebiet der Krone und seinem unehelich geborenen Halbbruder Don Josefe als Statthalter anvertraut.
Der streng gläubige Johann III. ging als der König in die portugiesische Geschichte ein, der die Inquisition ins Land holte. Bereits Manuel I. hatte 1496 dem Beispiel der Katholischen Könige in Spanien folgend, die Juden aus Portugal vertrieben, gleichzeitig aber erlaubt, dass Juden, die zum christlichen Glauben übertraten, bleiben durften. Vermutlich hingen viele dieser „Neuen Christen“ (Cristãos-Novos), die ja nicht freiwillig zum katholischen Glauben übergetreten waren, insgeheim aber weiterhin ihrer alten Religion an. Johann III. beauftragte deshalb die Inquisition mit der Untersuchung der Glaubenspraktiken der „Neuen Christen“. In den nächsten 200 Jahren wurden in Portugal 1454 Personen von der Inquisition zum Tode verurteilt. 1540 erlaubte Johann III. auch den Jesuiten, sich im Lande niederzulassen. In Tulis dagegen, für das sich Johann wenig interessierte, blieben die Jesuiten weitgehend ohne Einfluss. Die Stadt rebellierte mehrmals gegen den Status als de-facto-Kolonie eines portugiesisch fühlenden Königs.
Außenpolitisch konzentrierte sich Johann III. auf den Ausbau der überseeischen Kolonien. 1545 wurde Salvador da Bahia Hauptstadt Brasiliens. Unter Johann III. wurden Aden, Diu, Celebes, Maskat und Sur erobert. Er verzichtete auf die Philippinen und sicherte dafür die Molukken. 1557 wurde Macao, die erste portugiesische Handelssiedlung im Kaiserreich China, gegründet.
Familie
Am 15. Februar 1525 heiratete er in Lissabon Katharina von Kastilien (* 14. Januar 1507; † 12. Januar 1578), Tochter von Philipp dem Schönen und der Johanna der Wahnsinnigen. Sie war somit auch eine Schwester des römisch-deutschen Kaisers Karl V.
Mit Katharina hatte er folgende Kinder:
- Alfons (* 1526; † 1526)
- Maria (* 15. Oktober 1527; † 12. Juli 1545), durch Heirat Königin von Spanien ∞ 1543 Philipp II., König von Spanien
- Isabella (* 1529; † 1529)
- Beatriz (* 1530; † 1530)
- Emanuel (* 1531; † 1537), 1535 zum Thronfolger bestimmt
- Philipp (* 1533; † 1539), 1537 zum Thronfolger bestimmt
- Dionysos (Dinis) (* 1535; † 1537),
- Johann Manuel (* 1537; † 1554), Kronprinz von Portugal und Cuentez; ∞ 1552 Johanna von Spanien (1535–1573)
- Leonor (*1538, †1610), ∞ Joán Filipe de Sántori, Conte d'Asterre
- Anton (* 1539; † 1540)
Da alle Söhne von König Johann III. vor diesem starben, folgte ihm sein Enkelsohn Sebastian I. auf dem portugiesisch-cuentezischen Thron nach.