Luis Cavaller
Luis Fernán Cavaller i Milán (*1832, †1905) war ein sagradischer Anwalt, Politiker und Staatsmann. Er war von November 1982 bis Januar 1983 Präsident des provisorischen Regierungsrats und von 1893 bis zu seinem Tod im Jahr 1905 der erste Präsident der Zweiten Sagradischen Republik. Bis heute gilt er als einer der "Gründerväter der Republik".
Als Mitglied der königlichen Abgeordnetenkammer für den Partíu Liberal zählte Cavaller im Vorfeld und während der Januarrevolution 1891 zu den Führern der parlamentarischen Opposition zu König Philipp X. und gehörte seit Dezember 1891 als Innenminister dem provisorischen Regierungsrat unter Francès de Píu-Castellán an. Nach dessen Rücktritt wurde er im Januar 1893 selbst zum Präsidenten des Regierungsrats gewählt und wurde damit Regierungschef und provisorisches Staatsoberhaupt. Mit den Verfassungsgesetzen vom April 1893 wurde Cavaller zum ersten Präsidenten der Sagradischen Republik erhoben.
Als Präsident der Republik war Cavaller wesentlich für die Konsolidierung der bürgerlichen Republik und für eine Stärkung der Exekutive gegenüber dem Parlament verantwortlich. Er verfolgte einen moderaten, liberal-konservativen Kurs und setzte sich für eine Trennung von Staat und Kirche, koloniale Expansionen und niedrige Steuern ein. Nachdem er erfolgreich den monarchistischen Putsch von 1898 abwehren konnte, wurde er als Verteidiger der Republik gefeiert. Er wurde daraufhin per Ausnahmebeschloss der Nationalversammlung von der Amtszeitbeschränkung befreit und mit großer Mehrheit für weitere sieben Jahre wiedergewählt. Er starb 1905 im Amt und wurde mit allen republikanischen Ehren beigesetzt.
Monarchie und Januarrevolution
Der Jurist und Anwalt gehörte seit 1860 der sagradischen Abgeordnetenkammer an, wo er den bürgerlichen Partíu Liberal von Jacquel de Montevil vertrat. In der Regierungszeit König Philipps X. stieg Cavaller neben Persönlichkeiten wie Cornel Gil-Lerma und Joán-Pier Ballestrac zu einem der profiliertesten Vertreter der liberalen Opposition auf.
Als solcher spielte Cavaller eine führende Rolle während der sogenannten "Januarrevolution" des Jahres 1891. Obwohl ein Anhänger einer konstitutionellen Monarchie gehörte Cavaller zu den Mitautoren der Juni-Proklamation, welche die Nationalversammlung zum Souverän erklärte und entscheidend zum Ende der Monarchie beitrug. In der provisorischen Regierung von Francès de Píu-Castellán übernahm Cavaller die Funktion des Innenministers. Als solcher unterstützte er das harte Vorgehen gegen die radikalen Semestiner Revolutionäre.
Nachdem die Nationalversammlung am 2. Januar 1893 Sagradien offiziell zur Republik erklärt hatte, wurde Cavaller am 5. Januar als Nachfolger von Francès de Píu-Castellán zum Präsidenten des Regierungsrats der Nationalversammlung gewählt. Unter Cavallers Führung erließ die Nationalversammlung im April 1893 eine Reihe von Verfassungsgesetzen, die ihm unter anderem den Titel eines "Präsidenten der Sagradischen Republik" verliehen und ihm auch offiziell die Funktion des Staatsoberhauptes zusprachen.
Präsidentschaft
Als Präsident verfolgte Cavaller in der Innen- und Außenpolitik einen liberal-konservativen Kurs. Er befürwortete den Ausbau des sagradischen Kolonialreichs und vertrat im Innern das Konzept einer Trennung von Staat und Kirche, versuchte aber, Kompromisse mit der Katholischen Kirche zu erzielen. Er strebte ein starkes Unternehmertum an und lehnte die Einführung einer "Reichtumssteuer", wie von der parlamentarischen Linken angestrebt, ab.
Zudem setzte er sich bald schon gegen die seiner Ansicht nach unbeschränkte Macht des Parlaments und trat für eine starke Exekutive ein, die er wegen der politischen Krise und der Gefahren, die von radikalen Republikanern und Monarchisten ausgingen, für notwendig hielt. Als Präsident der Republik war Cavaller zunächst von der Nationalversammlung abhängig und war an deren Amtszeit gebunden. Er saß zwar weiterhin dem Regierungsrat vor und ernannte die Minister, die aber auf Verlangen der Nationalversammlung entlassen werden mussten.
Mit den Januarrevisionen 1895 konnte Cavaller schließlich eine konservative Korrektur der Verfassung durchsetzen, welche die Stellung des Präsidenten stärkte und seine Amtszeit auf sieben Jahre verlängerte.
Das versuchte Bündnis der Moderaten mit den Kräften der Restauration stieß bald an offensichtliche Grenzen und nutzte vor allem letzteren, die sich vor allem in Verwaltung und Militär halten konnten. Mit dem gescheiterten monarchistischen Putsch vom 25. April 1898 wurde diese Politik des Ausgleichs letztlich stark diskreditiert. Auslöser der Krise war ein Komplott führender monarchistischer Politiker und rechter Generäle um Arcélio del Carnet, Filipe Conte d'Avís und Stefano Perón de Carilla gegen die demokratische Republik. Die Putschisten verfolgten das Ziel, die Monarchie des Hauses Vienne wieder einzuführen. In der Abwesenheit Cavallers, der sich noch auf dem Rückweg von einem Staatsbesuch in Mikolinien befand, versuchten die Putschisten am 25. April die Nationalversammlung zu besetzen, scheiterten aber daran, dass wesentliche Kommunikationswege abgeschnitten waren.
Cavaller entschied sich in dieser Situation dazu, zurückzureisen, den Ausnahmezustand zu verhängen und General Luis María de Castós zum Inhaber der Exekutivgewalt zu ernennen. Bereits nach wenigen Stunden brach der Putschversuch in sich zusammen, da sich große Teile der Semestiner Bevölkerung, der Verwaltung sowie Teile des Militärs, die General de Castós loyal gegenüberstanden, mit der republikanischen Regierung solidarisierten und den Staatsstreich boykottierten. Die Putschisten mussten schließlich aufgeben, auch wenn es in der Folge noch wochenlang zu verschiedenen Erhebungen in den Regionen kam.
In der Folge wurde Cavaller, der sich in der Krise als starker Mann präsentiert hatte und dem offenbar die Loyalität führender Militärs sicher war, per Ausnahmebeschluss der Nationalversammlung von der in der Verfassung vorgesehenen Amtszeitbeschränkung des Präsidenten auf ein Septennat befreit und bei der Präsidentschaftswahl 1899 von einer überwältigenden Mehrheit für eine weitere Amtszeit im Präsidentenamt bestätigt. Dennoch zog sich Cavaller auch aufgrund gesundheitlicher Probleme in seiner zweiten Amtszeit zunehmend auf die Position eines formellen Staatsoberhauptes zurück. Mit Politikern wie Donado Salgado, Francisco de Brentano und Miquel Fernando Luisanto stand er nun einer neuen Generation von Parteiführern gegenüber, die sich durch starke Persönlichkeit und einen klaren Führungsanspruch gegenüber dem Präsidentenamt auszeichneten. Obwohl selbst kein Befürworter radikaler Reformen, ernannte er nach dem Sieg der radikalen Linken bei der Parlamentswahl 1899 den Radikal-Republikaner Donado Salgado zum Ministerpräsidenten und duldete dessen umfangreiches säkulares und soziales Reformprogramm. Nach der Parlamentswahl 1903 wiederum sah er sich gezwungen, den Unionisten Miquel Fernando Luisanto mit der Regierung zu beauftragen, dessen "Koalition der Moral" ein dezidiertes konservatives Gegenprogramm verfolgte.
Tod und Erbe
Cavaller starb schließlich im Januar 1905 kurz vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit. Zum Nachfolger wählte die konservative Parlamentsmehrheit den parteilosen Monarchisten Joán Cardinal, der aber an die Tradition Cavallers anknüpfte.
Cavaller gilt bis heute in Sagradien als einer der wichtigsten Staatsmänner der Republik. Mit der Universitá Luis Cavaller in Semest ist eine der bedeutendsten Hochschulen des Landes nach ihm benannt.